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Gestühl

Die hölzernen Bankreihen sind in Vierergruppen im ovalen Raum aufgestellt, längs und quer gibt es
jeweils Durchgänge, an denen Einzelstühle mit reichem Schnitzwerk stehen. Die Bänke verfügen über
geschnitzte Wangen oder Pu enköpfen und die Rückseite der jeweils letzten Reihe ist durchgehend mit
geschnitzten Ornamenten verziert. Somit ergeben sich Plätze für knapp 400 Kirchenbesucher im
Parterre, hinzu kommen Sitzgelegenheiten in den Emporen.[12]

Orgel

Blick auf Empore und Orgelgehäuse

Die heu ge Orgel wurde 1903 in der Orgelbauwerksta des Franz Josef Swoboda erbaut, das
Orgelgehäuse stammt von Go ried Sonnholz noch aus der frühen Bauzeit des Go eshauses aus dem
Jahr 1751.[13] Das Kippven lladen-Instrument hat 34 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel-
und Registertrakturen sind pneuma sch.[14] Bereits 1948 führte der Orgelbauer J. M. Kauffmann aus
Wien eine Grundsanierung der Orgel durch. – Im Jahr 2005 sanierte die österreichische Firma Walcker-
Mayer das vorhandene Instrument.[15]Alban Berg wurde als dri es von vier Kindern des wohlhabenden
Geschä s- und Exportkaufmanns Conrad Berg und dessen Frau Johanna, geb. Braun, in Wien geboren.
Sein Onkel Caspar Berg (1829–1892) war Metallunternehmer in Nürnberg.[1] Als Alban Berg 15 Jahre alt
war, starb sein Vater, und seine Mu er führte das Devo onaliengeschä ihres Mannes weiter. Vielsei g
begabt, war Berg als Schüler an Literatur und Musik gleichermaßen interessiert; zusammen mit seiner
um ein Jahr jüngeren Schwester Smaragda erhielt er Klavierunterricht und begann mit 16 Jahren Lieder
zu komponieren, die von seinem älteren Bruder Charly – der bereits Kaufmann war – und Smaragda
gesungen wurden.

Als 17-Jähriger verliebte sich Alban Berg in das im elterlichen Haushalt tä ge Küchenmädchen Marie
Scheuchl. Am 4. Dezember 1902 brachte Marie Scheuchl seine uneheliche Tochter Albine († 1954)[2] zur
Welt, zu deren Vaterscha sich Alban Berg am 8. Dezember 1903 schri lich bekannte.

Im Oktober 1904 erschien in der Neuen Musikalischen Presse die Ankündigung eines
Komposi onskurses des 30-jährigen Komponisten Arnold Schönberg. Charly Berg legte ihm ohne Albans
Wissen Lieder seines Bruders vor und Schönberg erklärte sich bereit, den jungen Mann in seinen Kurs
aufzunehmen. Nach dem Ende des Kurses unterrichtete Schönberg Alban unentgeltlich privat weiter,
weil dieser als unbezahlter Rechnungsprak kant der Niederösterreichischen Landesregierung über kein
Einkommen verfügte und seine Mu er zu wenig verdiente, um ihm eine Ausbildung zum Komponisten
zu ermöglichen. Im folgenden Jahr fiel Johanna Berg nach dem Tod ihrer Schwester eine reiche Erbscha
zu, die ihr die Möglichkeit gab, ihre beiden Söhne jahrelang mit einer großzügigen Apanage zu
unterstützen.
Ende des Jahres 1906 lernte der junge Komponist die gleichaltrige Helene Nahowski kennen. Sie galt als
Tochter des reichen Priva ers Franz Nahowski und seiner Frau Anna, war aber möglicherweise die
Tochter des Kaisers Franz Joseph I. Jedenfalls stellte sich Herr Nahowski jahrelang gegen eine Verbindung
der beiden, bis er 1911 widerwillig seine Zus mmung zur Hochzeit gab. Ab da verbrachten Alban und
Helene ihre Sommerurlaube häufig im Haus der Schwiegereltern in Trahü en, einem hochgelegenen
Dorf in der Steiermark, seltener auf Johanna Bergs Besitztum, dem „Berghof“, am Ossiachersee in
Kärnten.

Im Jahr 1912 entstanden die Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4.
Zwei dieser Lieder, die Nummern 2 und 3, brachte Arnold Schönberg im Rahmen des berüch gten
Skandalkonzerts von 1913 zur Uraufführung. Diese beiden Lieder führten zu jenem berühmten Tumult,
infolgedessen das Konzert abgebrochen werden musste.

Arnold Schönberg feierte am 13. September 1914 seinen 40. Geburtstag. Alban Berg verehrte ihm seine
nahezu vollendeten Drei Orchesterstücke, op. 6; aufgeführt konnten sie allerdings nicht werden, weil
zwei Monate zuvor der Erste Weltkrieg begonnen ha e.

Von August 1915 bis November 1918 diente Berg in der österreichischen Armee, wegen seines Asthmas
nicht an der Front, sondern als Schreiber im Kriegsministerium in Wien. Schon 1915 arbeitete er an der
Tex assung seiner ersten Oper Wozzeck, die er 1917, in enger Anlehnung an Georg Büchners Drama
Woyzeck, abschloss. Zu komponieren begann er in den beiden letzten Kriegsjahren – zumeist während
mühsam erlangter „Urlaube“ – im weniger hungernden Trahü en.

Nach dem Ersten Weltkrieg unterrichtete Alban Berg Komposi on und unterstützte Arnold Schönberg in
der Leitung des Vereins für musikalische Privataufführungen. Die Komposi on des Wozzeck war 1921
vollendet, im nächsten Jahr erschien im Selbstverlag der Klavierauszug.

Im Juni 1923 wurden zwei der drei Orchesterstücke aus dem Jahr 1914 im Rahmen der Österreichischen
Musikwoche in Berlin aufgeführt, im August erklang beim Interna onalen Kammermusikfest in Salzburg
mit großem Erfolg Alban Bergs erstes Streichquarte , das er 12 Jahre zuvor für seine Frau Helene
komponiert ha e.

Im Juni 1924 führte der Dirigent Hermann Scherchen Drei Bruchstücke aus der Oper Wozzeck beim
Festkonzert des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Frankfurt auf, in Österreich erhielt Alban Berg
den Kunstpreis der Stadt Wien und für das Jahr 1925 war die Uraufführung seiner Oper Wozzeck durch
Erich Kleiber in Berlin beschlossene Sache.
In der Zeit vom 15. bis 20. Mai 1925 fand in Prag ein Interna onales Musikfest sta , bei dem die Drei
Bruchstücke aus der Oper Wozzeck durch Alexander Zemlinsky auf das Programm gesetzt wurden. Auf
Betreiben Franz Werfels, dem Freund Alma Mahlers, lud dessen Schwester Hanna Fuchs-Robe n Alban
Berg zu dieser Veranstaltung ein. Eine ganze Woche lebte Alban in Kontakt mit Hanna, ihren beiden
Kindern und ihrem Mann. In dieser Zeit entstand ein Liebesverhältnis zwischen Alban und Hanna, das bis
zur Uraufführung des Wozzeck am Ende des Jahres in Berlin andauerte. Alban Bergs im nächsten Jahr
fer g gestelltes zweites Streichquarte , die Lyrische Suite, schildert nicht nur durch die Musik, sondern
auch im geschriebenen Wort den efen Eindruck, den diese Zäsur in seinem Leben machte. War bisher
alles Komponierte im Blickpunkt auf Helene entstanden, änderte sich dieser nun auf Hanna Fuchs,
symbolisiert durch die Töne „H“ und „F“.

Zu Ende des Jahres 1927 konkre sierte Berg einen neuen Opernplan: Aus zwei Dramen Frank
Wedekinds, aus Erdgeist und Die Büchse der Pandora, erstellte er das Libre o zu einem dreiak gen
Werk, zur Oper Lulu. Die Universal Edi on, sein Musikverlag, war an der Realisierung dieser Komposi on
sehr interessiert.

In den folgenden Jahren errang Alban Bergs Wozzeck große Erfolge, sowohl an den Bühnen
Deutschlands, als auch in der Sowjetunion (1927 St. Petersburg) und in den USA (1931 Philadelphia). Er
war ein gefragter Juror und häufig Gast bei den Premieren seiner Oper, so 1930 in Wien, ein Jahr später
in Zürich und 1932 in Brüssel, wo er ein Liebesverhältnis mit Anny Askenase, der Frau eines seiner
Gastgeber, einging. Im gleichen Jahr ersteigerte sich der Komponist ein Haus in Auen (Gemeinde
Schiefling am Wörthersee) in Kärnten, das „Waldhaus“, in dem er nun den Großteil des Jahres lebte und
in Ruhe arbeiten konnte.

1933, nach der Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland, emigrierte Arnold Schönberg nach
Amerika, und auch Alban Bergs Musik wurde als „Entartete Musik“ diffamiert. Viele Bühnen wagten es
nicht mehr, seine Oper Wozzeck aufzuführen, und dadurch gingen die Einnahmen dras sch zurück. Er
lebte nun von einer monatlichen Ressource, die ihm die Universal Edi on bis zur Vollendung seiner Oper
Lulu ausgesetzt ha e. Sein körperliches Befinden verschlechterte sich, Asthma und die Anfälligkeit für
Furunkelbildungen nahmen zu.

Zwöl onreihe aus dem Berg’schen Violinkonzert

Im Februar 1935 begann Alban Berg mit der Komposi on eines Violinkonzerts, einer
Au ragskomposi on des amerikanischen Geigers Louis Krasner, die ihm dringend benö gtes Geld
brachte und im August fer g war.

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