Das Spiel wurde auf speziellen Spielplänen, auf mehreren (drei) Schachbre ern oder auf Landkarten
gespielt. Die Verwendung von Landkarten galt als wesentliche Innova on der von Reiswitz entwickelten
Variante. Darüber hinaus führte er eine unabhängige Spielleitung, die sogenannten Vertrauten, ein, die
Spielzüge der Beteiligten entgegennahmen sowie Lagemeldungen und Gefechtsberichte ausgaben.
Dadurch wurde der Nebel des Krieges erstmals abgebildet. Im Normalfall wurden die Spieler in die
Gruppen „Rot“ und „Blau“ eingeteilt, die militärische Entscheidungen trafen. Die Vertrauten vollzogen
diese dann anhand der Karte und von Spielfiguren von militärischen Einheiten, die sogenannten Pions,
und Schablonen für Bewegungsreichweiten nach. Die Ergebnisse von Gefechtsbegegnungen, im
Wesentlichen Verlustzahlen, bes mmten die Vertrauten anhand von Würfelwürfen und Tabellen.
Idealerweise waren alle drei beteiligten Gruppen räumlich getrennt und kommunizierten nur schri lich
miteinander.[7]
Zweck
Das Kriegsspiel sollte dem Offizier Übung in der Truppenführung geben und kommt nach der
vorgegebenen Gefechtsidee lediglich nach tak schen Grundsätzen zur Ausführung. Nachdem die früher
gebräuchlichen vielen einengenden Spielregeln nach und nach besei gt wurden, brachte das Kriegsspiel
den Charakter des realen Gefechts vergleichsweise wirklichkeitsnah zur Darstellung, so dass es weniger
Spiel als ein „Manöver auf der Karte“ wurde.
Varianten
Nachbildung der Kriegsspiel-Version von 1824
Kriegsspiel
Schulreferat Preussen Frankfurt 2024
Verlust-Tabelle der Variante von 1824
Man unterscheidet das strategische Kriegsspiel auf der Generalstabskarte, das große tak sche und
Detachementskriegsspiel auf Plänen im Maßstab von 1:9000 oder 1:6250. Das Festungskriegsspiel ist
eine Übung im Angriff und der Verteidigung von Festungen (Festungskrieg) auf Plänen. Die erheblich
verwickelteren Verhältnisse dieses Kampfes machen dieses Kriegsspiel auch entsprechend komplizierter
als das der Feldschlacht, es findet aber bei dem Aufschwung der Tak k des Festungskriegs in
Deutschland eine sorgsame Pflege.
Weiterentwicklung
Von dem Original „Das tak sche Kriegsspiel“ des Baron von Reiswitz abgeleitet, entwickelten sich
verschiedene Richtungen von Strategiespielen. Zum einen kam man durch die Verwendung von
Zinnsoldaten zum Tabletopspiel, welches eine sehr anschauliche Umsetzung darstellt. Zum andern
wurde das Planspiel auf Generalstabskarten zur Konfliktsimula on genutzt. Diese ist eine abstrakte
Version, die aber den Vorteil hat, unterschiedliche Maßstäbe umsetzen zu können, während beim
Tabletop durch die Größe der Figuren der Maßstab stark eingeschränkt ist.
Schulreferat Preussen Frankfurt 2024
Werke
Anleitung zur Darstellung militairischer Manöver mit dem Apparat des Kriegs-Spiels. Mi ler Berlin [u. a.],
1846, Digitalisat
Bernhard von Reißwitz: das Kriegsspiel, oder Anleitung zur Darstellung militairischer Manöver mit dem
Apparat des KriegsSpieles. Mi ler, Berlin 1824.
W. von Tschischwitz: Anleitung zum Kriegsspiel. 2. Auflage. 1867; Digitalisat
Jakob Meckel: Studien über das Kriegsspiel. Digitalisat
Thilo von Trotha: Anleitung zum Gebrauch des Kriegsspiel-Apparates zur Darstellung von
Gefechtsbildern. Digitalisat
Frans Dominik Champblanc: Das Kriegsspiel; oder Das Schachspiel im Grossen. Digitalisat
Johann Chris an Ludwig Hellwig: Das Kriegsspiel: ein Versuch die Wahrheit verschiedener Regeln der
Kriegskunst in einem unterhaltenden Spiele anschaulich zu machen. Reichard, Braunschweig 1803,
Digitalisat
Georg Venturini: Beschreibung und Regeln eines neuen Krieges-Spiels zum Nutzen und Vergnügen, 1798,
Digitalisat
C. F. Planner. Kriegs-Spiel zur angenehmen Unterhaltung für Offiziere.
Johann Ferdinand Opiz: Das Opiz’sche Kriegsspiel Beitrag zur Bildung kün iger und zur Unterhaltung
selbst der erfahrensten Tak ker. Hendels, 1806, Digitalisat
Julius von Verdy du Vernois: Beitrag zum Kriegsspiel. Berlin 1876; [Link].
Siehe auch
Kriegsspiele
Kriegsspielzeug
militärisches Planspiel
Strategiespiel
Literatur