Voll Text
Voll Text
H. J. Blaß
I. Bejtka
T. Uibel
Tragfähigkeit von
Verbindungen mit
selbstbohrenden
Holzschrauben mit
Vollgewinde
universitätsverlag karlsruhe
H. J. Blaß, I. Bejtka, T. Uibel
Herausgeber
Universität Karlsruhe (TH)
Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und Baukonstruktionen
Univ.-Prof. Dr.-Ing. H. J. Blaß
Tragfähigkeit von Verbindungen mit
selbstbohrenden Holzschrauben mit
Vollgewinde
Die Arbeiten wurden aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) über die Deutsche Gesellschaft für
Holzforschung e.V. und die Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) gefördert
von
H. J. Blaß
I. Bejtka
T. Uibel
Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und Baukonstruktionen
Universität Karlsruhe (TH)
Impressum
Universitätsverlag Karlsruhe
c/o Universitätsbibliothek
Straße am Forum 2
D-76131 Karlsruhe
[Link]
ISSN 1860-093X
ISBN 3-86644-034-0
V
Vorwort
Die Arbeit wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung (DGfH) aus
Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
über die Arbeitgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Gueri-
cke“ e.V. (AIF) gefördert.
Die Versuche zur Ermittlung der Mindestabstände der Schrauben untereinander und
zum Rand wurden von Herrn Dipl.-Ing. T. Uibel geplant, durchgeführt und ausgewer-
tet.
Die Planung, Durchführung und Auswertung der Versuche zur Ermittlung der Loch-
leibungsfestigkeit des Holzes und des Ausziehwiderstandes der Schrauben, die Ent-
wicklung eines Berechnungsverfahrens für verstärkte Verbindungen sowie die Pla-
nung, Durchführung und Auswertung der Versuche zur Verifizierung dieses Berech-
VI
Für die Herstellung der Versuchskörper sowie der Versuchsvorrichtung und für die
Messungen im Labor waren die Herren A. Klein, M. Huber, G. Kranz und M. Deeg
verantwortlich. Bei der Auswertung der Versuchsergebnisse haben die wissenschaft-
lichen Hilfskräfte des Lehrstuhls für Ingenieurholzbau und Baukonstruktionen tatkräf-
tig mitgewirkt.
Inhalt
1 Einleitung............................................................................................................ 1
2 Grundlagenversuche .......................................................................................... 3
4.2 Versuche.................................................................................................. 69
7 Literatur........................................................................................................... 136
1 Einleitung
Gegenwärtig stehen für den Holzbau selbstbohrende Vollgewindeschrauben mit Län-
gen bis zu 600 mm und Durchmessern bis zu 12 mm zur Verfügung, die ohne Vor-
bohren und damit schnell und wirtschaftlich ins Holz eingedreht werden können. Mit
diesen Schrauben eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten, tragfähigere und steifere
Verbindungen kostengünstig herzustellen bzw. das Holz in gefährdeten Bereichen
wirkungsvoll zu verstärken.
In der traditionellen Verbindungstechnik wird bei der Verbindung zweier Hölzer das
stiftförmige Verbindungsmittel (Schraube) in der Regel entweder rechtwinklig zur
Schraubenachse auf Abscheren oder in Schaftrichtung auf Herausziehen bean-
sprucht. Dabei werden die Schrauben in den zu verbindenden Teilen rechtwinklig zur
Holzfaserrichtung eingeschraubt.
Dreht man die Schrauben unter einem Winkel von weniger als 90° in die Hölzer ein,
entsteht eine Verbindung, die bei gleicher Schraubenzahl und Holzabmessungen
deutlich tragfähiger und vor allem steifer ist als die herkömmliche Verbindung. Der
Grund für die erhebliche Steigerung der Tragfähigkeit und Steifigkeit ist die hohe axi-
ale Tragfähigkeit der Vollgewindeschraube auch bei Verbindungen, die planmäßig
nur parallel zur Fuge beansprucht werden.
Vollgewindeschrauben können als wirksame Verstärkungselemente zur Vermeidung
des Aufspaltens von Nadelhölzern und zur Erhöhung der Tragfähigkeit bei konventi-
onellen Verbindungen mit Bolzen und Stabdübeln eingesetzt werden. Durch eine
Anordnung der Vollgewindeschraube rechtwinklig zur Faserrichtung des Holzes und
zur Beanspruchungsrichtung kann das Spalten des Holzes bei konventionellen Ver-
bindungen mit Bolzen und Stabdübeln, insbesondere bei Verbindungen mit geringen
Abständen der Verbindungsmittel untereinander, verhindert und die Tragfähigkeit
damit gesteigert werden. Werden die Vollgewindeschrauben darüber hinaus im direk-
ten Kontakt zu den Bolzen und Stabdübel eingedreht, kann die Tragfähigkeit weiter
gesteigert werden.
Um diese Möglichkeiten für die Praxis allgemein nutzbar machen zu können, bedarf
es anerkannter Rechenverfahren sowie konstruktiver Randbedingungen. Rechenver-
fahren für die kombiniert beanspruchten, schräg zur Faser angeordneten Schrauben
können aus den Grundfällen reine Abscher- und Herausziehbeanspruchung abgelei-
tet werden. Rechenverfahren für verstärkte konventionelle Verbindungen lassen sich
in Anlehnung an die Theorie von Johansen (1949) herleiten.
Damit beide Rechenverfahren für die Praxis allgemein nutzbar sind, sind jedoch die
tragfähigkeitsrelevanten Eingangsgrößen für selbstbohrende Vollgewindeschrauben
zu bestimmen.
2 Einleitung
2 Grundlagenversuche
2.1 Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei Beanspruchung durch selbstboh-
rende Vollgewindeschrauben
Die Lochleibungsfestigkeit des Holzes ist der Widerstand, der einem stiftförmigen
Verbindungsmittel rechtwinklig zu seiner Achse beim Eindrücken in das Holz von
diesem entgegengebracht wird. Für übliche stiftförmige Verbindungsmittel wie Stab-
dübel, Bolzen oder Nägel ist die Lochleibungsfestigkeit des Holzes von der Rohdich-
te des Holzes, vom Durchmesser des stiftförmigen Verbindungsmittels und gegebe-
nenfalls vom Winkel zwischen der Faserrichtung und der Kraftrichtung abhängig.
An zahlreichen unterschiedlichen Hölzern, darunter auch Laubhölzer, wurde die
Lochleibungsfestigkeit bei Beanspruchung durch glattschaftige Verbindungsmittel
und Sondernägel ermittelt. Die Forschungsergebnisse sind unter anderem in Werner
(1993), Hilson et al. (1987), Rodd et al. (1987), Smith und Whale (1987), Whale und
Smith (1989), Whale et al. (1989) und Ehlbeck und Werner (1992) wiedergegeben.
Die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen sind im folgenden zusammengefasst:
Die Last-Verformungs-Kurven können gut durch eine 3-parametrische Exponential-
funktion angepasst werden.
Die Lochleibungsfestigkeit wird signifikant durch die Rohdichte und den Durchmesser
des stiftförmigen Verbindungsmittels beeinflusst.
Für große Durchmesser ist der Einfluss des Winkels zwischen Kraft- und Faserrich-
tung größer als für kleine Durchmesser.
Die genannten Untersuchungen enthalten keine Lochleibungsfestigkeiten bei Bean-
spruchung durch den Gewindebereich von Holzschrauben. In DIN 1052:2004-08 wird
die Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei Beanspruchung durch Holzschrauben in
vorgebohrten Hölzern entsprechend der Lochleibungsfestigkeit bei Beanspruchung
durch Nägel in vorgebohrten Hölzern (d ≤ 8 mm) oder durch Stabdübel (d > 8 mm)
berechnet. Die Lochleibungsfestigkeit bei Beanspruchung durch Holzschrauben in
nicht vorgebohrten Hölzern wird wie die Lochleibungsfestigkeit bei Beanspruchung
durch Nägel in nicht vorgebohrten Hölzern berechnet. Selbstbohrende Holzschrau-
ben werden dabei als Verbindungsmittel in nicht vorgebohrten Hölzer betrachtet.
Damit beträgt der charakteristische Wert der Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei
Beanspruchung durch selbstbohrende Holzschrauben nach DIN 1052:2004-08:
N
fh,S,k = 0,082 ⋅ ρ k ⋅ d −0,3 in (1)
mm2
4 Grundlagenversuche
mit
d Schraubennenndurchmesser in mm
ρk charakteristischer Wert der Rohdichte des Holzes in kg/m3
Wie für Nägel in nicht vorgebohrten Hölzern ist bei selbstbohrenden Holzschrauben
kein Einfluss des Winkels zwischen Kraft- und Faserrichtung zu berücksichtigen.
An der Universität Karlsruhe (TH), Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine durch-
geführte Vorversuche zeigen, dass die Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei Bean-
spruchung durch den Gewindebereich von selbstbohrenden Holzschrauben, insbe-
sondere für höhere Werte der Rohdichte des Holzes, von den nach Gleichung (1)
berechneten Werten abweicht. Mit steigender Rohdichte des Holzes steigt das Ver-
hältnis zwischen den Versuchswerten und den nach Gleichung (1) berechneten Wer-
ten.
Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurden Versuche zur Bestimmung der
Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei Beanspruchung durch den Gewindebereich
selbstbohrender Holzschrauben in Anlehnung an DIN EN 383 durchgeführt. Variiert
wurden hierbei der Nenndurchmesser der Schrauben (d = 6 mm, 8 mm, 10 mm und
12 mm) sowie der Winkel α zwischen der Kraft- und der Faserrichtung des Holzes.
Weiterhin wurde der Winkel ε zwischen der Schraubenachse und der Holzfaserrich-
tung variiert. Die Definition der Winkel α und ε ist in Bild 2-1 dargestellt.
F (α = 0° ; ε = 90°)
(α = 90° ; ε = 90°)
F
(ε = 0°) F
18%
16%
14%
relative Häufigkeit [%]
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
310 330 350 370 390 410 430 450 470 490 510 530 550 570
3
Rohdichte [kg/m ]
35
30
fh,S aus Versuchen (ε = 90°) [N/mm ]
2
25
20
15
d = 6 mm
10 d = 8 mm
d = 10 mm
5
d = 12 mm
0
0 5 10 15 20 25 30 35
2
fh,S nach DIN 1052:2004-08 (ε = 90°) [N/mm ]
Bild 2-3 Lochleibungsfestigkeit des Holzes fh,S aus Versuchen über der nach
Gleichung (1) in Anlehnung an DIN 1052:2004-08 berechneten Lochlei-
bungsfestigkeit des Holzes fh,S für ε = 90°
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 410 Holzproben (ρ0,05 = 340
kg/m3) wird erreicht, wenn der Parameter p = 0,082 in Gleichung (1) auf p = 0,076
abgemindert wird.
In Bild 2-4 sind die aus Versuchen ermittelten 733 Werte der Lochleibungsfestigkeit
des Holzes über den berechneten Werten nach Gleichung (2) aufgetragen. Glei-
chung (2) wurde aus einer multiplen Regressionsanalyse bestimmt. Es ergibt sich ein
Korrelationskoeffizient R von R = 0,909. Nach der Methode der kleinsten Quadrate
wurde die Steigung der Regressionsgeraden zu m = 0,995 und der Abszissenab-
schnitt b zu b = -0,051 bestimmt.
0,022 ⋅ ρ 1,24 ⋅ d −0,3 N
fh,S = in (2)
2,5 ⋅ cos2 ε + sin2 ε mm2
mit
d Schraubennenndurchmesser in mm
ρ Rohdichte des Holzes in kg/m3
ε Winkel zwischen der Schraubenachse und der Holzfaserrichtung
Grundlagenversuche 7
35
30
fh,S aus Versuchen [N/mm ]
25
2
20
15
d = 6 mm
10 d = 8 mm
d = 10 mm
5
d = 12 mm
0
0 5 10 15 20 25 30 35
2
fh,S aus Berechnung [N/mm ]
Bild 2-4 Lochleibungsfestigkeit des Holzes fh,S aus Versuchen über der nach
Gleichung (2) berechneten Lochleibungsfestigkeit fh,S
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 733 Holzproben (ρ0,05 = 350
kg/m3) wird erreicht, wenn der Parameter p = 0,022 in Gleichung (2) auf p = 0,019
abgemindert wird.
Der charakteristische Wert der Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei Beanspruchung
durch den Gewindebereich selbstbohrender Holzschrauben kann damit nach Glei-
chung (3) berechnet werden:
1,24
0,019 ⋅ ρk ⋅ d −0,3 N
fh,S,k = in (3)
2,5 ⋅ cos2 ε + sin2 ε mm2
35
30
fh,S aus Versuchen (ε = 90°) [N/mm ]
2
25
20
15
d = 6 mm
10 d = 8 mm
d = 10 mm
5
d = 12 mm
0
0 5 10 15 20 25 30 35
2
fh,S aus Berechnung (ε = 90°) [N/mm ]
Bild 2-5 Lochleibungsfestigkeit des Holzes fh,S aus Versuchen über der nach
Gleichung (2) berechneten Lochleibungsfestigkeit fh,S für ε = 90°
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 410 Holzproben (ρ0,05 = 340
kg/m3) wird erreicht, wenn der Parameter p = 0,022 in Gleichung (2) ebenfalls auf p =
0,019 abgemindert wird.
Die Abminderung des Parameters p = 0,022 auf p = 0,019 gilt gleichermaßen unter
Berücksichtigung aller 733 Ergebnisse bzw. unter Berücksichtigung der Ergebnisse
für rechtwinklig zur Holzfaserrichtung eingedrehte Schrauben (n = 410).
Mit einer sehr guten Korrelation zwischen den Versuchsergebnissen und den be-
rechneten Werten wird der charakteristische Wert der Lochleibungsfestigkeit des
Holzes bei Beanspruchung durch den Gewindebereich selbstbohrender Holzschrau-
ben nach Gleichung (3) berechnet. Diese Gleichung gilt für die verwendeten selbst-
bohrenden Holzschrauben unter Berücksichtigung der Winkel α und ε im Bereich
zwischen 0° und 90°.
Wie für Nägel und Klammern in nicht vorgebohrten Löchern konnte ein Einfluss des
Winkels α auf die Lochleibungsfestigkeit des Holzes nicht beobachtet werden. Der
Einfluss des Durchmessers des Verbindungsmittels auf die Lochleibungsfestigkeit
des Holzes ist in Gleichung (1) und (2) gleich. Der Einfluss der Rohdichte auf die
Lochleibungsfestigkeit ist in Gleichung (2) jedoch etwas größer als in Gleichung (1).
Dieser Einfluss ist insbesondere bei Hölzern höherer Rohdichte feststellbar. Der
Grundlagenversuche 9
Winkel ε zwischen der Schraubenachse und der Holzfaserrichtung ist ein neuer, bis-
her unberücksichtigter Parameter. Parallel zur Holzfaser eingedrehte und rechtwink-
lig zur Achse beanspruchte Holzschrauben weisen eine 60% kleinere Lochleibungs-
festigkeit auf als rechtwinklig zur Holzfaser eingedrehte und rechtwinklig zur Achse
beanspruchte Holzschrauben.
Soll das Last-Verformungs-Verhalten von Verbindungen mit selbstbohrenden Holz-
schrauben realitätsgetreu nachgebildet werden, müssen sämtliche traglastrelevanten
Parameter bekannt sein. Diese dienen zum Beispiel als Eingangsgröße für die Mo-
dellierung von Verbindungen mit stiftförmigen Verbindungsmitteln mit Hilfe der Finite-
Elemente-Methode. Das nichtlineare Lochleibungsverhalten des Holzes bei Bean-
spruchung durch selbstbohrende Holzschrauben kann in Anlehnung an Werner
(1993) durch eine 3-parametrische Exponentialfunktion nachgebildet werden. Der
Verlauf dieser Näherungsfunktion ist in Bild 2-6 dargestellt.
Lochleibungsspannung
fh
arctan K3
K2
arctan K1
0 wS wmax
Verformung w
Bild 2-6 Verlauf der Näherungsfunktion zur Anpassung der Spannungs-
Verformungs-Kurve eines Lochleibungsversuches
Die in Bild 2-6 dargestellte 3-parametrische Exponentialfunktion lautet:
⎡ ⎛
⎜ − K1⋅ ⎟⎤
w −w S ⎞
σ h,S (w ) = ⎣⎡K 2 + K 3 ⋅ (w − w S ) ⎤⎦ ⋅ 1 − e
⎢ ⎝ K2 ⎠
⎥ ≤ fh,S (4)
⎢⎣ ⎥⎦
mit K1 in N/mm3, K2 in N/mm2, K3 in N/mm3, wS in mm nach Bild 2-6 und fh,S in N/mm2
nach Gleichung (2).
10 Grundlagenversuche
Zur Bestimmung der Parameter K1, K2, K3 und wS wurden mit den Ergebnissen aus
den Lochleibungsversuchen multiple Regressionsanalysen durchgeführt. Obwohl die
Lochleibungsfestigkeit fh,S nach Gleichung (2) vom Winkel α unabhängig ist, trifft dies
nicht notwendigerweise auf die Kurvenparameter K1, K2, K3 und wS zu. Infolgedessen
wurden die Kurvenparameter aus allen Versuchen sowie für unterschiedliche α und ε
ermittelt.
In Tabelle 2-1 bis Tabelle 2-4 sind die Mittelwerte und die Standardabweichungen
der Kurvenparameter K1, K2, K3 und wS für selbstbohrende Holzschrauben darge-
stellt.
Die Kurvenparameter K1, K2, K3 und wS für parallel zur Faserrichtung beanspruchte
und rechtwinklig zur Faserrichtung eingedrehte Schrauben sind in Tabelle 2-1 darge-
stellt.
Tabelle 2-1 Beanspruchung in Faserrichtung, Schrauben rechtwinklig zur Faserrich-
tung (α = 0°, ε = 90°) - n = 80 Versuche
α = 0°, ε = 90° K1 K2 K3 wS
Tabelle 2-2 zeigt die Kurvenparameter K1, K2, K3 und wS für unter 45° zur Faserrich-
tung beanspruchte und rechtwinklig zur Faserrichtung eingedrehte Schrauben.
Tabelle 2-2 Beanspruchung unter 45° zur Faser, Schrauben rechtwinklig zur Faser-
richtung (α = 45°, ε = 90°) - n = 80 Versuche
α = 45°, ε = 90° K1 K2 K3 wS
K1, K2, K3 und wS für rechtwinklig zur Faserrichtung beanspruchte und rechtwinklig
zur Faserrichtung eingedrehte Schrauben enthält Tabelle 2-3. In
Tabelle 2-4 sind schließlich die Kurvenparameter K1, K2, K3 und wS für parallel zur
Faserrichtung eingedrehte Schrauben dargestellt.
Grundlagenversuche 11
Tabelle 2-3 Beanspruchung rechtwinklig zur Faser, Schrauben rechtwinklig zur Fa-
serrichtung (α = 90°, ε = 90°) - n = 80 Versuche
α = 90°, ε = 90° K1 K2 K3 wS
20
18
Lochleibungsspannung σh,S (w) [N/mm2]
16
14
12
10
6
alpha = 0° - epsilon = 90°
4 alpha = 45° - epsilon = 90°
alpha = 90° - epsilon = 90°
2
epsilon = 0°
0
0 1 2 3 4 5
Verformung w [mm]
⎧ ⎫
⎪ f1,k ⋅ d ⋅ A ef 2⎪
Rax ,k = min ⎨ ; f2,k ⋅ d k ⎬ (5)
⎪ sin2 α + 4 ⋅ cos2 α ⎪
⎩ 3 ⎭
Die axiale Tragfähigkeit ist von der Zugtragfähigkeit der Schraube (in Gleichung (5)
nicht angegeben) sowie von der Tragfähigkeit des Schraubengewindes im Holz und
von der Tragfähigkeit des Kopfes gegen Durchziehen abhängig. Bei Vollgewinde-
schrauben ist die Kopfdurchziehtragfähigkeit nicht maßgebend. Die Tragfähigkeit auf
Herausziehen beanspruchter Vollgewindeschrauben ist damit vom Durchmesser d,
von der Einschraubtiefe l ef, vom Einschraubwinkel α zwischen der Schraubenachse
und der Holzfaserrichtung sowie vom charakteristischen Wert des Ausziehparame-
ters f1,k abhängig. Der charakteristische Wert des Ausziehparameters ist außerdem
vom charakteristischen Wert der Rohdichte des Holzes sowie von der Tragfähig-
Grundlagenversuche 13
1,5
3,6 ⋅ 10 −3 ⋅ ρk
⋅ (π ⋅ d ⋅ A ef )
0,8
Rax ,k = n 0,9
⋅ (6)
sin2 α + 1,5 ⋅ cos2 α
Im Vergleich zur Gleichung (5) ist die axiale Ausziehtragfähigkeit nach Gleichung (6)
nicht linear von der Schraubenanzahl, nicht linear vom Schraubendurchmesser sowie
nicht linear von der wirksamen Einschraubtiefe abhängig. Auf der Seite des Schrau-
benkopfes entspricht die wirksame Einschraubtiefe der Eindringtiefe des Gewinde-
teils im Holz. Auf der Seite der Schraubenspitze dagegen wird die wirksame Ein-
schraubtiefe aus der Differenz der Eindringtiefe des Gewindeteils im Holz und dem
Schraubendurchmesser berechnet. Damit wird der Einfluss der Schraubenspitze
rechnerisch berücksichtigt.
Für selbstbohrende Holzschrauben kann die Ausziehtragfähigkeit entsprechend
Gleichung (5) und (6) berechnet werden. An der Universität Karlsruhe (TH), Ver-
suchsanstalt für Stahl, Holz und Steine durchgeführte Vorversuche mit selbstbohren-
den Holzschrauben belegen, dass die nach Gleichung (5) berechneten Werte des
Ausziehwiderstandes (DIN 1052:2004-08) im Vergleich zu den Versuchsergebnissen
konservativ sind. Für auf Herausziehen beanspruchte selbstbohrende Holzschrauben
kann gegebenenfalls ein höherer Wert des Ausziehparameters angenommen wer-
den, als derjenige der Tragfähigkeitsklasse 3.
Im Vergleich der Ergebnisse aus den Vorversuchen mit denjenigen nach Gleichung
(6) stellte sich dagegen heraus, dass die nach Eurocode 5 berechneten Werte zum
Teil größer sind als die Versuchsergebnisse. Aus diesem Grund wurden im Rahmen
dieses Forschungsvorhabens weitere Versuche zur Bestimmung der Tragfähigkeit
auf Herausziehen beanspruchter selbstbohrender Holzschrauben durchgeführt.
Zunächst wurde der Ausziehwiderstand nur unter Berücksichtung der Einschraubtie-
fen ohne Variation des Einschraubwinkels ermittelt. Der Winkel zwischen der Schrau-
benachse und der Holzfaserrichtung war bei allen Prüfkörpern mit α = 90° konstant.
14 Grundlagenversuche
Der Einfluss des Einschraubwinkels auf die axiale Ausziehtragfähigkeit sollte in wei-
teren Versuchsreihen untersucht werden.
Es wurden insgesamt 413 Versuche durchgeführt. Holzschrauben mit Durchmessern
von d = 6 mm, d = 7,5 mm, d = 8 mm, d = 10 mm und d = 12 mm wurden unter 90°
zur Faserrichtung des Holzes ohne Vorbohren in die Prüfkörper eingedreht, so dass
die Schraubenspitze außerhalb der Prüfkörper war. Die Schrauben wurden in Rich-
tung ihrer Achse auf Herausziehen beansprucht. Hierbei wurde die Last über eine
Aufsteckhülse auf die Schraubenspitze parallel zur Schraubenachse aufgebracht.
Voruntersuchungen haben gezeigt, dass bei selbstbohrenden Holzschrauben die
Tragfähigkeit bei Beanspruchung auf Herausdrücken gleich der Tragfähigkeit bei Be-
anspruchung auf Herausziehen ist. Bei der gewählten Versuchsdurchführung war es
möglich, die Relativverschiebung zwischen der Oberfläche des Holzes und der
Schraube ohne Verformungen in der Schraube sowie ohne Verformungen der Ober-
fläche des Holzes zu ermitteln. In Bild 2-8 ist die Versuchsvorrichtung zur Ermittlung
des Ausziehwiderstandes von selbstbohrenden Holzschrauben dargestellt.
Justierrahmen
Prüfkörper
Hülse Fax
δ ax
Gleitlager
Rahmen Führungsrahmen
15%
12%
relative Häufigkeit [%]
9%
6%
3%
0%
320 330 340 350 360 370 380 390 400 410 420 430 440 450 460 470 480
3
Rohdichte [kg/m ]
des Ausziehparameters f1 = 80◊10-6◊ρ2 für die Tragfähigkeitsklasse 3 und mit der zu-
gehörigen Rohdichte jedes einzelnen Prüfkörpers berechnet. Der Einschraubwinkel α
wurde zu α = 90° angenommen. Die Einschraubtiefe entsprach der Prüfkörperbreite.
Die axiale Tragfähigkeit wurde nach Gleichung (5) ohne den Kopfdurchziehwider-
stand berechnet. Unter Berücksichtigung aller 413 Werte ergibt sich ein Korrelations-
koeffizient R von R = 0,927. Die Steigung der Regressionsgeraden zwischen den
nach der DIN 1052:2004-08 berechneten Werten und den 413 Versuchsergebnissen
beträgt m = 1,011 bei einem Abszissenabschnitt b = 2270.
20000
15000
Rax aus Versuchen [N]
10000
6 mm
7,5 mm
5000
8 mm
10 mm
12 mm
0
0 5000 10000 15000 20000
Rax nach DIN 1052:2004-08 [N]
Bild 2-10 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (5) in
Anlehnung an DIN 1052:2004-08 berechneten Ausziehwiderstand Rax
für α = 90° und für f1 = 80◊10-6◊ρ2
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 413 Holzproben (ρ0,05 = 342
kg/m3 für 413 Holzproben) wird noch erreicht, wenn der charakteristische Wert des
Ausziehparameters von f1,k = 80◊10-6◊ρκ2 auf f1,k = 113◊10-6◊ρκ2 erhöht wird.
In Bild 2-11 sind für rechtwinklig zur Holzfaserrichtung eingedrehte und axial bean-
spruchte selbstbohrende Holzschrauben die in Versuchen ermittelten 413 Werte des
Ausziehwiderstandes über den nach Gleichung (6) berechneten Werten aufgetragen.
Die Ausziehwiderstände wurden nach Gleichung (6) mit der zugehörigen Rohdichte
jedes einzelnen Prüfkörpers sowie mit n = 1 berechnet. Der Einschraubwinkel α wur-
de zu α = 90° angenommen. Da die Schraubenspitze außerhalb der Prüfkörper lag,
Grundlagenversuche 17
20000
15000
Rax aus Versuchen [N]
10000
6 mm
7,5 mm
5000
8 mm
10 mm
12 mm
0
0 5000 10000 15000 20000
Rax nach EN 1995-1-1:2004 (D) Eurocode 5 [N]
Bild 2-11 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (6) in
Anlehnung an EC 5 berechneten Ausziehwiderstand Rax für α = 90°
Im Gegensatz zum Vergleich der Versuchsergebnisse mit den nach DIN 1052:2004-
08 berechneten Werten muss beim Vergleich der Versuchsergebnisse mit den nach
Eurocode 5 berechneten Werten der Parameter p = 3,6 in Gleichung (6) auf p = 2,95
abgemindert werden, um das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten
Holzschrauben bezogen auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 413
Holzproben (ρ0,05 = 342 kg/m3 für 413 Holzproben) noch zu erreichen.
Die beste Korrelation zwischen den Versuchsergebnissen und den rechnerisch ermit-
telten Traglasten wird mit einem Korrelationskoeffizienten R = 0,953 mit Gleichung
(7) erreicht (siehe Bild 2-12). Die Steigung der Regressionsgeraden berechnet sich
zu m = 1,003 bei einem Abszissenabschnitt b = -26,7.
0,91
Rax = 0,61⋅ d 0,53 ⋅ A ef ⋅ ρ 0,79 (7)
18 Grundlagenversuche
⋅ ρ 0,8
0,9
Rax = 0,6 ⋅ d ⋅ A ef (8)
20000
15000
Rax aus Versuchen [N]
10000
6 mm
7,5 mm
5000
8 mm
10 mm
12 mm
0
0 5000 10000 15000 20000
Rax aus Berechnung [N]
Bild 2-12 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (7)
berechneten Ausziehwiderstand Rax
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 413 Holzproben (ρ0,05 = 342
kg/m3 für 413 Holzproben) wird erreicht, wenn der Parameter p = 0,6 in Gleichung (8)
auf p = 0,56 abgemindert wird.
Der charakteristische Wert des Ausziehwiderstandes für selbstbohrende Holzschrau-
ben kann damit nach Gleichung (9) berechnet werden:
⋅ ρk
0,9 0,8
Rax ,k = 0,56 ⋅ d ⋅ A ef (9)
Grundlagenversuche 19
18%
16%
14%
relative Häufigkeit [%]
12%
10%
8%
6%
4%
2%
0%
340 360 380 400 420 440 460 480 500 520 540 560
3
Rohdichte [kg/m ]
Abhängigkeit vom Einschraubwinkel mit ihrem Höchst-, Kleinst- und Mittelwert dar-
gestellt.
2
d = 5 mm d = 7,5 mm d = 8 mm d = 10 mm d = 12 mm
Rax aus Versuchen / Rax aus Berechnung
0
0 30 60 90 0 30 60 90 0 30 60 90 0 30 60 90 0 30 60 90
Winkel zwischen Schraubenachse und Holzfaserrichtung [°]
Bild 2-14 Verhältnis zwischen den Versuchswerten und den nach Gleichung (8)
berechneten Werten des Ausziehwiderstandes
In Bild 2-14 ist ein eindeutiger Einfluss des Winkels zwischen der Schraubenachse
und der Holzfaserrichtung nicht zu erkennen. Insbesondere für Schrauben mit einem
kleinen Durchmesser (d = 5 mm) ist der Ausziehwiderstand für einen Einschraubwin-
kel von α = 0° praktisch gleich dem entsprechendem Wert für einen Einschraubwin-
kel von α = 90°. Ein ähnlich geringer Einfluss des Winkels ist bei Schrauben mit ei-
nem Durchmesser von d = 8 mm und d = 10 mm und mit Ausnahme des Einschrau-
bewinkels α = 0° auch bei Schrauben mit einem Durchmesser von d = 12 mm zu be-
obachten. Der deutlichste Einfluss des Einschraubwinkels ist bei Schrauben mit ei-
nem Durchmesser von d = 7,5 mm zu erkennen. Bei diesen Schrauben ist die Ge-
windesteigung bezogen auf den Gewindeaußendurchmesser am geringsten und das
Verhältnis zwischen dem Kern- und dem Gewindeaußendurchmesser am größten.
In Bild 2-15 sind für die geprüften Schrauben die 799 Versuchswerte über den nach
Gleichung (5) berechneten Werten aufgetragen. Hierbei wurden die Werte des Aus-
ziehwiderstandes mit dem Wert des Ausziehparameters f1 = 80◊10-6◊ρ2 für
Schraubengewinde der Tragfähigkeitsklasse 3 und mit der zugehörigen Rohdichte
jedes Prüfkörpers berechnet. Die Einschraubtiefe lS = 4◊d entsprach der Prüfkörper-
breite. Die axiale Tragfähigkeit wurde nach Gleichung (5) (DIN 1052:2004-08) ohne
22 Grundlagenversuche
12000
10000
Rax aus Versuchen [N]
8000
6000
d = 5 mm
4000 d = 7,5 mm
d = 8 mm
2000 d = 10 mm
d = 12 mm
0
0 2000 4000 6000 8000 10000 12000
Rax nach DIN 1052:2004-08 [N]
Bild 2-15 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (5)
berechneten Ausziehwiderstand Rax für f1 = 80◊10-6◊ρ2
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 799 Holzproben (ρ0,05 = 373
kg/m3 für 799 Holzproben) wird noch erreicht, wenn der Wert des Ausziehparameters
von f1,k = 80◊10-6◊ρκ2 auf f1,k = 109◊10-6◊ρκ2 erhöht wird.
In Bild 2-16 sind für die verwendeten Holzschrauben die in Versuchen ermittelten 799
Werte des Ausziehwiderstandes über den nach Gleichung (6) berechneten Werten
aufgetragen. Der Ausziehwiderstand wurde nach Gleichung (6) mit der zugehörigen
Rohdichte jedes Prüfkörpers sowie mit n = 1 berechnet. Unter Berücksichtigung aller
799 Werte ergibt sich ein Korrelationskoeffizient R von R = 0,902. Die Steigung der
Regressionsgeraden beträgt m = 0,728 bei einem Abszissenabschnitt b = 420.
Grundlagenversuche 23
12000
10000
Rax aus Versuchen [N]
8000
6000
d = 5 mm
4000 d = 7,5 mm
d = 8 mm
2000 d = 10 mm
d = 12 mm
0
0 2000 4000 6000 8000 10000 12000
Rax nach EN 1995-1-1 (D) Eurocode 5 [N]
Bild 2-16 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (6) in
Anlehnung an den Eurocode 5 berechneten Ausziehwiderstand Rax
Beim Vergleich der Versuchsergebnisse mit den nach EC 5 berechneten Werten
muss der Parameter p = 3,6 in Gleichung (6) auf p = 2,85 abgemindert werden, um
ein 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 799 Holzproben (ρ0,05 = 373
kg/m3 für 799 Holzproben) noch zu erreichen.
Sowohl in Abschnitt 2.2 als auch in Abschnitt 2.3 wurde gezeigt, dass der Wert des
Ausziehparameters nach DIN 1052:2004-08 für die untersuchten Holzschrauben er-
höht werden könnte. Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die in Abschnitt 2.2
untersuchten Holzschrauben bezogen auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der
verwendeten Holzproben wird noch erreicht, wenn der charakteristische Wert des
Ausziehparameters von f1,k = 80◊10-6◊ρκ2 auf f1,k = 113◊10-6◊ρκ2 erhöht wird. Bei diesen
Versuchen wurde der Einschraubwinkel nicht variiert. Unter Berücksichtigung unter-
schiedlicher Einschraubwinkel kann der charakteristische Wert des Ausziehparame-
ters von f1,k = 80◊10-6◊ρκ2 auf f1,k = 109◊10-6◊ρκ2 erhöht werden. Damit ist es möglich,
für die verwendeten Holzschrauben eine weitere Tragfähigkeitsklasse 4 mit einem
charakteristischen Wert des Ausziehparameters von f1,k = 100◊10-6◊ρκ2 einzuführen.
Der Vergleich der Versuchsergebnisse mit den nach EC 5 berechneten Werten des
Ausziehwiderstandes zeigt dagegen, dass die berechneten Tragfähigkeiten deutlich
größer sind als die Versuchsergebnisse. Damit das 5%-Quantil der Grundgesamtheit
24 Grundlagenversuche
mit der Berechnung übereinstimmt, muss der Parameter p = 3,6 in Gleichung (6) auf
p = 2,85 abgemindert werden. Dies gilt sowohl für die Untersuchungen in Abschnitt
2.2 als auch in Abschnitt 2.3.
Obwohl in Bild 2-14 kein eindeutiger Einfluss des Winkels zwischen der Schrauben-
achse und der Holzfaserrichtung zu erkennen ist, wird die beste Korrelation zwischen
den Versuchsergebnissen und den rechnerisch ermittelten Traglasten mit einem Kor-
relationskoeffizienten R = 0,953 nach Gleichung (10) erreicht. Die Steigung der Reg-
ressionsgeraden in Bild 2-17 berechnet sich zu m = 1,202 bei einem Abszissenab-
schnitt b = -821.
0,9
0,6 ⋅ d ⋅ A ef ⋅ ρ 0,8
Rax = (10)
1,2 ⋅ cos2 α + sin2 α
12000
10000
Rax aus Versuchen [N]
8000
6000
d = 5 mm
4000 d = 7,5 mm
d = 8 mm
2000 d = 10 mm
d = 12 mm
0
0 2000 4000 6000 8000 10000 12000
Rax aus Berechnung [N]
Bild 2-17 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (10)
berechneten Ausziehwiderstand Rax
Das 5%-Quantil der Grundgesamtheit für die untersuchten Holzschrauben bezogen
auf den 5%-Quantilwert der Rohdichte der verwendeten 799 Holzproben (ρ0,05 = 373
kg/m3 für 799 Holzproben) wird berechnet, wenn der Parameter p = 0,6 in Gleichung
(10) auf p = 0,52 abgemindert wird.
Grundlagenversuche 25
0,9 0,8
0,52 ⋅ d ⋅ A ef ⋅ ρk
Rax ,k = (11)
1,2 ⋅ cos2 α + sin2 α
Dieses Ergebnis gilt jedoch nur für die verwendeten selbstbohrenden Holzschrauben.
Für selbstbohrende Holzschrauben anderer Geometrien gilt Gleichung (11) nicht
notwendigerweise. Für selbstbohrende Holzschrauben anderer Geometrien sollte der
Einfluss des Einschraubwinkels daher durch Versuche bestimmt werden.
Justierrahmen Fla
Prüfkörper
δla
Hülse Fax
δ ax
Gleitlager
Rahmen Führungsrahmen
Fla
Fax
30%
25%
relative Häufigkeit [%]
20%
15%
10%
5%
0%
330 350 370 390 410 430 450 470 490 510 530 550
3
Rohdichte [kg/m ]
20
100%
15
78,5%
10
57,1%
Für die Versuchskörper wurde Vollholz der Holzart Fichte (picea abies) verwendet.
Im Bereich der eingedrehten Schrauben war das Holz fehlerfrei. Insbesondere für die
Versuchskörper mit parallel zur Faserrichtung des Holzes eingedrehten selbstboh-
renden Holzschrauben wurde das Holz vorwiegend aus der Mitte der Kanthölzer he-
rausgeschnitten, um Schwindrisse in den Prüfkörpern zu vermeiden. Die mittlere
Rohdichte der 300 Prüfkörper betrug ρm = 410 kg/m3 bei einer Standardabweichung
von 43,1 kg/m3. Die Häufigkeitsverteilung der Rohdichte des Holzes ist in Bild 2-23
dargestellt.
20%
15%
relative Häufigkeit [%]
10%
5%
0%
310 330 350 370 390 410 430 450 470 490 510 530 550 570
3
Rohdichte [kg/m ]
entsprach der Prüfkörperbreite. Die axiale Tragfähigkeit wurde nach Gleichung (5)
ohne den Kopfdurchziehwiderstand berechnet. Die Werte des Ausziehwiderstandes
für eine laterale Verschiebung von δla = 2 und 5 mm wurden ebenfalls nach Glei-
chung (5) ohne Abminderung infolge der lateralen Eindrückung berechnet.
Aus den 80 Ausziehversuchen ohne laterale Verschiebung (δla = 0) wurde die Reg-
ressionsgerade mit einer Steigung m = 1,264 und einem Abszissenabschnitt b = 173
ermittelt.
12000
9000
Rax aus Versuchen [N]
6000
delta = 0 mm
3000
delta = 2 mm
delta = 5 mm
0
0 3000 6000 9000 12000
Rax nach DIN 1052:2004-08 [N]
Bild 2-24 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (5)
berechneten Ausziehwiderstand Rax für f1 = 80◊10-6◊ρ2
Der Korrelationskoeffizient R betrug für diese 80 Versuche R = 0,967.
Bild 2-25 zeigt den Vergleich zwischen den 300 Versuchsergebnissen für eine latera-
le Verschiebung von δla = 0, 2 und 5 mm und den Werten nach Gleichung (6) (vgl.
Eurocode 5). Die Werte des Ausziehwiderstandes wurden mit der zugehörigen Roh-
dichte jedes einzelnen Prüfkörpers sowie mit n = 1 berechnet. Die wirksame Ein-
schraubtiefe entsprach der Prüfkörperbreite. Die Werte des Ausziehwiderstandes für
eine laterale Verschiebung von δla = 2 und 5 mm wurden ohne Abminderung infolge
der lateralen Eindrückung berechnet. Aus den 80 Ausziehversuchen ohne laterale
Verschiebung (δla = 0) wurde eine Regressionsgerade mit einer Steigung m = 0,886
und einem Abszissenabschnitt b = -459 ermittelt. Der Korrelationskoeffizient R betrug
für diese 80 Versuche R = 0,951.
32 Grundlagenversuche
14000
12000
10000
Rax aus Versuchen [N]
8000
6000
delta = 0 mm
4000
delta = 2 mm
2000
delta = 5 mm
0
0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 14000
Rax nach EN 1995-1-1 (D) Eurocode 5 [N]
Bild 2-25 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (6) in
Anlehnung an den Eurocode 5 berechneten Ausziehwiderstand Rax
Schließlich sind in Bild 2-26 die in Versuchen ermittelten 300 Werte des Ausziehwi-
derstandes für eine laterale Verschiebung von δla = 0, 2 und 5 mm über den nach
Gleichung (10) berechneten Werte aufgetragen.
Auch für die Darstellung in Bild 2-26 wurden die Werte des Ausziehwiderstandes oh-
ne Abminderung infolge der lateralen Eindrückung berechnet. Aus den 80 Auszieh-
versuchen ohne laterale Verschiebung (δla = 0) wurde die Regressionsgerade mit der
Steigung m = 1,391 und einem Abszissenabschnitt b = -1467 ermittelt. Der Korrelati-
onskoeffizient R betrug für diese 80 Versuche R = 0,979.
Grundlagenversuche 33
12000
9000
Rax aus Versuchen [N]
6000
delta = 0 mm
3000
delta = 2 mm
delta = 5 mm
0
0 3000 6000 9000 12000
Rax aus Berechnung [N]
Bild 2-26 Ausziehwiderstand Rax aus Versuchen über dem nach Gleichung (10)
berechneten Ausziehwiderstand Rax
Nachfolgend werden Abminderungsfaktoren ermittelt, mit deren Hilfe der Ausziehwi-
derstand entsprechend der Größe der lateralen Verschiebung bzw. der Größe der
Lochleibungsspannung abgemindert werden kann. Zur Ermittlung der Abminderungs-
faktoren wurde für jede Versuchsreihe der Quotient aus der Tragfähigkeit bei Bean-
spruchung auf Herausziehen für δla = 2 und 5 mm und der Tragfähigkeit ohne Quer-
eindrückung bestimmt.
Zum besseren Vergleich der Versuchsergebnisse untereinander wurden die Werte
des Ausziehwiderstandes mit dem Korrekturfaktor kρ korrigiert. Der Korrekturfaktor kρ
wird als Quotient aus der charakteristischen Rohdichte des verwendeten Holzes
(hier: ρk = 350 kg/m3) und der Rohdichte jedes einzelnen Prüfkörpers berechnet.
In Bild 2-27 sind für die verwendete Schraube mit einem Durchmesser von d = 8 mm
die Tragfähigkeiten bei Beanspruchung auf Herausziehen in Abhängigkeit von der
lateralen Verschiebung δla, vom Einschraubwinkel β sowie vom Winkel zwischen der
Abscherkraft und der Faserrichtung des Holzes dargestellt. Für jede Versuchsreihe
ist der Mittelwert, der Höchstwert sowie der Kleinstwert der Tragfähigkeit angegeben.
Bezogen auf den Wert des Ausziehwiderstandes ohne Querbelastung ist weiterhin
für jede Versuchsreihe das Verhältnis des Mittelwertes in Prozent dargestellt.
Eine entsprechende Auswertung für die Schraube mit d = 12 mm ist in Bild 2-28 dar-
gestellt.
34 Grundlagenversuche
2,5
β = 0° β = 30° β = 60° β = 90°
Rax aus Versuchen für Schraube mit d = 8 mm [kN]
100% 100%
97%
100%
92%
1,5 100% 79% 78% 79%
82%
78% 77%
10,0
β = 0° β = 30° β = 60° β = 90°
Rax aus Versuchen für Schraube mit d = 12 mm [kN]
100%
98%
100%
100% 96%
6,0
81%
100% 85%
81%
91%
68%
63%
Bei einer lateralen Verschiebung von δla = 5 mm wird angenommen, dass die Loch-
leibungsfestigkeit des Holzes erreicht ist. Bei dieser Verschiebung beträgt die Trag-
fähigkeit bei Beanspruchung auf Herausziehen für Schrauben mit einem Durchmes-
ser von d = 8 mm 77% bis 82% des entsprechenden Wertes ohne Querbelastung.
Für Schrauben mit einem Durchmesser von d = 12 mm müsste die Tragfähigkeit bei
Beanspruchung auf Herausziehen auf einen Wert zwischen 63% und 85% des ent-
sprechenden Wertes ohne Querbelastung abgemindert werden, falls eine laterale
Beanspruchung δla = 5 mm zu berücksichtigen wäre. Ein ähnliches Ergebnis wurde
bereits in den Vorversuchen festgestellt (siehe Bild 2-22).
Obwohl angenommen wird, dass die Lochleibungsfestigkeit des Holzes aus Last-
Verschiebungs-Diagrammen bis zu einer Eindrückung des stiftförmigen Verbin-
dungsmittels von 5 mm rechtwinklig zu seiner Achse ins Holz ermittelt wird, ist es
sinnvoller, bei einer kombinierten Beanspruchung den Ausziehwiderstand in Abhän-
gigkeit von der Lochleibungsspannung anzugeben.
Hierbei wurde die Lochleibungsspannung zum besseren Vergleich der Ergebnisse
untereinander ebenfalls mit der charakteristischen Rohdichte des Holzes von ρk =
350 kg/m3 und der Rohdichte jedes einzelnen Prüfkörpers korrigiert.
Für rechtwinklig zur Faserrichtung des Holzes eingedrehte Holzschrauben (β = 90°)
sowie für einen Winkel von α = 90° zwischen der Richtung der lateralen Kraftkompo-
nente und der Holzfaserrichtung sind in Bild 2-29 die korrigierten Ausziehparameter
in Abhängigkeit von der Lochleibungsspannung als Einzelwerte dargestellt. Die Loch-
leibungsspannungen wurden aus den Last-Verschiebungs-Diagrammen bei einer
lateralen Verschiebung von δla = 0, 2 und 5 mm ermittelt. In diesem Bild sind alle Ein-
zelwerte für Schrauben mit einem Durchmesser von 8 mm und 12 mm sowie die zu-
gehörige Regressionsgerade dargestellt. Die Gleichung dieser Regressionsgeraden
lautet fax = 14,232 − 0,181⋅ σh (vgl. in Tabelle 2-5). Weitere Ausziehparameter in Ab-
hängigkeit von der Lochleibungsspannung für Einschraubwinkel von β = 0°, 30° und
60° sowie für einen Winkel von α = 90° zwischen der Richtung der lateralen Kraft-
komponente und der Holzfaserrichtung und für einen Einschraubwinkel von β = 90°
sowie für einen Winkel von α = 0° sind in Anhang 9.1 dargestellt. Dort sind ebenfalls
die zugehörigen Regressionsgeraden eingezeichnet. Die entsprechenden Gleichun-
gen dieser Regressionsgeraden sind in Tabelle 2-5 in Spalte 4 angegeben.
36 Grundlagenversuche
20
korrigierter Ausziehparameter fax [N/mm2]
15
10
Mit Hilfe der in Tabelle 2-5 angegebenen Gleichungen der Regressionsgeraden wer-
den nachfolgend für jede Versuchsreihe die Quotienten γ der Werte der Ausziehpa-
rameter unter Berücksichtigung der Querbelastung und der entsprechenden Werte
der Ausziehparameter ohne Querbelastung ermittelt.
Grundlagenversuche 37
N
K ax = 234 ⋅ ( ρ ⋅ d )
0,2 0,4
⋅ AS in (12)
mm
mit
d Schraubennenndurchmesser in mm
Grundlagenversuche 39
9000
6 mm
8000
7,5 mm
Kax aus Versuchen [N/mm]
8 mm
7000
10 mm
6000
12 mm
5000
4000
3000
3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000
Kax aus Berechnung [N/mm]
Bild 2-30 Verschiebungsmoduln Kax aus Versuchen über dem nach Gleichung
(12) berechneten Verschiebungsmodul
Der Verschiebungsmodul auf Herausziehen beanspruchter selbstbohrender Holz-
schrauben für einen Einschraubwinkel von 45° wurde von Kevarinmäki aus 113 Ver-
suchen ermittelt (siehe Kevarinmäki (2002)). Hierbei wurden selbstbohrende Holz-
schrauben unterschiedlicher Hersteller mit Durchmessern von 4,5 mm, 6 mm, 7,5
mm und 8 mm unter 45° zur Faserrichtung des Holzes in Vollholz der Festigkeits-
klasse C24 / C40 bzw. in Kerto-S und Kerto-Q Platten eingedreht und auf Herauszie-
hen beansprucht. In Tabelle 2-6 sind die von Kevarinmäki durchgeführten Versuche
sowie die ermittelten Verschiebungsmoduln Kax,45° zusammengestellt.
40 Grundlagenversuche
Obwohl der Verschiebungsmodul Kax nach Gleichung (12) nur für rechtwinklig zur
Holzfaserrichtung eingedrehte und auf Herausziehen beanspruchte selbstbohrende
Holzschrauben gilt, werden zum Vergleich der Ergebnisse die von Kevarinmäki ermit-
telten Verschiebungsmoduln Kax,45° den nach Gleichung (12) berechneten Werten
gegenübergestellt. In Bild 2-31 sind die Verschiebungsmoduln aus eigenen Versu-
chen sowie die Werte Kax,45° von Kevarinmäki (2002) den nach Gleichung (12) be-
rechneten Werten gegenübergestellt.
Grundlagenversuche 41
14000
Kerto-S/Q - Kevarinmäki
6 mm
Kax aus Versuchen [N/mm]
10000
7,5 mm
8 mm
8000
10 mm
6000
12 mm
4000
2000
3000 5000 7000 9000
Kax aus Berechnung [N/mm]
8000
0°
7000 15°
30°
Kax aus Versuchen [N/mm]
6000
45°
5000 60°
75°
4000
90°
3000
2000
1000
1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000
Kax aus Berechnung [N/mm]
Bild 2-32 Verschiebungsmoduln Kax aus Versuchen nach Abschnitt 2.3 über den
nach Gleichung (12) berechneten Verschiebungsmoduln
Gleichung (12) gilt nur für die verwendeten selbstbohrenden Holzschrauben sowie für
die untersuchten Durchmesser und Einschraubtiefen. Bei Betrachtung der Ergebnis-
se in Bild 2-31 und Bild 2-32 kann Gleichung (12) nicht auf Schrauben anderer Her-
steller bzw. auf andere Schraubendurchmesser und Einschraubtiefen übertragen
werden. Für selbstbohrende Holzschrauben anderer Hersteller und Abmessungen
wird daher empfohlen, den Verschiebungsmodul durch Versuche zu ermitteln. Die
Ergebnisse in Bild 2-32 zeigen jedoch, dass der Einschraubwinkel den Wert des Ver-
schiebungsmoduls nicht signifikant beeinflusst.
Rax
K ax
δ
δ ax
Bild 2-33 Typisches Last-Verschiebungs-Verhalten auf Herausziehen bean-
spruchter selbstbohrender Holzschrauben
Für rechtwinklig zur Faserrichtung des Holzes eingedrehte selbstbohrende Holz-
schrauben wurde die Grenzverschiebung δax aus 413 Versuchen zur Ermittlung des
Ausziehwiderstandes unter Berücksichtigung der Einschraubtiefe bestimmt. Die wich-
tigsten Eigenschaften der verwendeten Holzschrauben sowie die Verteilung der
Rohdichte des verwendeten Holzes sind in Abschnitt 2.2 angegeben.
In Bild 2-34 sind mit einem Korrelationskoeffizienten R = 0,918 die Versuchsergeb-
nisse den berechneten Werten gegenübergestellt. Die axiale Grenzverschiebung
wurde hierbei nach Gleichung (13) berechnet.
Gleichung (13) wurde aus einer multiplen Regressionsanalyse ermittelt. Die Steigung
der Regressionsgeraden beträgt m = 0,958, der Abszissenabschnitt b = 0,106.
δ ax = 0,0016 ⋅ d ⋅ ρ ⋅ A S in mm (13)
mit
d Schraubennenndurchmesser in mm
ρ Rohdichte des Holzes in kg/m3
l S Länge des im Holz eingedrehten Gewindebereiches
44 Grundlagenversuche
5,0
4,0
δax aus Versuchen [mm]
3,0
2,0
d = 6 mm
d = 7,5 mm
1,0 d = 8 mm
d = 10 mm
d = 12 mm
0,0
0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0
δax aus Berechnung [mm]
Bild 2-34 Axiale Grenzverschiebung aus Versuchen über der nach Gleichung (13)
berechneten Grenzverschiebung
Der Einfluss des Einschraubwinkels auf die axiale Grenzverschiebung wurde mittels
einer multiplen Regressionsanalyse ermittelt. Die entsprechenden Grenzverschie-
bungen wurden aus den Last-Verschiebungs-Diagrammen der 799 Versuche zur
Ermittlung des Ausziehwiderstandes bei unterschiedlichen Einschraubwinkeln ent-
nommen. Die wichtigsten Eigenschaften der verwendeten Holzschrauben sowie die
Verteilung der Rohdichte des verwendeten Holzes für alle 799 Versuche sind in Ab-
schnitt 2.3 angegeben.
Die beste Korrelation mit einem Korrelationskoeffizienten R = 0,798 zwischen den
berechneten Werten und den Versuchsergebnissen wird erreicht, wenn Gleichung
(13) mit dem Korrekturfaktor kδ,α nach Gleichung (15) abgemindert wird.
δ ax ,α = 0,0016 ⋅ d ⋅ ρ ⋅ A S ⋅ kδ ,α in mm (14)
1
kδ ,α = (15)
1,54 ⋅ cos α + sin2 α
2
Die Steigung der Regressionsgeraden zwischen den nach Gleichung (14) berechne-
ten Werten und den Versuchsergebnissen beträgt m = 0,696 bei einem Abszissen-
Grundlagenversuche 45
abschnitt b = 0,705. In Bild 2-35 sind die nach Gleichung (14) berechneten Werte der
axialen Grenzverschiebung den Versuchsergebnissen gegenübergestellt.
3,5
3,0
2,5
δax,α aus Versuchen [mm]
5 mm
2,0
7,5 mm
1,5
8 mm
1,0
10 mm
0,5
12 mm
0,0
0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5
δax,α aus Berechnung [mm]
Bild 2-35 Axiale Grenzverschiebung aus Versuchen über der nach Gleichung (14)
berechneten Grenzverschiebung
Der Grund für die schlechtere Korrelation bei den Versuchen mit unterschiedlichen
Einschraubwinkeln war die Verwendung weiterer Holzschrauben, insbesondere einer
Holzschraube mit einem Durchmesser von d = 5 mm. Im Vergleich zu den übrigen
Holzschrauben zeichnet sich diese Schraube durch ein etwas größeres Verhältnis
zwischen dem Kern- und dem Gewindeaußendurchmesser aus. Es wird daher emp-
fohlen, bei Bedarf die axiale Grenzverschiebung für selbstbohrende Holzschrauben
durch Versuche zu ermitteln. Dies gilt auch für die Ermittlung des axialen Verschie-
bungsmoduls Kax.
Im Gegensatz zu genormten Holzschrauben mit einem Gewinde nach DIN 7998 wer-
den selbstbohrende Holzschrauben aus Kohlenstoffstahl nach dem Aufbringen des
Gewindes in der Regel gehärtet. Diese Härtung ist notwendig, um insbesondere bei
langen Schrauben höhere Werte der Zugtragfähigkeit, des Bruchdrehmomentes so-
wie des Fließmomentes zu erreichen.
Die Zugfestigkeit, die Streckgrenze und die Fließspannung sind damit von der Art der
Härtung abhängig. Einige selbstbohrende Holzschrauben weisen Fließspannungen
des gehärteten Materials von fy = 2000 N/mm2 auf. Häufiger sind jedoch Werte von fy
= 1000 N/mm2.
Da die Art der Härtung bei jedem Schraubenhersteller unterschiedlich ist, kann für
selbstbohrende Holzschrauben keine allgemeingültige Gleichung zur Berechnung
der Zugfestigkeit oder des Fließmomentes angegeben werden. Die Zugfestigkeit und
das Fließmoment sind durch Versuche zu bestimmen.
Zur Abschätzung des Fließmomentes von selbstbohrenden Holzschrauben wurden
die Höchstwerte der Fließmomente für 272 selbstbohrende Holzschrauben unter-
schiedlicher Hersteller mit 12 unterschiedlichen Gewindeaußendurchmessern (d = 3
mm; 3,5 mm; 4 mm; 4,5 mm; 5 mm; 6 mm; 6,5 mm; 7 mm; 7,5 mm; 8 mm; 10 mm
und 12 mm) ermittelt. Die Fließspannung fy,S wurde wie folgt berechnet:
6 ⋅ M y ,S
fy ,S = 3 (17)
dk
In Bild 2-36 sind für 272 selbstbohrende Holzschrauben mit Durchmessern von 3 mm
bis 12 mm die berechneten Fließspannungen fy in Abhängigkeit vom Kerndurchmes-
ser dk dargestellt.
Grundlagenversuche 47
2500
2000
Fließspannung fy [N/mm ]
2
1500
1000
500
0
1 2 3 4 5 6 7 8
Kerndurchmesser dk [mm]
−0,19 N
fy ,S = 2056 ⋅ d k in (18)
mm2
Zustand jedoch nicht immer erreicht. Oft wird die Tragfähigkeit bei auf Abscheren
beanspruchten Verbindungsmitteln bei einem Biegewinkel erreicht, der kleiner ist als
der maximale Biegewinkel im vollplastischen Zustand.
Um diesen Effekt berücksichtigen zu können, wurden die Beziehungen zwischen
dem Biegemoment My,S(φ) und dem Biegewinkel φ für die geprüften Schrauben aus-
gewertet. Die Beziehung zwischen dem Biegemoment My,S(φ) und dem Biegewinkel
φ kann durch eine Exponentialfunktion beschrieben werden. Die Parameter der Ex-
ponentialfunktion wurden aus allen 272 Kurven zur Bestimmung des Fließmomentes
in Anlehnung an DIN EN 409 durch die Aufteilung der Kurve in 100 Abschnitte be-
stimmt. Damit wurden insgesamt 27200 Wertepaare mit Hilfe einer multiplen Regres-
sionsanalyse ausgewertet. Zwischen dem Biegemoment My,S(φ) = η◊My,S und dem
Biegewinkel φ wurde mit einem Korrelationskoeffizienten R = 0,962 folgender Zu-
sammenhang gefunden:
mit
d Schraubennenndurchmesser in mm
φ Biegewinkel in Grad
My,S Höchstwert des Fließmomentes nach Gleichung (17)
Der Verlauf des Abminderungsbeiwertes η in Abhängigkeit vom Biegewinkel φ ist in
Bild 2-37 dargestellt. Mit steigendem Durchmesser wird das Fließmoment bei gerin-
geren Biegewinkeln erreicht. Für Schrauben mit einem Durchmesser von d = 4 mm
beträgt der Grenzwert des Biegewinkels etwa 45°. Für Schrauben mit einem Durch-
messer von d = 12 mm beträgt der Grenzwert des Biegewinkels nur noch 20°.
In Bild 2-38 sind für zwei selbstbohrende Holzschrauben (d = 6 mm und d =10 mm)
die Beziehungen zwischen dem Fließmoment und dem Biegewinkel dargestellt. Die
Beziehung zwischen Fließmoment und Biegewinkel wurde mit einem Verhältnis zwi-
schen dem Kerndurchmesser und dem Gewindeaußendurchmesser von dk/d = 0,611
berechnet. Zwischen den Versuchsergebnissen und den berechneten Werten ist eine
sehr gute Übereinstimmung zu erkennen.
Grundlagenversuche 49
1,2
1
Abminderungsbeiwert η [-]
0,8
0,6
0,4
d = 4 mm
d = 6 mm
0,2 d = 8 mm
d = 10 mm
d = 12 mm
0
0 5 10 15 20 25 30 35 40 45
Biegewinkel φ [°]
70000
d = 6 mm - Berechnet
60000
d = 6 mm - Versuch
Biegemoment My,S(φ) [Nmm]
50000 d = 10 mm - Berechnet
d = 10 mm - Versuch
40000
30000
20000
10000
0
0 5 10 15 20 25 30 35 40 45
Biegewinkel φ [°]
2.8 Zusammenfassung
Im Rahmen der durchgeführten Grundlagenversuche wurde die Lochleibungsfestig-
keit des Holzes bei Beanspruchung durch den Gewindebereich selbstbohrender
Holzschrauben in Abhängigkeit vom Winkel zwischen der Kraft- und der Faserrich-
tung sowie in Abhängigkeit vom Winkel zwischen der Schraubenachse und der Holz-
faserrichtung ermittelt.
Weiterhin wurde der Ausziehwiderstand in Abhängigkeit von der Einschraubtiefe und
dem Einschraubwinkel bestimmt. Für gleichzeitig auf Herausziehen und Abscheren
beanspruchte selbstbohrende Holzschrauben wurde darüber hinaus der Ausziehwi-
derstand in Abhängigkeit von der Querbelastung ermittelt.
Um das Last-Verformungs-Verhalten auf Herausziehen beanspruchter selbstbohren-
der Holzschrauben beschreiben zu können, wurden die Verschiebungsmoduln sowie
die Grenzverschiebungen bestimmt. Die Verschiebungsmoduln auf Herausziehen
beanspruchter selbstbohrender Holzschrauben dienen zur Abschätzung der Steifig-
keit von Verbindungen mit geneigt bzw. gekreuzt angeordneten Vollgewindeschrau-
ben. Die axialen Grenzverschiebungen dienen zur Abschätzung der maximalen Ver-
schiebung der Schrauben bei Beanspruchung auf Herausziehen. Nach Überschrei-
ten der Grenzverschiebung ist eine Steigerung der Last nicht mehr möglich.
Um die Tragfähigkeit von Verbindungen mit selbstbohrenden Holzschrauben rechne-
risch erfassen zu können, wurden die Fließmomente im Gewindebereich selbstboh-
render Holzschrauben ermittelt. Diese Ergebnisse gelten jedoch nur für die unter-
suchten Holzschrauben. Für selbstbohrende Holzschrauben anderer Hersteller bzw.
anderer Schraubenabmessungen sind die Fließmomente durch Versuche zu ermit-
teln. Die Eigenschaften der Schrauben, wie das Fließmoment, die Zugtragfähigkeit
und das Bruchdrehmoment sind insbesondere von der Art der Härtung der Schraube
sowie vom Ausgangsmaterial abhängig.
Die im Rahmen dieses Vorhabens ermittelte Lochleibungsfestigkeit des Holzes bei
Beanspruchung durch selbstbohrende Holzschrauben, der Ausziehwiderstand, der
Verschiebungsmodul sowie die Grenzverschiebung können auf selbstbohrende
Holzschrauben anderer Hersteller übertragen werden, sofern die Geometrie des Ge-
windebereiches ähnlich derjenigen der verwendeten Schrauben ist. Für selbstboh-
rende Holzschrauben mit abweichender Gewindegeometrie wird empfohlen, die ge-
nannten Parameter durch Versuche zu bestimmen.
Ermittlung von Mindestabständen 51
Tabelle 3-1 Abstände von Nägeln in nicht vorgebohrten Hölzern (DIN 1052)
a1 a2 a1,t a1,c a2,t a2,c
d < 5 mm (5+5·cos α)·d (7+5·cos α)·d 7·d (5+2·sin α)·d
5·d 5·d
d ≥ 5 mm (5+7·cos α)·d (10+5·cos α)·d 10·d (5+5·sin α)·d
a2 a2
a2 a2
a1 a1 a1 a1
a 2,c
α α α a 2,t
a 1,t a 1,c
3.2 Einschraubversuche
Um die Anzahl der Variationsmöglichkeiten bei den Einschraubversuchen einzu-
schränken, wurden Abstände wie für vorgebohrt eingebrachte Nägel gemäß DIN
54 Ermittlung von Mindestabständen
Die Häufigkeitsverteilung der Rohdichte der Versuchshölzer für alle 231 Versuche
wird im Bild 3-3 dargestellt. Es wurden gezielt Hölzer mit höheren Rohdichten aus-
gewählt, da bei diesen eine größere Spaltgefahr erwartet wird (Schmid (2002)). Die
mittlere Rohdichte betrug 479 kg/m³ und die Standardabweichung 37,9 kg/m³. Die
Holzfeuchte betrug im Mittel 12,0 % bei einem Variationskoeffizienten von 6,7%.
Ermittlung von Mindestabständen 55
15%
Anzahl 231
Mittelwert 479
Standardabweichung 37,9
Minimum 368
12%
Maximum 591
5%-Quantil 417
relative Häufigkeit [%]
9%
6%
3%
0%
370 380 390 400 410 420 430 440 450 460 470 480 490 500 510 520 530 540 550 560 570 580 590
3
Rohdichte [kg/m ]
Bild 3-3 Rohdichte der Versuchshölzer für die Einschraubversuche (231 Werte)
In den Einschraubversuchen wurden die Schrauben mit einem elektrisch angetriebe-
nen Schrauber in die Hölzer soweit eingedreht, dass ihr Kopf mindestens bündig mit
der Holzoberfläche abschloss. Nach Abschluss des Einschraubvorgangs wurde das
Spaltverhalten der Prüfkörper beurteilt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 9-1 bis Tabelle
9-7 aufgeführt.
Die Längen oberflächlich sichtbarer Risse wurden unmittelbar nach der Versuchs-
durchführung ermittelt, um so eine weitere quantitative Aussage über die auftretende
Spalterscheinungen zu ermöglichen. Die Bezeichnungen der unterschiedlichen Riss-
längen werden im Bild 3-4 definiert.
a2
a1,t(c) a1
Riss
Bild 3-4 Definition der Risslängenbezeichnungen aRi,1, aRi,2,1, aRi,2,2 und aRi,3
Zum Vergleich unterschiedlicher Versuchsreihen wird der Quotient aus der gemes-
senen Risslänge und den entsprechenden Abständen gebildet. Hierbei werden zwei
Betrachtungen durchgeführt:
56 Ermittlung von Mindestabständen
aRi ,1
kRi ,1 = (20)
a1,t ( c )
mit
aRi,1 max. Risslänge zum Hirnholz (in Richtung a1,t(c))
a1,t(c) Abstand einer Schraube zum Hirnholz gemäß Einschraubbild
Die Summe der auftretenden Risslängen wird gebildet und durch die entsprechenden
Abstände dividiert. Die Risslänge aRi,3 wird dabei auf den Abstand a1,t(c) bezogen.
n −1
aRi ,1 + ∑ aRi ,2,i + aRi ,3
aRi ,ges (21)
kRi ,2 = = i =1
2 ⋅ a1,t ( c ) + (n − 1) ⋅ a1 2 ⋅ a1,t ( c ) + (n − 1) ⋅ a1
mit
aRi,1 max. Risslänge zum Hirnholz (in Richtung a1,t(c))
aRi,2,i max. Risslänge zwischen den Schrauben (Richtung a1)
aRi,3 max. Risslänge in Richtung des Prüfkörpers
n Anzahl hintereinander liegender Schrauben in einer Reihe
a1; a1,t(c) Abstände der Schrauben gemäß Einschraubbild
Die Diagramme in Bild 9-14 bis Bild 9-25 zeigen die Risslängenquotienten kRi,1 und
kRi,2 für die Einschraubversuche in Abhängigkeit von der Rohdichte der Versuchshöl-
zer. Bei Versuchen mit Einschraubbildern, die mehrere Schraubenreihen enthalten,
wurde nur die Schraubenreihe mit der maximalen Rissausdehnung berücksichtigt.
Die Qualität einer Aussage auf Grundlage einer Messung der Länge oberflächlich
sichtbarer Risse ist beschränkt. Das Ausmaß eines Risses ist nicht in jedem Fall ein-
deutig festzustellen. Des Weiteren lässt das beobachtete Risswachstums an der
Holzoberfläche keine eindeutigen Schlüsse auf den Rissverlauf über den Gesamt-
querschnitt zu. Das Rissverhalten des Holzes an der Oberfläche kann zum Teil maß-
gebend durch den Schraubenkopf beeinflusst werden. Ein Vergleich der vorliegen-
den Ergebnisse der Risslängenmessung (Bild 9-14 bis Bild 9-25) mit der getroffenen
Beurteilung des Spaltverhaltens zeigt dennoch eine weitgehende Übereinstimmung
(Tabelle 9-1 bis Tabelle 9-7). Aus den Tabellen ist der Einfluss der Rohdichte auf die
Risslänge bzw. das Spaltverhalten erkennbar.
Ermittlung von Mindestabständen 57
Die Eigenschaften der Seitenhölzer aller Zug-Scherversuche sind in Bild 3-5 darge-
stellt. Sie wurden für die einzelnen Versuchsreihen so ausgewählt, dass sie mög-
lichst hohe Rohdichten aufwiesen.
12%
Anzahl 200
Mittelwert 470
Standardabweichung 55,5
Minimum 358
10% Maximum 624
5%-Quantil 378
relative Häufigkeit in %
8%
6%
4%
2%
0%
320 340 360 380 400 420 440 460 480 500 520 540 560 580 600 620
Rohdichte in kg/m³
wurde die erreichte Höchstlast für beide Anschlüsse angesetzt. Es ist eo ipso davon
auszugehen, dass der nicht versagte Anschluss die gleiche oder eine höhere Bruch-
last erreicht. Neben den Höchstlasten und Rohdichten der Prüfkörper wird in den Ta-
bellen auch eine Auswertung der Verschiebungsmoduln ki und ks gemäß DIN EN
26891 angegeben. Des Weiteren werden die Ursache und der Ort des Versagens
aufgeführt.
Bei Versuchen der Reihen I-A-5, I-B-5 und I-B-6 trat immer ein Versagen durch Auf-
spalten auf. Die Verschiebungen lagen hierbei unterhalb von 15 mm. Insbesondere
bei den Versuchen mit Einschraubbildern, bei denen nur eine Schraubenreihe vorge-
sehen wurde, versagten die Prüfkörper bei geringen Verschiebungen.
Bei den Versuchen der Reihen I-A-8 und I-A-12 mit mehreren Verbindungsmittelrei-
hen (Einschraubbilder A32 und B32) konnte eine Verschiebung von 15 mm vor Ver-
sagen des Anschlusses erreicht werden. Bei den Versuchen dieser Reihen mit ledig-
lich einer Verbindungsmittelreihe (Einschraubbilder A12, B12) trat ein Versagen
durch Aufspalten der Seiten- oder Mittelhölzer auch bei Verschiebungen unterhalb
von 15 mm auf (Kleinstwert: vFmax= 3,41 mm). In den Versuchsreihen mit dem
Schraubentyp II wurden nur Schraubenbilder mit einreihiger Anordnung (A12, A13)
geprüft. Es trat i. d. R. ein Versagen durch Aufspalten der Seitenhölzer bei Verschie-
bungen unterhalb von 15 mm auf. Die Reihe III-8 wies sowohl bei einreihiger als
auch bei dreireihiger Anordnung der Schrauben im Anschlussbild ein Versagen durch
Aufspalten auf. Die Verschiebungen waren hierbei fast immer kleiner als 15 mm.
Die Erwartungswerte der Tragfähigkeit der Anschlüsse wurden berechnet und sind in
Tabelle 9-28 bis Tabelle 9-47 zusammengefasst. Die Abschertragfähigkeit RJoh wur-
den gemäß der Theorie von Johansen ermittelt. Hierzu wurden die Lochleibungsfes-
tigkeiten gemäß Gleichung (2) ermittelt. Für das Fließmoment der Schrauben wurden
vorliegende Mittelwerte aus Versuchen zur Ermittlung des Fließmomentes nach DIN
EN 409 verwendet.
Des Weiteren wurde in Anlehnung an DIN 1052:2004-08 die Tragfähigkeit für die Ab-
scherbeanspruchung um einen Betrag ∆Rla erhöht, um den Tragfähigkeitszuwachs
aus dem Einhängeeffekt zu berücksichtigen (Blaß und Bejtka (2002a, b), Hilson
(1995)). Abweichend zu der Regelung in DIN 1052 wurde die Tragfähigkeit auch für
zweischnittige Verbindungen um den Betrag ∆Rla erhöht. Für ∆Rla gilt:
∆Rla = min{0,25 ⋅ Rax ; RJoh } (22)
mit
Rax Axiale Tragfähigkeit der Schraube in Anlehnung an Gleichung (7) unter
Berücksichtigung der Tragfähigkeit bei Kopfdurchziehen und der Zug-
tragfähigkeit RZ der Schraube
Ermittlung von Mindestabständen 61
13000
I-A-12: ts= 96 mm
10000
9000 I-A-5-A12
I-A-5-A32
8000 I-A-8-A12
I-A-8-B12
7000 I-A-8-A32
I-A-8-B32
6000
I-A-12-A12
5000 I-A-12-B12
I-A-12-A32
4000 I-A-12-B32
3000
2000
1000
0
0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 10000 11000 12000 13000
Erwartungswert RJoh+∆Rla pro Scherfuge und VM in N
Bild 3-6 Vergleiche für die Reihen I-A-5, I-A-8 und I-A-12
62 Ermittlung von Mindestabständen
Schraubentyp I-B
3500
3250
I-B-5 : ts= 30 mm
I-B-6 : ts= 30 mm
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
3000
2750
2500
I-B-5-A12
I-B-6-A12
2250
I-B-6-B12
I-B-6-A32
2000
1750
1500
1250
1000
1000 1250 1500 1750 2000 2250 2500 2750 3000 3250 3500
Erwartungswert RJoh+∆Rla pro Scherfuge und VM in N
Schraubentyp II
7000
II-8-A12: ts= 89 mm
6500
II-8-A13: ts= 107 mm
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
6000
5500
II-8-A12
5000
II-8-A13
4500
4000
3500
3000
3000 3500 4000 4500 5000 5500 6000 6500 7000
Erwartungswert RJoh+∆Rax pro Scherfuge und VM in N
Schraubentyp III
7000
6000
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
5000
III-8-B12
III-8-B32
4000
III-8-B14a
III-8-B32a
3000
2000
1000
1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000
Erwartungswert RJoh+∆Rla pro Scherfuge und VM in N
Für Stabdübeli wird in der DIN 1052:2004 ein Versagen durch Aufspalten durch eine
Reduzierung der Anzahl hintereinander liegender Verbindungsmittel auf eine wirk-
same Anzahl nef berücksichtigt. Hierbei ergibt sich nef gemäß Gleichung (23).
⎡ ⎪⎧ ⎛ a1 ⎞ ⎪⎫ ⎤ 90-α α
nef ,DIN = ⎢min ⎨n; n 0,9 ⋅ ⎜ 4 ⎟⎟ ⎬ ⎥⋅ +n⋅ (23)
⎢⎣ ⎜ 10 ⋅ d ⎥⎦ 90 90
⎪⎩ ⎝ ⎠ ⎪⎭
Die Tragfähigkeit einer Verbindung ergibt sich unter Berücksichtigung der wirksamen
Anzahl der Verbindungsmittel zu:
RVerbindung = m ⋅ nef ,DIN ⋅ RVM (24)
mit
m Anzahl der Verbindungsmittelreihen in einer Verbindung
RVM Tragfähigkeit eines Verbindungsmittels
Die reduzierte Tragfähigkeit unter Beachtung der wirksamen Verbindungsmittelan-
zahl wurde gemäß Gleichung (23) berechnet. Die Verhältnisse zwischen Versuchs-
ergebnissen und abgeminderten Tragfähigkeiten sind in Tabelle 9-28 ff. angegeben.
Eine Gegenüberstellung der Erwartungswerte der Tragfähigkeit mit den Versuchser-
gebnissen findet sich in Bild 3-10 bis Bild 3-13.
Schraubentyp I-A
13000
12000
11000
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
10000
9000 I-A-5-A12
I-A-5-A32
8000 I-A-8-A12
I-A-8-B12
7000 I-A-8-A32
I-A-8-B32
6000
I-A-12-A12
5000 I-A-12-B12
I-A-12-A32
4000 I-A-12-B32
3000
2000
1000
0
0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 10000 11000 12000 13000
Erwartungswert (RJoh+∆Rla)·nef,DIN/n pro Scherfuge und VM in N
Bild 3-10 Vergleiche für die Reihen I-A, unter Berücksichtigung von nef,DIN
i
gilt auch für Schrauben in vorgebohrten Hölzern mit d > 8 mm
Ermittlung von Mindestabständen 65
Schraubentyp I-B
3500
3250
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
3000
2750
2500
I-B-5-A12
I-B-6-A12
2250
I-B-6-B12
I-B-6-A32
2000
1750
1500
1250
1000
1000 1250 1500 1750 2000 2250 2500 2750 3000 3250 3500
Erwartungswert (RJoh+∆Rla)·nef,DIN/n pro Scherfuge und VM in N
Bild 3-11 Vergleiche für die Reihen I-B, unter Berücksichtigung von nef,DIN
Schraubentyp II
7000
6500
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
6000
5500
II-8-A12
5000
II-8-A13
4500
4000
3500
3000
3000 3500 4000 4500 5000 5500 6000 6500 7000
Erwartungswert (RJoh+∆Rax)·nef,DIN/n pro Scherfuge und VM in N
Bild 3-12 Vergleiche für die Reihen II-8, unter Berücksichtigung von nef,DIN
66 Ermittlung von Mindestabständen
Schraubentyp III
7000
6000
Fmax aus Versuchen pro Scherfuge und VM in N
5000
III-8-B12
III-8-B32
4000
III-8-B14a
III-8-B32a
3000
2000
1000
1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000
Erwartungswert (RJoh+∆Rla)·nef,DIN/n pro Scherfuge und VM in N
Bild 3-13 Vergleiche für die Reihen III-8, unter Berücksichtigung von nef,DIN
Für einige Versuchsreihen mit einreihiger Anordnung der Schrauben (I-A-5-A12, I-B-
5-A12, I-6-B12, I-B-5-A12, I-A-5-A12, II-8-A13, II-8-A12, III-8-B14a und
III-8-B12) wird die Tragfähigkeit auch unter Berücksichtigung der wirksamen Schrau-
benanzahl im Mittel überschätzt. In allen anderen Reihen liegt teilweise eine Über-
schätzung für einzelne Versuche vor (I-B-6-A12-3, I-B-6-A12-4, I-B-6-A32-3, I-A-8-
B12-3, I-A-8-A12-4, I-A-12-A12-4, I-A-12-B12-4, I-A-12-B12-5, III-8-B32-2, III-8-B32a-
2, III-8-B32a-5).
Die wirksame Anzahl der Verbindungsmittel nef,DIN gemäß Gleichung (23) beruht auf
Untersuchungen von Stabdübelverbindungen von Jorissen (1998). Aufbauend auf
einer Idee von Jorissen stellt Schmid (2002) eine Möglichkeit zur Berechung der
Tragfähigkeit stiftförmiger Verbindungsmittel in vorgebohrten Hölzern auf Grundlage
bruchmechanischer Betrachtungen vor. Diese Ansätze können nicht direkt für Ver-
bindungen mit Schrauben angewendet werden. Durch den Einschraubvorgang kön-
nen bereits Anfangsrisse vorliegen, die sich ungünstig auf das weitere Risswachstum
auswirken. Für eine analytische oder numerische Berechnung der Tragfähigkeit bei
Versagen durch Aufspalten, ist die Kenntnis über die Größe der Kraft erforderlich, die
vom Verbindungsmittel rechtwinklig zur Verschiebungsrichtung wirkt. Diese Spaltkraft
V wurde für Stabdübelverbindungen bereits ermittelt (z. B. Werner (1993), Jorissen
(1998)). Für Verbindungen mit selbstbohrenden Schrauben liegen hierzu noch keine
Erkenntnisse vor.
Ermittlung von Mindestabständen 67
lich für alle Einschraubwinkel sehr detailliert berechnet werden. Dieses Berech-
nungsmodell gilt jedoch nur für Holz-Holz-Verbindungen mit einsinnig, d.h. in eine
Richtung geneigt angeordneten Schrauben. Verbindungen mit gekreuzt angeordne-
ten Schrauben können mit Hilfe dieses Berechnungsmodells zunächst nicht berech-
net werden.
Das Fachwerkmodell, bei dem die Abscherkomponente vernachlässigt wird, eignet
sich zur Berechnung von Verbindungen mit geneigt oder gekreuzt angeordneten
Schrauben mit Winkeln zwischen der Kraftrichtung in der Fuge und der Schrauben-
achse von weniger als etwa 45°. Damit können insbesondere Haupt-Nebenträger-
Anschlüsse mit unter höchstens 45° zur Kraftrichtung geneigt oder gekreuzt ange-
ordneten Schrauben berechnet werden.
Das detaillierte Berechnungsverfahren nach Blaß und Bejtka (2002b), welches die
Abscherkomponente mitberücksichtigt, eignet sich nur zur Ermittlung der Tragfähig-
keit von Holz-Holz-Verbindungen mit geneigt angeordneten Schrauben. Hierbei kön-
nen jedoch praktisch alle Winkel zwischen Schraubenachse und Kraftrichtung für
Einschraubwinkel im Bereich 0° < α ≤ 90° berücksichtigt werden.
Das anfängliche Ziel dieses Vorhabens war es, die vorgestellten Berechnungsverfah-
ren für Verbindungen mit geneigt und gekreuzt angeordneten Schrauben zu optimie-
ren und weiter zu entwickeln. In der Zwischenzeit wurde jedoch durch zahlreiche
Versuche gezeigt, dass beide Berechnungsverfahren zumindest für Verbindungen
mit einer geringen Anzahl geneigt bzw. gekreuzt angeordneter Schrauben gültig sind.
Damit galt es im Rahmen dieses Vorhabens weiter zu überprüfen, inwieweit die Be-
rechnungsverfahren auf Verbindungen mit mehreren hintereinander angeordneten
Vollgewindeschrauben anwendbar sind und wie die Steifigkeit von Verbindungen mit
geneigt oder gekreuzt angeordneten Vollgewindeschrauben abgeschätzt werden
kann.
4.2 Versuche
Im Rahmen dieses Vorhabens wurden Versuche an zweischnittigen Holz-Holz-
Verbindungen durchgeführt. Mit Hilfe dieser Versuche sollte überprüft werden, inwie-
weit die Anzahl hintereinander geneigt angeordneter selbstbohrender Vollgewinde-
schrauben die Tragfähigkeit von Verbindungen beeinflusst. Die Berechnungsmodelle
für Verbindungen mit geneigt angeordneten Schrauben gelten zunächst nur für Ver-
bindungen mit einer Schraube oder einem Schraubenkreuz. Selbstbohrende Holz-
schrauben weisen bei Beanspruchung auf Herausziehen ein etwa linear-elastisches
Last-Verformungs-Verhalten mit unmittelbaren Lastabfall nach Erreichen der Höchst-
last auf. Daher ist anzunehmen, dass mit zunehmender Anzahl hintereinander in
Lastrichtung angeordneter Schrauben die Tragfähigkeit pro Schraube sinkt. Grund
hierfür ist die ungleiche Verteilung der Last zwischen den einzelnen hintereinander
70 Verbindungen mit geneigt angeordneten Schrauben
80 80 80 80
d = 8 mm
l = 260 mm
α = 45°
bHolz = 200 mm G-2 X-2
200
400
400
200
180 180
X-5
80 80 80 80
G-6
d = 8 mm
l = 260 mm
α = 45°
bHolz = 200 mm
1000
1000
200
200
180 180
80 80 80 X-7 80
G-11
d = 8 mm
l = 260 mm
α = 45°
bHolz = 200 mm
200
140
1500
1500
180 180
Die Belastung der Versuchskörper folgte dem Schema nach DIN EN 26891. Gemes-
sen wurde hierbei die Last sowie mit Hilfe von zwei induktiven Wegaufnehmern die
Relativverschiebung der Seitenhölzer zum Mittelholz. Für jeden Versuchskörper wur-
den die zugehörigen Last-Verschiebungs-Diagramme bis zum Versagen aufgezeich-
net. Die entsprechenden Last-Verschiebungs-Diagramme sind im Anhang 9.2 darge-
stellt.
Alle Versuchskörper mit geneigt angeordneten Vollgewindeschrauben (Versuchsrei-
he G-2, G-6 und G-11) versagten infolge Hineinziehen der Vollgewindeschrauben in
das Seitenholz mit der kleineren Rohdichte. Nach dem Auftrennen der Versuchskör-
per konnten keine signifikanten plastischen Biegeverformungen der Vollgewinde-
schrauben festgestellt werden. Bei einem Einschraubwinkel von 45° ist die Tragfä-
higkeit dieser Verbindung praktisch nur vom Ausziehwiderstand der Vollgewinde-
schrauben abhängig. In Bild 4-4 ist ein Schnitt durch einen Versuchskörper mit ge-
neigt angeordneten Vollgewindeschrauben dargestellt.
Tabelle 4-2 Tragfähigkeiten und Steifigkeiten für die Versuchsreihe G-2, 6 und 11
Traglast Steifigkeit korrigierte korrigierte
Probe je Schraube je Schraube Traglast Steifigkeit
und Scherfuge und Scherfuge
[kN] [kN/mm] [kN] [kN/mm]
G-2 1 14,7 9,25 14,9 9,38
G-2 2 16,1 9,22 16,0 9,12
G-2 3 16,5 9,22 15,4 8,63
G-2 4 14,2 8,07 14,9 8,50
G-2 5 14,0 6,99 16,0 8,00
MW 15,1 8,55 15,4 8,73
G-6 1 15,0 8,71 16,4 9,52
G-6 2 14,7 8,24 15,8 8,86
G-6 3 16,8 9,27 15,9 8,77
G-6 4 16,4 8,31 15,1 7,63
G-6 5 14,2 8,04 15,8 8,94
MW 15,4 8,51 15,8 8,74
G-11 1 15,0 7,57 15,9 8,06
G-11 2 13,9 7,17 15,5 8,01
G-11 3 14,9 6,86 14,8 6,82
G-11 4 16,9 8,27 15,9 7,80
G-11 5 16,5 7,37 15,1 6,72
MW 15,4 7,45 15,4 7,48
Tabelle 4-3 Tragfähigkeiten und Steifigkeiten für die Versuchsreihe X-2, 5 und 7
Traglast je Steifigkeit je korrigierte korrigierte
Probe Schraubenkreuz Schraubenkreuz Traglast Steifigkeit
und Scherfuge und Scherfuge
[kN] [kN/mm] [kN] [kN/mm]
X-2 1 21,5 14,4 22,9 15,4
X-2 2 20,7 16,8 20,5 16,7
X-2 3 18,7 13,3 19,7 14,0
X-2 4 24,3 17,1 23,3 16,4
X-2 5 24,4 18,2 22,1 16,4
MW 21,9 16,0 21,7 15,8
X-5 1 19,1 13,8 19,6 14,1
X-5 2 23,4 17,8 21,8 16,6
X-5 3 22,0 14,6 20,6 13,7
X-5 4 21,9 16,6 21,0 15,9
X-5 5 21,9 14,4 23,6 15,5
MW 21,6 15,4 21,3 15,2
X-7 1 21,2 12,1 20,6 11,8
X-7 2 19,5 11,3 20,9 12,1
X-7 3 21,5 13,5 20,8 13,1
X-7 4 20,8 15,0 20,3 14,7
X-7 5 23,4 13,7 21,7 12,7
MW 21,3 13,1 20,8 12,9
Verbindungen mit geneigt angeordneten Schrauben 77
Ein signifikanter Abfall der Tragfähigkeit pro Schraube bzw. Schraubenkreuz mit stei-
gender Anzahl hintereinander angeordneter selbstbohrender Vollgewindeschrauben
konnte nicht festgestellt werden. Dies kann damit begründet werden, dass bei Errei-
chen der Traglast kein linear-elastisches Tragverhalten mehr gegeben ist und damit
gewisse Lastumlagerungen innerhalb der Verbindung möglich sind.
Im Gebrauchslastbereich kann jedoch ein linear-elastisches Last-Verformungs-Ver-
halten der Schrauben auch bei einer Anordnung unter 45° zur Beanspruchungsrich-
tung angenommen werden. In diesem Bereich gilt damit die Lastverteilung nach der
Elastizitätstheorie. Mit zunehmender Anzahl hintereinander angeordneter Verbin-
dungsmittel sinkt damit die Steifigkeit pro Schraube bzw. pro Schraubenkreuz. Bezo-
gen auf die mittlere Steifigkeit für die Versuchsreihe G-2 beträgt die mittlere Steifig-
keit je Schraube und Scherfuge für die Versuchsreihe G-11 etwa 85,7%. Das Ver-
hältnis zwischen der mittleren Steifigkeit für die Versuchsreihe X-7 und der mittleren
Steifigkeit je Schraubenkreuz und Scherfuge für die Versuchsreihe X-2 liegt bei
81,7%.
Die Traglasten RG und RX wurden nach Gleichung (25) und (26) berechnet. Die axia-
le Tragfähigkeit Rax wurde unter Berücksichtigung der Rohdichte jedes einzelnen
Prüfkörpers nach Gleichung (10) ermittelt. In der letzten Spalte in Tabelle 4-4 und
Tabelle 4-5 sind die Verhältnisse der berechneten Werten der Tragfähigkeit zu den
Versuchsergebnissen angegeben. Mit einem Mittelwert von 0,89 bis 0,99 ist eine
sehr gute Korrelation zwischen den Versuchswerten und den nach Gleichung (25)
und (26) berechneten Werten zu beobachten.
Die Steifigkeit von Holz-Holz-Verbindungen mit geneigt bzw. gekreuzt angeordneten
Vollgewindeschrauben kann unter Berücksichtung des Fachwerkmodells wie folgt
abgeschätzt werden.
Der axiale Verschiebungsmodul Kax,i einer auf Herausziehen beanspruchten Vollge-
windeschraube in Bauteil i berechnet sich nach Gleichung (27):
Fax ,i
K ax ,i = (27)
δ ax ,i
F
K= (28)
δ
Einsetzen von Gleichung (27), (29) und (30) in Gleichung (28) ergibt mit Fax = Fax,1 =
Fax,2 den Verschiebungsmodul K in Richtung der Beanspruchung F bezogen auf eine
Vollgewindeschraube und eine Scherfuge nach folgender Gleichung:
F
K=
⎛ 1 1 ⎞ (31)
Fax ⋅ ⎜ + ⎟ ⋅ cos α
⎝ K ax ,1 K ax ,2 ⎠
Die Beziehung zwischen der axialen Kraftkomponente Fax in der Schraube bzw. im
Schraubenkreuz und der Kraftkomponente F in der Fuge kann Gleichung (25) und
(26) entnommen werden.
Die Steifigkeit KG von Holz-Holz-Verbindungen mit geneigt angeordneten Vollgewin-
deschrauben wird unter Berücksichtigung der Beziehung nach Gleichung (25) sowie
unter Berücksichtigung der Gleichung (31) je Scherfuge und Schraube wie folgt be-
rechnet:
1 + µ ⋅ tanα
KG =
1 1 (32)
+
K ax ,1 K ax ,2
2
KX =
1 1 (33)
+
K ax ,1 K ax ,2
mit
Kax,1 ; Kax,2 Verschiebungsmodul auf Herausziehen beanspruchter Schrauben in
Bauteil 1 und 2 (vgl. Abschnitt 2.5)
µ Reibbeiwert in der Fuge zwischen den Bauteilen aus Holz
α Winkel zwischen der Kraftrichtung und der Schraubenachse
Verbindungen mit geneigt angeordneten Schrauben 81
Gleichungen (32) und (33) wurden mit Hilfe des Fachwerkmodells und somit unter
Vernachlässigung der Abscherkomponente hergeleitet. Bei Verbindungen mit geneigt
angeordneten selbstbohrenden Holzschrauben kann die Abscherkomponente nur für
Einschraubwinkel im Bereich zwischen 0° und etwa 45° zwischen der Schrauben-
achse und der Kraftrichtung vernachlässigt werden. Für Einschraubwinkel im Bereich
zwischen 45° und 90° zwischen der Kraftrichtung und der Schraubenachse wird
empfohlen, die Steifigkeit der Verbindung entsprechend der Steifigkeit für Verbin-
dungen mit auf Abscheren beanspruchten Schrauben zu berechnen.
Weiterhin gelten die Gleichungen (32) und (33) nur für eine Scherfuge und für eine
Schraube bzw. ein Schraubenkreuz. Die Steifigkeit einer Verbindung mit geneigt
bzw. gekreuzt angeordneten Holzschrauben wird im linear-elastischen Bereich der
Last-Verformungs-Kurve ermittelt. Unter Berücksichtigung der Theorie des linear-
elastischen Verbundes nach Lantos ist die Beanspruchung der äußeren Verbin-
dungsmittel größer als diejenige der in der Mitte der Verbindung angeordneten Ver-
bindungsmittel. Auf der Grundlage der Theorie von Lantos (1969) wurde eine Bezie-
hung zwischen der tatsächlichen Anzahl hintereinander angeordneter Schrauben
bzw. Schraubenkreuze und der wirksamen Anzahl der Verbindungsmittel erstellt. Die
Gesamtsteifigkeit einer Holz-Holz-Verbindung mit geneigt angeordneten selbstboh-
renden Vollgewindeschrauben wird nach folgender Gleichung berechnet:
Nach Gleichung (35) wird die Gesamtsteifigkeit einer Holz-Holz-Verbindung mit ge-
kreuzt angeordneten selbstbohrenden Vollgewindeschrauben berechnet:
15
13
d = 12 mm, t = 4d, Typ G
7
99%
95%
5
3
100%
1
1 3 5 7 9 11 13 15
Anzahl nG hintereinander geneigt angeordneter Schrauben
15
d = 6 mm, t = 4d, Typ X
Wirksame Anzahl nef,X hintereinander angeordneter
13
d = 12 mm, t = 4d, Typ X
97%
7
99% 89%
5
96%
3
100%
1
1 3 5 7 9 11 13 15
Anzahl nX hintereinander angeordneter Schraubenkreuze
6 sind die Verhältnisse zwischen der wirksamen und der tatsächlichen Anzahl hinter-
einander angeordneter Schrauben bzw. Schraubenkreuze dargestellt. Für die Be-
rechnung wurden die tatsächlichen Eigenschaften des verwendeten Holzes und der
Schrauben zugrunde gelegt. Das Verhältnis zwischen der berechneten Gesamtstei-
figkeit und dem Versuchswert ist in Spalte 8 angegeben.
⎧ n ⎫
⎪ ⎪
nef = min ⎨ ⎬ (36)
a
⎪n 0,9 ⋅ 4 1
⎪
⎩ 10 ⋅ d ⎭
Sprödes Versagen infolge Spalten des Holzes kann vermieden werden, wenn ent-
weder die Abstände a1 ausreichend groß gewählt werden oder wenn das Holz im
Verbindungsbereich verstärkt wird.
Grundsätzlich kann zwischen außen und innen liegenden Verstärkungselementen
unterschieden werden. Zu den außen liegenden Verstärkungselementen zählen seit-
lich auf das Holz aufgeklebte Plattenwerkstoffe sowie seitlich aufgepresste Nagelplat-
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 87
4·R d
Rd Rd
h
4·R d
a1
a1
60
50
40
Last Rd in kN
30
4·Rd h 4·Rd h 4·Rd h
20
Rd Rd Rd
a1 a1 a1
10
Rd Rd
Rd
a1 < 10 ⋅ d ⋅ n 0,4
a1 < 10 ⋅ d ⋅ n 0,4
a1 < 10 ⋅ d ⋅ n0,4
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung in Richtung der Beanspruchung in mm
5.2.1 Annahmen
In Bild 5-3 ist eine Stabdübelverbindung dargestellt, die mit selbstbohrenden Vollge-
windeschrauben verstärkt wird. Hierbei kann eine Schraube entweder als Verstär-
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 89
kung für einen Stabdübel (linke Seitenansicht), zwei (rechte Seitenansicht) oder auch
mehrere Stabdübel dienen.
Seitenansicht: Seitenansicht:
Verbindung mit Verbindung mit
einem Stabdübel zwei Stabdübeln
2·F 2·F 2·F
Vollgewindeschraube
Stabdübel
F F 2·F 2·F
elemente von der Fuge größer. Daher ist es wirklichkeitsnäher, bei auf Abscheren
beanspruchten Vollgewindeschrauben als Verstärkungselemente die traglaststei-
gernde Wirkung auf Herausziehen zu vernachlässigen.
f ax
f h / My
δ la / φ δ
5 mm / 45° δ ax
f ax
f h / My
reelles Materialverhalten
idealisiertes Materialverhalten
δ la / φ δ
5 mm / 45° δ ax
Bild 5-5 Vereinfachte Annahmen für das Last-Verformungs-Verhalten des Holzes
bei Lochleibungsbeanspruchung und der Vollgewindeschrauben bei
Biegebeanspruchung
Unter Berücksichtigung der vereinfachten Annahmen für das Last-Verformungs-
Verhalten des Holzes bei Lochleibungsbeanspruchung und der Schrauben bei Bie-
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 91
R VE
FVE
δ VE
15 mm
FVE
R VE
FVE
δ VE
15 mm
R VE
FVE
FVE
δ VE
15 mm
Bild 5-7 „Weiche“ und „harte“ Verstärkung (von oben nach unten)
R3 = 2 ⋅ 2 ⋅ M y ⋅ fh ⋅ d (37)
Der Abstand x3 zwischen dem Fließgelenk und der Fuge bei einer unverstärkten
Verbindung berechnet sich für Versagensmechanismus 3 nach Gleichung (38).
4 ⋅ My
x3 = (38)
fh ⋅ d
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 93
R3 R3 R3
t1 t1 t1
x s,3 x s,3 x3
p p
R3 R3 R3
fh fh fh
FVE,3 R VE
My My My
My R3 My R3 My R3
p p
x s,3 x3
Die Tragfähigkeit R3 wird aus dem Momenten- und dem Kräftegleichgewicht in der
Fuge ermittelt. Bei diesem „weichen“ Grundversagensmechanismus ist die Tragfä-
higkeit RVE des Verstärkungselementes erreicht (FVE,3 ≥ RVE).
94 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
Ist die Beanspruchung FVE,3 des Verstärkungselementes durch den Stabdübel kleiner
als die Tragfähigkeit RVE des Verstärkungselementes, wird sich unter Betrachtung
des Last-Verformungs-Verhaltens in Bild 5-6 die Schraube in Kraftrichtung nicht mit
verschieben. Für diesen Fall einer "harten" Verstärkung (siehe links in Bild 5-8) wird
die Tragfähigkeit R3 je Scherfuge und Stabdübel wie folgt berechnet:
2 ⋅ My fh ⋅ d ⋅ p
R3 = + (40)
p 2
2 ⋅ My fh ⋅ d ⋅ p
FVE ,3 = − (41)
p 2
Für FVE,3 < RVE wird Gleichung (40) maßgebend, weil die Vollgewindeschraube auf
den Stabdübel wie ein unverschiebliches Auflager wirkt. Für FVE ≥ RVE ist die Tragfä-
higkeit der Vollgewindeschraube erreicht. Unter Berücksichtigung des Last-
Verformungs-Verhaltens für die Vollgewindeschraube wird sich diese mit dem Stab-
dübel in Richtung der Kraft mit verschieben. Für diesen Fall einer „weichen“ Verstär-
kung wird Gleichung (39) maßgebend.
Anhand dieses Beispiels (zweischnittige Stahlblech-Holz-Verbindung mit innen lie-
gendem Stahlblech und Versagensmechanismus 3) wurde die Herleitung der Trag-
lastgleichungen für verstärkte Stahlblech-Holz-Verbindungen vorgestellt.
Die Tragfähigkeit einer verstärkten Stahlblech-Holz-Verbindung wird ermittelt, indem
zunächst die Tragfähigkeit RVE des Verstärkungselementes berechnet wird. Die Trag-
fähigkeit der Verstärkungselemente ist in Abschnitt 5.2.4 angegeben. Für jeden
Versagensmechanismus der Stabdübel wird zunächst die Beanspruchung FVE,i be-
rechnet. Für den Fall FVE,i < RVE wird die Tragfähigkeit einer verstärkten Verbindung
mit den Gleichungen für eine "harte" Verstärkung berechnet. Für den Fall FVE,i ≥ RVE
wird sich das Verstärkungselement in Kraftrichtung mit verschieben. Für diesen Fall
ist die Tragfähigkeit einer verstärkten Verbindung unter Berücksichtigung eines "wei-
chen" Verstärkungselementes zu berechnen.
Aufbauend auf diesen Überlegungen wurden die Gleichungen für mit selbstbohren-
den Vollgewindeschrauben verstärkte ein- und zweischnittige Stahlblech-Holz-Ver-
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 95
bindungen mit Stabdübeln hergeleitet. Die Gleichungen zur Berechnung der Tragfä-
higkeit von mit selbstbohrenden Vollgewindeschrauben verstärkten Stahlblech-Holz-
Verbindungen sind im Anhang 9.5 angegeben.
Um die Wirkungsweise dieser Verstärkung zu demonstrieren, wurden mit Hilfe dieser
Gleichungen die Tragfähigkeiten von verstärkten Stahlblech-Holz-Verbindungen be-
rechnet.
Die Wirkungsweise einer Verstärkung ist in Bild 5-9 dargestellt. Hier ist für eine zwei-
schnittige Stahlblech-Holz-Verbindung mit einem innen liegenden Stahlblech der Ver-
lauf der Tragfähigkeit R pro Scherfuge in Abhängigkeit von der Tragfähigkeit RVE des
Verstärkungselementes dargestellt.
40
35
Tragfähigkeit R der Verbindung je Scherfuge und
30
25
Stabdübel in kN
20
15
VM 1
10 VM 2 - weich
VM 3 - weich
5
VM 3 - hart
0
0 5 10 15 20 25 30
Tragfähigkeit RVE eines Verstärkungselementes in kN
Für RVE = 0 N beträgt die Tragfähigkeit R = 17,4 kN und entspricht der Tragfähigkeit
für eine unverstärkte Verbindung. Maßgebend für dieses Versagen ist Versagensme-
chanismus 2. Mit steigender Tragfähigkeit RVE des Verstärkungselementes steigt die
Tragfähigkeit R je Scherfuge und Stabdübel. Wird in die Verbindung eine Vollgewin-
deschraube mit einer Tragfähigkeit von RVE = 22,6 kN in einem Abstand von p = 20
mm zur Fuge direkt an den Stabdübel angebracht, kann die Tragfähigkeit der ver-
stärkten Verbindung auf R = 29,4 kN erhöht werden. Der Anstieg der Tragfähigkeit
von R = 17,4 kN auf R = 29,4 kN entspricht einer Steigerung der Tragfähigkeit um
69%. Eine weitere Erhöhung der Tragfähigkeit ist nicht mehr möglich, weil ab einer
Tragfähigkeit der Vollgewindeschraube von RVE = 22,6 kN das „harte“ Verstärkungs-
element auf den Stabdübel quasi wie ein unverschiebliches Auflager wirkt. Im Ver-
gleich zu einer unverstärkten Verbindung mit dem maßgebenden Versagensmecha-
nismus 2 ändert sich infolge einer Verstärkung mit RVE = 22,6 kN der maßgebende
Versagensmechanismus zum VM 3 (siehe Bild 5-9).
Sind entweder die Beanspruchungen aus den Stabdübeln Fi,VE und/oder die Tragfä-
higkeiten der Verstärkungselemente Ri,VE nicht gleich, können sich weiterhin die zu-
sätzlichen Grundversagensmechanismen "weich-hart" oder "hart-weich" einstellen.
Der Grundversagensmechanismus "weich-hart" tritt ein, wenn aufgrund unterschied-
licher Tragfähigkeiten Ri,VE der Verstärkungselemente und/oder aufgrund unter-
schiedlicher Beanspruchungen Fi,VE, im Bauteil 1 die Tragfähigkeit R1,VE kleiner ist als
die entsprechende Beanspruchung F1,VE und im Bauteil 2 die Beanspruchung F2,VE
kleiner ist als die entsprechende Tragfähigkeit R2,VE.
Ist im Bauteil 2 die Tragfähigkeit R2,VE kleiner als die entsprechende Beanspruchung
F2,VE und im Bauteil 1 die Beanspruchung F1,VE kleiner als die entsprechende Tragfä-
higkeit R1,VE, tritt der Grundversagensmechanismus "hart-weich" ein.
Der „weiche“ Grundversagensmechanismus kann praktisch nur dann auftreten, wenn
beide Beanspruchungen F1,VE und F2,VE aus dem Stabdübel größer als sind die ent-
sprechenden Tragfähigkeiten R1,VE und R2,VE.
Diese vier Grundversagensmechanismen sind bei der Berechnung der Tragfähigkeit
R von verstärkten Holz-Holz-Verbindungen und daher bei der Betrachtung jedes ein-
zelnen Versagensmechanismus zu berücksichtigen.
Am Beispiel des Versagensmechanismus 3 für eine einschnittige Holz-Holz-
Verbindung wird nachfolgend die Herleitung der Gleichungen zur Berechnung der
Traglast von verstärkten Holz-Holz-Verbindungen vorgestellt.
Dieser Versagensmechanismus ist gekennzeichnet durch das Erreichen von zwei
Fließgelenken im Stabdübel sowie durch das Erreichen der Lochleibungsfestigkeit in
beiden Bauteilen.
In Bild 5-10 sind für diesen Versagensmechanismus (VM 3) alle möglichen Grund-
versagensmechanismen dargestellt, welche sich in Abhängigkeit von der Größe der
Beanspruchungen Fi,VE und der Tragfähigkeiten Ri,VE einstellen können.
Die Tragfähigkeit des Verstärkungselementes in Bauteil 1 ist R1,VE, diejenige in Bau-
teil 2 ist R2,VE. Die Beanspruchung des Verstärkungselementes durch den Stabdübel
im Bauteil 1 ist F1,VE,3, diejenige im Bauteil 2 ist F2,VE,3. Es wird angenommen, dass
der Abstand p der Verstärkungselemente zur Fuge in beiden Bauteilen gleich ist.
98 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
R3
x 2,s,3
R1,VE p My
R3 F1,VE,3
f h,1 R 1,VE
f h,2
R3 R 2,VE
My p R2,VE F 2,VE,3
x 1,s,3
R3 δ
t1 t2
R3
F1,VE,3 p
R3 My R 1,VE
f h,1
f h,2 F1,VE,3
My R3 R 2,VE
p F2,VE,3 F 2,VE,3
R3 δ
t1 t2
R3
R1,VE p
R3 My F1,VE,3
f h,1 R 1,VE
f h,2
R3 R 2,VE
My p F2,VE,3 F 2,VE,3
x 1,sr,3
R3 δ
t1 t2
R3
x 2,rs,3
F1,VE,3 p My
R3 R 1,VE
f h,1
F1,VE,3
f h,2
My R3 R 2,VE
p R2,VE F 2,VE,3
R3 δ
t1 t2
2⋅ β
R3 = ⋅ 2 ⋅ fh,1 ⋅ d ⋅ M y (43)
1+ β
Die Abstände x1,3 und x2,3 zwischen den Fließgelenken und der Fuge in Bauteil 1 und
2 bei einer unverstärkten Verbindung mit Versagensmechanismus 3 berechnen sich
nach folgenden Gleichungen:
2⋅ β 2 ⋅ My 2 2 ⋅ My
x1,3 = ⋅ und x2,3 = ⋅ (44)
1+ β fh,1 ⋅ d β ⋅ (1 + β ) fh,1 ⋅ d
Werden die Verstärkungselemente innerhalb der Strecken x1,3 und x2,3 berührend an
die Stabdübel angeordnet, kann die Tragfähigkeit der Verbindung gesteigert werden.
Werden die Verstärkungselemente außerhalb der Strecken x1,3 und x2,3 angeordnet,
haben die Verstärkungselemente keine Auswirkung auf das Tragverhalten der Ver-
bindung.
Für den Fall einer "harten" Verstärkung nach Bild 5-10 wird die Tragfähigkeit R3 einer
verstärkten Verbindung aus dem Momenten- und dem Kräftegleichgewicht in der Fu-
ge nach Gleichung (45) berechnet.
My fh,1 ⋅ d ⋅ p
R3 = + ⋅ (1 + β ) (45)
p 4
My fh,1 ⋅ d ⋅ p
R1,VE > F1,VE ,3 = − ⋅ (3 − β ) (46)
p 4
und
F2,VE ,3 My fh,1 ⋅ d ⋅ p
R1,VE > = − ⋅ ( 3 ⋅ β − 1) (47)
ψ ψ ⋅p ψ ⋅4
( β +ψ ) ⋅ (ψ − 1)
2 2
2⋅ β R
R3 = R1,VE ⋅ + ⋅ fh,1 ⋅ d ⋅ ( 2 ⋅ M y − R1,VE ⋅ p ⋅ (1 + ψ ) ) − 1,VE (48)
(1 + β ) 1+ β 2 ⋅ (1 + β )
⎧ ⎡ ⎤⎫
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ p ⎢ (1 + ψ )2 ⋅ ( β 2 + β ) − 4 ⋅ β ⋅ψ 2 + 4 ⋅ β ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y
2
⎥⎪
⎪ ⋅
2 ⎢ p 2 ⋅ d ⋅ fh,1 ⎥⎪
⎪ (ψ − 1) ⎢ ⎥⎪
⎪⎪ ⎣⎢ − ( β − 1) ⋅ψ − β − 1 ⎥⎪
⎦⎪
R1,VE ≤ Z3 = min ⎨ ⎬
⎪ ⎡ 4 ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y ⎤
2
⎪ (49)
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ p ⎢ ( 2 + ψ ) ⋅ ( β + 1) ⋅ψ + 1 − 3 ⋅ β + ⎥ ⎪
⎪ 2 ⎢
⋅ p 2 ⋅ d ⋅ fh,1 ⎥ ⎪
⎪ (ψ − 1) ⎢ ⎥ ⎪
⎩⎪ ⎢
⎣ − ( β + 1) ⋅ ψ + β − 1 ⎥⎦ ⎭⎪
wenn ψ ≠ 1
⎧ M y fh,1 ⋅ d ⋅ p ⎫
⎪ p − 4 ⋅ β ⋅ (1 + β ) ⎪
⎪ ⎪
R1,VE ≤ Z3 = min ⎨ ⎬ wenn ψ = 1 (50)
M f
⎪ y − h,1 ⋅ d ⋅ p ⋅ β
⋅ (1 + β ) ⎪
⎪⎩ p 4 ⎪⎭
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 101
Für den Fall, dass die Gleichungen (49) und (50) nicht eingehalten werden und
gleichzeitig die Tragfähigkeit R1,VE kleiner als oder gleich der Beanspruchung F1,VE,3
und zusätzlich die Beanspruchung F1,VE,3 > F2,VE,3 / ψ ist, tritt der "weich-harte" Grund-
versagensmechanismus ein. Bei diesem „weichen“ Grundversagensmechanismus
kann sich das Verstärkungselement in Bauteil 1 mit dem Stabdübel mit verschieben.
In Bauteil 2 wirkt das Verstärkungselement auf den Stabdübel quasi wie ein unver-
schiebliches Auflager.
Für diesen Fall berechnet sich die Tragfähigkeit R3 einer verstärkten Verbindung mit
Versagensmechanismus 3 durch das Lösen des Momenten- und des Kräftegleich-
gewichtes in Bild 5-10 nach folgender Gleichung:
⎡ 4 ⋅ R1,VE ⋅ p − 4 ⋅ M y ⎤
R3 = R1,VE + fh,1 ⋅ d ⋅ ⎢ (1 + β ) ⋅ p 2 − − p⎥ (51)
⎣⎢ fh,1 ⋅ d ⎦⎥
Für den Fall, dass die Gleichungen (49) und (50) nicht eingehalten werden und
gleichzeitig die Tragfähigkeit R1,VE kleiner als oder gleich der Beanspruchung F2,VE,3 /
ψ ist und zusätzlich die Beanspruchung F1,VE,3 ≤ F2,VE,3 / ψ ist, tritt der "hart-weiche"
Grundversagensmechanismus ein. Bei diesem „hart-weichen“ Grundversagensme-
chanismus kann sich das Verstärkungselement in Bauteil 2 mit dem Stabdübel mit
verschieben. In Bauteil 1 wirkt das Verstärkungselement als unverschiebliches Aufla-
ger.
Für diesen Fall berechnet sich die Tragfähigkeit R3 einer verstärkten Verbindung mit
Versagensmechanismus 3 durch das Lösen des Momenten- und des Kräftegleich-
gewichtes in Bild 5-10 nach folgender Gleichung:
⎡ 4 ⋅ β ⋅ ( R1,VE ⋅ψ ⋅ p − M y ) ⎤
R3 = R1,VE ⋅ψ + fh,1 ⋅ d ⋅ ⎢ (1 + β ) ⋅ β ⋅ p 2 − − p⋅β⎥ (52)
⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⎥⎦
Basierend auf der Herleitung der Traglastgleichungen für eine einschnittige Holz-
Holz-Verbindung mit Versagensmechanismus 3 werden die übrigen Traglastglei-
chungen angegeben.
Die Tragfähigkeit einer verstärkten Holz-Holz-Verbindung wird ermittelt, indem zu-
nächst die Tragfähigkeiten R1,VE und R2,VE der Verstärkungselemente berechnet wer-
den. Abhängig von der Größe der Tragfähigkeiten R1,VE und R2,VE bezogen auf die
102 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
Größe der Beanspruchungen F1,VE,i und F2,VE,i, wird für jeden i-ten Versagensmecha-
nismus nur einer der Grundversagensmechanismen "hart", "weich", "weich-hart" oder
"hart-weich" maßgebend. Für den maßgebenden Grundversagensmechanismus ist
die entsprechende Tragfähigkeit zu berechnen.
Im Vergleich zu den Gleichungen für konventionelle unverstärkte Holz-Holz-Verbind-
ungen sind diese Gleichungen umfangreicher. Trotzdem kann es von Vorteil sein,
ohne Änderung der Anschlussgeometrie durch eine Verstärkung mit selbstbohrenden
Vollgewindeschrauben die Tragfähigkeit zu erhöhen.
Aufbauend auf dieser Theorie wurden die Gleichungen für mit selbstbohrenden Voll-
gewindeschrauben verstärkte ein- und zweischnittige Holz-Holz-Verbindungen mit
Stabdübeln hergeleitet. Die Gleichungen zur Berechnung der Tragfähigkeit von mit
selbstbohrenden Vollgewindeschrauben verstärkten Holz-Holz-Verbindungen sind im
Anhang 9.6 angegeben.
Um die Wirkungsweise dieser Verstärkung zu demonstrieren, wurden mit Hilfe dieser
Gleichungen die Tragfähigkeiten von verstärkten Holz-Holz-Verbindungen berechnet.
Die Wirkungsweise einer Verstärkung ist beispielhaft in Bild 5-11 dargestellt. Hier ist
für eine einschnittige Holz-Holz-Verbindung der Verlauf der Tragfähigkeit R in Ab-
hängigkeit von der Tragfähigkeit R1,VE des Verstärkungselementes in Bauteil 1 dar-
gestellt.
Zur Berechnung der Tragfähigkeit wurden folgende Parameter gewählt:
Lochleibungsfestigkeit des Holzes in Bauteil 1: fh,1 = 26 N/mm2
Stabdübeldurchmesser: d = 16 mm
Dicke des linken Bauteils: t1 = 60 mm
Dicke des rechten Bauteils: t2 = 80 mm
Fließmoment des Stabdübels: My = 246 Nm
Abstand der Verstärkungselemente zur Fuge: p = 15 mm
Verhältnis der Lochleibungsfestigkeiten: β = 1,2
Verhältnis der Tragfähigkeiten der Verstärkungselemente: ψ = 1,1
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 103
40000
35000
Traglast R der Verbindung je Scherfuge und
30000
Hauptverbindungselement [N]
25000
20000
15000
10000
lS
M y,S
f h,S
R VE
dS
Die Tragfähigkeit RVE je Verstärkungselement bei Beanspruchung durch einen Stab-
dübel (Fall A) wird nach Gleichung (53) berechnet. Hierbei wird angenommen, dass
der Stabdübel in der Mitte der Vollgewindeschraube angreift.
lS
a2 M y,S
f h,S
R VE R VE
dS
Die Tragfähigkeit RVE je Verstärkungselement bei Beanspruchung durch zwei Stab-
dübel (Fall B) wird nach Gleichung (57) berechnet.
fh,S ⋅ dS ⋅ lS ⎡ 16 ⋅ M y ,S ⎛ a2 ⎞
2
a2 ⎥
⎤
RB 2 = ⋅⎢ + 2⋅⎜ − 1⎟ + 2 ⋅ l − 1⎥ (59)
2 ⎢⎣ fh,S ⋅ dS ⋅ lS 2 ⎝ lS ⎠ S ⎦
fh,S ⋅ dS ⋅ a2
RB 3 = + 2 ⋅ 2 ⋅ M y ,S ⋅ fh,S ⋅ dS (60)
2
RB 4 = 4 ⋅ M y ,S ⋅ fh,S ⋅ dS (61)
f ⋅d ⋅l ⎡ 16 ⋅ M 2
M y ,S ⎤
⎢ ⎛ a2 ⎞ a2 ⎥
RB 5 = h,S S S ⋅ y ,S
+ 2 ⋅ ⎜l − 1⎟ + 4 ⋅ + − 1 (62)
2 ⎢⎣ fh,S ⋅ dS ⋅ lS 2 ⎝ S ⎠ fh,S ⋅ dS ⋅ lS
2
lS ⎥⎦
f ⋅d ⋅l ⎡ 8 ⋅ M y ,S
2 ⎤
⎢ ⎛ a2 ⎞ a2 ⎥
RB 6 = h,S S S ⋅ + − 1 − + 1 (63)
2 ⎢⎣ fh,S ⋅ dS ⋅ lS 2 ⎜⎝ lS ⎟
⎠ l S ⎥⎦
Diese Gleichungen gelten nur für eine symmetrische Anordnung der Stabdübel. Hier
sind die Abstände zwischen dem linken Stabdübel und dem Schraubenkopf sowie
zwischen dem rechten Stabdübel und der Schraubenspitze gleich.
Bei der Beanspruchung des Verstärkungselementes durch einen Stabdübel können
nur drei Versagensmechanismen auftreten.
106 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
6 4
Detail A
δH 1
Y
9
p 2
Detail A
X2 7
X1
verbindungselementen, die Reibung zwischen der Oberfläche des Holzes und der
Oberfläche der stiftförmigen Verbindungsmittel abgebildet werden.
Den Schnittpunkt zwischen diesen Stab- und Federelementen bilden Knoten, welche
in einem Abstand von 5 mm zueinander angeordnet sind. Konvergenzuntersuchun-
gen haben gezeigt, dass ausgehend von dem gewähltem Knotenabstand bis hin zu
einer vollständigen Bettung des Verbindungsmittels die numerischen Ergebnisse um
weniger als 5% voneinander abweichen. Mit kleinerem Knotenabstand steigt jedoch
die Berechnungszeit überproportional an.
Die Koppelung zwischen den Hauptverbindungs- und den Verstärkungselementen
wird ebenfalls durch ein Combin39-Federelement 6 gebildet. Dieses Element wird
in einem Abstand p zur Fuge an das Hauptverbindungselement angebracht und ist
mit dem Verstärkungselement direkt verbunden. Im Vergleich zu einem steifen Ver-
bindungsstab zwischen dem Hauptverbindungs- und dem Verstärkungselement kann
mit Hilfe dieses Combin39-Federelementes ein herstellungsbedingter Abstand zwi-
schen dem Hauptverbindungs- und dem Verstärkungselement modelliert werden. Für
den Fall, dass die Verstärkungselemente in einem Abstand a1,v zum Hauptverbin-
dungselement angebracht werden, und damit bis zu einer Verschiebung a1,v der
Hauptverbindungselemente keinen Verstärkungseffekt aufweisen, kann das Last-
Verformungs-Verhalten des Kopplungselementes nach Bild 5-15 berücksichtigt wer-
den.
F
∞
0 a1,v u
Bild 5-15 Last-Verformungs-Verhalten des Kopplungselementes
Bis zu einer Verschiebung a1,v, die dem herstellungsbedingten Abstand zwischen
dem Hauptverbindungs- und dem Verstärkungselement entspricht, ist die Steifigkeit
des Federelementes gleich Null. Das Verstärkungselement weist keinen Verstär-
kungseffekt auf. Anschließend kann durch eine „unendliche“ Federsteifigkeit eine
Last aus dem Hauptverbindungselement in das Verstärkungselement übertragen
werden. Werden die Verstärkungselemente unmittelbar an die Hauptverbindungs-
elemente angebracht, ist a1,v = 0.
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 111
In Bild 5-14, Detail A ist die Schnittstelle zwischen dem Kopplungselement und den
Stabelementen des Hauptverbindungselementes dargestellt. Bei einer Verschiebung
des Hauptverbindungselementes rechtwinklig zu seiner Achse um δH (Abscheren),
verschieben sich die Knoten des Hauptverbindungselementes in Richtung der Y-
Achse und in Richtung der X-Achse. Mit steigender Verschiebung rechtwinklig zur
Stabachse steigt die Relativverschiebung in X-Richtung zwischen dem Hauptverbin-
dungselement und dem Verstärkungselement. Damit aufgrund dieser Relativver-
schiebung keine Zwängungen im Kopplungselement entstehen, wurde dieses glei-
tend auf dem Hauptverbindungselement angebracht. Die Eigenschaft des Gleitens
wird durch Kontaktelemente Contact48 zwischen dem untersten Knoten des Kopp-
lungselementes und den Stäben des Hauptverbindungselementes dargestellt. Sind
die Normalenvektoren des Kontaktelementes 8 und des Zielelementes 7 iden-
tisch, kann zwischen beiden Elementen eine Kraft übertragen werden. Wirken die
Normalenvektoren in entgegen gesetzte Richtung, kann vom Hauptverbindungsele-
ment in das Verstärkungselement keine Kraft übertragen werden. Durch die Steue-
rung der Richtung der Normalenvektoren können ohne Änderung des Finite-Elemen-
te-Systems verstärkte und unverstärkte Verbindungen gleichermaßen modelliert und
berechnet werden. Für den Reibbeiwert zwischen dem Kontakt- und dem Zielelement
wurde µ = 0 gesetzt. Hierbei kann der Reibbeiwert jedoch beliebig geändert werden.
Dies kann dann notwendig werden, wenn Verstärkungselemente mit einer profilierten
Oberfläche direkt an Hauptverbindungselemente mit einer ebenfalls profilierten Ober-
fläche angebracht werden. Dies erfordert jedoch eine sehr präzise Herstellung der
Verstärkung.
Die Berechnung jedes Finite-Elemente-Systems erfolgt schrittweise. Hierbei wird das
Hauptverbindungselement an der Stelle der Fuge 9 , rechtwinklig zu seiner Achse
von δH = 0 mm bis δH = 15 mm in 0,2 mm-Schritten verschoben. Zu jedem Verschie-
bungsschritt wird die Last aufgezeichnet. Im zeitgesteuerten Postprozessor des Fini-
te-Elemente-Programms Ansys kann abschließend aus den berechneten Wertepaa-
ren (Last und dazugehörige Verschiebung) eine Last-Verformungskurve für unver-
stärkte oder verstärkte Verbindungen unter Berücksichtigung des realitätsgetreuen
Last-Verformungs-Verhaltens ausgegeben werden.
Bei Stahlblech-Holz-Verbindungen wird zwischen dicken und dünnen Stahlblechen
unterschieden. Der Unterschied zwischen beiden Systemen ist die Lagerung des
Hauptverbindungselementes im Stahlblech. Bei dünnen Stahlblechen kann sich das
Hauptverbindungselement im Stahlblech frei verdrehen, bei dicken Stahlblechen ist
eine Verdrehung des Hauptverbindungselementes im Stahlblech nicht möglich. Diese
Eigenschaft wird im Finite-Elemente-Modell durch eine Behinderung der Verdrehung
des Knotens 9 gesteuert.
112 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
45
36
27
Last [kN]
18
9
Versuchsdaten
Finite-Elemente-Berechnung
0
0 3 6 9 12 15
Relativverschiebung zwischen Holz und Stahlblech [mm]
100000
d = 32 mm verstärkt
90000
d = 24 mm verstärkt
80000
numerisch ermittelte Traglast [N]
d = 16 mm verstärkt
70000
d = 8 mm verstärkt
60000
d = 32 mm unverstärkt
50000 d = 24 mm unverstärkt
40000 d = 16 mm unverstärkt
30000 d = 8 mm unverstärkt
20000
10000
0
0 10000 20000 30000 40000 50000 60000 70000 80000 90000 100000
analytisch berechnete Traglast [N]
100%
90%
80%
70%
Summenhäufigkeit
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70%
Anteil der Kraftkomponente Fax an der axialen Tragfähigkeit Rax
folglich, ohne axiale Bewegungen nur rechtwinklig zu seiner Achse in das Holz ein-
gedrückt wird.
In den folgenden beiden Bildern ist die Wirksamkeit dieser Verstärkungsmethode
dargestellt. In Abhängigkeit vom Durchmesser des Hauptverbindungselementes
(Stabdübels) und des Verstärkungselementes (Vollgewindeschraube) ist der Zu-
wachs der Traglast einer verstärkten Verbindung im Vergleich zu einer geometrisch
identischen, jedoch unverstärkten Verbindung dargestellt. In Bild 5-19 ist der Trag-
lastzuwachs aus den analytischen Berechnungen, in Bild 5-20 derjenige aus den
numerischen Berechnungen dargestellt.
Der Vergleich zwischen beiden Bildern bestätigt die Übereinstimmung zwischen ana-
lytischer und numerischer Berechnung. Weiterhin ist zu erkennen, dass der Verstär-
kungseffekt mit zunehmenden Durchmesser der Hauptverbindungselemente steigt.
Der höchste Verstärkungseffekt wird erreicht, wenn der Durchmesser der Verstär-
kungselemente in etwa 30% bis 40% des Durchmessers der Hauptverbindungsele-
mente entspricht und die Verstärkungselemente mit dem kleinsten möglichen Ab-
stand zur Fuge direkt an die Hauptverbindungselemente angebracht werden.
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
8/1
8/1 2
8/8 0 mm
8 /6 mm mm
16 mm
16 /12
16 /1 0 mm
16 /8 mm
24 /6 mm
24 /1 2 mm
24 / 10 mm
24 /8m mm
32 /6 m
32 /12 mm
32 /10 mm
32 /8 mm
Hauptverbindungselement /6 mm
mm
Verstärkungselement
100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
8 /1
8/1 2m
8 /8 0m m
8/6 mm m
16 mm
16 /12
16 /1 0 mm
16 /8 mm
24 /6 mm
24 /1 2 mm
24 /1 0 mm
24 /8 mm
32 /6 mm
32 /12 mm
32 /10 mm
32 /8 mm
Hauptverbindungselement /6 mm
mm
Verstärkungselement
Damit ist Gleichung (64) zur Bestimmung des Verschiebungsmoduls bei Stahlblech-
Holz-Verbindungen, insbesondere mit dicken Stahlblechen, ungeeignet. Allerdings
muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Fall eines „übergroßen“ Bohrloches
im Rahmen dieser Untersuchungen nicht berücksichtigt wurde.
100%
90%
80%
70%
Summenhäufigkeit
60%
50%
40%
30%
20%
unverstärkte Verbindung - dickes Stahlblech
10%
unverstärkte Verbindung - dünnes Stahlblech
0%
-100% -50% 0% 50% 100% 150% 200% 250% 300% 350% 400%
Abweichung Kser,num von Kser
100%
90%
80%
70%
Summenhäufigkeit
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%
Abweichung Kser,num,verstärkt von Kser,num,unverstärkt
N
K ser ,G = 0,037 ⋅ ρ 0,82 ⋅ d 1,41 ⋅ t 0,66 in (65)
mm
N
K ser ,E = 0,31⋅ ρ 0,72 ⋅ d 1,54 ⋅ t 0,25 ⋅ fy
0,16
in (66)
mm
mit
ρ Rohdichte des Holzes in kg/m3
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 121
*) Traglast konnte nicht ermittelt werden, weil Proben vorzeitig gespalten sind
Die zweite Versuchsgruppe wurde in 8 Versuchsreihen unterteilt. In jeder Versuchs-
reihe (siehe Tabelle 5-1, Zeile 11 bis 18) wurden zur Verifizierung der berechneten
Verschiebungsmoduln zweischnittige Stahlblech-Holz-Verbindungen mit innen lie-
genden, 10 mm dicken Stahlblechen (Typ H-S-H) und Stabdübeln als Hauptverbin-
dungselemente geprüft. Die mittlere Rohdichte der Hölzer, die Dicke der Hölzer, der
Durchmesser sowie die Fließspannung der Hauptverbindungselemente sind in den
Spalten 4 bis 8 angegeben. Die Breite der Hölzer betrug bei allen Versuchskörpern
200 mm. Die Anordnung der Hauptverbindungselemente (Anzahl rechtwinklig sowie
124 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
parallel zur Faser) ist in Spalte 9 dargestellt. Der Abstand der Hauptverbindungsele-
mente in Faserrichtung wurde zu a1 = 5 · d gewählt. In Spalte 16 sind zur Verifizie-
rung der berechneten Verschiebungsmoduln die mittleren Werte der Verschie-
bungsmoduln je Scherfuge und Hauptverbindungselement angegeben.
Die dritte Versuchsgruppe wurde ebenfalls in 8 Versuchsreihen unterteilt. In jeder
Versuchsreihe wurden 5 gleiche Versuchskörper geprüft. Verbindungen vom Typ H-
H (Spalte 3) entsprechen einschnittigen Holz-Holz-Verbindungen, diejenigen vom
Typ H-H-H entsprechen zweischnittigen Holz-Holz-Verbindungen. Die mittlere Roh-
dichte der Versuchskörper bezogen auf eine Versuchsreihe ist in Spalte 4 angege-
ben. Die Dicken t1 und t2 der angeschlossenen Holzteile sind in Spalte 5 und 6 dar-
gestellt. Bei zweischnittigen Verbindungen vom Typ H-H-H entspricht die Dicke t1
dem Seitenholz, die Dicke t2 dem Mittelholz. Als Hauptverbindungselemente wurden
bei dieser Versuchsgruppe nur Stabdübel mit einem Durchmesser nach Spalte 7, mit
einer Fließspannung nach Spalte 8 und mit einer Anordnung nach Spalte 9 einge-
setzt. Die Breite der Hölzer betrug 180 mm und entsprach der Länge der Verstär-
kungselemente. Weitere Angaben zu den Verstärkungselementen sind in den Spal-
ten 10 bis 14 angegeben. Die mittlere Traglast je Scherfuge und Hauptverbindungs-
element ist in Spalte 15, der mittlere Verschiebungsmodul Kser je Scherfuge und
Hauptverbindungselement in Spalte 16 angegeben. Der Verschiebungsmodul Kser
wurde aus der Steigung der Last-Verformungs-Kurve zwischen 10% und 40% der
Höchstlast ermittelt.
In Bild 5-23 sind für alle Versuchsreihen aus der ersten und der dritten Versuchs-
gruppe die Versuchsergebnisse den nach Abschnitt 5.2.2 und 5.2.3 (vgl. Anlage 9.5
und 9.6) berechneten Tragfähigkeiten je Scherfuge und Verbindungsmittel darge-
stellt. In jeder Spalte sind die Einzelwerte für unverstärkte (Reihe xxx-0) sowie für
geometrisch identische, verstärkte Versuchskörper (Reihe xxx-1 oder xxx-2) darge-
stellt. Zum Vergleich der Ergebnisse wurden die Tragfähigkeiten nach Abschnitt 5.2.2
und 5.2.3 (vgl. Anlage 9.5 und 9.6) mit den in Tabelle 5-1 angegebenen Parametern
und mit der mittleren Rohdichte des Holzes berechnet. Unterhalb jeder Spalte ist der
prozentuelle Zuwachs ∆ der Traglast für verstärkte Verbindungen im Vergleich zu
unverstärkten Verbindungen dargestellt. ∆V entspricht dem mittleren Zuwachs der
Versuchstraglast. ∆Gl entspricht dem Zuwachs der berechneten Traglast.
Bei den Versuchsreihen in Spalte 1 und 2 sowie 6 bis 9 entsprechen die berechneten
Traglasten praktisch den Versuchsergebnissen. Ebenso entspricht der Zuwachs der
Versuchstraglast ∆V dem berechneten Zuwachs ∆Gl der Traglast. Bei diesen Ver-
suchsreihen wurde jeweils nur ein Verstärkungselement in einem Abstand p zur Fuge
im Kontakt mit den Hauptverbindungselementen angeordnet.
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 125
S-1-16-0
S-1-16-1
S-1-24-0
S-1-24-2
B-1-20-0
B-1-20-2
S-2-8-0
S-2-8-1
B-2-8-0
B-2-8-2
H-24-0
H-24-1
H-16-0
H-16-1
H-20-0
H-20-1
H-30-0
H-30-1
50
40 39,7
Traglast [kN]
33,3 33,6
30
26,4 25,5
21,3 20,4
20
17,8
16,2 15,4
14,8
12,3
10 10,9
8,75
7,14 6,71 7,58
5,94
0
∆V = 21,9% ∆V = 40,3% ∆V = 67,3% ∆V = 97,0% ∆V = 84,8% ∆V = 46,2% ∆V = 51,6% ∆V = 24,5% ∆V = 21,3%
∆Gl = 22,5% ∆Gl = 43,9% ∆Gl = 26,1% ∆Gl = 13,0% ∆Gl = 57,4% ∆Gl = 44,7% ∆Gl = 43,8% ∆Gl = 32,5% ∆Gl = 18,2%
hart“ mit zwei Fließgelenken zu erkennen. Die Fließgelenke bildeten sich an der Stel-
le der „harten“ Verstärkungselemente aus.
Bild 5-24 Schnitt durch einen unverstärkten Versuchskörper der Reihe S-2-8-0
Bild 5-25 Schnitt durch einen verstärkten Versuchskörper der Reihe S-2-8-1
Schnitte durch Versuchskörper aus der Versuchsreihe S-1-16-0 und S-1-16-1 sind in
Bild 5-26 dargestellt. Im Vergleich zur Versuchsreihe S-2-8-1 konnte sich das Ver-
stärkungselement in Richtung der Last mit verschieben. Dieser „weiche“ Versagens-
mechanismus 2 entspricht dem berechneten und maßgebenden Versagensmecha-
nismus 2 mit einer „weichen“ Verstärkung.
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 127
Bild 5-26 Schnitt durch einen verstärkten (links) und durch einen unverstärkten
(rechts) Versuchskörper aus der Versuchsreihe S-1-16
Eine verformte Vollgewindeschraube als Verstärkungselement ist in Bild 5-27 darge-
stellt.
In Bild 5-27 ist deutlich der Ausgangszustand sowie der Endzustand der Lage eines
Verstärkungselementes zu erkennen.
Zur Überprüfung der Gleichungen zur Berechnung des Verschiebungsmoduls Kser für
Stahlblech-Holz-Verbindungen wurden die Verschiebungsmoduln aus der ersten und
der zweiten Versuchsgruppe den berechneten Werten gegenübergestellt. In Bild
5-28 sind die Verschiebungsmoduln aus der ersten Versuchsgruppe, in Bild 5-29 die-
jenigen aus der zweiten Versuchgruppe dargestellt. Für jede Versuchsreihe wurden
die nach den Gleichungen (64) bis (66) berechneten Werte den zugehörigen Ver-
suchswerten gegenübergestellt. Die Verschiebungsmoduln wurden hierbei mit der
zugehörigen Rohdichte des Holzes sowie mit den entsprechenden mittleren Parame-
tern berechnet.
Die schwarzen Säulen repräsentieren die nach Gleichung (64) bzw. in Anlehnung an
DIN 1052:2004-08 berechneten Werte der Verschiebungsmoduln. Diese Werte sind
nur vom Durchmesser des stiftförmigen Verbindungsmittels sowie von der Rohdichte
des Holzes abhängig. Die weißen Säulen repräsentieren die nach den Gleichungen
(65) und (66) berechneten Verschiebungsmoduln Kser,G und Kser,E.
Bei Versuchskörpern mit innen liegenden Stahlblechen ist der Verschiebungsmodul
Kser,E nach Gleichung (66) maßgebend. Diese Gleichung gilt für Stahlblech-Holz-
Verbindungen unter der Annahme einer Einspannung des stiftförmigen Verbin-
dungsmittels im Stahlblech. Diese Annahme trifft bei innen liegenden Stahlblechen
immer zu.
Bei Versuchskörpern mit außen liegenden, dünnen Stahlblechen wird der Verschie-
bungsmodul nach Gleichung (65) unter der Annahme einer drehfreien Lagerung des
stiftförmigen Verbindungsmittels im Stahlblech berechnet. Der Fall einer drehfreien
Lagerung des stiftförmigen Verbindungsmittels konnte nur bei der Versuchsreihe B-1-
20-0/2 angenommen werden. Bei diesen zweischnittigen Verbindungen mit außen
liegenden Stahlblechen der Dicke t = 10 mm und Verbindungsmitteln mit einem
Durchmesser von d = 20 mm konnten sich die Verbindungsmittel im Stahlblech frei
verdrehen. Bei der Versuchsreihe B-2-8-0/2 mit dünnen Verbindungsmitteln (d = 8
mm, t = 10 mm) konnte keine drehfreie Lagerung angenommen werden. Bei dieser
Versuchsreihe können die Verbindungsmittel in den Stahlblechen als eingespannt
betrachtet werden.
Alle Versuchskörper wurden ohne Schlupf im Stahlblech hergestellt. Die Passbolzen
und die Stabdübel wurden passgenau in die Bauteile aus Holz und Stahl eingesetzt.
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 129
25000
Versuchsdaten Reihe
S-1-24-0/2
15000
Kser [N/mm]
Reihe
S-1-16-0/1
Reihe
B-1-20-0/2
10000
Reihe
Reihe
S-2-8-0/1
B-2-8-0/2
5000
60000
Reihe
Versuchsdaten S-5-100-24
Reihe
K_ser,DIN S-3-50-24
40000
Reihe
Kser [N/mm]
S-5-50-24
30000 Reihe
S-4-50-24
Reihe
S-5-100-16
20000
10000
Die nach Gleichung (65) berechneten Verschiebungsmoduln Kser,G für drehfrei gela-
gerte stiftförmige Verbindungsmittel sind deutlich kleiner als die nach Gleichung (64)
berechneten Werte Kser (siehe Versuchsreihe B-1-20-0/2 in Bild 5-28). Die nach Glei-
chung (66) berechneten Verschiebungsmoduln Kser,E für drehsteif gelagerte stiftför-
mige Verbindungsmittel sind jedoch deutlich größer als die nach Gleichung (64) be-
rechneten Werte Kser. Im Allgemeinen ist jedoch zu erkennen, dass im Vergleich zu
den Versuchsergebnissen Gleichungen (65) und (66) deutlich bessere Ergebnisse
liefern als Gleichung (64).
5.5 Zusammenfassung
Werden auf Abscheren beanspruchte Stabdübelverbindungen mit selbstbohrenden
Vollgewindeschrauben verstärkt, kann die Tragfähigkeit im Vergleich zu konventio-
nellen unverstärkten Verbindungen gesteigert werden. Hierbei müssen die Vollge-
windeschrauben als Verstärkungselemente direkt im Kontakt mit den Stabdübeln so-
wie rechtwinklig zur Beanspruchungsrichtung und rechtwinklig zur Stabdübelachse
angeordnet werden.
Die Wirkungsweise dieser Verstärkung kann darüber hinaus gesteigert werden, wenn
insbesondere spaltgefährdete Verbindungen verstärkt werden. Spalten kann auftre-
ten, wenn die Abstände der Verbindungsmittel untereinander in Faserrichtung des
Holzes zu gering sind. Durch die Anordnung der Vollgewindeschrauben rechtwinklig
zur Stabdübelachse kann bei ausreichender Dimensionierung der Verstärkungsele-
mente bei Beanspruchung in Richtung ihrer Achse das Spalten des Holzes wirkungs-
voll verhindert werden.
In (Blaß et al. (2005)) ist ein Beispiel zur Dimensionierung der Vollgewindeschrauben
als Spaltverstärkung in spaltgefährdeten Verbindungen angegeben. Obwohl in die-
sem Beispiel die Vollgewindeschrauben in der Mitte zwischen den einzelnen Stabdü-
beln angeordnet sind, gilt dieses Bemessungsverfahren gleichermaßen für Verstär-
kungselemente, die direkt im Kontakt mit den Stabdübeln angeordnet sind.
Dieses Bemessungsverfahren basiert auf den Untersuchungen von Schmid (2002).
Schmid empfiehlt, die auf Herausziehen beanspruchten Vollgewindeschrauben als
Spaltverstärkung für 30% der Beanspruchung der Stabdübel pro Scherfuge zu be-
messen. Das Verstärkungselement ist damit ausreichend dimensioniert, wenn die
Kraftkomponente rechtwinklig zur Faser geringer ist als die Tragfähigkeit der Vollge-
windeschraube bei Beanspruchung auf Herausziehen.
Ein weiteres Bemessungsverfahren für Vollgewindeschrauben als Spaltverstärkung
ist in Bejtka (2005) angegeben. Dieses Verfahren setzt voraus, dass eine spaltge-
fährdete Verbindung vollständig durchgerissen ist. Das Verstärkungselement ist aus-
reichend dimensioniert, wenn die Rissöffnung infolge Spalten geringer ist als die zu-
Verstärkung von Stabdübelverbindungen 131
5.6 Berechnungsprogramm
Die Berechnung der Tragfähigkeit von verstärkten Verbindungen ist auf Grund der
Vielzahl von Gleichungen (vgl. Anhang 9.5 und 9.6) sehr umständlich. Zur besseren
Handhabung der umfangreichen Gleichungen wurde am Lehrstuhl für Ingenieurholz-
bau und Baukonstruktionen, Universität Karlsruhe (TH) ein Programm zur Berech-
nung von verstärkten Stabdübelverbindungen entwickelt.
Mit Hilfe dieses Programms kann die Tragfähigkeit der Verstärkungselemente sowie
die Tragfähigkeit von verstärkten Stahlblech-Holz- und Holz-Holz-Verbindungen ein-
fach berechnet werden. Dieses Programm ermöglicht weiterhin die Berechnung von
unverstärkten konventionellen Verbindungen sowie die Dimensionierung der erfor-
derlichen Spaltverstärkung entsprechend Blaß et al. (2005) und Schmid (2002). Wei-
132 Verstärkung von Stabdübelverbindungen
terhin wurde das Programm dem Bemessungskonzept der DIN 1052:2004-08 ange-
passt.
In den folgenden Bildern ist ein Auszug aus dem Berechnungsprogramm dargestellt.
Links in Bild 5-30 ist die Oberfläche mit der Eingabe der allgemeinen Parameter dar-
gestellt. Hier werden tragfähigkeitsrelevante Parameter, die für die Ermittlung der
Tragfähigkeit der Verstärkungselemente und der Verbindungen notwendig sind, ein-
gegeben. Der Anwender hat darüber hinaus die Wahl, bei der Berechnung unver-
stärkter und verstärkter Verbindungen die Spaltverstärkung nach Blaß et al. (2005)
und Schmid (2002) zu berücksichtigen. Rechts in Bild 5-30 ist die Oberfläche mit der
Berechnung der Verstärkungselemente dargstellt. Hier kann die Tragfähigkeit eines
Verstärkungselementes für eine Stahlblech-Holz-Verbindung oder beider Verstär-
kungselemente in einer Holz-Holz-Verbindung unter Berücksichtigung der Verstär-
kungsart (durch ein oder zwei Stabdübel beanspruchte Vollgewindeschrauben) sowie
unter Berücksichtigung aller erforderlichen Parameter ermittelt werden.
Bild 5-31 Oberflächen zur Berechnung der Tragfähigkeit von unverstärkten und
verstärkten Stahlblech-Holz- und Holz-Holz-Verbindungen
Für jeden Verstärkungs- und Verbindungstyp kann eine vollständige Berechnung
ausgedruckt werden.
Dieses Berechnungsprogramm kann über den Lehrstuhl für Ingenieurholzbau und
Baukonstruktionen, Universität Karlsruhe (TH) bezogen werden.
134 Zusammenfassung
6 Zusammenfassung
Das Ziel dieses Forschungsvorhabens war die Ermittlung der wichtigsten tragfähig-
keitsrelevanten Parameter für selbstbohrende Schrauben zur Ermittlung der Tragfä-
higkeiten von Holzverbindungen mit stiftförmigen Verbindungsmitteln. Hierbei wurden
die Lochleibungsfestigkeit des Holzes, der Ausziehwiderstand sowie die Mindestab-
stände der Schrauben untereinander und zum Rand für selbstbohrende Holzschrau-
ben bestimmt. Die axiale Grenzverschiebung, der Verschiebungsmodul sowie die
Fließmomente von selbstbohrenden Holzschrauben waren weitere Parameter, die im
Rahmen dieses Forschungsvorhabens zusätzlich ermittelt wurden. Obwohl zahlrei-
che Schrauben unterschiedlicher Hersteller und Abmessungen zur Durchführung der
Versuche verwendet wurden, können einige der ermittelten Parameter nicht auf alle
Holzschrauben übertragen werden. Der Grund hierfür sind die großen Unterschiede
in der Ausbildung der Gewindebereiche sowie die Unterschiede im Ausgangsmaterial
bzw. im Herstellungsprozess von selbstbohrenden Holzschrauben. Die Gewindege-
ometrie beeinflusst in erster Linie das Last-Verformungs-Verhalten bei Beanspru-
chung auf Herausziehen und Abscheren. Die Mindestabstände der Schrauben unter-
einander sowie zum Rand und das Spaltverhalten werden signifikant durch die Geo-
metrie der Schraubenspitze beeinflusst. Materialeigenschaften, wie z. B. die Zugtrag-
fähigkeit, das Bruchdrehmoment und die Fließmomente von selbstbohrenden Holz-
schrauben unterscheiden sich auf Grund des unterschiedlichen Ausgangsmaterials
sowie unterschiedlicher Herstellungsprozesse.
7 Literatur
ANSYS: Online Manuals, Release 7.0. Swanson Analysis Systems, Inc., 1998.
Bejtka, I. (2005): Verstärkung von Bauteilen aus Holz mit Vollgewindeschrauben.
Band 2 der Reihe „Karlsruher Berichte zum Ingenieurholzbau“, Universitätsverlag
Karlsruhe; ISSN 1860-093X; ISBN 3-937300-54-6
Blaß, H.J.; Bejtka, I. (2002a): Standardisierung und Typisierung von Anschlüssen und
Verbindungen zur Rationalisierung der Planung und Fertigung im Holz-Wohnhausbau
– Teil A. Forschungsbericht 2002. Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine, Univer-
sität Karlsruhe (TH)
Blaß, H.J.; Bejtka, I. (2002b): Joints with Inclined Screws. CIB-W18, paper 35-7-4,
Kyoto, Japan
Blaß, H.J.; Bejtka, I. (2003a): Selbstbohrende Holzschrauben und ihre Anwendungs-
möglichkeiten. Holzbau Kalender 2004, 3. Jahrgang, Bruderverlag Karlsruhe, ISBN 3-
87104-136-X, S.516 – 541
Blaß, H.J.; Bejtka, I. (2003b): Verbindungen mit geneigt angeordneten Schrauben.
Bauen mit Holz – Fachzeitschrift für konstruktiven Holzbau und Ausbau. Ausgabe
Oktober 2003. S. 28 - 36
Blaß, H.J.; Bejtka. I.; (2003d). Querzugverstärkungen in gefährdeten Bereichen mit
selbstbohrenden Holzschrauben. Forschungsbericht des Lehrstuhls für Ingenieur-
holzbau und Baukonstruktionen, Universität Karlsruhe (TH)
Blaß, H.J.; Ehlbeck, J.; Kreuzinger, H.; Steck, G. (2005). Text und Erläuterungen zur
DIN 1052:2004-08. Bruderverlag Albert Bruder, 2005. ISBN 3-87104-146-7
Ehlbeck, J.; (1979). Nailed Joints in wood structures. Virginia polytechnic institute and
state university. Wood research and wood construction laboratory, Blacksburg, Virgi-
nia, No. 166
Ehlbeck, J.; Görlacher, R. (1982). Mindestabstände bei Stahlblech-Holz-
Nagelverbindungen. Forschungsbericht, Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine,
Abteilung Ingenieurholzbau, Universität Karlsruhe (TH)
Ehlbeck, J.; Siebert, W. (1988). Ermittlung der Mindestholzabmessungen und Min-
destnagelabständen bei Nagelverbindungen mit europäischen Douglasienholz. For-
schungsbericht, Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine, Abteilung Ingenieurholz-
bau, Universität Karlsruhe (TH)
Ehlbeck, J.; Werner, H.; (1992). Tragfähigkeit von Laubholzverbindungen mit stab-
förmigen Verbindungsmitteln. Forschungsbericht des Lehrstuhls für Ingenieurholzbau
und Baukonstruktionen, Universität Karlsruhe (TH)
Literatur 137
8 Verwendete Normen
DIN 96, Ausgabe Dezember 1986. Halbrund-Holzschrauben mit Schlitz
DIN 97, Ausgabe Dezember 1986. Senk-Holzschrauben mit Schlitz
DIN 571, Ausgabe Dezember 1986. Sechskant-Holzschrauben
DIN 1052:2004-08: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken – All-
gemeine Bemessungsregeln und Bemessungsregeln für den Hochbau
DIN 1151, Ausgabe April 1973. Drahtstifte rund; Senkkopf, Flachkopf
DIN 7998, Ausgabe Februar 1975. Gewinde und Schraubenenden für Holzschrauben
DIN EN 383, Ausgabe Oktober 1993. Holzbauwerke; Prüfverfahren: Bestimmung der
Lochleibungsfestigkeit und Bettungswerte für stiftförmige Verbindungsmittel
DIN EN 409, Ausgabe Oktober 1993. Holzbauwerke; Prüfverfahren: Bestimmung des
Fließmomentes von stiftförmigen Verbindungsmittel; Nägel
DIN EN 26891, Ausgabe Juli 1991. Holzbauwerke; Verbindungen mit mechanischen
Verbindungsmitteln; Allgemeine Grundsätze für die Ermittlung der Tragfähigkeit und
des Verformungsverhaltens (ISO 6891:1983)
Eurocode 5: EN 1995-1-1:2004 (D): Bemessung und Konstruktion von Holzbauten –
Teil 1-1: Allgemeines – Allgemeine Regeln und Regeln für den Hochbau
140 Anhänge
9 Anhänge
9.1 Anhang zum Abschnitt 2.4
20
korrigierter Ausziehparameter fax [N/mm2]
15
10
15
12
Bild 9-2 Ausziehparameter fax in Abhängigkeit von σh für α = 90° und β = 30°
Anhänge 141
16
12
Bild 9-3 Ausziehparameter fax in Abhängigkeit von σh für α = 90° und β = 60°
20
korrigierter Ausziehparameter fax [N/mm2]
15
10
a2,c
a1 a1
a1,t a1,t
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,t 60 96 107 120 144
a1 25 40 45 50 60
a2,c 15 24 26,5 30 36
b 30 48 53 60 72
a2,c
a1
a a1
a1,c a1,c
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,c 35 56 62 70 84
a1 25 40 45 50 60
a2,c 15 24 26,5 30 36
b 30 48 53 60 72
a2,c
a1 a1
a1,t a1,t
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,t 60 96 107 120 144
a1 25 40 45 50 60
a2,c 15 24 26,5 30 36
b 30 48 53 60 72
a2,c
a1 a1
a1,c a1,c
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,c 35 56 62 70 84
a1 25 40 45 50 60
a2,c 15 24 26,5 30 36
b 30 48 53 60 72
a2
a1 a1
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,t 60 96 107 120 144
a1 25 40 45 50 60
a2,c / a2 15 24 26,5 30 36
b 60 96 106 120 144
a2
a1 a1
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,c 35 56 62 70 84
a1 25 40 45 50 60
a2,c / a2 15 24 26,5 30 36
b 60 96 106 120 144
a2,t
a1 a1
a1,c a2,c a1,c
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,c / a2,t 35 56 62 70 84
a1 15 24 26,5 30 36
a2,c 15 24 26,5 30 36
b 50 80 89 100 120
a2 a2,t
a1 a1
a1,c a2,c a1,c
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,c / a2,t 35 56 62 70 84
a1 15 24 26,5 30 36
a2,c / a2 15 24 26,5 30 36
b 65 104 116 130 156
a2 a2,t
a1 a1
a1,c a 2,c a1,c
t b
d in mm 5 8 8,9 10 12
a1,c / a2,t 35 56 62 70 84
a1 15 24 26,5 30 36
a2,c / a2 15 24 26,5 30 36
b 80 128 142 160 192
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,1
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,2
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,1
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,2
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
Bild 9-18 Risslängenquotient kRi,1 (Gl. (20)) für Reihe I-A-10 u. I-A-12
1,2
1,0
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
Bild 9-19 Risslängenquotient kRi,2 (Gl. (21)) für Reihe I-A-10 u. I-A-12
154 Anhänge
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,1
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,2
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,1
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,2
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,1
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
1,2
1,0
0,8
Risslängenquotient kRi,2
0,4
0,2
0,0
350 400 450 500 550 600
Rohdichte in kg/m³
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1,t a 2,c
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 30 36 48 53 60 72
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1 a1
a1,t a 2,c
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 30 36 48 53 60 72
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1,t a 2,c
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 30 36 48 53 60 72
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1 a1
a1 a1
a1,t a 2,c
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 30 36 48 53 60 72
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1,t
a 2,c a2
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2 / a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 60 72 96 107 120 144
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1,t
a 2,c a2
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2 / a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 60 72 96 107 120 144
tM b
a1,t tS a1,t
a1 a1
a1,t
a 2,c a2
d in mm 5 6 8 8,9 10 12
a1,t 60 72 96 106 120 144
a1 25 30 40 45 50 60
a2 / a2,c 15 18 24 26,5 30 36
b 60 72 96 107 120 144
Aufspalten
I-A-8-B32-4 92,07 Seitenholz
v3 19,66 78,08 454 381
76,68 9,79 8,05 +
v4 >20 75,20 515 381 x
v1 14,68 - 411 385 x
81,72 11,18 9,02 +
v2 >20 75,43 422 385 x Aufspalten
I-A-8-B32-5 87,17
Zug-Scherversuche der Reihe I-A-8-B32
15
Kraft je Schraube und Scherfuge [kN]
12
9
G-2-1
6 G-2-2
G-2-3
3 G-2-4
G-2-5
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung [mm]
15
Kraft je Schraube und Scherfuge [kN]
12
9
G-6-1
6 G-6-2
G-6-3
3 G-6-4
G-6-5
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung [mm]
18
15
Kraft je Schraube und Scherfuge [kN]
12
9
G-11-1
6 G-11-2
G-11-3
3 G-11-4
G-11-5
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung [mm]
20
15
X-2-1
10
X-2-2
X-2-3
5
X-2-4
X-2-5
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung [mm]
25
Kraft je Schraubenkreuz und Scherfuge [kN]
20
15
X-5-1
10
X-5-2
X-5-3
5
X-5-4
X-5-5
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung [mm]
20
15
X-7-1
10
X-7-2
X-7-3
5
X-7-4
X-7-5
0
0 3 6 9 12 15
Verschiebung [mm]
mit
R1 = fh ⋅ d ⋅ t1 + RVE (68)
⎡ 4 M ⎤
R2 = fh ⋅ d ⋅ t1 ⋅ ⎢ 2 + 2 ⋅ y − 1⎥ für p ≥ x2 (69)
⎢⎣ t1 fh ⋅ d ⎥⎦
My ⎡ t p ⎤
R2 = + fh ⋅ d ⋅ t1 ⋅ ⎢ 1 + − 1⎥ für p < x2 und RVE > FVE ,2 (70)
p ⎣ 2 ⋅ p t1 ⎦
⎡ 4 ⎛ M − RVE ⋅ p ⎞ ⎤
R2 = RVE + fh ⋅ t1 ⋅ d ⋅ ⎢ 2 + 2 ⋅⎜ y ⎟ − 1⎥ für p < x2 und RVE ≤ FVE ,2 (71)
⎢⎣ t1 ⎝ fh ⋅ d ⎠ ⎥⎦
fh ⋅ d ⎡ t1 ⎤
2
My t1
2
M
mit FVE ,2 = + ⋅ ⎢ − p2 ⎥ und x2 = + y (72)
p p ⎣2 ⎦ 2 fh ⋅ d
R3 = 2 ⋅ 2 ⋅ M y ⋅ fh ⋅ d für p ≥ x3 (73)
2 ⋅ My fh ⋅ d ⋅ p
R3 = + für p < x3 und RVE > FVE ,3 (74)
p 2
2 ⋅ My fh ⋅ d ⋅ p 4 ⋅ My
mit FVE ,3 = − und x3 = (76)
p 2 fh ⋅ d
198 Anhänge
mit
R2 = fh ⋅ d ⋅ t1 ⋅ [ 2 − 1] für p ≥ x2 (78)
⎡ t p ⎤
R2 = fh ⋅ d ⋅ t1 ⋅ ⎢ 1 + − 1⎥ für p < x2 und RVE > FVE ,2 (79)
⎣ 2 ⋅ p t1 ⎦
⎡ 4⋅R ⋅ p ⎤
R2 = RVE + fh ⋅ t1 ⋅ d ⋅ ⎢ 2 - 2 VE − 1⎥ für p < x2 und RVE ≤ FVE ,2 (80)
⎢⎣ t1 ⋅ fh ⋅ d ⎥⎦
fh ⋅ d ⎡ 2 ⎤ t1
mit FVE ,2 = ⋅ ⎢ t1 − p 2 ⎥ und x2 = (81)
p ⎣2 ⎦ 2
R3 = 2 ⋅ fh ⋅ d ⋅ M y für p ≥ x3 (82)
My fh ⋅ d ⋅ p
R3 = + für p < x3 und RVE > FVE ,3 (83)
p 2
My fh ⋅ d ⋅ p 2 ⋅ My
mit FVE ,3 = − und x3 = (85)
p 2 fh ⋅ d
Anhänge 199
mit
1
R1 = ⋅ fh ⋅ d ⋅ t 2 + RVE (87)
2
t2
R3 = 2 ⋅ M y ⋅ fh ⋅ d für > p ≥ x3 (88)
2
My fh ⋅ d ⋅ p t2
R3 = + für p < x3 < und RVE > FVE ,3 (89)
p 2 2
t2
R3 = RVE + 2 ⋅ fh ⋅ d ⋅ ( M y − RVE ⋅ p ) für p < x3 < und RVE ≤ FVE ,3 (90)
2
My fh ⋅ d ⋅ p 2 ⋅ My
mit FVE ,3 = − und x3 = (91)
p 2 fh ⋅ d
200 Anhänge
mit
1
R1 = ⋅ fh ⋅ d ⋅ t 2 + RVE (93)
2
t2
R3 = 2 ⋅ 2 ⋅ M y ⋅ fh ⋅ d für > p ≥ x3 (94)
2
2 ⋅ My fh ⋅ d ⋅ p t2
R3 = + für p < x3 < und RVE > FVE ,3 (95)
p 2 2
t2
R3 = RVE + 2 ⋅ fh ⋅ d ⋅ ( 2 ⋅ M y − RVE ⋅ p ) für p < x3 < und RVE ≤ FVE ,3 (96)
2
2 ⋅ My fh ⋅ d ⋅ p 4 ⋅ My
mit FVE ,3 = − und x3 = (97)
p 2 fh ⋅ d
Anhänge 201
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ ⎛ t t ⎞
2
t
2
⎛ t ⎞⎤ für p ≥ x1,1c
R1c = ⋅ ⎢ β + 2 ⋅ β 2 ⋅ ⎜ 1 + 2 + 22 ⎟ + β 3 ⋅ 22 − β ⋅ ⎜ 1 + 2 ⎟ ⎥ (101)
(1 + β ) ⎢⎣ ⎜ t1 t1 ⎟⎠ t1 ⎝ t1 ⎠ ⎥ u. p ≥ x2,1c
⎝ ⎦
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ p t ⎛ t ⎞ t ⎤
2
R1c = ⋅ ⎢( β + 1) ⋅ − 1 − β ⋅ 2 + ⎜⎜ 1 + β ⋅ 22 ⎟⎟ ⋅ 1 ⎥
2 ⎣⎢ t1 t1 ⎝ t1 ⎠ 2 ⋅ p ⎦⎥
(102)
F2,VE ,1c
für p < x1,1c und p < x2,1c sowie für R1,VE > F1,VE ,1c und R1,VE >
ψ
(ψ + β ) fh,1 ⋅ d ⋅ t1
R1c = R1,VE ⋅ +
(1 + β ) (1 + β )
⎡ ⎛ 2
⎞ 2
R
2
⋅ β ⋅ (ψ − 1)
2 ⎤
⎢ β + 2 ⋅ β 2 ⋅ ⎜ 1 + t 2 + t 22 ⎟ + β 3 ⋅ t 22 − 1,VE 2 ⎥
⎢ ⎜ t t ⎟ t t ⋅ d 2
⋅ f
2
⎥
⎝ 1 1 ⎠ 1 1 h,1
⎢ ⎛ t2 ⎞ ⎥ (103)
⋅⎢ ⎛ t1 ⎛ t2 ⎞ ⎞ − β ⋅ ⎜1+ t ⎟⎥
⎢ 2 ⋅ R1,VE ⋅ β ⋅ p ⋅ ⎜ (
2 ⋅ 1 + β ) (
⋅ 1 + ψ ) + ⋅ ( 1 − ψ ) ⎜
⋅ β ⋅
t1
− 1⎟⎟ ⎝ 1 ⎠
⎥
⎝ p ⎝ ⎠ ⎠
⎢ − ⎥
⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⋅ t1
2
⎥⎦
für p < x1,1c und p < x2,1c sowie für R1,VE ≤ Z1c
⎡ p2 p ⎛ t ⎞ ⎤
⎢ 2 ⋅ 2 ⋅ (1 + β ) − 2 ⋅ ⋅ ⎜ 1 − β ⋅ 2 ⎟ ⎥
⎢ t1 t1 ⎝ t1 ⎠ ⎛ t2 p ⎞⎥
R1c = R1,VE ⋅ψ + fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⋅ ⎢ 2 ⋅ β ⋅ − β ⋅ ⎜ + 2 ⋅ ⎟⎥
⎢ t
2
4 ⋅ R ⋅ ψ ⋅ p ⎝ t1 t1 ⎠ ⎥
+1 + β ⋅ 22 − 1,VE
(105)
⎢ t t
2
⋅ d ⋅ f ⎥
⎣ 1 1 h ,1 ⎦
F F
für p < x1,1c und p < x2,1c sowie für F1,VE ,1c ≤ 2,VE ,1c und Z1c < R1,VE ≤ 2,VE ,1c
ψ ψ
Mit
⎡ ⎡ 2
t ⎤
t ⎤
2
t1 ⎛t ⎞
x1,1c = ⋅ ⎢ β + 2 ⋅ β 2 ⋅ ⎢1 + t 2 + ⎛⎜ 2 ⎞⎟ ⎥ + β 3 ⋅ ⎜ 2 ⎟ + 1 − β ⋅ 2 ⎥ (106)
2 ⋅ (1 + β ) ⎢ ⎣⎢ t1 ⎝ t1 ⎠ ⎦⎥ ⎝ t1 ⎠ t1 ⎥
⎣ ⎦
⎡ ⎡ t ⎛ t2 ⎞2 ⎤ 2
t ⎞⎤
t1 ⎛ t2 ⎞ ⎛
x2,1c = ⋅ ⎢ β + 2 ⋅ β ⋅ ⎢1 + + ⎜ ⎟ ⎥ + β ⋅ ⎜ ⎟ − β ⋅ ⎜ 1 − β ⋅ 2 ⎟ ⎥
2 2 3
(107)
2 ⋅ β ⋅ (1 + β ) ⎢ ⎢⎣ t1 ⎝ t1 ⎠ ⎥⎦ ⎝ t1 ⎠ ⎝ t1 ⎠ ⎥
⎣ ⎦
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ p t2 ⎛ t 2 ⎞ t1 ⎤
2
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ p t ⎛ t ⎞ t ⎤
2
⎧ ⎡( t1 − t 2 ⋅ β − 2 ⋅ p ) ⋅ (1 − ψ ) − 2 ⋅ p ⋅ β ⋅ (1 + ψ ) + 2 ⋅ β ⎤ ⎫
⎪ ⎢ ⎥ ⎪
⎪ ⎢ ⎛ 2 ⎥
⎞ ⎪
⎪ fh,1 ⋅ d ⎢ 2 ⋅ p 2 ⋅ (ψ + 1)2 ⋅ (1 + β ) + t12 ⋅ (ψ − 1)2 ⋅ ⎜ 1 + β ⋅ t 22 ⎟ ⎥ ⎪
⎪ ⋅
2 ⎢
⎜ t1 ⎟⎠ ⎥ ⎪
(ψ − 1 ) ⋅ ⎝
⎪ ⎢ ⎥ ⎪
⎪ ⎢ +2 ⋅ p ⋅ t ⋅ ( ⎛ t2 ⎞ ⎥ ⎪
1 − ψ ) ⋅ ⎜ β ⋅ − 1⎟ − 8 ⋅ψ ⋅ p
2 2 2
Z1c = min ⎨ ⎢ 1
t ⎥ ⎬
⎪ ⎣ ⎝ 1 ⎠ ⎦ ⎪ (110)
⎪ ⎡( t1 − t 2 ⋅ β − 2 ⋅ p ) ⋅ (1 − ψ ) + 2 ⋅ p ⋅ β ⋅ (1 − ψ ) − 4 ⋅ψ ⋅ p ⎤⎪
⎪ ⎢ ⎥⎪
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ ⎢ 2 ⋅ p ⋅ψ ⋅ (ψ + 2 ) ⋅ (1 + β ) + 2 ⋅ p ⋅ (1 − 3 ⋅ β )
2 2
⎥⎪
⎪ (ψ − 1)2 ⎢ + 2 ⋅ ⎥⎪
⎪ (1 − ψ ) ( 2 1 ) ( ) ( t1 + β ⋅ t2 ) ⎦ ⎪⎭⎪
2
⎢ + 2 ⋅ p ⋅ 2
⋅ β ⋅ t − t + ψ − 1 ⋅ 2 2
⎥
⎩⎪ ⎣
für ψ ≠ 1
Anhänge 203
⎧ fh,1 ⋅ d ⎡ t1
2
( β ⋅ t 2 + t1 ) ⎤ ⎫
2
⎪ ⋅ ⎢( t1 − t 2 ⋅ β ) − p ⋅ ( β + 1) + ⋅ ( β − 1) + ⎥ ⎪
⎪ 2⋅ β ⎣ 2⋅ p 4⋅ p ⎦ ⎪
Z1c = min ⎨ ⎬
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ β ⎡ ( ) ⎤
2
t
2
β ⋅ t + t ⎪ (111)
⎪ ⋅ ⎢( t 2 ⋅ β − t1 ) − p ⋅ ( β + 1) + 2 ⋅ (1 − β ) + 2 1
⎥⎪
⎩ 2 ⎢
⎣ 2 ⋅ p 4 ⋅ p ⋅ β ⎥⎦ ⎭
für ψ = 1
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ p t ⎤ M
R2a = ⋅ ⎢( β + 2 ) ⋅ − 2 + 1 ⎥ + y
4 ⎣ t1 p⎦ 2⋅ p
(113)
F2,VE ,2a
für p < x1,2a und p < x2,2a sowie für R1,VE > F1,VE ,2a und R1,VE >
ψ
R2a = R1,VE ⋅
( 2 ⋅ψ + β )
(2 + β )
⎡ 2 ⋅ R1,VE ⋅ β ⋅ (ψ − 1)
2 2 ⎤
⎢ 2 ⋅ β ⋅ (1 + β ) − ⎥
⎢ 2
t1 ⋅ d ⋅ fh,1
2 2
⎥
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎢ ⎥ (114)
+ ⋅⎢ ⎛ ⎞ −β⎥
( 2 + β ) ⎢ 4 ⋅ R1,VE ⋅ β ⋅ ⎜ ⋅ (1 + ψ ) ⋅ ( 2 + β ) + ψ − 1⎟
p
⎥
⎢ − ⎝ t1 ⎠ + 4 ⋅ β ⋅ ( 2 + β ) ⋅ My ⎥
⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⋅ t1 fh,1 ⋅ d ⋅ t1
2
⎦⎥
für p < x1,2a und p < x2,2a sowie für R1,VE ≤ Z2a
⎡ p2 p ( 8 ⋅ R1,VE ⋅ p − 4 ⋅ M y ) p ⎤
R2a = R1,VE + fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⋅ ⎢ (2 + β ) ⋅ 2 ⋅ + 2 + 4 ⋅ − − 2 ⋅ − 1⎥
⎢⎣ t1
2
t1 2
t1 ⋅ fh,1 ⋅ d t1 ⎥⎦ (115)
F2,VE ,2a
für p < x1,2a und p < x2,2a sowie für F1,VE ,2a > und Z2a < R1,VE ≤ F1,VE ,2a
ψ
204 Anhänge
R2a = R1,VE ⋅ψ
⎡ p2 p β ⋅ ( 4 ⋅ R1,VE ⋅ψ ⋅ p − 2 ⋅ M y ) p⎤
+fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⋅ ⎢ (2 + β ) ⋅ β ⋅ 2
+ β − 2 ⋅ β ⋅ − 2
− β ⋅ ⎥
⎢⎣ t1 t1 t1 ⋅ fh,1 ⋅ d t1 ⎥⎦
(116)
F2,VE ,2a F2,VE ,2a
für p < x1,2a und p < x2,2a sowie für F1,VE ,2a ≤ und Z2a < R1,VE ≤
ψ ψ
Mit
t1 ⎡ ( 2 + β ) ⋅ β ⋅ 4 ⋅ My ⎤
x1,2a = ⋅ ⎢ 2 ⋅ β ⋅ (1 + β ) + + 2⎥ (117)
2 ⋅ ( 2 + β ) ⎢⎣ 2
t1 ⋅ fh,1 ⋅ d ⎥⎦
t1 ⎡ ( 2 + β ) ⋅ β ⋅ 4 ⋅ My ⎤
x2,2a = ⋅ ⎢ 2 ⋅ β ⋅ (1 + β ) + − β ⎥ (118)
β ⋅ ( 2 + β ) ⎢⎣ 2
t1 ⋅ fh,1 ⋅ d ⎥⎦
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ p t ⎤ M
F1,VE ,2a = ⋅ ⎢( β − 6 ) ⋅ + 2 + 1 ⎥ + y (119)
4 ⎣ t1 p⎦ 2⋅ p
fh,1 ⋅ d ⋅ t1 ⎡ p t ⎤ M
F2,VE ,2a = ⋅ ⎢( 2 − 3 ⋅ β ) ⋅ − 2 + 1 ⎥ + y (120)
4 ⎣ t1 p⎦ 2⋅ p
⎧ ⎡( 2 ⋅ p − t1 − β ⋅ p ) ⋅ (ψ − 1) − 2 ⋅ p ⋅ β ⎤⎫
⎪ ⎢ ⎥⎪
⎪ f ⋅ d ⎢ β ⋅ p 2 ⋅ (ψ + 1)2 ⋅ ( 2 + β ) + 2 ⋅ p ⋅ t ⋅ β ⋅ (ψ 2 − 1) ⎥⎪
⎪ h,1 2 ⋅ ⎢ 1
⎥⎪
⎪ (ψ − 1) ⎢ + 2 ⋅ β ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y
2
⎥⎪
⎢ + β ⋅ t1 ⋅ (ψ − 1) − 8 ⋅ β ⋅ψ ⋅ p +
2 2
⎪ 2 2
⎥⎪
⎪⎪ ⎣⎢ fh,1 ⋅ d ⎦⎥ ⎪⎪
Z2 a = min ⎨ ⎬
⎪ ⎡( 2 ⋅ p + t1 + β ⋅ p ) ⋅ (1 − ψ ) − 4 ⋅ p ⎤ ⎪ (121)
⎪ ⎢ ⎥ ⎪
fh,1 ⋅ d ⎢ p 2 ⋅ (ψ + 1) ⋅ ( 2 + β ) + 2 ⋅ p ⋅ t1 ⋅ (ψ 2 − 1) ⎥
2
⎪ ⎪
⎪ 2 ⎢
⋅ ⎥ ⎪
⎪ (ψ − 1 ) ⎢ + 2 ⋅ 2 ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y ⎥
2
⎪
( )
2 2
⎪ ⎢ + t1 ⋅ ψ − 1 − 4 ⋅ β ⋅ p 2
+ ⎥ ⎪
⎪⎩ ⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⎥⎦ ⎪⎭
für ψ ≠ 1
Anhänge 205
⎧ fh,1 ⋅ d M ⎫
⎪ ⋅ ⎡⎣( β − 1) ⋅ t12 + 4 ⋅ p ⋅ t1 − 2 ⋅ p 2 ⋅ ( 2 + β ) ⎤⎦ + y ⎪
⎪4 ⋅ p ⋅ β 2⋅ p⎪
Z2a = min ⎨ ⎬ für ψ = 1 (122)
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ ⎡t 2 − 2 ⋅ p ⋅ β ⋅ t − p 2 ⋅ β ⋅ My ⎪
⎪⎩ 8⋅p ⎣ 1 1 ( 2 + β ) ⎤⎦ +
2 ⋅ p ⎪⎭
fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⎡ p ⎛ t ⎞⎤ M
R2b = ⋅ ⎢( 2 ⋅ β + 1) ⋅ + 2 ⋅ β ⋅ ⎜ 2 − 1⎟ ⎥ + y
4 ⎣ t2 ⎝ 2 ⋅ p ⎠⎦ 2 ⋅ p
(124)
F2,VE ,2 b
für p < x1,2b und p < x2,2b sowie für R1,VE > F1,VE ,2b und R1,VE >
ψ
R2b = R1,VE ⋅
(2 ⋅ β +ψ )
( 2 ⋅ β + 1)
⎡ 2 ⋅ R1,VE ⋅ β ⋅ (ψ − 1)
2 2
4 ⋅ β ⋅ ( 2 ⋅ β + 1) ⋅ M y ⎤
⎢ 2 ⋅ β ⋅ (1 + β ) −
2
+ ⎥
⎢ 2
t 2 ⋅ d 2 ⋅ fh,1
2
fh,1 ⋅ d ⋅ t 2
2
⎥
fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⎢ ⎥ (125)
+ ⋅ −β⎥
( 2 ⋅ β + 1) ⎢⎢ 4 ⋅ R1,VE ⋅ β ⋅ ⎛⎜ p ⋅ (1 + ψ ) ⋅ ( 2 ⋅ β + 1) + β − ψ ⋅ β ⎞⎟ ⎥
⎢ − ⎝ t2 ⎠ ⎥
⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⎥⎦
für p < x1,2b und p < x2,2b sowie für R1,VE ≤ Z2b
⎡ p2 ⎛ p⎞ ( 4 ⋅ R1,VE ⋅ p − 2 ⋅ My ) − p ⎤⎥
R2b = R1,VE + fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⋅ ⎢ (1 + 2 ⋅ β ) ⋅ + ⎜ 1 − 2 ⋅ ⋅ β −
⎢⎣
2
t2 ⎝ t 2 ⎟⎠ 2
t 2 ⋅ fh,1 ⋅ d t 2 ⎥⎦
(126)
F2,VE ,2b
für p < x1,2b und p < x2,2b sowie für F1,VE ,2b > und Z2b < R1,VE ≤ F1,VE ,2b
ψ
R2 b = R1,VE ⋅ψ + fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⋅
⎡ p2 ⎛ p⎞ 4 ⋅ ( 2 ⋅ R1,VE ⋅ψ ⋅ p − M y ) ⎛ p ⎞⎤
⎢ β⋅ (1 + 2 ⋅ β ) ⋅ 2 ⋅ + ⎜ 1 + 2 ⋅ ⋅ 2 ⋅ β − −β ⋅ ⎜1+ 2 ⋅ ⎟⎥
2
t 2 ⎟⎠ 2
t 2 ⋅ fh,1 ⋅ d t 2 ⎠ ⎥ (127)
⎣⎢ t2 ⎝ ⎝ ⎦
F2,VE ,2b F2,VE ,2b
für p < x1,2b und p < x2,2b sowie für F1,VE ,2b ≤ und Z2 b < R1,VE ≤
ψ ψ
206 Anhänge
Mit
t2 ⎡ (1 + 2 ⋅ β ) ⋅ β ⋅ 4 ⋅ M y ⎤
x1,2 b = ⋅ ⎢ 2 ⋅ β 2 ⋅ (1 + β ) + − β ⎥ (128)
1+ 2 ⋅ β ⎢ t
2
⋅ f ⋅ d ⎥
⎣ 2 h ,1 ⎦
t2 ⎡ (1 + 2 ⋅ β ) ⋅ β ⋅ 4 ⋅ M y ⎤
x2,2 b = ⋅ ⎢ 2 ⋅ β 2 ⋅ (1 + β ) + + 2 ⋅ β 2
⎥ (129)
2 ⋅ β ⋅ (1 + 2 ⋅ β ) ⎢ 2
t 2 ⋅ fh,1 ⋅ d ⎥⎦
⎣
fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⎡ p ⎛ t ⎞⎤ M
F1,VE ,2b = ⋅ ⎢( 2 ⋅ β − 3 ) ⋅ + 2 ⋅ β ⋅ ⎜ 2 − 1⎟ ⎥ + y (130)
4 ⎣ t2 ⎝ 2 ⋅ p ⎠⎦ 2 ⋅ p
fh,1 ⋅ d ⋅ t 2 ⎡ p ⎛ t ⎞⎤ M
F2,VE ,2b = ⋅ ⎢(1 − 6 ⋅ β ) ⋅ + 2 ⋅ β ⋅ ⎜ 2 + 1⎟ ⎥ + y (131)
4 ⎣ t2 ⎝ 2 ⋅ p ⎠⎦ 2 ⋅ p
⎧ ⎡( p + β ⋅ t 2 − 2 ⋅ β ⋅ p ) ⋅ (ψ − 1) − 4 ⋅ p ⋅ β + 2 ⎤⎫
⎪ ⎢ ⎥⎪
⎪ f ⋅ d ⎢ β ⋅ p 2 ⋅ (ψ + 1)2 ⋅ ( 2 ⋅ β + 1) + 2 ⋅ p ⋅ t ⋅ β 2 ⋅ ⎥⎪
⎪ h,1 2 ⋅ ⎢ 2 (1 − ψ 2 ) ⎥⎪
⎪ (ψ − 1) ⎢⋅ 2 ⋅ β ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y
2 ⎥⎪
⎪ ⎢ + β 2 ⋅ t 2 2 ⋅ (ψ − 1)2 − 4 ⋅ β ⋅ψ 2 ⋅ p 2 + ⎥⎪
⎪⎪ ⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⎥⎦ ⎪⎪
Z2 b = min ⎨ ⎬
⎪ ⎡( 2 ⋅ p ⋅ β − β ⋅ t 2 + p ) ⋅ (1 − ψ ) − 2 ⋅ p ⎤ ⎪ (132)
⎪ ⎢ ⎥ ⎪
fh,1 ⋅ d ⎢ p 2 ⋅ (ψ + 1) ⋅ ( 2 ⋅ β + 1) + 2 ⋅ β ⋅ p ⋅ t 2 ⋅ (1 − ψ 2 ) ⎥
2
⎪ ⎪
⎪ ⋅
2 ⎢ ⎥ ⎪
⎪ (ψ − 1 ) ⎢ + 2 ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y ⎥
2
⎪
( )
2 2
⎪ ⎢ + β ⋅ t 2 ⋅ ψ − 1 − 8 ⋅ β ⋅ p 2
+ ⎥ ⎪
⎪⎩ ⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⎥⎦ ⎪⎭
für ψ ≠ 1
⎧ fh,1 ⋅ d M ⎫
⎪ ⋅ ⎣⎡ β 2 ⋅ t 22 − 2 ⋅ p ⋅ β ⋅ t 2 − p 2 ⋅ ( 2 ⋅ β + 1) ⎤⎦ + y ⎪
⎪ 8⋅ p⋅β 2⋅ p ⎪
Z2 b = min ⎨ ⎬
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ ⎡⎣ 4 ⋅ p ⋅ β ⋅ t 2 − 2 ⋅ p ⋅ β ⋅ ( 2 ⋅ β + 1) + t 2 ⋅ β ⋅ (1 − β ) ⎤⎦ +
2 2 2 My ⎪ (133)
⎪⎩ 4 ⋅ p 2 ⋅ p ⎪⎭
für ψ = 1
Anhänge 207
2⋅ β für p ≥ x1,3
R3 = ⋅ 2 ⋅ fh,1 ⋅ d ⋅ M y (134)
1+ β und p ≥ x2,3
My fh,1 ⋅ d ⋅ p
R3 = + ⋅ (1 + β )
p 4
(135)
F2,VE ,3
für p < x1,3 und p < x2,3 sowie für R1,VE > F1,VE ,3 und R1,VE >
ψ
( β +ψ ) ⋅ (ψ − 1)
2 2
2⋅ β R
R3 = R1,VE ⋅ + ⋅ fh,1 ⋅ d ⋅ ( 2 ⋅ M y − R1,VE ⋅ p ⋅ (1 + ψ ) ) − 1,VE
(1 + β ) 1+ β 2 ⋅ (1 + β ) (136)
für p < x1,3 und p < x2,3 sowie für R1,VE ≤ Z3
⎡ 4 ⋅ R1,VE ⋅ p − 4 ⋅ M y ⎤
R3 = R1,VE + fh,1 ⋅ d ⋅ ⎢ (1 + β ) ⋅ p 2 − − p⎥
⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⎥⎦
(137)
F2,VE ,3
für p < x1,3 und p < x2,3 sowie für F1,VE ,3 > und Z3 < R1,VE ≤ F1,VE ,3
ψ
⎡ 4 ⋅ β ⋅ ( R1,VE ⋅ψ ⋅ p − M y ) ⎤
R3 = R1,VE ⋅ψ + fh,1 ⋅ d ⋅ ⎢ (1 + β ) ⋅ β ⋅ p 2 − − p ⋅ β ⎥ für
⎢⎣ fh,1 ⋅ d ⎥⎦
(138)
F2,VE ,3 F2,VE ,3
p < x1,3 und p < x2,3 sowie für F1,VE ,3 ≤ und Z3 < R1,VE ≤
ψ ψ
Mit
2⋅ β 2 ⋅ My
x1,3 = ⋅ (139)
1+ β fh,1 ⋅ d
2 2 ⋅ My
x2,3 = ⋅ (140)
β ⋅ (1 + β ) fh,1 ⋅ d
My fh,1 ⋅ d ⋅ p
F1,VE ,3 = − ⋅ (3 − β ) (141)
p 4
208 Anhänge
My fh,1 ⋅ d ⋅ p
F2,VE ,3 = − ⋅ ( 3 ⋅ β − 1) (142)
p 4
⎧ ⎡ ⎤⎫
( )
2
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ p ⎢ (1 + ψ ) ⋅ ( β + β ) − 4 ⋅ β ⋅ψ + 4 ⋅ β ⋅ ψ − 1 ⋅ My
2 2 2 ⎥⎪
⎪ ⋅
2 ⎢ p ⋅ d ⋅ fh,1
2
⎥⎪
⎪ (ψ − 1) ⎢ ⎥⎪
⎪⎪ ⎣⎢ − ( β − 1) ⋅ψ − β − 1 ⎥⎪
⎦⎪
Z3 = min ⎨ ⎬
⎪ ⎡ 4 ⋅ (ψ − 1) ⋅ M y ⎤
2
⎪ (143)
⎪ fh,1 ⋅ d ⋅ p
⋅
⎢ ( 2 + ψ ) ⋅ ( β + 1) ⋅ψ + 1 − 3 ⋅ β + ⎥ ⎪
⎪ ⎢ p 2
⋅ d ⋅ f ⎥ ⎪
( )
2 h,1
⎪ ψ − 1 ⎢ ⎥ ⎪
⎪⎩ ⎣⎢ − ( β + 1) ⋅ψ + β − 1 ⎦⎥ ⎪⎭
für ψ ≠ 1
⎧ M y fh,1 ⋅ d ⋅ p ⎫
⎪ − ⋅ (1 + β ) ⎪
⎪ p 4⋅ β ⎪
Z3 = min ⎨ ⎬ für ψ = 1 (144)
⎪ M y − fh,1 ⋅ d ⋅ p ⋅ β ⋅ (1 + β ) ⎪
⎪⎩ p 4 ⎪⎭
mit
R1a nach Gleichung (99).
R2a nach Gleichung (112) bis (122) und R3 nach Gleichung (134) bis (144).
Universität Karlsruhe (TH)
Lehrstuhl für Ingenieurholzbau
und Baukonstruktionen
ISSN 1860-093X
ISBN 3-86644-034-0
[Link]