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Negation

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Negation

Bei der Negation unterscheidet man zwischen Satz- und Wortnegation.


Während die Aussage in Sätzen mit Satznegation insgesamt negativ ist, ist die Aussage in
Sätzen mit Wortnegation insgesamt positiv.
Satz- und Wortnegation können sich in der Bedeutung erheblich unterscheiden.

(1) Satznegation

Bei der Satznegation wird das Prädikat negiert und damit der Satz mit allen seinen Satzglie-
dern, wobei kein Satzglied besonders betont wird.

Wir schreiben die Kontrollarbeit heute. → Wir schreiben die Kontrollarbeit heute nicht.

a) Negation mit „nicht“

Die Negation „nicht“ verwendet man:


1. beim Verb
2. bei Substantiven mit dem bestimmten Artikel und bei Pronomen
3. bei Substantiven mit Nullartikel (feste Wendungen und Berufsbezeichnungen)

1. Ich schlafe nicht.


2. Ich kenne das Buch nicht. Ich kenne es nicht.
3. Sie schreibt nicht Maschine. Sie arbeitet nicht als Lehrerin.

Das Negationswort „nicht“ tendiert zum Satzende und bildet mit dem finiten Verb einen Ne-
gationsrahmen, der die anderen Satzglieder einschließt.
Bei der Satznegation steht „nicht“:
1. nach dem Akkusativ-, Dativ- und Genitivobjekt und den meisten Angaben, d. h. in der Re-
gel am Ende des Satzes
2. vor dem 2. Prädikatsteil (Infinitiv, Partizip, trennbarer Verbteil, Prädikativ, Teil von Funkti-
onsverbgefügen)
3. vor dem Präpositionalobjekt
4. vor der Adverbialergänzung
5. vor der Modalangabe

1. Der Dozent gibt dem Studenten das Buch heute aus diesen Gründen nicht.
2. Der Lehrer kann heute nicht kommen.
Er kommt heute nicht zurück.
Die Tochter wird nicht Lehrerin.
3. Wir interessieren uns nicht für die Grammatik.
4. Er fährt nicht nach Berlin. Er wohnt nicht in Dresden.
5. Ich mache diese Arbeit nicht gern.

„gar nicht“ und „überhaupt nicht“ verstärken die Negation.


„kaum“ hat die Bedeutung von „fast nicht“.

Man erinnert sich gar nicht an die Schwierigkeiten.


Man erinnert sich kaum an die Schwierigkeiten.

b) Negation mit „kein-“

Das Negationswort „kein-„ (+ Endung) verneint:


1. Substantive mit unbestimmten Artikel
2. Substantive ohne Artikel im Plural, die (im gleichen Zusammenhang) im Singular mit un-
bestimmten Artikel stehen
3. Substantive ohne Artikel im Singular bei Stoffnamen, die eine unbestimmte Menge be-
zeichnen
4. Substantive ohne Artikel in festen Verbindungen (vor allem mit haben und sein)

1. Ich muss keinen Vortrag halten.


2. Wir haben in diesem Semester keine Fachzeitschriften gelesen.
3. Im Füller ist keine Tinte.
4. Der Student hat keine Angst vor der Prüfung.

Unter bestimmten Bedingungen kann „nicht“ anstelle von „kein“ stehen.


Manchmal werden „nicht“ und „kein“ alternativ gebraucht.

Der Student mag Zittau nicht.


Ich mache jetzt nicht Schluss.
Er ist nicht/kein Professor.

(2) Wortnegation

Bei der Wortnegation wird nur ein Teil des Satzes (ein Satzglied, also ein Wort oder eine
Wortgruppe, oder ein Satzgliedteil, ein Attribut) negiert, wobei das negierte Satzglied sowie
gegebenenfalls die folgende Richtigstellung mit „sondern“ (fakultativ) betont wird.

Wir schreiben die Kontrollarbeit heute.


→ Wir schreiben die Kontrollarbeit nicht heute. (…, sondern morgen.)

a) Negation mit „nicht“

Bei der Wortnegation steht „nicht“ unmittelbar vor dem verneinten Wort bzw. Satzglied.

Darüber habe ich nicht gelacht, sondern geweint.


Der Professor hat die Studenten nicht in der Hochschule erwartet. (..., sondern im Labor.)

b) Negation mit „kein-“

„kein“ als Wortnegation steht bei der Verneinung von Substantiven:


1. mit unbestimmtem Artikel bzw. Nullartikel im Plural
2. mit Nullartikel im Singular (Stoffnamen)
3. in festen Verbindungen

1. Der Student schreibt keinen Brief. (..., sondern eine Karte.)


Der Student schreibt keine Briefe. (..., sondern Karten.)
2. Er trank kein Bier. (..., sondern Limonade.)
3. Er hat keinen Durst. (..., sondern Hunger.)

(3) Sonderformen

a) Negation mit „noch nicht“, „noch kein-“, „nicht mehr“, „kein- ... mehr“ und
„nicht einmal“

1. Die Negation für „schon/schon ein-“ ist „noch nicht/noch kein-“. (Geschehen, das bis in die
Sprechergegenwart nicht eingetreten ist)
2. Die Negation für „noch/noch ein-“ ist „nicht mehr/kein- ... mehr“. (Geschehen, das in der
Vergangenheit bestand, aber in der Sprechergegenwart nicht mehr besteht)
3. Das verstärkende und steigernde „sogar“ wird verneint durch das abschwächende und
mindernde „nicht einmal“.

1. Du bist schon fertig. Ich bin noch nicht fertig.


Du hast schon ein Zimmer. Ich habe noch kein Zimmer.
2. Du bist noch müde. Ich bin nicht mehr müde.
Du hast noch Geld. Ich habe kein Geld mehr.
3. Du bist sogar drei Wochen verreist. Ich bin nicht einmal drei Wochen verreist.

b) Negation mit „weder ... noch“

Die Doppelkonjunktion „sowohl ... als auch“ wird durch die Doppelkonjunktion „weder ...
noch“ negiert. Sie verneint zwei parallele Satzglieder oder Sätze.

Dieser Student versteht weder Deutsch noch Englisch.


Sie besucht weder den Unterricht noch lernt sie Deutsch im Selbststudium.

c) Besondere Negationswörter

einer keiner
jemand/einer/jeder niemand
etwas/alles nichts
manchmal/oft/immer/stets/jedes Mal niemals/nie
überall/irgendwo nirgends/nirgendwo
irgendwoher/irgendwohin nirgendwoher/nirgendwohin

Ich weiß alles darüber. Ich weiß nichts darüber.

(4) Beantwortung von negativen Fragen

1. Negative Fragen werden negativ beantwortet mit „Nein“ und mit Negationswörtern.
2. Negative Fragen werden positiv beantwortet mit „Doch“ und ohne Negationswörter.

Brauchen Sie das Lehrbuch nicht? 1. Nein, ich brauche das Lehrbuch nicht.
2. Doch, ich brauche es.

Haben Sie keine Zeit mehr? 1. Nein, ich habe keine Zeit mehr.
2. Doch, ich habe noch Zeit.

(5) Doppelte Negation als Bejahung

Die doppelte Negation hat bejahende Bedeutung. Sie wird oft als Stilmittel zur vorsichtigen
Bejahung gebraucht. Das ist nur möglich mit: 1. nicht + un- + Adjektiv,
2. nicht + ohne + Substantiv.

Das Buch enthält keinen Text, der nicht interessant ist.


= Das Buch enthält alles Texte, die interessant sind.
= Das Buch ist interessant.

1. Das Buch ist nicht uninteressant.


2. Man liest das Buch nicht ohne Spannung.

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