Syntaktische Relationen
1. Definierung des Begriffs.
Die syntaktischen Einheiten Wort, Wortgruppe und Satz stehen in bestimmten
hierarchischen und Abfolgebeziehungen zueinander, deren Untersuchung einen Schwerpunkt
im Gegenstandsbereich der Syntax darstellt. Die Beziehungen zwischen den syntaktischen
Elementen in der Wortgruppe und im Satz kann man unter dem Begriff syntaktische
Relationen zusammenfassen. Im weiteren Sinne des Wortes sind das Beziehungen der
Koordination bzw. Subordination der Elemente in den syntaktischen Konstruktionen.
Im engeren Sinne werden unter syntaktischen Relationen die Arten der Subordination in der
Wortgruppe, im einfachen und im zusammengesetzten Satz verstanden. Dazu zählen die
Rektion, die Kongruenz und der Anschluss, die zum Aufbau einer Wortgruppe verhelfen, und
die Satzglied- und Satzgliedteilbeziehungen, die auf Satzebene zustande kommen.
Modernere theoretische Ansätze wie die Konstituenz- und die Dependenzgrammatik,
deren Grundprinzip die Teil-Ganzes- bzw. die Abhängigkeits-Beziehung ist, vertiefen den
Blick in die Relationen in der Wortgruppe und im Satz.
2. Koordination. Wesen und Arten der koordinativen Verknüpfung.
Die Koordination erfasst Beziehungen der Nebenordnung zwischen sprachlichen
Elementen auf verschiedenen Ebenen. Dadurch werden gleichrangige und gleichartige
Elemente verknüpft. Hierarchisch betrachtet, können von unten nach oben folgende Elemente
durch Koordination verknüpft werden:
- Teile von Wörtern: ein- und ausführen;
- einzelne Wörter: schön aber unleserlich schreiben;
- Teile von Satzgliedern (Attribute): ein kluges, junges Mädchen;
- Satzglieder: Für den Winter brauchte er neue Schuhe und eine warme Jacke.
- Sätze: Es regnete, deshalb konnte sie ohne Schirm nicht ausgehen.
Als Ergebnis einer koordinativen Verknüpfung entstehen Konstruktionen desselben
Charakters wie die Ausgangselemente, z. B. Stühle und Tische (S + S), schwarz oder weiß
(Adj
+ Adj), lesen und schreiben (V + V). Elemente, die zu verschiedenen Wortklassen gehören,
können durch Koordination nicht verknüpft werden. Dasselbe gilt für die Satzglieder. Nur
gleichartige Satzglieder lassen sich koordinativ verknüpfen, d. h. Subjekt + Subjekt, Objekt +
Objekt (s. Beispiel oben) usw. Auch innerhalb eines Satzglieds bzw. Satzgliedteils, bei den
semantischen Untergruppen der Adverbialbestimmungen (lokal, modal, temporal, kausal)
und den verschiedenen Arten des Attributs sind koordinative Mischverbindungen unzulässig,
z. B.:
1
*Gestern und im Park begegnete er einem alten Freund. (Temporalangabe +
Lokalangabe)
*der Kauf des Mannes und der Blumen (Genitivus subjectivus + Genitivus
objectivus) Aus der Sicht der Konstituentenstrukturgrammatik erscheint das Ergebnis einer
koordinativen Verbindung als eine Konstruktion, deren unmittelbare Konstituenten den
gleichen strukturellen Rang haben und zur gleichen Distributionsklasse gehören.
Nach der Form der Verknüpfung wird zwischen syndetischer und asyndetischer
Koordination unterschieden. Die syndetische Verbindung wird durch spezielle
Verknüpfungsmittel (Konjunktionen, Konjunktionaladverbien) realisiert. Die
koordinierenden Konjunktionen können ein- oder mehrteilig sein. Die asyndetische
Verbindung erfolgt konjunktionslos, durch Aneinanderreihung der Elemente. (s. Beispiele
unten)
Oft kann die Abfolge der an einer koordinativen Verbindung beteiligten Elemente
geändert werden, ohne dass dabei die Struktur sinngemäß oder formal grammatikalisch
beeinträchtigt wird, vgl.:
Stühle und Tische vs. Tische und Stühle. (syndetische Koordinierung)
Schneeglöckchen, Veilchen, Krokusse vs. Veilchen, Krokusse, Schneeglöckchen
(asyndetische Koordinierung)
Es handelt sich dabei grundsätzlich um asyndetische Verbindungen und anreihende
Verbindungsmittel, die die Semantik der verknüpften Einheiten nicht beeinflussen. Die
meisten Konjunktionen signalisieren jedoch semantische Beziehungen und verhelfen zur
Herstellung der semantischen und logischen Relationen zwischen den Elementen in der neu
konstruierten Einheit. Die Semantik des verknüpfenden Mittels wird von den inhaltlichen
Beziehungen der zu verbindenden Einheiten beeinflusst. So kann die Konjunktion aber z.B.
restriktive oder adversative Bedeutung haben, nämlich kann auf eine kopulative oder kausale
Verbindung hindeuten, je nach der Bedeutung der jeweiligen Konjunkte.1
Semantisch können die koordinierenden Verknüpfungsmittel verschiedenen Gruppen
zugeordnet werden. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die wichtigsten
koordinierenden Konjunktionen und Adverbien im Deutschen. Sie ist in Anlehnung an
Sommerfeldt/Starke (1992: 233f .) erstellt und zum Teil ergänzt bzw. verändert.
1
Das Konjunkt ist eine Teilaussage in einer durch koordinierende Konjunktionen gekennzeichneten
syntaktischen Struktur.
2
Grammatische Bedeutung Koordinierende Adverbien
Konjunktionen
additiv, kopulativ und, sowie, wie, sowohl – als auch, außerdem, ferner,
(anreihend) auch, nicht nur – sondern zudem, überdies, ebenso,
auch ebenfalls, gleichfalls
kopulativ-negativ weder – noch, nicht – noch
alternativ-disjunktiv oder, entweder – oder, sonst, andernfalls
beziehungsweise (bzw.)
adversativ aber, doch, jedoch, (nicht) – vielmehr, dagegen,
(entgegenstellend) sondern hingegen, indessen
restriktiv (einschränkend) aber, allein, jedoch, doch indess, indessen, freilich,
nur, zwar – aber, allerdings,
wohl – (aber)
explikativ (erklärend) Nämlich und zwar, d.h. (das heißt),
d.i. (das ist)
einteilend, gliedernd - teils – teils, halb – halb, bald
– bald, erstens, zweitens …,
einerseits – andererseits
kausal (begründend) Denn Nämlich
konsekutiv (folgernd) - also, folglich, daher, deshalb,
deswegen, darum, demnach,
infolgedessen, somit
konzessiv (einräumend) zwar – aber (doch) trotzdem, dessenungeachtet,
nichtsdestoweniger,
gleichwohl, indessen
Die meisten der angeführten koordinierenden Verknüpfungsmittel können beliebige
Elemente verbinden.
Die Konjunktionen sowie und sowohl … als auch verbinden Elemente unterhalb der
Satzebene.
Die Konjunktionen denn, allein, nur verbinden lediglich Sätze.
Das Konjunktionaladverb trotzdem ist syntaktisch ambivalent. Es kann sowohl
koordinierend als auch subordinierend gebraucht werden. Phonetisch kommt der Unterschied
3
im Gebrauch durch die Betonung zum Ausdruck: trόtzdem signalisiert eine koordinierende
Verknüpfung (Satzverbindung), trotzdém eine subordinierende (Satzgefüge). Sonst ist der
jeweilige Gebrauch des Konjunktionaladverbs durch die Position des finiten Verbs im
zweiten Satz disambiguiert.
3. Subordination.
Die Subordination bedeutet Unterordnung und stellt eine syntaktische Verknüpfung
von nicht gleichrangigen Elementen dar, d.h. ein Glied ist einem anderen untergeordnet,
hängt von ihm ab. Durch Subordination können die Glieder in einer Wortgruppe verbunden
werden wie auch die Teilsätze in einem komplexen Satz. Eine subordinative Beziehung
besteht zwischen dem Hauptsatz (HS) und dem ihm untergeordneten Nebensatz (NS) im
Satzgefüge. Aber auch Nebensätze können voneinander abhängen. In diesem Fall spricht
man von Nebensätzen verschiedenen Abhängigkeitsgrades.
Im Gegensatz zur Koordination sind die Glieder in einer subordinativen Verbindung
nicht ohne Weiteres austauschbar. Entweder ist eine Umstellung unmöglich oder es ändert
sich die Bedeutung der neu strukturierten Einheit, vgl.:
Männer und Frauen = Frauen und Männer (Koordination), vs.
Anna aus Bonn → *aus Bonn Anna
die Schwester der Mutter ≠ die Mutter der Schwester (Subordination)
3. 1. Subordination in der Wortgruppe und im einfachen Satz.
Als Verknüpfungsarten subordinierender syntaktischer Beziehungen betrachtet man
die Rektion, die Kongruenz und den Anschluss. Als Mittel zum Ausdruck der syntaktischen
Subordination dienen Präpositionen, die Flexion und die Wortfolge.
3. 1. 1. Rektion.
Rektion bedeutet Forderung eines bestimmten Kasus seitens des regierenden Gliedes
in einer subordinativen syntaktischen Struktur. Das regierende Glied bestimmt die Form des
Substantivs, das in den von ihm geforderten Kasus eingesetzt wird. Über
Rektionseigenschaften verfügen an erster Stelle das Verb, dann das Adjektiv und zuletzt das
Substantiv. Das abhängige Substantiv kann auch mittels einer Präposition an das regierende
Element angeschlossen werden:
dem Vater danken; dem Vater dankbar/ähnlich; der Dank an den Vater
Ihrem Wesen nach weisen die Begriffe Valenz und Rektion viel Gemeinsames auf,
dürfen jedoch nicht gleichgesetzt werden. Die Rektion ist eine Abhängigkeitsbeziehung, die
sich auf die Valenz gründet. Sie ist oberflächenstrukturell definiert und syntaktisch-
morphologisch gekennzeichnett. Die Rektion bringt sowohl Satzglied-, als auch
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wortgruppeninterne Beziehungen zum Ausdruck. Die Valenz hingegen liegt auf einer tieferen
Ebene. Sie ist eine semantisch-syntaktische Erscheinung, bei der es primär um die
Verbindungspotenz des Valenzträgers und erst dann um ihre Realisierung im Satz geht.
3. 1. 2. Kongruenz.
Kongruenz bedeutet Übereinstimmung der morphologischen Kategorien von Wörtern,
die durch syntaktische Abhängigkeitsbeziehungen verknüpft sind. Das abhängige Wort
kongruiert mit dem regierenden Element in bestimmten grammatischen Kategorien, indem
seine Form verändert und an die Wortform des regierenden Elements angepasst wird. Formal
kommt die Kongruenz in der Flexion zum Ausdruck.
Je nach der Art der syntaktischen Abhängigkeit unterscheidet man im Deutschen
zwischen Kongruenz bei attributiven und Kongruenz bei prädikativen Beziehungen.
♦ Attributive Kongruenz: Im Deutschen kongruiert das attributiv verwendete Adjektiv
mit dem Substantiv (auch Bezugswort, Bezugssubstantiv) in Genus, Numerus und Kasus:
bei heißer Sonne: Die Adjektivflexion ist Träger der grammatischen Merkmale der
Substantivgruppe.
bei der heißen Sonne: In Wortfügungen mit einem Artikelwort übernimmt das
Artikelwort die grammatische Kennzeichnungsfunktion (Prinzip der Monoflexion).
Auch die Apposition (eine besondere Art des Attributs) kongruiert mit dem
Bezugssubstantiv:
dem Direktor, unserem alten Freund…
Häufig wird die Kongruenz im Kasus nicht eingehalten und die Apposition erscheint
im Nominativ, auch wenn das Bezugssubstantiv in einem anderen Kasus steht, doch die
Kongruenz in Numerus und Genus wird beibehalten. Der Nominativ wird vorgezogen, wenn
die Apposition ohne Artikel steht und der Bezugssubstantiv ein Genitivattribut ist:
der Vortrag Prof. Dr. Schalls, ärztlicher Direktor…
Relativpronomen kongruieren mit dem Bezugswort in Numerus und Genus. Der
Kasus des Relativpronomens hängt von seiner Satzgliedfunktion im Relativsatz ab:
Du kennst den Studenten, der diesen Vortrag gehalten hat.
♦ Prädikative Kongruuenz: Bei prädikativen Beziehungen besteht die Kongruenz in
der Übereinstimmung der Form des finiten Verbs mit dem Subjekt in Numerus und Person:
der Student liest; ihr arbeitet usw.
Das Substantiv als Prädikativ kongruiert mit dem Subjekt bzw. Objekt in Genus,
Numerus und Kasus:
Sie ist Studentin und ihr Bruder ist Schüler.
5
In Bezug auf die prädikative Kongruenz ist ein wichtiger Unterschied im Deutschen
und Bulgarischen hervorzuheben. Während im Deuschen keine Kongruenz zwischen
Subjekt/Objekt und adjektivischem Prädikativ besteht, stimmen Genus und Numerus des
prädikativ gebrauchten Adjektivs im Bulgarischen mit dem Genus und Numerus des
Subjekts/Objekts überein, vgl.:
dt.: Der Student ist begabt. Die Studentin ist begabt.
Ich halte sie/ ihn für klug. vs.
bg.: Студентът е талантлив. Студентката е талантлива.
Считам го за умен. Считам я за умна.
3. 1. 3. Anschluss.
Unter Anschluss wird eine durch die Wortstellung ausgedrückte
Abhängigkeitsbeziehung zwischen Wörtern in der subordinativen Konstruktion verstanden.
Beim Anschluss erfolgt die subordinative Verknüpfung der Elemente ohne Formveränderung,
d.h. es geht dabei weder um Rektion noch um Kongruenz. Außerdem können das regierende
und das abhängige Element sowohl in Kontakt- als auch in Distanzposition zueinander
stehen. Durch Anschluss werden Präpositionalgruppen oder Adverbien als
Adverbialbestimmungen an das übergeordnete Verb im Satz angeschlossen:
Mein Bruder arbeitet seit zwei Jahren in der Stadt. Mein Bruder arbeitet dort seit
zwei Jahren.
Auf Wortgruppenebene werden nachgestellte Attribute vornehmlich in der Form von
Adverbien oder Präpositionalphrasen durch Anschluss mit dem Bezugswort verknüpft, es sei
denn die Präposition wird nicht vom Bezugssubstantiv regiert:
das Auto dort; das Auto an der Ecke (Anschluss), vs.
das Streben nach Erfolg (Rektion)
Bezieht sich ein Adjektiv bzw. Adverb auf ein vorangestelltes, kongruierendes
Attribut wird die Abhängigkeitsbeziehung zwischen den beiden Elementen wiederum durch
Anschluss hergestellt:
eine sehr schöne Wohnung
ein außerordentlich intelligenter Mensch.
3. 2. Satzgliedbeziehungen.
Die Satzgliedbeziehungen sind Beziehungen zwischen den syntaktischen Funktionen
(Satzgliedern) im Satz. Die Wörter und die Wortgruppen sind an sich syntaktische
Kategorien. Wenn sie in einen Satz eingefügt werden, treten sie in bestimmte Verhältnisse
zueinander und
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erst durch diese Verhältnisse wird ihnen eine Satzgliedfunktion zugewiesen. Eine
Nominalphrase kann z. B. folgende Funktionen übernehmen:
• Subjekt: Die Blumen sind frisch.
• Objekt: Sie stellt die Blumen auf den Tisch.
• Adverbial: Wegen der Blumen kam es zum Streit.
• Attribut: Dem Kind fiel die Vase mit den Blumen aus der Hand.
• Prädikativ: Das sind die Blumen, die ich dir geschenkt habe.
Und umgekehrt gibt es mehrere Möglichkeiten für die Struktur eines Satzglieds. Es
kann duch ein Wort, eine Wortgruppe, eine Infinitivkonstruktion oder einen Nebensatz
repräsentiert werden. Hier ein Beispiel für die syntaktische Funktion Objekt:
• Ich kenne ihn nicht.
• Ich kenne diesen Studenten nicht.
• Er zieht vor, die Ausstellung zu besuchen.
• Er meint, dass sein Freund die Ausstellung nicht besuchen wird.
Die Beziehungen zwischen den Satzgliedern werden nach den Prinzipien der Valenz-
und Dependenzgrammatik vom Verb geregelt. Das Verb als das absolute Regens bestimmt
durch seine semantische und strukturelle Valenz welche Satzglieder in einem Satz auftreten
müssen bzw. auftreten können und in welcher Form sie im Satz erscheinen. Aus dem
Gesichtspunkt der Valenztheorie sind alle Satzglieder vom Verb abhängig, ihm
untergeordnet, wobei die Enge der Beziehung unterschiedlich ist. Grundsätzlich weisen die
Adverbiale die loseste Verbindung zum Verb auf. An dieser Stelle muss erwähnt werden,
dass Objekte auch auf das Prädikativ als Teil des Prädikats angewiesen sein können, falls das
Prädikativ ein Adjektiv mit Valenzeigenschaften ist.
3. 3. Satzgliedteilbeziehungen.
Satzgliedteilbeziehungen existieren zwischen einem Satzglied und einem
Satzgliedteil. Als typisches Satzgliedteil gilt im Deutschen das Attribut. Das Attribut ist
deswegen Teil eines Satzglieds, weil es allein keine Position im Satz einnehmen kann,
sondern nur mit dem Bezugssubstantiv zusammen im Satz verschieb- und ersetzbar ist.
Dieses Bezugssubstantiv kann verschiedene syntaktische Funktionen erfüllen. Es kann als
Subjekt, Objekt, Adverbial oder Prädikativ fungieren.
3. 4. Interdependenz.
Interdependenz bedeutet gegenseitige Abhängigkeit und besteht zwischen
obligatorischen Satzgliedern in einem Satz. In der Dependenz- und Valenzgrammatik heißen
die Satzglieder Aktanten. Das Subjekt und das Prädikat stehen im Verhältnis der
7
Interdependenz zueinander. Die Subjekt-Prädikat-Beziehung wird als ein wechselseitiges
Verhältnis betrachtet, das auf zwei Ebenen verläuft. In der tiefen Struktur erscheint das Verb
als dominierendes Glied. Es eröffnet eine Leerstelle, die das Subjekt als obligatorischer
Aktant ausfüllt. Die Dominanz des Verbs als absoluten Valenzträgers ist auf zwei Ebenen
präsent. Das Verb bestimmt die semantischen Merkmale des substantivischen Subjekts aber
auch dessen Form auf der Oberflächenstruktur. Das Subjekt steht nämlich immer im
Nominativ. Andererseits ist das finite Verb vom Subjekt abhängig, weil das Subjekt durch die
Kongruenz Numerus und Person des Verbs festlegt. Das ist eine Tatsache und die
Valenztheorie muss sie in Kauf nehmen, auch wenn sie die Überordnung des Verbs postuliert
und das Subjekt in seiner Abhängigkeit vom Verb dem Objekt gleichsetzt.
Interdependentielle Beziehungen bestehen noch zwischen dem Verb und dem
Prädikativ als obligatorischem Satzglied/Satzgliedteil 2 zum Ausdruck des Prädikats im Satz.
Einerseits verlangt die inhaltsarme Kopula das Prädikativ obligatorisch, um das Satzprädikat
auszudrücken, andererseits kann eine Nominalphrase allein keine Prädikation stiften. Ähnlich
verhalten sich obligatorische Objekte zum Verb. In seltenen Fällen gilt dieses wechselseitige
Verhältnis zwischen Verb und obligatorischem Aktanten auch für manche
Adverbialbestimmungen.
2
Zum Satzgliedstatus des Prädikativs divergieren die Meinungen der Sprachwissenschaftler. Es gibt Argumente
für und gegen den Status des Prädikativs als Satzglied.
8
[Link] Relationen
Синтактични отношения Syntaktische Relationen
1. Дефиниция на термина.
Синтактичните единици дума, група думи и изречение стоят в определени йерархични
и последователни отношения помежду си, изучаването на които представлява фокус в
предметната област на синтаксиса. Връзките между синтактичните елементи в групата
думи и в изречението могат да бъдат обобщени под термина синтактични връзки. В по-
широкия смисъл на думата това са отношения на съгласуване или съподчинение на
елементите в синтактичните конструкции. В по-тесен смисъл под синтактични
отношения се разбират видовете подчинение в групата думи, в простото и в сложното
изречение. Те включват реакцията, конгруентността и връзката, които помагат за
изграждането на група от думи, както и отношенията член-член и част-изречение,
които възникват на ниво изречение.
По-съвременните теоретични подходи като съставността и граматиката на
зависимостта, чийто основен принцип е връзката част-цяло или зависимост,
задълбочават погледа върху връзките в групата думи и в изречението.
2. Координация. Същност и видове координирани връзки.
Координацията улавя връзките на вторичния ред между езиковите елементи на
различни нива. Това означава, че елементи от един и същи ранг и тип са свързани.
Разгледани йерархично, следните елементи могат да бъдат свързани чрез координация
отдолу нагоре:
- Части от думите: въведе и изпълни;
- отделни думи: пишете красиво, но нечетливо;
- Части на членовете на изречението (признаци): умно, младо момиче;
- Членове на изречението: Имаше нужда от нови обувки и топло яке за зимата.
- Изречения: Валеше дъжд, така че тя не можеше да излезе без чадър.
В резултат на координирана връзка възникват конструкции със същия характер като
оригиналните елементи, напр. B. Столове и маси (S + S), черни или бели (Adj
+ Adj), четене и писане (V + V). Елементи, които принадлежат към различни класове
думи, не могат да бъдат свързани чрез координация. Същото важи и за членовете на
изречението. Само подобни членове на изречението могат да бъдат координирано
свързани, т.е. з. Субект + субект, обект + обект (виж примера по-горе) и т.н.
Недопустими са и съгласувателни смесени връзки в член или част от изречението, в
семантичните подгрупи на наречните определения (местни, модални, времеви,
причинни) и различни типове атрибути, напр. напр.:
*Вчера в парка той срещна стар приятел. (времева информация + местна информация)
*покупката на мъжа и цветята (Genitivus subjectivus + Genitivus objectivus) От гледна
точка на граматиката на конституентната структура резултатът от съгласувателна
връзка се явява като конструкция, чиито непосредствени конституенти са
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имат еднакъв структурен ранг и принадлежат към един и същ клас на разпространение.
В зависимост от формата на връзката се разграничават синдетична и асиндетична
координация. Синдетичната връзка се осъществява чрез специални свързващи средства
(съюзи, съюзни наречия). Съгласувателните съюзи могат да бъдат едносъставни и
многосъставни. Асиндетичната връзка се осъществява без връзка, чрез подреждане на
елементите. (вижте примерите по-долу)
Последователността на елементите, участващи в координационната връзка, често може
да бъде променена, без да се засяга структурата по отношение на значение или форма,
срв.:
Столове и маси срещу маси и столове. (синдетична координация)
Кокичета, теменужки, минзухари срещу теменужки, минзухари, кокичета
(асиндетична координация)
Това са основно асиндетични връзки и свързващи средства, които не влияят върху
семантиката на свързаните единици. Въпреки това, повечето съюзи сигнализират за
семантични връзки и помагат за установяване на семантичните и логически връзки
между елементите в новосъздадената единица. Семантиката на свързващото
устройство се влияе от връзките на съдържанието на единиците, които трябва да бъдат
свързани. Например, съюзът може да има ограничително или противно значение, а
именно може да показва копулативна или причинно-следствена връзка, в зависимост
от значението на съответния съюз.1
Семантично координиращите свързващи средства могат да бъдат приписани на
различни групи. Следващата таблица предоставя преглед на най-важните
координиращи съюзи и наречия на немски език. Създаден е въз основа на
Sommerfeldt/Starke (1992: 233f.) и е частично допълнен или променен.
Grammatische Bedeutung Koordinierende Adverbien
Konjunktionen
additiv, kopulativ und, sowie, wie, sowohl – auch, außerdem, ferner,
(anreihend) als zudem, überdies,
auch, nicht nur – sondern ebenso, ebenfalls,
auch gleichfalls
kopulativ-negativ weder – noch, nicht – noch
alternativ-disjunktiv oder, entweder – sonst, andernfalls
oder,
beziehungsweise (bzw.)
adversativ aber, doch, jedoch, (nicht) – vielmehr, dagegen,
(entgegenstellend) sondern hingegen, indessen
restriktiv (einschränkend) aber, allein, jedoch, doch indess, indessen,
freilich, nur, zwar –
aber, allerdings,
1
0
wohl – (aber)
explikativ (erklärend) Nämlich und zwar, d.h. (das heißt),
d.i. (das ist)
einteilend, gliedernd - teils – teils, halb – halb, bald
– bald, erstens, zweitens …,
einerseits – andererseits
kausal (begründend) Denn Nämlich
konsekutiv (folgernd) - also, folglich, daher,
deshalb,
deswegen, darum, demnach,
infolgedessen, somit
konzessiv (einräumend) zwar – aber (doch) trotzdem, dessenungeachtet,
nichtsdestoweniger,
gleichwohl, indessen
1 Съюзът е частично изявление в синтактична структура, характеризираща се с
координиращи съюзи.
Граматично значение Съгласуване
Съюзи наречия
адитивни, копулативни (последователно) и, както и, като, двете – като
също, не само - но също така, освен това, освен това,
освен това, освен това, също така, e m директор, наш стар приятел...
Често съответствието в падежа не се поддържа и приложението се появява в
именителен падеж, дори ако референтното съществително е в различен падеж, но
съответствието в число и род се запазва. Номинативният падеж е за предпочитане, ако
апозицията е без член и референтното съществително е родителен атрибут:
лекцията на проф. д.н. Шалс, медицински директор...
Относителните местоимения се съгласуват с предходната дума по число и род.
Падежът на относителното местоимение зависи от неговата функция като член на
относителното изречение:
Познавате студента, който изнесе тази реч.
♦ Предикативна конгруентност: В предикативни отношения конгруентността се
1
1
състои в съгласие на формата на крайния глагол със субекта в число и лице:
ученикът чете; работиш и т.н.
Съществителното като сказуемо се съгласува със субекта или обекта по род, число и
падеж:
Тя е студентка и брат й е студент.
По отношение на предикативната конгруентност трябва да се подчертае важна разлика
в немския и българския език. Докато в немския няма съгласуване между подлог/подлог
и прилагателно сказуемо, родът и числото на прилагателното, употребено
предикативно в български език, се съгласуват с рода и числото на подлога/обекта, срв.:
Немски: Ученикът е надарен. Ученикът е талантлив. Мисля, че той/тя е умен. срещу.
бг.: Студент и талант. Студентска котка и талантлива. Считам го за умен. Считам я за
умна.
3. 1. 3. Връзка.
Под връзка се разбира отношение на зависимост между думите в подчинената
конструкция, изразено чрез словоред. При свързване елементите се свързват
субординативно, без да променят формата си,
т.е. не става въпрос нито за реакция, нито за конгруентност. В допълнение,
управляващите и зависимите елементи могат да бъдат както в контактни, така и в
дистанционни позиции един от друг. Чрез връзка предложните групи или наречия се
свързват с родителския глагол в изречението като наречни изречения:
Брат ми работи в града от две години. Брат ми работи там от две години.
На ниво група думи завършващите атрибути са предимно свързани с предходното под
формата на наречия или предложни фрази, освен ако предлогът не се управлява от
предходното съществително:
колата там; колата на ъгъла (връзка), vs.
стремеж към успех (посока)
Ако прилагателно или наречие се отнася до предходен, конгруентен атрибут, връзката
на зависимост между двата елемента отново се установява чрез връзка:
много хубав апартамент
необикновено интелигентен човек.
3. 2. Членски отношения.
Връзките между членовете на изречението са връзки между синтактичните функции
(членове на изречението) в изречението. Думите и групите думи сами по себе си са
синтактични категории. Когато са вмъкнати в изречение, те влизат в определени
отношения помежду си и
Само чрез тези отношения им се приписва членна функция на изречението. Една
съществителна фраза може напр. Б. поема следните функции:
• Тема: Цветята са свежи.
1
2
• Обект: Тя поставя цветята на масата.
• Adverbial: Имаше спор заради цветята.
• Атрибут: Вазата с цветя падна от ръката на детето.
• Предикатив: Това са цветята, които ти подарих.
И обратното, има няколко варианта за структурата на изречението. Тя може да бъде
представена от дума, група от думи, инфинитивна конструкция или подчинено
изречение. Ето пример за синтактичната функция Object:
• Аз не го познавам.
• Не познавам този ученик.
• Той предпочита да посети изложбата.
• Мисли, че приятелят му няма да посети изложбата.
Отношенията между членовете на изречението се регулират от глагола според
принципите на граматиката на валентността и зависимостта. Глаголът като абсолютен
реген определя чрез своята семантична и структурна валентност кои членове на
изречението трябва или могат да се появят в изречението и в каква форма се появяват в
изречението. От гледна точка на теорията на валентността, всички членове на
изречението са зависими от глагола, подчинени на него, въпреки че близостта на
връзката варира. По принцип наречията имат най-слабата връзка с глагола. Струва си
да се спомене в този момент, че обектите също могат да разчитат на предиката като
част от предиката, ако предикативът е прилагателно със свойства на валентност.
3. 3. Връзки между членовете на изречението.
Съществуват връзки между член на изречение и член на изречение. На немски език
атрибутът се счита за типичен компонент на изречението. Атрибутът е част от член на
изречението, защото не може сам да заема позиция в изречението, а може само да бъде
преместван и заменен в изречението заедно с референтното съществително. Това
референтно съществително може да бъде различно изпълняват синтактични функции.
Може да функционира като субект, обект, наречие или предикатив.
3. 4. Взаимна зависимост.
Взаимозависимостта означава взаимна зависимост и съществува между задължителни
членове на изречението. В граматиката на зависимостта и валентността членовете на
изречението се наричат актанти. Субектът и сказуемото стоят във връзка на
Взаимна зависимост един от друг. Връзката субект-предикат се разглежда като
реципрочна връзка, която протича на две нива. В дълбинната структура глаголът се
явява като доминиращ член. Отваря празно място, което субектът запълва като
задължителен актант. Доминирането на глагола като абсолютен носител на валентност
присъства на две нива. Глаголът определя семантичните характеристики на
субстантивния субект, но и неговата форма върху повърхностната структура. Подлогът
винаги е в именителен падеж. От друга страна, крайният глагол е зависим от субекта,
тъй като субектът определя числото и лицето на глагола чрез конгруентност. Това е
факт и теорията за валентността трябва да го приеме, дори ако постулира
превъзходството на глагола и приравнява субекта в зависимостта му от глагола с
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обекта.
Все още съществуват взаимозависими отношения между глагола и сказуемото като
задължителен член/част на изречението2 за изразяване на сказуемото в изречението.
От една страна, копулата с ниско съдържание изисква предикативът да е задължителен
за изразяване на сказуемото на изречението, от друга страна, съществителната фраза
сама по себе си не може да създаде предикатив. Задължителните обекти се държат по
подобен начин на глагола. В редки случаи тази реципрочна връзка между глагола и
задължителния актант се отнася и за някои наречни клаузи.
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