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Nero

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Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus (* 15. Dezember 37 in Antium; † 9.[1] oder 11.

Juni[2] 68 bei Rom) war von 54 bis 68 Kaiser des Römischen Reiches. Er sah sich vermutlich
selbst als Künstler und war der fünfte und letzte Kaiser der julisch-claudischen Dynastie.
Obwohl die ersten Jahre seiner Herrschaft sehr positiv wahrgenommen wurden, wurde Nero von
den senatorischen Geschichtsschreibern (wie Tacitus oder Sueton) als Gewaltherrscher
beschrieben. Um ihn ranken sich zahlreiche Skandalgeschichten, die ihn als
verschwendungssüchtigen und grausamen Kaiser beschreiben. Am bekanntesten ist jedoch
der Große Brand von Rom, den Nero gelegt haben soll, um einen neuen Palast zu bauen; von
der neueren Forschung wird Neros Urheberschaft jedoch bezweifelt. Eine während seiner
Regierungszeit stattfindende Phase der Christenverfolgung manifestierte seinen Ruf als
Tyrannenkaiser.

Inhaltsverzeichnis

 1Leben
o 1.1Herkunft und Jugend
o 1.2Aufstieg zum Herrscher
o 1.3Neros Prinzipat
 1.3.1Innenpolitik
 1.3.1.1Verhältnis zum Senat
 1.3.1.2Der große Brand von Rom und die
Christenverfolgung
 1.3.2Außenpolitik
 1.3.2.1Unterwerfung und Eingliederung Armeniens
 1.3.2.2Befriedung Britanniens
 1.3.2.3Der Aufstand in Iudaea
o 1.4Familienverhältnisse
o 1.5Nero als Künstler
o 1.6Machtverlust und Tod
 2Wirkung
o 2.1Nero im Urteil der Nachwelt
o 2.2Nero-Rezeption
 3Quellen
 4Literatur
 5Weblinks
 6Anmerkungen

Leben
Herkunft und Jugend

Aureus von 54, der junge Nero mit seiner Mutter Agrippina

Das Julisch-Claudische Kaiserhaus


Nero wurde als Sohn von Gnaeus Domitius Ahenobarbus und Iulia Agrippina, einer Schwester
des Kaisers Caligula, in Antium an der Küste Latiums geboren. Er war über die weibliche Linie
ein Ururenkel des Kaisers Augustus. Er trug zunächst den Namen Lucius Domitius
Ahenobarbus. Wie die meisten männlichen Mitglieder seiner Familie war Nero blond oder
rotblond und blauäugig.[3] Er soll, wie Plinius der Ältere berichtet, mit den Füßen zuerst, also in
der Steißlage geboren worden sein.[4]

Nero (?) als Knabe. Marmor, Höhe 1,38 Meter, um das Jahr
50, Musée du Louvre (Inventarnummer MR 337 / MA 1210)[5]
Weil seine Mutter von Caligula ins Exil geschickt worden war, verbrachte er einen Teil seiner
Kleinkindzeit bei seiner Tante Domitia Lepida. Die als schön geltende Agrippina war für ihren
Ehrgeiz, Stolz und Mut, aber auch für ihren Machthunger bekannt. Spätestens seit sie nach dem
Tod ihres zweiten Mannes Gaius Sallustius Crispus Passienus im Jahr 49 Kaiser Claudius, ihren
Onkel, geheiratet hatte, verfolgte sie das Ziel, ihren Sohn Lucius zum Kaiser zu machen.
[6]
Deshalb sorgte sie für eine hervorragende Ausbildung Neros in Literatur, Latein und
Mathematik. Nach Vollendung seines zwölften Lebensjahres betrieb sie die
Rückberufung Senecas aus der Verbannung und machte ihn zum Lehrer ihres Sohnes. Seneca
war ein bekannter Philosoph und einflussreicher Politiker, der das Leben des späteren Nero
entscheidend prägte. Der junge Lucius erhielt eine standesgemäße Ausbildung und interessierte
sich vor allem für Kunst, Architektur, Wagenrennen und das Theater.
Aufstieg zum Herrscher
Nero und Agrippina (ca. 54–59).
Am 25. Februar 50 adoptierte Claudius seinen Stiefsohn Lucius Domitius Ahenobarbus. Dieser
hieß jetzt mit vollem Namen Nero Claudius Caesar Drusus Germanicus.[7] Er stand durch
Einflussnahme seiner Mutter kurz darauf an erster Stelle in der Thronfolge. Bereits mit 13 Jahren
legte er die bulla, das Amulett eines freigeborenen minderjährigen Jungen, ab und erhielt die
sogenannte toga virilis, wurde also für erwachsen erklärt, obwohl die Norm hierfür eigentlich bei
14 Jahren lag.[8] Außerdem erhielt er umfassende Privilegien und wurde zum Senator
und Prokonsul ernannt. Der um drei Jahre jüngere Sohn des Claudius, Britannicus, wurde zwar
nicht von der Thronfolge ausgeschlossen, jedoch durch die Adoption und die Ämter, die Nero
erhielt, ihm offensichtlich nachgestellt.[9] Bereits vor der Eheschließung seiner Mutter mit dem
Kaiser im Jahr 47 hatte Nero im Alter von neun Jahren bei der 800-Jahr-Feier Roms als Anführer
der aristokratischen Jugend bei den Reiterspielen mehr Beifall erhalten als der ebenfalls
teilnehmende sechsjährige Kaisersohn.
Drei Jahre später forcierte Agrippina eine Ehe zwischen ihrem 16-jährigen Sohn und der 13-
jährigen Tochter des Claudius, Octavia. Um Blutschande zu vermeiden, wurde Claudius’ Tochter
von den Octaviern adoptiert, sodass sie kein Mitglied der gens Claudia mehr war und den durch
die Adoption zum claudischen Haus gehörenden Nero heiraten konnte.[10] Damit war er nicht nur
väterlicher- und mütterlicherseits mit dem julisch-claudischen Haus verwandt,
sondern faktisch auch mit dem aktuellen Herrscher verschwägert. Allerdings war Neros Position
noch nicht endgültig gesichert, denn Claudius schloss eine Machtteilung zwischen ihm und
Britannicus, der im März 55 volljährig werden würde, nicht mehr aus. Dies führte zu heftigen
Streitigkeiten zwischen dem Kaiser und Agrippina.[11]
Am 13. Oktober 54 starb Claudius.[12] Den späteren Chronisten Tacitus und Sueton zufolge wurde
er von Agrippina vergiftet, die ihren Sohn auf den Thron bringen wollte, ehe der Adoptivbruder
volljährig war. Nero wurde vom Prätorianerpräfekten Burrus, einem Protegé Agrippinas, aus dem
Palast geführt, wo die Garde ihn mit Jubel- und Imperatorrufen begrüßte. [13]
Neros Prinzipat
Innenpolitik
Neros Herrschaft begann positiv. Er zeigte sich in den ersten Jahren als fähiger und eigenständig
handelnder Richter, der sein Urteil wohlüberlegt fällte.[14] Er betonte die Eigenständigkeit der
senatorischen Rechtsprechung, schaffte die unter Claudius gefürchteten maiestas-Prozesse ab
und war beim Volk durch Senkung des Getreidepreises und die Veranstaltung von Spielen
beliebt.[15] Von Nero ist der Satz „Wenn ich doch bloß nicht schreiben könnte!“ überliefert. Er soll
ihn gesagt haben, als er zum ersten Mal ein Todesurteil unterschreiben musste. [16] Die meisten
Verbrecher verurteilte er zur Zwangsarbeit, während der Adel ins Exil verbannt oder
zum Suizid gedrängt wurde. Die ersten fünf Jahre gelten als quinquennium Neronis, das
glückliche Jahrfünft.[17] Der Einfluss Senecas, des Burrus und anfangs auch Agrippinas auf Nero
in dieser Zeit scheint ursächlich für die guten Regierungsjahre.[18]
Verhältnis zum Senat
Der Senat hatte nur der durch die Prätorianer geschaffenen Lage nach der Ausrufung Neros zum
Kaiser zustimmen können. Der Ausschluss des Britannicus stieß vereinzelt auf Argwohn, und die
Gerüchte um den Tod des Claudius wollten nicht verstummen. Doch die Lobrede des jungen
Princeps auf seinen verstorbenen Vater, dessen Divinisierung und die Rede vor den Senatoren
deuteten auf einen gemäßigten Herrscher hin, der den mos maiorum akzeptierte.[19] Er stellte sich
in die Tradition von Augustus, lobte den guten Willen des Senats und seine Ratgeber.
Insbesondere die Ablehnung kaiserlicher Interventionen in senatorischen Angelegenheiten, einer
Praxis, die unter Claudius zu Erbitterung geführt hatte, musste den Senatoren gefallen. Nero
stellte heraus, dass er sich in erster Linie um die Außenpolitik kümmern wolle. [20]
Das erste Jahr seines Prinzipats erfuhr einen positiven Abschluss, indem er seine eigenen
Standbilder ablehnte und seinem Mitkonsul des Jahres 55 untersagte, auf die Handlungen des
Kaisers zu schwören. Damit wurden die Würde und Eigenständigkeit des Konsulats betont, „was
hohes Lob bei den Vätern fand“.[21] Auch die Unterstützung mittelloser Senatoren, die nur
viermalige Besetzung des Konsulats und die Nachbesetzung von Senatsposten in konservativem
Sinne zeugten von einem guten Princeps.[22]
Mit dem Tod des Burrus im Jahr 62, dem Wunsch Senecas, sich vom Hofe zurückzuziehen, der
Scheidung von Octavia und Benennung des Tigellinus zum Prätorianerpräfekten verschlechterte
sich Neros Verhältnis zum Senat stetig.[23] Nach dem Brand Roms nahm die Opposition immer
mehr zu, mehrere Verschwörungen wurden aufgedeckt. Bekannte Opfer der darauffolgenden
Säuberungen waren Seneca, Lucan und Petronius (siehe auch Pisonische Verschwörung). Auch
Neros Verschwendungssucht stieß zunehmend auf Ablehnung.
Der große Brand von Rom und die Christenverfolgung
→ Hauptartikel: Großer Brand Roms

Wandmalerei in der Domus Aurea


In der Nacht vom 18. zum 19. Juli 64 brach in Rom ein Brand aus, der sich durch starken Wind
sowie dichte und hohe Bebauung rasch ausbreitete. Innerhalb von neun Tagen wurden zehn von
14 Stadtteilen angegriffen und drei komplett vernichtet. Es wurden Gerüchte laut, dass Nero
selbst das Feuer habe legen lassen, um die Stadt neu aufzubauen und insbesondere Platz für
einen riesigen Palast, das „Goldene Haus“ (Domus Aurea), zu schaffen.[24] Angeblich
beobachtete und besang er den Brand vom Turm des Maecenas aus, während er sich selbst auf
der Lyra begleitete und Verse vom Fall Trojas deklamierte. Laut Tacitus tat er dies zu Hause.[25]
Tatsächlich aber befand sich Nero in seinem 50 Kilometer weit entfernten Geburtsort, seiner
Sommerresidenz Antium, während der Palatin in Flammen stand. Er reiste nach Rom zurück,
öffnete seine Gebäude für Obdachlose und senkte den Getreidepreis.[26] Wahrscheinlich brach
der Brand, wie viele andere auch, auf einem Marktplatz durch Unvorsichtigkeit aus. Dennoch ist
Nero als Brandstifter Roms in die Geschichte eingegangen.[27] Dass er selbst die Stadt
angezündet hat, kann ausgeschlossen werden, eine Beauftragung anderer jedoch nicht, [28] zumal
nach den ersten Löscharbeiten weitere Feuer nahe bei dem Haus
des Prätorianerpräfekten Tigellinus ausbrachen.[29] Ein Auftrag zur Brandstiftung von Seiten
Neros ist allerdings schon deswegen wenig wahrscheinlich, da er in materieller Hinsicht der
Hauptgeschädigte des Feuers war.[30]
Aufgrund der Gerüchte, er habe das Feuer gelegt oder wenigstens davon profitiert, brauchte
Nero einen anderen Schuldigen für den Brand. Dafür bot sich die Sekte
der Chrestiani[31] bzw. Christiani (griechisch für „Christen“) an, die in der Bevölkerung, so Tacitus,
verhasst gewesen seien.[32] Sie wurden verhaftet und viele zu grausamen Todesstrafen verurteilt.
Die meisten wurden verbrannt, da dies die im römischen Recht für Brandstifter vorgesehene
Strafe war, einige gekreuzigt oder in Felle gesteckt und in der Arena den Tieren vorgeworfen.
[33]
Diese Christenverfolgung unter Nero, die auf die Stadt Rom beschränkt blieb, war das erste
einer vermuteten Reihe lokaler Pogrome, die der Verfolgung unter Domitian und den
systematischen Verfolgungen im 3. Jahrhundert vorausgingen. Wie systematisch und
umfangreich sie tatsächlich war, ist in der neueren althistorischen Forschung allerdings sehr
umstritten.[34] Da Tacitus’ Passage über die Christen jedoch Ungereimtheiten aufweist und bis in
das fünfte nachchristliche Jahrhundert keine weitere christliche oder nichtchristliche Quelle einen
direkten bzw. unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Brand und den Christen
bzw. deren Verfolgung herstellt – Eusebius von Caesarea erwähnt das erste größere Vorgehen
gegen Christen sogar für das letzte Regierungsjahr Neros, also vier Jahre nach dem Brand –,
wird eine direkte Verbindung dieser beiden Ereignisse auch bezweifelt,[35] denn für christliche
Autoren nach Nero wäre es durchaus erfolgversprechend gewesen, dessen Vorwürfe
zurückzuweisen bzw. zu widerlegen, da Nero schon zur Zeit der Flavier offiziell als böse galt.[36]
Tacitus berichtet, dass es in Rom Ablehnung der Verfolgung gab: „Daher wurde auch für noch so
Schuldige, welche die härtesten Strafen verdienten, Mitleiden rege, als würden sie nicht dem
allgemeinen Besten, sondern der Mordlust eines einzigen geopfert.“[37]
Der juristisch gebildete christliche Apologet Tertullian (ca. 160–220) wies im Jahr 197 eindringlich
darauf hin, dass die Christenheit keine provinzielle Sekte gewesen sei, sondern dass die
Bezeichnung „Christ“ von Anfang an die Aufmerksamkeit der kaiserlichen Behörden auf sich
gezogen habe. Dabei gibt er an, dass das einzige Dekret Neros, das bei seinem Tode nicht
aufgehoben wurde, dasjenige gegen die Christen gewesen sei.[38]
Einer weitverbreiteten altkirchlichen Legende nach sind unter Nero auch
die Apostel Paulus und Petrus in Rom hingerichtet worden. Dies wird von einigen Forschern
jedoch angezweifelt, zumal die Überlieferung auch davon berichtet, dass Paulus nach einem
längeren förmlichen Prozess und Petrus zu einem späteren Zeitpunkt hingerichtet wurde.
Für die Finanzierung des Wiederaufbaus plünderte Nero die Tempel im ganzen Reich.
[39]
Möglicherweise liegt hier eine der Ursachen für die Zuspitzung der Ausbeutung von Judäa, die
im Jahr 66 zum jüdischen Krieg führte. Von den Geldnöten des Kaisers zeugt auch die von
Tacitus und Sueton überlieferte Geschichte des Caesellius Bassus.
Beim Wiederaufbau Roms ließ Nero breitere Straßen anlegen und beschränkte die maximale
Höhe der Häuser, die nun alle eigene Mauern haben mussten, auf 25 Meter; überall sorgte er
für Brandschutzmaßnahmen.[40] Trotz dieser Maßnahmen lastete die plebs urbana dem Princeps
den Brand an und sah in seinem Wiederaufbau nach Brandschutzaspekten eine zusätzliche
Belastung.[41] Sich selbst ließ Nero ein riesiges, prunkvolles Anwesen mit großen Kunstschätzen
und technischen Raffinessen errichten, die Domus Aurea (das „Goldene Haus“).[42] Das Anwesen
wurde kurz nach Neros Tod geplündert und teilweise abgerissen. In dessen Ruinen wurde am
14. Januar 1506 die Laokoon-Gruppe entdeckt. Die flavischen Kaiser ließen auf dem Areal des
dazugehörigen Sees das Kolosseum errichten.
Außenpolitik
In der Außenpolitik verließ sich Nero auf die von ihm ausgewählten Statthalter und Befehlshaber.
Obwohl er als erster Princeps in der Geschichte Roms nie selbst an einem Feldzug teilnahm,
konnte er durch die Fähigkeit der Kommandanten einige Erfolge feiern.[43]
Unterwerfung und Eingliederung Armeniens
Bronzemünze (Sesterz) des Nero mit dem Porträt des
Kaisers auf der Vorderseite und einem Triumphbogen auf der Rückseite – möglicherweise
dem anlässlich des Parthersieges Corbulos errichteten Bogen
Der Feldherr Gnaeus Domitius Corbulo siegte über die Parther in Armenien. Das Land lag sowohl
im Einflussbereich Roms als auch dem der Parther und bildete einen Puffer zwischen beiden
Reichen. Bereits unter Claudius kam es zu Spannungen, in deren Folge der parthische
Großkönig Vologaeses I. in Armenien einmarschierte und seinen Bruder Tiridates statt des
romfreundlichen Mithradates auf den Thron brachte. Im Winter 54 setzte Nero den bewährten
Corbulo als Statthalter der Provinz Cappadokia ein. Mit einem groß aufgestellten Heer und
lokaler Unterstützung begann Corbulo 58 einen Feldzug, nachdem er erfolglos versucht hatte, mit
Vologaeses zu verhandeln. Relativ rasch nahmen die römischen
Truppen Artaxarta und Tigranocerta ein, Tiridates floh an den parthischen Hof. Tigranes VI., der
die meiste Zeit seines Lebens in Rom verbracht hatte, wurde als Herrscher installiert. [44] Der
Erfolg wurde in Rom mit einem Triumphbogen gefeiert, zur Überraschung vieler hatte der junge
Kaiser sich mit seiner Reaktion und der Auswahl Corbulos bewährt.[45]
Der Frieden in Armenien jedoch war brüchig. Nachdem Corbulo den Befehl in Syria übernommen
hatte, zeigte Tigranes sich als unfähig und fiel mit römischen Truppen in Adiabene ein, das zum
parthischen Reich gehörte. Daraufhin marschierte Vologaeses selbst auf Syrien, während sein
Bruder Armenien angreifen sollte. Corbulo konnte den Einmarsch an beiden Linien stoppen,
entfernte Tigranes vom armenischen Thron und verhandelte erneut. Sein Vorschlag war
weiterhin, den Thron Tiridates zu geben, doch er sollte die Königswürde in Rom und von Nero
empfangen.[46] Der parthische Großkönig willigte ein und schickte eine Gesandtschaft nach Rom,
die im Jahr 62 eintraf und ohne Ergebnis wieder abreiste. Vologaeses eröffnete den Krieg erneut.
Nach anfänglichen Erfolgen wurde die Lage der römischen Truppen gefährlich, bis Corbulo mit
einer Mischung aus Drohung, militärischer Härte und Diplomatie wieder Verhandlungen erreichte.
Die Parther und die Römer zogen sich aus Armenien zurück, das sich selbst überlassen werden
sollte.[47] Nach Rom wurde gemeldet, die Situation habe sich positiv entwickelt.
Als die zweite parthische Gesandtschaft 63 in Rom eintraf und grundsätzlich zwar Bereitschaft
zeigte, nun die Krone aus den Händen Neros zu empfangen, doch dies in eine nicht näher
bestimmbare Zukunft verlegte, wurden sie das zweite Mal zurückgeschickt. Corbulo erhielt
ein imperium maius mit dem Auftrag, Armenien endgültig in römischem Sinn zu befrieden.[48] Der
Oberbefehlshaber zog fünf Legionen und Hilfstruppen zusammen. Die Drohung zeigte Wirkung,
Tiridates erklärte sich nun bereit, die Königswürde in Rom zu empfangen. In einem persönlichen
Gespräch zwischen Corbulo und Vologaeses stimmte der Großkönig zu.[49] Die Verleihung der
Königswürde aus Neros Hand an den armenischen König Tiridates im Jahr 66 wurde der größte
Triumph für den Princeps und eine gelungene Inszenierung zugleich.[50]
Befriedung Britanniens
Unter Claudius war bereits ein Teil Britanniens zu einer römischen Provinz gemacht worden.
[51]
Es gab keine Festgrenzlinie zum unbefriedeten Gebiet, zur Stabilisierung wurden
Stammesfürsten als Klientelkönige benutzt. Im Jahr 58 setzte Nero mit Gaius Suetonius
Paulinus einen erfahrenen Legaten ein, der sich an Corbulos Erfolgen in Armenien messen
lassen musste. So ging er mit aller Härte gegen die Aufständischen auf der Insel Mona vor: Er
ließ die Druiden und weitere Männer und Frauen töten und schändete die heiligen Haine.[52]
Unterdessen brach ein Aufstand in der Provinz aus. Der mit den Römern befreundete Stamm
der Icener, der nahe der Provinzhauptstadt Camulodunum siedelte, sah aufgrund der teils
rücksichtslosen römischen Politik nur noch die Möglichkeit, mit Waffengewalt gegen die Besatzer
vorzugehen. Die Römer hatten zuvor die Erbansprüche der Königswitwe Boudicca ignoriert und
sie und ihre Töchter vergewaltigt. Zudem hatten römische Kreditgeber ihre Kredite an
britannische Adlige gekündigt, was diese in erhebliche Schwierigkeiten brachte.[53] Die Rebellen
konnten zuerst Erfolge verbuchen, Londinium, Camoludunum und Verulamium wurden
geplündert und teils zerstört, der Tempel von Claudius geschleift und der in Abwesenheit von
Paulinus befehlshabende Prokurator Caetus Decianus vernichtend geschlagen.[54] Die Lage
schien so katastrophal, dass Nero darüber nachgedacht haben soll, die Insel aufzugeben.
[55]
Paulinus versuchte, so schnell wie möglich mit seinen vier Legionen aus Wales zu Hilfe zu
kommen. Er traf auf die verbündeten aufständischen Truppen unter der Führung von Boudicca
und stellte sie zur Schlacht. Sie wurde vernichtend geschlagen und beging Selbstmord, ihre
Anhänger wurden zum größten Teil getötet, Britannien war befriedet. [56]
Um nach dem militärischen Sieg auch die wirtschaftliche Kontrolle wieder zu erlangen, schickte
Nero Gaius Iulius Alpinus Classicianus als neuen Finanzverwalter in die Provinz. Classicianus
und Paulinus hegten eine tiefe Abneigung gegeneinander und arbeiteten nicht zusammen,
sodass der Finanzprokurator um die Ablösung des Feldherrn bat. Um sich ein Bild machen zu
können, sandte Nero seinen Freigelassenen Polyclitus nach Britannien. Diese Maßnahme stieß
sowohl bei den römischen Statthaltern als auch beim einheimischen Adel auf Unverständnis und
Ablehnung. Dennoch schaffte Polyclitus es, eine akzeptable Lösung zu finden: Paulinus konnte in
Britannien verbleiben, hatte sein Heer jedoch Publius Petronius Turpilianus zu übergeben, der
sich „trägem Nichtstun hingab“ und somit für Frieden sorgte.[57]
Der Aufstand in Iudaea
Ein weiterer Schauplatz der Außenpolitik war Iudäa. Unter den Prokuratoren Marcus Antonius
Felix, einem Bruder des Freigelassenen Pallas, und Gessius Florus, einem Günstling Poppaeas,
hatte sich das Klima zwischen Juden, Griechen und Römern nicht positiv entwickelt. Als Florus
ausstehende Steuern aus dem Jerusalemer Tempelschatz begleichen ließ, begann der jüdische
Aufstand. Im Mai 66 wurden römische Hilfstruppen in Masada getötet, der syrische
Statthalter Gaius Cestius Gallus erlitt Ende 66 eine herbe Niederlage. Daraufhin betraute Nero,
der in Griechenland weilte, den bewährten Heerführer Vespasian mit dem Oberbefehl
im Jüdischen Krieg und Gaius Licinius Mucianus mit der Statthalterschaft Syriens.[58] Vespasian
zog in Syrien 60.000 Mann aus den Truppen und Hilfstruppen zusammen und errang in kurzer
Zeit Erfolge.[59] Im Juli 67 eroberte er Iotapata, das von Joseph ben Mathitjahu befehligt worden
war. Die endgültige Niederschlagung des Aufstandes zog sich aufgrund von Neros Selbstmord
und dem Vierkaiserjahr bis 74.[60]
Familienverhältnisse

Sesterz des Nero, 62–68 n. Chr. Auf der


Rückseite: Nero während eines Congiarium.
Nero werden zahlreiche Verbrechen angelastet; so soll er im Jahr 55 seinen
Stiefbruder Britannicus vergiftet haben.[61] Da dieser jedoch schon seit seiner Kindheit
an Epilepsie litt und körperlich schwächlich war, ist sich die Geschichtsschreibung über den
Wahrheitsgehalt dieser Geschichte nicht einig. Es ist auch möglich, dass Britannicus an einem
Anfall gestorben ist.[62]
Agrippina verlor nach und nach die Kontrolle über ihren Sohn. Sie drohte deshalb durch Intrigen,
Verschwörungen und Bestechungen Nero zu stürzen. Nero, der seine Mutter fürchtete, setzte
eine Untersuchungskommission ein, der auch Seneca angehörte, die Agrippina jedoch nichts
nachweisen konnte. Unter Mithilfe seines ehemaligen Lehrers Anicetus, inzwischen zum Admiral
geworden, wollte er Agrippina mit einem eigens dafür präparierten Schiff versenken lassen. Es
gelang ihr jedoch, an Land zu schwimmen. Am 23. März 59 ließ er sie in ihrer Villa ermorden. Als
Rechtfertigung wurde ihr ein Anschlag auf Nero unterstellt und notdürftig bewiesen. Die
Beteiligung von Seneca und Burrus an diesem Verbrechen ist unklar.[63] Vermutlich wussten sie
von dem Anschlag zu Wasser nichts, befürworteten jedoch die anschließende Ermordung. Nero
ließ auch zahlreiche Hochverratsprozesse durchführen und zog – wie es übliche Praxis war – das
Vermögen der Hingerichteten ein.[64]
Nero verliebte sich Ende 58 in Poppaea Sabina. Sie forderte ihn auf, Octavia zu verstoßen.
Schließlich ließ der Kaiser 62 seiner kinderlosen Frau ein Verhältnis mit einem Sklaven anhängen
und verbannte sie, um zwölf Tage später seine Geliebte zu heiraten. Es kam daraufhin zu
schweren Unruhen und Aufständen, weil Octavia beim Volk sehr beliebt war. Deshalb ließ Nero
das Gerücht streuen, Octavia habe zusammen mit ihrem Geliebten versucht, den Kaiser
abzusetzen, und Nero verbannte sie auf eine Insel. Nero gab den Auftrag, ihr die Pulsadern
aufzuschneiden und sie in heißem Dampf zu ersticken, was wenige Tage später auch geschah. [65]
Nero und Poppaea hatten eine gemeinsame Tochter, Claudia. Sie wurde am 21. Januar 63
geboren, starb jedoch vier Monate später. Zwei Jahre später war Poppaea wieder schwanger. Es
wird behauptet, Nero hätte sie während dieser Zeit aus Verärgerung durch einen Fußtritt in den
Unterleib getötet. Diese Darstellung ist jedoch umstritten; sicher ist nur, dass Poppaea während
ihrer Schwangerschaft im Jahr 65 starb.[66]
Nach Poppaeas Tod heiratete Nero Statilia Messalina, die Witwe des Konsuls Marcus Iulius
Vestinus Atticus, den er nach der Aufdeckung der Pisonischen Verschwörung bei einem
Gastmahl zum Selbstmord gezwungen hatte,[67] obwohl dieser nicht daran beteiligt gewesen war.
Nero wollte ihn vermutlich ausschalten, um Statilia, die bereits einige Zeit seine Geliebte war,
selbst heiraten zu können. Ob schon zu Poppaeas Lebzeiten ein Verhältnis der beiden
bestanden hatte, ist nicht klar.[68]
Nero als Künstler

Büste Neros aus Olbia, Sardinien


Seit seiner Jugend hatte Nero einen Hang zu allen schönen Künsten. Bei der römischen
Oberschicht waren künstlerische und literarische Ambitionen zwar gern gesehen, doch sie sollten
im kleinen, privaten Kreis ausgelebt werden, nicht auf der öffentlichen Bühne und erst recht nicht
vor dem Volk.[69] Spätestens seit 60 kam der Künstler, der um Anerkennung buhlte, in Nero immer
mehr zum Vorschein. Schon vorher hatten Seneca und Burrus dem Herrscher kleine Ausflüge in
die Arena und auf die Bühne gestatten müssen, die allerdings vorerst nur mit Freunden und für
Freunde und Mitglieder des Hofes stattfanden.
Im Jahr 59 veranstaltete Nero um seine traditionelle Bartabnahme ein Fest, die Iuvenalia. Bei
dieser Gelegenheit traten jedoch nicht professionelle Künstler auf, sondern Senatoren und Ritter,
was für die römische Aristokratie so degoutant wie verdammenswert war.[70] Am Ende der Spiele
trat Nero selbst auf.[71] Im folgenden Jahr stiftete der Kaiser die Neronia, Spiele, die sich an den in
Griechenland gängigen Agonen orientierten und in Neapel stattfanden, weil dort das Publikum
noch immer stark griechisch geprägt war und derlei Aufführungen offener gegenüberstand als die
Menschen in Rom. Auch hier trat der Princeps öffentlich auf, erstmals vor einer großen
Zuschauerzahl.[72]
Bei den nächsten Neronia, die wegen des Brandes von Rom erst 65 stattfanden, präsentierte
sich Nero dann in Rom.[73] Der Senat, der dies für eines Kaisers unwürdig hielt, versuchte dies zu
verhindern, indem er dem Princeps bereits vorher den Sieges- und Ehrenkranz anbot, doch Nero
wollte keine Begünstigung und bestand auf dem Auftritt. Während das Volk die Darstellung des
Kaisers genoss, waren Senatoren und auswärtige Staatsgäste laut Tacitus angewidert und
entsetzt.[74] Vespasian soll bei dieser Aufführung auch anwesend gewesen und eingeschlafen
sein, was ihn fast das Leben gekostet hätte, denn der Kaiser erwartete Aufmerksamkeit und
verbot ein vorzeitiges Verlassen des Schauplatzes.[75]
Neros Auftritt bei den Iuvenalia soll laut Tacitus sehr kunstfertig gewesen sein. Ein Nero-
Wiedergänger, der im Jahr 69 auftauchte, erschien den Menschen nicht nur wegen seines
Aussehens glaubwürdig, sondern auch wegen seines Gesangs und gekonnten Umgangs mit
der Kithara.[76]
Nero förderte in seiner Regierungszeit die Naturwissenschaften, die Geographie und den Handel,
ganz besonders aber Kunst und Kultur, wobei er allem Griechischen verbunden war und sich
bewusst als Philhellene verstand. Er organisierte eine Expedition zur Entdeckung der Nilquelle,
die jedoch scheiterte, und Ausgrabungen in Karthago. Er selbst hielt sich für einen talentierten
Sänger, Dichter und Lyraspieler. Sein erster Auftritt in Neapel brachte ihm, vor allem dank seiner
mitgereisten Prätorianer, den ersten Preis im musischen Wettbewerb. Sein Philhellenismus
brachte ihm auch den Titel eines Periodoniken ein, eines Siegers in musischen Wettbewerben
bei den Spielen von Delphi, Nemea und Korinth. Im Jahr 66 reiste Nero nach Griechenland, wo
er an den Olympischen Spielen teilnahm und in mehreren hellenischen Städten
Theateraufführungen gab, bei denen er sich auch in Frauenrollen, als Kitharasänger und bei
sportlichen Wettkämpfen gefiel.[77] Höhepunkt der Inszenierung war, dass Nero dem größten Teil
Griechenlands, der bis dahin die römische Provinz Achaea gebildet hatte, die Freiheit schenkte,
um sich als Wohltäter feiern zu lassen.[78] Diese Freiheitserklärung wurde allerdings bereits unter
Vespasian wieder rückgängig gemacht.[79]
Anlässlich der Reise wurden Münzen mit entsprechenden Motiven geprägt, darunter
alexandrinische Tetradrachmen mit dem Schiff auf der Rückseite, mit dem Nero reiste, und der
Umschrift ΣΕΒΑΣΤΟΦΟΡΟΣ („Kaiserträger“).[80] Weitere Münzmotive nehmen auf die von ihm
besuchten Tempel des Zeus von Olympia, den der Hera von Argos,
des Poseidon am Isthmos und weiterer Stationen seiner Reise Bezug.[81] Er soll in diesem Jahr
bei Wettstreiten aller Art 1808 Siegespreise erhalten haben. Alle vier panhellenischen Spiele ließ
er in einem Jahr abhalten.[82] Als Verehrer der griechischen Kultur hielt er sich über ein Jahr lang
in Griechenland auf, bis er von seinem Freigelassenen und Statthalter in Rom, Helius, zur
Rückkehr nach Rom gedrängt wurde, wo die Stimmung sich inzwischen sehr verschlechtert
hatte. Zwar kehrte er im Januar 68 unter großem Jubel nach Rom zurück, er gab sich jedoch
ganz seinen Vergnügungen hin, besuchte Theater und Konzerte, ließ Wettspiele veranstalten
und trat selbst als Künstler auf, wobei er immense Schulden machte.[83]

Alexandrinische Tetradrachme des Nero, Rückseite mit


Schiff seiner Reise im Jahr 66
Der Skandal an Neros Künstlertum war nicht seine Liebe für Schauspielerei, Theater, Poesie und
Musik, sondern sein Streben nach künstlerischer Perfektion und Produktion vor einem Publikum.
Nach den Konventionen der Aristokratie und der Erwartung an einen Princeps waren das
Auftreten bei Wettkämpfen, Wettfahrten und Theaterstücken unerhört – derartig benahm sich der
Herrscher der bekannten Welt, Vater des Vaterlandes und Garant für das Wohlergehen des
Staates nicht.[84]
Machtverlust und Tod
Nero hatte schon vor seiner Griechenlandreise Argwohn gegenüber mächtigen Feldherren
entwickelt und Corbulo nach Korinth zum Selbstmord beordert. Ob Corbulo in die Vinicianische
Verschwörung eingeweiht war, ist ungeklärt.[85] Den ersten Schritt zu Neros Untergang machte
nun Gaius Iulius Vindex, Statthalter der Provinz Gallia Lugdunensis.[86] Er entstammte dem
gallischen Hochadel und rief seine Landsleute und die Statthalter der angrenzenden Provinzen,
in erster Linie Galba in Hispania Tarraconensis sowie Verginius Rufus und Fonteius Capito, zum
Aufstand gegen den unwürdigen Princeps auf. Galba und die germanischen Kommandanten
warteten jedoch ab.
Nero erhielt die Nachricht in Neapel und blieb gelassen. Weitere Nachrichten aus Gallien und
Erlasse von Vindex bewegten den Kaiser dazu, nach Rom zu reiten. Erst als er erfuhr, dass
Galba sich doch Vindex und Otho mit der Provinz Lusitania angeschlossen habe, reagierte er mit
Klagen und Zaudern. Angeblich soll er in Ohnmacht gefallen sein.[87] Inzwischen müssen die
beiden Prätorianerpräfekten des Kaisers zu der Einsicht gelangt sein, Nero nicht länger
unterstützen zu wollen. Ob Tigellinus bereits jetzt von seinem Gönner abfiel, lässt sich nicht
sagen; die Quellen schweigen über ihn. Seinem Amtskollegen Gaius Nymphidius Sabinus, der
nach dem Ausscheiden des Lucius Faenius Rufus den Posten übernommen hatte, oblag nun das
Handeln. Senat und römische Oberschicht waren nach den Ausschweifungen des Kaisers und
den Hinrichtungen in ihren Reihen ohnehin gegen den Princeps eingestellt. Sie empfingen jetzt
heimlich einen Abgesandten Galbas, den Freigelassenen Icelus Marcianus.
Als die Nachricht eintraf, weitere Heere seien zu Galba übergelaufen,[88] wurde Nero panisch. Er
beschloss erst jetzt – oder hatte dies vielleicht schon länger für den Notfall geplant – nach
Ägypten zu fliehen. Seinen vermeintlich treuesten Beratern, darunter Nymphidius, gab er den
Befehl, in Ostia eine Flotte seeklar zu machen. Auf seinem Weg zum Hafen machte er noch ein
letztes Mal in einem seiner Landgüter halt und schlief dort kurz ein. Als er aufwachte, musste er
feststellen, dass seine Leibgarde, die ihn schützen sollte, abgezogen war: Nymphidius war gleich
nach Aufbruch des Kaisers in das Prätorianerlager gegangen und hatte dort behauptet, Nero sei
bereits auf dem Weg nach Ägypten. Er war es auch, der den Kaiser zum Zwischenaufenthalt auf
dem Landgut überredet hatte. Mit einem Versprechen von 30.000 Sesterzen pro Mann konnte er
die Prätorianer „überzeugen“, Galba als neuen Kaiser auszurufen.
Nero erkannte den Ernst seiner Lage und versuchte, bei einem seiner früheren Freunde
Unterschlupf zu finden. Niemand wollte ihm Asyl gewähren, außer seinem Freigelassenen
Phaon. Sofort machte sich der Princeps mit nur vier Begleitern auf den Weg. Auf seiner Flucht
hörte er noch die Soldaten, wie sie Galba als neuem Princeps Glück wünschten. Immer wieder
soll er ausgerufen haben: „Welch Künstler geht mit mir zugrunde!“[89]
Unterdessen erreichte ihn ein Schreiben, das beinhaltete, dass er vom Senat zum hostis (Feind
des Volkes) erklärt worden sei und man ihn suche, um ihm die entsprechende Bestrafung –
inklusive der damnatio memoriae – angedeihen zu lassen. Trotz der Panik schob Nero die
Ausführung seines Selbstmordes so lange auf, bis er herannahende Pferde hörte. Mit Hilfe
seines Sekretärs Epaphroditos stach er sich einen Dolch in die Kehle. Als ihm ein römischer
Soldat das Leben retten wollte, um die Belohnung zu erhalten, die auf den lebenden Nero
ausgesetzt war, soll er noch in Verkennung der Tatsachen „Zu spät. Das ist Treue.“ gesagt
haben.[90]
So starb Nero am 9. oder 11. Juni 68. Zu seinen letzten Getreuen zählten Spiculus, der
Befehlshaber der germanischen Leibwache, und Sporus, den er im Jahre 67 in einer offiziellen
Zeremonie zu seiner Ehefrau gemacht und dann Sabina genannt hatte. Neros Leichnam wurde
verbrannt und im Familiengrab der gens Domitia auf dem collis hortulorum (jetzt Pincio) mit
großem Aufwand beigesetzt. Die Kosten der Bestattung übernahm Claudia Acte, eine
Freigelassene, die seit etwa 55 Neros Geliebte gewesen war.[91] Die Standbilder des zum
Staatsfeind erklärten Nero wurden zwar vernichtet, doch aufgrund der Umstände seines Todes
und seines Lebenswandels kursierten, besonders im Osten, immer wieder Gerüchte, er lebe
noch und werde wieder den Thron besteigen (siehe Terentius Maximus).
Die Tatsache, dass das Römische Reich keinen ernsthaften Schaden nahm, liegt nicht zuletzt
daran, dass der Verwaltungsapparat weiter funktionierte und die Grenzsicherung durch die
Armee weiterhin gewährleistet war. Die Regierungszeit Vespasians, der sich
im Vierkaiserjahr schließlich durchsetzte und das Reich wieder stabilisierte, stellte einen
Neuanfang gegenüber der Herrschaft Neros dar.

Wirkung
Nero im Urteil der Nachwelt
Nero ist einer der umstrittensten Kaiser der römischen Geschichte. Während antike Autoren ihm
durchaus positive Seiten abgewannen, überwog schon bald nach seinem Tod die Ablehnung der
Politik und insbesondere der Persönlichkeit Neros. Die senatorische Geschichtsschreibung,
wie Sueton und Tacitus, deren Werke neben Cassius Dio die wichtigsten Quellen zum Leben des
Kaisers darstellen, gab ihrer Verachtung offen Ausdruck. Bei Aurelius Victor werden die ersten
Jahre des Prinzipats als sehr positiv gezeichnet, bevor Nero „Scham und Ekel“ erregte.
[92]
Petronius und Lucan erwähnen den Kaiser kurz in ihren Werken; für eine Charakterisierung
reichen die Stellen allerdings nicht.
Umstritten ist bis heute nicht nur die Rolle, die Seneca als Lehrer und Berater einnahm, sondern
auch die Bewertung seiner Schriften. In (ad Neronem Caesarem) de clementia zeigt der
Philosoph den Kaiser indirekt als gütigen Herrscher, auf dessen Entwicklung man hoffen kann.
[93]
Da Seneca jedoch direkt durch die Erziehung Neros und indirekt durch seine Position am Hof
in die Regierung eingebunden und damit vom Princeps abhängig war, ist die Neutralität seiner
Angaben fraglich. Auf der anderen Seite lässt sich anführen, dass Seneca seinem Schüler nicht
die positive Seite der Milde dargestellt hätte, wenn er nicht vom Nutzen und damit von Neros
Beeinflussbarkeit im besseren Sinne überzeugt gewesen wäre.[94]
Die in den meisten Quellen ausgedrückte Verachtung hatte ihren Grund teils in der Abneigung
der Römer gegen Neros Vorliebe für alles Griechische, teils – etwa bei Tacitus – in der
Ablehnung des Kaisertums überhaupt, als dessen Entartung Neros Herrschaft erschien. Ein
weiterer Grund waren Neros unberechenbare Handlungen, wie die Familienmorde, die
Hinrichtungswellen oder unterstützten Selbstmorde, sowie seine Vernachlässigung des Staates
und seine Haltung gegenüber dem Senat. Andererseits gehörte Nero, vermutlich zur
Unzufriedenheit des Militärs, zu den insgesamt drei römischen Kaisern, die die Pforten
des Janustempels zum Zeichen des äußeren Friedens schlossen.
Christliche Autoren späterer Jahrhunderte, die Nero schon wegen der Hinrichtung ihrer
Glaubensbrüder nach dem Brand von Rom verurteilten, prägten endgültig das Bild des Kaisers
als größenwahnsinnigen Tyrannen. Im Mittelalter galt er geradezu als Verkörperung
des Antichrist. Dieses Bild des Tyrannen – das nicht nur in späteren christlichen, sondern auch
schon in den ältesten heidnisch-antiken Quellen vorzufinden ist – überwiegt bis heute. Einige
Autoren unternahmen es in jüngster Zeit, Nero als humanistischen Herrscher zu rehabilitieren.
Dabei wurde vor allem das Augenmerk auf die Dreigliederung der römischen Gesellschaft in
Kaiser, Aristokratie und Volk gelegt. Den nachdrücklichsten Versuch, Nero zu rehabilitieren,
machte Massimo Fini in seiner 1994 erschienenen, nicht wissenschaftlichen Biografie mit dem
eindeutigen Untertitel Zweitausend Jahre Verleumdung.
Nero verfolgte eine eher volkstümliche Politik, was sich auch in Äußerlichkeiten zeigte. So war er
zum Beispiel Anhänger der „Grünen“, einer von vier klassischen Mannschaften
beim Wagenrennen, die auch bei der Plebs beliebt waren. Seine künstlerischen Darbietungen
und die Teilnahme an Wettfahrten verstärkten seinen populären Ruf. Er wird außerdem mit dem
ersten Reiter der vier apokalyptischen Reiter auf dem weißen Pferd in Verbindung gebracht. Da
es in (Offenbarung 6,2 EU) heißt, der Reiter siege um des Siegens Willen, stellt sich hier ein
direkter Bezug zu Nero dar. Dafür spricht außerdem die Tatsache, dass er nach seiner Rückkehr
aus Olympia als bekränzter Sieger in mehreren Städten und schließlich auch
in Rom einmarschierte.[95]
Jedoch führte die Annäherung des Kaisers an das Volk zu einer schlechten Beurteilung in
Aristokratie und Patriziat. Quellen vom Standpunkt der Plebejer existieren nicht, beziehungsweise
sind nicht überliefert. Bemerkenswert ist, dass nach Neros Tod das Volk in Rom die wieder
gewonnene Freiheit feierte, doch schon bald nach seiner Bestattung auf Staatskosten sein Grab
besucht und mit Blumen geschmückt wurde.[96] Bei den Parthern wurde Nero als guter Princeps
verehrt, und gerade in den östlichen Provinzen tauchten in den folgenden Jahren immer wieder
falsche Neros auf, die dem Gerücht, er lebe noch und werde wiederkommen, neue Nahrung
gaben oder daraus resultierten.[97]
Die moderne Forschung sieht in den (ersten) fünf Jahren seiner Regierung, dem Quinquennium
Neronis, eine reformorientierte, änderungswillige Periode, in der das Verhältnis zwischen Nero
und seinen Beratern Burrus und Seneca ausschlaggebend war.[98] Sogar Neros Vorliebe für
künstlerische Vergnügen hatte einen positiven Aspekt: So viel Zerstreuung und Aufmerksamkeit
waren dem stadtrömischen Volk lange nicht zuteilgeworden. Die zusätzlichen
Getreidelieferungen sorgten für relativen Wohlstand, die Veteranen und Prätorianer waren gut
versorgt. Der Bruch in den Jahren 59 und 62 und die Dekadenz bis zur Tyrannei der folgenden
Regierungszeit lassen sich jedoch kaum nachvollziehen, ohne dem Princeps von Beginn an
einen lasterhaften Charakter zu unterstellen. Mit dem Rückzug der Berater und Staatslenker der
ersten Stunde und mit der Ermordung Agrippinas entfaltete sich Neros ‚dunkle‘ Seite mehr und
mehr. Mit der Bestärkung und Beeinflussung durch Tigellinus fühlte der Kaiser sich vermutlich in
seiner Rolle als Schauspieler und Sänger immer mehr bestätigt und entwickelte sich zu einem
Tyrannen. Die Konsequenz davon war die Vernachlässigung der Staatsgeschäfte mit extremer
Schuldenaufnahme.[99]
Nero-Rezeption

Kaiser Nero, Gemälde von Abraham Janssens van


Nuyssen, um 1620
Die Zeit Neros, besonders der Brand Roms und die Christenverfolgung, inspirierte zahlreiche
dramatische und musikalische Bearbeitungen, so die von Claudio Monteverdi (L’incoronazione di
Poppea 1642), Jean Racine (Britannicus, 1669), Georg Friedrich
Händel (Nero 1705, Agrippina 1710), Reinhard Keiser (Octavia 1705), Anton
Rubinstein (Nero 1879), Arrigo Boito (Nerone, Uraufführung posthum 1924), Feliks
Nowowiejski (Quo vadis?, 1903), Jean Nouguès (Quo vadis? 1910) und Pietro
Mascagni (Nerone 1935).
Unter den historischen Romanen dürfte Henryk Sienkiewicz’ Quo Vadis, erschienen 1895, wohl
am bekanntesten sein. Das Buch wurde mehrmals verfilmt. Bekannt ist vor allem der
Monumentalfilm Quo vadis? von 1951, in dem Peter Ustinov den Kaiser verkörperte und dafür für
den Oscar nominiert wurde. 2001 entstand die polnische Filmversion von Filmregisseur Jerzy
Kawalerowicz, 2004 der TV-Zweiteiler Nero – Die dunkle Seite der Macht mit Hans Matheson in
der Hauptrolle. Feuchtwangers Roman Der falsche Nero spielt um die Zeit nach dem Tod des
Kaisers. Es gibt über 100 Romane, die sich mit Nero oder seiner Zeit beschäftigen, wobei
die Genres vom Krimi über die vermeintliche Autobiografie bis zur Liebestragödie reichen. Neben
Finis nichtwissenschaftlicher Abhandlung erscheinen auch immer wieder andere Biografien
Neros, die einem wissenschaftlichen Anspruch genügen wollen.
In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs ging ein Befehl Hitlers zur Zerstörung der
deutschen Infrastruktur mit dem Namen Nerobefehl in die Geschichte ein. Dabei wurde darauf
angespielt, dass sich dieser Befehl wie die Brandstiftung Roms gegen das eigene Volk richtete.
Vom 14. Mai bis 16. Oktober 2016 wurde in Trier die Ausstellung Nero – Kaiser, Künstler und
Tyrann gezeigt, die über drei Museen verteilt war: Die Hauptausstellung Nero: Kaiser, Künstler,
Tyrann befand sich im Rheinischen Landesmuseum, zwei weitere themenbezogene
Ausstellungen Nero und die Christen im Museum am Dom sowie Lust und Verbrechen. Der
Mythos Nero in der Kunst im Stadtmuseum Simeonstift. Insgesamt kamen über 272.000
Besucher.[100]
Das British Museum in London zeigte vom 27. Mai bis 24. Oktober 2021 die Ausstellung Nero:
the man behind the myth.[101]

Quellen
 Sueton: Nero. Antike Biographie aus der Sammlung der Kaiserbiographien von
Caesar bis Domitian. Deutsche Übersetzung etwa in: Gaius Suetonius
Tranquillus: Sämtliche erhaltene Werke. Magnus, Essen 2004, ISBN 3-88400-071-
3, lateinisches Original und englische Übersetzung bei LacusCurtius
 Cassius Dio: Römische Geschichte. Übersetzt von Otto Veh, Band 5 (= Bücher 61–
80), Artemis-Verlag, Zürich 1986, ISBN 3-7608-3672-0 und ISBN 3-7608-3673-9,
(englische Übersetzung; für Nero sind insbesondere die
Bücher 61,62 und 63 relevant).
 Tacitus: Annalen. Herausgegeben von Erich Heller, 3. Auflage, Düsseldorf und Zürich
1997. Die Bücher 11–16 der Annalen behandeln die Zeit Neros. Buch 11 der Annalen
des Tacitus
 Anthony A. Barrett, Elaine Fantham und John C. Yardley (Hrsg.): The Emperor Nero:
A Guide to the Ancient Sources. Princeton University Press, Princeton u. a.
2016, ISBN 978-0-691-15651-4.
Literatur
Biographien

 Alexander Bätz: Nero. Wahnsinn und Wirklichkeit. Rowohlt, Reinbek 2023, ISBN 978-
3-498-00686-0.
 Edward Champlin: Nero. Belknap, Cambridge, Mass. 2003, ISBN 0-674-01192-9;
Paperbackausgabe 2005 (Rezension).
 John F. Drinkwater: Nero. Emperor and Court. Cambridge University Press,
Cambridge 2019, ISBN 978-1-108-47264-7.
 Stephan Elbern: Nero. Kaiser, Künstler, Antichrist. von Zabern, Mainz 2010, ISBN
978-3-8053-4244-5.
 Massimo Fini: Nero. Zweitausend Jahre Verleumdung. Die andere
Biographie. Herbig, München 1994, ISBN 3-7766-1853-1.
 Miriam Griffin: Nero. The End of a Dynasty. Routledge, London 2001, ISBN 0-415-
21464-5 (Nachdruck der Ausgabe London 1984).
 Horst Herrmann: Nero. Eine Biographie. ATV, Berlin 2005, ISBN 3-7466-1777-4.
 Christoph Kugelmeier: Nero. In: Peter von Möllendorff, Annette Simonis, Linda
Simonis (Hrsg.): Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und
Musik (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar
2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 691–706.
 Jürgen Malitz: Nero. 3. Auflage. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-65419-0.
 Dieter Marcos: Nero. In: RDK. Labor (2016).
 Helmuth Schneider: Nero. In: Manfred Clauss (Hrsg.): Die römischen Kaiser. 55
historische Portraits von Caesar bis Iustinian. 4., aktualisierte Auflage. Beck,
München 2010, ISBN 978-3-406-60911-4, S. 77–86.
 Rheinisches Landesmuseum Trier: Nero: Kaiser, Künstler und Tyrann. Konrad
Theiss, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-944371-04-7 (Begleitband zur gleichnamigen
Ausstellung).
 Gerhard Waldherr: Nero. Eine Biografie. Pustet, Regensburg 2005, ISBN 3-7917-
1947-5.[102]
Herrschaft und Rezeption

 Anthony A. Barrett: Rom brennt! Nero und das Ende einer Epoche. Wissenschaftliche
Buchgesellschaft, Darmstadt 2021, ISBN 978-3-8062-4340-6.
 Sophia Bönisch-Meyer, Lisa S. Cordes, Verena Schulz, Anne Wolsfeld, Martin
Ziegert (Hrsg.): Nero und Domitian. Mediale Diskurse der Herrscherrepräsentation im
Vergleich (= Classica Monacensia. Band 46). Narr Francke Attempto, Tübingen
2014, ISBN 978-3-8233-6813-7.
 Lisa Cordes: Kaiser und Tyrann. Die Kodierung und Umkodierung der
Herrscherrepräsentation Neros und Domitians (= Philologus. Supplemente. Band 8).
De Gruyter, Berlin/Boston 2017, ISBN 978-3-11-054318-6.
 Jas Elsner, Jamie Masters (Hrsg.): Reflections of Nero. Culture, history and
representation. London 1994, ISBN 0-7156-2479-2.
 Ulrich Gotter: Der Tyrann mit dem Rücken zur Wand. Neros künstlerische
Selbstexpansion. In: Albrecht Koschorke, Konstantin Kaminskij (Hrsg.): Despoten
dichten. Sprachkunst und Gewalt. Konstanz University Press, Konstanz 2011, ISBN
978-3-86253-015-1, S. 27–64.
 Matthäus Heil: Die orientalische Außenpolitik des Kaisers Nero (= Quellen und
Forschungen zur antiken Welt. Band 26). Tuduv-Verlag-Gesellschaft, München
1997, ISBN 3-88073-551-4 (Zugleich: Würzburg, Universität, Dissertation, 1992).
 Julian Krüger: Nero. Der römische Kaiser und seine Zeit. Böhlau, Köln 2012, ISBN
978-3-412-20899-8 (kritische Besprechung bei H-Soz-Kult).
 Mischa Meier: „Qualis artifex pereo“. Neros letzte Reise. In: Historische
Zeitschrift. Band 286, 2008, S. 561–603.
 Karl-Heinrich Ostmeyer: Vier Pferde, Farben und factiones. Die apokalyptischen
Reiter und ihr zeitgeschichtlicher Hintergrund (Offb 6,2–8); de Gruyter, ZNW 2022;
113(1): S. 99–121, doi:10.1515/znw-2022-0005.
 Waltraud Jakob-Sonnabend: Untersuchungen zum Nero-Bild der
Spätantike (= Altertumswissenschaftliche Texte und Studien. Band 18). Olms-
Weidmann, Hildesheim 1990, ISBN 3-487-09297-2.
 Christoph Schubert: Studien zum Nerobild in der lateinischen Dichtung der
Antike (= Beiträge zur Altertumskunde. Band 116). Teubner, Stuttgart u. a.
1998, ISBN 3-519-07665-9.

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