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Bernd-Jochen Schaefer

Fabian Rennecke, Christian Söhngen


Institut für Theoretische Physik
WS 2015/16

Theorie der Thermodynamik


4. Blatt
Abgabe: 6. November 2015, vor der Vorlesung

Aufgabe 4.1:

Gegeben sei ein System aus N = 2 Würfeln.

a) Was sind mögliche Mikro- und Makrozustände in diesem System, falls Sie mit beiden Würfeln
je einmal würfeln?

b) Wie sieht der Entartungsgrad Γn aus, wobei n die (Gesamt-)Augenzahl darstellen soll? Als
Entartungsgrad eines Makrozustandes bezeichnen wir hierbei die Anzahl an Mikrozuständen,
die zu demselben Makrozustand führen.

c) Berechnen Sie den Erwartungswert hni einmal mithilfe der Mikrozustände und einmal mithilfe
der Makrozustände (der Augenzahl n).
Bei der Berechnung über die Mikrozustände müssen Sie hierbei über alle Mikrozustände
mitteln, d.h. Sie berechnen
1 X
hni = Augenzahlsumme des Mikrozustandes
Anzahl aller Mikrozustände
alle Mikrozustände

Für die Berechnung über die Makrozustände benötigen Sie die Wahrscheinlichkeit für das
Auftreten jedes Makrozustandes. Wie können Sie diese berechnen und warum dürfen Sie
oben über alle Mikrozustände mitteln (könnte es z.B. nicht sein, dass ein Mikrozustand wahr-
scheinlicher wäre als die anderen)? Vergleichen Sie für die Beantwortung der letzten Frage
das Beispiel des Würfels auch mit anderen physikalischen Systemen.

Aufgabe 4.2:

Betrachten Sie n Teilchen, die auf N > n Zellen mit gleicher Wahrscheinlichkeit verteilt wer-
den. Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass sich genau ein Teilchen in jeder der ersten n Zellen
befindet. Die Berechnung soll unter vier verschiedenen Annahmen durchgeführt werden:

a) Die Teilchen sind unterscheidbar und in jeder Zelle dürfen sich beliebig viele Teilchen befinden.

b) Die Teilchen sind ununterscheidbar und in jeder Zelle darf sich maximal ein Teilchen befinden.

c) Die Teilchen sind ununterscheidbar und in jeder Zelle dürfen sich beliebig viele Teilchen be-
finden.

d) Die Teilchen sind ununterscheidbar und in jeder Zelle darf sich maximal ein Teilchen befinden.

bitte wenden
Aufgabe 4.3:

Betrachten Sie ein Gas aus N ununterscheidbaren Photonen in einem Volumen V . Diese gehor-
chen bekanntermaßen der Dispersionsrelation p~ = c |~
p|. Berechnen Sie die Temperatur des Gases
in Abhängigkeit der Energiedichte ε = E/V . Zeigen Sie außerdem, dass für den Druck p = ε/3
gilt.

Hinweis: Multiplizieren Sie Ihr Ergebnis mit dem Faktor 2N . Mithilfe dieses Faktors berücksichtigen
Sie, dass jeder Impulszustand der Photonen zweifach (Helizitäts-)entartet ist. Die Entropie hängt im All-
gemeinen von E, V und N ab: S = S(E, V, N ). In dieser Aufgabe reicht es, die Entropie in der Form
S(E, V, N ) = s(E, V, N ) + λ(N ) darzustellen, wobei nur s(E, V, N ) explizit berechnet werden muss. Ad-
ditive Terme (λ(N )), die nur von N und nicht von E oder V abhängen, müssen nicht explizit berechnet
werden. Überlegen Sie sich, warum dies der Fall ist. Für die Berechnung von Ω heißt dies, dass es reicht, Ω
in der Form Ω(E, V, N ) = ω(E, V, N )α(N ) darzustellen (Warum?). Auftretende Integrale müssen also nicht
explizit berechnen werden, wenn Sie sichergestellt haben, dass diese Integrale nicht (mehr) von E und V
abhängen.

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