Der Zusammengesetzte (Komplexe) Satz: Asyndetisch
Der Zusammengesetzte (Komplexe) Satz: Asyndetisch
Was unter einem Satz zu verstehen ist, wurde zu Anfang dieses Buches bei der
Behandlung der syntaktischen Einheiten kommentiert. Wie alle grammatischen
Erscheinungen, kommt es auch bei der Definierung des Satzes auf den theoretischen
Standpunkt an. Das Thema hier hat zum Gegenstand einen Satz, der über die Grenzen des
einfachen Satzes hinausgeht. Es geht nämlich um den Satz als nächst niedrigste Einheit des
Textes, um den zusammengesetzten (komplexen) Satz als den größten syntaktisch
geschlossenen, relativ selbständigen Baustein eines Textes. Komplexe Sätze setzen sich aus
zwei oder mehr miteinander verknüpften Sätzen zusammen. Die Sätze (auch Teilsätze)
können durch Koordination oder Subordination zusammengefügt werden. In einem
Satzganzen können beide Arten der Verknüpfung gleichzeitig vorkommen.
1. Die Satzverbindung (Satzreihe, Parataxe).
1. 1. Definition. Arten der Satzverbindung.
Eine Satzverbindung entsteht durch die koordinative Verknüpfung mindestens zweier
selbständig vorkommender Sätze, die logisch nebeneinander geordnet sind. Die an einer
Satzverbindung teilnehmenden Sätze nennt man Teilsätze oder Konjunkte. Sie können ohne
Verknüpfungsmittel aufeinander folgen. In diesem Fall ist die Anreihung asyndetisch:
Mein Kollege hat keine Lust zum Ausgehen, er möchte lieber zu Hause bleiben.
Sind die Konjunkte durch koordinierende Bindemittel zusammengefügt, ist die
Verknüpfung syndetisch. Dabei wird zwischen Monosyndese und Polysyndese als Prozessen
unterschieden. Monosyndetisch heißt die Verbindung mittels koordinierender Konjunktion
bzw. Konjunktionaladverb:
Gestern wollte ich Erdbeeren kaufen, aber es gab keine auf dem Markt.
Es regnete, deshalb nahm sie auch den Regenschirm mit.
Mit Polysyndese wird die Wiederholung der gleichen Konjunktion bezeichnet:
Und es wallet und siedet und brauset und zischt. (Schiller)1
Dazu wird zwischen einfachen (und, aber, aber, doch) und mehrteiligen (komplexen)
koordinierenden Konjunktionen (weder – noch, entweder – oder, sowohl – als auch)
unterschieden, die diskontinuierlich auftreten:
Er ist nicht nur ein berühmter Maler, sondern schreibt auch Gedichte.
Die Konjunkte in einer Satzreihe müssen semantisch verträglich sein. Die
semantischen Beziehungen, die zwischen den Teilsätzen in der Satzverbindung bestehen,
1
Beispiel nach H. Bußmann 2002: 525
1
ergeben sich aus den Konjunktbedeutungen und der Semantik der Bindeglieder
(Konjunktionen und Adverbien).2 Es fällt auf, dass manche Konjunktionen verschiedene
semantische Beziehungen kennzeichnen können. Aber, doch können z. B. eine restriktive
oder adversative Bedeutung aufweisen, je nach Semantik der verknüpften Teilsätze.
Er wollte mir helfen, aber ich hatte etwas anderes vor. (adversativ)
Das Buch gefiel ihm sehr, aber den Titel fand er nicht ganz gelungen. (restriktiv)
Im Unterschied zu den koordinierenden Konjunktionen, die außerhalb des Satzes
stehen und keinen Einfluss auf die Satzgliedfolge ausüben, erfüllen
Konjunktionaladverbien eine doppelte Funktion. Sie dienen als Bindemittel und haben
zugleich eine Satzgliedfunktion. Als Adverbialien besetzen sie die erste Position im Satz,
sodass ihnen gleich das finite Verb folgt:
Arbeitslose müssen sich auf Beschäftigungsangebote sofort bewerben, andernfalls
treten Sperrzeiten in Kraft.
Es sei noch daran erinnert, dass die Koordination als syntaktische Relation auch auf
niedrigeren Strukturebenen existiert – auf Wort- und Wortgruppenebene. Die Satzverbindung
ist nur das Ergebnis ihrer Anwendung auf Satzebene und zwar nur auf syntaktisch
selbständige, unabhängige Sätze.
1. 2. Zusammengezogener Satz.
Im Zusammenhang mit der Satzverbindung ist der so genannte zusammengezogene
Satz zu erwähnen. Solche Sätze sind als Alternative zur Satzverbindung anzusehen, da sie
daraus durch Tilgung identischer Satzglieder entstehen. Der Grund dafür ist die Tendenz zur
Sprachökonomie. Zusammengezogene Sätze können demnach als Ellipsen betrachtet werden.
Am häufigsten wird ein gleiches Subjekt im zweiten Konjunkt ausgelassen:
Er ging nach Hause und (er) legte sich gleich darauf ins Bett.
Aber auch andere Satzglieder bzw. Teile davon können getilgt werden:
Das ist nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht.
→ Das ist nicht nur gut gemeint, sondern (das ist) auch gut gemacht.
Das Subjekt und ein Teil des Prädikats (das finite Verb) sind im zweiten Satz getilgt,
weil sie beiden Konjunkten gemeinsam sind und ihre Wiederholung im zweiten Satz sich als
überflüssig erweist.
In einem zusammengezogenen Satz bezieht sich mindestens ein identisches Satzglied
auf mehrere verschiedene Satzglieder:
2
Zur Übersicht über die semantischen Gruppen koordinierender Konjunktionen und Adverbien siehe die
Tabelle im Kapitel Syntaktische Relationen.
2
Die Mutter kaufte dem Kind eine Puppe und der Vater (kaufte dem Kind) einen Ball.
(identisch: Prädikat, Dativobjekt; verschieden: Subjekt, Akkusativobjekt)
2. Das Satzgefüge (Hypotaxe).
Das Satzgefüge ist ein komplexer Satz aus mindestens zwei Sätzen, die nach dem
Prinzip der Subordination zusammengefügt sind. Die Minimalstruktur eines Satzgefüges setzt
sich aus einem Hauptsatz (Matrixsatz) und einem in ihn eingebetteten Nebensatz zusammen.
Man muss aber einräumen, dass die sich in der traditionellen Satzgliedtheorie etablierte
Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebensatz nicht unproblematisch ist. Als Merkmal des
Hauptsatzes wird seine strukturelle Selbständigkeit hervorgehoben, doch es gibt komplexe
Sätze, deren Hauptsätze nicht selbständig vorkommen können und auf den Nebensatz
angewiesen sind:
Er behauptet, dass ihn der Unbekannte betrogen hat.
→*Er behauptet.
Außerdem sind Nebensätze keine „richtigen“ Sätze in dem Sinn, dass sie über keine
illokutive Kraft verfügen. Immerhin können die Begriffe zu Unterrichtszwecken bei der
Analyse komplexer Sätze gute Dienste leisten.
Die Nebensätze werden nach formalen und funktionalen Kriterien eingeteilt.
2.1. Einteilung der Nebensätze nach der Art der Einbettung in den übergeordneten
Hauptsatz.
Ein Nebensatz kann formal durch ein Einleitewort in den übergeordneten Satz
eingefügt werden. Dann spricht man von einem eingeleiteten Nebensatz. Wird die
Verknüpfung der beiden Sätze ohne jegliches formale Mittel realisiert, heißt der Nebensatz
uneingeleitet.
2.1.1. Uneingeleitete Nebensätze.
Da Nebensätze im Deutschen formal am Einleitewort und der Endstellung des finiten
Verbs leicht erkennbar sind, bereitet manchmal die Identifizierung eines uneingeleiteten
Nebensatzes Deutschlernern Schwierigkeiten. Nebensätze sind an erster Stelle nicht nach
formalen, sondern nach strukturell-syntaktischen Kriterien zu bestimmen. Andererseits
können uneingeleitete Nebensätze auf äquivalente, meist durch die Konjunktion dass
eingeleitete Nebensätze zurückgeführt werden, wodurch sie erkennbar werden:
Sie meint, diese Aufgabe sei zu schwierig für sie.
→ Sie meint, dass diese Aufgabe zu schwierig für sie sei (ist).
In uneingeleiteten Nebensätzen wird zwischen Sätzen mit Verben in Erst- und
Zweitstellung unterschieden.
♦ Uneingeleitete Nebensätze, in denen das finite Verb die zweite Position einnimmt:
3
• Subjektsätze:
Sie stehen bei Verben der Wahrnehmung und des Fühlens (Verba sentiendi): sich
ergeben, sich bestätigen, sich erweisen, sich herausstellen, sich zeigen, feststehen, scheinen,
stimmen:
Es steht fest, sie hat es nicht getan.
• Objektsätze:
- bei Verben des Sagens und Mitteilens (Verba dicendi): äußern, angeben, behaupten,
bemerken, berichten, erklären, erwähnen, erwidern, erzählen, meinen, zugeben u.a.:
Er erwiderte, er sei nicht der Täter.
- bei Verben des Wollens und Hoffens: erwarten, wollen, hoffen, wünschen u.a.:
Er wünschte sich, er könnte ins Weltall fliegen.
- bei Verben des Denkens und Erkennens: annehmen, argumentieren, beschuldigen,
beweisen, einsehen, schließen, unterstellen, verstehen u.a.:
Er dachte, seine Ehe sei gut.
- bei Verben der Wahrnehmung und des Fühlens: ahnen, bemerken, empfinden,
erfahren, hören, sehen u.a.:
Er ahnte, er wurde abgehört.
- bei Verben des Veranlassens und Aufforderns: auffordern, befehlen, bitten,
empfehlen, ermahnen, raten, überzeugen, warnen u.a.:
Ich bitte dich, du gehst jetzt.
Zur Wahl des Modus in den uneingeleiteten Objektsätzen lässt sich bemerken, dass
der Gebrauch des Konjunktivs zwar bevorzugt wird, aber nicht obligatorisch ist. Es muss
noch berücksichtigt werden, dass uneingeleitete Subjekt- und Objektsätze valenziell nicht nur
auf die Verben der genannten Gruppen angewiesen sein können, sondern auch auf Adjektive
und Substantive mit der gleichen Semantik, die als Teile des nominalen Prädikats im
Hauptsatz auftreten, z. B.:
Es war an seinem Gang erkennbar, er hatte eine Behinderung.
♦ Uneingeleitete Nebensätze, in denen das finite Verb die erste Position einnimmt.
• Konditionalsätze:
Sie sind auf mit wenn oder falls eingeleitete Konditionalsätze zurückführbar:
Kommt deine Freundin zur Party, kann ich sie endlich kennen lernen.
→ Wenn deine Freundin zur Party kommt, kann ich sie endlich kennen lernen.
Hätte er besser aufgepasst, wäre der Unfall nicht geschehen.
4
Erinnert sei hier an den obligatorischen Gebrauch des präteritalen Konjunktivs im
Haupt- und Nebensatz in potentiellen und irrealen Konditionalsätzen. Andernfalls kann
sowohl der Indikativ als auch der Konjunktiv in uneingeleiteten Konditionalsätzen gebraucht
werden, wie es die angeführten Beispiele zeigen.
• Konzessivsätze:
Ihnen entspricht ein durch die Konjunktion obwohl (bzw. ihre Synonyme)
eingeleiteter Nebensatz. Sehr oft stehen die Partikeln auch im Nebensatz und doch im
Hauptsatz als Indikatoren für die Nebensatzfunktion:
Setzte er auch seine ganze Kraft ein, er konnte den Stein doch nicht ins Rollen
bringen. (…, konnte er den Stein doch nicht ins Rollen bringen.)
→ Obwohl er seine ganze Kraft einsetzte, konnte er den Stein nicht ins Rollen bringen.
Es finden sich aber auch Satzgefüge, in denen die Funktion des Nebensatzes nur aus
der Semantik der beiden Sätze zu erschließen ist:
Ist der Pfad zu steil, wir gehen ihn.
2.1.2. Eingeleitete Nebensätze.
Je nach Einleitewort unterscheidet man drei Typen von eingeleiteten Nebensätzen:
♦ Konjunktionalsätze.
Als Einleitewörter treten subordinierende Konjunktionen (Subjunktoren) auf. Einige
sind nahezu bedeutungsleer (dass, ob), andere enthalten eine Bedeutungskomponente, die
kausal (weil, falls), temporal (nachdem, ehe, solange) oder modal (ohne dass, als ob, je
nachdem) sein kann. Man soll aber darauf achten, dass die Subjunktoren allein nicht
ausschlaggebend für die Bedeutung bzw. Funktion des eingeleiteten Nebensatzes sind. Auch
die Semantik der verknüpften Sätze spielt dabei eine Rolle. Die Konjunktion wenn z. B. kann
sowohl Temporal- als auch Konditionalsätze einleiten. Entscheidend für die Zuordnung eines
wenn-Satzes zum einen oder anderen Typ sind die Sachverhalte der verknüpften Teilsätze.
Das kleine Kind hörte seinem Opa immer aufmerksam zu, wenn er sprach. (temporal)
Wenn ich Zeit finde, komme ich gern mit. (konditional)
♦ Relativsätze.
Relativsätze werden durch Relativpronomina (der, welcher) und Relativadverbien
(wo, wie, wann) in den übergeordneten Satz eingebettet. Sie haben ein Bezugswort im
übergeordneten Satz, ein nominales Element, das durch das Relativum im Nebensatz
substituiert wird. Das bedeutet, das dem Relativpronomen als Einleitewort Satzgliedwert
zukommt. In diesem Sinn kann man die Relativpronomina mit den Konjunktionaladverbien
in der Satzverbindung vergleichen, die auch eine Doppelfunktion ausüben.
5
Sie bakam das Geschenk, das (welches) sie sich so sehnlich gewünscht hatte.
Die Satzgliedfunktion des Relativums wird von der Valenz des lexikalischen Verbs
im Nebensatz festgelegt, sodass Bezugswort und Relativpronomen nicht unbedingt den
gleichen Kasus aufweisen müssen, z. B.:
Das ist mein Freund, den ich dir vorstellen wollte.
Nom. Akk.
Außerdem gibt es Relativsätze ohne Bezugselement. Sie werden freie Relativsätze
genannt und lassen sich in einen Relativsatz mit Bezugswort transformieren:
Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. (Relativsatz als Subjekt)
→ Derjenige, der andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. (Relativsatz als
Attribut) Ein Relativsatz mit Bezugswort ist ein Attributsatz und somit Teil eines
Satzglieds,
während freie Relativsätze selbst Satzglieder sind.
♦ Interrogativsätze.
Eingebettete Interrogativsätze werden durch den Subjunktor ob oder ein
Interrogativpronomen/-adverb eingeleitet, wobei ob-Sätze einer Entscheidungs- und w-Sätze
einer Ergänzungsfrage entsprechen:
Sie fragt ihn, ob er sich auch für Kunst interessiert.
→ Sie fragt ihn: Interessierst du dich auch für Kunst?
Sie fragt ihn, seit wann er sich dafür interessiert.
→ Sie fragt ihn: Seit wann interessierst du dich dafür?
2. 2. Klassifizierung der Nebensätze nach der Stellung.
Grundsätzlich kann ein Nebensatz vor, nach oder zwischen den Teilen eines
Hauptsatzes stehen. Demnach wird zwischen Vorder-, Nach- und Zwischensatz
unterschieden. Nicht alle Nebensätze können in jeder beliebigen Position erscheinen. Für
Subjekt- und Objektsätze ist die Position als Zwischensatz nicht akzeptabel. Als normal gilt
ihre Stellung als Vorder- bzw. Nachsatz:
Ich wollte wissen, ob er noch krank ist.
→ Ob er noch krank ist, wollte ich wissen.
→ *Ich wollte, ob er noch krank ist, wissen.
Attributsätze erscheinen oft als Zwischensätze, da sie normalerweise unmittelbar bei
ihrem Bezugswort stehen:
Die Hoffnung, dass sich hier was ändert, habe ich aufgegeben.
6
Konsekutiv- und weiterführende Nebensätze sind logischerweise in der Regel
Nachsätze:
Es regnete Tag und Nacht, sodass die Flüsse über die Ufer traten.
Er hat die Operation gut überstanden, worüber sich alle freuten.
2. 2. 1. Korrelate.
Wenn Subjekt- oder Objektsätze als Nachsätze im Satzgefüge auftreten, hängen sie oft
nicht direkt vom Verb des übergeordneten Satzes ab, sondern über ein Verweiswort, ein
Korrelat. Das Korrelat übernimmt die Funktion des nachfolgenden Satzes, indem es als
Quasi- Subjekt/-Objekt fungiert. Es besetzt die Leerstelle für das verlangte Satzglied formal-
strukturell. Als semantisch leerem Element aber kann ihm vom Verb keine semantische Rolle
zugewiesen werden. Das Korrelat verweist nur auf den eigentlichen Träger des semantischen
Kasus, der im nachfolgenden Subjekt- bzw. Objektsatz ausgedrückt ist. Das Korrelat und der
Nebensatz stellen eine Art diskontinuierliche Konstituente dar. Das Korrelat ist
morphologisch markiert und als Subjekt oder Objekt identifizierbar, der Nebensatz ist
semantisch spezifiziert. Wenn der Nebensatz vorangestellt wird, ist das Korrelat nicht mehr
notwendig, denn man braucht kein Element mit verweisender Funktion mehr, z. B.:
Es ist wünschenswert, dass Bahnfahren dem Autofahren vorgezogen wird.
7
Dudengrammatik (2006: 1065) sind nach dem Gebrauch von Korrelaten drei Gruppen von
Valenzträgern zu unterscheiden:
• Valenzträger, die normalerweise mit Korrelat gebraucht werden:
Otto hat darauf gepocht, den Brief dem Minister persönlich zu überreichen.3
Ich halte es für sinnvoll, die anderen vorher zu informieren
• Valenzträger, die in ihrem Gebrauch mit oder ohne Korrelat schwanken:
Anna hat es sehr bedauert, dass sie nicht kommen konnte.
Wir haben kein Interesse daran, dass die Presse über und herfällt.
• Valenzträger, die normalerweise ohne Korrelat gebraucht werden:
Ich vermute, dass Otto noch kommt. → ?Ich vermute es, dass Otto noch kommt.
Anna versuchte, den Schalter zu drehen. → ?Anna versuchte es, den Schalter zu
drehen. Eine dem Korrelat ähnliche Erscheinung, die jedoch in entgegengesetzter Richtung
verläuft, ist die Wiederaufnahme des vorangestellten Nebensatzes durch ein Pronomen. Dabei
handelt es sich auch um Nebensätze, die als Nachsätze kein Korrelat brauchen:
Dass Otto noch anruft, damit hat Anna nicht gerechnet.
→ Anna hat nicht damit gerechnet, dass Otto noch anruft.
Dass ausgerechnet der neueste Motor aussteigen würde, das hat niemand
vorausgesehen.
→ Niemand hat vorausgesehen, dass ausgerechnet der neueste Motor aussteigen
würde.
3
Die Beispiele sind der Dudengrammatik (a.a.O.) entnommen.
8
Möglich ist noch, dass sich zugleich zwei Nebensätze auf einen übergeordneten Satz
beziehen. Dann sind sie gleichen Grades:
Erst wenn der Rausch des Auftritts verflogen ist, (NS 1. Gr.)
wird so manchem klar, (HS)
wie lächerlich er in der Öffentlichkeit gemacht wurde. (NS 1. Gr.)
Es finden sich auch Satzgefüge, in denen der Nebensatz eine doppelte Abhängigkeit
aufweist, d.h. er bezieht sich zugleich auf zwei Hauptsätze:
Mir ist bewusst und ich werde beherzigen, dass Millionen Menschen in der dritten Welt
unserer humanitären Hilfe bedürfen.4
HS und HS
NS
Eine weitere Möglichkeit für die Verknüpfung der Nebensätze im Satzgefüge ist ihre
Anreihung. Nicht nur Hauptsätze, sondern auch Nebensätze können durch Koordination
miteinander verbunden werden. In diesem Fall erfüllen sie die gleiche syntaktische Funktion.
Koordinativ verknüpfte Nebensätze können wie die Hauptsätze zusammengezogen werden,
um die Wiederholung identischer Satzglieder zu ersparen:
Sie müssen versprechen, dass sie dieser Verantwortung treu bleiben und entsprechend
handeln.
→ Sie müssen versprechen, dass sie dieser Verantwortung treu bleiben und (dass sie)
entsprechend handeln.
HS
NS und NS (Objektsätze, zusammengezogen: identisches Subjekt)
2. 4. Klassifizierung der Nebensätze nach ihrer Funktion im Satzgefüge.
Außer dem Prädikat, das dank der Eigenschaften des in ihm enthaltenen Valenzträgers
einen besonderen Status im Satz hat, lassen sich alle übrigen Satzglieder und Satzgliedteile
durch einen Nebensatz bzw. eine Infintiv- oder Partizipialkonstruktion darstellen. So
unterscheidet man Subjekt-, Objekt-, Adverbial-, Prädikaltiv- und Attributsätze. In Analogie
zu den entsprechenden Satzgliedern werden Objekt- und Adverbialsätze in weitere
Untergruppen gegliedert.
Bevor auf die funktionale Einteilung der Nebensätze im Einzelnen eingegangen wird,
will man kurz auf die Spezifik des komplexen Satzes verweisen, insbesondere der Hypotaxe.
4
Beispiel aus Sommerfeldt/Starke 1992: 238
9
Komplexe Sätze stellen kompiziertere Strukturen dar, die sowohl für die Produktion als auch
für die Rezeption mehr Anstrengung beanspruchen als man für den Bau und die Aufnahme
eines einfachen Satzes verlangt. Trotzdem werden sie häufig in der sprachlichen
Kommunikation gebraucht. Dazu sind hypotaktische Konstruktionen schwerer zu verarbeiten
als parataktische. Komplexe Sätze sind typisch für die Schriftsprache und zwar für
beschreibende, erzählende Texte. Sie werden eher in schildernden als in dialogischen Texten
vorgezogen. Die Fähigkeit, zusammengesetzte Sätze bilden und verstehen zu können, ist
nicht vornehmlich wegen ihrer Textsortenspezifik und ihres stilistischen Beitrags wichtig.
Solche Sätze verknüpfen Sachverhalte und setzen sie in bestimmte kausale, zeitliche,
gegensätzliche
u.a. Relationen zueinander. Diese spezifischen Beziehungen vermögen Informationen
wiederzugeben, die in den Sachverhalten selbst nicht immer deutlich genug dargestellt sind.
Außerdem wird durch die Relationen das Verständnis der Zusammenhänge gefördert. Das
sind wichtige Gründe, warum Deutschlernende bemüht sein sollten, die komplizierten
Strukturen zu beherrschen.
In diesem Zusammenhang muss man noch die so genannte Satzperiode erwähnen. Ein
Satzganzes, das drei oder mehr Teilsätze enthält, bezeichnet man als einen mehrfach
zusammengesetzten Satz. Zuweilen wird der vielfach zusammengesetzte Satz auch
Satzperiode genannt. Das ist besonders dann der Fall, wenn in einem Satz die koordinative
und subordinative Art der Verbindung zwischen Konjunkten bzw. Teilsätzen mehrmals
angewandt worden ist. Satzperioden wirken schwerfällig und sind zu vermeiden. Sie sind nur
noch in der literarischen Prosa zu begegnen, sowie in wissenschaftlichen Texten. Sie sind oft
schwer überschaubar und beeinträchtigen das Verständnis. Es sei hier ein Beispiel angeführt,
zitiert nach Helbig/Buscha (1994: 649):
Ein Tierbändiger wurde eines Abends vor den Augen der Leute, die gekommen waren,
um sich die Vorstellung anzusehen, von seinem Löwen, einem Prachtexemplar, angegriffen
und so furchtbar zugerichtet, dass er, nachdem man ihn aus den Tatzen des Ungetüms befreit
hatte, nur noch einen letzten überaus traurigen Blick auf seine Frau und auf seine Kinder
werfen konnte…
Robert Walser
Schematische Darstellung: HS und HS
AttrS KonsS
FinalS TempS
10
Съставното (сложно) изречение
8. Der zusammengesetzte (komplexe) Satz
Какво се разбира под изречение беше коментирано в началото на тази книга,
когато се работи със синтактични единици. Както всички граматични
явления, дефинирането на изречението зависи от теоретичната гледна точка.
Темата тук се отнася до изречение, което надхвърля границите на простото
изречение. Става дума за изречението като следваща най-низша единица на
текста, за съставното (сложно) изречение като най-голямата синтактично
затворена, относително самостоятелна градивна единица на един текст.
Сложните изречения са съставени от две или повече изречения, свързани
помежду си. Изреченията (също частични изречения) могат да бъдат
сглобени чрез координация или подчинение. И двата вида връзка могат да се
появят едновременно в едно изречение.
1. Изреченската връзка (изреченски ред, паратаксис).
1. 1. Определение. Видове връзка на изреченията.
Връзката на изречение се създава чрез координираната връзка на поне две
независимо срещащи се изречения, които са логически подредени едно до
друго. Изреченията, които участват в изреченска връзка, се наричат
частични изречения или съюзи. Те могат да следват един друг без никакви
средства за свързване. В този случай подредбата е асиндетична:
На колегата не му се излиза, предпочита да си стои вкъщи.
Ако конюнктите са свързани заедно чрез координиращи свързващи агенти,
връзката е синдетична. Прави се разлика между моносиндеза и полисиндеза
като процеси. Връзката, използваща координиращ съюз или съчинително
наречие, се нарича моносиндетична:
Вчера исках да купя ягоди, но ги нямаше на пазара. Валеше, така че тя взе
чадъра със себе си.
Полисиндезата се отнася до повторението на една и съща връзка:
И клокочи, и кипи, и реве, и съска. (Шилер) 1
Прави се разлика между прости (и, но, но, все пак) и многосъставни
(сложни) съгласувателни съюзи (нито - нито, нито - или, двете - и), които се
срещат прекъснато:
Той е не само известен художник, но и пише поезия.
11
Съюзите в една поредица от изречения трябва да са семантично съвместими.
Семантичните отношения, които съществуват между клаузите във връзката
на изречението,
13
2.1. Класификация на подчинените изречения според вида на вграждане в
надглавното изречение.
Подчинено изречение може да бъде официално вмъкнато в родителското
изречение с помощта на уводна дума. Тогава се говори за въведено
подчинено изречение. Ако връзката между двете изречения се осъществява
без никакви формални средства, подчиненото изречение се нарича
невъведено.
2.1.1. Невъведени подчинени изречения.
Тъй като подчинените изречения на немски се разпознават лесно по
уводната дума и крайната позиция на крайния глагол, идентифицирането на
невъведено подчинено изречение понякога създава трудности за
изучаващите немски език. Подчинените изречения трябва преди всичко да
се определят не според формални критерии, а по-скоро според структурно-
синтактични критерии. От друга страна, невъведените подчинени изречения
могат да бъдат проследени до еквивалентни подчинени изречения,
обикновено въведени от връзката, което ги прави разпознаваеми:
Тя казва, че тази задача е твърде трудна за нея.
→ Тя казва, че тази задача е (е) твърде трудна за нея.
В невъведени подчинени изречения, изречения с глаголи в първото и
Отличена втора позиция.
♦ Невъведени подчинени изречения, в които крайният глагол заема втора
позиция:
• Предметни изречения:
Те са свързани с глаголи за възприятие и усещане (Verba sentiendi):
предавам се, потвърждавам, доказвам, оказвам, показват, стоят, изглеждат,
съгласяват се:
Ясно е, че не го е направила.
• Набори от обекти:
- за глаголи за казване и общуване (Verba dicendi): изразявам, заявявам,
претендирам, забелязвам, докладвам, обяснявам, споменавам, отговарям,
казвам, мисля, признавам и др.:
Той отговори, че не е извършителят.
14
- за глаголи за желание и надежда: очаквам, искам, надявам се, пожелавам и
др.:
Искаше му се да може да полети в космоса.
- за глаголи за мислене и разпознаване: предполагам, споря, обвинявам,
доказвам, виждам, заключавам, предполагам, разбирам и др.:
Мислеше, че бракът му е добър.
- за глаголи за възприемане и усещане: подозирам, забелязвам, чувствам,
преживявам, чувам, виждам и др.:
Подозираше, че е подслушван.
- за глаголи за подтикване и искане: молба, команда, питам, препоръчвам,
увещавам, съветвам, убеждавам, предупреждавам и др.:
Умолявам те, тръгвай си сега.
По отношение на избора на модус в невъведените обектни изречения може
да се отбележи, че използването на подлог е предпочитано, но не е
задължително. Трябва също така да се има предвид, че непосветените
субектни и допълнителни изречения могат да разчитат валентно не само на
глаголите от посочените групи, но и на прилагателни и съществителни
имена със същата семантика, които се появяват като части от номиналното
сказуемо в главното изречение, напр. напр.:
От походката му личеше, че има увреждане.
♦ Невъведени подчинени изречения, в които крайният глагол заема първа
позиция.
• Условни изречения:
Те могат да бъдат проследени до условни изречения, въведени с if или if:
Ако приятелката ти дойде на партито, най-накрая мога да я опозная.
→ Когато приятелката ти дойде на партито, най-накрая мога да я опозная.
Ако беше по-внимателен, нямаше да се стигне до инцидента.
15
• Концесивни изречения:
Те съответстват на подчинено изречение, въведено от съюза въпреки че (или
неговите синоними). Много често частиците са и в подчиненото изречение,
но и в главното изречение като показатели за функцията на подчиненото
изречение:
Дори и да използваше цялата си сила, той не можеше да накара топката.
(...той не можеше да накара топката.)
→ Въпреки че използва цялата си сила, той не успя да накара топката.
Има обаче и структури на изреченията, в които функцията на подчиненото
изречение може да бъде изведена само от семантиката на двете изречения T:
Ако пътеката е твърде стръмна, поемаме по нея.
2.1.2. Уводни подчинени изречения.
В зависимост от уводната дума има три вида въведени подчинени
изречения:
♦ Съюзни изречения.
Подчинителните съюзи (подлогите) се явяват като уводни думи. Някои са
почти безсмислени (това, ако), други съдържат смислов компонент, който
може да бъде каузален (защото, ако), времеви (след, преди, толкова дълго,
колкото) или модален (без това, сякаш, в зависимост от случая) . Трябва
обаче да се уверите, че само подлогите не са решаващи за значението или
функцията на въведеното подчинено изречение. Семантиката на свързаните
изречения също играе роля. Съюзът if напр. Б. може да въвежда както
времеви, така и условни изречения. Фактите на свързаните подизречения са
от решаващо значение за приписването на if-изречение към един или друг
тип.
Малкото дете винаги слушаше внимателно дядо си, когато говореше.
(временна)
Ако намеря време, ще се радвам да дойда. (условно)
♦ Относителни изречения.
Относителните клаузи са вградени в родителското изречение с помощта на
относителни местоимения (кой, който) и относителни наречия (къде, как,
кога). Имате антецедент в родителското изречение, номинален елемент,
който е заменен от относителното в подчиненото изречение. Това означава,
че относителното местоимение има стойността на член на изречението като
уводна дума. В този смисъл могат да се съпоставят относителните
16
местоимения със съчинителните наречия в изреченската връзка, които също
имат двойствена функция.
Nom. Akk.
Има и относителни изречения без препратка. Те стават свободни
относителни изречения
се нарича и може да се трансформира в относителна клауза с референтна
дума:
Който копае яма за другите, сам ще падне в нея. (относително изречение
като предмет)
→ Който копае яма за другите, сам пада в нея. (Относителна клауза като
атрибут) Относителна клауза с референтна дума е атрибутна клауза и
следователно е част от член на изречение,
докато свободните относителни изречения сами по себе си са членове на
изречение.
♦ Въпросителни изречения.
Вградените въпросителни изречения се въвеждат от подлог или
въпросително местоимение/наречие, при което if-изреченията съответстват
на решение, а wh-изреченията съответстват на допълнителен въпрос:
Тя го пита дали се интересува и от изкуство.
→ Тя го пита: Интересуваш ли се и от изкуство? Тя го пита откога се
интересува от това.
→ Тя го пита: Откога се интересуваш от това?
17
2. 2. Класификация на подчинените изречения по позиция.
По принцип подчиненото изречение може да се появи преди, след или
между частите на главното изречение. Прави се разлика между антецедент,
постскриптум и междинна клауза. Не всички подчинени изречения могат да
се появят във всяка позиция. За подлог и обект изречения позицията като
междинна клауза не е приемлива. Тяхната позиция като антецедент или
суфикс се счита за нормална:
Исках да знам дали още е болен.
→ Исках да знам дали все още е болен.
→ *Исках да знам дали все още е болен.
Атрибутните клаузи често се появяват като междинни клаузи, тъй като
обикновено се появяват непосредствено след техния антецедент:
Загубих надежда, че тук нещо ще се промени.
18
(корелативно като субект) (това изречение като субектно изречение)
→ Желателно е пътуването с влак да се предпочита пред шофирането с
автомобил. Считам за правилно, че той е дарил част от парите.
би се.
подчинено изречение: HS
НС
Това изречение се нарича подчинено изречение от първа степен.
Съществува и възможност друго изречение да зависи от подчинено
изречение, което в този случай трябва да се определи като подчинено
изречение от втора степен. Прилагайки подчинение към подчинени
изречения, вие получавате подчинени изречения с различни степени на
зависимост:
Една от основните цели на това обучение ще бъде (HS)
за да стане ясно на отговорните за телевизията в бъдеще (НС 1-ва група)
че ще бъдат включени в образователните процеси (НС 2 гр.)
които засягат цялото население. (NS 3-та група)
21
4 Пример от Sommerfeldt/Starke 1992: 238
22