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Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO)
EBO
Ausfertigungsdatum: 08.05.1967
Vollzitat:
“Eisenbahn-Baur und Betriebsordnung vom 8, Mai 1967 (BGBI. 1967 IIS. 1563), die zuletzt durch Artikel 2 der
Verordnung vom 5. April 2019 (BGBI. | S. 479) gedndert worden ist"
Stand: Zuletzt gedndert durch Art, 2 Vv, 5.4.2019 1 479
FuBnote
(+++ Textnachweis ab: 1,1,1982 +++)
(+++ MaBgaben aufgrund des Einigvtr vgl. E80 Anhang EV +++)
Uberschrift: V gilt auch in Berlin gem. V 930-1-2 v. 15.11.1984 | 1369
Inhaltstbersicht
Erster Abschnitt
Allgemeines
Geltungsbereich §1
Allgemeine Anforderungen §2
‘Ausnahmen, Genehmigungen 53
Grenzbetriebsstrecken und Durchgangsstrecken §3a
Zweiter Abschnitt
Bahnanlagen
Begriffserklérungen 54
Spurweite 55
Gleisbogen 56
Gleisneigung 57
Belastbarkeit des Oberbaus und der Bauwerke 58
Regellichtraum 59
Gleisabstand 510
Bahnibergéinge su
Héhengleiche Kreuzungen von Schienenbahnen §12
Bahnsteige, Rampen 513
Signale und Weichen g14
Streckenblock, Zugbeeinflussung §15
Fernmeldeanlagen 516
Untersuchen und Uberwachen der Bahnanlagen 87
Dritter Abschnitt
Fahrzeuge
Einteilung, Begriffserklérungen §18
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Radsatzlasten und Fahrzeuggewichte je Langeneinheit 519
Radsatzabstand und Bogenlauf §20
Rader und Radsatze §21
Begrenzung der Fahrzeuge §22
Bremsen §23
Zug- und StoBeinrichtungen 524
Freie Raume und Bauteile an den Fahrzeugenden §25
(weggefallen) 526
(weggefallen) 827
Ausriistung und Anschriften §28
(weggefallen) §§ 29 bis 31
‘Abnahme und Untersuchung der Fahrzeuge §32
Uberwachungsbediirftige Anlagen der Fahrzeuge 533
Vierter Abschnitt
Bahnbetrieb
Begriff, Art und Lange der Zige 534
Bremsen der Ziige 535
Zusammenstellen der Zige 536
Ausriisten der Ziige mit Mitteln zur ersten Hilfeleistung 837
Fahrordnung §38
Zugfolge §39
Fahrgeschwindigkeit 540
(weggefallen) s41
Rangieren, Hemmschuhe 542
Sichern stillstehender Fahrzeuge 543
(weggefallen) 544
Besetzen der Triebfahrzeuge und Ziige 545
(weggefallen) 546
Fanfter Abschnitt
Personal
Betriebsbeamte 847
Anforderungen an Betriebsbeamte 548
(weggefallen) §§ 49 bis 53,
Ausbildung, Priifung 554
Sechster Abschnitt
Sicherheit und Ordnung auf dem Gebiet der Bahnanlagen
(weggefallen) §5 55 bis 61
Betreten und Benutzen der Bahnanlagen und Fahrzeuge 562
Verhalten auf dem Gebiet der Bahnanlagen 563
Beschadigen der Bahn und betriebsstérende Handlungen 564
Eisenbahnbedienstete § 64a
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Ordnungswidrigkeiten § 64>
iebter Abschnitt
SchluBbestimmungen
Ubergangsregelung 565
Inkrafttreten 566
Anlagen
1 Regellichtraum
2 Ermittlung der Grenzlinie
3. Ermittlung der Grenzlinie bei Oberleitung
4 Gleisabstand
5.
6 Rader und Radsatze
7 Bezugslinie G1
8 Bezugslinie G2
9 Einschrankung der FahrzeugmaBe
10 Zug- und StoBeinrichtungen
11 Freizuhaltende Réume an den Fahrzeugenden
Eingangsformel
‘Auf Grund des § 3 Abs. 1 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes vom 29. Marz 1951 (Bundesgesetzbl. |S.
225), geandert durch das Gesetz vom 1. August 1961 (Bundesgesetzbl. |S. 1161), in Verbindung mit § 1 der
Verordnung ber die Ermachtigung des Bundesministers fiir Verkehr zum Erla® von Rechtsverordnungen auf
dem Gebiet des Eisenbahnwesens vom 28. September 1955 (Bundesgesetzbl. |S. 654) wird mit Zustimmung des
Bundesrates verordnet:
Erster Abschnitt
Allgemeines
§ 1 Geltungsbereich
(2) Diese Verordnung gilt fir regelspurige Eisenbahnen. Sie gilt nicht fir den Bau, den Betrieb oder die Benutzung
der Bahnanlagen eines nichtéffentlichen Eisenbahninfrastrukturunternehmens.
(2) Die Strecken werden entsprechend ihrer Bedeutung nach Hauptbahnen und Nebenbahnen unterschieden. Die
Entscheidung dariber, welche Strecken Hauptbahnen und welche Nebenbahnen sind, treffen
1. fiir die Eisenbahnen des Bundes das jeweilige Unternehmen,
2. fiir Eisenbahnen, die nicht zum Netz der Eisenbahnen des Bundes gehdren (nichtbundeseigene
Eisenbahnen), die zustiindige Landesbehérde.
(3) Die in voller Breite einer Seite gedruckten Vorschriften dieser Verordnung gelten fir Haupt- und Nebenbahnen,
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(4) Die Vorschriften fur Neubauten gelten auch far umfassende Umbauten bestehender Bahnanlagen und
Fahrzeuge; sie sollen auch bei der Unterhaltung und Erneuerung beriicksichtigt werden,
§ 2 Allgemeine Anforderungen
(1) Bahnanlagen und Fahrzeuge miissen so beschaffen sein, da8 sie den Anforderungen der Sicherheit und
Ordnung geniigen. Diese Anforderungen gelten als erfllt, wenn die Bahnanlagen und Fahrzeuge den Vorschriften
dieser Verordnung und, soweit diese Keine ausdrticklichen Vorschriften enthalt, anerkannten Regeln der Technik
entsprechen.
(2) Von den anerkannten Regeln der Technik darf abgewichen werden, wenn mindestens die gleiche Sicherheit
wie bei Beachtung dieser Regeln nachgewiesen ist
(3) Die Vorschriften dieser Verordnung sind so anzuwenden, da® die Benutzung der Bahnanlagen und Fahrzeuge
durch behinderte Menschen und alte Menschen sowie Kinder und sonstige Personen mit Nutzungsschwierigkeiten
ohne besondere Erschwernis erméglicht wird. Die Eisenbahnen sind verpflichtet, zu diesem Zweck Programme
zur Gestaltung von Bahnanlagen und Fahrzeugen zu erstellen, mit dem Ziel, eine méglichst weitreichende
Barrierefreiheit fiir deren Nutzung zu erreichen, Dies schlieBt die Aufstellung eines Betriebsprogramms mit den
entsprechenden Fahrzeugen ein, deren Einstellung in den jeweiligen Zug bekannt zu machen ist. Die Aufstellung
der Programme erfolgt nach Anhérung der Spitzenorganisationen von Verbanden, die nach § 15 Absatz 3 des
Behindertengleichstellungsgesetzes anerkannt sind, Die Eisenbahnen ibersenden die Programme ber ihre
Aufsichtsbehérden an das fir das Zielvereinbarungsregister zustndige Bundesministerium. Die zustandigen
Aufsichtsbehorden kénnen von den Satzen 2 und 3 Ausnahmen zulassen.
(4) Anweisungen zur ordnungsgemaGen Erstellung und Unterhaltung der Bahnanlagen und Fahrzeuge sowie zur
Durchfiihrung des sicheren Betriebs kénnen erlassen
1. fiir die Eisenbahnen des Bundes und fir Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz im Ausland das
Eisenbahn-Bundesamt,
2. fir die nichtbundeseigenen Eisenbahnen die zustandige Landesbehérde.
§ 3 Ausnahmen, Genehmigungen
(2) Ausnahmen kénnen zulassen
1, von allen Vorschriften dieser Verordnung zur Beriicksichtigung besonderer Verhaltnisse
a) fair Eisenbahnen des Bundes sowie fir Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz im Ausland das
Bundesministerium fir Verkehr und digitale Infrastruktur; die zustandigen Landesbehérden sind zu
unterrichten, wenn die Einheit des Eisenbahnwesens beriihrt wird;
b) fair die nichtbundeseigenen Eisenbahnen die zustandige Landesbehérde im Benehmen mit dem
Bundesministerium fur Verkehr und digitale Infrastruktur,
jen, sowelt Ausnahmen in den Vorschriften dieser Verordnung unter Hinweis auf diesen Absatz
ausdricklich vorgesehen sind,
a) fiir Eisenbahnen des Bundes sowie fir Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz im Ausland das
Eisenbahn-Bundesamt,
b) far die nichtbundeseigenen Eisenbahnen die zustandige Aufsichtsbehdrde.
(2) Genehmigungen, die in den Vorschriften dieser Verordnung unter Hinweis auf diesen Absatz vorgesehen sind,
erteilen
1, fir Eisenbahnen des Bundes sowie fir Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz im Ausland das
Eisenbahn-Bundesamt,
2, fir die nichtbundeseigenen Eisenbahnen die zustandige Landesbehérde.
§ 3a Grenzbetriebsstrecken und Durchgangsstrecken
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(2) Auf Grenzbetriebsstrecken und Durchgangsstrecken diirfen anstelle der Vorschriften des zweiten bis fiinften
Abschnitts mit Ausnahme des § 11 die entsprechenden Vorschriften des Nachbarstaates angewendet werden.
(2) Zur Gewahrleistung eines sicheren und fliissigen Eisenbahnbetriebs auf Grenzbetriebsstrecken und
Durchgangsstrecken kann das Eisenbahninfrastrukturunternehmen neben Deutsch die Betriebssprache des
angrenzenden auslandischen Eisenbahninfrastrukturunternehmens als zweite Betriebssprache zulassen,
(3) Auf Grenzbetriebsstrecken und Durchgangsstrecken, auf denen das Eisenbahninfrastrukturunternehmen
neben Deutsch eine zweite Betriebssprache zugelassen hat, mUssen sich die Fahrdienstleiter in Deutsch und
in der zweiten zugelassenen Betriebssprache jeweils auf dem Niveau B 1 des Gemeinsamen europaischen
Referenzrahmens fir Sprachen’ miindlich und schriftlich verstandigen kénnen,
(4) Auf Grenzbetriebsstrecken und Durchgangsstrecken kénnen abweichend von Absatz 3 die bis zum Ablauf
des 2. Dezember 2015 bestehenden értlichen, zwischen den Eisenbahnen, den zustandigen Behdrden oder den
Staaten abgeschlossenen Vereinbarungen zur Nutzung der Sprache eines Nachbarstaates weiter angewendet
werden,
* _Amtlicher Hinweis: Dieser Referenzrahmen ist erschienen unter dem Titel ,Gemeinsamer europaischer
Referenzrahmen fir Sprachen: lernen, lehren, beurteilen", 2013, Klett-Langenscheidt Verlag, Munchen.
Zweiter Abschnitt
Bahnanlagen
§ 4 Begriffserklérungen
(2) Bahnanlagen sind alle Grundstiicke, Bauwerke und sonstigen Einrichtungen einer Eisenbahn, die unter
Beriicksichtigung der értlichen Verhaltnisse zur Abwicklung oder Sicherung des Reise- oder Giterverkehrs auf der
Schiene erforderlich sind. Dazu gehéren auch Nebenbetriebsanlagen sowie sonstige Anlagen einer Eisenbahn, die
das Be- und Entladen sowie den Zu- und Abgang erméalichen oder fordern. Es gibt Bannantagen der Bahnhéfe,
der freien Strecke und sonstige Bahnanlagen, Fahrzeuge gehoren nicht zu den Bahnanlagen,
(2) Bahnhéfe sind Bahnantagen mit mindestens einer Weiche, wo Zlige beginnen, enden, ausweichen oder
wenden dirfen. Als Grenze zwischen den Bahnhéfen und der freien Strecke gelten im allgemeinen die
Einfahrsignale oder Trapeztafeln, sonst die Einfahrweichen,
(3) Blockstrecken sind Gleisabschnitte, in die ein Zug nur einfahren darf, wenn sie frei von Fahrzeugen sind.
(4) Blockstellen sind Bahnanlagen, die eine Blockstrecke begrenzen. Eine Blockstelle kann zugleich als Bahnhof,
Abzweigstelle, Uberleitstelle, AnschluBstelle, Haltepunkt, Haltestelle oder Deckungsstelle eingerichtet sein.
(5) Abzweigstellen sind Block:
ibergehen konnen,
len der freien Strecke, wo Ziige von einer Strecke auf eine andere Strecke
(6) Uberleitstellen sind Blockstellen der freien Strecke, wo Ziige auf ein anderes Gleis derselben Strecke
ibergehen kénnen.
(7) AnschluBstellen sind Bahnanlagen der freien Strecke, wo Ziige ein angeschlossenes Gleis als Rangierfahrt
befahren kénnen, ohne da8 die Blockstrecke fir einen anderen Zug freigegeben wird. Ausweichanschlugstellen
sind AnschluSstellen, bei denen die Blockstrecke fir einen anderen Zug freigegeben werden kann,
(8) Haltepunkte sind Bahnanlagen ohne Weichen, wo Ziige planmaBig halten, beginnen oder enden dirfen
(9) Haltestellen sind Abzweigstellen oder AnschluBstellen, die mit einem Haltepunkt értlich verbunden sind.
(10) Deckungsstellen sind Bahnanlagen der freien Strecke, die den Bahnbetrieb insbesondere an beweglichen
Briicken, Kreuzungen von Bahnen, Gleisverschlingungen und Baustellen sichern.
(11) Hauptgleise sind die von Zagen planmaig befahrenen Gleise. Durchgehende Hauptgleise sind die
Hauptgleise der freien Strecke und ihre Fortsetzung in den Bahnhéfen. Alle dbrigen Gleise sind Nebengleise.
§5 Spurweite
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(2) Die Spurweite ist der kleinste Abstand der Innenflachen der Schienenképfe im Bereich von 0 bis 14 mm unter
Schienenoberkante (SO),
(2) Das Grundma8 der Spurweite betrégt 1.435 mm.
(3) Die Spurweite darf nicht gréGer sein als
1.465 mm in Hauptgleisen, 1.470 mm;
1.470 mm in Nebengleisen;
sie darf nicht kleiner sein als 1.430 mm.
(4) In Bogen mit Radien unter 175 m darf die Spurweite folgende Werte nicht unterschreiten:
Bogenradien| Spurweite
m mm
unter 175 bis 150 1.435
unter 150 bis 125 1.440
unter 125 bis 100 1.445
(1) Der Bogenradius in durchgehenden Hauptgleisen soll bei Neubauten nicht weniger als
300m 180m
betragen,
(2) Die Richtung durchgehender Hauptaleise darf sich in der Regel nur stetig andern, Wo erforderlich, sind
Ubergangsbogen anzulegen.
(3) In den Bogen der durchgehenden Hauptgleise mu8 in der Regel die AuBere Schiene héher liegen als die
innere (berhéhung). Die Uberhéhung ist in Abhangigkeit von der Beschaffenheit des Oberbaus, von der Bauart
der Fahrzeuge sowie von der Ladung und deren Sicherung festzulegen; sie darf unter Einbeziehung der sich im
Betrieb einstellenden Abweichungen 180 mm nicht diberschreiten.
(4) Jede Anderung der Uberhéhung ist durch eine Uberhéhungsrampe zu vermi
sein darf als
1:400. 1:300,
teln, deren Neigung nicht gréGer
§7 Gleisneigung
(2) Die Langsneigung auf freier Strecke soll bei Neubauten
12,5v.7. 4ovs.
nicht dberschreiten,
(2) Die Langsneigung von Bahnhofsgleisen, ausgenommen Rangiergleise und solche Bahnhofsgleise, in denen die
Giteratige durch Schwerkraft aufgelést oder gebildet werden, soll bei Neubauten 2,5v.T. nicht iberschreiten
(3) Neigungswechsel in Hauptgleisen sind auszurunden,
§ 8 Belastbarkeit des Oberbaus und der Bauwerke
(1) Oberbau und Bauwerke miissen Fahrzeuge mit der jeweils zugelassenen Radsatzlast und dem jeweils
Zugelassenen Fahrzeuggewicht je Langeneinheit bei der zugelassenen Geschwindigkeit aufnehmen kénnen,
mindestens aber Fahrzeuge
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mit einer Radsatzlast von 18 t und einem mit einer Radsatzlast von 16 t und einem Fahrzeuggewicht
Fahrzeuggewicht je Langeneinheit von 5,6t/ | je Langeneinheit von 4,5 tim. Ausnahmen von diesen
m, Mindestwerten sind zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2)
(2) Der Oberbau mu beim Neubau und bei der Erneuerung zusammenhangender Gleisabschnitte so hergestellt
werden, da er Radsatzlasten von
mindestens 20t | méglichst 18 t
aufnehmen kann
(3) Bauwerke milssen beim Neubau und bei der Erneuerung mindestens fir Radsatzlasten von 25 t und
fir Fahrzeuggewichte je Langeneinheit von 8 t/m bemessen werden. Bauwerke unter Gleisen, auf denen
ausschlieBlich Stadtschnellbahnen verkehren, dirfen far geringere Lasten bemessen werden, mindestens jedoch
fr Radsatzlasten von 20 t und fur Fahrzeuggewichte je Langeneinheit von 6 t/m.
§ 9 Regellichtraum
(1) Der Regellichtraum ist der zu jedem Gleis gehérende, in der Anlage 1 dargestellte Raum. Der Regellichtraum
setzt sich zusammen aus dem von der jeweiligen Grenzlinie umschlossenen Raum und zusatzlichen Raumen fir
bauliche und betriebliche Zwecke
(2) Die Grenzlinie umschlieBt den Raum, den ein Fahrzeug unter Berticksichtigung der horizontalen und vertikalen
Bewegungen sowie der Gleislagetoleranzen und der Mindestabstande von der Oberleitung bendtigt. Die MaSe der
Grenzlinie sind nach den Anlagen 2 und 3 zu berechnen.
(3) In die in Antage 1 gekennzeichneten Bereiche des Regellichtraums (Bild 1 Bereiche A und B) und in den
Raum fir das Durchrollen der Rader (Bild 2 Bereich C) dirfen feste Gegenstiinde unter den dort genannten
Bedingungen hineinragen; bestehende Eintragungen in den Regellichtraum diirfen beibehalten werden. Der
von der Grenzlinie umschlossene Raum ist jedoch freizuhalten; das gilt nicht fur Gleise mit Einrichtungen zum
Reinigen und Instandsetzen von Fahrzeugen, sofern die Gleise nur fr diese Zwecke benutzt werden.
(4) Bei Gleisen mit Stromschiene ist beiderseits ein Raum fir den Durchgang der Stromabnehmer freizuhalten,
dessen Grd8e sich nach den értlichen und betrieblichen Verhaltnissen richtet,
(5) Die Oberteitung darf in den von der Grenziinie umschlossenen Raum hineinragen; dies gilt auch fir die
Stromschiene, Fiir den Fahrdraht gelten die Mindesthéhen nach Anlage 3 Nr. 3; Ausnahmen sind zulissig (§ 3 Abs.
1Nr. 2).
§ 10 Gleisabstand
(2) Der Gleisabstand ist der Abstand von Mitte zu Mitte benachbarter Gleise; er mu mindestens den in der
Anlage 4 Nr, 1 oder 2 genannten MaSen entsprechen.
(2) Auf der freien Strecke muB bei Neubauten und umfassenden Umbauten der Gleisabstand mindestens 4,00
m betragen; bei Gleisen, auf denen ausschlie6lich Stadtschnellbahnen verkehren, ist eine Verringerung des
Gleisabstandes bis auf 3,80 m zulassig. Bestehende Gleisabstande von 4,00 m - bei Stadtschnellbahnen von 3,80
m- und weniger diirfen nicht verringert werden.
(3) In Bahnhéfen mu8 der Gleisabstand - auBer bei Uberladegleisen - mindestens 4,00 m, bei Neubauten
mindestens 4,50 m betragen. Bestehende Gleisabstande von 4,50 m und weniger dirfen nicht verringert werden;
‘Ausnahmen sind zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2). Durchgehende Hauptgleise ohne Zwischenbahnsteig dirfen im
Gleisabstand der freien Strecke durch den Bahnhof gefiihrt werden. Wird der Gleisabstand der freien Strecke
vergrdGert, so darf der Gleisabstand im Bahnhof bis zum Umbau der Gleisanlagen bestehen bleiben.
(4) Die in den Absatzen 2 und 3 genannten Gleisabstande miissen bei Gleisen mit Radien unter 250 m nach
Anlage 4 Nr. 3 vergréGert werden
(5) Fur die Dauer von Bauarbeiten darf der Gleisabstand auf die in der Aniage 4 Nr. 1 oder 2 genannten Mabe
verringert werden, wenn die notwendigen Sicherheitsmafnahmen getroffen sind.
§ 11 Bahniibergange
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(1) Bahniibergénge sind hahengleiche Kreuzungen von Eisenbahnen mit StraSen, Wegen und Platzen, Ubergange,
die nur dem innerdienstlichen Verkehr dienen, und Ubergange fir Reisende gelten nicht als Bahniibergange.
(2) Auf Strecken mit einer zugelassenen
Geschwindigkeit von mehr als 160 km/h sind
Bahnibergange unzulassia,
(3) Auf Bahniibergangen hat der Eisenbahnverkehr Vorrang vor dem StraSenverkehr, Der Vorrang ist durch
Aufstellen von Andreaskreuzen (Anlage 5 Bild 1) zu kennzeichnen. Dies ist nicht erforderlich an Bahnabergangen
von
1. Feld- und Waldwegen, wenn die Bahniibergange ausreichend erkennbar sind,
2. FuBwegen,
3. Privatwegen ohne éffentlichen Verkehr, die als solche gekennzeichnet sind,
4
anderen Stra8en und Wegen liber Nebengleise, wenn die Bahniibergange fiir das Befahren mit
Eisenbahnfahrzeugen durch Posten vom Stra@enverkehr freigehalten werden
(4) Die Andreaskreuze sind an den Stellen anzubringen, vor denen StraGenfahrzeuge und Tiere angehalten
werden missen, wenn der Bahniibergang nicht dberquert werden darf.
(5) An Bahniibergangen in Hafen- und Industriegebieten darf auf das Aufstellen von Andreaskreuzen verzichtet
werden, wenn an den Einfahrten Andreaskreuze mit dem Zusatzschild "Hafengebiet, Schienenfahrzeuge
haben Vorrang” oder "Industriegebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang" angebracht sind. Dies gilt nicht fur
Bahniibergange, die nach Absatz 6 technisch gesichert sind.
(6) Bahndbergange sind durch
1. Lichtzeichen (Aniage 5 Bild 2) oder Blinklichter (Anlage 5 Bild 4) oder
2. Lichtzeichen mit Halbschranken (Anlage 5 Bild 3) oder Blinklichter mit Halbschranken (Anlage 5 Bild 5)
oder
3, __Lichtzeichen mit Schranken (Anlage 5 Bild 3) oder
4, Schranken
technisch zu sichern, soweit nachstehend keine andere Sicherung 2ugelassen ist, Als neue technische
Sicherungen sollen Blinklichter und Blinklichter mit Halbschranken nicht mehr verwendet werden.
(7) Bahniberginge diirfen gesichert werden
1. _ bei schwachem Verkehr (Absatz 13) durch
die Ubersicht auf die Bahnstrecke (Absatz
12) oder bei fehlender Ubersicht auf die
Bahnstrecke an eingleisigen Bahnen durch
hérbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge
(Absatz 18), wenn die Geschwindigkeit der
Eisenbahnfahrzeuge am Bahnibergang
héchstens 20 km/h - an Bahniibergangen von
Feld- und Waldwegen hachstens 60 km/h -
betragt;
2. bei maBigem Verkehr (Absatz 13) und
eingleisigen Bahnen durch die Ubersicht
auf die Bahnstrecke in Verbindung mit
hérbaren Signalen der Eisenbahnfahrzeuge
{Absatz 18) oder bei fehlender Ubersicht
auf die Bahnstrecke - mit besonderer
Genehmigung (§ 3 Abs. 2) - durch hérbare
Signale der Eisenbahnfahrzeuge, wenn die
Geschwindigkeit der Eisenbahnfahrzeuge
am Bahniibergang hachstens 20 km/h - an
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Bahniibergangen von Feld- und Waldwegen
hdchstens 60 km/h - betragt.
(8) Bahnibergange aber Nebengleise diirfen wie
Bahnibergange Uber Nebenbahnen (Aosatz 7)
gesichert werden.
(9) Bahnibergange von Fu8- und Radwegen dirfen durch die Ubersicht auf die Bahnstrecke (Absatz 12) oder
durch hérbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge (Absatz 18) gesichert werden. AuSerdem
miissen dirfen
Umlaufsperren oder ahnlich wirkende Einrichtungen angebracht sein
(10) Bahnibergange von Privatwegen
ohne éffentlichen Verkehr, die als solche
ohne offentlichen Verkehr, die als solche gekennzeichnet sind, dirfen gesichert werden
gekennzeichnet sind, diirfen gesichert werden bei
einer Geschwindigkeit der Eisenbahnfahrzeuge am a) durch die Ubersicht auf die
Bahniibergang von héchstens 140 km/h Bahnstrecke (Absatz 12) oder
a) durch die Ubersicht auf die Bahnstrecke b) durch hérbare Signale der
(Absatz 12) und Abschliisse oder Eisenbahnfahrzeuge (Absatz 18),
wenn ihre Geschwindigkeit am
Bahnibergang héchstens 60 km/h
betragt, oder
) durch Abschliisse in Verbindung mit
einer Sprechanlage zum zustandigen
Betriebsbeamten oder
4) ~mitbesonderer Genehmigung (5 3
Abs. 2) - durch Abschlisse;
b) durch Abschliisse in Verbindung mit
einer Sprechanlage zum zustandigen
Betriebsbeamten.
2. mit éffentlichem Verkehr in Hafen - und
Industriegebieten diirfen bei schwachem
und maBigem Verkehr (Absatz 13) gesichert
werden
a) durch die Ubersicht oder
b) durch Abschlisse, wenn
die Geschwindigkeit der
Eisenbahnfahrzeuge am
BahnUbergang hdchstens 20 km/h
betraat.
Abschltisse (z. 8. Sperrbalken, Tore) sind von demjenigen, dem die Verkehrssicherungspfficht obliegt,
verschlossen, mit besonderer Genehmigung (§ 3 Abs, 2) nur geschlossen zu halten,
(11) Eine Sicherung nach den Absatzen 6 bis 10 ist nicht erforderlich, wenn der Bahniibergang durch
Posten gesichert wird, Der Posten hat die Wegebenutzer so lange durch Zeichen anzuhalten, bis das erste
Eisenbahnfahrzeug etwa die StraBenmitte erreicht hat.
(12) Die Ubersicht auf die Bahnstrecke ist vorhanden, wenn die Wegebenutzer bei richtigem Verhalten auf Grund
der Sichtverhaltnisse die Bahnstrecke so weit und in einem solchen Abstand Ubersehen kannen, da8 sie bei
‘Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt den Bahniibergang ungefélhrdet dberqueren oder vor ihm
anhalten kénnen.
(13) Bahnubergange haben
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1. schwachen Verkehr, wenn sie neben anderem Verkehr in der Regel innerhalb eines Tages von héchstens
100 Kraftfahrzeugen tiberquert werden,
2. m&Bigen Verkehr, wenn sie neben anderem Verkehr in der Regel innerhalb eines Tages von mehr als 100
bis zu 2.500 Kraftfahrzeugen tiberquert werden,
3. _starken Verkehr, wenn sie neben anderem Verkehr in der Regel innerhalb eines Tages von mehr als 2.500
kraftfahrzeugen tiberquert werden
(14) Weisen Bahnibergange wahrend bestimmter Jahreszeiten oder an bestimmten Tagen abweichend von
der Einstufung nach Absatz 13 eine hohere Verkehrsstrke auf, so milssen sie, haben sie eine niedrigere
Verkehrsstarke, so dirfen sie wahrend dieser Zeiten entsprechend gesichert werden.
(15) Das SchlieBen der Schranken - ausgenommen Anrufschranken (Absatz 17) - ist auf den StraSenverkehr
abzustimmen
1, durch Lichtzeichen oder
2. durch mittelbare oder unmittelbare Sicht des Schrankenwarters oder
3. bei schwachem oder maBigem Verkehr durch hérbare Zeichen.
(16) Bahniberginge mit Schranken - ausgenommen Anrufschranken (Absatz 17) und Schranken an FuB- und
Radwegen - miissen von der Bedienungsstelle aus mittelbar oder unmittelbar eingesehen werden kénnen. Dies ist
nicht erforderlich, wenn das SchlieBen der Schranken durch Lichtzeichen auf den StraBenverkehr abgestimmt und
das Freisein des Bahniiberganges durch technische Einrichtungen festgestellt wird.
(17) Anrufschranken sind Schranken, die standig oder wahrend bestimmter Zeiten geschlossen gehalten und auf
Verlangen des Wegebenutzers, wenn dies ohne Gefahr maglich ist, geéffnet werden. Anrufschranken sind mit
einer Sprechanlage auszuriisten, wenn der Schrankenwarter den Bahniibergang von der Bedienungsstelle aus
nicht einsehen kann.
(18) Vor Bahniiberg’ngen, vor denen nach den Absatzen 7 bis 10 hérbare Signale der Eisenbahnfahrzeuge
gegeben werden missen, sind Signaltafeln aufzustellen.
(19) Ein Bahniibergang, dessen technische Sicherung ausgefallen ist, muB - auBer bei Hilfsziigen nach § 40 Abs. 6
- durch Posten nach Absatz 11 gesichert werden. Ein Zug, der mit dem Triebfahrzeugfiihrer allein besetzt ist, darf,
nachdem er angehalten hat und die Wegebenutzer durch Achtung-Signal gewamt sind, den Bahnibergang ohne
Sicherung durch Posten befahren.
§ 12 Héhengl
he Kreuzungen von Schienenbahnen
(1) Neue héhengleiche Kreuzungen von Schienenbahnen diirfen auRerhalb der Bahnhdfe oder der Hauptsignale
von Abaweigstellen nicht angelegt werden. Fur vorabergehend anzulegende Kreuzungen sind Ausnahmen zulassig
(63 Abs. 1 Nr. 2).
(2) Wie bei héhengleichen Kreuzungen von Schienenbahnen der Betrieb zu fuhren ist, bestimmen
1, fir Eisenbahnen des Bundes das Eisenbahn-Bundesamt,
2, flr die nichtbundeseigenen Eisenbahnen die zustandige Landesbehérde,
§ 13 Bahnsteige, Rampen
(1) Bei Neubauten oder umfassenden Umbauten von Personenbahnsteigen sollen in der Regel die
Bahnsteigkanten auf eine Héhe von 0,76 m ber Schienenoberkante gelegt werden; Héhen von unter 0,38 m
und ber 0,96 m sind unzulassig. Bahnsteige, an denen ausschlieBlich Stadtschnellbahnen halten, sollen auf eine
Hohe von 0,96 m ber Schienenoberkante gelegt werden. In Gleisbagen ist auf die Uberhdhung Riicksicht zu
nehmen,
(2) Feste Gegenstande auf Personenbahnsteigen (Saulen und dergleichen) miissen bis zu einer Hahe von 3,05 m
iiber Schienenoberkante mindestens 3,00 m von Gleismitte entfernt sein, Bei bestehenden Aniagen mit geringem
Verkehr darf das Ma von 3,00 m bis auf 2,70 m unterschritten werden; Ausnahmen von diesem Mindestma® sind
zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr, 2).
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(3) Auf Bahnsteigen an Gleisen, die mit einer
Geschwindigkeit von mehr als 160 km/n befahren
werden, sind die bei Durchfahrten freizuhaltenden
Flachen zu kennzeichnen; bei mehr als 200 krvh sind
Vorkehrungen zu treffen, da8 sich keine Reisenden im
Gefahrenbereich auf den Bahnsteigen aufhalten
(4) Fr den Schutz der Reisenden, die Ubergange (§ 11 Abs. 1 Satz 2) Uberschreiten missen, ist zu sorgen.
Bei Gleisen, die mit einer Geschwindigkeit von mehr
als 160 km/h befahren werden, sind Ubergange
unzuléssig.
(5) Seitenrampen, an denen Giiterwagen mit nach auBen aufschlagenden Tiren be- oder entladen werden
sollen, dirfen nicht haher als 1,10 m sein. Die Héhe darf 1,00 m nicht dberschreiten, wenn dort nach auBen
aufschlagende Einsteigetiiren von Reisezugwagen geéffnet werden miissen, Andere Seitenrampen zum Be- oder
Entladen von Wagen durfen - ausgenommen an Hauptgleisen - bis zu 1,20 m aber Schienenoberkante hoch sein.
(6) Fur die Dauer von Bauarbeiten darf von den Vorschriften der Absatze 1, 2, 4 Satz 2 und Absatz 5 abgewichen
werden, wenn die erforderlichen SicherheitsmaBnahmen getroffen sind.
§ 14 Signale und Weichen
(1) Ist nach den Vorschriften dieser Verordnung die Anwendung von Signalen vorgesehen, so dirfen nur die
in der Eisenbahn-Signalordnung vorgeschriebenen Signale benutzt werden. Den Signalen am Fahrweg sind
entsprechende Anzeigen im Fahrerraum gleichgestellt; sie dirfen die Signale am Fahrweg ersetzen,
(2) Die Einfahrten in Bahnhéfe sind
bel einer Einfahrgeschwindigkeit von mehr als 50 km/
h
durch Hauptsignale (Einfahrsignale) zu sichern. Ausnahmen sind zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2).
(3) Die Ausfahrten aus Bahnhéfen sind
bei einer Ausfahrtgeschwindigkeit von mehr als 60
km/h
durch Hauptsignale (Ausfahrsignale) zu sichern. Ausnahmen sind zuléssig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2).
(4) Die Grundstellung far Hauptsignale ist die Stellung "Zughalt*. Eine andere Stellung ist zulassig
1. fiir Hauptsignale in Streckenabschnitten mit selbsttatiger Streckenblockung,
2. fiir Hauptsignale von Betriebsstellen, die fl lingere Dauer oder in regeimaGig wiederkehrenden
Zeitabschnitten an der Regelung der Zugfolge nicht beteiligt
sind. sind,
3. fir Einfahrsignale bei Zugleitbetrieb.
(5) Blockstellen, Abzweigstellen, Uberleitstellen und Gleisverschlingungen sind durch Hauptsignale
2u sichern. zu sichern, wenn dort mit mehr als 60 km/h - beim
Befahren von Weichen gegen die Spitze mit mehr als
50 km/h - gefahren wird, Ausnahmen sind zulassig (§
3 Abs. 1 Nr.2).
(6) Bewegliche Briicken sind értlich durch Signale so zu sichern, da8 die Signale in der Haltstellung verschlossen,
sind, solange die Briicke entriegelt ist, und daB die Bricke bei Fahrtstellung der Signale nicht entriegelt werden
kann,
(7) Héhengleiche Kreuzungen zweier Schienenbahnen, die dieser Verordnung unterstehen, sind durch
Hauptsignale in gegenseitiger Abhangigkeit zu sichern. Untersteht eine der Bahnen nicht dieser Verordnung, so ist
mit der Zulassung (§ 3 Abs. 2) der Kreuzung zu bestimmen, ob und wie sie zu sichern ist.
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(8) Auf der freien Strecke llegende
Weichen Weichen, die mit mehr als 50 km/h gegen die Spitze
befahren werden,
und damit zusammenhangende Gleiskreuzungen sind durch Signale zu sichern. AnschluGstellen konnen
auch durch Signale benachbarter Zugfolgestellen gesichert werden, wenn 2wischen Anschlu@weichen,
Flankenschutzeinrichtungen und Signalen Abhangigkeit bestent.
(9) Weichen, die
mit mehr als 50 krn/h
gegen die Spitze befahren werden, miissen von den fur die Zugfahrt giltigen Signalen derart abhangig sein, daB
die Signale nur dann in Fahrtstellung gebracht werden kénnen, wenn die Weichen fur den Fahrweg richtig liegen
und verschlossen sind (Signalabhangigkeit). Hierbei sind ferngestellte Weichen, die von Reisezigen gegen die
Spitze befahren werden, gegen Umstellen unter dem Zug festzulegen oder einzein zu sichern.
(10) Ist die Signalabhangigkeit von Weichen, die von Zugen gegen die Spitze befahren werden, voriibergehend
aufgehoben oder
beeintréichtigt, beeintrachtigt, oder werden nichtsignalabhangige
Weichen, ausgenommen Rickfallweichen, von
Reiseziigen mit mehr als 40 kmjh bis héchstens 50
kmyh gegen die Spitze befahren,
0 sind sie technisch zu sichern oder zu bewachen.
(11) Far
Reisezige Reiseztige, die mit mehr als 50 km/h fahren,
sind Flankenschutzvorkehrungen zu treffen.
Der Flankenschutz fir Gleise, die mit mehr als 160
kmyh befahren werden, muf in Bahnhéfen und auf
Anschlugstellen durch Schutzweichen gewahrleistet
sein
(12) Mit den Einfahrsignalen und den Hauptsignalen auf der freien Strecke sind Vorsignale
zu verbinden. zu verbinden, wenn im Bremswegabstand vor
dem Hauptsignal mit mehr als 60 km/h gefahren
wird. Ist hiernach kein Vorsignal erforderlich, so
mu8 der Bremswegabstand durch eine Signaltafel
gekennzeichnet werden
Ausnahmen sind zulassig (§ 3 Abs, 1 Nr. 2).
(13) Der Abstand zwischen dem Hauptsignal und dem zugehdrigen Vorsignal soll mindestens so grof sein wie der
Zugelassene gréBte Bremsweg (§ 35 Abs. 4). Kiirzere Vorsignalabstande sind zulassig, wenn dies aus rtlichen
Grinden nicht zu umgehen ist; bei Verkirzungen um mehr als 5% miissen besondere Bremstafeln fir den jeweils
vorhandenen Vorsignalabstand (Bremsweg) aufgestellt sein
(14) Das Hauptsignal "Langsamfahrt" ist durch das Vorsignal "Langsamfahrt erwarten*
anzukiindigen. anzukiindigen, wenn vorn Vorsignal ab mit mehr als
60 km/h gefahren wird.
Hiervon kann bei Ausfahrsignalen an Ausweichgleisen, auf denen keine Durchfahrten zugelassen sind, abgesehen
werden
(15) Far nicht an ein Gleisbildstellwerk angeschlossene Weichen ist eine Grundstellung zu bestimmen, wenn
Fahrten diber diese Weichen Fahrten auf den Hauptgleisen gefahrden konnen,
(16) Weichen in Hauptgleisen miissen mit Weichensignalen versehen sein, wenn sie von den fiir die Zugfahrt
giltigen Signalen nicht abhangig
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sind. sind oder im allgemeinen nicht verschlossen gehalten
werden, Bei ausreichender Beleuchtung sind
Weichensignale nicht erforderlich
(17) Zwischen zusammenlaufenden Gleisen mu8 ein Grenzzeichen vorhanden sein, bis zu dem ein Gleis ohne
Gefahrdung von Fahrzeugen im Nachbargleis besetzt sein darf. Der Mindestgleisabstand am Grenzzeichen
ergibt sich aus Anlage 4. Bei ungiinstigen drtlichen Verhaltnissen darf statt des Grenzzeichens eine andere
Kennzeichnung verwendet werden
§ 15 Streckenblock, Zugbeeinflussung
(2) Auf Bahnen mit besonders dichter Zugfolge muB.
das Signal fr die Fahrt in eine Blockstrecke unter
Verschlu8 der nachsten Blockstelle liegen.
(2) Strecken mit Signalen, die nach § 14 vorgeschrieben sind und
auf denen mehr als 80 km/h zugelassen sind,
missen mit Zugbeeinflussung ausgeriistet sein, durch die ein Zug selbsttatig zum Halten gebracht und ein
unzulassiges Anfahren gegen Halt zeigende Signale Uberwacht werden kann.
Strecken mit Signalen, die nach § 14 vorgeschrieben
sind, auf denen
1. mehrere Ziige gleichzeitig verkehren und
2. Reisezugverkehr stattfindet oder mehr als 50
km/h zugelassen sind,
méssen mit Zugbeeinflussung ausgeriistet sein, durch
die ein Zug selbsttitig zum Halten gebracht werden
kann, Zugleitstrecken, bei denen die Voraussetzungen
des Satzes 2 Nummer 1 und 2 vorliegen, sind mit
technischen Einrichtungen auszuriisten, durch die
ein Zug selbsttatig zum Halten gebracht werden
kann, Ausnahmen von Satz 2 und Satz 3 sind nach § 3,
Absatz 1 Nummer 2 zulassig
(3) Strecken, auf denen mehr als 160 km/h
zugelassen sind, missen mit Zugbeeinflussung
ausgeriistet sein, durch die ein Zug selbsttitig zum
Halten gebracht und auBerdem gefuhrt werden kann,
(4) Far weitere Strecken kénnen die zustiindigen Eisenbahnaufsichtsbehérden die Ausriistung mit Zugbeeinflussung
oder technischen Einrichtungen vorschreiben, wenn die értlichen Verhaltnisse oder eine besondere
Gefahrensituation dies erfordern,
§ 16 Fernmeldeanlagen
(1) Zuafolgestellen
| und Zuglaufmeldestelien
sind durch Fermeldeantagen zu verbinden. Schrankenposten und Streckenfernsprecher sind in die Verbindung
einzuschalten,
| Ausnahmen sind zutéssig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2)
(2) Auf Strecken ohne
Streckenblockeinrichtung,
die von Reisezigen
oder
von Ziigen mit mehr als 60 km/h
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befahren werden,
sind fernmindliche Zugmeldungen durch Sprachspeicher aufzuzeichnen. Ausnahmen sind zulassig (§ 3 Abs. 1
Nr. 2),
es erforderlich ist.
(3) Streckenfernsprecher sind auf freier Strecke einzubauen, sowé
(4) Strecken, die von Reiseziigen befahren werden, sollen mit Zugfunkeinrichtungen ausgeristet sein. Mit
Zugfunkeinrichtungen missen ausgeriistet sein
1. Strecken, auf denen mehr als 160
kmjh zugelassen sind,
2. Strecken ohne Streckenblockeinrichtungen, auf denen
a) Reiseziige oder
b) —Zlige mit mehr als 60 kmjh
verkehren. Ausnahmen sind 2uléssig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2)
(5) Bahnsteige an Gleisen, die mit mehr
als 160 km/h befahren werden, sollen mit
Lautsprecheranlagen ausgeriistet sein.
§ 17 Untersuchen und Uberwachen der Bahnanlagen
(1) Die Bahnanlagen sind planma8ig auf ihre ordnungsgema®e Beschaffenheit zu untersuchen. Art, Umfang
und Haufigkeit der Untersuchung haben sich nach Zustand und Belastung der Bahnanlagen sowie nach der
zugelassenen Geschwindigkeit zu richten.
(2) Gefahrdete Stellen sind so 2u dberwachen, da Betriebsgefahrdungen rechtzeitig erkannt und
Gegenma&nahmen getroffen werden kénnen.
Dritter Abschnitt
Fahrzeuge
§ 18 Einteilung, Begriffserklérungen
(1) Die Fahrzeuge werden entsprechend ihrer Zweckbestimmung nach Regelfahrzeugen und Nebenfahrzeugen
unterschieden. Regelfahrzeuge missen den nachstehenden Bauvorschriften entsprechen. Nebenfahrzeuge
brauchen diesen Vorschriften nur insoweit zu entsprechen, als es fiir den Sonderaweck, dem sie dienen sollen,
erforderlich ist.
(2) Die Regelfahrzeuge werden nach Triebfahrzeugen und Wagen unterschieden,
(3) Die Triebfahrzeuge werden eingeteilt in Lokomotiven, Triebwagen und Kleinlokomotiven.
(4) Die Triebfahrzeuge werden entweder unmittelbar bedient oder werden gesteuert, Steuerung ist die Regelung
der Antriebs- und Bremskraft durch eine Steuereinrichtung von einem fihrenden Fahrzeug aus oder durch
Fernsteuerung,
(5) Die Wagen werden eingeteilt in Reisezugwagen und Giiterwagen. Zu den Reisezugwagen zahlen Personen-,
Reisezuggepick-, Autoreisezug- und Postwagen. Zu den Giiterwagen zahlen auch die Giiterzuggepackwagen.
§ 19 Radsatzlasten und Fahrzeuggewichte je Langeneinheit
(2) Bei stillstehenden Fahrzeugen, deren Radsatzabstande 1.500 mm nicht unterschreiten, sind Radsatzlasten
bis zu igt | 1 bis zu 16 t
und Fahrzeuggewichte je Langeneinheit
bis zu 5,6 t/m I bis zu 4,5 t/m
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zulassig. Hohere Radsatzlasten und Fahrzeuggewichte je Langeneinheit sind zulassig, wenn sie vom Oberbau
und von den Bauwerken sicher aufgenommen werden knnen. Bei Radsatzabstanden unter 1.500 mm sind die
zulassigen Radsatzlasten und Fahrzeuggewichte je Langeneinheit entsprechend der Belastbarkeit des Oberbaus
und der Bauwerke einzuschranken,
(2) Die Radsatzlast ist der auf einen Radsatz, das Fahrzeuggewicht je Langeneinheit ist der auf 1,00 m
Fahrzeugliinge (Lange ber Putfer gemessen) entfallende Anteil der Gesamtlast.
§20
§ 21 Rader und Radsatze
(1) Die Rader und Radsatze der Fahrzeuge miissen so beschaffen und gelagert sein, da6 Gleisbogen mit 150
m Radius und 1.435 mm Spurweite einwandfrei durchfahren werden konnen. Die Rader eines Radsatzes
miissen Spurkranze haben und dirfen auf der Radsatzwelle seitlich nicht verschiebbar sein; Ausnahmen fir
Spurwechselradsatze sind zulissig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2)
(2) Fur Rader und Radsatze gelten die Mae der Anlage 6. Hiervon darf abgewichen werden, wenn nachgewiesen
ist, daB die Rader und Radsatze die Fahrzeuge im Gleis sicher fuhren,
(3) Bei Rader, die aus einem Stiick gefertigt sind, mu® die Mindestdicke des Radkranzes durch eine auf der
4uBeren Stirnflache eingedrehte Rille gekennzeichnet sein (Anlage 6).
(4) Bei neu zu bauenden Wagen ohne Drehgestelle mu der Abstand der Endradsatze mindestens 4.500 mm und
das Verhaltnis von Radsatzabstand zu Gesamtlange - Uber die nicht eingedrickten Puffer gemessen - mindestens
45 : 100 betragen.
(5) Bei den bis zum 28, Mai 1967 erstmalig in Betrieéb genommenen Wagen ohne Drehgestelle, die nicht im
internationalen Verkehr eingesetzt werden, muB der Abstand der Endradsatze mindestens 3,000 mm betragen.
§ 22 Begrenzung der Fahrzeuge
(1) Fir die Abmessungen der Fahrzeuge, die freiztigig im grenztiberschreitenden Verkehr eingesetzt werden
sollen, gilt die Bezugsiinie G 1 nach Anlage 7, fur die Amessungen der Ubrigen Fahrzeuge die Bezugslinie G 2
nach Anlage 8. Die Bezugslinie nach Anlage 8 Bild 3 darf far Wagen nur mit besonderer Genehmigung (§ 3 Abs. 2)
angewendet werden.
(2) Flr Fahrzeuge in besonderen Einsatzbereichen des Fernschnellverkehrs und der Stadtschnellbahnen sind
Uberschreitungen der MaBe der Bezugslinien mit besonderer Genehmigung (§ 3 Abs. 2) zulassig.
(3) Fur die Berechnung der Fahrzeugabmessungen sind die Mae der Bezugslinien gema6 Anlage 9
einzuschranken
(4) Fr gesenkte Stromabnehmer gilt die Bezugslinie,
Arbeitsstellung miissen
1. die Grenzlinie be! Oberleitung (Aniage 3) einhalten oder
2. an Gleisen mit Stromschiene innerhalb des Raumes nach § 9 Abs. 4 bleiben.
dem Fahrzeug 2ugrunde liegt. Stromabnehmer in
(5) Signalmittel und Riickspiegel diirfen die Fahrzeugbreite beiderseits um hdchstens 50 mm diberschreiten.
(6) Sandstreuer und Bahnraumer dirfen in den von den Radern bestrichenen Raum hineinragen.
(7) Bremsteile, die unmittelbar auf die Schiene wirken, und Bremsklétze diirfen in den von den Radern
bestrichenen Raum hineinragen, wenn sie im Bereich zwischen den Radsatzen eines Drehgestells angebracht sind
und die Wirksamkeit von Rangiereinrichtungen nicht beeintrdchtigen.
(8) Entkuppelte Schrauben- und Leitungskupplungen miissen so aufgehangt oder eingeschraubt werden kénnen,
daB sie nicht tiefer als 140 mm ber Schienenoberkante herabreichen.
§ 23 Bremsen
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(2) Die Fahrzeuge - ausgenommen Kleinlokomotiven - misssen mit durchgehender selbsttatiger
Bremse ausgeriistet sein. Diese mu6 in beliebiger Reihung mit den Bremsbauarten derjenigen Bahnen
zusammenarbeiten, auf deren Strecken die Fahrzeuge dbergehen. Fir eine beschrankte Anzahl von Giiterwagen
geniigt das Ausriisten mit Bremsleitung.
(2) Eine durchgehende Bremse ist selbsttatig, wenn sie bei jeder unbeabsichtigten Unterbrechung der
Bremsleitung wirksam wird.
(3) Fahrzeuge, in denen Personen beférdert werden, miissen leicht sichtbare und erreichbare Notbremsgriffe
haben, durch die eine Notbremsung eingeleitet werden kann. Die Notbremseinrichtung darf so beschaffen sein,
daf eine eingeleitete Notbremsung aufgehoben werden kann, Bei Stadtschnellbahnfahrzeugen ist es zulassig, da®
die Betatigung eines Notoremsgriffes auSerhalb von Bahnsteigbereichen nur eine Anzeige im Fihrerraum auslést.
(4) Triebfahrzeuge und andere fuhrende Fahrzeuge milssen eine Handbremse oder eine sich selbst feststellende
Bremse (zum Beispiel Federspeicherbremse) haben. Bei Kleinlokomotiven geniigt eine in der Bremsstellung
feststellbare FuBbremse
(5) Die Wagen miissen in gentigender Anzahl mit Handbremsen ausgeristet sein
(6)
0
(3)
§ 24 Zug- und StoBeinrichtungen
(2) Die Fahrzeuge miissen an beiden Enden federnde Zug- und StoBeinrichtungen haben.
(2) Fahrzeuge, die im Betrieb dauernd verbunden bleiben, gelten hinsichtlich der Ausriistung mit Zug- und
Sto8einrichtungen als nur ein Fahrzeug. Mehr als zwei Fahrzeuge diirfen nur mit besonderer Genehmigung (5 3
Abs, 2) dauernd ohne Zwischenschaltung federnder Zug- und StoBeinrichtungen verbunden werden,
(3) Die Fahrzeuge sind in der Regel mit Schraubenkupplungen und Puffern nach Anlage 10 zu versehen; andere
Zug- und Sto8einrichtungen sind an Fahrzeugen fir besondere Zwecke zulassig.
(4)
(5)
(6)
§ 25 Freie Raume und Bauteile an den Fahrzeugenden
(1) Die Fahrzeuge miissen so gestaltet sein, da® ein gefahrloses Kuppeln maglich ist. Die dafiir erforderlichen
Raume (Anlage 11) miissen bei Fahrzeugen mit Schraubenkupplungen und Seitenpuffern von festen
Tellen frei sein, wenn sich die Zugeinrichtung in Mittelstellung befindet; elastisch verformbare Teile der
Ubergangseinrichtungen und Verbindungsleitungen dirfen in diese Raume hineinragen. Im Bereich unterhalb der
Puffer dirfen keine festen Teile den Zugang behindern
(2) Feste Teile an den Stimseiten der Fahrzeuge miissen von der StoBebene der ganz eingedriickten Puffer
mindestens 40 mm entfernt sein. Hiervon darf abgewichen werden, wenn gefahrliche Berlhrungen der Fahrzeuge
ausgeschlossen sind,
(3) Tritte an den Fahrzeugseiten miissen von der StoBebene der ganz eingedriickten Puffer mindestens 150 mm
entfernt sein.
(4) An den Giiterwagen miissen die Stimseiten mit Stitzen zur Aufnahme der SchluBsignalmittel versehen sein,
soweit die Wagen dafiir geeignet sind. An den dbrigen Fahrzeugen sind die Stimseiten in der Regel mit zwei fest
eingebauten SchluBsignalen, sonst mit zwei Signalstiitzen auszuriisten. Erforderlichentalls missen Aufsteigtritte
und Handgriffe fir das Anbringen der Signalmittel vorhanden sein.
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§§ 26 und 27 (weggefallen)
§ 28 Ausriistung und Anschriften
(1) Triebfahrzeuge und andere fihrende Fahrzeuge miissen folgende Ausriistung haben
1. Einrichtungen zum Geben hérbarer Signale,
2. Bahnraumer,
3. Geschwindigkeitsanzeiger,
4
Zugbeeinflussung, durch die ein Zug selbsttatig zum Halten gebracht und bei Fahrzeugen mit einer
zulassigen Geschwindigkeit von mehr als 30 km/n ein unzulassiges Anfahren gegen Halt zeigende Signale
Uberwacht werden kann, wenn die Fahrzeuge auf Strecken mit Zugbeeinflussung nach § 15 Absatz 2 Satz
1 verkehren,
4a, Zugbeeinflussung, durch die ein Zug selbsttétig zum Halten gebracht werden kann, wenn die Fahrzeuge
auf Strecken mit Zugbeeinflussung nach § 15 Absatz 2 Satz 2 verkehren,
4b, technische Einrichtung, durch die ein Zug selbsttitig zum Halten gebracht werden kann, wenn die
Fahrzeuge aut Strecken mit technischen Einrichtungen nach § 15 Absatz 2 Satz 3 verkehren,
4c, Zugbeeinflussung oder technische Einrichtung, durch die ein Zug selbsttatig zum Halten gebracht werden
kann, wenn die Fahrzeuge auf Strecken mit Zugbeeinflussung oder technischen Einrichtungen verkehren
auf denen eine solche Ausriistung nach § 15 Absatz 4 vorgeschrieben worden ist,
5. Zugbeeinflussung, durch die ein Zug selbsttatig zum Halten gebracht und auBerdem gefiihrt werden kann,
wenn die zuldssige Geschwindigkelt der Fahrzeuge mehr als 160 km/h betraat,
6. _Sicherheitsfahrschaltung, die bei Geschwindigkeiten von 20 km/h und mehr anspricht und bei
Dienstunfahigkeit des Triebfahrzeugfuhrers selbsttitig das Anhalten des Zuges oder der Ranglerfahrt
bewirkt, Bei vorhandenen Kleinlokomotiven ist diese Ausriistung nur erforderlich, wenn das Fahrzeug in
Ziigen mit dem Triebfahrzeugfiihrer oder Bediener allein besetzt werden soll,
7. Zugfunkeinrichtungen, wenn
a) die 2ulassige Geschwindigkeit der Fahrzeuge mehr als 100 km/h betragt oder
b) die Fahrzeuge auf Strecken nach § 16 Abs. 4 Nr. 2 verkehren,
8 Funkenfanger und verschlieBbare Aschkasten, wenn feste Brennstoffe verfeuert werden.
(2) Einsteigetiren der Reisezugwagen miissen sicher wirkende VerschluBeinrichtungen erhalten. Nach auBen
aufschlagende Einsteigetiiren in den Seitenwanden der Reisezugwagen missen VerschluSeinrichtungen haben,
bei denen durch Zuschlagen der Tir ein doppelter Verschlu8 selbsttatig herbeigefihrt wird. Der doppelte
Verschlu8 muB durch zwei getrennte VerschluBteile herbeigetthrt werden oder durch einen VerschluBtell, der in
zwei Stufen schlie8t. Bei neu zu bauenden Reisezugwagen miissen die Verschlueinrichtungen dariber hinaus so
beschaffen sein, daB die Tren - ausgenommen im Notfall - wahrend der Fahrt von innen nicht geof net werden
kénnen; Reisezugwagen, die nach dem 1. Januar 1970 erstmalig in Betrieb genommen wurden, sind mit solchen
VerschluSeinrichtungen bei der ndchsten Untersuchung auszuriisten
(3) Offnungen der Einsteigetiren missen im Inner der Personenwagen mit Schutzeinrichtungen gegen das
Einklemmen der Finger versehen sein,
(4) Fernbetatigte oder automatisch schlieBende Tiren missen so beschaffen sein, da® bei ihrer Betétigung
Personen nicht gefahrdet werden,
(5) Seitliche Schiebetiiren der Gepackwagen und Gepckabteile miissen gegen unbeabsichtigtes SchlieBen der
Tiiren gesichert sein, Die dabei freizuhaltende Offnung mu mindestens 300 mm betragen.
(6) Glasscheiben in neu zu bauenden Reisezugwagen milssen aus Sicherheitsglas bestehen.
(7) Fahrzeuge miissen so gebaut und ausgeriistet sein, da Entstehung und Ausbreitung von Branden erschwert
werden,
(8) Fahrzeuge, in denen Personen beférdert werden, missen in ausreichender Anzahl Ausstiegsméglichkeiten fir
Notfaile haben.
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(3) An den zum Offnen eingerichteten Seitenfenstern der Reisezugwagen und der Giterzuggepackwagen mu8
eine Warnung vor dem Hinauslehnen angebracht sein
(10) Reisezugwagen, die auf Strecken mit elektrischer Oberleitung verkehren, milssen so eingerichtet sein, da
ein Besteigen des Daches oder hochgelegener Tritte und Leiter bei im Betrieb regelm&8ig vorkommenden
Arbeiten, wie Aufstecken der Signalmittel, Fullen der Wasserbehaiter, nicht erforderlich ist
(11) Unter jedem Kopfstiick eines Giiterwagens missen zwei Kupplergriffe vorhanden sein,
(12) Wagen sollen auf jeder Langseite mindestens einen Tritt und einen Handgrift far Rangierer haben.
(13) Die Vorschriften fir die Ausriistung von Personenwagen gelten, soweit erforderlich, auch fir Triebwagen.
(14) Fahrzeuge miissen die fir Betrieb, Unterhaltung und Arbeitsschutz erforderlichen Anschriften und Zeichen
tragen.
§§29
§ 32 Abnahme und Untersuchung der Fahrzeuge
31 (weggefallen)
(1) Neue Fahrzeuge dirfen erst in Betrieb genommen werden, wenn sie abgenommen worden sind (§ 3 Abs. 2)
(2) Die Fahrzeuge sind planmaBig wiederkehrend zu untersuchen.
(3) Art, Umfang und Haufigkeit der Untersuchung nach Absatz 2 haben sich nach Zustand und Umfang der
Nutzung der Eisenbahnfahrzeuge zu richten. Soweit fir die Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen keine
Instandhaltungsstellen-Bescheinigung erforderlich ist oder die fir die Instandhaltung zustandige Stelle keine
anderweitigen Vorgaben fir die instandhattung getroffen hat, soll eine Untersuchung mindestens alle sechs
Jahre durchgefurt werden. Die Frist zwischen 2wei aufeinanderfolgenden Untersuchungen darf in diesen Fallen
mehrmals bis zu einem Jahr auf héchstens acht Jahre verlangert werden, wenn festgestellt ist, dass der Zustand
des Fahrzeugs dies zulisst.
(4) Uber die Untersuchungen der Fahrzeuge sind Nachweise zu ihren
§ 33 Uberwachungsbediirftige Anlagen der Fahrzeuge
(1) Dampfkessel, Druckbehalter und sonstige liberwachungsbediirftige Anlagen, die mit einem Fahrzeug fest
verbunden sind, miissen nach einer zugelassenen Bauart ausgefiihrt sein; sie missen vor Inbetriebnahme sowie
planmasig wiederkehrend geprift werden. Eine Bauartzulassung ist nicht erforderlich fiir Getrnkeschankanlagen
und Aufzuganiagen
(2) Mit dem Fahrzeug fest verbundene Dampfkessel sind planmaig wiederxehrend alle drei Jahre einer inneren
Prifung zu unterziehen; diese Frist darf auf héchstens vier Jahre verlangert werden, wenn es der Zustand der
Dampfkessel zula8t. Eine innere Priifung ist vor der Wiederinbetriebnahme erforderlich, wenn der Dampfkessel
Fanger als zwei Jahre auBer Betrieb war. In jedem Kalenderjahr ist - auBer bei Lokomotivdampfkesseln und
Heizdampfkesseln mit automatischer Regelung - eine duBere Prifung durchzufuhren
(3) Durch Wasserdruck sind zu prifen
1. Lokomotivdampfkessel
a) _ bei der Priifung vor Inbetriebnahme,
b) bei der inneren Priifung,
©) nach Kesselarbeiten, die die Betriebssicherheit beeinflussen kénnen,
2. sonstige Dampfkessel
a) _ bel der Prifung vor inbetriebnahme,
b)__mindestens alle 9 Jahre,
©) nach Kesselarbeiten, die die Betriebssicherheit beeinflussen kénnen,
4) vor einer Wiederinbetriebnahme, wenn der Kessel linger als zwei Jahre auBer Betrieb war.
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(4) Die Prisfungen und Fristverléngerungen sind von zugelassenen Sachverstndigen durchzufuhren; sie diirfen
in einfachen Fallen bei Druckbehaitern und sonstigen iberwachungsbedirftigen Anlagen von Sachkundigen
durchgefiihrt werden.
(5) Als Sachverstndige sind zugelassen
1, die Ingenieure, die vom Eisenbahn-Bundesamt oder von der zustandigen Landesbehérde als,
Sachverstandige anerkannt sind,
2. Sachverstandige der Technischen Uberwachungsvereine und der Technischen Uberwachungsamter.
(6) Uber Prafungen und Fristverlingerungen sind Nachweise zu fihren. An Dampfkesseln ist das Datum der
letzten inneren Prifung anzubringen,
Vierter Abschnitt
Bahnbetrieb
§ 34 Begriff, Art und Lange der Zige
(1) Zige sind die auf die freie Strecke dibergehenden, aus Regelfahrzeugen bestehenden, durch Maschinenkraft
bewegten Einheiten und einzein fahrenden Triebfahrzeuge. Geeignete Nebenfahrzeuge diirfen wie Ziige
behandelt oder in Zuge eingestellt werden.
(2) Wendeziige sind von Fihrerraum an der Spitze aus gesteuerte Zige, deren Triebfahrzeuge beim Wechsel der
Fahrtrichtung den Platz im Zuge beibehalten.
(3) Geschobene Ziige sind Zige, deren Triebfahrzeuge nicht an der Spitze laufen und die nicht von der Spitze aus
gesteuert werden,
(4) Nachgeschobene Ziige sind Zlige, deren Triebfahrzeuge an der Spitze laufen oder die von der Spitze aus
gesteuert werden und die ein weiteres Triebfahrzeug nachschiebt, das nicht von der Spitze aus gesteuert wird,
(5) Zwei nachschiebende Triebfahrzeuge sind stets miteinander zu kuppeln. Mit mehr als zwei Triebfahrzeugen
darf nicht nachgeschoben werden. In Gefallen mussen nachschiebende Triebfahrzeuge mit dem Zug gekuppelt
sein.
(6) Ziige miissen Signale fuhren, die den Schlu8 sowie bei Dunkelheit und unsichtigem Wetter die Spitze erkennen
lassen. Ausnahmen far das Fihren des SchluRsignals sind zuléssig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2)
(7) Zige werden in Reiseziige und Giterziige eingeteilt. Giterzige mit Personenbeférderung gehéren im Sinne
dieser Verordnung zu den Reiseztigen, ausgenommen im Fall des § 40 Abs. 2 Nr. 1. Militargiiterztige gelten auch
dann nicht als Reiseziige im Sinne dieser Verordnung, wenn sie mit Truppen besetzt sind, ausgenommen im Fall
des § 14 Abs, 10, Dariiber hinaus ist von den Eisenbahnverwaltungen zu bestimmen, welche Zilge als Reisezige
und welche als Giiterziige gelten,
(8) Ein Zug darf nicht linger sein, als es seine Bremsverhditnisse, Zug- und StoSeinrichtungen und die
Bahnanlagen zulassen. Reisezige dirfen nur dann langer als die Bahnsteige sein, wenn die Sicherheit der
Reisenden durch betriebliche Anweisungen gewahrleistet ist.
§ 35 Bremsen der Ziige
(1) Zige mit einer zulassigen Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h miissen mit durchgehender Bremse
gefahren werden.
(2) Die Bremsverhaltnisse eines Zuges milssen sicherstellen, da® der Zug innerhalb des 2ulassigen Bremswegs
zum Halten gebracht werden kann; sie werden mit Hilfe der Bremstafeln ermittelt.
(3) Die Bremstafeln werden genehmigt,
1. fiir Eisenbahnen des Bundes vom Bundesministerium fr Verkehr und digitale infrastruktur,
2. fiir die nichtbundeseigenen Eisenbahnen von der zusténdigen Landesbehirde.
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(4) Als groBte Bremswege sind zuldssig
1 000 I 700 m.
Fiir bestimmte Strecken kénnen die in Absatz 3 genannten Behérden auch Bremswege zulassen, die diber 1 000
m oder 700 m hinausgehen. Fir Zuge, die mit Zugbeeinflussung gema8 § 15 Abs. 3 gefiihrt werden, gelten
besondere Bremswege.
(5) Die Eisenbahnverwaltungen haben iber das Bremsen auf Strecken mit einer Neigung von mehr als 40v.T.
besondere Vorschriften aufzustellen und den in Absatz 3 genannten Aufsichtsbehérden zur Genehmigung
vorzulegen
(6) Das letzte oder vorletzte Fahrzeug eines Zuges muB eine wirkende Bremse haben, Hat das letzte Fahrzeug
keine wirkende Bremse, so soll es nicht mit Reisenden besetzt sein,
(7) Bevor ein mit durchgehender Bremse fahrender Zug den Anfangsbahnhof verla8t, ist eine Bremsprobe
vorzunehmen. Die Bremsprobe ist zu wiederholen, so oft der Fihrerstand gewechselt oder der Zug erganzt oder
getrennt wird, es sei denn, da Fahrzeuge nur am SchiuB abgehangt werden. Fur Ziige, die wahrend mehrerer
Fahrten unverandert bleiben, sind Ausnahmen 2uléssig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2).
§ 36 Zusammenstellen der Ziige
(1) Die Radsatzlast und das Fahrzeuggewicht je Langeneinheit der Fahrzeuge dirfen nicht gréer sein, als es fiir
die 2u befahrende Bahnstrecke zugelassen ist.
(2) Wagen, die nur durch die Ladung verbunden sind, miissen in den hinteren Teil des Zuges eingestellt werden.
Wagen, iiber die dieselbe Ladung reicht, und Wagen mit ungewdhnlicher Kupplung diirfen nicht unmittelbar vor
oder hinter Wagen laufen, die mit Reisenden besetzt sind.
(3) Wagen mit gefahrlichem Gut, die entsprechend gekennzeichnet sind, sind unter Anwendung besonderer
VorsichtsmaSnahmen in ZUge einzustellen und zu beférdern.
(4) Wagen von Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz im Ausland dirfen in Zige nur eingestellt werden,
wenn sie den Bestimmungen iiber die Technische Einheit im Eisenbahnwesen entsprechen. Hiervon darf nur mit
Zustimmung der in § 3 Abs. 1 Nr, 2 genannten Behdrden abgewichen werden.
§ 37 Ausriisten der Ziige mit Mitten zur ersten Hilfeleistung
Reiseziige sind mit Mitteln zur ersten Hilfeleistung auszuriisten. Ausnahmen sind zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2)
§ 38 Fahrordnung
Auf zweigleisigen Bahnen ist rechts zu fahren. Hiervon kann abgewichen werden
1, in Bahnhéfen und bei der Einfilhrung von Streckengleisen in Bahnhéfe,
2. zwischen einem Bahnhof und einer Abzweigstelle oder Anschlu@stelle oder einem benachbarten Bahnhof,
der nur an eines der beiden Streckengleise angeschlossen ist,
bei Gleiswechselbetrieb,
bei Sperrung oder Belegung des rechten Gleises,
bei Arbeitsztigen und Arbeitswagen,
bei Hilfsziigen,
bei zuriickkehrenden Schiebelokomotiven,
bei Nebenfahrzeugen
§ 39 Zugfolge
(1) Die Folge der Zige wird durch Zugfolgestellen, die Reihenfolge durch Zugmeldestellen, die stets auch
Zugfolgestelien sind, geregelt. Fir die Zugfolge ist der Fahrdienstleiter verantwortlich. Ortlich nicht besetzte
Zugfolgestellen sind einem Fahrdienstleiter zuzuordnen,
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(2) Bei Zugleitbetrieb wird der Zuglauf uber
Zuglaufmeldestellen geregelt. FUr den Zuglauf ist der
Zugleiter verantwortlich.
(3) Zige dirfen auf Bahnen mit einer zugelassenen Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h nur im Abstand der
Zugfolgestelien einander folgen; bei eingleisigem Betrieb darf das Gleis bis zur nachsten Ausweichstelle nicht
durch einen Zug der Gegenrichtung beansprucht sein. Hiervon dart abgewichen werden bei Stérungen oder
Gleissperrungen,
femer beim Fahren im Sichtabstand und bei
Zugleitbetrieb, wenn die Sicherheit durch betriebliche
‘Anweisungen oder durch technische Einrichtungen
gewahrleistet ist.
(4) Die Ein-, Aus- oder Durchfahrt eines Zuges darf nur zugelassen werden, wenn sein Fahrweg frei ist. Wenn bei
gestérter Gleisfreimeldeanlage das Freisein des Fahrwegs nicht durch Augenschein festgestellt werden kann oder
wenn der Einfahrweg in einem Stumpfgleis oder besetzten Gleis endet, mu die Sicherheit durch betriebliche
Anweisungen oder technische Einrichtungen gewahrleistet sein.
Bei Zugleitbetrieb darf dem Zugfuihrer die
Fahrwegpriffung fur den nachsten Zug - ohne
Meldung an den Zugleiter - Ubertragen werden,
(5) An Haltsignalen dirfen Ziige nur mit besonderem Auftrag vorbeifahren.
(6) Die Annaherung der Zige ist den Schrankenwartern und Posten (§ 11 Abs. 11) anzukiindigen.
(7) Ist die Verstandigung zwischen den Zugfolgestellen gestért, so darf ein Zug mit der Anweisung zu vorsichtiger
Fahrt abgelassen werden, wenn angenommen werden kann, daB der vorausgefahrene Zug auf der nachsten
Zugfolgestelle eingetroffen und ein Gegenzug auf demselben Gleis nicht zu erwarten ist.
(8) Gleisabschnitte, auf denen die zugelassene Geschwindigkeit ermaGigt werden mu8, sind durch Signale
kenntlich zu machen oder schriftlich bekanntzugeben.
(9) Unbefahrbare Gleisabschnitte sind abzuriegeln, auch wenn kein Zug erwartet wird,
(10) Regelfahrzeuge, die nicht in Zigen befordert werden, und Nebenfahrzeuge diirfen nur mit Wissen der
benachbarten Zugmeldestellen,
bei Zugleitbetrieb mit Zustimmung des Zugleiters,
auf die freie Strecke gelassen werden, Ihre Annaherung ist den Schrankenwartern und Posten (§ 11 Abs. 11)
anzukiindigen.
§ 40 Fahrgeschwindigkeit
(1) Die Geschwindigkeit, mit der ein Zug héchstens fahren darf (zulassige Geschwindigkeit), ist abhngig von
1. der Bauart der einzeinen Fahrzeuge,
2. der Art und Lange der Ziige (§ 34),
3, den Bremsverhiiltnissen (§ 35),
4, den Streckenverhaltnissen,
5. den betrieblichen Verhaitnissen
und von den Vorschriften der folgenden Absatze.
(2) Die zuléssige Geschwindigkeit betragt
1. fir Reiseztige mit durchgehender Bremse
250 km/h, 100 km/h,
wenn Strecke und fihrende Fahrzeuge mit | wenn die in den §§ 5, 6, 11, 15 Absatz 1, §
Zugbeeinflussung (§ 15 Absatz 3, § 28 Absatz 1| 16 Absatz 1 und § 35 Absatz 4 genannten, fir
= Seite 22 von $1 -Ein Service des Bundesministerums der Justi sowie des Bundesamts fOr
Nummer 5) ausgeriistet sind und diese wirksam
ist, oder 160 km/h, wenn Strecke und fithrende
Fahrzeuge mit Zugbeeinflussung (§ 15 Absatz 2 Satz
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Hauptbahnen geltenden Vorschriften eingehalten
sind, sonst 80 km/h; abweichend davon betragt
die 2ulassige Geschwindigkeit 50 km/h, wenn die
1, § 28 Absatz 1 Nummer 4) ausgeriistet sind und
diese wirksam ist, sonst 50 km/h;
Zugbeeinflussung der Strecke oder des fuhrenden
Fahrzeuges voriibergehend nicht wirksam ist oder
bei Zugleitbetrieb die Sicherheit durch technische
Einrichtungen vordibergehend nicht gewahrleistet
ist;
2. fir Giteratige mit durchgehender Bremse
120 km/h, 80 km/h;
wenn Strecke und fUhrende Fahrzeuge mit | abweichend davon betragt die _zulAssige
Zugbeeinflussung (§ 15 Absatz 2 Satz 1,§28 Absatz | Geschwindigkeit 50 km/h, wenn die
1 Nummer 4) ausgeriistet sind und diese wirksam
ist, sonst 50 km/h;
Zugbeeinflussung der Strecke oder des fuhrenden
Fahrzeuges voribergehend nicht wirksam ist oder
bei Zugleitbetrieb die Sicherheit durch technische
Einrichtungen vordibergehend nicht gewahrleistet
ist;
3. fir Zlige ohne durchgehende Bremse 50 km/h.
(3) Die zulassige Geschwindigkeit betragt 50 km/h, wenn,
1, filhrende Lokomotiven mit dem Tender voran fahren; Ausnahmen sind zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2);
2. andere fuhrende Triebfahrzeuge sowie Steuerwagen ausnahmsweise vom hinteren Fuhrerstand aus
bedient werden miissen und der vordere Fihrerstand mit einem Betriebsbeamten besetzt ist, der den Zug
zum Halten bringen kann;
3. bei einmannig besetzten filhrenden Fahrzeugen die Sicherheitsfahrschaltung gestért ist.
(4) Geschobene Ziige diirfen héchstens 30 km/h fahren,
iiber Bahniibergange ohne technische Sicherung (val.
§ 11 Abs. 3) hdchstens 20 km/h
(5) Nachgeschobene Zige diirfen héchstens 60 km/h fahren. Ist das nachschiebende Triebfahrzeug an die
durchgehende Bremse angeschlossen, darf der Zug héchstens 80 km/h fahren.
(6) Hilfszige (z. B. Geratewagen, Hilfslokomotiven) dirfen auch bei Dienstruhe verkehren, wenn ihre
Geschwindigkeit héchstens 50 km/h betragt. Bahnibergange mit offenen Schranken sowie mit ferniberwachten
oder nicht eingeschalteten Lichtzeichen oder Blinklichtern dirfen dabei ohne Sicherung durch Posten mit
hachstens 10 km/h befahren werden.
(7) In Gleisbogen darf die Geschwindigkeit betragen
ve Wurzel aus r/11,8 x (u + ultiefif)
Geschwindigkeit in km/h
Bogenradius in m
us Uberhahung in mm.
(tient = Uberhahungsfehibetrag in mm
Der Uberhdhungsfehibetrag ist in Abhangigkeit von der Beschaffenheit des Oberbaus, von der Bauart der
Fahrzeuge sowie von der Ladung und deren Sicherung festzulegen; er soll nicht gr&Ber sein als 150 mm.
(8) Fir Probefahrten (Versuchsztige) sind Ausnahmen von vorstehenden Vorschriften zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2),
ausgenommen von der Vorschrift in Absatz 6.
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$41
(weggefallen)
§ 42 Rangieren, Hemmschuhe
(1) Rangierbewegungen, die eine Zugfahrt oder eine andere Rangierfahrt gefahrden konnen, diirfen nicht
ausgefuhrt werden,
(2) Das Rangieren auf dem Einfahrgleis aber das Einfahrsignal hinaus ist in der Regel verboten. LaBt es sich im
Einzelfall nicht vermeiden, so ist dazu die schriftliche Erlaubnis des Fahrdienstleiters oder Zugleiters einzuholen
Auf Bahnhéfen ohne Einfahrsignale ist das Rangieren iber die Einfahrweiche oder die Trapeztafel hinaus
gestattet, wenn die Sicherheit durch betriebliche Anweisungen gewahrleistet ist.
(3) Die Hohe der Hemmschuhe darf das MaB von 125 mm diber Schienenoberkante nicht dberschreiten,
§ 43 Sichern stillstehender Fahrzeuge
(2) Stillstehende Fahrzeuge sind gegen unbeabsichtigte Bewegung zu sichern, wenn es die Sicherheit erfordert.
(2) Triebfahrzeuge missen beaufsichtigt werden, solange sie durch eigenen Kraftantrieb bewegungsféhig und
gegen unbeabsichtigte Bewegung nicht besonders gesichert sind.
84a
(weggefallen)
§ 45 Besetzen der Triebfahrzeuge und Zige
(2) Arbeitende Triebfahrzeuge miissen wahrend der Fahrt mit einem Triebfahrzeugfiihrer besetzt sein;
gesteuerte Triebfahrzeuge (§ 18 Abs. 4) diirfen unbesetzt sein. Bei Kleinlokomotiven durfen die Aufgaben des
Triebfahrzeugfiihrers auch von einem Bediener von Kleinlokomotiven wahrgenommen werden.
(2) Der Triebfahrzeugtihrer mué sich wahrend der Fahrt bei Triebfahrzeugen mit zwei Fihrerraumen im vorderen
Fuhrerraum, bei Triebfahrzeugen, die von einem fihrenden Fahrzeug aus gesteuert werden, an der Spitze des
Zuges aufhalten, Bei Rangierfahrten oder bei kurzen Riickwartsbewegungen braucht er den Filhrerraum nicht 2u
wechseln; ferngesteuerte Rangierfahrten diirfen unbesetzt sein.
(3) Sofern in den Absitzen 4 und 6 nichts anderes bestimmt ist, sind fuhrende Fahrzeuge in Zagen auBerdem
mit einem Triebfahrzeugbegleiter zu besetzen, wenn sie Keine wirksame Sicherheitsfahrschaltung haben.
Der Triebfahrzeugbegleiter hat sich an der Strecken- und Signalbeobachtung zu beteiligen und den Zug
erforderlichenfalls zum Halten zu bringen.
(4) Arbeitende Dampflokomotiven sind, soweit erforderlich, mit einem Heizer zu besetzen.
(5) In den besetzten besonderen Fuhrerraumen der Triebfahrzeuge und Steuerwagen darf auBer den dienstlich
dazu berechtigten Personen niemand ohne Erlaubnis der zustandigen Stellen mitfahren,
(6) Das vorderste Fahrzeug geschobener Zige ist mit einem Betriebsbeamten zu besetzen. Hiervon darf
bei kurzem Zuriicksetzen abgewichen werden. Der Betriebsbeamte muB sich mit dem Triebfahrzeugfuhrer
verstindigen kénnen und Signalmittel zur Warnung der Wegebenutzer vor Bahniiberg’ingen ohne technische
Sicherung mitfiinren
(7) Reiseziige sind mit mindestens einem Zugbegleiter zu besetzen, sofern dessen betriebliche Aufgaben nicht
von einem anderen Betriebsbeamten oder von technischen Einrichtungen dibernommen werden. Sie dirfen
ohne Zugbegleiter verkehren, wenn das SchiieBen der Wagentiiren auf den Fahrgastwechsel abgestimmt
und das Geschlossensein der Wagentiiren vor Abfahrt dem Triebfahrzeugfuhrer angezelgt oder bei einfachen
Verhaltnissen von ihm festgestelit wird,
$46
(weggefallen)
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Funfter Abschnitt
Personal
§ 47 Betriebsbeamte
(1) Betriebsbeamte im Sinne dieser Verordnung sind Personen, die tatig sind als
1. Leitende oder Aufsichtfiihrende in der Erhaltung der Bahnanlagen und im Betrieb der Bahn,
Betriebskontrolleure und technische Bahnkontrolleure,
Fahrdienstleiter, Zugleiter, Aufsichtsbeamte und Zugmelder,
Leiter von technischen Dienststellen des auSeren Eisenbahndiensts sowie andere Aufsichtfuhrende im
AuBendienst dieser Stellen,
Weichensteller und Rangierleiter,
Wagenuntersuchungs- und Bremsbearte,
Strecken- und Schrankenwérter,
Zugbesleiter,
Triebfahrzeugfihrer, einschlieBlich Bediener von Kleinlokomotiven und Fihrer von Nebenfahrzeugen,
10. _Heizer und Triebfahrzeugbegleiter.
(2) Die Betriebsbeamten sind verpflichtet, fur die sichere und piinktliche Durchfahrung des Eisenbahnbetriebs zu
sorgen. Sie haben, soweit erforderlich, eine richtigzeigende Uhr zu tragen.
(3) Die Betriebsbeamten sind in der zur sicheren Durchfilhrung des Betriebs erforderlichen Anzahl einzusetzen.
(4) Den Betriebsbeamten sind schriftliche oder elektronische Anweisungen dber ihre dienstlichen Pflichten
Zuganglich zu machen.
(5) Uber jeden Betriebsbeamten sind Personalunterlagen zu fihren,
(6) Eisenbahnen haben Regelungen iiber die Arbeitszeit und Ruhezeit von Betriebsbeamten aufzustellen, soweit
nicht gesetzliche oder tarifvertragliche Vorschriften zur Arbeitszeitgestaltung gelten. Die Regelungen miissen
mindestens den gesetzlichen Vorschriften zur Arbeitszeitgestaltung entsprechen.
§ 48 Anforderungen an Betriebsbeamte
(1) Die Betriebsbeamten miissen mindestens 18 Jahre, Triebfahrzeugfihrer jedoch mindestens 20 Jahre alt sein,
(2) Die Betriebsbeamten miissen korperlich tauglich und frei von solchen Krankheiten und Krankheitsanlagen
sein, die eine Gefahr fir die Betriebssicherheit bilden konnen. Zur kérperlichen Tauglichkeit gehdren auch ein
ausreichendes Sehvermagen, ein ausreichendes Hérvermagen und, bei Betriebsbeamten, deren Dienst das
Erkennen farbiger Signale erfordert, Farbentiichtigkeit. Ob diese Bedingungen erfillt sind, soll durch einen von
der Eisenbahnverwaltung bestellten Arzt festgestellt werden.
(3) Die Betriebsbeamten missen
1, ohne oder mit Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen) eine Sehscharfe nach Snellen von mindestens 0,5 auf dem
einen Auge und mindestens 0,3 auf dem anderen Auge haben,
2. die Umgangssprache auf einem Ohr mindestens auf funf Meter und auf dem anderen Ohr mindestens auf
drei Meter verstehen.
(4) Triebfahrzeugfiihrer, Bediener von Kleinlokomotiven, Fihrer von Nebenfahrzeugen, Heizer und
Triebfahrzeugbegleiter, deren Sehscharfe ohne oder mit Sehhilfe auf einem Auge erstmals 0,5 unterschreitet,
diirfen in ihrer Tatigkeit belassen werden, wenn die Minderung der Sehscharfe nicht auf ein fortschreitendes
Augenleiden zuriickzufiihren ist.
(5) Die Eisenbahnen haben zu Uberwachen, da6 Sehvermégen, Farbentiichtigkeit und Hérvermagen, wie es in den
Absatzen 2 bis 4 vorgeschrieben ist, vorhanden sind.
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(6) Die Betriebsbeamten missen die besonderen Eigenschaften haben, die ihr Dienst erfordert; dies kann durch
Eignungsuntersuchungen festgestellt werden.
(7) Ausnahmen von den in den Absatzen 1, 3 und 4 genannten Anforderungen sind bei besonderen Verhaitnissen
oder bei einfachen Betriebsverhaitnissen zulassig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2),
$8 49 bis 53 (weggefallen)
§ 54 Ausbildung, Priifung
(1) Den Betriebsbeamten sind die Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie zur ordnungsgema8en
Austibung ihres Dienstes befahigen.
(2) Die Eisenbahnen haben sich durch Priifungen oder in sonst geeigneter Weise vom Vorhandensein der
geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten zu iiberzeugen. Hierliber sind Nachweise zu filhren,
@)
Sechster Abschnitt
Sicherheit und Ordnung auf dem Gebiet der Bahnanlagen
§§ 55 bis 61 (weggefallen)
§ 62 Betreten und Benutzen der Bahnanlagen und Fahrzeuge
(1) Die Bahnanlagen und Fahrzeuge dirfen von Personen, die nicht amtlich dazu befugt sind, nur insoweit
betreten oder benutzt werden, als sie dem allgemeinen Verkehrsgebrauch dienen oder ein besonderes
Nutzungsverhaltnis dazu berechtigt,
(2) Der Aufenthalt innerhalb der Gleise ist nicht gestattet, es sei denn, da6 dies zur Erfillung amtlicher Aufgaben
erforderlich oder im Rahmen eines Nutzungsverhditnisses zugelassen worden ist
(3) Bahnibergange von Privatwegen ohne offentlichen Verkehr, die als solche gekennzeichnet sind, diirfen nur
von den Berechtigten und nur unter den dafuir festgelegten Bedingungen benutzt werden, Bei Annaherung an
diese Bahnibergange und bei ihrer Benutzung ist besondere Aufmerksamkeit anzuwenden,
(4) Bahnibergange von Privatwegen mit éffentlichem Verkehr dirfen Personen nur anlegen und dem dtfentlichen
Verkehr Uberlassen, sofern sie dies mit dem Bahnunternehmer vereinbart haben und ihnen obliegende
Sicherungsma8nahmen durchfilhren
§ 63 Verhalten auf dem Gebiet der Bahnanlagen
(2) Das Ein- und Aussteigen ist nur an den dazu bestimmten Stellen und nur an der dazu bestimmten Seite der
Fahrzeuge gestattet.
(2) Von den Gleisen ist ein geniigender Abstand zu halten. Geschlossene Absperrungen an Ubergangen fur
Reisende gelten als Verbot, die Gleise zu iiberschreiten, auch wenn die Absperrungen zwischen oder hinter den
Gleisen angebracht sind.
(3) Solange sich ein Fahrzeug bewegt, ist es verboten, die AuSentiiren zu df nen, ein- oder auszusteigen, die
Trittbretter zu betreten und sich auf den Plattformen aufzuhalten, soweit dies nicht ausdriicklich gestattet ist.
(4) Es ist untersagt, aus den Wagen Gegenstande zu werfen, die jemanden verletzen oder eine Sache
beschadigen kénnen
(5) Bei einem auSerplanmaigen Halt dirfen die Reisenden nur mit Zustimmung des Zugpersonals aussteigen.
Sie miissen dessen Weisungen fur das weitere Verhalten Folge leisten,
§ 64 Beschadigen der Bahn und betriebsstérende Handlungen
Es ist verboten, Bahnanlagen, Betriebseinrichtungen oder Fahrzeuge zu beschadigen oder zu verunreinigen,
Schranken oder sonstige Sicherungseinrichtungen unerlaubt zu tfnen, Fahrthindernisse zu bereiten oder andere
betriebsstrende oder betriebsgefahrdende Handlungen vorzunehmen,
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§ 64a Eisenbahnbedienstete
Die Vorschriften der §§ 62 bis 64 gelten nicht fur Bedienstete der Eisenbahnen in Ausiibung ihres Dienstes.
§ 64b Ordnungswidrigkeiten
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 28 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes handelt, wer vorsatzlich
1, (weggefallen)
2. an einer nicht dazu bestimmten Seite eines Fahrzeugs oder an einer nicht dazu bestimmten Stelle
einsteigt oder aussteigt,
3. _einsteigt oder aussteiat, ein Trittbrett betritt oder sich ohne ausdriickliche Gestattung auf einer Platform
aufhalt, solange sich das Fahrzeug bewegt,
4, eine Bahnanlage, eine Betriebseinrichtung oder ein Fahrzeug verunreinigt oder
bei einem auSerplanmaGigen Halt ohne Zustimmung des Zugpersonals aussteigt oder Weisungen des
Zugpersonals fir das weitere Verhalten nicht Folge leistet.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 28 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes handelt auch, wer vorsatzlich oder
fahrlassig
1. ohne amtliche Befugnis eine Bahnanlage oder ein Fahrzeug insoweit betritt oder benutzt, als sie nicht dem
aligemeinen Verkehrsgebrauch dient oder als kein besonderes Nutaungsverhaltnis dazu berechtigt,
2. sich innerhalb der Gleise aufhait, ohne da® dies zur Erflllung amtlicher Aufgaben erforderlich oder im
Rahmen eines Nutzungsverhaltnisses zugelassen ist,
eine AuSentir éffnet, solange sich das Fahrzeug bewest,
4, eine Sache aus dem Wagen wirft, die geeignet ist, einen anderen zu verletzen oder eine Sache zu
beschadigen,
5, eine Schranke oder eine sonstige Sicherungseinrichtung unerlaubt ffnet, ein Fahrthindernis bereitet oder
eine andere betriebsstorende oder betriebsgefahrdende Handlung vornimmt oder
6. den Bahniibergang eines Privatwegs mit éffentlichem Verkehr anlegt und dem éffentlichen Verkehr
iberlagt, ohne dies mit dem Bahnunternehmer vereinbart oder ihm obliegende Sicherungsma&nahmen
durchgefihrt zu haben.
(3) Die Zustindigkeit fir die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach den Absatzen 1
und 2 wird im Bereich der Eisenbahnen des Bundes auf die in der Rechtsverordnung nach § 58 Abs. 1 des
Bundespolizeigesetzes bestimmte Bundespolizeibehdrde ubertragen.
§ 65 Ubergangsregelung
Strecken, die am 1, Dezember 2012 die Voraussetzungen nach § 15 Absatz 2 nicht erfillen, sind bis zum Ablauf
des 31, Dezember 2014 nachzuriisten, Bis zur Erfallung der Ausriistungsanforderungen nach § 15 Absatz 2 haben
die Eisenbahnen anderweitige Manahmen zu treffen, die die sichere Betriebsfihrung gewahrleisten
§ 66 Inkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt am 28, Mai 1967 in Kraft.
(2) Am gleichen Tag treten auBer Kraft
1
2
3. die Eisenbahn-Beféhigungsverordnung (EBefVO) vom 22. August 1957 (Bundesgesetzbl. I! S. 1234).
Die Befahigungsanforderungen far das Personal der unter die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung fur
Schmalspurbahnen (BOS) vom 25, Juni 1943 (Reichsgesetzbl. II S. 285) fallenden Eisenbahnen richten sich
bis zum Inkrafttreten einer Neuregelung nach den §§ 48 bis 54 und § 60 Abs. 3 dieser Verordnung,
FuBnote
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§ 66 Abs, 2 Nr. 3 Satz 2 Kursivdruck: Jetzt ESBO v, 25,2,1972 933-11
SchluBformel
Der Bundesminister fir Verkehr
Anlage 1 (zu § 9)
(Fundstelle: BGBI | 1991, Nr, 30 Anlageband S. 2 - 5)
Bild 1
Regellichtraum
in der Geraden und in Bogen
bei Radien von 250 m und mehr
bei durchgehenden Hauptgleisen ‘ bei den iibrigen Gleisen
und bei anderen Hauptgleisen
fir Reiseziige
MaBie in Millimetern
Regellchiraum
ai Ahertsitung
he =
3050
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Die Mae beziehen sich auf die Unterer Teil der Grenzlinie
Verbindungslinie der Schienen- siehe Bild 2
oberkanten (SO) in Sollage;
die Mittellinie steht senkrecht
auf der Verbindungstinie.
Zu Bild 1
Bereich Ai
Zulassig sind Einragungen von baulichen Anlagen, wenn es der Bahnbetrieb erfordert (z. B. Bahnsteige,
Rampen, Rangiereinrichtungen, Signalanlagen), sowie Einragungen bei Bauarbeiten, wenn die erforderlichen
SicherheitsmaBnahmen getroffen sind,
Bereich B:
Zulassig sind Einragungen bei Bauarbeiten, wenn die erforderlichen Sicherheitsma8nahmen getroffen sind,
1) Bei Gleisen, auf denen ausschlieBlich Stadtschnellbahnfahrzeuge verkehren, dirfen die Mae um 100 mm
verringert werden. In Tunnein sowie unmittelbar angrenzenden Einschnittsbereichen ist die Verringerung
der halben Breite des Regellichtraums auf 1900 mm zulassig, sofern besondere Fluchtwege vorhanden
sind, Die Neigung der Schragen andert sich nicht,
2) Bei Gleisen, auf denen dberwiegend Stadtschnellbahnfahrzeuge verkehren, 960 mm.
3) Den Grenzlinien liegen die Bezugslinie G 2, der Regelwert s= 0,4 des Neigungskoeffizienten eines
Fahrzeugs und folgende bautechnische EinfluggréBen zugrunde:
groBe kleine
Grenzlinie Grenzlinie
Radius (7)
Uberhéhung (u)
Uberhdhungsfehibetrag (ur)
Spurbreite (I)
Ausrundungsradius bei
Neigungswechsel (ra)
Hebungsreserve
Schienenabnutzung
Bei Gleisen mit Oberleitung zusatzlich:
Arbeitshhe der Stromabnehmer 5600 mm 5600 mm
Mindestabstand von der Oberleitung 150 mm 150 mm
(15 kV Wechselstrom)
4) Den Grenalinien bei Oberleitung liegt der Neigungskoetfizient s= 0,225 eines Triebfahrzeuges und das
halbe Breitenma6 eines Stromabnehmers von 975 mm zugrunde,
= Seite 29 von S1-
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