3.2.2.
4 Kapitalertragsteuer
Die Kapitalertragsteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen ist keine eigene Steuer, sondern wie auch
die Lohnsteuer nur eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer. Bei Privatanlegern ist das
Besteuerungsverfahren eine Abgeltungsbesteuerung mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 %,
z. B. auf Zinsen, Dividenden, Gewinne aus Veräußerung von Wertpapieren. Die Kapitalertragsteuer
wird bei der Auszahlung der Erträge von der auszahlenden Stelle einbehalten und an das Finanzamt
abgeführt (vgl. § 44 Abs. 1 S. 1-3 EStG). Durch den Steuerabzug ist die Einkommensteuer auf die Ein-
künfte aus Kapitalvermögen abgegolten („Abgeltungssteuer“).
Ist der persönliche Einkommensteuersatz geringer als 25 %, werden auf Antrag des Steuerpflichtigen
die Kapitalerträge mit dem (geringeren) persönlichen Einkommensteuersatz besteuert, § 32d Abs. 6
EStG („Veranlagungsoption“).
Das Veranlagungswahlrecht sollte ein Steuerpflichtiger ausüben, wenn z. B. der Sparer-Pauschbetrag
gemäß § 20 Abs. 9 EStG in Höhe von 1.000 € oder Verluste nicht berücksichtigt wurden, § 32d Abs. 4
EStG.
Eine Veranlagungspflicht besteht, wenn dem Steuerpflichtigen Kapitalerträge zugeflossen sind, die
bisher nicht dem Steuerabzug unterlagen, § 32d Abs. 3 EStG.
Bei der Auszahlung der Kapitalerträge ist ein Steuerabzug nicht vorzunehmen, wenn dem Kreditinsti-
tut ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Der Freistellungsauftrag kann bis zur Höhe des Sparer-
Pauschbetrages erfolgen.
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[Link] Umsatzsteuer („Mehrwertsteuer“)
Mit dieser Steuer ist letztlich nur der Letztverbraucher/Endkunde wirtschaftlich belastet. Besteuert
wird immer nur der auf einer Wirtschaftsstufe geschaffene Mehrwert, darum auch umgangssprachlich
das Wort „Mehrwertsteuer“.
[Link].1 Steuerbarer Umsatz (Bestandteil Frühjahr 2003/Herbst 2009 alt, Frühjahr 2020)
Welche Leistungen überhaupt der Umsatzsteuer unterliegen, regelt § 1 Abs. 1 UStG.
Um von einem steuerbaren Umsatz gem. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG sprechen zu können, müssen folgende
Voraussetzungen gleichzeitig vorliegen:
1. Lieferung oder sonstige Leistung, die
2. ein Unternehmer
3. im Inland
4. gegen Entgelt
5. im Rahmen seines Unternehmens ausführt.
zu Nr. 1:
Eine Lieferung liegt vor, wenn die Verfügungsmacht an einem Gegenstand verschafft wird, also der
Abnehmer nach Belieben mit ihm verfahren kann (z. B. Verkauf eines PC; „Eigentum geht von A auf B
über“). Einfach ausgedrückt: wir kaufen einen Gegenstand.
Sonstige Leistungen definiert das Gesetz mit „Leistungen, die keine Lieferungen sind“.
Hauptanwendungsfall für sonstige Leistungen sind Dienstleistungen und Nutzungsüberlassungen (z.
B. Architekt erstellt Bauplan, Vermietung einer Wohnung, Behandlung durch Arzt, Gewährung und
Vermittlung von Krediten oder Versicherungen, Friseur, Steuerberater, Notar etc.).
zu Nr. 2:
Privatpersonen sind somit nicht vom UStG betroffen. Wer als Unternehmer im Sinne des UStG gilt,
regelt. Unternehmer ist nach § 2 Abs. 1 UStG, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selb-
ständig ausübt. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit („dauerhafte“ oder „mit Wie-
derholungsabsicht“) zur Erzielung von Einnahmen.
zu Nr. 3:
Was das UStG unter „Inland“ versteht, definiert § 1 Abs. 2 UStG („Staatsgebiet der Bundesrepublik
Deutschland“).
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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zu Nr. 4:
Entgelt kann praktisch mit „Gegenleistung“ gleichgesetzt werden, also alles was der Empfänger für
die erhaltene Leistung aufwendet.
zu Nr. 5:
Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche und berufliche Tätigkeit des Unternehmens, also
sämtliche Betriebe oder berufliche Tätigkeiten desselben Unternehmers. Zum Unternehmen gehört
also alles was die natürliche oder juristische Person macht.
[Link].2 Ort der Lieferung/sonstigen Leistung
Nach der Bestimmung der Umsatzart (= Lieferung oder sonstige Leistung) ist der Umsatzort zu ermit-
teln.
Lieferungen:
Der Ort einer Lieferung befindet sich grundsätzlich dort, wo der Transport des Gegenstandes beginnt,
§ 3 Abs. 6 UStG.
Beispiel:
Markus verkauft einen Laptop in seinen Verkaufsräumen in München an Karin. Er geht in sein Lager
und übergibt Karin den Laptop sofort.
Lösung Beispiel:
Der Verkauf des Laptops ist eine Lieferung, § 3 Abs. 1 UStG.
Der Ort befindet sich in München, da dort die Beförderung beginnt, § 3 Abs. 6 S. 1 UStG
Der Umsatz ist somit steuerbar, § 1 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 2 UStG.
Bei ruhenden Lieferungen (z. B. bei Grundstücksverkäufen) erfolgt die Ortsbestimmung gem.
§ 3 Abs. 7 UStG. Der Ort ist somit dort, wo sich das Grundstück befindet.
Sonstige Leistungen:
Die Ortsbestimmung nach § 3a UStG ist erheblich umfangreicher als bei Lieferungen. Grundsätzlich
wird eine sonstige Leistung an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen
betreibt, § 3a Abs. 1 UStG.
Eine sonstige Leistung, die an einen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird, wird
grundsätzlich an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Empfänger sein Unternehmen betreibt,
§ 3a Abs. 2 UStG
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Ausnahmen von diesen beiden Grundsätzen sind in § 3a Abs. 3 – 8 UStG geregelt. So ist beispielsweise
der Ort einer sonstigen Leistung in Zusammenhang mit einem Grundstück dort, wo sich das Grundstück
befindet, § 3a Abs. 3 UStG; z. B. wir lassen unser privates Haus oder unsere Maschinenhalle neu ver-
putzen.
[Link].3 Steuerbefreiungen (Bestandteil Frühjahr 2003/Herbst 2009 alt, Frühjahr 2020)
Nachdem festgestellt wurde, dass es sich um einen steuerbaren Umsatz handelt, ist im nächsten Schritt
eine eventuell vorliegende Steuerbefreiungsvorschrift zu prüfen. Diese sind in § 4 UStG geregelt.
Heißt: wenn nichts in § 4 steht, dann ist es steuerpflichtig.
Ausfuhrlieferungen, § 4 Nr. 1 Buchstabe a) i.V.m. § 6 UStG
Eine Ausfuhrlieferung liegt vor, wenn bei einer Lieferung
der Unternehmer den Gegenstand in das Drittlandsgebiet befördert/versendet hat oder
der ausländische Abnehmer den Gegenstand in das Drittlandsgebiet befördert/versendet
hat und
Nachweise vorliegen.
Innergemeinschaftliche Lieferung, § 4 Nr. 1 Buchstabe b) i.V.m. § 6a UStG
Eine innergemeinschaftliche Lieferung liegt vor, wenn bei einer Lieferung
der Unternehmer oder der Abnehmer den Gegenstand in das übrige Gemeinschaftsgebiet
befördert/versendet hat („der Gegenstand bleibt innerhalb der EU“) und
der Abnehmer ein Unternehmer ist, der den Gegenstand für sein Unternehmen erworben
hat und
der Erwerb beim Abnehmer im anderen Mitgliedstaat steuerpflichtig ist („der Käufer muss
es in seinem Land z. B. in Österreich, Frankreich oder Tschechien als innergemeinschaftlicher
Erwerb versteuern“) und
der Abnehmer eine gültige USt-ID-Nummer verwendet und
Nachweise vorliegen.
Sonstige
Weitere häufig vorkommende Steuerbefreiungen liegen z. B. vor bei
Gewährung/Vermittlung von Krediten (§ 4 Nr. 8 Buchstabe a) UStG),
Umsätzen, die unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen (= Verkauf eines Grundstückes,
§ 4 Nr. 9 Buchstabe a) UStG),
Vermietung und Verpachtung von Grundstücken etc. (§ 4 Nr. 12 S. 1 Buchstabe a) UStG);
wegen Einschränkungen vgl. § 4 Nr. 12 S. 2 UStG) oder bei
Umsätzen aus der Tätigkeit als Arzt, Heilpraktiker etc. (§ 4 Nr. 14 S. 1 UStG).
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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Beachte:
Eine Steuerbefreiung kann nur bei steuerbaren Umsätzen vorliegen. Bei nicht steuerbaren Um-
sätzen kann eine Steuerbefreiung nicht vorliegen und ist somit auch nicht zu prüfen.
Auf die Steuerbefreiung kann bei bestimmten Umsätzen verzichtet werden, § 9 Abs. 1 UStG. Der
Vorteil ist, dass mir im Gegenzug ein Vorsteuerabzug zusteht.
[Link].4 Bemessungsgrundlage
Sofern ein steuerbarer und steuerpflichtiger Umsatz vorliegt, ist das Entgelt zu ermitteln. Entgelt ist
grundsätzlich alles, was der Leistungsempfänger unmittelbar aufwendet, um die Leistung zu erhalten,
abzüglich der Umsatzsteuer. Einfach ausgedrückt: das ist die Gegenleistung für den Gegenstand bzw.
die Leistung.
[Link].5 Steuersatz (Bestandteil Frühjahr 2007)
Grundsätzlich ist auf die Bemessungsgrundlage der Regelsteuersatz von 19 % aufzuschlagen. Die
Steuer ermäßigt sich auf 7 % für bestimmte Umsätze. Dies betrifft z. B.
lebende, abschließend aufgezählte Tiere
Bücher
Rollstühle
Milch
[Link].6 Steuerentstehung/Steuerschuldner
Die Steuer entsteht für Lieferungen und sonstige Leistungen bei vereinbarten Entgelten mit Ablauf
des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind, § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buch-
stabe a) UStG. Die Zahlung der Leistung ist hierbei völlig egal!
Steuerschuldner (§ 13a UStG) ist bei steuerbaren und steuerpflichtigen Lieferungen/sonstigen Leis-
tungen grundsätzlich der Unternehmer, der die Leistung erbringt, also z. B. Bäcker, Tankstelle usw.
In den Fällen von § 13b Abs. 1 S. 1 UStG ist Steuerschuldner der Leistungsempfänger (= sogenanntes
„Reverse-Charge-Verfahren“). Hierdurch sollen Umsatzsteuerbetrugsfälle verhindert werden.
[Link].7 VoSt-Abzug (Bestandteil Frühjahr 2003/Herbst 2005/Frühjahr 2007/Frühjahr 2011/Früh-
jahr 2015/Herbst 2016/Frühjahr 2019/Herbst 2019/Herbst 2021/Herbst 2022)
Der Unternehmer (somit keine Privatperson!) kann die in § 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 – 5 UStG genannten
Vorsteuerbeträge abziehen. Für Lieferungen und sonstige Leistungen ist der VoSt-Abzug (erst) mög-
lich, wenn
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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die Leistung von einem anderen Unternehmer für das Unternehmen (somit nicht für den
Privatbereich) ausgeführt wurde
und
eine ordnungsgemäße schriftliche oder elektronische Rechnung i.S.d. §§ 14, 14a UStG vor-
liegt (insb. § 14 Abs. 4 UStG).
Bei steuerfreien Umsätzen ist gemäß § 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG der Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Hat
der Unternehmer (nur) steuerfreie Umsätze und zahlt deshalb keine Umsatzsteuer an das Finanzamt,
bekommt er (normalerweise) auch keinen Vorsteuerabzug.
[Link].8 Steuerberechnung/Besteuerungszeitraum (Bestandteil Frühjahr 2004/Herbst 2006/Früh-
jahr 2020/Frühjahr 2021/Herbst 2022)
Die Steuer ist grundsätzlich nach vereinbarten Entgelten zu berechnen (= „Sollversteuerung“). Hier-
von sind die abziehbaren Vorsteuerbeträge abzuziehen, § 16 UStG.
Auf Antrag kann das Finanzamt gestatten, dass der Unternehmer die Steuer nach vereinnahmten Ent-
gelten berechnen darf (= „Istversteuerung“), § 20 Abs. 1 UStG. Hier ist sodann die Zahlung ausschlag-
gebend/entscheidend: Die Steuer entsteht erst mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die
Entgelte vereinnahmt worden sind, § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b) UStG.
Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr, § 18 Abs. 2 S. 1 UStG. Nach
§ 18 Abs. 2 S. 2 und 3 UStG kann aber auch
der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum sein oder
der Unternehmer ist von der Abgabe von Voranmeldungen befreit
oder der Unternehmer kann freiwillig den Kalendermonat als Voranmeldungszeitraum wäh-
len oder
zu Beginn seiner Tätigkeit muss der Unternehmer die ersten beiden Kalenderjahre monatli-
che Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben.
Bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums hat der Unternehmer die Voranmeldung
elektronisch abzugeben, in der er die Steuer selbst berechnet und diese ebenfalls bis zu diesem Zeit-
punkt zu entrichten hat, § 18 Abs. 1 UStG. Diese Frist kann gemäß § 18 Abs.6 UStG und § 48 UStDV um
einen Monat verlängert werden. Hierfür ist eine Sondervorauszahlung zu leisten und zwar in Höhe von
1/11 der Vorauszahlungen für das vorangegangene Kalenderjahr.
Für ein abgelaufenes Kalenderjahr ist zudem eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung abzugeben,
§ 18 Abs. 3 S. 1 UStG.
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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[Link].9 Besteuerung von Kleinunternehmern (Bestandteil Herbst 2017/Herbst 2021)
Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG Abs. 1 Satz 1 UStG wird ein Unternehmer behandelt, wenn der
Umsatz (zzgl. Umsatzsteuer)
des vorangegangenen Kalenderjahres 22.000,- € nicht überstiegen hat und
im laufenden Kalenderjahr 50.000,- € voraussichtlich nicht übersteigt.
Dies hat zur Folge, dass
1) für steuerbare Umsätze keine Umsatzsteuer erhoben wird,
2) allerdings auch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs entfällt,
3) kein Umsatzsteuer-Ausweis in der Rechnung vorgenommen werden darf,
4) und in der Rechnung auf § 19 UStG hingewiesen werden muss.
Auf die Kleinunternehmer-Regelung kann jedoch verzichtet werden.
[Link].10 Innergemeinschaftlicher Erwerb, § 1a UStG
Vorangeschickt mit einfachen Worten: „Wir als Unternehmer kaufen einen Gegenstand im EU-Aus-
land, bekommen eine Rechnung ohne Umsatzsteuer und müssen das bei uns in Deutschland mit 19 %
versteuern.“.
Der Umsatzsteuer unterliegt also der Erwerb eines Gegenstandes (= Lieferung), wenn
dieser aus einem EU-Mitgliedstaat in das Inland gelangt,
der Erwerber ein Unternehmer ist, der den Gegenstand für sein Unternehmen (nicht der Pri-
vatbereich) erwirbt und
die Lieferung durch einen Unternehmer gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens aus-
geführt wird.
Steuerschuldner ist, wie bei aus dem Begriff „innergemeinschaftlicher Erwerb“ bereits ersichtlich ist,
der Erwerber (§ 13a (1) Nr. 2 UStG).
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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[Link] Grundsteuer
Steuerpflichtig ist der im Inland gelegene Grundbesitz. Hierzu gehören sämtliche Grundstücke
(§ 2 Nr. 2 GrStG) sowie die Betriebe der Land- und Forstwirtschaft (§ 2 Nr. 1 GrStG). Es gibt Befrei-
ungsvorschriften gemäß § 3 ff. GrStG, die besonders Grundbesitz der öffentlichen Hand, der Kirchen
und der gemeinnützigen Körperschaften begünstigen.
Die Berechnung der Grundsteuer ist zweistufig vorzunehmen (Bestandteil Herbst 2011/Frühjahr
2012). Auch hierzu ein Ermittlungsschema:
Einheitswert (wäre in der Prüfung gegeben)
x Steuermesszahl (§§ 14 und 15 GrStG)
= Steuermessbetrag
x Hebesatz (§ 25 GrStG; wäre in der Prüfung gegeben)
= Grundsteuer (bekommt die Gemeinde, in der das Grundstück liegt)
Die Gemeinde erhebt die Grundsteuer unter Anwendung eines Hebesatzes auf den Steuermessbe-
trag. Der Hebesatz wird von der Gemeinde für Grundsteuer A (agrarisch – für Grundstücke der Land-
und Forstwirtschaft) und Grundsteuer B (baulich – für bebaute oder bebaubare Grundstücke) für ein
oder mehrere Kalenderjahre festgelegt (§ 25 GrStG).
Schuldner der Grundsteuer ist der zivilrechtliche Eigentümer des Grundstücks, § 10 GrStG.
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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[Link] Grunderwerbsteuer
Voraussetzung für einen Erwerb i.S.d. GrEStG ist, dass ein Recht an einem Grundstück von einem
Rechtsträger auf einen anderen übertragen wird. Träger von Rechten und Pflichten können natürliche
und juristische Personen sein. Ferner gelten auch Personengesellschaften (u.a. OHG, KG) als Rechts-
träger i.S.d. GrEStG. Mit einfachen Worten: Ein Grundstück wird verkauft.
Mit Abschluss des notariellen Kaufvertrags wird § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG erfüllt, ein inländisches Grund-
stück wird veräußert und es greift keine Steuerbefreiungsvorschrift. Auch andere Rechtsgeschäfte
können der Grunderwerbsteuer unterliegen, beispielsweise ein Tauschvertrag.
[Link].2 Steuerbefreiungen, § 3 GrEStG (Bestandteil Frühjahr 2013/Frühjahr 2018)
Eine Besteuerung wird vorgenommen, sobald die Gegenleistung den Wert von 2.500,- € über-
steigt.
Der Erwerb durch „nahe Angehörige“ ist steuerfrei.
[Link].3 Bemessungsgrundlage (Bestandteil Herbst 2011/Frühjahr 2012)
Im Regelfall gilt als Bemessungsgrundlage der Wert der Gegenleistung, § 8 GrEStG. Die Gegenleistung
unterliegt jedoch nur dann der Grunderwerbsteuer, sofern sie sich auf Grundstücke bezieht. Betriebs-
anlagen, Zubehör, Inventar, Forderungen, Küche, Mobiliar etc. sind somit außen vor.
[Link].4 Steuersatz/Steuererhebung
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Bayern immer 3,5 % der Bemessungsgrundlage (§ 11 GrEStG) und
ist einen Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheides fällig (§ 15 GrEStG). Der Käufer darf erst als
Erwerber ins Grundbuch eingetragen werden, wenn die Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanz-
amt vorliegt, die Grunderwerbsteuer also bezahlt wurde.
[Link].5 Steuerschuldner
Dies sind im Regelfall die am Kauf/Verkauf beteiligten Personen. In der Praxis wird vielmals vertrag-
lich geregelt, dass der Erwerber die Grunderwerbsteuer allein zu tragen hat.
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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[Link] Erbschaft- und Schenkungsteuer
Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer sind in einem gemeinsamen Gesetz geregelt.
Erbschaftsteuer
Schenkungsteuer
Bewertungsgesetz (BewG) Erbschafts- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG)
Bewertung von - Steuerklassen
- Grundvermögen - Freibeträge
- Kapitalvermögen - Steuersätze
- Betriebsvermögen - Verschonungsregeln für Wohnimmobilien
- land- und fortwirtschaftlichen Vermögen - Verschonungsregeln für Betriebsvermögen
[Link].1 Systematik
Die Bemessungsgrundlage für die Erbschaft- und Schenkungsteuer stellt der steuerpflichtige Erwerb
dar, § 10 Abs. 1 S. 1 ErbStG. Die Ermittlung der Wertansätze erfolgt durch das Bewertungsgesetz,
während erbschaftsteuerliche/schenkungssteuerliche Aspekte dem ErbStG zu entnehmen sind.
[Link].2 Steuerpflicht
Steuerpflichtige Vorgänge sind gemäß § 1 Abs. 1 ErbStG insbesondere
Erwerb von Todes wegen (§ 3 ErbStG)
Schenkung unter Lebenden (§ 7 Abs. 1 ErbStG)
Die persönliche Steuerpflicht tritt gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG allerdings nur ein, wenn der
Erblasser zur Zeit des Todes oder der
Schenker zur Zeit der Ausführung der Schenkung oder der
Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer (§ 9 ErbStG)
ein Inländer ist/war. Inländer bedeutet, dass die jeweilige Person ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen
Aufenthalt im Inland hatte.
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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[Link].3 Steuerentstehung
Die Steuer entsteht bei Erwerben von Todes wegen grundsätzlich mit dem Tod des Erblassers, bei
Schenkungen grundsätzlich mit der Ausführung der Schenkung, vgl. §§ 9 und 11 ErbStG
[Link].4 Steuerbefreiungen
Diese sind in § 13 ErbStG geregelt. Steuerfreie Vorgänge sind unter anderem:
Die Schenkung des Familienheims an den Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner bleibt
steuerfrei.
Der Erbfall an den Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner bleibt steuerfrei, wenn das Fami-
lienheim für weitere zehn Jahre selbst bewohnt wird.
Der Erbfall an Kinder bleibt steuerfrei, wenn die Wohnfläche des Familienheims
200 Quadratmeter nicht übersteigt und das Familienheim für zehn Jahre selbst bewohnt wird.
[Link].5 Verschonungsregelungen
Für Betriebsvermögen, §§ 13a und 13 ErbStG:
An die Betriebsfortführung geknüpft bestehen Begünstigungen, die für Betriebsvermögen, An-
teile an Kapitalgesellschaften von mehr als 25 % sowie land- und forstwirtschaftliches Vermögen
gelten. Beim Optionsmodell kann ein Vermögen komplett steuerfrei übergehen, während beim
Grundmodell das oftmals nur teilweise möglich ist.
Für Wohnimmobilien, § 13d ErbStG:
Bei vermieteten Wohnimmobilien im Privatvermögen wird ein Verschonungsabschlag von 10 %
auf den Immobilienwert gewährt. nur 90 % des Wertes sind steuerpflichtig.
[Link].6 Steuerklassen und Freibeträge
Vorausgeschickt: Die Steuerklassen haben nichts mit der Einkommensteuer zu tun! Abhängig vom per-
sönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser/Schenker wird zwischen drei Steuerklassen unter-
schieden. Jedem Erwerber steht ein Freibetrag zu (§ 16 ErbStG).
Steuerklasse Personen Persönliche Freibeträge
Ehegatten, Lebenspartner 500.000,- €
Kinder, Kinder verstorbener Kinder und Stiefkinder 400.000,- €
1
Kinder lebender Kinder und Stiefkinder 200.000,- €
Eltern und Großeltern (bei Erbfall) 100.000,- €
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Eltern und Großeltern (bei Schenkung), Geschwister,
2 Nichten/Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwie- 20.000,- €
gereltern, geschiedener Ehegatte/Lebenspartner
3 alle übrigen Erwerber 20.000,- €
Dem überlebenden Ehegatten/dem überlebenden eingetragenen Lebenspartner steht zusätzlich ein
besonderer Freibetrag i.H.v. 256.000,- € zu (§ 17 Abs. 1 S. 1 ErbStG).
Der besondere Freibetrag steht gem. § 17 Abs. 2 auch Kindern zu, allerdings betragsmäßig abhängig
vom jeweiligen Alter des Kindes.
[Link].7 Steuersätze (§ 19 ErbStG)
Welcher Steuersatz anzuwenden ist, ist von der Steuerklasse und der Höhe des steuerpflichtigen Er-
werbs (= Bemessungsgrundlage) abhängig, vgl. § 19 Abs. 1 ErbStG.
[Link].8 Steuerschuldner (§ 20 ErbStG)
Steuerschuldner ist der jeweilige Erwerber, bei einer Schenkung auch der Schenker (§ 20 ErbStG)
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[Link] Abgabenordnung (AO)
Die AO enthält Vorschriften, die bei der Ermittlung, der Festsetzung, der Erhebung und der Vollstre-
ckung einzelner Steuerarten zu berücksichtigen sind. Gemäß § 1 AO ergibt sich, dass die Abgabenord-
nung für alle Steuern und Steuervergünstigungen gilt. Ihr kommt deshalb eine herausragende Stel-
lung zu (Bestandteil Herbst 2010).
[Link].1 Aufbau und Inhalt der AO
Die AO ist in neun Teile gegliedert und enthält grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Normen:
Verfahrensrechtliche Vorschriften regeln u.a. den Ablauf des Besteuerungsverfahrens, das au-
ßergerichtliche Rechtsbehelfsverfahren usw. Also wer muss eine Steuererklärung abgeben, wie
schaut ein Steuerbescheid aus usw.
Materiell-rechtliche Vorschriften regeln insbesondere das Steuerschuldrecht (z. B. Entstehen
und Erlöschen von Steueransprüchen).
[Link].2 Durchführung des Besteuerungsverfahrens
Zunächst muss eine Person verpflichtet sein eine Steuererklärung abzugeben.
Wird dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, kann dies einen Verspätungszuschlag, ein Zwangs-
geld und/oder eine Schätzung zur Folge haben. Alles drei kann parallel/zeitgleich erfolgen!
[Link].2.1 Steuerermittlungsverfahren
Auf die Abgabe dieser Steuererklärung folgt das Ermittlungsverfahren, dessen Ziel es ist, alle Tatsa-
chen, die den individuellen Sachverhalt ausmachen, vollständig und zutreffend aufzuklären.
[Link].2.2 Festsetzungsverfahren (Bestandteil Frühjahr 2013/Frühjahr 2016/Ergänzung
2020/Herbst 2020/Frühjahr 2021)
Mit Abschluss des Ermittlungsverfahrens wird die Steuer durch Steuerbescheid festgesetzt,
§ 155 Abs. 1, § 218 Abs. 1 AO.
Eine Steuerfestsetzung ist jedoch nur möglich, sofern die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen ist.
Die Festsetzungsfrist beträgt in der Regel vier Jahre für Steuern.
Ist die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen und somit eine Steuerfestsetzung möglich, ist der Steu-
erbescheid als Verwaltungsakt schriftlich/elektronisch bekannt zu geben, § 157 Abs. 1 AO. Was ein
Verwaltungsakt ist, regelt § 118 AO (wichtig für die Prüfung!!).
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[Link].2.3 Bekanntgabeverfahren (Bestandteil Herbst 2023/Herbst 2015/Herbst 2017/Herbst 2020)
Verwaltungsakte werden erst mit ihrer ordnungsmäßigen Bekanntgabe wirksam. Bei fehlerhafter Be-
zeichnung des Inhaltsadressaten, des Bekanntgabeadressaten und/oder des Empfängers entfaltet
der Steuerbescheid keine Wirksamkeit und ist nichtig (§ 124 Abs. 1 und Abs. 3, § 125 Abs. 1 AO). Das
trifft ebenso zu, sollte der Steuerpflichtige den Steuerbescheid gar nicht erst bekommen haben.
- Inhaltsadressat
ist der Steuerschuldner – auch eine GmbH oder ein 1-jähriges Kind.
- Bekanntgabeadressat
ist grundsätzlich auch der Steuerschuldner, können aber auch Dritte in Betracht kommen, z. B.
Eltern
Vorstand von nichtrechtsfähigen Vereinen oder
Geschäftsführer einer GmbH
als gesetzliche Vertreter.
Umgangssprachlich: „jemand anderes muss die steuerlichen Pflichten des Inhaltsadressaten wahr-
nehmen.
- Empfänger
ist derjenige, dem der Verwaltungsakt tatsächlich zugehen, also übermittelt werden soll, z. B. Steu-
erberater („wer im Adressfeld steht“ oder „wo der Briefträger den Brief einwirft“).
- Beispiel:
Die 7-jährige Lisa hat ein Mietshaus von ihrem Opa geerbt und erzielt aus diesem Einkünfte aus
Vermietung und Verpachtung. Sie hat einen Steuerberater Paul, der zugleich Empfangsbevollmäch-
tigter ist. Wer ist Inhaltsadressat, wer ist Bekanntgabeadressat und wer ist Empfänger des Einkom-
mensteuerbescheides für Lisa?
- Lösung Beispiel:
Inhaltsadressatin ist Lisa als Steuerschuldnerin selbst (§ 43 AO, § 1 Abs. 1 EStG).
Bekanntgabeadressat sind aufgrund der Minderjährigkeit von Lisa ihre Eltern als gesetzliche Ver-
treter.
Da Steuerberater Paul als Empfangsbevollmächtigten bestellt wurde, ist dieser im Bescheid als
Empfänger zu vermerken.
Grundsätzlich werden Verwaltungsakte schriftlich mit einfachem Brief (KEIN Einschreiben) bekannt
gegeben. In diesem Fall gilt die Übermittlung im Inland als am dritten Tag nach der Aufgabe zur Post
als erfolgt. Hierzu bitte unbedingt § 122 Abs. 2 Nr. 1 AO durchlesen!
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Bei § 122 Abs. 2 Nr. 1 AO ist zu beachten, dass
- bei einer Übermittlung ab vier Tagen der tatsächlich spätere Zugang maßgebend ist (z. B. die Post
streikt),
- ein früherer Zugang (ein oder zwei Tage nach der Aufgabe zur Post) unbeachtlich ist und dass
- die 3-Tages-Frist erst mit dem Ablauf des nächstfolgenden Werktags endet, sofern das Ende der
Frist auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag fällt (§ 108 Abs. 3 AO).
[Link].3 Außergerichtliches Rechtsbehelfsverfahren („Einspruchsverfahren“; Bestandteil Frühjahr
2002/Frühjahr 2009/Herbst 2009/Herbst 2018/Herbst 2019/Frühjahr 2022)
Die Einlegung eines Einspruchs muss gemäß § 357 Abs. 1 AO schriftlich oder elektronisch erfolgen
(keine E-Mail!) und zwar innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Verwaltungsaktes, sofern
dem Verwaltungsakt eine Rechtsbehelfsbelehrung beigefügt war. Fehlt eine solche, dann beträgt die
Einspruchsfrist ein Jahr, § 356 Abs. 2 AO.
Wurde der Einspruch fristgemäß eingelegt, überprüft die Finanzbehörde ihre Entscheidung vollum-
fänglich, § 367 Abs. 2 S. 1 AO.
Eine Verböserung („Schlechterstellung“) ist hierbei grundsätzlich ausgeschlossen,
§ 367 Abs. 2 S. 2 AO.
Legt der Steuerpflichtige einen Einspruch ein, kann er beantragen, dass er den strittigen Steuerbetrag
nicht bezahlen muss. Dieses Instrument nennt man „Aussetzung der Vollziehung“, § 361 Abs. 2 AO.
Das Rechtsbehelfsverfahren endet entweder mit der Rücknahme des Einspruchs („Finanzamt hat
Recht“, § 362 AO), mit einem Abhilfebescheid („Steuerpflichtiger hat Recht“) oder mit einer Ein-
spruchsentscheidung („Steuerpflichtiger und Finanzamt können sich nicht einigen“; § 367 Abs. 1 AO).
Sofern der Steuerpflichtige den Einspruch nicht fristgemäß bei der korrekten Behörde eingelegt hat
und hierbei unverschuldet an der Einlegung des Einspruchs verhindert war, so kann u.U. Wiederein-
setzung in den vorherigen Stand nach § 110 Abs. 1 S. 1 AO gewährt werden.
Beispiel:
Das Finanzamt gibt am 27. Mai 2021 mit einfachem Brief den mit einer ordnungsgemäßen Rechts-
behelfsbelehrung versehenen Umsatzsteuerbescheid für Werner zur Post. Dieser geht ihm sodann am
29. Mai 2021 zu.
Wann endet die Einspruchsfrist?
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Lösung:
Der Bescheid gilt grundsätzlich am 30. Mai 2021 als bekannt gegeben. Der frühere Zugang ist unbe-
achtlich, § 122 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 AO.
Nachdem der 30. Mai 2021 jedoch ein Sonntag ist, kommt § 108 Abs. 3 AO zur Anwendung, so dass
der Umsatzsteuerbescheid als am Montag, den 31. Mai 2021 bekannt gegeben gilt.
Da dem Umsatzsteuerbescheid eine ordnungsgemäße Rechtsbehelfsbelehrung beigefügt war, beträgt
die Einspruchsfrist einen Monat, § 355 Abs. 1, § 356 Abs. 1 AO.
Die Einspruchsfrist endet somit am 30. Juni 2021, weil es den 31. Juni nicht gibt, § 188 Abs. 3 BGB. Eine
Verschiebung wegen § 108 Abs. 3 AO ist hier nicht mehr vorzunehmen, da der 30. Juni 2021 ein Mitt-
woch ist.
[Link].4 Erhebungs- und Vollstreckungsverfahren
Hier werden die Fälligkeitsregelungen für eine festgesetzte Steuer und die Folgen einer verspäteten
Zahlung geregelt (§ 220 Abs. 1 AO).
Steuern können, sofern sie nicht vom Steuerpflichtigen gezahlt werden, im Zwangsvollstreckungsver-
fahren beigetrieben werden.
Zudem besteht die Möglichkeit, dass Säumniszuschläge entstehen (§ 240 AO; „Mahngebühren“).
Beispiel:
Uwe ist derzeit in finanziellen Nöten und kann deshalb seine Steuerschulden nicht bezahlen. U.a. han-
delt es sich hierbei um die Nachzahlung in Höhe von 1.889,56 € zur Einkommensteuer des Jahres 2017.
Fälligkeit laut Steuerbescheid war der 12. Februar 2020. Bezahlen konnte Uwe die besagten
1.889,56 € erst am 15. Mai 2020 in bar.
Ob und ggf. in welcher Höhe sind Säumniszuschläge angefallen?
Wirtschaftliche Qualifikationen – Steuern Stephan Henne
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