Raining
Raining
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1. Auflage 2009. Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen,
fotomechanische Wiedergabe, Veröffentlichung im Internet, Tonträger, Datenträger jeder
Art, sowie der vollständige oder auszugsweise Nachdruck sind untersagt und werden
sowohl zivil- als auch strafrechtlich mit allen Konsequenzen verfolgt.
Es war eine gute Entscheidung, Dich mit dem Thema der vorzeitigen Ejakulation
auseinanderzusetzen, bevor sich eine psychische Störung entwickeln kann. In diesem
Buch habe ich alles aufgeführt, was ich über den vorzeitigen Samenerguss,
beziehungsweise über das Verhindern eines solchen, herausgefunden und selbst
ausprobiert habe.
Das Ziel dieses Buches ist eine permanente und langfristige Lösung. Eine vorzeitige
Ejakulation lässt sich nicht von heute auf morgen heilen und somit biete ich auch keine
schnelle Abhilfe an, da dies eine falsche Versprechung bedeuten würde.
Das Erreichen einer dauerhaften Lösung erfordert die Entwicklung einer mentalen und
körperlichen Toleranz für sexuelle Stimulation. Dies kann nur durch Übung, Zeit und
Geduld gelingen. Zudem kommt es darauf an, wie lange Du bereits mit diesem
Problem zu tun hast. Je länger es sich in Deine Psyche einbrennen konnte, desto mehr
Zeit benötigst Du, um dies zu lösen. Generell ist regelmäßiges Üben notwendig, um das
angeeignete Wissen praktisch umzusetzen. In der Regel löst sich das Problem der
vorzeitigen Ejakulation mit Hilfe meines Buches innerhalb eines Zeitraumes von einer
Woche bis acht Wochen.
Wie bei jeder Problemlösung gilt auch beim Thema des vorzeitigen Samenergusses,
eine positive Einstellung zu entwickeln. Betrachte das Ganze als Herausforderung, als
Chance, an Dir zu arbeiten und Dich zu verbessern. Halte nicht weiter an vergangenen
Situationen fest, sondern lenke Deine Aufmerksamkeit auf Dein Ziel, länger
durchhalten zu können. Alles, auf das wir unseren Fokus richten, verstärkt sich. Denkst
Du vorwiegend mit Angst an eine vorzeitige Ejakulation, wird sich Dein Problem
verschlimmern. Lenkst Du aber ab jetzt Deine Gedanken auf längeren Sex, wirst Du den
vorzeitigen Samenerguss besiegen können.
Nehme Dein Training so ernst, wie Deinen Job oder andere Dir wichtige Dinge. Um ein
Ziel erreichen zu können, ist Disziplin und Entschlossenheit notwendig. Dies ist nur
dann möglich, wenn das Bedürfnis nach Veränderung besteht und Du auf Besserung
vertraust.
Den ersten Schritt hast Du bereits mit dem Erwerben dieses Buches getan. Siehe dies
als Deinen Neuanfang an und lasse die Vergangenheit los! Lese zunächst das Buch von
Anfang bis Ende durch. Lese es ein zweites Mal, um ins Detail zu gehen und die
Übungen auszuprobieren. Ich garantiere Dir, dass Du belohnt wirst, wenn Du den
notwendigen Aufwand in Kauf nimmst: Du wirst nicht nur in der Lage sein, Deine
Ejakulation zu kontrollieren, sondern zudem wirst Du zu den wenigen Männern
gehören, die eine Frau beglücken können.
Lass‘ Dir gesagt sein, dass 95 % aller Männer keinen Hardcoresex für eine Stunde
haben können, ohne dabei zu kommen. Mache Dir bewusst, dass diejenigen, denen
das ohne vorheriges Training gelingt, sehr wahrscheinlich eine „verspätete“ Ejakulation
haben. Dabei handelt es sich um eine Fehlfunktion, deren Ursache in einem zu
unempfindlichen Nervensystem liegt. Diese Männer können beim Sex lange
durchhalten, aber diesen nicht so gut genießen, wie Männer mit einem
empfindlicheren Nervensystem.
Dieser Fakt soll nicht bedeuten, dass Du keinen langen Sex haben kannst. Wichtig ist,
dass Du realistische Vorstellungen und Ziele entwickelst.
Darüber hinaus sind 95% aller Frau von langem Sex (dabei ist der reine Geschlechtsakt
gemeint) nicht begeistert. Die meisten Frauen empfinden die entstehende Reibung
nach einiger Zeit als unangenehm. Keine Frau möchte ein 20-Minuten durchgehendes
Rein und Raus erleben. Gleichwohl ist ein Geschlechtsakt der 60-Minuten dauert, von
den Frauen durchaus gewollt. Allerdings mit einem ausgiebigen Vorspiel,
Stellungswechseln und Zwischenspielen (Küssen, Streicheln, Oralsex etc.) – Kein reines
Rein und Raus wie im Pornofilm.
Wenn der Sex direkt wild und erregt beginnt, führt dies zur vorzeitigen Ejakulation und
bleibt für Dich - und für Deine Partnerin - unbefriedigend. Möchtest Du länger
durchhalten und deine Partnerin befriedigen, muss die Erregung sowohl bei dir, als
auch bei deiner Partnerin langsam gesteigert werden.
Meiner Meinung nach macht Sex auf diese Weise ohnehin mehr Spaß, als direkt am
Anfang vollständig erregt zu sein.
Bei vielen meiner Kunden tritt das Problem der vorzeitigen Ejakulation eher „plötzlich“
auf. Das heißt, diese Männer hatten im Grunde nie Probleme damit, bis sie eines Tages
unverhofft innerhalb weniger Sekunden ejakulierten. Sollte das auch bei Dir der Fall
sein, ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass Du an einer Harnröhreninfektion oder einer
leichten Prostatitis leidest.
Der Arztbesuch muss keine peinliche Angelegenheit sein, denn Du musst das Thema
der vorzeitigen Ejakulation gar nicht ansprechen. Es reicht aus, wenn Du Deinem Arzt
von einem Verdacht auf Harnröhreninfektion berichtest. Die typischen Symptome für
diese Erkrankung sind leichtes Brennen beim Urinieren, häufiges Urinieren oder ein
erhöhtes Druckgefühl in der Blase.
Der Arzt wird Dich um die Abgabe einer Urinprobe bitten, die unter dem Mikroskop
untersucht wird. Nach zehn Minuten wirst Du das Ergebnis erfahren. Bestätigt sich
Dein Verdacht, bekommst Du ein Antibiotikum. Innerhalb zehn Tagen sollte die
Infektion abgeheilt und das Problem der vorzeitigen Ejakulation beendet sein.
Die Tipps dieses Buches kannst Du dennoch nutzen, um generell ein längeres
Durchhaltevermögen beim Sex zu entwickeln.
Dieses Kapitel bildet das Fundament des Buches, mit dem Du ein besseres Verständnis
über die vorzeitige Ejakulation und den Prozess der Ejakulation bekommen wirst. Das
Wissen über das WIE und WARUM ist eine wichtige Voraussetzung, um das Problem
des vorzeitigen Samenergusses besiegen zu können.
Die vorzeitige Ejakulation (auch als Premature Ejaculation oder ejaculatio praecox
bezeichnet) gehört zu den häufigsten Sexualproblemen: Rund 20 bis 40 % aller Männer
leiden am vorzeitigen Samenerguss und oftmals wird dieses Problem von Scham- und
Angstgefühlen begleitet. Ein Blick zurück in die Geschichte der Menschheit zeigt, dass
eine schnelle Ejakulation nichts unnatürliches ist.
Laut Psychologen benötigt der Körper etwa 27 Tage, um sich eine neue Gewohnheit
anzueignen. Du brauchst also Übung, um leidenschaftlichen und langen Sex genießen
zu können. Mit der Zeit wird nicht mehr die Ejakulation Deinen Körper kontrollieren,
sondern Du wirst die Kontrolle über Deine Ejakulation erlangen.
Außerdem spielt das Nervensystem eine Rolle für den Zeitpunkt des Samenergusses,
das bei jedem Menschen unterschiedlich empfindlich ist. Da Du sehr früh ejakulierst,
wird Dein Nervensystem äußerst empfindlich sein. Doch auch das lässt sich
kontrollieren und zudem wird das Nervensystem je älter Du wirst unempfindlicher
werden.
Das Nervensystem kann aber auch durch falsche Masturbation empfindlich geworden
sein. Falls Du in der Pubertät immer nur masturbiert hast, um möglichst schnell zu
kommen, hast Du Dir ein überempfindliches Nervensystem antrainiert. Damit das
Nervensystem wieder weniger empfindlich wird, musst Du die Dauer Deiner
Masturbation oder Deiner Sexualität erhöhen.
Da für jegliche Veränderung Wissen notwendig ist, möchte ich Dir die Funktion von
Erektion und Ejakulation näher bringen. Wenn Du den Ablauf verstehen lernst, wirst
Du auch in der Lage sein, die Kontrolle darüber zu bekommen. Aus diesem Grund
möchte ich diesen Punkt nicht außer Acht lassen.
• Ein Weg ist die direkte Stimulation, ohne - oder nur durch wenig - mentale
Stimulation. Die Erektion wird durch das parasympathische Nervensystem
kontrolliert: Als Antwort auf die körperliche Stimulation bewirkt eine
Nervengruppe die Vergrößerung der Arterien, die die Schwellkörper versorgen
und dadurch kommt es zur Erektion.
• Ebenso kann mentale Stimulation zur Erektion führen: Du stellst Dir etwas
Erotisches vor (durch Masturbation oder Sex) oder stimulierst Dich anderweitig
sexuell (z.B. anhand eines Pornos). Diese Informationen nimmt Dein Großhirn
auf und teilt Deinem Körper mit, wie er darauf reagieren soll. Der Körper
bereitet sich auf Sex vor und Du bekommst eine Erektion.
In der Regel nutzen alle Männer beide Wege, also die direkte und gleichzeitig die
mentale Stimulation, ohne sich über den Unterschied bewusst zu sein. Beim
Masturbieren stimulierst Du Dich selbst körperlich und denkst an etwas Erotisches
(mentale Stimulation). Beim Sex übernimmt der Partner die körperliche Stimulation
und (oft unbewusst) denkst Du dabei, wie sexuell erregend die Berührungen sind
(mentale Stimulation).
Das Problem bei vorzeitiger Ejakulation ist die fehlerhafte Kombination aus direkter
und mentaler Stimulation. Leidest Du an vorzeitigem Samenerguss, wirst Du Dich zu
viel und zu schnell mental (gedanklich) stimulieren.
Die Erektion durch reine körperliche Stimulation benötigt deutlich länger, als mit
sexuell erregenden Gedanken. Dein Penis kann aber auch ohne erotischen Gedanken
hart werden und bleiben. In einem späteren Kapitel werde ich näher darauf eingehen,
wie Du eine „richtige“ Erektion bekommen kannst. Zunächst ist es wichtig, dass Du die
beiden Wege, die zur Erektion führen, verstanden hast.
Nun möchte ich Dir noch Wissenswertes über die Ejakulation mitgeben.
Die Ejakulation besteht aus zwei Phasen: Die Emission und die eigentliche Ejakulation.
Das Nervensystem besteht aus zwei Systemen: das periphere und das zentrale System,
wobei beide Systeme miteinander verbunden sind. Ejakulationsstörungen hängen in
erster Linie mit dem peripheren System zusammen, das sich in das somatische und
autonome Nervensystem unterteilt.
Folgende körperliche Effekte stellen sich bei der Aktivierung des Sympathikus ein:
• Gesteigerter Herzschlag
• Vergrößerung der Lungenkapazität und beschleunigter Atem
• Verdauungsfunktion wird gehemmt
• Pupillen und Lidspalten erweitern sich
• Vergrößertes Bewusstsein
• Anspannung bzw. stärkere Durchblutung notwendiger Muskeln (Erweiterung
der Blutgefäße)
• Unnötige Körperaktionen werden zurückgefahren
• Die Gefäße in den Genitalien verengen sich und die Ejakulation wird eingeleitet
• Verlangsamter Herzschlag
• Blutgefäße verengen sich
• Ruhige Atmung
• Verdauungsfunktion wird gefördert
• Pupillen und Lidspalten verengen sich
• Vermindertes Bewusstsein
• Die Durchblutung der Genitalien wird stimuliert und die Sekretion gefördert.
Die Erektion wird eingeleitet.
In der Regel arbeiten diese beiden Nervensysteme nicht gleichzeitig und zusammen. Ist
eins der beiden Systeme aktiviert, ist das andere deaktiviert. Eine Ausnahme bildet der
Sex, denn beim Geschlechtsverkehr muss sowohl das sympathische als auch das
parasympathische System aktiviert sein, damit es zur Erektion, Erregung und
Ejakulation kommen kann.
Zu Beginn des Sex ist vor allem das parasympathische System aktiv und sorgt für eine
Entspannung der Arterien. Mit zunehmender Erregung übernimmt das sympathische
System die Oberhand und die beruhigende Wirkung des parasympathischen Systems
wird allmählich deaktiviert. Beim Orgasmus ist dann nur noch das sympathische
Nervensystem aktiv.
Der Vorgang von der Stimulation bis zur Ejakulation erfolgt in sechs Schritten:
Auch der Verstand kann eine Erektion auslösen und ebenso die Intensität der Erregung
bestimmen. Der Verstand ist somit in der Lage, diese sechs Schritte zu beschleunigen
oder zu verlangsamen.
Deinen Puls kannst Du auf zwei Arten kontrollieren: Du lernst die vier Phasen Deiner
Erregung und lässt nicht zu viele Emotionen und Gedanken zu, um die Erregung
langsam ansteigen zu lassen. Wie das geht lernst Du im weiteren Verlauf des Buches.
Oder Du kontrollierst Deinen Puls, indem Du tief und gleichmäßig atmest. Deine
Atmung kannst Du jederzeit bewusst kontrollieren. In späteren Kapiteln zeige ich dir
auch dafür Atemübungen.
Um Dir das verständlich zu machen, war es mir wichtig, diese beiden Systeme zu
erklären. Mit ein wenig Übung wirst Du in der Lage sein, Deine Erregung mental und
körperlich zu kontrollieren und zu regulieren.
Dopamin ist ein vom Körper produziertes Hormon, das als Glückshormon oder
Belohnungshormon bezeichnet wird. Empfindest Du etwas als sehr angenehm, wird
viel Dopamin ausgeschüttet und es kommt regelrecht zum Glücksrausch. Selbst wenn
Du Dir nur eine wohltuende Situation oder Handlung vorstellst, wirst Du sozusagen mit
Dopamin belohnt. Auch bei einem Erreichen eines Zieles entsteht das gute Gefühl
durch dieses Hormon. Dieser Botenstoff wird im Gehirn produziert und dies geschieht
für Dich unbewusst.
Dopamin ist unter anderem für die Motivation und den inneren Antrieb verantwortlich
und lässt sich nicht mit reinem Willen ausschütten. Wäre dies möglich, wären wir alle
Dopaminsüchtig, wir würden den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen, ohne unser
Überleben zu sichern (essen, trinken). Dabei wären wir absolut glücklich – bis wir
sterben.
Dieser Effekt konnte anhand Untersuchungen mit Mäusen bewiesen werden, denen
ein Chip eingepflanzt wurde. Drückten die Mäuse auf einen Knopf, wurde durch den
Chip Dopamin ausgeschüttet. Die Mäuse saßen nur noch neben diesem Knopf, den sie
immer wieder betätigten, um das Glücksgefühl zu spüren. Dabei kümmerten sie sich
nicht mehr ums Essen, Trinken und Paaren und verhielten sich nicht mehr sozial. Sie
nahmen sogar Schmerzen in Kauf, um an den Knopf zu gelangen. Zum Beispiel mussten
die Mäuse über ein elektrisches Netz laufen, um den Knopf drücken zu können. Sie
fanden sich mit den Stromschlägen, die sie dabei erhielten, einfach ab.
Auf natürlichem Wege wird dann Dopamin ausgeschüttet, wenn Du etwas Sinnvolles
tust und Dir den Glücksrausch verdient hast. Sex ist so etwas Sinnvolles, denn es dient
der Fortpflanzung und somit dem Überleben. Je erregter Du bist, desto mehr Dopamin
wird produziert und ausgeschüttet.
Jeder Mensch sehnt sich, bewusst oder unbewusst, nach Dopamin, beziehungsweise
dem dadurch entstehenden Glücksrausch. Aus diesem Grunde sind Männer sehr
schnell erregt und solange sie das nicht kontrollieren können, kommt es zur schnellen
Ejakulation. Selbst wenn sie nicht ejakulieren wollen, verlangen sie unbewusst nach
dem Glückshormon.
Ein Mensch kann dopaminsüchtig werden, denn jede Art von Sucht entsteht durch die
Ausschüttung dieses Glückshormons – sei es durch Drogen, Geld, Glücksspiel, Alkohol
oder Sex. Dopaminsüchtige sind süchtig nach Belohnung oder dem guten Gefühl.
Dopamin wirkt sich auf Dein Sexleben und auf Deine Ejakulation aus. Bist Du süchtig
nach diesem Hormon, möchtest Du so schnell wie möglich Dopamin erhalten, egal,
welche Aktivität gerade ausgeführt wird. Für den Sex kann das bedeuten, dass Du
Nach diesen Erkenntnissen könntest Du den Eindruck gewinnen, Dopamin sei etwas
Schlechtes. Dem ist jedoch nicht so, denn Dopamin ist ein überlebenswichtiges
Hormon, das uns belohnt, wenn wir glauben, etwas getan zu haben, das uns helfen
wird. Das Problem indes besteht darin, dass viele Menschen – bewusst oder
unbewusst – vom Dopamin abhängig sind. Das heißt: Sie versuchen durch eine
bestimmte Aktion (Drogenkonsum, Nahrungsaufnahme, Sex, Erfolg und Karriere u.ä.)
das berauschende Glücksgefühl zu bekommen.
Ebenso gibt es Menschen, die nicht genügend Dopamin erhalten. Dies zeigt sich durch:
• Wohlbefinden
• normaler Sextrieb
Bei dem Problem der vorzeitigen Ejakulation ist es wahrscheinlich, dass Du ein großes
Verlangen nach Sex hast und zumindest ein wenig dopaminsüchtig bist. Anhand der
oben aufgeführten Anzeichen des jeweiligen Dopaminlevels kann Du erkennen, ob Du
vom Dopamin abhängig bist.
Falls Du Dich bei den Dopaminsüchtigen wiedererkannt hast, solltest Du Deine Ziele
langsamer angehen. Für ein erfülltes Leben sind zwar Ziele wichtig, doch ebenso
bedeutsam sind Entspannungsphasen. Lerne, den Moment zu genießen und Dich auf
das konzentrieren und daran zu erfreuen, was JETZT ist. Nehme Deine Lebenssituation
an und beachte die vielen guten Dinge, die Dir täglich geschenkt werden. Bitte
verstehe mich nicht falsch: Natürlich solltest Du weiterhin Deine Ziele verfolgen, doch
ohne das ständige Bestreben nach dem Glücksgefühl.
Alles ist eine Sache der Übung und wenn Du Deinen Körper daran gewöhnst,
entspannter und ruhiger beim Sex zu sein, lässt sich die Ausschüttung von Dopamin
regulieren. Außerdem kannst Du Deine Partnerin besser verwöhnen und somit
profitiert auch sie von Deinem ausgeglichenen Dopaminlevel.
Jede Veränderung von Gewohnheiten benötigt seine Zeit. Wenn Du heute damit
anfängst, Dein Dopaminlevel zu regulieren, wirst Du in ein bis zwei Monaten mit ersten
Resultaten belohnt.
Das Level Deiner Erregung bestimmt über die Ausschüttung von Dopamin. Wenn Du
Deine Erregung kontrollieren kannst, wirst Du die Dopaminausschüttung regulieren
können. Wie das funktioniert, erfährst Du im nächsten Kapitel. Ein unregulierter
Dopaminlevel ist allerdings nur ein Auslöser für die vorzeitige Ejakulation. Du hast
bereits die Auswirkung der sympathischen und parasympathischen Stimulation
kennengelernt und in den folgenden Kapiteln dieses Buches werden weitere Faktoren
für den vorzeitigen Samenerguss erklärt.
Serotonin ist ein Botenstoff, der bei einem ausgeglichenen Level zu einem gelassenen,
glücklichen Lebensgefühl führt. Serotonin unterstützt das parasympathische System,
indem es dafür sorgt, dass Körper und Geist entspannt bleiben. Dieser Botenstoff
beeinflusst Deinen Ejakulationsreflex: Wird Serotonin während des Sex ausgeschüttet,
kannst Du länger durchhalten.
Auch Depressionen sind eine Folge von zu wenig Serotonin, was wiederum eine
vorzeitige Ejakulation begünstigt. Solltest Du unter Depressionen leiden, rate ich Dir,
professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Serotonin befindet sich in einigen Lebensmitteln. Ich empfehle Dir, ein bis zwei
Stunden vor dem Sex Nahrungsmittel wie Walnüsse, Erdnussbutter, Bananen, Ananas,
Kiwi, Pflaumen oder Tomaten zu essen.
Sehr viel Serotonin ist in Tierhirn enthalten. Wer mag, kann beispielsweise das Gehirn
von Fisch oder Hummer essen. Das Gehirn anderer Tiere kann ich nicht empfehlen, da
es viel Eiweiß enthält, welches die Serotoninausschüttung behindert.
Alles, worauf Du Deine Aufmerksamkeit lenkst, verstärkt sich. So ist das auch bei der
Ejakulation: Denkst Du ängstlich darüber nach, dass Du vorzeitig ejakulieren könntest,
wird genau das passieren.
Eine Untersuchung eines Pharmakonzerns macht deutlich, wie sich die eigene
Überzeugung auf die Ejakulation auswirkt. Ziel der Untersuchung war es, die Wirkung
von Antidepressiva zur Vorbeugung bei vorzeitiger Ejakulation festzustellen.
Für diese Untersuchung wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt: Die erste
Gruppe erhielt das Medikament. Die zweite Gruppe bekam ein Placebo, aber den
Teilnehmern wurde nicht gesagt, dass diese Pille keine Wirkung auf den Körper hat
(ein Placebo ist ein Scheinmedikament).
Das Ergebnis zeigte, dass sich durch das Medikament tatsächlich die Ausdauer beim
Sex um etwa das Doppelte erhöhte. Auch die Teilnehmer der Placebogruppe konnten
- scheinbar durch das Medikament – um 50 % länger durchhalten!
Warum hatten die Probanden mit dem Scheinmedikament plötzlich weniger Probleme
mit der vorzeitigen Ejakulation? Der Grund dafür ist die mentale Einstellung, denn
diese Teilnehmer glaubten, sie hätten ein Medikament bekommen, das sie beim Sex
länger durchhalten lässt.
Ich führe diese Untersuchung im Zusammenhang mit dem Placeboeffekt deshalb auf,
um Dir zu verdeutlichen, wie wichtig Deine innere Einstellung ist. Gehst Du mit der
Überzeugung ins Bett, dass Du nicht lange durchhalten wirst, dann WIRST Du nicht
lange durchhalten.
Lenke Deinen Fokus auf das, was Du erreichen möchtest! Gehe mit dem Gedanken ins
Bett, dass Du lange durchhalten wirst und Du ziehst die Situation an, die Du gerne
haben möchtest: Du wirst lange – oder zumindest länger als sonst – durchhalten.
Sei geduldig mit Dir, denn die Veränderung von Denkgewohnheiten benötigen Zeit.
Für einen erfüllten Sex muss der Dopaminlevel möglichst niedrig gehalten werden und
gleichzeitig sollte der Serotoninlevel hoch sein. Das mag Dir zunächst schwierig
erscheinen, doch mit ein wenig Übung wirst Du das meistern.
Damit Dopamin während des Sex maßvoll und langsam ausgeschüttet werden kann, ist
es nötig, dass Du Deine Aufregung und Erregung kontrollierst. Bist Du zu aufgeregt,
dann atme ein paar Mal tief durch und versuche, Dich bewusst zu beruhigen.
Der Schlüssel für die Lösung Deines Ejakulationsproblems liegt in der Kontrolle über
Deine Erregung. Mit Erregung ist die als allgemein bezeichnete Geilheit gemeint.
Bei der vorzeitigen Ejakulation hat die Erregung die Kontrolle über Deinen Körper. Das
Ziel ist es, dass Du die Kontrolle über die Geilheit übernimmst und dadurch lange
Nächte mit langem Sex genießen kannst.
Es geht nicht darum, Deine Erregung zu ersticken, wodurch das angenehme Gefühl von
Sex verschwinden würde (indem Du z.B. an eine für Dich unattraktive Frau denkst).
Eine Frau würde ohnehin merken, wenn Du dem Sex keine Aufmerksamkeit schenkst
oder das Liebesspiel nicht genießt – und das turnt sie ab!
Bei Kontrolle über die Erregung, bzw. über den Zeitpunkt der Ejakulation, vermeidest
Du die Aktivierung des sympathischen Systems. Du bleibst länger im entspannten,
parasympathischen Modus und die Erregung kann sich langsam steigern. Dabei wirst
Du ebenfalls eine gewisse Toleranz gegenüber körperlicher und mentaler Stimulation
entwickeln.
Ein Mann, der seine Erregung zu kontrollieren weiß, bleibt während des Liebesspiels
über einen längeren Zeitraum körperlich und mental ruhig, entspannt und bei klarem
Verstand. Je mehr Du dies übst, desto länger wirst Du die Kontrolle über Deine
Erregung behalten.
Wie die Erregung genau funktioniert, kann niemand sagen, denn es spielen zu viele
physiologische, psychologische und unbekannte Faktoren eine Rolle. Zudem hat jede
Religion und Kultur ihre eigene Vorstellung davon, wie Erregung zustande kommt.
Ich teile die Erregung in vier Phasen ein, wodurch Dir der Prozess verständlicher wird:
Phase 1 – Die Erregung wird durch körperliche und/ oder mentale Stimulation
ausgelöst. Der Penis beginnt sich mit Blut zu füllen, wodurch eine Erektion entsteht.
Phase 2 – Je mehr die Erregung ansteigt, desto härter wird die Erektion. In dieser
Phase solltest Du eine volle Erektion, ein entspanntes Gefühl und die volle Kontrolle
über Deine Erregung haben. Das parasympathische System ist aktiver als das
sympathische System. Der Puls steigt langsam an.
Phase 4 – Die hohe Erregung und die anhaltende körperliche und mentale Stimulation
führen zu einer immensen Anstauung von Energie im Genitalbereich. Das
Nervensystem wird genug stimuliert, um sich auf die Ejakulation vorzubereiten. Mit
dem Orgasmus und der Ejakulation beginnt die Kontraktion der PM. Die Erregung hört
schlagartig auf und die Erektion lässt nach.
Diese Phasen unterliegen keiner bestimmten Zeitspanne. Der gesamte Prozess kann
nur wenige Minuten oder auch eine Stunde andauern. Über die Zeitspanne
entscheidest Du selbst. Wenn Du den Prozess nicht kontrollierst, wird er -
evolutionsbedingt – nur kurze Zeit währen.
Viele Männer versuchen die Erregung zu kontrollieren, ohne die Phasen zu beachten.
Im zunehmenden Alter entwickeln sie unbewusst die Kontrolle. Das ist ein typischer
Fall von „je mehr Erfahrung man hat, desto besser wird es“.
Du hast die Chance, bewusst die Kontrolle über Deine Erregung zu erlangen. Dazu ist
es wichtig zu begreifen, dass Du die dritte Phase auch ohne jegliche körperliche
Stimulation erreichen kannst. Kommen Männer zu früh, befinden sie sich bereits in
Phase 3, bevor die Stimulation überhaupt anfängt! Das ist wie in dem Film „American
Pie“, bis auf die Tatsache, dass er bereits die Phase 4 ohne jegliche Stimulation erreicht
hat (Das kann wirklich passieren. Sollte das bei Dir der Fall sein, solltest Du versuchen,
Dich nicht zu sehr aufzugeilen).
Ein Beispiel:
Du schaust Dir einen Porno an, ohne dabei Hand an Dich anzulegen. Genießt Du den
Film, wirst Du nach wenigen Minuten schon sehr erregt und höchstwahrscheinlich
schon in Phase 3 sein (es sei denn, Du kontrollierst Deine Erregung). Fängst Du nun an
zu masturbieren, würdest Du innerhalb weniger Sekunden oder Minuten kommen.
Um das Problem der vorzeitigen Ejakulation zu lösen, solltest Du nicht zu erregt sein,
bevor Du mit der Stimulation beginnst. Und selbst dann musst Du die Erregung noch
kontrollieren. Mir ist klar, dass dies beim Vorspiel sehr schwer sein kann. Später werde
ich Dir noch Tipps zum Vorspiel geben.
Um nicht mehr länger Opfer der vorzeitigen Ejakulation zu sein, musst Du Dir bewusst
darüber werden, wie Dein Körper auf sexuelle Stimulation reagiert. Du lernst damit
Deinen Körper und Deine Erregung zu kontrollieren.
Der Sinn der Erregungskontrolle besteht darin, Deinen Körper so lange wie möglich
im entspannten (parasympathischen) Modus zu halten. Dadurch hinderst Du Deinen
Körper an der Ejakulation.
Der erste Schritt auf dem Weg zur Kontrolle der Erregung bedeutet, Dich mit Deinem
Körper vertraut zu machen:
Sei Dir bewusst darüber, dass die Kontrolle der Erregung schon beim allerersten
Kontakt (beispielsweise eine Berührung oder ein Kuss) beginnt!
Fängst Du damit nicht in der ersten Sekunde des Sexspiels an, wirst Du kaum in der
Lage sein, Deine Erregung zu kontrollieren: Die Erregung steigt an und Dein
Nervensystem ist soweit aktiviert, dass Du komplett stoppen müsstest, um den
Erregungsgrad sinken zu lassen. Doch selbst dann ist das Nervensystem bereits auf den
Wunsch nach Fortpflanzung eingestellt und wird beim Fortfahren der Stimulation
wesentlich schneller reagieren.
Auf diese häufig gestellt Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort, da jeder Mensch
ein Individuum ist. Ich kann an dieser Stelle ein paar Möglichkeiten aufzeigen, aber Du
musst selbst herausfinden, was bei Dir am besten funktioniert. Manchen hilft es, an
etwas Ekliges zu denken, andere denken an „nichts“ und wieder andere raten dazu,
sich komplett auf die Frau zu konzentrieren. Was bei dem einen funktioniert, muss für
den anderen nicht unbedingt richtig sein. Du kannst nur austesten, welche Methode
bei Dir wirkt.
Ich werde Dir Möglichkeiten zeigen, die bei mir und bei Tausenden anderen Männern
funktionieren. Damit kannst Du die Erregung kontrollieren, ohne Freude am Sex
einzubüßen. Im Gegenteil wird sich der Spaß am Sex noch vergrößern.
Mit dem nachfolgenden Tipp wirst Du in der Lage sein, im parasympathischen Modus
zu bleiben und die Körperreaktionen zu kontrollieren. Mein Lösungsansatz basiert auf
einer einfachen Verschiebung des Schwerpunktes:
Nach diesem Prinzip erfolgt beispielsweise Tantrasex und Menschen, die bereits Tantra
praktizieren, behaupten alle: „Einmal damit angefangen, hörst Du nie wieder auf!“
Sinnlichkeit muss nicht unbedingt mit Erotik und einem Orgasmus verbunden sein.
Sinnlichkeit bedeutet, körperliche Empfindungen zu geben oder zu nehmen und die
Konzentration auf diese Gefühle zu lenken.
Wahrscheinlich denkst Du jetzt: „Wie bitte? Wenn ich mich auf meine Empfindungen
konzentriere, werde ich doch noch früher kommen!“
Das folgende Beispiel verdeutlicht, wie Du Dich auf Deine Empfindungen und die
Sinnlichkeit konzentrieren kannst:
Stell Dir vor, Du liegst auf einer Liege und wirst massiert. Die Massage fühlt sich gut an
und Du kannst dabei abschalten, Deine Gedanken schweifen lassen und entspannen.
Dein Verstand ist absolut klar. Du befindest Dich somit in der parasympathischen
Phase und konzentrierst Dich lediglich auf die wohltuenden Gefühle. Diese
Empfindungen haben weder mit Geilheit noch mit Erotik zu tun (ich rede hier nicht von
einer erotischen Massage).
Auf ähnliche Weise kannst Du Sinnlichkeit beim Sex erfahren. Du wirst die körperlichen
Empfindungen genießen und die Aufmerksamkeit darauf lenken. Gleichzeitig bleibst
Du entspannt und verhinderst den schnellen Orgasmus. Nehme die beobachtende
Rolle ein und betrachte, was gerade mit Deinem Körper passiert.
Die meisten Männer glauben nicht, dass die Konzentration auf die Empfindungen beim
Sex länger durchhalten lässt. Aber, ich habe mit Männern gesprochen, die total
verblüfft waren, dass es wirklich funktioniert.
Am Anfang wird Dir diese beobachtende Rolle und das Konzentrieren auf die
Empfindungen nicht leicht fallen. Ich habe bereits vorher erwähnt, dass jede
Veränderung von Gewohnheiten Zeit benötigen. Bisher warst Du eher damit
beschäftigt, schnell Deinen oder ihren Orgasmus herbeizuführen. Du hattest noch nicht
die Kontrolle über Deine Erregung. Nun kannst Du damit anfangen zu üben, die
Erregung zu kontrollieren, indem Du Deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen
lenkst und dies auf sinnlich, ruhige Art wahrnimmst.
Menschen, denen diese Technik nicht gelingt, betrachten die Stimulation als sexuell
anregend. Sie sind nicht in der Lage, die ruhige Einstellung längere Zeit beizubehalten.
Damit Du die Kontrolle über Deine Erregung halten kannst, solltest Du auf entspannte,
sinnliche Art und Weise die Empfindungen lediglich wahrnehmen. Denke nicht darüber
nach, sondern nehme nur wahr.
Indem Du den Empfindungen mehr Aufmerksamkeit schenkst, wirst Du mit der Zeit
eine gewisse Toleranz gegenüber körperlicher und mentaler Stimulation aufbauen.
Ich wiederhole mich ungern, aber damit Du vollkommen verstehen kannst, worum es
geht, möchte ich noch einmal auf die innere Einstellung hinweisen: Lerne, Deine
Gefühle beim Sex sinnlich, nicht erotisch zu betrachten. Bleibe ruhig und gelassen und
somit im parasympathischen Modus.
Anmerkung: Einige werden sich fragen, ob durch die Anwendung dieser Technik oder
jeder anderen Erregungskontrolle die Erektion ausbleibt. Im Normalfall ist das nicht
der Fall, da eine Erektion auch vom parasympathischen System als Antwort auf die
körperliche Stimulation ausgelöst werden kann. Du solltest also eine Erektion
bekommen, solange Du berührst wirst. Verschwindet die Erektion, kann dies an
Nervosität oder an einem unempfindlichen Nervensystem liegen. Ist Dein
Nervensystem der Grund für das Ausbleiben einer Erektion, kannst Du Deine Erregung
etwas steigern.
Tiefenentspannung
Diese tiefe Entspannung wird beispielsweise beim Meditieren, Musik hören oder
während einer Massage erreicht. Es ist der Zustand, der kurz vor dem Schlafen auftritt.
Für mich persönlich stellt die Tiefenentspannung die genussvollste Methode für einen
sinnlichen Sex dar. Allerdings besteht der Nachteil darin, leicht die Konzentration zu
vergessen. Dadurch kann sich Deine Erregung schnell steigern. Wenn Du nicht
aufpasst, schweifen Deine Gedanken zur Erotik ab. Dies geschieht dann, wenn Du noch
nicht so geübt darin bist, die Kontrolle zu behalten.
Neutrale Entspannung
Die meisten Männer beginnen mit dieser neutralen Entspannung, bevor sie sich an die
Tiefenentspannung wagen. Bei der neutralen Entspannung bist Du wachsamer und
somit konzentrierter. Diese Entspannungstechnik ist mit dem Zustand zu vergleichen,
wenn Du ein Buch liest oder einen Film anschaust, der zwar nicht besonders spannend,
aber auch nicht langweilig ist. Es handelt sich um eine neutrale Entspannung, bei der
Du weder traurig, noch glücklich oder müde bist und dadurch länger durchhalten
kannst. Diese Methode mag vielleicht nicht so genussvoll sein, doch sobald Du gelernt
hast, eine Kontrolle zu entwickeln, kannst Du in die Tiefenentspannung übergehen. Im
neutralen Entspannungsmodus wird es Dir leichter fallen, Deine Gedanken zu
kontrollieren.
Ich möchte Dir noch eine weitere Technik vorstellen, mit der Du Deine Erregung
kontrollieren kannst. Diese Methode eignet sich besonders dazu, Dich mit Deinem
Körper vertraut zu machen. Du kannst damit lernen, Deine Aufmerksamkeit mehr auf
die Phasen der Erregung zu lenken und auf diese Weise ein besseres Gefühl für die
Kontrolle erlangen.
Bei dieser Technik schätzt Du Deine Erregung auf einer Skala von 1 bis 10 ein. Stufe 1
bedeutet eine leichte Erektion und Stufe 10 ist die Ejakulation.
Auf der Skala kannst Du festhalten, auf welchem Erregungslevel Du Dich befindest:
Das ideale Level für Deine Erregung liegt zwischen Stufe 1 und 6.
Auch diese Technik erfordert eine gewisse Übung. Achte von nun an beim
Masturbieren oder beim Sex darauf, welchen Erregungslevel Du erreicht hast. Werde
Dir bewusst darüber, wie Du Dich auf der Skala nach oben und unten bewegst, ohne
dabei zu ejakulieren.
Richte Deine Aufmerksamkeit auf die körperliche und mentale Stimulation: Lässt ein
Gedanke Deine Erregung plötzlich in die Höhe schnellen? Sind die körperlichen
Empfindungen zu stark? Fällt es Dir schwer, länger im entspannten Modus zu bleiben?
Das Ziel ist es, dass Du die Kontrolle über Deine Gedanken und Gefühle erlangst und
somit Emotionen und Gedanken die Macht über Dich und Deinen Körper entzogen
wird. Gleiten Deine Gedanken ins Erotische ab, solltest Du Dich auf etwas anderes,
beispielsweise auf die Entspannung oder Atmung, konzentrieren. Denkst Du über die
körperliche Stimulation nach, so tue dies auf eine sinnliche und ruhige Art und Weise.
Eine weitere, gute Möglichkeit zur Kontrolle Deiner Erregung ist die Konzentration auf
Deine Sexualpartnerin. Dies ist nicht als separate Technik zu betrachten, sondern als
Erweiterung jeglicher Erregungskontrolle.
Das Problem der meisten Männer liegt darin, zu sehr auf ihre eigenen Gefühle und
Empfindungen zu achten, und das in der Regel auf sexuelle Art und Weise. Verschiebst
Du Deinen Fokus auf Deine Partnerin, wirst Du Deine Erregung niedriger halten.
Gleichzeitig kannst Du Deine Partnerin besser befriedigen: Du bemerkst, was sie am
meisten erregt und was nicht, indem Du unter anderem ihr Stöhnen und ihre Atmung
beobachtest.
Schenkst Du der Frau die gesamte Aufmerksamkeit, bist Du in der Lage, Deine
Erregung in Phase 2 zu halten. Noch einmal zur Erinnerung: In Phase 2 fühlst Du dich
entspannt und kannst Deine Erregung kontrollieren.
Passe darauf auf, dass Du Deine Konzentration nicht verlierst und damit zu erregt
wirst. Bleibe innerlich ruhig und gelassen. Nehme die zuvor beschriebene Technik zu
Hilfe und beobachte, auf welchem Level Du Dich befindest.
Zudem wird sich Deine Sexualpartnerin dankbar zeigen, wenn sie merkt, dass Du in
erster Linie SIE befriedigen möchtest. Ihr erlebt beide einen genussvollen,
leidenschaftlichen Sex.
Die meisten Männer nutzen einen Porno, um möglichst schnell zu kommen. Auch die
eigene Vorstellungskraft lässt die Erregung ansteigen. Ich empfehle Dir, anhand eines
Pornos Deinen Ejakulationsreflex zu trainieren, um länger durchhalten zu können.
Auf den ersten Blick mag Dir das merkwürdig vorkommen. Siehst Du aber den Porno
als reines Hilfsmittel zum Erlangen der Erregungskontrolle an, wird Dir die folgende
Aufgabe sinnvoll erscheinen.
Besorge Dir einen möglichst länger dauernden Porno. Beim Anschauen des Pornos
fängst Du an zu masturbieren. Deine Aufgabe besteht darin, Dich nicht von den Bildern
beeinflussen zu lassen. Du siehst Dir die DVD an, masturbierst dabei, aber kontrollierst
Deine Erregung. Aber bitte schaue nicht einfach weg, wenn die Erregung zu hoch ist,
denn damit würdest Du Dich nur selbst betrügen. Verbiete Dir sozusagen jeglichen
erotischen Gedanken.
Anfangs wird Dir diese Aufgabe schwer fallen, denn Dein Verstand will nur eins:
Dopamin – und das möglichst schnell. Mit der Zeit wirst Du in der Lage sein, Dir den
Porno ohne erotischen Gedanken anzusehen. Versuche, solange wie möglich ruhig und
entspannt zu bleiben und nicht in Phase 3 zu fallen.
Beim Masturbieren und beim Sex erfolgt die schnelle Ejakulation ebenso aufgrund von
Veranschaulichungen. Lässt Du Deiner erotischen Vorstellungskraft freien und
unkontrollierten Lauf, wird Deine Erregung außer Kontrolle geraten (Phase 3). Dabei ist
die Erfahrung an sich bereits ein erregendes Erlebnis, bei der die Kontrolle schwer fällt.
Kommen dann auch noch erotische Gedanken und Emotionen ins Spiel, wird sich die
Erregung ruckzuck steigern.
Nehme Dir die Pornoaufgabe vor und trainiere anhand dieses Hilfsmittels Deinen
Ejakulationsreflex. Je öfter Du das machst, desto mehr gewöhnt sich Dein Körper
daran, die Erregung langsam zu steigern. Gehe vorsichtig mit diesem Medium an und
betrachte es wirklich als reines Hilfsmittel zum Erlernen der Erregungskontrolle!
Für die Lösung Deines Ejakulationsproblems sehe ich es als wichtig an, den Unterschied
zwischen wahrnehmen und denken zu verstehen. Beim Sex solltest Du das Erlebnis
wahrnehmen und dabei erotische Gedanken abschalten.
Angenommen Du hast Sex mit deiner Partnerin: Sie sitzt auf dir. Du liegst auf dem
Rücken und entspannst dich. Du siehst Ihre Brüste, beobachtest Ihre Bewegung,
Nimmst Ihre Berührungen war – genau das ist Wahrnehmen.
Sobald Du anfängst zu denken, wie z.B. „boah fühlt sich das gut an, unglaublich wie
hübsch sie ist.“ Aber auch „wie lange dauert der Sex schon? hoffentlich halte ich länger
durch als letztes Mal“ oder auch „bloß nicht kommen, eins plus eins gleich zwei, zwei
plus zwei gleich vier, vier plus vier gleich acht…“ fängst Du an Überlegungen zu
machen.
Dadurch verlässt Du die Rolle des stillen und gelassenen Beobachters, denn mit Deinen
Gedanken bringst Du Emotionen in Bewegung. Je mehr Gedanken Du Dir machst,
desto aufgeregter wirst Du.
Beim Sex solltest Du deshalb immer nur wahrnehmen. Gedanken und Emotionen, die
Deine Erregung auf die Spitze treiben, solltest Du vermeiden.
Nimmst Du während des Sex mehr und mehr die Rolle des Denkers ein, wirst Du
Deinem Verstand sexuelle Bereitschaft vermitteln. Da Du ein sehr sensibles
Nervensystem besitzt, werden Deine Gedanken schnell eine Ejakulation auslösen.
Werde zum Beobachter und nehme auf entspannte Art wahr, ohne näher darüber
nachzudenken. Übe Dich darin, wenige Emotionen zuzulassen, bis Deine Partnerin
ausreichend befriedigt ist oder sich zumindest kurz davor befindet. Auf diese Weise
könnt ihr das unglaubliche Gefühl genießen, gleichzeitig zum Orgasmus zu kommen.
Besteht das Problem des vorzeitigen Samenergusses oder besitzt Du ein sensibles
Nervensystem, wird das Vorspiel Deine Erregung so schnell und stark erhöhen, dass Du
beim eigentlichen Akt bereits kurz vor der Ejakulation stehst. Um das zu vermeiden
und das Vorspiel als lustvolle Vorbereitung für den Sex zu genießen, musst Du Deine
Erregung von der ersten Sekunde an kontrollieren.
Wenn dir das nicht gelingt, dann gibt es folgende Alternative. Wenn Du deine Partner
küsst und streichelst und dabei merkst, dass Du deutlich über Phase 1 hinaus bist,
dann fange einfach an sie oral zu befriedigen. Bei einer Frau dauert es dabei zwischen
fünf und dreißig Minuten bis zum Orgasmus.
Wenn Du deine Freundin oral verwöhnst, bist Du, wie die meisten Männer, nicht
großartig erregt und nach zehn bis zwanzig Minuten solltest Du wieder in Phase 1 (Du
hast eine Erektion, bist aber entspannt und ruhig) zurück gefallen sein. Konzentriere
Dich, während Du Deine Partnerin oral befriedigst, auf Dein Verhalten, bzw. auf das
Deiner Zunge. Beobachte dabei auch deine Partnerin (was gefällt ihr, was nicht?),
fange aber nicht an zu denken und Ihre Erregtheit auf dich zu übertragen. Dadurch
bleibst Du ruhig und entspannt und sorgst dafür, Deinen Erregungszustand in Phase 1
zurück zu bringen.
Ich rate Dir ausdrücklich, vor dem eigentlichen Akt Deine Partnerin oral zu verwöhnen.
Sie bekommt dadurch garantiert einen Orgasmus und Dir wird damit eine Menge Last
und Druck genommen. Da Sie bereits Ihren Spaß genossen hat, musst Du nicht mehr
unbedingt ewig lange durchhalten können. Du befindest Dich während der oralen
Befriedigung im parasympathischen Modus, wobei Serotonin ausgeschüttet wird.
Dieses Hormon wirkt sich hemmend auf die Ejakulation aus.
Manche Männer bevorzugen die orale Befriedigung durch die Frau, damit sie den
ersten Druck ablassen und beim zweiten Mal länger durchhalten können. Bevor Du
aber nicht Deine vorzeitige Ejakulation unter Kontrolle hast, solltest Du Dich vor dem
Akt nicht von Deiner Partnerin oral verwöhnen lassen. Deine Erektion ist dann einfach
schwächer als sie beim ersten Mal wäre und die Partnerin spürt weniger.
Wie Du gesehen hast, kannst Du Dein Ejakulationsproblem mit der Kontrolle über die
Erregung in den Griff bekommen. Die Erregungskontrolle ist somit die Voraussetzung,
um das Problem der vorzeitigen Ejakulation zu lösen.
Genau aus diesem Grunde funktionieren die auf vielen Webseiten empfohlenen PM-
Übungen häufig nicht. Für diese Übungen musst Du Deine Muskeln soweit anspannen
können, um den Samenaustritt zu verhindern, obwohl die Ejakulation bereits im Gange
ist. Dafür bedarf es mehrere Monate Training mit täglich mindestens tausend
Anspannungen. Lernst Du aber, die Erregung zu kontrollieren, kommt es gar nicht erst
zur Ejakulation und die PM müssen nicht aktiv werden.
Mache Dich mit Deinem Erregungsprozess vertraut und beobachte, was Deine
Erregung steigen oder sinken lässt. Nutze die Skala von 1 bis 10, wenn dadurch das
Verständnis für Deinen Erregungseffekt deutlicher wird.
Da jeder Mann anders ist, kannst Du nur durch Ausprobieren testen, was für Dich
persönlich am besten funktioniert, um Deine Erregung kontrollieren zu können. Dein
Ziel beim Sex und auch beim Masturbieren sollte stets das lange Durchhalten sein.
Sobald Du gelernt hast, Deine Erregung zu kontrollieren, wirst Du förmlich endlos lange
durchhalten können.
Vor allem beim Masturbieren ist es natürlich, dass Du möglichst schnell zum Orgasmus
kommen willst. Dies ist ein unbewusster Vorgang, den Du jedoch kontrollieren kannst.
Dein Ejakulationsreflex wird sich mehr und mehr anpassen, je öfter Du die Dauer des
Sex oder der Masturbation verlängerst. Übernimmst Du die Kontrolle über Deine
Erregung, werden Körper und Verstand dahin gehend trainiert, Stimulationen länger
auszuhalten, bevor die Ejakulation eingeleitet wird.
Der erste Schritt, um das Problem der vorzeitigen Ejakulation zu lösen, besteht in der
Kontrolle über die Erregung.
Halte Deinen Körper so lange wie möglich im parasympathischen Modus: Körper und
Verstand bleiben ruhig und entspannt.
Im vorigen Kapitel hast Du erfahren, wie wichtig die Kontrolle der Erregung ist, um
Dein Problem der vorzeitigen Ejakulation zu lösen. Dieses Kapitel baut darauf, denn
Deine innere Einstellung bestimmt den Zeitpunkt der Ejakulation. Somit lässt sich die
Erregung in erster Linie mental kontrollieren. Du lernst in diesem Kapitel, welche
Auslöser eine Steigung der Erregung und die Einleitung der Ejakulation bewirken.
Die Ursachen
Deine Meinung über den Sex, Deine Emotionen, Gefühle und Gedanken bestimmen
den Zeitpunkt der Ejakulation. Die Beeinflussung des Samenergusses geschieht somit
auf drei Arten:
Sex wird von den meisten Männern als etwas Besonderes angesehen, denn entweder
mögen sie ihn zu sehr oder sie bekommen ihn nicht so oft. Diese Wahrnehmungsweise
führt jedoch zu einer zu starken Aufregung und dies wiederum erhöht den Ausstoß
ejakulationsfördernder Hormone. Betrachtest Du ebenfalls Sex als etwas Besonderes,
wirst Du zu aufgeregt sein und Dein Körper schüttet viel Dopamin und Testosteron aus.
Diese beiden Hormone fördern eine vorzeitige Ejakulation.
Aus diesem Grund solltest Du heute damit anfangen, Sex als etwas Alltägliches
anzusehen ... auch, wenn es das nicht ist. Mach keine große Sache daraus und
versuche Deine Aufregung niedrig zu halten. Die später aufgeführten Atemübungen
können Dir dabei helfen, weniger aufgeregt zu sein.
Leistungsdruck und die Angst vor dem Versagen lösen auf verschiedenen Wegen eine
vorzeitige Ejakulation aus.
Du hast bereits in diesem Buch von der Kraft der Gedanken gelesen. Du ziehst –
vielleicht unbewusst – das in Dein Leben, auf das Du gedanklich Deine Aufmerksamkeit
richtest. Wenn Du mit Deiner Partnerin ins Bett gehst und von Dir denkst, keine gute
Leistung erbringen zu können, wird genau das passieren. Deine Gedanken bestimmen
über Deine Realität.
Die gute Nachricht daran ist, dass dies sowohl bei negativen als auch bei positiven
Gedanken der Fall ist. Du hast die Chance, Deinen Leistungsdruck und Deine Angst zu
überwinden und mit positiven Gedanken an den Sex heranzugehen. Mir ist bewusst,
dass Dein Leistungsdruck aus vergangenen, negativen Erfahrungen herrühren. Aber:
Das Gestern kannst Du nicht mehr ändern, dafür hast Du die Möglichkeit, das Heute
und Morgen zu verbessern.
Betrachte „Fehler“ und schlechte Erfahrungen als Lernaufgaben, die Dich Stück für
Stück stärker und selbstbewusster machen. Zudem mache Dir bewusst, dass es Dir
KEINER nachtragen wird, dass Du vor einer Woche, einem Monat oder einen Jahr
scheinbar schlecht im Bett gewesen bist. Die meisten Frauen haben Verständnis für
das Problem der vorzeitigen Ejakulation. Sollte Dich eine Frau versuchen, deswegen
fertig zu machen, dann lasse sie laufen. Eine feinfühlige Frau wird erkennen, dass Du
an diesem Problem arbeitest – das hast Du bereits mit dem Erwerb dieses Buches
bewiesen.
Übe Dich darin, über den Sex und Deine Leistung positiv und optimistisch zu denken.
Eigne Dir eine grundsätzlich selbstbewusste und lebensfrohe Lebenseinstellung an,
denn dies wird sich auf Sexualleben auswirken.
Eine weitere Ursache liegt im Serotoninlevel, der bei Angst und Aufregung sehr niedrig
ist. Noch einmal zur Erinnerung: Serotonin ist die Chemikalie, die Dich glücklich/
Übung: Meditation
Meditation hat nicht direkt etwas mit der vorzeitigen Ejakulation zu tun. Indirekt führt
regelmäßiges Meditieren jedoch zur Kontrolle über Deine Ejakulation. Menschen, die
regelmäßig Meditation ausüben, können ihre Gedanken besser kontrollieren. Zudem
wird die Persönlichkeit gestärkt und man geht gelassener und selbstbewusster durchs
Leben. Die folgenden Informationen sind, meiner Meinung nach, sehr relevant und Du
solltest sie ernst nehmen.
Den meisten Menschen fällt es schwer, den Kopf in jeder Situation und über einen
längeren Zeitraum frei von Gedanken und Emotionen zu halten – erst recht beim Sex.
ABER: Dein Kopf ist nicht anders, als der eines Buddhisten. Du kannst somit lernen,
durch Meditieren abzuschalten und Deine Gedanken, Emotionen und
Körperreaktionen zu kontrollieren. Dazu ist, wie bei allem, lediglich Training
notwendig.
1. Nehme einen Wecker, der keine Geräusche von sich gibt. Ticken oder ähnliches
würden Deine Meditation stören. Stelle den Wecker auf zehn Minuten ein und
erhöhe die Zeit jede Woche um weitere zehn Minuten.
2. Setze Dich mit gekreuzten Beinen auf den Boden und schließe Deine Augen.
Deine Hände ruhen auf Deinen Knien. Entspanne Deinen Körper.
3. Befreie Dich von allen Gedanken (Lasse die Gedanken einfach an Dir
vorbeiziehen, ohne sie festzuhalten).
Bei dieser Meditation richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf die Atmung. Das ist wie
beim sinnlichen Sex, wobei Du Deinen Fokus ganz auf die Körperempfindungen lenkst.
Der Wecker stellt Dein Ziel dar und hindert Dich daran, einfach aufzuhören, wenn Du
keine Lust mehr hast. Sobald Du merkst, dass Deine Konzentration auf die Atmung
nachlässt oder auch nur ein kleiner Gedanke in Dir emporkeimt: stehe auf, setze den
Timer erneut auf zehn Minuten und beginne von vorne!
Auf diese Weise wirst Du lernen, über einen längeren Zeitraum konzentriert und bei
freiem Verstand zu bleiben. Nach ein paar Wochen Training solltest Du soweit sein,
eine ganze Stunde zu meditieren, ohne jeglichen Gedanken zu hegen.
Sobald Du über einen längeren Zeitraum RICHTIG meditieren kannst, wird sich dies
auch beim Sex bemerkbar machen. Dir wird es leichter fallen, beim Sex einen klaren
Verstand zu behalten.
Regelmäßige Meditation wirkt sich positiv auf das Allgemeinbefinden aus. Du bist
weniger ängstlich und wesentlich entspannter und gelassener. Somit wirst Du auch
beim Sex entspannter und selbstbewusster sein, sodass die vorzeitige Ejakulation
schon bald der Vergangenheit angehören wird.
Die mentale Kontrolle zu erlangen, mag Dir eventuell zunächst schwierig erscheinen.
Sei geduldig mit Dir und versuche nicht, mit aller Gewalt dahin zu kommen. Im
Endeffekt geht es ja nur darum, Körper und Verstand entspannt und parasympathisch
zu halten. Wenn Du Dich intensiv mit diesem Mentaltraining beschäftigst, wirst Du die
positive Lebenseinstellung mehr und mehr verinnerlichen, bis sie eines Tages für Dich
selbstverständlich ist. Gleichzeitig wirkt sich diese veränderte Lebenseinstellung auf
Dein Sexualleben aus.
Ich gebe Dir drei wichtige Eigenschaften mit auf den Weg, die es Dir leichter machen
werden:
Zuversicht – Zuversicht bildet die Grundlage jeder Übung. Lass‘ die Vergangenheit
ruhen und schaue zuversichtlich in die Zukunft! Verschwende keinen weiteren
Gedanken an die vorzeitige Ejakulation, denn sie wird Dich sowieso nicht ein Leben
lang begleiten. Dein Ejakulationsreflex wird mit steigendem Alter nachlassen.
Gelassenheit- Zuversicht führt zu Gelassenheit: Dein Puls bleibt niedrig und Dein
Körper wird daran gehindert, in den sympathischen Modus zu fallen. Gelassenheit
sorgt dafür, dass Du beim Sex länger parasympathisch bleibst und somit länger
durchhalten kannst.
Klarer Verstand – Zu viel mentale Stimulation bewirkt, dass Dein Nervensystem die
Ejakulation einleitet. Deine Hirnrinde spielt eine zentrale Rolle beim Sex: Sie sorgt
dafür, dass Du entweder zehn Sekunden oder 100 Minuten aushältst, je nachdem, wie
viel Du davon benutzt! Halte also Deinen Verstand klar!
Eigne Dir eine mentale Einstellung an, die diesen drei Eigenschaften entspricht. Mit
Geduld wirst Du mehr und mehr eine neue Überzeugung entwickeln, durch die Du
sinnlichen und längeren Sex genießen kannst.
Einer der Schlüssel zur Kontrolle der Erregung ist die Atmung. Wir atmen entweder
unbewusst oder – wie beim Meditieren – bewusst. Beim Sex solltest Du bewusst auf
Deine Atmung achten, denn Du kannst mit ihr Deinen Puls niedrig halten und somit
Deine Erregung kontrollieren. Mit der richtigen Atemtechnik bist Du in der Lage, länger
durchhalten zu können.
Die meisten Männer atmen beim Sex kurz und schnell. Eine solche Atmung lässt das
Herz schneller schlagen und versetzt Dich in eine zu starke Aufregung / Erregung. Es
kommt zur erhöhten Ausschüttung von Hormonen, die Deine Erregung weiter
ansteigen lassen und schließlich zur vorzeitigen Ejakulation führen.
Um diesen Verlauf zu vermeiden, solltest Du langsam und mitteltief atmen. Die Tiefe
der Atmung ist weniger wichtig, als die Häufigkeit der Atemzüge. Am besten
funktionieren drei bis sechs Sekunden zwischen jedem Ein- und Ausatmen. Übe Dich
darin, in gleichmäßigem Tempo zu atmen und die Kontrolle zu behalten.
Zudem ist es für die richtige Atmung bedeutsam, das Zwerchfell korrekt zu verwenden.
Dieser Muskel ist für die Atmung zuständig und er befindet sich oberhalb des Bauches,
unter der Lunge. Viele Menschen erweitern beim Atmen ihren Brustraum. Dadurch
verlieren sie nicht nur viel Energie, sondern auch ihre innere Gelassenheit. Um bewusst
und richtig zu atmen, musst Du lediglich das Zwerchfell an- und entspannen.
Das bedeutet, dass Du „durch den Bauch“ atmest. Beim richtigen Atmen bewegt sich
lediglich der untere Teil Deines Bauches. Beim Einatmen wird das Zwerchfell nach
unten gedrückt und in der Lunge entsteht ein Unterdruck. Da mehr Platz zur Verfügung
steht, strömt die eingeatmete Luft ein. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell
und die Luft strömt wieder hinaus. Deine Bauchmuskeln bleiben entspannt! Du wirst
merken, dass ein tiefer Atemzug, bei dem alleine das Zwerchfell verwendet wird, sehr
erfrischend wirkt.
Ich gehörte einmal zu den Menschen, die ihre Brust beim Atmen anhoben. Durch
dieses Brustanheben verliert das Zwerchfell viel Kraft. Seitdem ich meine Atmung
geändert habe, fühle ich mich deutlich energievoller ... nicht nur beim Sex.
Ein Hinweis noch: Ob Du durch Mund oder Nase atmest, ist egal. Wichtig ist, dass Du
gleichmäßig und langsam atmest!
Folgend erkläre ich Dir Schritt für Schritt, wie Du beim Sex oder Masturbieren atmen
solltest:
2. Schließe alle zehn bis sechzig Sekunden ( je nachdem, wie schlimm Dein
Problem der vorzeitigen Ejakulation ist) Deine Augen und atme so tief ein, wie
es nur geht.
3. Halte den Atem für drei bis fünf Sekunden an und atme dann langsam aus.
4. Konzentriere Dich beim Schließen der Augen ausschließlich auf Deine tiefe
Einatmung! Lasse Dich durch keine Gedanken ( besonders keine erotischen)
ablenken!
Während dieser Technik kann die Stimulation beibehalten werden. Es ist allerdings
effektiver, wenn du die Stimulation unterbrichst.
Führst Du diese Technik etwa jede Minute durch, bist Du in der Lage, ruhig und
entspannt zu bleiben und Deine Erregung zu kontrollieren. Die Kontrolle über die
Erregung erfolgt auf mentalem Wege. Genau deshalb ist diese Atemtechnik sehr
wirkungsvoll: Sie lenkt Deinen Verstand vollkommen vom Sex ab, und zwar lange
genug, um Deine Erregung zu senken. Deine Erektion bleibt trotzdem bestehen.
Je ausgeprägter Dein Problem der vorzeitigen Ejakulation ist, desto öfter wirst Du diese
Technik während des Sex oder während der Masturbation anwenden müssen. Ist
Deine vorzeitige Ejakulation nicht so ausgeprägt, kannst Du mit der Atemtechnik so
lange warten, bis die Erregung anfängt intensiver zu werden.
Im Großen und Ganzen lässt sich diese effektive Atemtechnik einfach und unauffällig
praktizieren. Die Ejakulationskontrolle wird Dir noch leichter fallen, wenn Du die
Atemtechnik mit der PM-Entspannung kombinierst, auf die ich im nächsten Kapitel zu
sprechen komme.
Viele Männer halten – unbewusst – den Atem an. Dies geschieht in Situationen, in
denen Du aufgeregt, ängstlich oder nervös bist. Vergisst Du zu atmen, kannst Du nicht
entspannt bleiben und die Synchronisation Deines Körpers wird gestört.
Eine andere Atemtechnik zur Verhinderung der vorzeitigen Ejakulation ist das atmen
im Takt. Diese Methode wird konstant während des Sex oder der Masturbation
angewendet.
1. Beim Sex bewegt sich Dein Penis in der Vagina rein und raus.
Der Zeitpunkt des Ein- und Ausatmens ist nicht zufällig gewählt, sondern hat seinen
Sinn:
Beim Einatmen wird mehr Druck auf den unteren Bauchbereich und somit auch auf die
Prostata ausgeübt, wodurch die Ejakulation gefördert wird. Beim Ausatmen ist die
Gefahr einer Ejakulation geringer. Beim Einführen wird der Penis mehr stimuliert, als
beim Rausziehen. Somit ergibt es mehr Sinn, beim Rausholen einzuatmen, da sich auf
diese Weise Druck und Stimulation nicht überkreuzen. Außerdem wirst Du feststellen,
dass es angenehmer ist, beim Raus einzuatmen.
Natürlich kannst Du diese Technik nicht bei jeder Stellung anwenden. In der
Missionarsstellung oder bei langsamen, leidenschaftlichen Bewegungen, lässt sich
diese Technik sehr gut anwenden.
Bei schnellem, heftigem Sex, sind Deine Penisbewegungen schneller als das Tempo der
Atmung. Du wirst also nicht bei jedem Rein und Raus ein- bzw. ausatmen können.
Passe die Atmung deinem Tempo an. Zum Beispiel etwa über fünf Stöße einatmen und
anschließend über fünf Stöße ausatmen. Alternativ kannst Du in diesem Fall die
nächste Atemtechnik anwenden.
Du atmest bei dieser Technik in drei gleichen Intervallen, wobei Du die Zeitspanne
Deinen Bedingungen anpassen kannst, aber im Intervall zwischen zwei und sechs
Sekunden wählen solltest.
Anfangs wirst Du wahrscheinlich die Sekunden gedanklich mitzählen. Später ist dies
nicht mehr notwendig, da das Intervall eine Gewohnheit für Dich geworden ist.
Allerdings kann das Zählen der Sekunden praktisch sein, wenn Deine Erregung zu hoch
ist. Du konzentrierst Dich auf die Atmung und verhinderst, noch erregter zu werden.
Zusammenfassung
Indem Du bewusst atmest, erlangst Du eine Kontrolle über Deine Atmung und somit
mehr Kontrolle über Deinen Körper und Deine Erregung.
Die Atmung spielt bei jeder Form von Kampfkünsten oder Meditation eine wichtige
Rolle. Mit der Atemkontrolle können Kampfsportler ihre Körperreaktionen
kontrollieren. Zudem ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die richtige Atmung
gesundheitsfördernd wirkt.
Nehme Dir täglich ein paar Minuten Zeit, um die Atemübungen durchzuführen. Mit der
Zeit wirst Du die Atemtechniken beherrschen und beim Sex ruhiger und entspannter
sein.
Für die Ejakulationskontrolle sind vor allem die beiden Muskeln Pubococcygeus (PC-
Muskel) und Bulbocavernosus (BC-Muskel) bedeutsam, die auch als „Sexmuskeln“
bezeichnet werden. PC-Muskel und BC-Muskel formen den Beckenboden.
PC-Muskel – Dieser Muskel ist Teil der Levator-Ani-Muskulatur, die trichterförmig ist.
Der PC-Muskel beginnt am Schambein und umgibt den Anus. Er ist in erster Linie für
den Stuhlgang zuständig (Kontrolle des Strahls etc.). Welche Rolle er für die Ejakulation
spielt, beschreibe ich weiter unten.
BC-Muskel – Dieser Muskel besteht aus zwei Muskeln, die die Peniswurzel innerhalb
des Körpers einschließen. Der BC-Muskel ist für die Kontraktion bei der Ejakulation
verantwortlich, die das Herausdrücken des Samens bewirkt.
In den meisten Foren und Büchern wird lediglich der PC-Muskel erklärt. Dabei ist es
wichtig zu verstehen, dass sowohl der PC-Muskel als auch der BC-Muskel an der
Ejakulation beteiligt sind und zwar in unterschiedlicher Funktion und Anwendung.
Im Folgenden werde ich, der Einfachheit halber, immer vom PM-Muskel (PM)
sprechen. Gemeint sind aber beide Muskeln (PC- und BC-Muskel).
Der PM dient als allerletzte Lösung zur Verhinderung einer Ejakulation. Was die
meisten Ratgeber nämlich nicht erwähnen ist, dass durch Anspannen und Beugen des
PMs bei der Stimulation eine Ejakulation eher gefördert statt vermieden wird.
Bevor der PM für die Verhinderung der Ejakulation genutzt werden kann, muss dieser
Muskel gestärkt werden. Ein starker PM führt zu einer härteren Erektion, einem
verstärkten Orgasmus und zu einer besseren Kontrolle. Trainierst Du Deinen PM, wird
es Dir möglich sein, anhand einer Technik, die ich Dir später erkläre, eine Ejakulation zu
verhindern.
Bevor Du mit den Übungen anfängst, solltest Du genau wissen, wo sich der PM
befindet. Wie bereits erwähnt, ist der PM zwischen Anus und Penis platziert. Versuche
einmal, beim Urinieren den Strahl anzuhalten. Der Muskel, den Du dabei anspannst, ist
der PM-Muskel. Du kannst ebenso den Sitz des PMs herausfinden, indem Du bei einer
Erektion lediglich mit Muskelkraft Deinen Penis nach oben und unten bewegst. Dies ist
mit dem PM möglich.
Nun probiere den PM zu biegen. Das heißt, spanne den Muskel an und es wird sich so
anfühlen, als würden sich zwei kleine Muskeln an der Peniswurzel zusammendrücken.
Der PM ist dann in guter Form, wenn Du ihn zwanzig Mal hintereinander beugen oder
ihn für 15-20 Sekunden anspannen kannst.
Um mit dem PM eine Ejakulation zu verhindern, musst Du ihn zunächst trainieren und
stärken. Diese Muskel ist in der Regel recht unterentwickelt, da uns niemand gezeigt
hat, wie man ihn verwenden kann.
Es gibt verschiedene Übungen zur Stärkung des PMs. Diese Übungen werden auch
Kegelübungen genannt, da der Name des Erfinders des Beckenbodentrainings Arnold
H. Kegel lautet. Ursprünglich wurden die Übungen für Frauen entwickelt. Mit der Zeit
erkannte man jedoch, dass auch Männer von einem gezielten Beckenbodentraining
profitieren.
Die Basis aller Übungen besteht darin, den Muskel entweder regelmäßig kurz
anzuspannen oder die Muskelanspannung eine gewisse Zeit zu halten (wie bei der
Unterbrechung des Urinstrahls).
Der PM kann auf zweierlei Weise angespannt werden. Allerdings führt der eine Weg
zur Verhinderung der Ejakulation und der andere fördert eher eine Ejakulation.
Deshalb ist es wichtig, dass Du lernst, den PM richtig anzuspannen!
Richtig: Du spannst den PM an, indem Du ihn nach oben und innen bewegst. Dies fühlt
sich so an, als würdest Du den Muskel nach oben und dann von innen Richtung Rücken
ziehen. Der Penis bewegt sich dabei nach oben und gleichzeitig in den Körper hinein.
Falsch: Der PM wird angespannt, ohne ihn nach oben und innen zu ziehen. Dies
beschleunigt eine Ejakulation!
Dieser Muskel ist für das Zucken und Herauspressen des Samens während der
Ejakulation und des Orgasmus zuständig. Beim Sexakt sollte der PM so entspannt wie
möglich sein.
Die folgende Übung wende ich zwei bis dreimal wöchentlich an. Ich mag es, die Übung
bei halber Erektion durchzuführen. Du kannst sie aber auch im steifen oder schlaffen
Zustand praktizieren. Allerdings ist im steifen Zustand das Risiko für Verletzungen
höher. Deshalb rate ich Dir davon für den Anfang ab – es sei denn, Du möchtest Deine
Erektion verhärten (darauf gehe ich später ein). Entscheide selbst, was bei Dir am
besten funktioniert.
1. Spanne Deinen PM richtig an (nach oben und innen!) und halte die Spannung
für zwei bis drei Sekunden.
2. Löse die Spannung für zwei bis drei Sekunden und beginne erneut mit dem
Anspannen.
3. Wiederhole das Anspannen und Entspannen zehn bis zwanzig Mal.
4. Je nach PM-Stärke führst Du ein bis zwei Sets durch und pausierst dann für zwei
bis drei Minuten.
Achte bei der Übung auf die richtige Atmung: Atme beim Anspannen aus und beim
Entspannen ein. Diese Atemtechnik gilt für jedes Muskeltraining!
Eine weitere PM-Übung führe ich ungefähr einmal pro Woche durch. Sie eignet sich für
Fortgeschrittene:
Denke an die richtige Atmung und an die Anspannung der Bauchmuskulatur. Du musst
Deinen Atem nicht zehn Sekunden lang anhalten, sondern es reicht aus, zu Beginn des
Anspannens auszuatmen.
Du solltest das Training langsam steigern und zu Beginn etwa fünfzig Prozent der
Übungen durchführen. Das bedeutet, dass Du die Anzahl der Sets (Anspannen und
Entspannen) oder die Dauer der Anspannung langsam erhöhst.
Die PM-Übung wird leichter fallen, wenn Du sie im Stehen, statt im Sitzen, durchführst:
Die Füße stehen schulterbreit auseinander, Dein Kopf ist leicht nach vorne geneigt und
Deine Hände stützen sich auf Deine Knie ab.
Es reicht aus, die Übungen zwei- bis dreimal pro Woche durchzuführen. Wie bereits
erwähnt, solltest Du nicht zu viel trainieren, da es sonst zur Beschädigung des Muskels
kommen kann.
Mit einem starken PM lässt sich die Ejakulation verhindern, nachdem Du den „Point of
no Return“ passiert hast.
Das Anspannen des PMs während des Sex oder der Masturbation fördert eine
Ejakulation! Deshalb solltest Du den Muskel beim Sex oder beim Masturbieren nicht
anspannen!
Ein weiterer Schlüssel für die Ejakulationskontrolle ist die Entspannung des PMs: Deine
Erregung bleibt auf einem niedrigeren Level und Dein Körper im parasympathischen
Modus.
Das Entspannen des PMs ist wahrscheinlich die einfachste und effektivste Technik, um
den Ejakulationsreflex zu kontrollieren.
Oft unbemerkt bleibt der PM beim Sex oder Masturbieren dauernd angespannt. Oder
er zuckt ständig, vor allem vor und während der Ejakulation. Dies ist die Aufgabe des
PMs, denn durch das Zucken, das unbewusst ausgeführt wird, wird der
Ejakulationsprozess eingeleitet: Es wird mehr Blut in den Genitalbereich gepumpt, die
Samenbläschen (sie beinhalten 70 % des Spermas, nämlich die Spermaflüssigkeit)
öffnen sich und gleichzeitig wird durch dieses Zucken der Samen aus den Hoden
„gesaugt“.
Die meisten Männer beachten ihren PM nicht. Da Du jetzt weißt, dass Anspannung des
PMs eine Ejakulation fördert, solltest Du diesem Muskel mehr Aufmerksamkeit
schenken. Zu Beginn wird es Dir schwer vorkommen, das reflexartige Zucken zu
kontrollieren, doch ist es mit ein wenig Übung zu schaffen.
Versuche ab jetzt Deinen PM beim Sex oder Masturbieren so entspannt wie möglich zu
lassen. Du darfst ihn auf keinen Fall anspannen und solltest das Zucken verhindern.
Das Zucken wirst Du nicht komplett vermeiden können, aber Du solltest darauf achten,
die Kontrolle darüber zu behalten.
Das Entspannen des PMs lässt sich besonders gut beim sinnlichen Sex praktizieren. Zur
Erinnerung: Sinnlicher Sex bedeutet, Dich auf die Empfindungen zu konzentrieren und
sie als angenehm (nicht als sexuell anregend) wahrzunehmen.
Probiere die Entspannungsübung noch heute Abend aus und Du wirst feststellen, dass
Deine Erregung und der Drang zu ejakulieren deutlich sinken. Du hast das Gefühl,
länger durchhalten zu können, weil Dein ganzer Körper entspannter ist und sich im
parasympathischen Modus befindet. Trotz heftiger Stimulation wirst Du nicht das
Bedürfnis spüren, zu ejakulieren.
Das Entspannen des PMs ist mit Konzentration und Kontrolle verbunden. Wenn Du ab
heute jedes Mal beim Sex oder Masturbieren auf die Reaktionen dieses Muskels
achtest, wird es Dir immer leichter fallen, ihn entspannt zu lassen.
Der durchschnittliche Mann hält deshalb lediglich zwei bis sechs Minuten durch, weil
er nicht auf seinen PM achtet. Du kannst den Unterschied vom Entspannen und
Anspannen ausprobieren: Halte den PM zunächst entspannt. Dann gehst Du dazu über,
das zu tun, was die meisten Foren empfehlen: Spanne den Muskel an. Innerhalb
weniger Sekunden wirst Du ejakulieren.
Zu Beginn wird es Dir wahrscheinlich schwer fallen, den PM über längere Zeit
entspannt zu halten, vor allem, wenn Du stark erregt bist. Deshalb ist es wichtig, dass
Du Deine Erregung auf einem niedrigen Level hältst und die richtige Atemtechnik
durchführst. Die Kombination dieser Aspekte sind sehr effektiv. Nach ein paar Wochen
bis wenigen Monaten wirst Du die PM-Entspannung perfekt beherrschen. Die ersten
positiven Ergebnisse sind bereits heute Abend zu spüren, wenn Du die
Entspannungsübung ausprobierst.
Wie Du nun weißt, lässt sich mit Entspannen des PMs eine Ejakulation verhindern und
eine Anspannung fördert eine Ejakulation. Aber, sobald eine Ejakulation kurz
bevorsteht, hilft das Entspannen nicht mehr. Jetzt muss der PM angespannt werden,
um sozusagen die Ejakulation „abzudrücken“. An diesem Punkt setzen die meisten
Ratgeber an und dafür ist ein kräftiger PM praktisch.
Als „Notlösung“ kannst Du Deinen PM so fest wie möglich anspannen und damit den
Austritt des Samens vermeiden. Siehe diese Technik aber lediglich als Lösung für den
„Notfall“ an und nicht als einzige Lösung. Wie Du bereits in diesem Buch gesehen hast,
gibt es mehrere Techniken, um den vorzeitigen Samenerguss zu verhindern.
Für diese Technik muss der PM sehr gut trainiert sein. Um die Ejakulation zu
unterdrücken, musst Du den Muskel kurz vor dem Ejakulieren zwei bis fünf Sekunden
lang so fest wie möglich anspannen. Du hältst die Anspannung, bis der Druck weg ist.
In der Regel dauert es zwischen zehn und zwanzig Sekunden, bis der Druck
nachgelassen hat.
Es ist möglich, dass Du dennoch einen Orgasmus erlebst. Später werden wir den
Unterschied zwischen trockenem und multiplem Orgasmus behandeln.
Du beginnst mit dem Anspannen des PMs bevor der Samen zu weit vorgedrungen ist.
Fängst Du später an, wirst Du den Samen zwar für einige Sekunden aufhalten können,
aber sehr wahrscheinlich schießt er dennoch hervor, sobald Du entspannst.
Auf der anderen Seite darfst Du auch nicht zu früh mit dem Anspannen beginnen, denn
damit würdest Du den Samenerguss fördern und dann würde es Dir sehr schwer fallen,
ihn wieder zurückzuhalten.
Der passende Zeitpunkt, um mit dem Anspannen des PMs anzufangen, ist ungefähr
zwei bis drei Sekunden vorher. Einige Menschen bevorzugen es, fünf Sekunden vorher
mit dem Anspannen zu beginnen.
Übe und finde heraus, welcher Zeitpunkt für Dich am besten funktioniert!
Am Anfang wirst Du einen Austritt von ein wenig Sperma kaum vermeiden können.
Dies führt jedoch nicht zum Verlust der Erektion oder zur Übersensibilität der Eichel.
Um das Sperma aufhalten zu können bzw. einen trockenen Orgasmus zu erleben,
musst Du höchstwahrscheinlich die Stimulation unterbrechen. Für die meisten Männer
ist es zu schwer, Sperma abzudrücken und gleichzeitig weiter stimuliert zu werden.
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Vielleicht gehörst Du zu den Männern, die weiter stimuliert werden und trotzdem ihre
Ejakulation unterdrücken können. Dazu ist jedoch regelmäßiges PM-Training und
Durchhaltevermögen notwendig.
Im nächsten Kapitel beschreibe ich die Masturbationstechnik Nr. 2, mit der sich das
Unterdrücken der Ejakulation am besten üben lässt.
Nur wenige Männer sind in der Lage, trotz Ejakulation ihre Erektion beizubehalten.
Wenn Du das schaffst, wird gleichzeitig die vorzeitige Ejakulation kein Problem mehr
sein. Du musst Deiner Partnerin lediglich sagen, dass Du noch ein paar Runden kannst,
denn wie Du weißt, dauerte jede weitere Runde nach der Ejakulation länger.
Eine härtere Erektion bekommst Du, wenn Du die PM-Übung mit einer Erektion
ausführst. Allerdings ist dabei das Verletzungsrisiko höher. Deshalb sei vorsichtig! Ich
empfehle Dir, vorher den gesamten Genitalbereich anzuwärmen: Tauche ein Tuch in
warmes/heißes Wasser, ringe es aus und lege es um Dein Glied.
Halte den PM für zehn Sekunden angespannt und entspanne ihn anschließend für zehn
Sekunden. Je nach Stärke Deines PMs wiederholst Du die Übung fünf bis zehn Mal.
Durch diese Übung wird mehr Blut in die Schwellkörper befördert. Du merkst, dass
Dein Penis größer, stärker und härter wird. Gleichzeitig werden durch diese Übung die
Kammern und Blutbahnen gereinigt, sodass eine bessere Blutzirkulation im Penis
bewirkt wird. Dadurch wird es Dir leichter fallen, nach der Ejakulation Deine Erektion
beizubehalten.
Die beste Option für eine härtere Erektion ist, die Blutzirkulation im gesamten Körper
zu optimieren. Das bedeutet, dass Du Deine generelle Fitness durch regelmäßigen
Sport verbesserst.
Der PM repräsentiert einen der wichtigsten Aspekte im Bezug auf sämtliche Faktoren
und Techniken für und gegen eine vorzeitige Ejakulation.
Der PM spielt ebenso eine wichtige Rolle hinsichtlich multipler Orgasmen, welche ich
in einem späteren Kapitel behandeln werde.
Bei der Masturbation fällt der Leistungsdruck weg. Somit kannst Du Dich beim
Masturbieren mit Deinen Körperreaktionen besser vertraut machen, als beim Sex.
Alles, was ich in diesem Buch erörtert habe, lässt sich beim Masturbieren sehr gut
ausprobieren.
In diesem Kapitel erkläre ich einige Techniken, mit denen Du Deinen Ejakulationsreflex
neu programmieren kannst. Mit Training werden sich Dein Körper und Verstand an
verlängerte körperliche und mentale Stimulationen gewöhnen und besser damit
umgehen können.
Mit Masturbation lassen sich zwar die Techniken dieses Buches am besten erlernen,
jedoch kann Masturbation in keinerlei Hinsicht mit echtem Sex verglichen werden. Du
wirst beim Masturbieren auch niemals die gleiche, kontinuierliche Stimulation der
Eichel erreichen, die den sensibelsten Teil Deines Schaftes verkörpert. Die Breite
Deiner Hand ist schmaler als die Länge Deines Penis. Ist eine Frau stark erregt, kann die
Vagina eine Tiefe bis zu 22 Zentimeter erlangen, sodass Deine Eichel dauerhaft
stimuliert wird.
Dein Trainingserfolg kann durch diese beiden Probleme (nicht das gleiche Gefühl und
keine dauerhafte Stimulation) gedämpft werden. So kann es passieren, dass Du Dich
beim Masturbieren gut kontrollieren kannst, aber Dir die Kontrolle beim Sex schwer
fällt, da es sich im Endeffekt anders anfühlt. Dein Ejakulationsreflex hat sich nicht an
diese Bedingungen angepasst und Du ejakulierst beim Sex doch viel schneller, als bei
der Masturbation.
Damit Du dieses Problem lösen kannst, empfehle ich die Verwendung eines
Masturbators oder einer Taschenvagina. Mit diesen kleinen Hilfsmitteln lässt sich das
Gefühl einer echten Vagina deutlich näher erzeugen, als mit der bloßen Hand.
Vielleicht denkst Du jetzt: „Was? So ein Ding brauche ich nicht!“ Glaube mir, Du wirst
mir für diesen Tipp dankbar sein, denn:
Ich garantiere Dir, dass Du mit Hilfe eines Masturbators Deine vorzeitige Ejakulation
VIEL schneller und mit besseren Resultaten überwinden wirst.
Ein Masturbator ist vor allem dann unverzichtbar, wenn Du zum Üben keine Partnerin
hast. Aber auch wenn Du eine Frau oder Freundin hast, wird sich dieses Hilfsmittel als
wertvoll erweisen. Um Deinen Körper kennenzulernen und die Techniken zu trainieren,
benötigst Du etwas Zeit ohne Druck.
Beim ersten Gebrauch eines Masturbators wirst Du sehr wahrscheinlich viel früher
kommen, als bei der Masturbation ohne dieses Hilfsmittel. Das ist normal und auch gut
so. Das bedeutet, dass Du die Stimulation erhöhst und Dein Ejakulationsreflex (und
Dein Verstand) dahin gehend trainiert wird, eine gewisse Toleranz aufzubauen.
Mit der Zeit wird sich Dein Ejakulationsreflex an die intensivere Stimulation gewöhnen.
Sobald Du echten Sex hast, wirst Du eher in der Lage sein, dabei Deine Techniken und
Übungen erfolgreich anzuwenden.
Ich habe viele Masturbatoren ausprobiert – von 200 Euro Luxusvarianten bis zu den 2
Euro Billigversionen, die es in vielen Diskotheken auf der Toilette zu kaufen gibt.
Ich empfehle Dir die „Fleshlight Performance“. Dieser Masturbator wurde speziell für
das Masturbationstraining entwickelt. Er kostet lediglich 50 Euro. Der folgende Link
leitet Dich zur Herstellerseite: [Link]
Bevor ich Dir Masturbationstechniken und weitere Informationen mit auf den Weg
gebe, möchte ich Dir ein paar wichtige Punkte für die Masturbation aufzeigen. Die
folgenden, aufgeführten Faktoren beeinflussen den Zeitpunkt Deiner Ejakulation und
die Umprogrammierung Deines Ejakulationsreflexes. Diese Punkte treffen natürlich
auch bei der Verwendung eines Masturbators zu.
• Masturbiere nie ohne Gleitmittel! Mit einer trockenen, rauen Hand trainierst
Du Deinen Penis nur darauf, sehr sensibel zu sein. Sobald dann eine warme,
feuchte Vagina ins Spiel kommt, wirst Du nicht lange durchhalten können.
Stimulierst Du Deinen Penis nicht ausreichend (Masturbation mit einer
trockenen Hand), wird er sich daran gewöhnen, mit wenig Stimulation zu
ejakulieren. Stimulierst Du Deinen Penis sehr stark (mit Gleitgel, Taschenvagina,
echter Vagina), wirst Du bis zur Ejakulation viel Stimulation aushalten.
Solltest Du zu den Männern gehören, die mal eben ins Badezimmer gehen, um
innerhalb weniger Minuten Druck abzulassen, solltest Du damit ab sofort
aufhören! Mit dem schnellen Orgasmus gewöhnst Du Deinen Körper an die
vorzeitige Ejakulation.
Nimm Dir mindestens zwanzig Minuten Zeit zum Masturbieren. Ist der Druck
zum Ejakulieren zu hoch, lege eine Pause von einigen Sekunden ein.
• Achte darauf, vor der Masturbation nicht zu erregt zu sein! Viele Männer
sehen sich einen Porno an, ohne dabei zu masturbieren. Sie spielen lediglich an
sich herum und fangen erst mit der Masturbation an, wenn sie richtig
aufgegeilt sind. Dies führt dazu, dass sie innerhalb weniger Sekunden oder
Minuten ejakulieren.
• Bleibe ruhig und entspannt! Achte auf die richtige Atemtechnik und halte
Körper, Verstand und PM parasympathisch.
• Spanne niemals Deinen PM an! Das Anspannen des PMs beschleunigt den
Ejakulationsprozess. Wie ich bereits zuvor erwähnt habe, sollst Du Deinen PM
nur dann anspannen, wenn Du den „Point of no Return“ erreicht hast und die
Ejakulation unterdrücken willst.
• Entleere IMMER Deine Blase vor dem Masturbieren und dem Sex! Eine volle
Blase übt Druck auf die Prostata und den PM aus, sodass die Ejakulation
beschleunigt wird.
Zur Vereinfachung werde ich im weiteren Verlauf von PONR schreiben, wenn der
„Point of no Return“ gemeint ist. Der PONR ist das kribbelnde Gefühl, welches Du
unmittelbar vor der Ejakulation spürst (ca. drei Sekunden vorher). Wenn Du an diesem
Punkt bist und die Stimulation nicht beendest, wirst Du unweigerlich ejakulieren.
Bei der Masturbation ist es wichtig, den Punkt VOR dem PONR (den PPONR) zu
erkennen: Etwa zehn bis dreißig Sekunden vor dem PONR empfindet Dein Penis
sämtliche Berührungen als äußerst intensiv und Dein PM beginnt sich anzuspannen. In
dieser Phase bereitet sich dein Körper auf den PONR und auf die Ejakulation vor.
Für die Übungen und Techniken in diesem Buch ist es wichtig, den PPONR und den
PONR zu erkennen. Tritt der PPONR ein (die Phase vor dem PONR), kannst Du durch
Entspannung von Körper und Verstand verhindern, Dich weiter auf den PONR
zuzubewegen. Sobald Du ein Gespür dafür entwickelt hast, lässt sich der PONR durch
Erregungskontrolle vermeiden. Zudem bist Du in der Lage, das Abdrücken der
Ejakulation mit dem PM besser zu „timen“. Du darfst Dir nur nicht zu viel Zeit damit
lassen, wenn Du den PONR erreicht hast. An diesem Punkt kann bereits eine einzige
Rein- bzw. Rausbewegung eine Ejakulation auslösen. Notfalls hilft eine kurze
Unterbrechung von wenigen Sekunden.
Lerne den PPONR und PONR kennen und mache Dich damit vertraut! Erkennst Du
den Zeitpunkt des PPONR, bist Du in der Lage, den PONR zu verhindern!
Im ersten Kapitel habe ich die zwei Möglichkeiten erklärt, wie Du eine Erektion
bekommen kannst: 1. Mentale Stimulation und 2. Körperliche Stimulation. Die meisten
Männer nutzen beide Methoden.
Von nun an möchte ich, dass Du lediglich die körperliche Stimulation verwendest, um
eine Erektion zu erhalten. Auf diesem Wege wirst Du eine „langsame“ Erektion
erreichen, denn auf es wird ein paar Minuten dauern, bis du erigiert bist.
Stimuliere Dich ein bis zwei Minuten mit der Hand (dies kann auch Deine Partnerin
übernehmen) und versuche so wenig wie möglich zu visualisieren, denn es sollen die
Nerven im Perinealbereich, aber nicht die Hirnrinde aktiviert werden.
Die „richtige“ Erektion zu bekommen, ist nicht schwer zu erlernen und wie bei allem
gilt auch hier: Übung macht den Meister!
Diese Technik ist meine Lieblingstechnik und ähnelt der bekannten „Stop-and-go-
Methode“. Allerdings wird die „Stop-and-go-Methode“ oftmals falsch erklärt, sodass
sie nicht verstanden und damit unbrauchbar wird. Meistens wird erklärt, man solle
solange masturbieren, bis man kurz vor der Ejakulation ist. Dann solle man einige
Sekunden aufhören und anschließend weitermachen.
Der Haken daran ist: Wenn Du bereits spürst, dass Du ejakulieren musst, ist der
Ejakulationsprozess schon ausgelöst. Das heißt, der Samen ist „startklar“ und sobald zu
weitermachst, wird es keine zwanzig Sekunden dauernd und es ist eine erneute
Unterbrechung notwendig.
Gehen wir davon aus, dass Du nach etwa fünf Minuten Masturbation ejakulierst. Die
meisten Männer spüren rund fünfzehn Sekunden vor dem Samenerguss, dass sie
ejakulieren müssen. Somit bist Du nach 4.45 Minuten an dem Punkt des Gefühls, kurz
vor der Ejakulation zu stehen. Würdest Du dreißig Sekunden eher stoppen, wäre der
Samen noch nicht vorbereitet. Also geben wir ein Polster von dreißig Sekunden zu den
fünfzehn Sekunden dazu. Damit wirst Du bereits nach 4.15 Minuten stoppen und der
Ejakulationsprozess hat noch gar nicht angefangen.
Zu Beginn wird es Dir schwer fallen, dieses Polster zu nutzen. Mit etwas Übung wirst
Du aber den Zeitpunkt vor dem Gefühl, ejakulieren zu müssen, erkennen.
Die Pausen sollten eine Minute andauern. In dieser Minute solltest Du Deine Erektion
beibehalten. Dazu bedienst Du Dich der Visualisierung, aber bitte nur so wenig wie
nötig.
Probiere diese Technik zwischen dreißig bis sechzig Minuten durchzuführen. Das ist
eine lange Zeit und irgendwann wirst Du nur noch das Bedürfnis verspüren, endlich zu
ejakulieren. Aber, genau das solltest Du verhindern, denn Masturbation hat für Dich
den Zweck, Deinen Ejakulationsreflex zu trainieren. Selbstverständlich solltest Du mit
der Übung aufhören, wenn Dein Penis wund wird.
Masturbationstechnik Nr. 2
Technik Nr. 1 und Technik Nr. 2 dienen dazu, Körper, Verstand und Ejakulationsreflex
auf eine lange Stimulation hin zu trainieren. Die Masturbationstechnik Nr. 2 ist jedoch
in erster Linie als Training gedacht, die BC-/PC-Muskeln zu entspannen. Um diese
Technik zu üben, solltest Du Dich NICHT beeilen zu ejakulieren!
Diese Technik solltest Du einmal pro Woche anwenden. Sie ist wie normales
Masturbieren, aber nun wendest Du alles an, was Du in den letzten Kapiteln gelernt
hast. Auf diese Weise kannst Du überprüfen, wie sich Deine neuen Fähigkeiten
entwickelt haben.
Hinweis: Bei dieser Technik solltest Du einen trockenen Orgasmus erleben. Deine
Erektion bleibt dabei bestehen und Deine Erregung fällt auf Phase 2 zurück.
Es ist immens schwierig, die Stimulation während des gesamten Prozesses des
Abdrückens weiterzuführen. Du wirst wahrscheinlich am Anfang nicht dazu in der Lage
sein. Mit regelmäßiger Übung und Geduld wirst Du Dir diese Fähigkeit aneignen
können.
Während der PM-Anspannung ist es möglich, dass ein wenig Samen austritt. Dies führt
nicht zum Verlust der Erektion. Solange Du die Hauptkontraktionen einhalten kannst,
bleibt Deine Erektion zu 80 bis 100 Prozent bestehen. Der Grund für eine nachlassende
Erektion nach dem Orgasmus ist eine erhöhte Blutzufuhr der Eichel, die durch das
Zucken beim Orgasmus entsteht. Dadurch wird die Eichel hypersensibel und es kommt
zum Verlust von Energie und Erregung.
An der Eichel befinden sich die empfindlichsten Nerven, die den Ejakulationsprozess
auslösen. Mit einer von mir entwickelten Technik lässt sich die Eichel dahin gehend
trainieren, mit viel Stimulation umgehen zu können. Zuvor habe ich beschrieben, dass
eine raue Hand den Penis darauf trainiert, sensibler auf Stimulation zu reagieren und
somit früher zu ejakulieren. Bei der Eichel-Technik wirst Du extreme Reize ausführen,
sodass die Eichel normale Reize besser handhaben kann.
Bilde mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis (sowie das amerikanische Zeichen für
Ok). Diesen Ring setzt Du etwa einen Zentimeter unter der Eichel an und führst die
Hand nach oben, etwa über die halbe Eichel. Du stimulierst also nicht den gesamten
Schaft, sondern lediglich die Eichel und dort die empfindlichsten Stellen: Die Kerbe
unterhalb der Eichel und der untere „Ring“ der Eichel. Die Stimulation wird in
schnellem Tempo durchgeführt, während Du auf Deine Atmung und auf Deine
Erregung achtest.
Da sich die Eichel bei dieser Technik mit sehr viel Blut füllt, wird sie sogar
empfindlicher als beim Sex. Dadurch wird Dein Penis die normale Stimulation der
Vagina besser aushalten können.
Diese Technik lässt sich mit und ohne Gleitmittel durchführen. Ich bevorzuge es, auf
Gleitmittel zu verzichten, weil dann die Empfindungen größer sind. Der Druck sollte so
locker sein, dass Du gerade noch die Eichel berührst. Penis und Hand müssen absolut
trocken sein, denn sind sie auch nur ein wenig feucht, wird das Ganze zu grob und Du
erreichst nicht das Level der Empfindlichkeit, welches ich meine.
Mit diesem letzten Kapitel möchte ich die verschiedenen Aspekte der vorzeitigen
Ejakulation zusammenfassen, damit Du meine Techniken besser verstehst. Die
Zusammenfassung erfolgt in fünf Schritten, sortiert nach Relevanz.
Wenn Du die Techniken wirklich anwendest, wird sich Dein Problem der vorzeitigen
Ejakulation auflösen. Sei geduldig mit Dir und übe regelmäßig. Alles, was an Wissen
notwendig ist, wurde in diesem Handbuch behandelt.
Schritt 1 – Es ist sehr wichtig, dass Du deinen Körper und Verstand vollkommen
entspannt und somit im parasympathischen Modus hältst. Hier fängt der
Ejakulationsprozess an und somit solltest Du auch an diesem Punkt anfangen zu
arbeiten.
Im Grunde steuerst Du alles mental,also mit Deinem Verstand. Du kannst mental dafür
sorgen, Deinen Körper entspannt zu lassen und ebenso kannst Du Deinen Verstand
nutzen, um sehr schnell erregt zu werden und vorzeitig zu ejakulieren.
Schritt 2 – Sei selbstbewusst und optimistisch, denn mit dieser inneren Einstellung
wirst Du länger durchhalten und Deine Partnerin besser befriedigen können.
Lasse Deine vergangenen Erfahrungen los und richte Deine Aufmerksamkeit auf Dein
Ziel, länger durchzuhalten.
Schritt 3 – Ein Grund für die vorzeitige Ejakulation ist die falsche Masturbation in der
Jugendzeit. Wenn Du mit dem Zweck masturbiert hast, schnell zum Orgasmus zu
kommen, hast Du Deinen Körper darauf programmiert, IMMER schnell zu kommen.
Dein Ejakulationsreflex ist deshalb vielleicht momentan zu sensibel.
Die Umprogrammierung bedarf Zeit und Training. Zu Beginn mag es Dir schwer fallen,
die Übungen zu verlängern. Mit regelmäßigem Training wirst Du Dich daran gewöhnen
und immer seltener aufhören müssen.
Lasse Deinen PM (zusammen mit dem gesamten Körper) entspannt, wodurch der
Ejakulationsprozess verzögert wird. Indem Du anfängst, den PM anzuspannen, leitest
Du die Ejakulation ein. Es ist sehr effektiv, wenn Du Dich beim Sex auf die Entspannung
des PMs konzentrierst. Dies hat dieselbe beruhigende Wirkung, wie sinnlicher Sex.
Mit regelmäßigem Training stärkst Du Deinen PM. Dann kann der Muskel für multiple
Orgasmen sorgen. Sobald Du die Technik beherrscht, wirst Du so lange Sex haben
können, wie Du willst. Du musst lediglich zwischendurch für ein paar Sekunden
aufhören, um einen Orgasmus zu haben.
Schritt 5 – Nach all diesen Informationen wird Dein Kopf wahrscheinlich nicht klar sein.
Es ist unmöglich, alles, was Du in diesem Buch erfahren hast, über Nacht
auszuprobieren. Lass Dich also nicht von diesem Wissen nervös machen. Ich sage Dir
zwar, dass Du all das tun sollst, doch das Wichtigste ist: Bleibe ruhig und entspannt!
Versuche nun nicht mit Gewalt ruhig zu werden. Dadurch würdest Du Dich in den
sympathischen Modus bringen und dieser löst eine Ejakulation aus.
Schalte Deine Gedanken ab und nehme lediglich wahr. Oder anders ausgedrückt: Du
musst nur „chillen“ und es nicht mit aller Gewalt versuchen.
Nehme Dir Zeit, um die Übungen regelmäßig durchzuführen. Nehme dieses Training so
ernst, wie andere Dir wichtige Dinge.
Erfolgreiche Menschen wenden die 72-Stunden-Regel an: Nimmst Du Dir etwas Neues
vor, so beginne innerhalb 72 Stunden!
Vielen Dank, dass Du mein Buch als Lösung gewählt hast. Wenn ich neue
Informationen oder Techniken habe, werde ich dieses Buch auf den neusten Stand
bringen und Dir die neue Version per E-Mail zusenden.