Die Räuber – Interpretation
In „Die Räuber“ ist vor allem die Auflehnung gegenüber Autoritäten, Zwängen und Unrecht ein
zentrales Thema. Der Widerstand der verschiedenen Figuren äußert sich dabei ganz unterschiedlich.
Karl versucht, sich am gesellschaftlichen Unrecht zu rächen. Deswegen schließt er sich der
Räuberbande an. Er versucht dadurch die unterdrückende Herrschaft des Adels zu schwächen.
Beispielsweise bestiehlt er nur reiche Leute und übergibt dann seine Beute an die armen Menschen.
Wie sehr sich Karl für Gerechtigkeit einsetzt, erkennst du vor allem an seinen Monologen. Neben
der Ungerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft versucht Karl aber auch, das ihm zugefügte Unrecht
durch seinen Vater zu beseitigen. Er macht sich deshalb auf den Weg nach Hause und möchte Franz
für seine Intrigen bestrafen.
Gegensätzlich zu Karl versucht Franz, das gesellschaftliche Unrecht auszubreiten. Er möchte nämlich
das Erbe seines Vaters antreten und alleine die Macht haben. Als tyrannischer Herrscher würde er
also das gesellschaftliche Ungleichgewicht verschlechtern und selbst zu einer Autoritätsperson
werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Stelle im Werk, bei der Franz am Sterbebett seines Vaters von
seinen boshaften Plänen als Alleinherrscher erzählt. Franz versucht, der Abneigung seines Vaters zu
entkommen, der ihn immer ignoriert und vernachlässigt hat. Das zeigt, dass er das ihm zugefügte
Unrecht ebenfalls beseitigen möchte. Seinen Kampf um Gerechtigkeit erkennst du daran, dass er
seinen eigenen Vater belügt und versucht, ihn umzubringen.
Am Ende lässt sich jedoch erkennen, dass beide Männer es nicht schaffen, das gesellschaftliche sowie
das familiäre Unrecht zu beenden.
Franz von Moor
jüngerer Sohn, ungeliebt
intrigant, gerissen, hässlich
belügt seinen Vater und möchte an dessen Erbe gelangen
ihm ist jedes Mittel recht, um an das Erbe zu kommen
weitere Schlüsselfiguren
Hermann: Verbündeter von Franz, überbringt die Nachricht von
Karls angeblichem Tod
Daniel: Diener im Schloss des Grafen, soll den verkleideten Karl
umbringen, gesteht die Intrigen von Franz
Was will Schiller mit „Die Räuber“ errreichen?
Schiller will die Menschen dazu auffordern, sich den
gesellschaftlichen Zwängen zu entziehen und frei und
selbstbestimmt zu leben.
Worum geht es in „Die Räuber“?
Das Werk handelt von einem Familienkonflikt zwischen den beiden Brüdern Karl
und Franz Moor. Aus Eifersucht startet ein mit Intrigen und Lügen gefüllter Kampf
um das Erbe des Vaters.
Die Räuber – Zeitgeschichtliche
Einordnung
Das Drama gehört zu der Epoche des Sturm und Drang . Hier verkörpert vor
allem Karl die Ideale dieser literarischen Strömung. Beispielsweise handelt er
überwiegend nach seinen Gefühlen und versucht sich krampfhaft aus den
Zwängen der absolutistischen Gesellschaft zu befreien. Zu
der Literaturepoche haben immer mehr Autoren Kritik an der Herrschaft der
Obrigkeit ausgeübt. Sie wollten sich den gesellschaftlichen Zwängen entziehen
und stattdessen frei und selbstbestimmt leben.
Die Räuber – Interpretation
Du kannst dir allgemein merken, dass sich der anfängliche Familienkonflikt
zu einem gesellschaftlichen Konflikt entfaltet.
Im Grunde kannst du beide Brüder als Rebellen ansehen, die auf ihre Art
und Weise gegen das ihnen widerfahrene Unrecht streben. Franz will sich
gegen das Unrecht seines Vaters wehren. Karl jedoch will sich gegen das
Unrecht seiner Verstoßung wehren.
Karl, der sich nach seiner vermeintlichen Verstoßung einer Räuberbande
anschließt, möchte sich am gesellschaftlichem Unrecht rächen. Das heißt,
er bestiehlt nur die reichen, privilegierten Menschen und übergibt seine
Beute den armen Menschen. Genau diese Auflehnung gegenüber
Autoritäten spiegelt die Epoche gut wider. Die Stürmer und Dränger
wehrten sich nämlich mit allen Mitteln gegen feste Regeln. Die Figur des
Franz hingegen verkörpert all die Eigenschaften, gegen die sich die
Anhänger des Sturm und Drang sträubten.
Franz möchte nämlich ein gewissenloser Herrscher werden. In dem Werk
wird sein Drang nach Macht kritisiert. Aber auch Karls Idealismus von
einer Welt, in der die Armen sich gegenseitig unterstützen und die
Obrigkeit verliert, setzt sich schlussendlich nicht durch.
Es lässt sich also erkennen, dass sowohl das familiäre als auch das
gesellschaftliche Unrecht nicht beseitigt wurde.