Steigerung - Adjektive
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Was bedeutet Steigerung?
Das Adjektiv kennt drei Steigerungsformen: die Grundform (Positiv), den Komparativ (1. Steigerung) und
den Superlativ (2. Steigerung). Demnach ist der Superlativ die höchste Steigerungsform der Wortart. Der
Komparativ ermöglicht es, zwei Dinge miteinander zu vergleichen (Max ist klüger als Moritz), wobei die
Höchstform eine Sache mit mehreren Sachen oder auch der Gesamtheit vergleicht (Lehrer Lämpel ist am
klügsten).
Wie werden die Steigerungsformen gebildet?
Adjektive und Adverbien lassen sich steigern. Im Komparativ bekommen die regelmäßig gesteigerten
Adjektive die Endung „–er“, im Superlativ steht vor dem Adjektiv „am“ und es bekommt die Endung „-
sten“.
Beachte: Hierbei wird das Adjektiv zumeist mit einem als verbunden, das als Vergleichsobjekt dient.
schön – schöner - am schönsten
die schönere Aussicht – die schönste Aussicht
Die Aussicht auf dem Berg ist schöner als im Tal.
Auf dem Berg gibt es eine schönere Aussicht als im Tal.
-er… oder -st… + Endung! (Deklination des Adjektivs)
Wichtig ist, dass sich der Komparativ dem Kasus (Fall) und Numerus (Zahl) des Nomens anpasst
(Deklination). Achte auch auf Groß- und Kleinschreibung.
Allgemein werden Adjektive und Adverbien klein geschrieben.
Welche Regeln sind zu beachten?
Wie so oft, können Regeln auch unübersichtlich und zu verzweigt sein. Ausnahmen lernst du am besten
auswendig. Dennoch werden einige (eindeutige) Regeln aufgeführt.
Diese betreffen unregelmäßige Adjektive; Adjektive, die einsilbig sind oder auf d/t, s/ß/x/z enden sowie
das e bei unbetonter Adjektivendung:
fett – fetter – am fettesten
nett – netter – am nettesten
edel – edler – am edelsten aber:
aktuell – aktueller – am aktuellsten
Einige Eigenschaftswörter bilden Superlativ und Komparativ mit einem Umlaut:
kalt – kälter – am kältesten
klug – klüger – am klügsten
Weiterhin gibt es Adjektive, die unregelmäßig sind. Diese Formen müssen hier einfach gelernt werden,
da die Grundform des Adjektivs wechselt:
gern lieber am liebsten
gut besser am besten
hoch höher am höchsten
nah näher am nächsten
viel sehr am meisten
groß größer am größten
Übersicht über die Deklination der Steigerungsformen
Die Steigerungsformen eines Adjektivs können vor dem Nomen stehen, dann spricht man von einem
attributiven Gebrauch des Adjektivs. Die Endungen ändern sich.
Der Nachbar will sich ein teures Auto kaufen.
Sein Nachbar hat sich ein teureres Auto gekauft.
Sein Direktor kann sich das teuerste Auto leisten.
Groß oder klein?
Werden Adjektive wie ein Substantiv/Nomen gebraucht, müssen wir sie großschreiben (Artikelprobe).
Adjektive können in folgenden Fällen als Nomen gebraucht werden:
Auf das Adjektiv bezieht sich eines der folgenden Pronomen: der, die, das, ein, eine, dieser, diese, dieses,
jener, jene, jenes ...
der Blinde, jener Kleine, dieses Gelb
Auch nach diesen Pronomen werden Adjektive großgeschrieben: nichts, wenig, alles, etwas, allerlei,
genug, manches, einiges ...
nichts Schönes, alles Gute, allerlei Lustiges
Dem Adjektiv gehen Wörter wie zum (zu dem), im (in dem), aufs (auf das), ins (in das) voraus:
aufs Trockene stehen, ins Dunkle flüchten
Achtung: Die 2. Steigerungsform (der Superlativ) nach „am“ wird kleingeschrieben:
am schönsten, am längsten
der Alte – das Beste – das Einzige – das Größte – auf dem Trockenen sitzen
im Allgemeinen (in dem Allgemeinen) – im Dunklen – im Einzelnen – nicht im Geringsten – im Großen
und Ganzen - Arme und Reiche - viele Arme und Reiche – Große und Kleine – Alte und Junge
Ich möchte etwas Kaltes trinken. - In den Nachrichten gibt es wenig Neues.
Im Urlaub haben wir viel Schönes erlebt. - Heute ist nichts Neues passiert.
Ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag.
Welche Besonderheiten gibt es beim Adverb?
Adverbien sind Wörter, die beschreiben, wie jemand etwas tut oder wie etwas geschieht. Adverbien
werden genauso wie Adjektive gesteigert, jedoch ist eine regelmäßige Steigerung nur bei sehr wenigen
Adverbien möglich.
Bei manchen Adverbien ohne Vergleichsform kann die Steigerung durch Kombination mit mehr oder
weiter (Komparativ) und mit am meisten oder am weitesten (Superlativ) gebildet werden.
Sie steht weiter vorne. Er steht am weitesten vorne.
Beim Konzert stand ich ganz vorne an der Bühne.
Wir befanden uns am weitesten.
Hyperlativ
Fehlerhafte, übermäßige bzw. unnötige Steigerung von Absolutadjektiven (tot, einzig, optimal, ideal),
deren Positivform bereits eine Superlative Bedeutung hat (siehe auch Superlativ). Bsp.: die *optimalste
(richtig: optimale) Variante, die *einzigste (richtig: einzige) Lösung.
Über die drei Steigerungsformen hinaus gibt es eigentlich nichts. Trotzdem werden Formen gebildet, die
sprachlich über den Superlativ hinausgehen. Sie werden Hyperlativ genannt, die Übersteigerung von
Adjektiven.
Bekanntes Beispiel aus der Märchenwelt:
„Frau Königin“, sagt der Spiegel im Märchen Schneewittchen, „Ihr seid die Schönste hier.“ Und schränkt
sofort ein: „Aber Schneewittchen, hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch
tausendmal schöner als Ihr!“
Beispiele solcher – eigentlich unmöglichen – Hyperlative:
Für die bestbewertesten Clips winken attraktive Preise.
Die allumfassendste Liebe Gottes …
Jürgen war der einzigste aus der Clique mit Zigaretten.
Der optimalste Moment …
Alle Tiere sind gleich. Manche aber sind gleicher