Kriegsspielvereine, die ihrerseits die Spielregeln modifizierten.
Insbesondere Generalstabschef Moltke
der Ältere setzte das Kriegsspiel schließlich als Ausbildungsmethode durch.[2]
Die weitere Entwicklung des Kriegsspiels trieben von Verdy und Meckel besonders voran. Anleitungen
zum Kriegsspiel gaben von Reiswitz (Berlin 1824), von Tschischwitz (4. Auflage., Neiße 1874), Meckel
(Berlin 1875), von Trotha (3. Auflage, das. 1875), Verdy du Vernois (2. Auflage, das. 1881) und von Braun
(„Das Kriegsspiel der Kavallerie“, Frankfurt an der Oder 1880) heraus.[3]
1876 wurde auf Anregung des damaligen Marineministers Albrecht von Stosch ein Seekriegsspiel
eingeführt.
Die Annahme, dass das Kriegsspiel hinter den Erfolgen der preußischen Truppen stecke, machte es
insbesondere nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 auch im Ausland populär. In die USA
kam es nach dem Sezessionskrieg, der 1865 endete. Von 1871 an setzte sich in Großbritannien vor allem
Prinz Arthur für die Nutzung der neuen Ausbildungstechnik ein. Um 1880 herum war das Kriegsspiel
wohl in allen europäischen Armeen im Einsatz.[4] Der letzte Krieg, dessen Erfolg auch dem Kriegsspiel
zugeschrieben wurde, war nach Angaben des US-amerikanischen Autors und Kolumnisten William
Poundstone der Russisch-Japanische Krieg.[5]
Das Kriegsspiel in seiner hergebrachten Form wurde letztmals vor dem Ersten Weltkrieg genutzt. 1914
erfolgte die letzte deutsche Auflage des Regelwerks. Allerdings ha en sich in Preußen von 1875 an und
bald auch in anderen Armeen freiere Formen des Kriegsspiels durchgesetzt. Diese unterschieden sich vor
allem durch den Verzicht auf Würfel und Tabellen von der ursprünglichen Variante. An ihre Stelle sollte
die freie Bewertung der Entwicklung durch die Spielleitung treten. Solche freien Kriegsspiele können als
Vorläufer der bis heute gebräuchlichen militärischen Sandkästen verstanden werden.[6]
Spiel
Das Spiel wurde auf speziellen Spielplänen, auf mehreren (drei) Schachbre ern oder auf Landkarten
gespielt. Die Verwendung von Landkarten galt als wesentliche Innova on der von Reiswitz entwickelten
Variante. Darüber hinaus führte er eine unabhängige Spielleitung, die sogenannten Vertrauten, ein, die
Spielzüge der Beteiligten entgegennahmen sowie Lagemeldungen und Gefechtsberichte ausgaben.
Dadurch wurde der Nebel des Krieges erstmals abgebildet. Im Normalfall wurden die Spieler in die
Gruppen „Rot“ und „Blau“ eingeteilt, die militärische Entscheidungen trafen. Die Vertrauten vollzogen
diese dann anhand der Karte und von Spielfiguren von militärischen Einheiten, die sogenannten Pions,
und Schablonen für Bewegungsreichweiten nach. Die Ergebnisse von Gefechtsbegegnungen, im
Wesentlichen Verlustzahlen, bes mmten die Vertrauten anhand von Würfelwürfen und Tabellen.
Idealerweise waren alle drei beteiligten Gruppen räumlich getrennt und kommunizierten nur schri lich
miteinander.[7]
Zweck
Das Kriegsspiel sollte dem Offizier Übung in der Truppenführung geben und kommt nach der
vorgegebenen Gefechtsidee lediglich nach tak schen Grundsätzen zur Ausführung. Nachdem die früher
gebräuchlichen vielen einengenden Spielregeln nach und nach besei gt wurden, brachte das Kriegsspiel
den Charakter des realen Gefechts vergleichsweise wirklichkeitsnah zur Darstellung, so dass es weniger
Spiel als ein „Manöver auf der Karte“ wurde.
Schulreferat Preussen Frankfurt 2024
Varianten
Nachbildung der Kriegsspiel-Version von 1824
Kriegsspiel
Verlust-Tabelle der Variante von 1824
Man unterscheidet das strategische Kriegsspiel auf der Generalstabskarte, das große tak sche und
Detachementskriegsspiel auf Plänen im Maßstab von 1:9000 oder 1:6250. Das Festungskriegsspiel ist
eine Übung im Angriff und der Verteidigung von Festungen (Festungskrieg) auf Plänen. Die erheblich
verwickelteren Verhältnisse dieses Kampfes machen dieses Kriegsspiel auch entsprechend komplizierter
als das der Feldschlacht, es findet aber bei dem Aufschwung der Tak k des Festungskriegs in
Deutschland eine sorgsame Pflege.
Weiterentwicklung
Von dem Original „Das tak sche Kriegsspiel“ des Baron von Reiswitz abgeleitet, entwickelten sich
verschiedene Richtungen von Strategiespielen. Zum einen kam man durch die Verwendung von
Zinnsoldaten zum Tabletopspiel, welches eine sehr anschauliche Umsetzung darstellt. Zum andern
wurde das Planspiel auf Generalstabskarten zur Konfliktsimula on genutzt. Diese ist eine abstrakte
Version, die aber den Vorteil hat, unterschiedliche Maßstäbe umsetzen zu können, während beim
Tabletop durch die Größe der Figuren der Maßstab stark eingeschränkt ist.
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Werke