Dr.
Tobias Growe
Fachbereich Rechtswissenschaft
Wintersemester 2024/2025
Einführung in die Rechtsordnung der BRD
2. Termin
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Wiederholungsfragen
• Wie viele Varianten enthält Art. 5 I 2 GG?
• Worauf bezieht sich Art. 104a V 1 Hs. 2 GG?
• Was versteht man unter dem konditionalen Normaufbau?
• Was ist ein lex specialis?
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Nationale Rechtsgebiete
Öffentliches Recht Privatrecht
Verfassungsrecht Allgemeines Privatrecht
➔ Staatsorganisationsrecht ➔ Regelung im BGB als wichtigstem
➔ Grundrechte Gesetzbuch des Privatrechts
➔ Gliederung in 5 Bücher (z.B. Sachen-
Verwaltungsrecht recht sowie Erbrecht)
➔ Allgemeines Verwaltungsrecht
➔ Besonderes Verwaltungsrecht (z.B. Sonderprivatrecht
Beamtenrecht und Steuerrecht) ➔ insb. Arbeitsrecht sowie Handels- und
Gesellschaftsrecht
Strafrecht
➔ teils als drittes großes Hauptgebiet
neben Öffentlichem Recht und Privat-
recht gewertet
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Abgrenzung zwischen Öffentlichem Recht und Privatrecht
• Insb. Relevanz für die Rechtswegbestimmung (Verwaltungs- oder Zivil-
gerichtsbarkeit)
• Früher Subordinationstheorie:
▪ Regelungen des Öffentlichen Rechts legen ein Verhältnis der Über-
und Unterordnung zwischen Staat und Bürger zugrunde.
▪ Das Privatrecht kommt zwischen gleichrangigen Rechtssubjekten zur
Geltung
▪ Kritik: Vorschriften, die Rechtsverhältnisse zwischen gleichgeordneten
Hoheitsträgern regeln, lassen sich so schwer zuordnen.
• Heute Sonderrechtstheorie:
▪ Zum Öffentlichen Recht gehören alle Normen, die ausschließlich
einen Hoheitsträger berechtigen oder verpflichten (z.B. § 15 I VersG).
▪ Das Privatrecht wendet sich indes an beliebige Personen (z.B. § 433
BGB).
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Normenpyramide im Bundesrecht
GG
Parlamentsgesetze
Rechtsverordnungen / Satzungen
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Vorrang der Verfassung
• Verfassungsbindung des Gesetzgebers aus Art. 20 III GG
• Erschwerte Abänderbarkeit der Verfassung nach Art. 79 GG
▪ Textänderungsgebot des Art. 79 I 1 GG (keine „Auslagerungen“ auf
andere Texte)
▪ Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat gem. Art. 79 II GG
▪ Ewigkeitsklausel des Art. 79 III GG
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Formelle und materielle Gesetze
• Ein formelles Gesetz ist jeder vom Parlament im verfassungsmäßigen
Gesetzgebungsverfahren erlassene Hoheitsakt.
• Ein materielles Gesetz ist eine abstrakt-generelle Regelung, die Rechte
und Pflichten für den Bürger begründet, ändert oder aufhebt.
• Die meisten formellen Gesetze sind zugleich materielle Gesetze. Es gibt
aber auch Gesetze im nur formellen Sinn (z.B. Haushaltsgesetz).
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Rechtsverordnungen
• Rechtsverordnungen sind Rechtsvorschriften, die von der Exekutive auf
Grundlage einer parlamentsgesetzlichen Ermächtigung erlassen werden.
• Das Parlament darf zwar zu seiner Entlastung Rechtsetzungsbefugnisse
auf die Exekutive übertragen, muss im ermächtigenden Gesetz aber alle
wesentlichen Fragen selbst klären.
• Es handelt sich um Gesetze im rein materiellen Sinn.
• Beispiel: StVO auf Grundlage des § 6 I StVG
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Satzungen
• Satzungen sind Rechtsvorschriften eines selbständigen staatlichen
Verwaltungsträgers mit Wirksamkeit für die ihm angehörigen oder unter-
worfenen Personen.
• Es handelt sich um Gesetze im rein materiellen Sinn.
• Beispiele: Bebauungspläne von Gemeinden und Prüfungsordnungen von
Hochschulen
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Unionsrecht
• Grundsatz begrenzter Einzelermächtigung: Die EU wird als Rechtsetzerin
nur in den Grenzen der Zuständigkeit tätig, die ihr die 27 Mitgliedstaaten
vertraglich übertragen haben
• Rechtsquellen:
▪ Primärrecht (insb. AEUV und EUV)
▪ Sekundärrecht nach Art. 288 AEUV (vor allem Verordnungen und
Richtlinien)
• Durchsetzung des Unionsrechts im Kollisionsfall
▪ Anwendungsvorrang: Nationales Recht bliebt zwar gültig, wird aber
nicht angewandt
▪ Kein Geltungsvorrang: Nationales Recht wäre nichtig (vgl. zu einem
solchen Fall Art. 31 GG)
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Staatsstrukturprinzipien im Überblick
• 5 grundlegende Prinzipien als Fundament der staatlichen Ordnung:
▪ Republikprinzip (Art. 20 I GG)
▪ Bundesstaatsprinzip (Art. 20 I GG)
▪ Sozialstaatsprinzip (Art. 20 I GG)
▪ Demokratieprinzip (Art. 20 I, II GG)
▪ Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 III GG)
• Homogenitätsklausel des Art. 28 I 1 GG
• Abgrenzung zu Staatszielbestimmungen (insb. Umwelt- und Tierschutz
nach Art. 20a GG oder europäische Integration nach Art. 23 I GG)
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