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Analysis 1

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Einschliessungskriterium 4.

Einschliessungskriterium (Sandwich-Theorem) an-


(Sandwich-Theorem) wenden.
5. Mit bekannter Folge vergleichen.
Wenn limn→∞ an = α, limn→∞ bn = α und an ≤
Cheatsheet Analysis 1 cn ≤ bn , ∀n ≥ k, dann limn→∞ cn = α. 6. Grenzwert durch einfaches Umformen ermitteln.
7. Limit per Definition der Konvergenz zeigen.
Weierstrass 8. Anwendung des Cauchy-Kriteriums.
Julian Steinmann
Wenn an monoton wachsend und nach oben be- 9. Suchen eines konvergenten Majorant.
schränkt ist, dann konvergiert an mit Grenzwert
August 2021 limn→∞ an = sup{an : n ≥ 1}.
10. Weinen und die Aufgabe überspringen.
Wenn an monoton fallend und nach unten be-
schränkt ist, dann konvergiert an mit Grenzwert 1.3 Strategie - Divergenz von Folgen
Lizenz
limn→∞ an = inf{an : n ≥ 1}. 1. Suchen einer divergenten Vergleichsfolge.
Dieses Dokument ist unter CC BY-SA 4.0 li-
zenziert. Es darf verbreitet oder verändert wer- 2. Alternierende Folgen: Zeige, dass Teilfolgen nicht
den, solange der Urheber und die Lizenz erhalten Cauchy-Kriterium gleich werden, also limn→∞ ap1 (n) 6= limn→∞ ap2 (n)
bleibt. (mit z.B. gerade/ungerade als Teilfolgen).
Die Folge an ist genau dann konvergent, falls ∀ϵ >
Der LATEX-Quelltext ist verfügbar auf 0 ∃N ≥ 1 so dass |an − am | < ϵ ∀n, m ≥ N .
[Link]/XYQuadrat/eth-cheatsheets. 1.4 Tricks für Grenzwerte
1.4.1 Binome
1 Folgen 1.1.1 Teilfolge √ √ (x + 4) − (x − 2)
lim ( x + 4 − x − 2) = lim √ √
Eine Teilfolge von an ist eine Folge bn wobei bn = al(n) x→∞ x→∞ x+4+ x−2
1.1 Konvergenz und l eine Funktion mit l(n) < l(n + 1) ∀n ≥ 1 (z.B.
Eine Folge (an )n∈N konvergiert gegen L l = 2n für jedes gerade Folgenglied). 1.4.2 Substitution
⇐⇒ limn→∞ an = L 1
lim x2 (1 − cos( ))
⇐⇒ ∀ϵ > 0 ∃Nϵ ∀n ≥ Nϵ : |an − L| < ϵ 1.1.2 Bolzano-Weierstrass x→∞ x
Jede beschränkte Folge besitzt eine konvergente Teilfolge. Substituiere nun u = x1 :
Wir dürfen (o.B.d.A.) annehmen, dass ϵ durch eine
Konstante C ∈ R beschränkt ist. Es gilt ausserdem: 1 − cos(u) sin(u) cos(u) 1
1.2 Strategie - Konvergenz von Folgen lim = lim = lim =
• konvergent =⇒ beschränkt, aber nicht umgekehrt
u→0 u2 u→0 2u u→0 2 2
1. Bei Brüchen: Grösste Potenz von n kürzen. Alle
• (an ) konvergent ⇐⇒ (an ) beschränkt und Brüche der Form naa streichen, da diese nach 0 ge- 1.4.3 Induktive Folgen (Induktionstrick)
lim inf an = lim sup an hen. 1. Zeige monoton wachsend / fallend
Limes superior & inferior 2. Bei Wurzeln in Summe im Nenner: Multiplizieren 2. Zeige beschränkt
des Nenners und Zählers mit der Differenz der Sum-
me im Nenner. (z.B. (a + b) mit (a − b) multiplizie- 3. Nutze Satz von Weierstrass, d.h. Folge muss gegen
limn→∞ inf xn = limn→∞ (inf m≥n xm ) 
ren) Grenzwert konvergieren
limn→∞ sup xn = limn→∞ supm≥n xm
3. Bei rekursiven Folgen: Anwendung von Weierstrass 4. Verwende Induktionstrick:
zur monotonen Konvergenz

1
Wenn die Folge konvergiert, hat jede Teilfolge den glei- 2.0.2 Geometrische Reihe 2.2 Wichtige Reihen
chen Grenzwert. Betrachte die Teilfolge l(n) = n + 1 für P∞ k

k=0 q divergiert für |q| ≥ 1 und konvergiert zu
1
für
dn+1 = 3dn − 2: 1−q
X
n
q √ |q| < 1 i=
n(n + 1)
d = lim dn = lim dn+1 = lim 3dn − 2 = 3d − 2 2
n→∞ n→∞ n→∞ i=1
2.0.3 Zeta-Funktion X
n
Forme um zu d = 3d − 2 → d ∈ 1, 2. Nun können wir
2
P∞ i2 =
1
n(n + 1)(2n + 1)
d = 2 nehmen und die Beschränktheit mit d = 2 per ζ(s) = n=1 n1s divergiert für s ≤ 1 und konvergiert für 6
i=1
Induktion zeigen. s > 1.
X
n
1 2
i3 = n (n + 1)2
4
2 Reihen 2.1 Absolute Konvergenz i=1
P∞ P∞ X∞
1 π2
k=1 ak heisst absolut konvergent, wenn k=1 |ak | =
Cauchy-Kriterium für Reihen konvergiert. Eine absolutPkonvergente Reihe ist immer i2 6
∞ P∞ i=1
P∞ auch konvergent, es gilt | k=1 ak | ≤ k=1 |ak |. ∞
X 1
Die Reihe k=1 ak ist
Pgenau dann konvergent, falls Falls eine Reihe absolut konvergiert, dann konvergiert =1
m
∀ϵ > 0 ∃N ≥ 1 mit | k=n ak | < ϵ, ∀m ≥ n ≥ N . jede Umordnung der Reihe mit dem selben Grenzwert. n=1
n(n + 1)
Falls die Reihe hingegen nurPkonvergiert, so gibt es

Nullfolgenkriterium immer eine Anordnung, so dass k=1 aϕ(k) = x, ∀x ∈ R. 2.3 Cauchy-Produkt
Wenn fürPeine Folge limn→∞ |an | 6= 0 ist, dann di- Leibnizkriterium Definition Cauchy-Produkt

vergiert n=0 an . Wenn an ≥ 0, ∀n ≥ 1 monoton fallend ist P∞
Das Cauchy-Produkt von zwei Reihen
P i=0 ai und
und
P∞ limn→∞ an = 0 gilt, dann konvergiert S = ∞
j=0 bj ist definiert als
k=1 (−1) k+1
ak und a1 − a2 ≤ S ≤ a1 .
2.0.1 Reihenarithmetik ∞ X
X n
P∞ P∞ (an−j · bj ) = a0 b0 + (a0 b1 + a1 b0 ) + . . .
Wenn k=1 ak und k=1 bk konvergent sind, dann gilt: Quotientenkriterium
P∞ P∞ n=0 j=0
• Pk=1 (ak + bkP) konvergent und k=1 (ak + bk ) =
∞ ∞ Sei (an ) eine Folge mit an 6= 0, ∀n ≥ 1. Es konvergiert, falls beide Reihen konvergieren.
( k=1 ak ) + ( k=1 bk ) P∞
P∞ P∞ P∞ Falls limn→∞ sup |a|an+1
n|
|
< 1 =⇒ n=1 an konver-
• k=1 αak konvergent und k=1 αak = α k=1 ak giert absolut.
P∞
Vergleichssatz Falls limn→∞ inf |a|an+1 |
> 1 =⇒ n=1 an diver-
n| 2.4 Strategie - Konvergenz von Reihen
giert.
P∞ P∞
Wenn k=1 ak und k=1 bk Reihen mit 0 ≤ ak ≤ 1. Ist Reihe ein bekannter Typ? (Teleskopieren, Geo-
bk , ∀k ≥ K ≥ 1 sind, so gilt: Wurzelkriterium
metrische/Harmonische Reihe, Zetafunktion, ...)

X ∞
X 2. Ist limn→∞ an = 0? Wenn nein, divergent.
Sei (an ) einepFolge mit an 6= 0, ∀n ≥ 1. Sei q =
bk konvergent =⇒ ak konvergent 3. Quotientenkriterium & Wurzelkriterium anwenden
limn→∞ sup n |an |.
k=1 k=1
P∞ 4. Vergleichssatz anwenden, Vergleichsreihen suchen

X ∞
X • q < 1 =⇒ n=1 an konvergiert absolut.
ak divergent =⇒ bk divergent 5. Leibnizkriterium anwenden
• q = 1 =⇒ keine Aussage.
k=1 k=1 P∞ P∞ 6. Integral-Test anwenden (Reihe zu Integral)
• q > 1 =⇒ n=1 an und n=1 |an | divergie-
Als Vergleichsreihe (Majorant / Minorant) eignet sich ren.
oft eine Reihe der folgenden Kategorien:

2
3 Funktionen 3.1.1 Kompaktes Intervall Gleichmässige Konvergenz
Ein Intervall I ∈ R ist kompakt, falls es von der Form
3.1 Stetigkeit Die Folge (fn ) konvergiert gleichmässig in D gegen
I = [a, b] mit a ≤ b ist.
f falls gilt ∀ϵ > 0 ∃N ≥ 1, so dass ∀n ≥ N, ∀x ∈
Sei f : D → Rd , x → f (x) eine Funktion in D ⊆ Rd .
Min-Max-Satz D : |fn (x) − f (x)| ≤ ϵ.
Definition Stetigkeit Die Funktionenfolge (gn ) ist gleichmässig kon-
Sei f : I = [a, b] → R stetig auf einem kompakten vergent, falls für alle x ∈ D der Grenzwert
f ist in x0 ∈ D stetig, falls limx→x0 f (x) = f (x0 ). f Intervall I. Dann gibt es u, v ∈ I mit f (u) ≤ f (x) ≤ limn→∞ gn (x) = g(x) existiert und die Folge (gn )
ist stetig, falls sie in jedem x0 ∈ D stetig ist. f (v), ∀x ∈ I. Insbesondere ist f beschränkt. gleichmässig gegen g konvergiert.
P∞
Polynomiale Funktionen sind auf R stetig. Die Reihe k=1
Stetigkeit der Verknüpfung Pfnk (x) konvergiert gleichmässig, falls
die durch Sn (x) = k=0 fk (x) definierte Funktionenfolge
Falls f und g den gleichen Definitions-/Bildbereich Sei f : D1 → D2 , g : D2 → R und x0 ∈ D1 . Falls gleichmässig konvergiert.
haben und in x0 stetig sind, dann sind auch f in x0 und g in f (x0 ) stetig ist, dann ist g # f :
D1 → R in x0 stetig. Sei fn eine Folge stetiger Funktionen.
P∞ Ausserdem
f ist |fn (x)| ≤ cn ∀x ∈ D undP n=0 cn konvergiert.
f + g, λ · f, f · g, , |f |, max(f, g), min(f, g) ∞
g Dann konvergiert die Reihe n=0 fn (x) gleichmäs-
Satz über die Umkehrabbildung
stetig in x0 . sig und deren Grenzwert ist eine in D stetige Funk-
Sei f : I → R stetig und streng monoton und sei tion.
J = f (I) ⊆ R. Dann ist f −1 : J → I stetig und
Zwischenwertsatz
streng monoton.
Wenn I ⊆ R ein Intervall, f : I → R und 3.3 Potenzreihen
a, b ∈ I ist, dann gibt es für jedes c zwischen Die reelle Exponentialfunktion Definition Potenzreihe
f (a) und f (b) ein a ≤ z ≤ b mit f (z) = c.
P∞
exp : R → ]0, +∞[ ist streng monoton wachsend, Potenzreihen sind Reihen der Form n=0 an xn . Ei-
stetig und surjektiv. Auch die Umkehrfunktion ln : ne Potenzreihe mit Entwicklungspunkt x0 wird als
P ∞
]0, +∞[→ R hat diese Eigenschaften. n=0 an (x − x0 ) definiert.
n

Konvergenzradius
3.2 Konvergenz
Der Konvergenzradius einer Potenzreihe um einen
Punktweise Konvergenz Entwicklungspunkt x0 ist die grösste Zahl r, so dass
die Potenzreihe für alle x mit |x − x0 | < r konver-
Die Funktionenfolge (fn ) konvergiert punktweise giert. Falls die Reihe für alle x konvergiert, ist der
gegen eine Funktion f : D → R falls für alle x ∈ D Konvergenzradius r unendlich. Sonst:
gilt, dass limn→∞ fn (x) = f (x).
Wird häufig verwendet um zu zeigen, das eine Funk- an 1
tion einen gewissen Wert (z.B. Nullstelle) annimmt. r = lim = p
n→∞ an+1 limn→∞ sup n |an |

Daraus folgt, dass ein Polynom mit ungeradem Grad P∞


Die Potenzreihe k=0 an xn konvergiert absolut für al-
mindestens eine Nullstelle in R besitzt. le |x| < r und divergiert für alle |x| > r. Der Fall |x| = r
ist unklar und muss geprüft werden.

3
3.3.1 Definitionen per Potenzreihen 4 Ableitungen • Produktregel

X∞ 4.1 Differenzierbarkeit (f (x) · g(x))′ = f ′ (x) · g(x) + f (x) · g ′ (x)


xn
exp(x) = r=∞
n=0
n! Differenzierbar • Quotientenregel

X 2n+1
x f ist in x0 differenzierbar, falls der Grenzwert  ′
sin(x) = (−1)n r=∞ f (x) f ′ (x) · g(x) − f (x) · g ′ (x)
(2n + 1)! limx→x0 f (x)−f
x−x0
(x0 )
existiert. Wenn dies der Fall ist, =
n=0 g(x) g(x)2
∞ wird der Grenzwert mit f ′ (x0 ) bezeichnet. f ist dif-
X x2n
cos(x) = (−1)n r=∞ ferenzierbar, falls f für jedes x0 ∈ D differenzier-
(2n)! bar ist. • Kettenregel
n=0
X∞
xk (f (g(x)))′ = g ′ (x) · f ′ (g(x))
ln(x + 1) = (−1)k+1 r=1 Differenzierbarkeit nach Weierstrass
k
k=1
f ist in x0 differenzierbar ⇐⇒ • Potenzregel
3.4 Grenzwerte von Funktionen Es gibt c ∈ R und r : D → R mit f (x) =
f (x0 ) + c(x − x0 ) + r(x)(x − x0 ) und r(x0 ) = 0, (c · xa )′ = c · a · xa−1
Häufungspunkt r stetig in x0 .
Falls f differenzierbar ist, dann ist c = f ′ (x0 ) ein- 4.3 Implikationen der Ableitung
x0 ∈ R ist ein Häufungspunkt der Menge D falls
deutig bestimmt.
∀δ > 0 : (]x0 − δ, x0 + δ[\{x0 }) ∩ D 6= ∅. 1. f besitzt ein lokales Minimum in x0 , wenn f ′ (x0 ) =
0 und f ′′ (x0 ) > 0 oder falls das Vorzeichen von f ′
Variation: Sei ϕ(x) = f ′ (x0 ) + r(x). Dann gilt f in x0 um x0 von − zu + wechselt.
Grenzwert - Funktionen differenzierbar, falls f (x) = f (x0 ) + ϕ(x)(x − x0 ), ∀x ∈ D
und ϕ in x0 stetig ist. Dann gilt ϕ(x0 ) = f ′ (x0 ). 2. f besitzt ein lokales Maximum in x0 , wenn f ′ (x0 ) =
Wenn f : D → R, x0 ∈ R ein Häufungspunkt von 0 und f ′′ (x0 ) < 0 oder falls das Vorzeichen von f ′
D ist, dann ist A ∈ R der Grenzwert von f (x) für Höhere Ableitungen um x0 von + zu − wechselt.
x → x0 (limx→x0 f (x) = A), falls ∀ϵ > 0 ∃δ > 0, so
dass ∀x ∈ D ∩(]x0 −δ, x0 +δ[\{x0 }) : |f (x)−A| < ϵ. 3. f besitzt ein lokales Extremum in x0 , wenn f ′ (x0 ) =
1. Für n ≥ 2 ist f n-mal differenzierbar in D
0 und f ′′ (x0 ) 6= 0.
falls f (n−1) in D differenzierbar ist. Dann ist
Satz von L’Hôpital f (n) = (f (n−1) )′ die n-te Ableitung von f . 4. f besitzt einen Sattelpunkt in x0 , wenn f ′ (x0 ) = 0
und f ′′ (x0 ) = 0.
2. f ist n-mal stetig differenzierbar in D, falls sie
Seien f, g stetig und differenzierbar auf ]a, b[. Wenn n-mal differnzierbar und f (n) in D stetig ist. 5. f besitzt einen Wendepunkt in x0 , wenn f ′′ (x0 ) = 0.
limx→c f (x) = limx→c g(x) = 0 oder ±∞ und
g ′ (x) 6= 0 ∀x ∈ I\{c}, dann gilt 3. f ist in D glatt, falls sie ∀n ≥ 1 n-mal diffe- 6. f ist in x0 konvex, wenn f ′′ (x0 ) ≥ 0.
renzierbar ist (“unendlich differenzierbar”). 7. f ist in x0 konkav, wenn f ′′ (x0 ) ≤ 0.
f (x) f ′ (x)
lim = lim ′
x→c g(x) x→c g (x) Glatte Funktionen: exp, sin, cos, sinh, cosh, tanh, ln,
arcsin, arccos, arccot, arctan und alle Polynome. tan ist
4.4 Sätze zur Ableitung
Grenzwerte der Form ∞0 und 1∞ können meist mit auf R\{π/2 + kπ}, cot auf R\{kπ} glatt. Satz von Rolle
f (x)g(x) = eg(x)·ln(f (x)) und dann Bernoulli (nur Expo-
nenten betrachten da e stetig) anwenden oder vereinfa- 4.2 Ableitungsregeln Sei f : [a, b] → R stetig und in ]a, b[ differenzierbar.
chen berechnet werden. Wenn f (a) = f (b), dann gibt es ein ξ ∈]a, b[ mit
• Linearität der Ableitung f ′ (ξ) = 0.

(α · f (x) + g(x))′ = α · f ′ (x) + g ′ (x)

4
P∞ x2n
Mittelwertsatz (Lagrange) • cos(x) = n=0 (−1)n · (2n)! 5.2 Integrierbarkeit zeigen
P∞ n
• ex = n=0 xn! • f stetig in [a, b] =⇒ f integrierbar über [a, b]
Sei f : [a, b] → R stetig und in ]a, b[ differenzierbar.
P∞ • f monoton in [a, b] =⇒ f integrierbar über [a, b]
Dann gibt es ξ ∈]a, b[ mit f (b) − f (a) = f ′ (ξ)(b − a).
n
• e−x = n=0 (−1)n · xn!
P∞ x2n+1 • Wenn f, g beschränkt und integrierbar sind, dann
• sinh(x) = n=0 (2n+1)! sind
P∞ x2n f
• cosh(x) = n=0 (2n)! f + g, λ · f, f · g, |f |, max(f, g), min(f, g),
g
4.6 Länge einer Kurve integrierbar
P (x)
Für eine Kurve p(t) = (x(t), y(t)) in der xy-Ebene gilt • Jedes Polynom ist integrierbar, auch Q(x) falls Q(x)
in [a, b] keine Nullstellen besitzt
Z b p
L= x′ (t)2 + y ′ (t)2 dt
a 5.3 Sätze & Ungleichungen
Rb Rb
• f (x) ≤ g(x), ∀x ∈ [a, b] → a f (x) dx ≤ a g(x) dx
5 Integrale Rb Rb
4.5 Taylorreihen • a f (x) dx ≤ a |f (x)| dx
5.1 Riemann-Integral Rb qR qR
Taylorreihen sind ein Weg, glatte Funktionen als Potenz- b 2 b
• a f (x)g(x) dx ≤ f (x) dx a g 2 (x) dx
reihen anzunähern. Definition: Partition a

Definition: Taylor-Polynom
Eine Partition von I ist eine endliche Teilmenge P ⊊ Mittelwertsatz
Das n-te Talyor-Polynom Tn f (x; a) an einer Ent- [a, b], wobei {a, b} ⊆ P . (“Aufteilung”)
Wenn f : [a, b] → R stetig ist, dann gibt es ξ ∈ [a, b]
wicklungsstelle a ist definiert als: Rb
mit a f (x) dx = f (ξ)(b − a).
Definition: Riemann-Summe
X
n
f (k) (a)
Tn f (x; a) := · (x − a) k
X
n Daraus folgt auch, dass wenn f, g : [a, b] → R wobei f
k!
k=0 S(f, P, ξ) := f (ξi ) · (xi − xi−1 ) stetig, g beschränkt und integrierbar mit g(x) ≥ 0, ∀x ∈
Rb
f ′′ (a)
i=1 [a, b] ist, dann gibt es ξ ∈ [a, b] mit a f (x)g(x) dx =
= f (a) + f ′ (a) · (x − a) + 2 · (x − a)2 + . . . Rb
f (ξ) a g(x) dx.
Ober- und Untersumme
Taylorreihe
Obersumme: S(f, P ) := supξ∈Ii f (ξ) · (xi − xi−1 ) 5.4 Stammfunktionen
Die unendliche Reihe Untersumme: S(f, P ) := inf ξ∈Ii f (ξ) · (xi − xi−1 ) Definition: Stammfunktion

X f (n) (a) Eine Funktion F : [a, b] → R heisst Stammfunktion
T f (x; a) := T∞ = · (x − a)n Riemann-integrierbar
n=0
n! von f , falls F (stetig) differenzierbar in [a, b] ist und
F ′ = f in [a, b] gilt.
f : [a, b] → R ist Riemann-integrierbar, falls
wird Taylorreihe von f an Stelle a genannt.
supp1 S(f, P1 ) = inf p2 S(f, P2 ), also falls Obersum-
me gleich Untersumme wird, wenn die Partition fei- “f integrierbar” impliziert nicht, dass eine Stamm-
Beispiele Taylorreihen (a = 0): Rb funktion existiert. Beispiel:
ner wird. Dann ist A := a f (x) dx. (
P∞ x2n+1
• sin(x) = n=0 (−1)n · (2n+1)! 0, für x ≤ 0
f (x) =
1, für x > 0

5
Hauptsatz Differential-/Integralrechnung • g ′ (x) muss sich irgendwie herauskürzen, sonst nutz- Somit erhalten wir für das Bernoulli-Polynom folgende
los. Definition:
X k  
Sei a < b und f : [a, b] → R stetig. Die Funktion • Grenzen substituieren nicht vergessen. k
Bk (x) = Bi xk−i
Z x i
• Alternativ kann auch das unbestimmte Integral be- i=0
F (x) = f (t) dt, a ≤ x ≤ b rechnet werden und dann u wieder durch x substi-
a Hier ein paar Bernoulli-Polynome: B0 (x) = 1, B1 (x) =
tuiert werden. x − 12 , B2 (x) = x2 − x + 16 . Nun definieren wir noch:
ist in [a, b] stetig differenzierbar und F ′ (x) =
(
f (x) ∀x ∈ [a, b]. Partialbruchzerlegung Bk (x) ∀x : 0 ≤ x < 1
R B̃k (x) =
p(x) Bk (x − n) ∀x : n ≤ x < n + 1
Seien p(x), q(x) zwei Polynome. q(x) wird wie fol-
gend berechnet:
5.5 Integrationsregeln
Euler-McLaurin-Summationsformel
1. Falls deg(p) ≥ deg(q), führe eine Polynomdi-
R
Linearität
vision durch. Dies führt zum Integral a(x) + Sei f : [0, n] → R k-mal stetig differenzierbar. Dann
Z Z Z r(x) gilt:
u · f (x) + v · g(x) dx = u f (x) dx + v g(x) dx q(x) .
Für k = 1:
2. Berechne die Nullstellen von q(x).
Xn Z n
3. Pro Nullstelle: Einen Partialbruch erstellen. 1
Gebietsadditivität f (i) = f (x) dx + (f (n) − f (0))
i=1 0 2
Z b Z c Z b • Einfach, reell: x1 → A
x−x1
Z n
f (x) dx = f (x) dx + f (x) dx, c ∈ [a, b] • n-fach, reell: x1 → A1 Ar + B̃1 (x)f ′ (x) dx
a a c x−x1 + ... + (x−x1 )r 0
• Einfach, komplex: x + px 2
+ q → x2Ax+B
+px+q Für k > 1:
Partielle Integration • n-fach, komplex: x2 +px+q → xA2 +px+q
1 x+b1
+. . . Z
Z Z X
n n
1
4. Parameter A1 , . . . , An (bzw. B1 , . . . , Bn ) be- f (i) = f (x) dx + (f (n) − f (0))+
f (x)g(x) dx = f (x)g(x) − f (x)g ′ (x) dx

i=1 0 2
stimmen. (x jeweils gleich Nullstelle setzen,
umformen und lösen). X
k
(−1)j Bj (j−1)
(f (n) + f (j−1) (0)) + R̃k
j=2
j!
• Grundsätzlich gilt: Polynome ableiten (g(x)), wo
das Integral periodisch ist (sin, cos, ex ,...) integrie- wobei
ren (f ′ (x)) 5.6 Euler-McLaurin-Formel
Z n
• Teils ist es nötig, mit 1 zu multiplizieren, um par- Die Formel hilft Summen wie 1l +2l +3l +...+nl abzuschät- (−1)k−1
R̃k = B̃k (x)f (k) (x) dx
tielleR Integration anwenden zu können (z.B. im Fall zen. Für die Formel brauchen wir die Bernoulli-Polynome k! 0
von log(x) dx) Bn (x), sowie die Bernoulli-Zahlen Bn (0). Wir brauchen
dafür Polynome, welche durch die folgenden Eigenschaf-
• Muss eventuell mehrmals angewendet werden ten bestimmt sind:

Substitution 1. Pk′ = Pk−1 , k > 1


R1
Rb 2. 0 Pk (x) dx = 0, ∀k ≥ 1
Um a f (g(x)) dx zu berechnen: Ersetze g(x) durch
R g(b) Für das k-te Bernoulli-Polynom gilt: Bk (x) = k!Pk (x).
u und integriere g(a) f (u) g′du
(x) .
Wir definieren weiter B0 P
= 1 und alle anderen Bernoulli-
k−1
Zahlen rekursiv: Bk−1 = i=0 ki Bi = 0.

6
Beispiel für Euler-McLaurin 5.9 Uneigentliche Integrale 6.1.3 Ergänzung

Definition: Uneigentliches Integral • sin(π − α) = sin(α) cos(π − α) = − cos(α)


1l + 2l + 3l + ... + nl wobei l ≥ 1, l ∈ N
• tan(π − α) = − tan(α) cot(π − α) = − cot(α)
Angewandt auf f (x) = xl und k = l + 1 folgt für Sei f (x) : [a, ∞[→ R beschränkt und integrierbar
Rb
alle l ≥ 1: auf [a, b] mit ∀b > a . Falls limb→∞ a f (x) dx exis- 6.1.4 Komplemente
R∞
  tiert, ist a f (x) dx der Grenzwert und f ist auf
1 X • sin(π/2 − α) = cos(α) cos(π/2 − α) = sin(α)
l
l + 1 l+1−j [a, ∞[ integrierbar.
1l +2l +3l +...+nl = (−1)j Bj n
l + 1 j=0 j • tan(π/2 − α) = − tan(α) cot(π/2 − α) = − cot(α)
Diese Definition gilt auch für f (x) : ] − ∞, b] → R,
Rb Rb
wobei −∞ f (x) dx dann lima→−∞ a f (x) dx ist. 6.1.5 Doppelwinkel

5.7 Gamma-Funktion McLaurin-Satz • sin(2α) = 2 sin(α) cos(α)

Die Gamma-Funktion wird gebraucht, um die Funktion • cos(2α) = cos2 (α) − sin2 (α) = 1 − 2 sin2 (α)
P∞[
Sei f : [1,

→ [0, ∞[ monoton fallend.
R ∞ Dann kon-
n 7→ (n − 1)! zu interpolieren. Für s > 0 definieren wir: vergiert n=1 f (n) genau, wenn 1 f (x) dx kon- • tan(2α) = 2 tan(α)
1−tan2 (α)
Z ∞ vergiert.
Γ(s) := e−x xs−1 dx = (s − 1)! 6.1.6 Addition
0
• sin(α + β) = sin(α) cos(β) + cos(α) sin(β)
Die Gamma-Funktion konvergiert für alle s > 0 und hat 5.10 Unbestimmte Integrale
folgende weiter Eingeschaften: • cos(α + β) = cos(α) cos(β) − sin(α) sin(β)
Sei f : I → R auf dem Intervall I ⊆ R definiert. Wenn f tan(α)+tan(β)
1. Γ(1) = 1 stetig ist, gibt es eine Stammfunktion F . Wir schreiben • tan(α + β) = 1−tan(α) tan(β)
dann
2. Γ(s + 1) = sΓ(s)
Z 6.1.7 Subtraktion
3. Γ ist logarithmisch konvex, d.h.: f (x) dx = F (x) + C • sin(α − β) = sin(α) cos(β) − cos(α) sin(β)
Γ(λx + (1 − λ)y) ≤ Γ(x) Γ(y) λ 1−λ
Das unbestimmte Integral ist die Umkehroperation • cos(α − β) = cos(α) cos(β) + sin(α) sin(β)
der Ableitung. • tan(α − β) = tan(α)−tan(β)
für alle x, y > 0 und 0 ≤ λ ≤ 1 1+tan(α) tan(β)

Die Gamma-Funktion ist die einzige Funktion ]0, ∞[→


]0, ∞[, die (1), (2) und (3) erfüllt. Zudem gilt: 6 Trigonometrie 6.1.8 Multiplikation
• sin(α) sin(β) = − cos(α+β)−cos(α−β)
n!nx 6.1 Regeln 2
Γ(x) = lim ∀x > 0 cos(α+β)+cos(α−β)
n→∞ x(x + 1)...(x + n) • cos(α) cos(β) =
6.1.1 Periodizität 2
sin(α+β)+sin(α−β)
• sin(α) cos(β) =
5.8 Stirling’sche Formel • sin(α + 2π) = sin(α) cos(α + 2π) = cos(α) 2

• tan(α + π) = tan(α) cot(α + π) = cot(α) 6.1.9 Potenzen


Die Stirling’sche Formel ist eine Abschätzung der Fakul-
tät. Mit der Euler-McLaurin-Formel kombiniert folgt
6.1.2 Parität • sin2 (α) = 12 (1 − cos(2α))

2πn · nn 1 • cos2 (α) = 12 (1 + cos(2α))
n! = · exp( + R3 (n)) • sin(−α) = − sin(α) cos(−α) = cos(α)
en 12n 1−cos(2α)
• tan(−α) = − tan(α) cot(−α) = − cot(α) • tan2 (α) = 1+cos(2α)

wobei |R3 (n)| ≤ 3
216 · 1
n2 ∀n ≥ 1

7
6.1.10 Diverse 7 Tabellen 7.2 Ableitungen
• sin2 (α) + cos2 (α) = 1
7.1 Grenzwerte
• cosh2 (α) − sinh2 (α) = 1 F(x) f (x) f ′ (x)
eiz −e−iz eiz +e−iz limx→∞ 1
=0 limx→∞ 1 + 1
=1
• sin(z) = 2i und cos(z) = 2 x x x−a+1 1 a
−a+1 xa xa+1
limx→∞ ex = ∞ limx→−∞ ex = 0 xa+1
Wichtige Werte a+1 xa (a 6= −1) a · xa−1
limx→∞ e−x = 0 limx→−∞ e−x = ∞ 1 kx
k ln(a) a akx kakx ln(a)
deg 0° 30° 45° 60° 90° 180° x
limx→∞ e
=∞ limx→−∞ xex = 0
xm
ln |x| 1
x − x12
π π π π
rad 0 π
6 4 3 2 limx→∞ ln(x) = ∞ limx→0 ln(x) = −∞ 2 3/2 √ 1

√ √ 3x x 2 x
3 2 1
cos 1 0 -1 1 1
2 2 2 limx→∞ (1 + x) = 1 x limx→0 (1 + x) = e x

√ √ − cos(x) sin(x) cos(x)


1 2 3
sin 0 1 0 1 b 1
2 2 2 limx→∞ (1 + x) =1 limx→∞ n n =1
√ sin(x) cos(x) − sin(x)
tan 0 √1 1 3 +∞ 0
3 limx→±∞ (1 + 1 x
x) =e limx→∞ (1 − 1 x
x) = 1
e 1
2 (x − 1
2 sin(2x)) sin2 (x) 2 sin(x) cos(x)
−k
limx→±∞ (1+ xk )mx =e km x x
limx→∞ ( x+k ) =e 1
2 (x + 1
2 sin(2x)) cos2 (x) −2 sin(x) cos(x)
limx→0 a x−1
x
a x
= ln(a), limx→∞ x q = 0, 1
∀a > 0 ∀0 ≤ q < 1 − ln | cos(x)| tan(x)
cos2 (x)

sin x sin kx 1 + tan2 (x)


limx→0 x =1 limx→0 x =k

1 cos x−1 cosh(x) sinh(x) cosh(x)


limx→0 cos x =1 limx→0 x =0
1
log(cosh(x)) tanh(x)
limx→0 log 1−x
x = −1 limx→0 x log x = 0 cosh2 (x)

1−cos x 1 ex −1 ln | sin(x)| cot(x) − sin21(x)


limx→0 x2 = 2 limx→0 x =1

x π
1
c · ecx ecx c · ecx
limx→0 arctan x =1 limx→∞ arctan x = 2

eax −1 ln(x+1) x(ln |x| − 1) ln |x| 1


x
limx→0 x =a limx→0 x =1
1 2 ln(x) 1−ln(x)
limx→1 ln(x)
=1 limx→∞ log(x)
=0 2 (ln(x)) x x2
x−1 xa

ln(a) (ln |x| − 1) loga |x|
x 1
2x ln(a)x
limx→∞ x
x=1 limx→∞ 2x =0

8
7.3 Weitere Ableitungen 8 Quellen
Ein Grossteil des Cheatsheets wurde stark vom Cheat-
F(x) f (x) sheet von Ruben Schenk ([Link] inspiriert. Aus-
serdem stammen Teile der Tabellen aus dem Buch “For-
arcsin(x) √ 1 meln, Tabellen und Konzepte”. Schliesslich sind die Defi-
1−x2
nitionen meistens dem Skript “Analysis 1” von Marc Bur-
arccos(x) √ −1 ger entnommen.
1−x2

1
arctan(x) 1+x2

xx (x > 0) xx · (1 + ln x)

7.4 Integrale

f (x) F(x)

R
f ′ (x)f (x) dx 1
2 (f (x))
2

R f ′ (x)
f (x) dx ln |f (x)|
R∞ √
e−x dx
2

−∞
π
R 1
(ax + b)n dx a(n+1) (ax + b)n+1
R (ax+b)n+2 b(ax+b)n+1
x(ax + b)n dx (n+2)a2 − (n+1)a2
R (axp +b)n+1
(axp + b)n xp−1 dx ap(n+1)
R
(axp + b)−1 xp−1 dx 1
ap ln |axp + b|
R ax+b
cx+d dx ax
c − ad−bc
c2 ln |cx + d|
R 1 1
x2 +a2 dx a arctan xa
R 1 1 x−a
x2 −a2 dx 2a ln x+a
R√ x a2
a2 + x2 dx 2 f (x) + 2 ln(x + f (x))

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