Elsa Neumann
Elsa Neumann war die erste Frau, die an der Berliner Universität promovierte. 1899, neun Jahre bevor
Frauen offiziell das Studium an der Universität gestattet wurde, erhielt sie ihren Doktortitel in Physik. Sie
wurde eine unabhängige Wissenschaftlerin, die in einem privaten Chemielabor in Deutschland arbeitete
und auch für die neu gegründete Luftschiffindustrie forschte. 1902 war sie Besatzungsmitglied bei einem
Flug eines Zeppelins. 1900 nutzte sie ihre Bekanntheit in der Berliner Gesellschaft, um einen sehr
erfolgreichen Verein zu gründen, der Stipendien an Studentinnen vergab. Neumann starb 1902 an den
Folgen eines Unfalls während eines Experiments in dem Chemielabor, in dem sie arbeitete.
Elsa Neumann war eine Pionierin unter den Wissenschaftlerinnen in Deutschland. Sie war die erste Frau,
die an der Universität Berlin promovierte (1899), neun Jahre bevor Frauen offiziell ein Studium gestattet
wurde. Sie wurde Gelehrte und Pionierin in der Luftfahrtforschung und nahm 1902 an einem Flug mit
einem Zeppelin teil.
Frühes Leben und Ausbildung
Elsa Neumann wurde am 23. August 1872 in Berlin als Tochter einer relativ wohlhabenden Familie
geboren. Ihr Vater, ein Bankier und später ein Mann mit unabhängigen Mitteln, interessierte sich für
Zoologie und Biologie. Von den drei Töchtern und vier Söhnen der Familie war Elsa die einzige, die eine
höhere Bildung erhielt. Als sie sich entschied, Naturwissenschaften zu studieren, brauchte sie enorme
Energie und Unterstützung, da es zu dieser Zeit in Deutschland weder Mädchenhochschulen noch
Frauenuniversitäten gab. Nach Privatunterricht zu Hause wurde sie Gaststudentin in Mathematik, Physik
und Chemie an Universitäten in Göttingen und Berlin und benötigte die offizielle Erlaubnis jedes
Professors, dessen Vorlesung sie besuchen wollte. Am 18. Februar 1899 erhielt sie ihren Doktortitel in
Physik an der Universität Berlin bei Emil Warburg (1846–1931) und Max Planck (1858–1947). Sie war die
erste Absolventin und die erste Physikerin.
Karriere & Förderung von Frauen im Bildungsbereich
Elsa Neumann war sich bewusst, dass es in Deutschland keine Beschäftigungsmöglichkeiten für
Wissenschaftlerinnen gab, und suchte daher eine Stelle in Großbritannien. Von 1899 bis 1900 war sie
Gastwissenschaftlerin am Cavendish Laboratory in Cambridge. Zurück in Berlin gelang es ihr, sich als
Wissenschaftlerin selbstständig zu machen. Sie arbeitete im privaten Chemielabor von Arthur Rosenheim
(1865–1942) und Richard Joseph Meyer (1865–1939) und verlagerte ihre wissenschaftlichen Interessen
von der Physik auf die Chemie. Sie führte auch Forschungsarbeiten für die neu gegründete
Luftschiffindustrie in Deutschland durch. Im Juni 1902 war sie zusammen mit Ferdinand Zeppelin (1838–
1917) und einigen anderen (ausschließlich männlichen) Wissenschaftlern Mitglied der Besatzung eines
Zeppelin-Luftschiffs.
Ab 1899 war Elsa Neumann eine prominente Figur in der Berliner Gesellschaft. Alle Berliner Zeitungen
berichteten über ihren Abschluss und hießen die erste Wissenschaftlerin der Stadt willkommen. Sie
wurde ein Star in den Printmedien und nutzte ihre Popularität, um einen Verein zur Vergabe von
Stipendien an Studentinnen zu gründen. Der Verein, der im April 1900 gegründet wurde, hatte sowohl
weibliche als auch männliche Mitglieder, darunter Berliner Professoren wie Max Planck, Walther Nernst
(1864–1941) und Arthur Koenig (1856–1901) sowie die meisten der ersten Generation von
Wissenschaftlerinnen in der Stadt. Elsa Neumann war die erste Präsidentin, 1902 folgte ihr die
Bakteriologin Lydia Rabinowitsch-Kempner . Der Verein war sehr erfolgreich und unterstützte zahlreiche
Studentinnen.
Neumanns Tod und Vermächtnis
Elsa Neumann starb am 23. Juli 1902 an den Folgen eines Experimentunfalls in dem chemischen Labor, in
dem sie arbeitete. Während ihres Studiums in Göttingen hatte sie dem (späteren) Nobelpreisträger Otto
Wallach (1847–1931) nach einem Unfall in seinem Labor das Leben gerettet. Ihr tragischer Tod wurde in
allen Berliner Zeitungen berichtet, die auch über ihr Leben, ihr Schicksal und ihre Beerdigung berichteten.
1904 stiftete Elsa Neumanns Mutter den Elsa-Neumann-Preis an der Philosophischen Fakultät der
Universität Berlin zum Andenken an die erste Wissenschaftlerin, der für die beste Abschlussarbeit in
Mathematik oder Physik des Jahres verliehen wurde. Die Regeln sahen vor, dass der Preis dem besten
Kandidaten unabhängig vom Geschlecht verliehen werden sollte, und zwischen 1906 und 1918 erhielt
keine Studentin den Preis. Nach 1918 verschwand das Preiskapital aufgrund des Krieges und der
Währungsinflation von 1923. Während der Nazizeit beging Elsas geliebte Schwester Alice aufgrund der
Verfolgung Selbstmord, während ihre Brüder in Todeslagern ermordet wurden.
Erst 1999 gedachte die Universität Berlin ihrer ersten Absolventin. Die Physiker der Humboldt-Universität
veranstalteten ein eigenes Kolloquium zu Ehren Elsa Neumanns und feierten 2002 das zweite Elsa
Neumann-Kolloquium.
Bibliographie
Kohut, Adolph. Berühmte israelische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Lebens-
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Verlag für Wissenschaftliche- und Regionalgeschichte Dr. Michael Engel, 1999.
Manuela Ivaštanin