Gliederung: 1 Fertigungstechnik: Einführung
Gliederung: 1 Fertigungstechnik: Einführung
Gliederung
Industrielle
Produktion
Verfahrens-
Energietechnik Fertigungstechnik
technik
Herstellung
geometrisch
bestimmter, fester
Körper
Fertigungs- Fertigungs-
Fertigungsmittel
verfahren prozess
Technische Mittel zur Änderung Alle aufeinander
Anwendung von Form, Substanz folgenden
naturwissen. oder Gefüge
(Werkzeuge + Arbeitsschritte zur
Effekte und
Maschinen) Herstelllung
Wirkprinzipen
Seite 4 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.1 Einordnung der Fertigungstechnik
Gebrauchsgegenstände Fertigungsmittel
Seite 5 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.1 Einordnung der Fertigungstechnik
Kunden- Produktions-
anforde- planung
rungen + Steuerung
Qualitätssicherung
Kunden- Lieferung
auftrag an Kunden
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.1 Einordnung der Fertigungstechnik
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.1 Einordnung der Fertigungstechnik
Das Fach Fertigungstechnik behandelt die Bearbeitung und Verarbeitung von Werk-
stoffen bei der Herstellung von Stückgütern (im Gegensatz zur Verfahrens-technik:
Fließgutfertigung).
Diese komplexen technischen Produkte bilden in der industriellen Zeit in den meisten
Gesellschaften die volkswirtschaftliche Grundlage. Speziell für Deutschland ist die
industrielle Fertigung eine wesentliche Größe des Wohlstandes und der gesamt-
wirtschaftlichen Entwicklung.
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.2 Einteilung der Fertigungsverfahren
nach DIN 8580
Sechs Hauptgruppen Zusammenhalt Form
6. Stoffeigenschaften ändern
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.2 Einteilung der Fertigungsverfahren
nach DIN 8580
• Die Vielzahl der Fertigungsverfahren zwingt zwecks systematischer Bearbeitung zur
Einordnung in ein überschaubares, widerspruchsfreies System, in das bekannte und
zukünftig entwickelte Verfahren eingeordnet werden können.
• Dies wird in der Deutschen Industrie Norm DIN 8580 realisiert, welche die
Fertigungsverfahren in sechs Hauptgruppen einteilt, welche wiederum in Gruppen
unterteilt werden.
• Ein wesentliches Kriterium der Einteilung ist das Ändern des Zusammenhalts von
Teilchen eines Werkstücks oder Teilen einer Baugruppe.
Zusammenhalt schaffen (Hauptgruppe 1)
Zusammenhalt beibehalten (Hauptgruppe 2)
Zusammenhalt vermindern (Hauptgruppe 3)
Zusammenhalt vermehren (Hauptgruppe 4 und 5)
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.2 Einteilung der Fertigungsverfahren
Auszug aus DIN 8580
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.2 Einteilung der Fertigungsverfahren
Auszug aus DIN 8580
Einteilung der Fertigungsverfahren nach DIN 8580 in Gruppen mit Beispielen (Auszug) [FRI06]
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.2 Einteilung der Fertigungsverfahren
Beispiele
1. 2. 3. 4. 5. 6.
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten: Überblick
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten: Überblick
Gibt die allgemein zulässigen Bezüglich der idealen Ge- Unterteilung in Richtungs-, Welligkeit:
Maßtoleranzen eines Werk- radheit, Ebenheit, Rund- Orts- und Lagegenauigkeit. Gestaltabweichung der
stücks an. Dabei werden die heit, Zylinderform, Sie begrenzen die zulässigen 2. Ordnung
Abmaße vom angegebenen Linien- oder Flächenform: Abweichungen von der geo-
Nennmaß und die Lage des Das Formelement wird metrisch idealen Lage zweier Oberflächengüte:
Toleranzfeldes zum Nenn- mit der geometrischen oder mehrerer Elemente Kurzwellige Gestalt-
maß definiert - gemäß DIN Idealform verglichen und zueinander. abweichungen der
oder ISO die Abweichung wird Die Lage des Formelements Oberfläche 3. bis 5.
toleriert. bezogen auf ein Bezugs- Ordnung.
Seite 19 element wird toleriert. FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten: Betriebswirtschaft
• So legt der erzielbare Marktpreis die pro Zeiteinheit zu fertigenden Werkstücke und
den maximalen zeitlichen, wirtschaftlichen und personellen Aufwand für ein
Produkt fest.
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten: Arbeits- und Umweltschutz
• Der Arbeitsschutz umfasst neben der Ergonomie auch die Prävention von Unfällen
und den Ausschluss bzw. die Beherrschung der Exposition für gesundheitsschädliche
Stoffe.
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten: Arbeitssystemplanung,
Werkzeugmaschinen
Fertigungstechnische Aspekte [ONC11]
Abbildung 1.1:
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.3 Zusammenhang der Fertigungstechnik
mit anderen Gebieten: Erfordernis des
Simultaneous Engineering
Quelle: [Link]
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Der Vergleich zweier Alternativen zeigt, dass ein Fertigungsverfahren, das einzeln als
ungünstig beurteilt wird, bei der Gesamtprozessbetrachtung kostengünstiger gegenüber
anderen Verfahrensvarianten sein kann.
Es ist wichtig,
die gesamte Fertigungsprozesskette zu betrachten.
Zündkerze [BAL00]
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Beispiel Zündkerze - Verfahrensvarianten
Zündkerze [BAL00]
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Beispiel Zündkerze - Verfahrensvarianten
Beispiel:
Elektrode einer Zündkerze
Funktionalität:
- Gute Wärmeableitung
- Abbrandbeständigkeit
- Korrosionsbeständigkeit
- Elektrische Leitfähigkeit
Werkstoffvorgaben:
- Korrosionsbeständiger Stahl
- Kupfer mit guter
Abbildung 3.2: Mittelelektrode einer Zündkerze elektrischer und
[SAU97] thermischer Leit-fähigkeit
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Beispiel Zündkerze - Verfahrensvarianten
Lösungsmöglichkeiten:
Seite 40 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Beispiel Zündkerze - Verfahrensvarianten
Variante 2: Fließpressen
Legende
1 Stempel
2 Kupferplatine
3 CrNi-Stahlplatine
4 Matrize
Ablauf (Prozessschritte)
1. Stahlplatine und Kupferplatine einlegen
2. Stempel herunterfahren
3. Stempel hochfahren Fertigen durch Fließpressen [SAU97]
4. Werkstück entnehmen
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Beispiel Zündkerze - Verfahrensvarianten
Seite 42 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Zwischenbilanz zur Wirtschaftlichkeit
• Die Wirtschaftlichkeit eines Verfahrens wird mittels Methoden der Kosten- und
Wirtschaftlichkeitsrechnung beurteilt.
geprüft werden.
Seite 43 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Beispiel Knoblauchpresse
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Knoblauchpresse: Vorgehensweise
Technisch:
Wirtschaftlich:
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Knoblauchpresse: zwei Varianten
Druckguss Druckumformen
Fügen Biegeumformen
Beschichten Stanzen
Schweißen
Polieren
Nieten
Einpressen
Kleben
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Knoblauchpresse: Kostenkalkulation
Zuschlagskalkulation
Quelle: WES06
Seite 48 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Knoblauchpresse: Kostenvergleich
Stückkostenvergleich
Beiträge
Quelle: Oncampus
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Schlussbetrachtung
Seite 50 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.4 Auswahl von Fertigungsverfahren
Schlussbetrachtung
Die abgebildete Darstellung
zeigt zwar eine tatsächliche
Tendenz, bleibt aber diskussions-
würdig:
Seite 51 FT1
1 Fertigungstechnik: Einführung
1.5 Aufbau des Moduls: Lernergebnisse
und Kompetenzen (1)
• Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen die unterschiedlichen Fertigungs-
verfahren und können sie gemäß DIN 8580 einordnen. Sie kennen die zu Grunde
liegenden Prinzipen der verschiedenen Verfahren und können erzielbare Qualität,
Durchsatz und Leistungsfähigkeit der Verfahren bewerten.
• Sie sind in der Lage, Fertigungsverfahren nach unterschiedlichen Leitfragen
miteinander zu vergleichen und können:
• unterschiedliche Verfahren technologisch beurteilen,
• fertigungstechnische Anforderungen für ein beispielhaftes Produkt analysieren
und formulieren,
• die Kosten für ein Fertigungsverfahren berechnen und einschätzen.
• Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verstehen, dass bei der Auswahl von
Fertigungsverfahren neben der Ökonomie auch Aspekte des Um-welt- und
Arbeitsschutzes eine Rolle spielen.
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1 Fertigungstechnik: Einführung
1.5 Aufbau des Moduls: Lernergebnisse
und Kompetenzen (2)
• Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verstehen die Einordnung fertigungs-
technischer Aspekte in einer industriellen Organisation.
• Sie sind in der Lage, anhand von Produkten Fertigungsprozessabläufe in der Gruppe
zu diskutieren und zu definieren und die kommerziellen Auswirkungen der Definition
auf die industrielle Unternehmung einzuschätzen.
• Sie wissen, dass eine Optimierung fertigungstechnischer Zielgrößen nur im
Zusammenhang einer ganzheitlichen Betrachtung der Prozessketten möglich ist.
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Wiederholungsfragen – Übungsblatt 1
Seite 59 FT1
Wiederholungsfragen
zur Einführung in die Fertigungstechnik
1. Wie grenzt sich die Fertigungstechnik innerhalb der industriellen Produktion ab?
2. Nennen Sie Gegenstände der Fertigungstechnik (Oberbegriffe und Beispiele).
3. Mit welchen Innovationen werden rückblickend die Begriffe Industrie 1.0
bis Industrie 4.0 verbunden?
4. Ordnen Sie die Fertigungstechnik in den Produktentstehungsprozess ein.
5. Nach welchem Kriterium ordnet die Norm DIN 8580 die Fertigungsverfahren in sechs
Hauptgruppen ein? – Nennen Sie die sechs Hauptgruppen.
6. Ordnen Sie die folgenden Verfahren der entsprechenden Hauptgruppe zu: Aluminium-
Druckguss, Bohren, Drehen, Drückwalzen, Einsatzhärten, Feinguss, Fließpressen,
Fräsen, Freiformschimeiden, Galvanisch Beschichten, Gesenkschmieden, Karosserie-
ziehen, Kleben, Kunststoff-Spritzguss, Physical Vapour Deposition, Pulverbeschichten,
Thermoplastisches Ziehen, Tiefziehen, Schleifen, Schweißen, Selektives Lasersintern,
Spritzlackieren, Stanzen, Tauchlackieren, Umwandlungshärten.
7. Nennen Sie drei übergeordnete Zielgrößen, zwischen denen die Fertigungstechnik
ein Optimum finden muss.
8. Was versteht man unter Simultaneous Engineering?
9. Entwickeln Sie das Schema der Zuschlagskalkulation.
10. Worin unterscheiden sich die Herstellkosten HK1 und HK2?
Seite
Seite3 3 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT2 Sommersemester 2023
1 Einführung in die Fertigungstechnik
Vertiefung und Ergänzung zur Kostenrechnung
Schema der Zuschlagskalkulation von Selbstkosten und Preisen
ΣBOM + Montagekosten
= HK2, Herstellkosten der = Preis
Gerätefertigung
Seite
Sei 5 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Institut für Interdisziplinäre Technik, IIT FT2
1 Einführung in die Fertigungstechnik
Vertiefung und Ergänzung zur Kostenrechnung
fertigung
Seite 6 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Institut für Interdisziplinäre Technik - IIT FT2
1 Einführung in die Fertigungstechnik
Begriffsklärung: Fixe und variable Kosten
Fixe Kosten:
„Fixe Kosten sind diejenigen Kosten, die unabhängig von der Ausbringungs-
menge, also der Produktion, eines Unternehmens anfallen und über einen
bestimmten Zeitraum konstant bleiben.“ [[Link]]
Einmal und spezifisch aufgebrachte Kosten, z.B. Gussmodelle, Schmiede-
werkzeuge, spezielle Vorrichtungen und Werkzeuge (alle zu SEKF), je nach
Betrachtung auch Maschinenkosten, Raumkosten, Löhne und Gehälter
(meist zeitraumbezogen).
Variable Kosten:
„Im Gegensatz zu den fixen Kosten sind die variablen Kosten
von der Ausbringungsmenge abhängig.“[[Link]]
Materialkosten (MK), Fertigungskosten (FK ohne SEKF), je nach Betrachtung
Kosten der Maschinennutzung, Lohnkosten, Verbrauchsmaterial und Verschleiß-
werkzeuge.
[Link]
kostenfunktionen/begriffe-der-kostenrechnung/[Link]
Seite
Seite7 7 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT2 Sommersemester 2023
1 Einführung in die Fertigungstechnik
Vertiefung und Ergänzung zur Kostenrechnung
Strangguss
Sandguss
Sintern
Druckguss
Spritzguss
Kunststoff-Spritzguss…
…gehört nicht zum
Urformen von Metallen.
Seite
Seite1212 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT2 Sommersemester 2020
2 Urformen Metalle
Überblick DIN 8580
Seite 13 FT2
2.1 Einführung Gießen
Marktzahlen
Absatzmärkte in
Deutschland nach
Kundengruppen Fe NE
(2020)
Straßenfahrzeugbau 56% 76%
Maschinenbau 24% 1%
Elektrotechnik 4% 4%
80% Fe Bauwirtschaft 6% 7%
Schienenfahrzeuge 2% 2%
So sehen die
Mengenverhältnisse Stahlindustrie 2% -
tatsöchlich aus:
Sonstige 6% 10%
Quellen: bdg, Modern Casting, bdg
20% NE
Seite 15 FT2
2.1 Einführung Gießen
Grundsätzliche Aussagen über das Gießen
Gießen ist immer der erste Verarbeitungs- Gießen ist Recycling!
schritt nach der Gewinnung eines
metallischen Werkstoffes
Vorteile:
• hohe Rohstoffausnutzung
• hohe Wirtschaftlichkeit
• endkonturnahe Fertigung,
hohe Genauigkeit … relativ genau in mm
nur Feinguss ist besser.
Verschiedene Gussverfahren:
• Formatgießen (Halbzeuge, Profile, DIN)
• Formgießen (Rohteile, Techn. Zeichnung)
Gussteile aus…
• verlorene Formen oder Dauerformen
• Aluminiumgusswerkstoffen entstehen
• Schwerkraftguss, Druckguss, zu 85 % aus Schrott
Kokillenguss, Strangguss, Spritzguss, • Eisengusswerkstoffen entstehen
Vakuumguss, Thixoforming, ….
zu 90% aus Schrott
Seite 16 FT2
2.1 Einführung Gießen
Gießen in der industriellen Fertigung
In der industriellen Fertigung ist das Urformen aus dem flüssigen Zustand - das
Gießen - zur ersten Formgebung – sehr verbreitet,
da es große konstruktive Freiheit bei der Produktgestaltung bietet und
da komplizierte Bauteilkonturen wirtschaftlich gefertigt werden können.
Gusseiserner
Kanonenkugel aus guss-eisernen Mörser, 1538
Sonnenwagen, DK-Trundholm,
1400 v. Chr. Kokillen, 1400
Bronzeguss
Kunstobjekt
Seite 18 FT2
2.1 Einführung Gießen
Beispiele aus dem Maschinenbau
[Link]
/einkauf/guss-mit-natuerlich-schlankem-wuchs/
[Link]
[Link]
[Link]/de/temperguss/
Seite 20 FT2
2.1 Einführung Gießen
Beispiel aus Haushalt und Sanitärtechnik
Seite 21 FT2
2.1 Einführung Gießen
Beispiele aus der Energie- und Schiffstechnik
• Bevor Werkstoffe vergossen werden können, müssen sie erst verflüssigt werden.
• Bei allen Gießprozessen ist die Einhaltung der festgelegten Legierung und der
Prozessbedingungen entscheidend für die Werkstückqualität in der
Serienproduktion.
Seite 23 FT2
2.1 Einführung Gießen
Schmelzen des Werkstoffs – Kupolofen, Tiegelofen
Roheisen (20%)
Kreislaufmaterial
(Stangen, Speiser)
Schrott
Koks
Zuschläge
Induktionstiegelofen [VDG05]
Seite 25 FT2
2.1 Einführung Gießen
Schmelzen des Werkstoffs – Lichtbogenofen
Lichtbogenofen [VDG05]
Seite 26 FT2
2.1 Einführung Gießen
Metallische Werkstoffe zum Gießen
Metalle
Seite 27 FT2
2.1 Einführung Gießen
Anteile der Eisengusswerkstoffe
Seite 28 FT2
2.1 Einführung Gießen
Eigenschaften und Anwendungen von Aluminium
Anwendungen:
Folien, Verpackungen, Reflektoren, Tuben
Fensterrahmen, Profile, Rohrleitungen, Überlandleitungen,
Haushaltsgegenstände, Fahrzeugbau, Flugzeugbau, …
Eigenschaften:
chemische Stabilität: Korrosionsbeständig durch Ausbildung
einer Passivierungsschicht: Oxidschicht ~ 0,05µm.
Beständigkeit im Bereich pH ~ 4,5 – 8,5 Dichte 2,7 g/cm3
Schmelztemperatur 660°C
Bearbeitbarkeit:
gute Verformbarkeit und Gießbarkeit Elastizitätsmodul 70 GPa
Bruchdehnung 2…50%
Seite 30 FT2
2.1 Einführung Gießen
Aluminium-Silizium-Legierung
Al 226 AlSi9Cu3
Schmelztemperatur 510…610°C
Elastizitätsmodul 75 GPa
Ausdehnungskoeffiz 22⋅10-6 /K
Bruchdehnung 2-5%
Seite 31 FT2
2.1 Einführung Gießen
Formgestaltung: Schwindung
Seite 32 FT2
2.1 Einführung Gießen
Materialauswahl und praktische Prüfung
der Gießbarkeit
• Schmelztemperatur
• Schwindung
• Warmrissneigung
• Gasaufnahme
8x8mm2
• Seigerungen
Gießspirale (ca. Ø 200mm) zur
Bestimmung des Fließ- und
Formfüllungsvermögens
Seite 33 FT2
2.1 Einführung Gießen
Formgestaltung: konstruktive Hinweise
Sandguss
Seite 35 FT2
2.1 Einführung Gießen
Verfahrensvarianten nach Kriterien
Form und Modell
Dauerform
Verlorene Form
(ohne Modell)
Feingießen
Verlorenes Vollformgießen
Modell (Lost foam)
Magnetformgießen Druckgießen
Art Kokillengießen
des Schleudergießen
Modells Stranggießen
Handformen,
Niederdruckgießen
Maschinenformen,
Dauermodell
Maskenformen,
Vakuumformen
Seite 36 FT2
Verfahren und Werkstoffe
Beim Schwerkraftgießen nützt man die Schwerkraft des Metalls zum Füllen der Form
aus. Die Einströmgeschwindigkeit des Gießwerkstoffes ist abhängig von der
Gießhöhe und von der Ausführung des Eingusssystems (Gießweise und
Umlenkungen); zusammen mit dem verwendeten Anschnittsquerschnitt ergibt sich
der Volumenstrom und somit die Gießzeit für ein bestimmtes Gussstück.
Abbildung 2: Abgießen an einer vollautomatischen, modernen Gießanlage [4]
Beim Gießen mit Anwendung von Druck werden je nach eingesetztem Verfahren
durch die hohen Metallgeschwindigkeiten kurze Formfüllzeiten erreicht.
Verlorene Formen sind in der Gießereiindustrie weit verbreitet. Sie werden meist aus
Sand mit geeigneten Bindemitteln hergestellt. Mit Hilfe eines Modells werden die
Konturen des Gussstücks als Hohlraum in der Form abgebildet. Um das Gussstück
nach dem Abgießen zu befreien, muss die Form zerstört werden. Auch verlorene
Kerne, die sowohl beim Sandgießverfahren als auch beim Kokillengießverfahren
eingesetzt werden, werden aus gebundenem Sand hergestellt. Dadurch, dass der
Formstoff aufbereitet und zu ca. 95% wieder verwendet werden kann, ist das
Arbeiten mit verlorenen Formen sehr wirtschaftlich und kostengünstig.
1) Montage der Modellplatte 2) Aufsetzen des Formkastens und des
Füllrahmens; Einfüllen des Formstoffs
Bei den Verfahren zur Form- und Kernherstellung wird zwischen Verfahren mit
physikalischer Bindung und solchen mit chemischer Bindung unterschieden.
Abbildung 5: Übersicht über die Verfahren der Form- und Kernherstellung [2]
Die Verfahren mit physikalischer Bindung, die auch als Verfahren mit tongebundenen
Formstoffen, Nassgussformverfahren oder Verdichtungsformverfahren bezeichnet
werden, werden ausschließlich zur Herstellung von Gussteilen mit verlorenen Formen
eingesetzt. Die Schmelze wird dabei in eine ungetrocknete feuchte (grüne) Sandform
gegossen. Die Formstoffe bestehen aus dem Formgrundstoff Quarzsand, dem
Bindemittelsystem Ton-Wasser und speziellen Zusätzen.
Die Verdichtung des lose in den Formkasten geschütteten Formstoffs ist die
Grundlage für die Ausbildung und Verfestigung der Formkonturen. Bei diesem
physikalischen Vorgang bilden sich infolge der höheren Packungsdichte
Bindungskräfte zwischen den Formstoffteilchen (Sandkörnern) und dem Bindemittel
Ton aus, wodurch Binderbrücken entstehen, die eine ausreichende Formfestigkeit
bewirken.
Bei den Verfahren mit chemischer Bindung, mit denen sowohl Sandformen als auch
Sandkerne hergestellt werden können, wird der Formstoff durch chemische
Reaktionen verfestigt. Die eingesetzten Binder, die zu dem Quarzsand als
Formgrundstoff zugegeben werden, arbeiten auf chemischer Basis und können heiß,
d. h. unter Zufuhr von Wärme, oder kalt, selbsthärtend oder durch die Zugabe eines
Katalysators durch Begasung, ausgehärtet werden.
Abbildung 7: oben: kleine Kerne, unten: Großgussform mit Kern und fertiges Gussteil (Meuselwitz
Guss, Meuselwitz)
Die arbeits- und zeitintensive Handfertigung von Kernen wurde bereits Anfang des
19. Jahrhunderts durch die maschinelle Fertigung abgelöst. Im Laufe des 20.
Jahrhunderts wurden die maschinellen Verfahren zur Kernherstellung immer weiter
entwickelt und optimiert. Stand der Technik ist heute ein Verfahren, bei dem der im
Sandzylinder der Maschine befindliche Formstoff durch die schlagartige
Beaufschlagung mit Druckluft in den unterhalb des Sandzylinders befindlichen
Kernkasten eingebracht wird.
Der Begriff Gusswerkstoffe umfasst alle metallischen Werkstoffe, aus denen in der
Gießereiindustrie Gussteile gefertigt werden – unabhängig vom jeweiligen
Basismaterial. Charakteristisch ist zudem, dass das Gussteil endkonturnah ist und
ohne Umformen verarbeitet wird.
Beim Gusseisen mit Kugelgraphit (auch GJS oder GGG) ist der Graphit in der
metallischen Grundmasse in Form von Kugeln eingebettet. Die kugelige Ausbildung
der Graphitform vermeidet die an den Graphitlamellen des Gusseisens mit
Lamellengraphit auftretenden Spannungsspitzen. Gusseisen mit Kugelgraphit hat
sehr gute Eigenschaften hinsichtlich Festigkeit, Plastizität und Zähigkeit. Aufgrund
dieser guten Eigenschaften wird Gusseisen auch als Duktiles Gusseisen bezeichnet.
2.2.5
2.2.2 2.2.3 2.2.4
Seite 5 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.1 Einführung und Grundlagen
Definitionen
• Beim Gießen mit verlorenen (einteiligen/mehrteiligen)
Formen kann die Form nur einmal verwendet werden.
• Beim Gießen mit einteiligen verlorenen Formen verdampft
das Modell während des Gießvorganges (einfache
Formherstellung, keine Kerne, kein Versatz = gute
Toleranzlage).
• Beim Gießen mit mehrteiligen verlorenen Formen kann das
Modell aus Holz, Gips, Leichtmetall oder Kunststoff
bestehen und ist meist wieder verwendbar.
• Es kann manuell oder maschinell gearbeitet werden.
Verlorene Formen :
zweiteilige Form (oben),
einteilige Form (mittig),
Werkstück (unten) [SAU97]
Seite 6 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.1 Einführung und Grundlagen
Geometrische Zusammenhänge
[VDG05]
Seite 7 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.1 Einführung und Grundlagen
Angusssystem: Speiser und Steiger
• Offene Steiger (Kopfsteiger) werden
direkt auf dem Gussteil positioniert,
oder seitlich angeschnitten.
• Abgedeckte Steiger werden mit
Formsand oder "Lunkerpulver" ab-
gedeckt.
• Der geschlossene Steiger wird auf
dem Gussteil positioniert, hat aber
keine Öffnung nach außen.
• Je nach Form des Gussteiles werden
Handeinformen: Geteiltes Modell mit Fixierung, Speisern und ein oder mehrere Steiger verwen-
Angusssystem [VDG05]
det.
• Die Steiger werden dort positio-
niert, wo das Gussteil am langs-
amsten erstarrt, um einen möglichst
langen "Nachlauf" zu gewährleisten.
Seite 8 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen
Ton gebundene Formen in der Übersicht
2.2.5
2.2.2 2.2.3 2.2.4
Seite 10 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen
Eigenschaften und Verdichtung des Sandes
Seite 11 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen
Nassguss und Trockenguss
• Gegossen wird meist in nasse Formen; es ist aber auch die Verwendung
trockener Formen möglich.
• Beim Trockenguss wird den zuerst nassen Formen bei ca. 300 bis 500 °C
die Feuchtigkeit entzogen und die Form dadurch zusätzlich verfestigt.
Seite 12 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen
Verfahren Handformen: (1) Einformen – (2) Modell
entnehmen – (3) Kern einlegen und Form schließen – (4) Gießen
Handeinformen:
Einformen - Modell entnehmen - Kern einlegen - Gießen
[VDG05]
Seite 13 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen
Verfahren Handformen: (5) Formkasten entleeren –
(6) Angusssystem entfernen
Seite 14 FT2
Handformen – siehe Laborversuch*
Seite 15 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen: Verfahren Maschinenformen
(1) Modelplatten – (2) Formkästen
Formkästen Füllrahmen
Maschinenformen: Maschinenformen:
Modelplatten für Ober- und Formkästen positionieren und
Unterkastenmodell erstellen [VDG05] Füllrahmen aufsetzen [VDG05]
Seite 16 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen: Verfahren Maschinenformen
(3) Sand einfüllen – (4) Sand verdichten
Seite 17 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen: Verfahren Maschinenformen
(5) Sand abstreifen – (6) Modelplatten ausfahren
Maschinenformen:
Überstehenden Sand abstreifen (links) und Modellplatten ausfahren (rechts)
[VDG05]
Seite 18 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen: Verfahren Maschinenformen
(7) Kern einlegen, Eingusstrichter bohren
(8) Form schließen
Eingusstrichterbohrvorrichtung
Maschinenformen:
Kern einlegen und Eingusstrichter bohren (links) und Schließen der Form (rechts)
[VDG05]
Seite 19 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen: Verfahren Maschinenformen
(9) Gießen – (10) Ausformen
Maschinenformen:
Abgießen (links) und Entformen / Entleeren des Formkastens (rechts)
[VDG05]
Seite 20 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.2 Ton gebundene Formen: Verfahren Maschinenformen
(11) Guss putzen – (12) Angusssystem abtrennen
Maschinenformen:
Rohgussteil vom Sand trennen (links) und Kreislaufmaterial abtrennen (rechts)
[VDG05]
Seite 21 FT2
Kurzwiederholung Urformen…
• Leichtmetalle? Schwermetalle?
Seite 25 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.3 Physikalisch gebundene Formen
Magnetformverfahren, Charakteristika
Magnetformverfahren [WES06]
Seite 7 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.3 Physikalisch gebundene Formen
Magnetformverfahren, Anlagenschema
Magnetform-verfahren [HAS00]
Seite 8 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.3 Physikalisch gebundene Formen
Vakuumformverfahren: Ablaufschema
Quelle: [Link]/
Vakuumformverfahren [WES06]
• Vor dem Gießen werden die beiden Formhälften – ständig unter Vakuum –
zusammengesetzt.
• Das flüssige Metall wird in die Form gegossen. Dabei verbrennt die innere Folie.
• Der Unterdruck – zwischen den beiden äußeren Folien – muss bis zum
vollständigen Erstarren des Gussteiles aufrechterhalten bleiben.
• Der Quarzsand ist – weil binderfrei – sofort wieder verwendbar.
• Das Vakuumformverfahren eignet sich je nach den im Betrieb vorhandenen
Fertigungseinrichtungen für mittlere bis große Serien.
Seite 11 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.3 Physikalisch gebundene Formen
Vakuumformverfahren: Beschreibung
Eine neuere Variante der Kastenformerei stellt das in Japan entwickelte Vakuum-Form-
verfahren dar. Als Formstoff wird binderfreier, reiner Quarzsand, der hervorragend fließ-
fähig ist, in die Kasten eingefüllt und durch Unterdruck bei leichtem Vibrieren verdichtet.
Das Abdichten der Kasten in der Teilungsebene und auf den Kastenrückseiten erfolgt
durch 0,1 mm dicke Kunststofffolien. Die Formherstellung beginnt mit dem Auflegen der
zugeschnittenen Folie auf die mit Luftschlitzen versehene Modellplatte bei aufgesetztem
Kasten. Infolge einer Flächenbeheizung und eines geringen Unterdrucks von etwa 0,5 bar
legt sich die Folie konturenscharf an das Modell.
Nach dem Befüllen mit dem bindemittelfreien Sand und der Ausformung eines Eingieß-
tümpels wird der Sand mit einer weiteren Folie abgedeckt und durch Unterdruck verdichtet.
Das Vakuum wird beim Abheben, Kerneinlegen, Zulegen und Gießen über Schlauchver-
bindungen des Formkastens mit der Vakuumpumpe aufrechterhalten und darf erst nach
dem Erstarren aufgehoben werden. Diesem verfahrenstechnischen Nachteil stehen
Vorteile durch Wegfall des Binders und der Formstoffaufbereitung sowie durch Vermin-
derung der Putzkosten gegenüber.
In Europa werden Gussteile fur LKW in Vakuumkasten mit bis zu 4 m2 Formfläche vergossen.
Seite 12 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.3 Physikalisch gebundene Formen
Lost-Foam-Verfahren: Einordnung
Seite 13 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.3 Physikalisch gebundene Formen
Lost-Foam-Verfahren: Verfahrensprinzip
3. Schlichte trocknen
Seite 15 FT2
Wiederholungsfragen
zum Gießen mit verlorenen Formen
1. Nennen Sie typische Werkstoffe, aus denen Dauermodelle gefertigt werden.
2. Woraus bestehen tongebundene Formen?
3. Wie können tongebundene Formen verdichtet werden?
4. Wie sind Nassguss und Trockenguss gekennzeichnet? Warum ist das Vakuumform-
verfahren eine attraktive Alternative zum Trockenguss?
5. Erläutern Sie, wozu Kerne gebraucht und wie sie eingesetzt werden.
6. Was versteht man unter Schwindung?
7. Wozu braucht man eine Rohteilzeichnung? Welche Eigenschaften hat sie?
8. Was verbinden Sie mit den Begriffen Steiger und Speiser?
9. Was verbinden Sie mit den Begriffen Lunker und Seigerung?
10. Nennen Sie die 12 Schritte des Maschinenformens.
11. Ordnen Sie die drei Varianten des Vollformgießens nach ihrer industriellen Relevanz.
12. Erläutern Sie das Verfahren Magnetformgießen.
13. Erläutern Sie das Verfahren Vakkumformgießen.
14. Machen Sie sich die Unterschiede bewusst zwischen Vakuumformgießen,
Vakuumgießen und Vakuumformen (thermoplastisches Umformen).
15. Erläutern Sie das Loast-Foam-Verfahren.
Seite
Seite4 4 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT2 Sommersemester 2023
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Zementsand-Formverfahren – Beschreibung
• Die Zeit bis zur Verwendung der Form beträgt 24 bis 48 Stunden. Ein Vorteil des
Verfahrens ist, dass sich bis zu 85 % des Formenwerkstoffs wieder verwenden lassen.
Bildquelle: [Link]
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2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Wasserglas-Formverfahren – Einordnung
2.2.5
2.2.2 2.2.3 2.2.4
Seite 9 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Wasserglas-Formverfahren – Beschreibung
2.2.5
2.2.2 2.2.3 2.2.4
Seite 11 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Maskenformverfahren – Ablaufschema
Seite 12 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Maskenformverfahren – Croningverfahren
Seite 13 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Maskenformverfahren – Bewertung
Vorteile des Maskenformverfahrens
• vergleichsweise geringer Formmaterialverbrauch
• hohe Maßhaltigkeit und glatte Werkstückoberflächen
• unbegrenzte Lagerfähigkeit der Formmasken
• alle Metalle können vergossen werden
Seite 14 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Maskenformverfahren – Anwendungen
Typische Anwendungen des Maskenformverfahrens
• Herstellung von bis zu 100 kg schweren Werkstücken
(Hinterfüllung der Maskenform ab etwa 20 kg)
• Herstellung von Rippenzylindern für
Verbrennungsmotoren und Kompressoren
• Herstellung von Schaufel- und Flügelrädern für
Strömungsmaschinen
• Herstellung von Armaturen
Seite 15 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren – EInordnung
Seite 17 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren – Beschreibung
Seite 18 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren – Ablaufschema
Fertigungsschritte:
1. Wachsmodelle in
Dauerformen erstellen
2. Modelltraube montieren
3. Modelltraube in Bindemit-
telsuspension tauchen
4. "Besanden"
5. Modeltraube hinterfüllen
6. Modelltraube ausschmelzen
7. Form brennen
8. Gießen
9. Feingussteile vom An-
gusssystem abtrennen
Seite 19 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren – Feinguss – Beispiel
2min
Seite 20 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren – Feinguss – Beispiel
Seite 21 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Vom Einzemodell zur Modelltraube
Seite 22 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Modelltrauben tauchen
Seite 23 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Modelltrauben besanden
Seite 24 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Modellwachs ausschmelzen
Seite 25 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Form brennen und Gießen
Seite 26 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Werkstücke abtrennen und reinigen
Seite 27 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Modellausschmelzverfahren –
Automatisierter Ablauf: Form brennen und Gießen
Seite 32 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Vakuumgießen – Einordnung
Seite 33 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Das Urmodell wird nur für diese einmalige Ver-
Vakuumgießen – Verfahrensablauf wendung hergestellt. Weil es in der Regel nicht
dauerhaft aufbewahrt wird, wird es zu den ver-
lorenen Modellen gezählt, obwohl es der Sache
der Silokonform nach ein Dauermodell ist.
Dem gegenüber muss die Form der Sache nach Vakuumgießen [LEO11]
als Dauerform angesehen werden, wenngleich
die Zahl der Abgüsse hier deutlich limitiert ist.
Seite 34 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.4 Chemisch gebundene Formen
Vakuumgießen – Charakteristika
• Verfahren zur Vervielfältigung von Dauermodellen mittels einer
Silikonkautschukform
• Herstellung von Klein- und Prototypenserien
• Es werden hauptsächlich Zweikomponenten-Gießharze und Wachsmaterialien
(z.B. für Wachsauschmelzurmodelle) verarbeitet.
+ keine Lufteinschlüsse (Werkstück und Form)
+ schnelles und kostengünstiges Verfahren
+ Hinterschnitte möglich
+ keine Oxidationsgefahr bei Legierungen mit sauerstoffaffinen Elementen wie
Aluminium
+ sehr dünne Wandstärken herstellbar
- Schneller Formenverschleiß (ca. 15 - 25 Abgüsse)
- Hohlkörper nur mit Hilfe spezieller Kerne herstellbar
- Entsorgung von verbrauchten Formen
- Verarbeitungstemperatur des Materials durch Silikonform beschränkt
- Einschränkung bei Formelementen mit großem Längen/Querschnittsverhältnis
Seite 38 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Übersicht
2.2.5
2.2.2 2.2.3 2.2.4
Seite 4 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Funktion der Kerne – Anforderungen –
Dauerkerne – verlorene Kerne
Funktion: Kerne formen die Bauteilinnenkontur,
das heißt, die späteren Hohlräume
Anforderungen an Kerne sind:
• Formbeständigkeit
• Temperaturbeständigkeit
• Erosionsbeständigkeit beim Gießvorgang
• Möglichst rückstandsloses Entnehmen
Es werden verlorene Kerne und Dauerkerne
unterschieden:
• Dauerkern: Stahlkern, kann herausgezogen und
mehrfach wieder verwendet werden (oben)
• Verlorener Kern: Kern kann wegen der Hinter-
schneidungen nicht herausgezogen werden
und wird beim Entformen zerstört (unten).
Dauerkern (oben) und verlorener Kern (unten) [VDG05]
Seite 5 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Hot-Box-Verfahren – Cold-Box-Verfahren
• Zur Herstellung der verlorenen Kerne wird meist Quarzsand mit organischen
Bindern und Härtern vermischt und anschließend heiß oder kalt ausgehärtet
(Hot-Box-Verfahren bzw. das daraus weiterentwickelte Cold-Box-Verfahren).
In der industriellen Praxis dominiert das Cold-Box-Verfahren.
Seite 6 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Kern schießen - Verfahrensablauf
Seite 7 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Kern begasen und aushärten (Cold-Box)…
… bzw. Hot-Box
P P P
Kernschießmaschine (Cold-Box-Verfahren) …
bzw. Kernschießmaschine mit Heizeinheit (Hot-Box-Verfahren)
[VDG05]
Seite 8 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Beispiel einer Kernschießmaschine
Kernkasten
für vier Kerne
Seite 9 FT2
2.2 Gießen mit verloren Formen
2.2.5 Kernherstellung
Gefährdungshinweis, Vorteile, Nachteile
Beim Cold-Box-Verfahren wird eine Mischung aus Sand und einem Zweikomponenten-
bindemittel bei Raumtemperatur durch Begasung, beispielsweise mit Triethylamin oder
Dimethylethylamin, ausgehärtet.
Seite 10 FT2
2. Urformen Metalle
2.3 Gießen mit Dauerformen
2.3.0 Einführung
Einordnung
Vollkokillen
(alle Teile der Form bestehen aus Gusseisen oder Stahl)
Gemischtkokillen (Einlegen von Sandkernen)
Halbkokillen
(eine Formseite ist aus Sand, die andere eine Dauerform)
Eierschale, Muschelschale,
auch: der Kragen
Technisch: Kokillenguss:
Gießen in Dauerformen,
ursprünglich Gold- und Silber-
barren, inzwischen allgemein
←
Druckgießen
←
Druckgießen
←
Druckgießen
DIN 8580
Gießen
DIN 8580
[[Link]]
DIN 8580
Druckgießanlage [VDG05]
[Link]
/fileadmin/rs/Daten/Industrie/Alu/[Link]
[Link]
BG_VOLVO_Gehaeuse_Bild021.jpg
Material: Aluminium-Legierung
Kühlwasserregler im
Verwendung:
Motorbereich Daimler
Maße: 94 x 90 x 98 mm
Gewicht: 185 g
Dichtheitsprüfung,
Besondere
Porenklassifizierung
Merkmale:
< 0,2 mm
Produktbeispiele Kaltkammerdruckgießen:
Titan-Aluminium-Legierungen Hüftgelenk und Oberschenkelhals
(Medizintechnik);
Rennmotorenteile [VDG05]
Seite 31 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik Sommersemester 2020
2.3 Gießen mit Dauerformen
2.3.3 Druckgießen (Kaltkammer)
Werkstückbeispiele Messing und Bronze (Kaltkammer-Druckguss)
[Link]
[Link] [Link]
[Link]
Seite 32 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik Sommersemester 2020
2.3 Gießen mit Dauerformen
2.3.4 Druckgießen (Warmkammer)
Einordnung
DIN 8580
a) Gießzylinder
b) Druckkolben
c) Druckkammer
d) Druckbehälter
e) Tiegel
f) Ofen
g) Steigkanal
Prinzip der Warmkammer-Druckgießmaschine [VDG05]
Seite 34 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik Sommersemester 2020
2.3 Gießen mit Dauerformen
2.3.4 Druckgießen (Warmkammer)
Animation und Charakteristika
• Gießbehälter in Warmhalteofen
(Tiegel) integriert
• Geringe Wärmeverluste sehr
feinkörniges Gefüge
• Kein Kontakt zwischen Schmelze
und Luft keine Oxide, keine
Lufteinschlüsse
• Sehr kurze Zykluszeiten: 3..5 s
• Nur für Zinn- und Zinklegierungen – kein Aluminium, kein Kupfer möglich –
progressiver Verschleiß durch Oxidation
• Temperaturen hier: ca. 450° C – Schließ- und Zuhaltekräfte bis 800 N
Quelle: Matthies Druckguss – [Link]
Seite 35 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik Sommersemester 2020
2.3 Gießen mit Dauerformen
2.3.4 Druckgießen (Warmkammer)
Werkstückbeispiele Zinklegierungen (Warmkammer-Druckguss)
DIN 8580
Sommersemester 2020
Seite 44 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik
2.3 Gießen mit Dauerformen
2.3.5 Schleudergießen
Anwendungsbeispiele
Typische Anwendungen des Schleudergießens:
• rohr- und ringförmige Werkstücke
• Zylinderlaufbuchsen für Verbrennungsmotoren und Kompressoren
• Buchsen für Kolbenringe
• Riemenscheiben und Zahnräder
• Werkstücke aus Gusseisen, Stahl, Leichtmetall- und Kupferlegierungen
Nachteile:
– höhere Investitionskosten
– geometrische Beschränkung auf rotationssysmmetrische Teile
DIN 8580
DIN 8580
Siebe Mikrostrukturen
Spritzgussformwerkzeuge
Seite 7 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik Sommersemester 2020
2.4 Elektrolytische Abscheidung
Beispiele veco, Eerbeek, NL [Link]
[Link]
Seite 9 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig | Fertigungstechnik Sommersemester 2020
Literatur
1. Welche drei Verfahren mit chemisch gebundene Formen sind industriell relevant?
2. Maskenformverfahren: Visualisieren Sie die sechs Verfahrensschritte…
3. … und nennen Sie Vorteile und Nachteile des Verfahrens.
4. Modellausschmelzverfahren: Visualisieren Sei die neun Verfahrensschritte…
5. … und nennen Sie Vorteile und Nachteile des Verfahrens.
6. Nennen Sie zwei andere Namen des Modellausschmelzverfahrens.
7. Beschreiben Sie Verfahrensschritte und Charakteristika des Vakuumgießens.
8. Erläutern Sie den Begriff der Hinterschneidung (des Hinterschnitts).
9. Visualisieren Sie die fünf Verfahrensschritte des Cold-Box-Verfahrens.
10. Vergleichen Sie das Cold-Box- und das Hot-Box-Verfahren.
11. Visualisieren Sie das Grundprinzip des elektrolytischen Abscheidens.
12. Nennen Sie durch das Galvanoformen erzeugte Produkte und deren Genauigkeit.
Seite
Wissen4 durch Praxis stärkt FT1
Wiederholungsfragen
zum Gießen mit Dauerformen
Seite
Wissen5 durch Praxis stärkt FT1
2.5 Sintern – 2.5.1 Einführung in das Verfahren
Einordnung
Pulvermetallurgie Metalle
Pulvermetallurgie kommt zum Einsatz, wenn ein Aufschmelzen der zu verwendenden
Werkstoffe vermieden werden soll oder nicht möglich ist durch z.B. schlechte Misch-
barkeit der Legierungskomponenten im flüssigen Zustand.
Herstellen von Pulvern aus Metallen, Metalllegierungen und Metallverbindungen und das
Herstellen von Teilen aus diesem Pulver durch Formen und Sintern.
Sinterkeramik: Keramiken
Pulver aus keramischen Werkstoffen, das heißt: Nicht-Metalle, welche durch das Sintern
eine molekulare Fernordnung (Gitterstruktur) erhalten, z.B. Al2O3, Si3N4, CBN, Diamant.
Was ist Sintern?
Wärmebehandlung eines aus Pulver gepressten Presskörpers (Grünling) bei Temperaturen
unterhalb des Schmelzpunktes des Grundwerkstoffes.
Ziel des Sinterns Festigkeitserhöhung
Beim Sintern werden aus Pulver verdichtete Bauteile hergestellt (das Pulverpressen) und
durch die anschließende Wärmebehandlung (das eigentliche Sintern) massiv verfestigt,
weil sich dadurch im Inneren der Bauteile das einzelne Pulverkorn übergreifende Gitter-
strukturen ausbilden.
• Mahlen
• Verdüsen • Trocknen • Schneiden, Lasertrennen
• Mischen • Entbinden • Bohren
• Filtrieren • Verglühen • Schleifen, Läppen, Honen
• Granulieren • Glasieren • Polieren
• Sprühtrocknen • Fügen, Montieren
• Trocken- und Nasspressen
• Sintern
• Isostatisches Pressen
• Reaktionssintern in Gasatmosphären
• Extrudieren
• Heißpressen
• Schlickergießen
• Isostatisches Heißpressen
• Spritzgießen
Seite 10 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
2.5 Sintern – 2.5.1 Einführung in das Verfahren
Prozessschritte (1), (2), (3)
Sintern [HUP89]
(4) Kalibrieren zur Erhöhung von Oberflächen- (5) Der Porenraum von Sinter-
güte, Festigkeit und Maßgenauigkeit. Aus- teilen kann mit Schmiermitteln
gehend von Toleranzklassen IT9/IT10 können oder Korrosionsschutzmitteln
bei weichen Werkstoffen IT4/IT5, bei harten getränkt werden.
Werkstoffen IT7 bis IT8 erreicht werden.
Erreichbare Genauigkeit und Oberflächenrauheiten Rz [FRI06]
Sintern [HUP89]
Gießen • Schlickergießen
• Folienschlickergießen
Plastisches • Spritzgießen
Formen • Strangpressen
• Extrudieren
koaxial isostatisch
einseitig bei RT
zweiseitig HIP
zweiseitig
mit beweglicher
Matrize
heißpressen
• Das Verfahren wird angewendet, wenn die gewünschte hohe Materialdichte nur
durch Heißpressen zu erreichen ist.
• Diese Hülle besteht aus hoch schmelzenden Metallen wie Molybdän, Tantal oder
Wolfram beziehungsweise Kieselglas.
• Der isostatische Druck von bis zu 2000 bar wird mit Hilfe von Inertgasen erzeugt.
• Das Verfahren wird aufgrund der aufwendigen Hülltechnik und der meist teuren
Hüllmaterialien relativ selten in der Produktion eingesetzt.
• Es wird häufiger genutzt um ein drucklos gesintertes Werkstück nach dem Sintern
nachzuverdichten (Kalibrierung)
• Diese Suspension wird in eine Gipsform gegossen, welche ihr das Wasser
entzieht, wodurch es in der Randzone der Werkstücke zu einer Feststoffanreicherung
kommt.
Schlickergießen [WES06]
• Es lassen sich Werkstücke bis zu einer Minimaldicke von 0,2 mm fertigen, die als
Substratmaterial beispielsweise in der Mikroelektronik verwendet werden.
Foliengießanlage [HAR10]
Seite 32 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
2.5 Sintern – 2.5.2 Pulverbearbeitung Keramiken
Folienschlickergießen - Anlagenbeispiel
1 Schlickerzulauf 10 Schichtdickenmessung
2 Filter 11 Randschneider
2 Abluft zur Kondensatrückgewinnung 12 Bandwickelstation
4 Gießstation 13 Transportandantrieb
5 Schlickerdosierbehälter 14 Lufterhitzer
6 Schichtdickenmessung 15 Transportband
7 Abzug für die Konvektionstrocknung 16 Transportbandvorwärmung
8 Infrarotstrahler 17 Transportbandreinigung Gießanlage für
9 Abzug für die Strahlungstrocknung 18 Trägerfolie keramische Folien [SAU97]
Achtung!
Nicht alle Additive
sind noch zu-
gelassen.
Seite 34 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
2.5 Sintern – 2.5.2 Pulververarbeitung Keramiken
Spritzgießen von Pulvern
Extrudieren [HAR10]
Sintern [HUP89]
Batchanlagen Bandanlagen
450 – 500°C
Quelle: Quelle:
[Link] [Link]
Seite 48 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
2.5 Sintern – 2.5.5 Nachbearbeitung
Prozessvarianten der Nachbearbeitung
Einfachsintern Zweifachsintern Sinterschmieden
Sintern Warmpressen
Kalibrieren
Schüttsintern Filter
(hier: Bronze-Bauteile – Flammsperren
sonst auch Kunststoffe)
Drosseln
Einfach-Sintern Gleitlager
Führungsringe
Formteile
Zweifach-Sintern Hartmetall-Werkzeuge
Cermets
Ölpumpenzahnrad
Sinterschmieden / Gelenkhebel
Pulverschmieden Pleuel
Getriebeteile
Typische Anwendungen :
• Gleitlager und Lagerschalen (vor allem Automobilindustrie)
• Bauteile für Büromaschinen, Elektrogeräte, Getriebe, Haushaltsgeräte, Motoren
• Werkzeuge aus PM-Stahl, Wendeschneidplatten (aus Hartmetall)
Seite 57 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
2.6 Selektives Laserschmelzen (SLM)
Einordnung
Selektives Laserschmelzen
(Selective Laser Melting, SLM)
Laereinheit
s
(2min)
Selektives Lasersintern [Bildquelle WIR00]: Wie bei allen Verfahren des Additive Manu-
facturing (AM) wird das Bauteil schichtweise aufgebaut. Der Wischer (Rakel, Rechen)
legt eine Pulverschicht über die Baukammer. Der Laser erschmilzt die Metallkörner lokal
(selektiv) und verbindet sie miteinander und mit der Schicht darunter. Die Baukammer
wird abgesenkt und derVorgang wird wiederholt.
Beim verwandten Verfahren: Selektives Lasersintern, werden mit einem Binder um-
mantelte Partikel miteinander verbacken.
Seite 61 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
2.6 Selektives Laserschmelzen (SLM)
Anlagen- und Produktbeispiele
• Das umliegende, nicht von der Lasereinheit erfasste Material bleibt in seinem
pulverförmigen Ausgangszustand erhalten.
• Beim selektiven Lasersintern wird kein Form gebendes Werkzeug benötigt. Alle
Formen, auch Hinterschnitte sind herstellbar. Das Bauteil ist formstabil, das heißt,
dass keine Stützstruktur benötigt wird.
Das Grundprinzip:
Fertigungsprozesse, die ein 3D-Modell (CAD-Daten,
nach einem Slicing als STL-Datensatz vorliegend,
Standard Tesselation Language) in ein physisches Objekt
verwandelt, indem Schichten desselben Materials übereinander aufgetragen werden.
Anwendung für
Prototypen – Rapid Prototyping;
Modelle – Rapid Modelling; Formen und Werkzeuge – Rapid Tooling;
Einzelstückfertigung oder Kleinserien: Rapid Manufacturing
Seite 3 FT1
4. Additive Verfahren – 4.1 Einführung
Rapid Technologien
Rapid Herstellung von Prototypen und Modellen
Prototyping • bezeichnet die Anwendung der Technologie der Generativen
und Fertigungsverfahren zur Herstellung von Modellen und
Prototypen.
Rapid
• gilt als Synonym für die neuen additiven computer-gesteuerten
Modelling automatischen Modellbauverfahren.
• Die Bauteile haben keinen Produkt-Charakter, bzw.
eingeschränkte Funktionalität, d.h. sie dienen im weitesten
Sinne nur der Anschauung und dem Prototypenbau (positives
Modell).
Rapid Fertigung von Produkten
Manufacturing • Generative Herstellung von Endprodukten
• Eigenschaften: Weist alle Merkmale des Endprodukts auf oder
wird vom Kunden für den „Serieneinsatz“ akzeptiert.
• Material ist identisch mit dem des Endprodukts.
• Konstruktion entspricht der des Endprodukts.
Rapid Tooling Herstellung von Werkzeugen und Werkzeugeinsätzen
• Anwendung der generativen Methoden und Verfahren auf den
Bau von Werkzeugen, Werkzeugeinsätzen und (Negativ-)
Formen zur Herstellung von Prototypen.
• Die Aufgabenstellung unterscheidet sich ebenfalls in einigen
Seite 4 Punkten von der des Rapid Prototyping FT1
4. Additive Verfahren – 4.1 Einführung
Einteilung der Additiven Verfahren
Fused Filament
Fabircation (FFF)
Solid Ground Curing
Maskenformverfahren
Flüssigkeitsbad
UV-Beleuchtung
Quelle: [Link]
Seite 5 FT1
4. Additive Verfahren – 4.1 Einführung
Abkürzungen für die Additiven Verfahren
SL oder SLA Stereolithographie SGC: Solid Ground Curing,
Polymerisation mit UV-Licht, nicht mit LASER
3DP 3D-Drucken
Seite 6 FT1
4. Additive Verfahren – 4.2 Stereolithographie
Stereolithographie: Erläuterungen
• Das älteste additive Verfahren Stereolithographie wird bevorzugt zur Fertigung von
Prototypen, Einzelstücken und Kleinserien eingesetzt.
• Stereolithographie ist aus griechischen Worten zusammengesetzt: stereos = fest, hart,
lithos = der Stein, graphein = schreiben. Es drückt aus, dass das Druckverfahren
Flachdruck oder Steindruck, Lithographie, hier um die räumliche Dimension erweitert
wird.
• Das zu fertigende Werkstück wird schichtweise unter Nutzung vorher erstellter 3D-
CAD-Schicht-Daten (STL – Daten) aufgebaut.
• Ein computergesteuerter UV-Laserstrahl zeichnet die jeweiligen Konturen der
Schichten auf einem flüssigen Monomerharz nach. Dort, wo der Laserstrahl auf das
Harz trifft, beginnt die Polymerisation. Das Harz härtet aus. Das entstehende Werk-
stück wird um eine Schichtdicke in das Harz abgesenkt und die nächste, darüber
liegende Schicht kann ausgehärtet werden.
• Das Bauteil wird auf eine Stützkonstruktion in einem flüssigen Monomergemisch durch
einen UV-Laser schichtweise erzeugt. Die durch die UV-Strahlen und Fotoaktivatoren
eingeleitete Polymerisation ist duroplastisch.
• Anschließend muss das Bauteil gereinigt und ein zweites Mal unter einer UV-Röhre
gehärtet werden.
Seite 8 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
4. Additive Verfahren – 4.2 Stereolithographie
Schemadarstellung
Schachfigur HS Aalen
Seite 12 FT1
4. Additive Verfahren – 4.3 FFF (FDM®)
Verfahrensbeschreibung
Fused Filament Fabrication
Extrusion von niedrig schmelzenden Wachsen und Kunststoffen durch eine oder
mehrere Düsen
Das Bauteil entsteht sukzessive durch das Verschmelzen der jeweiligen Schichten
Schichtdicken liegen zwischen 0,025 und 1 Millimeter.
Hinterschnitte und Hohlräume können mit diesem Verfahrensprinzip allerdings
nur bedingt realisiert werden. Daher sind für die Umsetzung steil ausragender
Bauteilgeometrien feine Stützkonstruktionen erforderlich.
Bei neuen Anlagentypen wird das Supportmaterial (für die Stützkonstruktion)
gleich auf einer zweiten Spule mitgeführt und aufgetragen. Nach Beendigung des
Drucks muss die Stützkonstruktion dann entfernt werden.
Seite 13 FT1
4. Additive Verfahren – 4.3 FFF (FDM®)
Anlagenschema, Funktionsprinzip
Seite 14 FT1
4. Additive Verfahren – 4.3 FFF (FDM®)
Werkstoffe und Eigenschaften
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer),
Polyester oder Polycarbonat, verschiedene
Wachssorten, Biokunststoffe PLA (Poly-
Milchsäure)
Faserverstärkte Composite mit Holz- Keramik-
oder Carbon-Filamenten
Innovation: metallhaltige Filamente –
BASF Ultrafuse
Keine Begrenzung des Bauteilraums!
Teile bis 1,3 m3 Volumen realisiert, inzwischen
auch mehr, Bauräume von 4 bis 6 m Kantenlänge
Nacharbeit für gute Oberflächenqualität
notwendig, da sonst Lagenstruktur sichtbar
Anwendungen nicht nur auf Anschauungs-
objekte begrenzt
Sehr günstige Anlagen erhältlich
Seite 16 FT1
4. Additive Verfahren – 4.4 3D-Drucken (3D-Printing)
Verfahrensbeschreibung
Seite 17 FT1
4. Additive Verfahren – 4.4 3D-Drucken (3D-Printing)
Verfahrensschema, Werkstückbeispiele
Prototyp/Baumuster
Personalisierte Einlagen
Seite 18 FT1
4. Additive Verfahren – 4.4 3D-Drucken (3D-Printing)
Werkstoffe und Anlagen
Seite 19 FT1
4. Additive Verfahren – 4.5 Selektives Lasersintern/Laserschmelzen
Verfahrensbeschreibung
Schmelzen von Metall-, Kunststoff oder Keramikpulvern
Lagenweise Auftragen dünner Pulverschichten, die schicht- und zeilenweise mit einem
Laser teilweise aufgeschmolzen werden
Pulverzusammensetzung und Korngrößenverteilung bestimmen Qualität
Indirektes Lasersintern (SLS) arbeitet mit einem thermoplastischem Binder
Der Thermoplast wird nach dem Sintern ausgebrannt und mit flüssigen Metallen oder
Legierungen infiltriert
Beim Laser-Melting (SLM, Laserschmelzen) wird das Pulver lokal vollständig
aufgeschmolzen. Es ist eine Schutzgasatmosphäre notwendig.
Laser: CO2 oder Nd:YAG-Laser
Anwendung: Spritzgusswerkzeug-Einsätze für konturangepasste Kühlkanäle,
individualisierte Medizinprodukte
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4. Additive Verfahren – 4.5 Selektives Lasersintern/Laserschmelzen
Verfahrensschema
Seite 21 FT1
4. Additive Verfahren – 4.5 Selektives Lasersintern/Laserschmelzen
Werkstoffe und Werkstückbeispiele
SLM ist für verschiedene Metalle kommerzialisiert,
Inconel (Ni-Basis-) und Titan-Legierungen sind herstellbar
Ferner sind metallische Werkstoffkombinationen möglich,
die schmelz-metallurgisch nicht herstellbar sind: Beim
direkten Metallsintern reicht das Auf-schmelzen der
niedrigschmelzenden Komponente (Flüssigphasen-
sintern)
Arbeiten unter Schutzgas (N2 oder Ar) für leicht oxidie-
rende Metalle
Bei Keramiken ist ebenfalls das Infiltrieren mit einem
geeigneten Werkstoff üblich, auch durch Schlickersintern
Breitbandige Anwendungen in der Medizin: Zahnersatz,
Implantate, Prothesen; poröse Oberflächenstruktur
erleichtert ggfs. schnelles Einwachsen, individuelle
Anpassung an den Patienten möglich
Lasersintern von Hartmetall ist möglich, Anwendungen in
der Entwicklung
Sehr hohe Anlagenkosten
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4. Additive Verfahren – 4.6 Elektronenstrahlschmelzen
Verfahrensbeschreibung
Seite 25 FT1
4. Additive Verfahren – 4.7 Laser Metal Disposition
Verfahrensbeschreibung
Seite 26 FT1
4. Additive Verfahren – 4.7 Laser Metal Disposition
Schema
[Link]
Seite 27 FT1
4. Additive Verfahren – 4.8 Laminated Object Manufacturing (LOM)
Verfahrensbeschreibung
LOM oder LLM: Layer Laminate Manufacturing
Verwendung einzelner Folien (Kunststoff, Metall) oder Papierlagen, schichtweises
Verkleben
Lagen werden einzeln auf die Bauteilplattform aufgelegt und die Kontur der Schicht
mit einem Laser, einer scharfen Messerschneide oder einem Heißdraht eingebracht.
Die Plattform verfahrt nach unten und eine neue Materialfolie wird aufgelegt und
mit einer Thermowalze bei etwa 300 Grad Celsius mit der unterliegenden Schicht
verklebt.
Realisierung von Hohlraumen ist schwierig
Überschüssiges Material muss manuell entfernt werden.
Herstellung von Mustern oder Gussmodellen
Potential für Composite: CFK (Carbon-Fiber-Kunststoff)
Nachbehandlung der Oberfläche zur Steigerung der Qualität, und um das Eindringen
von Feuchtigkeit zwischen die Schichten zu verhindern.
Seite 30 FT1
4. Additive Verfahren – 4.8 Laminated Object Manufacturing
Schemabild, Produktbeispiele
Seite 31 FT1
4. Additive Verfahren – 4.8 Zusammenfassung
Verfahren im Vergleich
Quelle: [Link]
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4. Additive Verfahren – 4.8 Zusammenfassung
Entwicklungsstand Additive Manufacturing
Die Technologie des 3D-Druckens hat sich vom Rapid Prototyping zum generativen
Fertigen entwickelt.
Die Technologie bietet große Chancen, das Dilemma der Produktion zwischen
kostengünstiger, planungsorientierter Fertigung und individueller Einzelteil-Herstellung
aufzulösen
Die Technologie verändert die Abläufe im Produktentstehungsprozess und bietet die
Chance für neue Geschäftsmodelle.
Die Technologie des generativen Fertigens ist für die industrielle Anwendung geeignet,
besitzt allerdings einige Grenzen, insbesondere hinsichtlich Bauraum, Genauigkeit und
Kosten.
Aktuell signifikante Nachteile:
Unzureichende Oberflächenqualitäten (Nachbearbeitung notwendig)
Relativ geringe Materialvielfalt
Hohe Rohmaterialkosten
Mangel an verlässlichen Aussagen z. B. zur Serienstreuung und zur
Produktlebensdauer generativ gefertigter Bauteile
Für mittlere Lose und höhere Stückzahlen fehlt derzeit die Wirtschaftlichkeit
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4. Additive Verfahren – 4.8 Zusammenfassung
Additive Manufacturing von Lebensmitteln
Schokoladendrucker Zuckerskulpturen
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4. Additive Verfahren – 4.8 Zusammenfassung
Print-Center der Frankfurt UAS
Seite 36 FT1
Übung
Seite 37 FT1
Übung 2
Mit welchem Verfahren werden folgende Teile idealerweise hergestellt?
Bewerten Sie aufgrund der
- Werkstückkontur
- Werkstückgröße
- Werkstoff
- Stückzahl
- Markt: Qualität + Preis
Vakuumgieße
VK Stückzahl
Vakuumform-
Warmkamme
Magnetoform
Niederdruck-
Kaltkammer-
Schwerkraft-
Sandgießen
Feingießen
rdruckguss
(€) pro Jahr
Schleuder-
Lost Foam
druckguss
Kokillen.
kokillen.
Material
Gießen
Strang-
gießen
gießen
-V.
V.
n
Seite 38 FT1
Wiederholungsfragen zu den Themen: GIeßen
mit verlorenen Formen, chemisch gebunden,
und Kernherstellung.
1. Für welche Art Gussteile ist das Zementsandverfahren besonders gut geeignet?
2. Was ist der ‚offizielle‘ Name des Croning-Verfahrens?
3. Nennen und skizzieren Sie die sechs Verfahrensschritte.
4. Welche Vorteile und Nachteile hat das Verfahren?
5. Nennen Sie zwei andere Namen für den Feinguss.
6. Welches sind die neun Verfahrensschritte beim Feinguss? Skizzen und Stichworte.
7. Was sind die wesentlichen Vor- und Nachteile beim Feinguss?
8. Ordnen Sie das Vakuumgießen richtig ein.
9. Erläutern Sie die Verfahrensschritte des Vakuumgießens. Skizzen und Stichworte.
10. Was sind Vorteile, was sind Nachteile?
11. Nennen Sie die Verfahrensschritte des Cold-Box-Verfahrens zur Kernherstellung.
12. Vergleichen Sie das Cold-Box und das Hot-Box-Verfahren.
Seite
Seite3 3 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1 Sommersemester 2023
Wiederholungsfragen zu den Themen:
Gießen mit Dauerformen (Kokillenguss,
Druckguss, Schleuderguss, Strangguss)
1. Was versteht man unter Kokillen? Diskutieren Sie Einflüsse auf die Standmenge.
2. Erläutern Sie den Schwerkraft-Kokillenguss.
3. Was ist ein Gießkarussell? Fertigen Sie eine schematische Skizze an.
4. Erläutern und skizzieren Sie den Ablauf des Niederdruck-Kokillen-Gießens.
5. Druckguss: was unterscheidet das Kaltkammer- und das Warmkammer-Verfahren.
6. Skizzieren Sie beide schematisch.
7. Welche Werkstoffe lassen sich nur im Kaltkammerverfahren abgießen?
8. Welche Restriktionen ergeben sich aus dem Verfahren Schleuderguss
für die Bauteilgeometrie?
9. Was sind Vorteile von Schleudergusss?
10. Erläutern und skizzieren Sie das Verfahren Stranggießen.
Seite
Seite4 4 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1 Sommersemester 2023
Wiederholungsfragen zum Thema Sintern
Seite
Seite5 5 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1 Sommersemester 2023
3. Urformen Kunststoffe – 3.1 Einführung
Kohlenwasserstoffe, elementare Kettenmoleküle
Einfache Kohlenwasserstoffe
Methan: CH4 Ethan: C2H6 Propan: C3H8
C C C C C C
Polymerwerkstoffe
Einteilung
Makro-
moleküle Ketten-
Polykondensation Polyadduktion Bildungsreaktion
vorhanden
polymerisation
chem. Zusam-
mensetzung
technologische
Duroplaste Thermoplaste Elastomere
Eigenschaften
• Werkstoffstruktur:
• Polymerwerkstoffe
• Molekülketten aus mehr als 1000 Einzelatomen (Makromoleküle)
• Molekulargewichte >100000
• Länge-Durchmesser-Verhältnis 5000 : 1 und höher
• Kohlenwasserstoffverbindungen überwiegen
• Einteilung nach der Gewinnung:
• abgewandelte Naturprodukte - synthetische Kunststoffe
• Einteilung nach Polymerisationsmechanismen:
• Polymerisate, Polykondensate, Polyaddukte
• Einteilung nach Gebrauchseigenschaften:
• Duroplaste (Duromere), Elastomere, Thermoplaste (Plastomere)
Name Bindungsenergie
Richtungsabhängigkeit
in kJ/mol
Hinweis: Die Stoffmenge 1 Mol richtet sich seit 2019 nach der Avogadro-Konstante.
Ein Mol enthält NA = 6,022 140 76 · 1023 Teilchen , etwas mehr als 602 Trilliarden.
Teilchen können Atome, Moleküle oder Ionen sein.
Seite 12 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
3. Urformen Kunststoffe – 3.1 Einführung
Beispiele für Thermoplaste, Duroplaste, Elastomere
Art Werkstoffbeispiele
Thermoplast Polyvinylchlorid PVC
Polyehthylen PE
Polyamid PA
Polystyrol PS
Duroplast Melaminharz
Phenolharz
Polyurethan PUR
Elastomer Gummi
Kautschuk
BR Butadien-Kautschuk
EP Epoxidharz
PE Polyethylen
PF Phenol-Formaldehydharz
PVC Polyvinylchlorid
Das Diagramm
zeigt die Ver-
wendung der
Kunststoffe in
Deutschland.
H H
Polypropylen PP n
PP
• Das Polypropylen ist ein harter, fester und
mechanisch belastbarer Kunststoff mit der geringsten
Dichte der sechs genannten wichtigsten Kunststoffe.
H H
Polystyrol PS n
PS
• Polystyrol wird überwiegend als amorpher
Thermoplast und weniger in teilkristalliner Form
verwendet.
PUR
Polyurethan PUR
PET-Flasche
• Produktbeispiele sind Abdeckplanen, Elektro-Hausgeräte-
Komponenten, Federn, Gefäßimplantate Lager, Schrauben,
Sicherheitsgurte und Zahnräder.
• Extrudieren 3.2
• Spritzgießen 3.3
• Kalandrieren (Formgebung mittels Walzen) 3.4
• Blasformen 3.5
• Pressen 3.6
• Schäumen 3.7
• Laminieren 5+
• Additive Fertigung 4
Drei Zonen:
• Einzugszone (einfüllen + fördern)
• Kompressions-/Umwandlungszone (plastifizieren, entgasen, verdichten)
• Ausstoßzone (homogensieren + auspressen)
Querschnitte
Längsschnitt
• Es sind Arbeitsgeschwindigkeiten
von bis zu 1200 m/min möglich.
Seite 39 FT1
3. Urformen Kunststoffe – 3.2 Extrudieren
Extrusion von Kunststoff-Folien
• Folienbreite: < 4 m
• Breitschlitzdüsenspalthöhe
0,3 - 1 mm
• Foliendicke nach dem Recken Folienherstellung im Chill-Roll-Verfahren [WES06]
8 - 15 µm
• Folienbreite > 4 m
• Extrusion eines Schlauches
mit einer Wandstärke von
bis zu 2 mm
• Aufblasen des Schlauches
auf 5x Durchmesser
• Recken durch Walzen in
axialer Richtung
• Foliendicke 20 bis 350 µm
Siehe Blasformen!
Folienblasanlage [FRA90]
Seite 41 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
3. Urformen Kunststoffe – 3.3 Spritzgießen
Anlagenschema
2. Einspritzen
Verfahrensablauf Spritzgießen [FRA90]
3. Nachdrücken
Verfahrensablauf Spritzgießen [FRA90]
(2) Einspritzen des Werkstoffs in das Werkzeug bei nicht rotierender Schnecke
(4) Öffnen des Werkzeugs und Auswerfen des Werkstücks (meist mit (1))
Europa Lehrmittel:
Industrielle Fertigung
• Extrudieren
• kontinuierlicher Prozess zur Herstellung von ?
• Ausgangsprodukt ?
• Prozessschritte ?
• Spritzgießen
• Prozessschritte?
• Typische Prozesszeiten?
• Einpressdrücke?
Schließkräfte?
Prozesstemperatur?
• Besonderheiten der Verarbeitung von Duroplasten oder Elastomeren?
Produktbeispiele
Folien für Verpackungen etc., Büromaterial,
Dekorfolien für Möbelbeschichtungen.
tbe
• Bobby-Car [Link]
• Gießkannen [Link]
Einzzelheit
Seite 68 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
3. Urformen Kunststoffe – 3.5 Blasformen
PET-Flaschen: Schema zum Spritzgießen der Preforms
Preformgrößen [PET05]
Streck-Blasanlage [PET05]
3:40min
Seite 73 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1
3. Urformen Kunststoffe – 3.5 Blasformen
PET-Flaschen: Anlagenschema (Erläuterungen)
Heizstrecke [PET05]
Lufteinschlüsse
chemisch physikalisch
Quelle: [Link]
Beispiel: PUR-Schaum
100%:
Werte des
kompakten
Materials
Zug-E-Modul / Zugfestigkeit
Biegefestigkeit
Biege-E-Modul
Schlagzähigkeit nach Charpy
5. Die dargestellte Schüssel aus einem recyclebaren Polymer ist zum einmaligen
Gebrauch bestimmt. Es sollen 20.000.000 Stück pro Jahr hergestellt werden.
Wählen Sie eine geeignete Fertigungsfolge aus und skizzieren und beschreiben Sie
die Fertigungseinrichtungen und den Fertigungsablauf. Das entsprechende
Granulat können Sie als gegeben voraussetzen.
6. Welches Verfahren ist immer der erste Schritt bei der Verarbeitung von
thermoplastischen Kunststoffen? Benennen Sie die Arbeitsschritte und skizzieren
Sie die Fertigungseinrichtung.
Quelle: BMW AG
1. Die Volumenkonstanz V1 = V0
2. Die Fließbedingung σ ≥ kf
• Die Volumenkonstanz oder Kontinuität besagt, dass das Volumen nach dem
Umformen, Zustand 1, dasselbe ist wie das Ausgangsvolumen, Zustand 0.
• Die Umformung wird durch die mit steigender Temperatur größer werdende
Beweglichkeit der Atome und Molekülketten ermöglicht.
• Abgesehen von der Wärmeübertragung durch Strahlung dient Luft zur Wärmeüber-
tragung durch Konvektion. Ferner können zur Wärmeübertragung durch Wärme-leitung
Medien wie Fett, Öl oder Wasser eingesetzt werden.
• Wesentliche Vorteile des Warmumformens sind die präzise und plastische Abformung
auch komplizierter Konturen sowie niedrige Umformkräfte
Warmum- Spritz-
formung gießen
PS
spanende Bearbeitung Schweißen
hart Erweichungstemp.
zähelastisch Kristallschmelztemperatur
weich Schmelztemperatur
flüssig Zersetzungstemperatur
nach Bargel, Schulze: Werkstoffkunde, Springer Verlag, 2012
Seite 6 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
5.1 Einführung
Verfahren des Umformens von Thermoplasten
Abkanten [HAE01]
Variante a:
Das Halbzeug wird mit einem Stempel (= Werkzeug) und ohne Gegenwerkzeug
durch einen Ziehring gezogen (ein Zug-Druck-Umformen).
Variante b:
Das Werkstück wird zwischen einem Oberwerkzeug und einem Unterwerkzeug
geformt (ein Zug-Druck-Umformen, bei dem das Halbzeug nachfließt).
Variante c:
Die in einem Spannrahmen befestigte und erwärmte Kunststoffplatine wird durch
Druckluft oder Unterdruck (|Δp| < 1 bar) umgeformt (ein Zug-Umformen, bei dem
das Halbzeug nicht nachfließt – mit dem Ergebnis, dass sich die Wandstärke im
Formteil verringert).
Halbzeug bleibt
eingespannt
a) Folienzulauf,
b) Vakuumtrommel mit Matrizenmantel
c) Heizung
d) Kühlung
e) Abzug der ausgeformten Bahn
Verfahrensgrenzen
• Überhitzen der Folie und in der Folge unbeabsichtigtes Fließen und Reißen
• Haften am Stempel
• ..
Anzuchtbehälter
Verpackungsblister
Transportbehälter
Quelle: VDMA
Seite 2 Th. Michalke / D. Großkreutz FT1
5+ Composite: Materialien + Markt
Carbonfaserverstärkter Kunststoff
Kohlenstofffasern eingebettet in Epoxidharz
Faktor 4,3 geringere Dichte als Stahl,
Faktor 2 steifer. Stark richtungsabhängige
mechanische Eigenschaften. Für vergleichbare
Belastungskräfte muss ein größeres Volumen als
bei Stahl gewählt werden.
Anwendung:
Fahrrad, Angelruten
Flugzeugbauteile: A380 mit 35% seiner Bauteile!
Automobil:
BMW:
Bsp. Motorhaube - Gewicht von unter fünf Kilogramm
inklusive Lackierung. Das konventionelle Bauteil aus
Stahl bringt rund 18 Kilogramm auf die Waage. Die
Steifigkeit der CFK-Haube ist dabei nach Angaben des
Herstellers dem der konventionellen ebenbürtig. Bei
den Elektromobilen i3 und dem i8 sind auch die
Fahrgastzellen aus dem "recycelten" Material.
Seite3
Seite 3 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1 Sommersemester 2023
Wiederholungsfragen zu den Themen
Faserverstärkte Kuststoffe
und Umformen der Kunststoffe
Seite4
Seite 4 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1 Sommersemester 2023
6. Umformen Metalle
6.1 Grundlagen
Seite 5 FT1
6.1 Grundlagen
Einteilung der Umformverfahren
• Die Umformverfahren lassen sich nach drei Kriterien einteilen:
• Druckumformen
• Zug-Druck-
Umformen
• Zugumformen
• Biegeumformen
• Schubumformen
Seite 7 FT1
Massivumformen
Seite 8
Massivumformen
6.1 Grundlagen
Massivumformen
Massivumformen
Blechumformen
Blechumformen
Blechumformen
Zuordnung der hier ausgewählten Verfahren
FT1
DIN 8582
6.1 Grundlagen
Charakteristika des Umformens
• Umformen hat das Ziel, eine bleibende Veränderung der Werkstückgestalt zu bewirken
– unter Beibehaltung des Werkstoffzusammenhalts.
• Umformen hat sich über Jahrtausende von einer Handwerkstechnik zu einer der
wichtigsten industriellen Fertigungsverfahrensgruppe entwickelt.
• Die meisten technisch genutzten Metalle und Metalllegierungen werden im Zuge ihrer
Fertigungsprozesskette wenigstens einmal umgeformt.
• Druckumformen, Schmieden im Fall der Massivumformung, und Zugdruckumformen,
Tiefziehen, Karosserieziehen im Fall der Blechumformung, haben die größte industrielle
Bedeutung.
• Ressourcenschonung, Senken der Fertigungskosten und engere Fertigungstoleranzen
sind, wie bei allen Fertigungsverfahrensgruppen, das Hauptentwicklungsgebiet.
In jedem Fall gilt: Umformteile sind nahe an der Endkontur. Dadurch haben sie einen
günstigen Materialkostenanteil. Das Ziel sind einbaufertige Umformteile, was
insbesondere beim Kaltumformen durch Verfahrensentwicklung möglich sein kann.
• Es wirken hohe Prozesskräfte. Maschinen und Werkzeuge sind deshalb sehr massiv
und robust ausgeführt und daher teuer in Anschaffung und Betrieb.
• Da Umformen oberhalb der Fließgrenze des Werkstoffs erfolgt, werden in der
Umformtechnik Werkstoffe mit ausgeprägtem plastischen Verhalten bevorzugt.
Seite 9 FT1
6.1 Grundlagen
Umformen im Spannungs-Dehnungs-Diagramm
Re
Rm
Seite 10 FT1
6.1 Grundlagen
Umformmechanismen im Kristallgitter
Seite 11 FT1
6.1 Grundlagen
Verfestigung und Glühen
Gefüge nach Walzumformung 5min Glühen bei 510°C 10min Glühen bei 510°C
Gefügeänderung bei der Rekristallisation Umfassende Informationen
A) Verformtes Gefüge mit Rekristallisationskeimen, siehe z:B. Patrick Schilg:
[Link]
B) Primär rekristallisiertes Gefüge, Eine Website, die durch einen Experten
C) Kornvergrößerung editiert und redigiert wird, kein gewöhnlicher Blog.
Seite 12 FT1
6.1 Grundlagen
Volumenkonstanz: räumliche Formänderung
beim freien Stauchen
• V1 = V0 → h 1 . b 1 . l1 = h 0 . b 0 . l0
h0
• V1 Volumen nach der Umformung b0
• V0 Volumen vor der Umformung l0
• h1, b1 ,l1 Abmessungen nach der Umformung
• h0, b0 ,l0 Abmessungen vor der Umformung
h1 b1
l1
Seite 13 FT1
• Umformung durch Division ergibt: Umformgrad ϕ
„das logarithmierte
Formänderungsverhältnis“
V1 / V0 = 1
h1 b1
• und durch Logarithmieren entsteht die Gleichung
• ln γ + ln β + ln λ = ln 1 = 0 l1
Seite 14 FT1
Mit den Definitionen Dehnen h1/h0 = 2 ln(h1/h0) = 0,69
Stauchen h1/h0 = 0,5 ln(h1/h0) = -0,69
• Umformgrad in Höhenrichtung ϕh = ln γ
• Umformgrad in Breitenrichtung ϕb = ln β
• Umformgrad in Längenrichtung ϕl = ln λ
• ergibt sich
ϕh + ϕb + ϕl = 0
• Daraus folgt, dass sich einer der drei Umformgrade im Vorzeichen von den beiden
anderen unterscheiden muss. Dieser ist dann wertmäßig der größte Umformgrad und
wird mit ϕg bezeichnet: ϕg = lϕmaxl.
• ϕg wird meist als Bezugsgröße für das Ausmaß der Umformung verwendet.
• Vereinfachend wird ϕg häufig in Tabellen und in der Literatur als ϕ bezeichnet
Seite 15 FT1
6.1 Grundlagen
Die Fließbedingung im Zugversuch
x
− Bruch der Probe
• Bei ihm werden die auftretenden Reibungskräfte durch Schmierung so gering gehalten,
dass ein weitgehend einachsiger Spannungszustand vorliegt, der die Voraussetzung für
die universelle Nutzung der ermittelten Kennwerte ist (z.B. in einer Vergleichs-
spannungshypothese).
• Bei niedrigen Temperaturen werden Öle und Fette verwendet, bei höheren
Temperaturen Glasmischungen oder Graphit.
Seite 18 FT1
6.1 Grundlagen
Konzept der Vergleichsspannung
• Bei ihm werden die auftretenden Reibungskräfte durch Schmierung so gering gehalten,
dass ein weitgehend einachsiger Spannungszustand vorliegt, der die Voraussetzung für
die universelle Nutzung der ermittelten Kennwerte ist (z.B. in einer Vergleichs-
spannungshypothese).
• Bei niedrigen Temperaturen werden Öle und Fette verwendet, bei höheren
Temperaturen Glasmischungen oder Graphit.
Seite 19 FT1
6.1 Grundlagen
Konzept der Vergleichsspannung
• Bei ihm
In werden die auftretenden Reibungskräfte durch Schmierung so gering gehalten,
der Umformtechnik
dass eindie
werden weitgehend einachsiger Spannungszustand vorliegt, der die Voraussetzung für
Vergleichsspannungen
die universelle
nach TrescaNutzung derder
(auf Basis ermittelten Kennwerte ist (z.B. in einer Vergleichs-
Schubspannungshypothese)
spannungshypothese).
und nach von Mises (auf Basis
• Bei niedrigen
der Temperaturen werden Öle und Fette verwendet, bei höheren
Gestaltsänderungsenergie-
Temperaturen Glasmischungen
hypothese, GEH) verwendet. oder Graphit.
Seite 20 FT1
6.1 Grundlagen
Konzept der Vergleichsspannung
Beispiel:
Für eine Stauchung um halbe
Ausgangshöhe ist ϕ = - 0,69
Die dazugehörende Spannung:
Seite 22 FT1
6.1 Grundlagen
Fließkurven kf = kf(ϕ) als tabellierte Formel
kf = C . ϕn (ϕ > 0,02)
mit
n Verfestigungsexponent
Koeffizienten der Ludwik-Gleichung
(Beispiele) [WIT06]
Seite 23 FT1
6.1 Grundlagen
Fließkurven kf = kf(ϕ) bei Raumtemperatur
Abbildung: Kaltfließkurven (Raumtemperatur)
metallischer Werkstoffe [WIT06]
Hinweis:
Punktweise Anwendungen der zuvor präsen-
tierten Ludwik-Näherung zeigen deutliche Ab-
weichungen zu den abgebildeten Fließkurven.
Eine systematische Einführung in die Ermitt-
lung von Fließkurven finden Sie zum Beispiel
in diesem Lehrbuch:
E. Doege, B.A. Behrens: Handbuch Umform-
technik, Springer-Verlag (2016)
Im Buch werden verschiedene Wege gezeigt
und diskutiert, wie Fließkurven experimentell
gewonnen werden, ferner werden Näherungs-
verfahren wie die Ludwik-Gleichung und
Erweiterungen hergeleitet.
Seite 24 FT1
6.1 Grundlagen
Fließkurven kf = kf(ϕ) abhängig von der Temperatur
Seite 26 FT1
Wiederholung
Seite 27 FT1
6. Umformen Metalle
6.2 Massivumformen
Danksagung
Diese Präsentation nutzt viele Materialien (Folien und Filme) des Kollegen Professor Dr. Damian Großkreutz
und der Kollegin Professor Dr. Thordis Michalke, denen ich für ihre Unterstützung bei meiner Vorbereitung
der Vorlesung Fertigungstechnik ich an dieser Stelle herzlichen Dank sage.
Haftungsausschluss
• Die Vorlesungs- und Übungsunterlagen sind ausschließlich für den Gebrauch in meinen
Lehrveranstaltungen bestimmt!
• Die Weitergabe der Unterlagen an Dritte, ihre Vervielfältigung oder Verwendung auch von Auszügen
davon in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist nicht gestattet.
• Für eventuell enthaltene Fehler wird keine Haftung übernommen!
Seite 1 FT1
Rechtlicher Hinweis
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Dasselbe gilt für alle Videos und Aufzeichnungen im Rahmen der
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2 Translated by DeepL.
6.1 Grundlagen
Kinematik: Bewegung
des Walzguts
Werkzeuggeometrie:
Flach- oder Profilwalzen
Greifbedingung:
𝜇𝜇 > tan 𝛼𝛼
Durchzugsbedingung:
𝜇𝜇 > tan 𝛼𝛼2
𝛼𝛼
~ 1/3r
vF = vw = 2πRn
µ Reibkoeffizient v 1 > vF > v 0
[Link] 1:40min
Seite 8 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.1 Walzen: Querwalzen, Verzahnungswalzen
b) Zweiwalzen/Duo-Gerüst
c) Dreiwalzen/Trio-Gerüst
d) Lauth'sches Trio-Gerüst
e) Doppel-Zweiwalzen-
gerüst
f) Vierwalzen/Quatro-
Gerüst
g) Sechswalzengerüst
h) Mehrzweck-Kaltwalz-
Werk-Gerüst,
i) 20-Walzengerüst
(Clustermill) [WIT06]
j) 24-Walzengerüst
(Sendzimir) nächste Seite
Seite 17 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.1 Walzenanordnungen im Walzengerüst
Grafik…
Walzenanordnungen
j) 24-Walzengerüst
(Sendzimir)
• Zum Walzen – von Profilen oder Blechen – werden einzelne Walzgerüste oder aus
mehreren Walzgerüsten bestehende Walzstraßen verwendet. Häufig wird im re-
versierendem Betrieb gewalzt.
• Beim Warmwalzen (oberhalb der Rekristallisationstemperatur, bei Stahl ca. 1100° C)
werden meist hintereinander angeordnete sogenannte Duogerüste eingesetzt.
A) Universalwalzgerüst,
B) Duo-Flanschenstauchgerüst
[WIT06]
Seite 21 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.1 Walzen: Warmwalzwerke
Warmwalzwerke
• In Warmwalzwerken werden
Halbzeuge auf Duo-Gerüsten mit
Walzendurchmessern von bis zu
ungefähr 1,5 m reversierend zu
Fertigprodukten verarbeitet.
• Nach jedem Stich wird die
Drehrichtung gewechselt und die
Oberwalze zur Verringerung der
Walzgutdicke nachgestellt.
• Die Antriebsleistungen der Walzen
betragen bis zu 20 MW, an die
Antriebselemente werden hohe
Anforderungen hinsichtlich
Festigkeit und Genauigkeit gestellt.
Duo-Reversier-Gerüste,
A) Doppelankermotor und Zwischengetriebe,
B) Doppelantrieb (Twindrive) ohne Zwischengetriebe [WIT06]
[Link]
stranggiessanlage-investition-von-100-millionen-e-das-stahlwerk-standort-voelklingen/
[Link]
Die Herstellung von Schienenprofilen bei „Fernsehen bildet“ (Die Sendung mit der Maus)
Kaltwalzwerke
Seite 27 FT1
6.2 Massivumformung
6.2.1 Walzen: Ringwalzen
Seite30 30
Seite Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig - Fertigungstechnik FT1 Sommersemester 2023
Wiederholung Walzen
Freiformschmieden,
Freiformen
Schmieden im Gesenk,
Gesenkformen
Quelle: Industrieverband
Deutsche Massivumformung
Blechumformen
Quelle: Handbuch der Umformtechnik, Schuler
Seite 35 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.2 Schmieden - Freiformen
Massivumformen
Blechumformen
Quelle: Handbuch der Umformtechnik, Schuler
Seite 36 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.2 Schmieden - Freiformschmieden
A B C
offene Gravuren halboffene Gravuren geschlossene Gravuren
mit Gratspalt
geringe Anpassung
an Fertigform
eben, Teil
mittlere eben eben, Teil unsymmetrisch gekröpft
symmetrisch gekröpft
Stückzahl
mäßige
Anpassung
an Fertigform
große Stückzahl
gute Anpassung
unsymmetrisch gekröpft symmetrisch gekröpft
an Fertigform
Für geringere Werkzeugkosten und bessere Toleranzlage (Versatz) sollte die Gesenk-
teilung möglichst eben und rechtwinklig zur Umformrichtung verlaufen.
Seite 46 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.2 Schmieden - Gesenkschmieden
Hohe und
schmale Rippe
Scharfe Kanten
Hinterschnitte
Teilungsebene
Durchbruch
quer zur
Schmiederichtung
Keine Ausformschräge
1:50min
Seite 50 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.2 Schmieden - Gesenkschmieden
Warm Halbwarm Kalt
Der Tabelle ist zu entnehmen, dass neben dem üblichen Gesenkschmieden als Warm-
Umformverfahren auch eine kalte Variante existiert – teilweise als abschließender Verfah-
rensschritt: geringere Umformgrade, höherer Kraftbedarf, aber nahezu einbaufertige
Schmiedeteile bis IT 8 können auf diese Weise hergestellt werden.
Seite 51 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.2 Schmieden - Gesenkschmieden
• Beim
Eine alternative Verfahrenskette ist hier abgebildet: (1) Erwärmen, (2) Sechskante
vorschmieden im Gesenk, (3) Scherschneiden, (4) Prägen und Lochen (hier über
vier Stadien 4a, b, c, d), (5) Gewinde schneiden (spanabhebend, ohne Bild)
Oben:
Kalteinsenken zur Herstellung eines Gesenks
Rechts:
Beispiel für das Prägen [FRI01]
momentengebunden
F = p∙A
E = m∙g∙h
M
momentengebunden
F = p∙A
E = m∙g∙h
M
Umformmaschinen müssen
• automatisierbar, hochproduktiv und wirtschaftlich sein
• die erforderlichen Umformkräfte und Umformarbeiten zur Verfügung stellen
• die besonderen Merkmale von Prozessablauf und Werkstück berücksichtigen
4 Untergesenk
3
5 Schabotte
4 6 Dämpfungselemente
[Link]
5 1 Hydraulikzylinder
1 2 Stößel
2
3 Tisch
4
6 4 Maschinen-Ständer
5 Elektro-Motoren
8
6 Hubbalken-Automat
7 Umformstationen
3 8 Materialzuführung
7
[Link]
broschueren_stamping_cutting/download_stamping_cutting/stamping_cutting_broschuere_stanzsysteme_umformsysteme_e.pdf
Seite 62 FT1
6.2 Massivumformung
6.2.2 Schmieden – Umformmaschinen (Pressen)
Unten: Exzenterpressenlinie
(automatisiert) [IMU09]
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6.1 Grundlagen
Strangpress-Verfahrensprinzipien:
a) Voll-Vorwärtsstrangpressen,
b) Voll-Rückwärtsstrangpressen,
c) Voll-Querstrangpressen [WIT06]
Vorwärtsstrangpressen
• Das Halbzeug wird relativ zur Rezipientenwand bewegt und durch die hohe Reibung
erwärmt.
• Bei Bedarf wird der Materialblock mit einem (Vorwärm)-Temperaturgradienten
versehen. Die Temperatur im vorderen Teil des Blocks - in Strangpressrichtung
gesehen – ist dann zu Beginn des Prozesses höher als im hinteren.
• Geschwindigkeiten bis zu 350 m/min, Prozesstemperaturen bis zu 1300 °C.
• Nach Prozessende werden die Werkstücke bei Bedarf abgekühlt, gestreckt und
gerichtet, die hohe Oberflächenqualität erübrigt meist eine spanende Bearbeitung.
• Beim Rückwärtsstrangpressen fehlt die Relativbewegung zwischen Material und
Rezipient. Es tritt keine Wandreibung auf und die erforderlichen Kräfte sind geringer.
[Link]
Seite 15 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
Fließpressen im Mehrstufenverfahren
Rotationssymmetrische und
prismatische Teile,
durch Fließpressen hergestellt.
Thyssen-Krupp Steering
Abstreckziehen, a) Werkstück; b)
Abstreckring; c) Stempel
[Link] 7:40min
Fr. u. H. Lüling GmbH, Altena
Seite 25 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.4 Durchziehen – Drahtziehen
Funktion der Ziehangel
Innenhochdruckumformen
Abgaskrümmer Querträger
Legende:
IT 1 - 4: z.B. Lehren
u. Feinmessgeräte
IT 5 - 11: z.B.
Passungen im
Maschinenbau
IT 12 - 18: grobe
Toleranzen bei
spielsweise im
Stahlbau und in der
Warmumformung
5
2 3 4
Oberer Querlenker
Unterer Querlenker
Kreuzgelenk Kipphebel
Achszapfen Stößelstangen
Radträger links Ein- und Auslaßventile
Radträger rechts
Nockenwelle
Warmumgeformte Kurbelwelle,
warmumgeformtes Aluminium-Schwenklager,
Produktbeispiele [IMU09]
Seite 33 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.2 Massivumformung
6.2.6 Zusammenfassung –
Verfahrenskombinationen
Verfahrenskombinationen ermöglichen, die spezifischen Vorteile der Verfahrens-
gruppen zu nutzen.
Zum Beispiel:
Gesenkschmieden, Warmfließpressen
und Reibschweißen: Spindel (11,8 kg)
4. Welchen Vorteil hat das Walzen von Gewinden (z.B. bei der Herstellung von
Gewindestangen) gegenüber dem Drehen?
5. Mit welchen Verfahrensvarianten lassen sich nahtlos Rohre aus Stahl oder NE-
Metallen herstellen?
6. Welche Massivumform-Maschinen-Arten gibt es?
Nennen Sie Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten.
7. Worin unterscheiden sich Kaltband und Warmband?
8. Welchen Vorteil hat das Rückwärtsstrangpressen gegenüber dem
Vorwärtsstrangpressen?
9. Erläutern Sie die im Zusammenhang mit dem Gesenkschmieden die
Verfahrensvarianten mit und ohne Grat – mit Hilfe einer Skizze.
10. Was wird im Zusammenhang mit der Fertigungstechnik unter CSP-Technologie
verstanden? Was war der Grund für die Entwicklung dieser Technologie und was ist
ihr wesentlicher Vorteil?
13. Wie können Näpfe aus Stahlblech der Dicke 3mm hergestellt werden?
14. Sechskantmuttern der Größe M16 sollen aus rostfreiem Stahl in ca. 200 mm
Großserie von mehreren Mio. Stück pro Jahr und einer Taktzeit von
wenigen Sekunden pro Stück gefertigt werden.
Wählen Sie eine geeignete Verfahrensabfolge ausgehend von einem
geeigneten Halbzeug aus.
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2 Translated by DeepL.
6.1 Grundlagen
Kaltgewalzte Bleche sind bis ca. 10 mm, warmgewalzte Bleche bis ca. 250 mm
verfügbar. Bei den kaltgewalzten Blechen finden sich auch Qualitäten mit
Oberflächenveredelung, z.B. verzinkte Bleche u.a.
Blechumformen
Blechumformen
Beim Biegeumformen führt vor allem eine Biegebeanspruchung zum Fließen des
Werkstoffes (DIN 8586).
Die Anwendungen des Biegens reichen von der Einzel- und Kleinserienfertigung
(Schiffsbau; Apparatebau: Kessel, Reaktoren, Drehrohröfen, …) bis zur Serien-
und Massenfertigung („Abkanten“ von Schaltschränken, Biegen von Winkel-
elementen, …).
Neben Blechen werden auch Stäbe, Rohre und Drähte durch Biegeverfahren in die
erforderliche Form gebracht.
Gesenkbiegen (Abkanten)
[Fritz, Schulze: Fertigungsdtechnik]
Schwenkbiegen
[[Link]]
Zug
+σ[Link]
unten: [ Zugversuch; [Link] ]
maximale Zugspannung
maximale Streckung
Elastisch-plastische Betrachtung:
Mit Erreichen der Streckgrenze ist die Fließbedingung erfüllt und eine bleibende
Verbiegung (Stauchung bzw. Dehnung) wird die Folge sein.
Zuerst wird die Fließbedingung in den äußeren Fasern erfüllt, bei weiterer Be-lastung zur
Mitte des Querschnitts fortschreitend. In jeder Faser gibt es dabei neben dem plastischen
immer einen elastischen Anteil der negativen bzw.
positiven Dehnung.
In der „neutralen Faser“ bleibt die Spannung σb = 0.
Auch in einer Nachbarschaft zur „neutralen Faser“ bleiben die Spannungen unterhalb der
Fließgrenze, also elastisch, was das Rückfedern verstärkt.
[Link]; [Link]
• Walzprofilierte Werkstücke
finden vor allem im Leicht-
und Fahrzeugbau sowie
in der Gebäudetechnik An-
Blech-Walzprofilieren [WIT06] wendung.
Seite 18 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.3.1 Sonderverfahren zum Biegen:
Rohrbiegen
• Ebene und drei-
dimensional gebo-
gene Rohre, z.B.
Hydraulikleitungen
werden durch Rohr-
biegen in Form ge-
bracht.
• Die Rückfederung
muss im Voraus
berechnet werden;
entsprechend wird
das Rohr überbogen.
• Bei Biegen flacht das
Rohr ab. Diese sog.
Ovalisierung kann
durch das Einführen
CNC-Rohrbiegen RS Metall von Dornen, Sand
[Link] oder Druckmedium
reduziert werden.
Sicken
Blechumformen
Blechumformen
Blechumformen
Blechumformen
Seite 21 FT1
6.3.2 Drücken (Drückwalzen)
oncampusthl
[Link] 1:20min.
Seite 29 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.3.3 Tiefziehen
Ziehverhältnis, Bodenreißerkraft
Als Ziehverhältnis ß0 ist der Quotient Bei zu großem Ziehverhältnis
zwischen dem Ausgangsdurchmesser der (oder bei nicht optimaler Schmierung schon
Ronde D0 und dem Stempel- bzw. früher) tritt der sogenannte Bodenreißer auf.
Napfdurchmesser d0 definiert. Die Bodenreißerkraft FBr kann überschlägig
D0 abgeschätzt werden:
d0 FBr ≈ π · dm ·s0 · Rm
Rm = Zugfestigkeit
Durch Ziehen im Weiterzug mit klei-neren
Stempeln können insgesamt größere
Ziehverhältnisse erreicht werden.
d0 Rondenaußendurchmesser
Grenzziehverhältnis: βmax = d0max/d1 d1 Stempeldurchmesser
hängt unter anderem von der Blechdicke, vom dm mittlerer Durchmesser des Ziehteils
Werkstoff und von der Werkzeuggeometrie ab h Napfhöhe
S1 Blechdicke nach der Umformung
Durch die größere Umformbarkeit quer zur Walzrichtung bilden sich „Zipfel“,
die später abgetrennt werden müssen.
Blechumformen
„Streckziehen“
(Tiefen)
oncampusthl
[Link] 0:57 min.
Seite 41 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.3.4 Streckziehen - Anwendung
1in
Seite 42 Professor Dr.-Ing. Hans-Reiner Ludwig FT1
6.3.5 Sonderverfahren zum Tiefziehen
Hydromechanisches Tiefziehen
Eigenschaften:
geringere Werkzeugkosten durch die
entfallende Matrize, Umformung
unterschiedlicher Blechwerkstoffe und
Blechdicken mit einem Werkzeug
Im Vergleich zum konventionellen Tiefziehen
günstigerer Spannungszustand im Ziehteil
durch senkrecht zur Werk-stückoberfläche
wirkenden Mediendruck, dadurch höhere
Ziehverhältnisse im Erstzug, gleichmäßigere
Werkstück
Blechdicken-verläufe,
Höhere Form- und Maßgenauigkeiten, hohe
Oberflächengüten und günstigere
Eigenspannungszustände
Nachteile: höhere Investitionskosten,
geringere Ausbringung
Quelle: Handbuch der Umformtechnik, Schuler kleine Losgrößen bei häufig wechselnden
Geometrien
7.1 Zerteilen
Haftungsausschluss
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Seite4
Seite 4 Professor
ProfessorDr. Hans-Reiner
Dr.-Ing. Ludwig,
Hans-Reiner Professorin
Ludwig Dr. Thordis Michalke
- Fertigungstechnik Sommersemester 2023
7 Trennen – Übersicht
Trennen
Evakuieren
Trennen ist Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers, wobei der
Zusammenhalt örtlich aufgehoben, dass heißt, im Sinne des Zusammenhalts im
Ganzen vermindert wird [nach DIN 8580].
Zerteilen
Messer-
Scherschneiden Beißschneiden Spalten Reißen Brechen
schneiden
Beispiel:
Scherschneiden
Schneidspalt uS ≈ 0,1⋅s
Gegenkraft
Dünne Stege sind schwierig zu [Link] ist daher darauf zu achten, dass das
Verhältnis von Stegbreite B zu Blechdicke s B/s ≥ 1 ist.
In Sonderfällen ist B/s von 0,8 möglich.
Was die geometrische Perfektion betrifft, wird das gestanzte Loch gerade so rund wie der stanzende Stempel,
was aber fertigungstechnisch einfach zu realisieren ist. Entsprechend lassen sich auch andere als kreisrunde Löcher
stanzen, wenn man Spezialstempel und –matrizen einsetzt. Außerdem können Passungen erzeugt werden, ggfs.
durch ein Fertigstanzen nach vorherigem Vorstanzen.
Neben dem links gezeigten Einfachwerkzeug, bestehend aus Stempel und Matrize – für jede Form ein Paar –
bietet der Marktführer das rechtsgezeigte Mehrfachwerkzeug an. Ohne Abbildung: der um die Z-Achse (= C-Achse)
schwenkbare Stanzkopf macht es möglich, z.B. ein Rechteckfenster unter verschiedenen Winkellagen zu stanzen.
Durch aufeinander folgende Stanzschnitte, bei denen das Blech in der X-Y-Ebene bewegt wird, lassen sich fast beliebige
Trennkonturen ausführen. Wenn das Werkstückspektrum sehr filigrane und vollkommen freie Konturen erfordert, kann
die Stanz-Nibbel-Maschine mit einer LASER-Schneideinheit ausgerüstet werden, Diese Zusatzinvestition muss aber wirt-
schaftlich begründet sein – durch das entsprechende Werkstückspektrum und eine entsprechende Auslastung.
Mit hinreichender Genauigkeit gilt danach für die maximale Schneidkraft diese
Näherung:
Aus Jahnke et al. (1981) übernimmt Klocke (1997..2017) diese qualitative Grafik über die
Beeinflussung des Schneidwiderstands kS:
Aus dem mehrbändigen Handbuch Lange, Umformtechnik (1990) zitiert Klocke (2017)
diese Grafik – hier nur als Motivation zur Relevanz der Technischen Mechanik gedacht:
Ablauf:
• Einlegen
• Einklemmen
• Schneiden
• Rückfahren
• Auswerfen
Vorteile:
• glatte, ein- und abrissfreie
Schnittflächen
• hohe Maß-, Form- und Lage-
genauigkeit
• hohe Oberflächengüte
• kein Schnittschlag
(Verminderung von Lärm
und Erschütterungen)
Seite 19 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.1 Trennen – Zerteilen
Feinschneiden – Ablauf und Charakteristika
[Link]
[Link]
Quelle: Feintool
Seite 22 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.1 Trennen – Zerteilen
Feinschneiden – Fertigung eines Kettenblatts
[Link]
downloads-leseproben/10889-16/[Link]
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Trennen
Evakuieren
Trennen ist Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers,
wobei der Zusammenhalt örtlich aufgehoben, dass heißt, im Sinne
des Zusammenhalts im Ganzen vermindert wird [nach DIN 8580].
Hobeln /
Drehen Bohren Fräsen Räumen Sägen Feilen
Stoßen
Spanen ist Trennen, bei dem von einem Werkstück mit Hilfe der Schneiden
eines Werkzeuges Werkstoffschichten in Form von Spänen zur Änderung der
Werkstückform und/oder Werkstückoberfläche mechanisch abgetrennt werden.
• Mechanisches Wirkprinzip („mechanische Fertigung“)
• Späne (geometrisch unbestimmte Werkstoffteilchen) entstehen
• Schneiden (Geometrie, Lage und Anzahl) sind bestimmt oder unbestimmt
• Die Form am Werkstück entsteht…
… durch Abbilden der Werkzeuggeometrie,
… durch gesteuerte Relativbewegung oder
… durch Kombination beider Varianten. Grafik und Text nach DIN 8583
k
Nebenschneide
Legende:
vf h a. Scherebene, die Um-
form- und Trennzone
b. ablaufender Span
c. Spanfläche
(starke Reibung)
d. Freiflächenreibung
(sofern der Freiwinkel α
durch Verschleiß auf-
gezehrt wurde)
e. Schneidkante
α vc Schnittgeschwindigkeit
vch Spanablauf-
geschwindigkeit
(vch < vc , weil gestaucht)
h Spanungsdicke
Orthogonalschnitt –
nicht in der Bildebene:
das Geschehen in der Orthogonalebene f Vorschub (je Schneide)
Seite 7 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Spanbildung bei Titan und Stahl
Ablauf
γ = 30° γ = 5° • Der Schneidkeil dringt in das
Werkstück ein
• Es kommt zur elastischen und
plastischen Verformung und zum
Fließen des Werkstoffes
vc • Abscheren (Lamellenbildung) und
Ausbildung eines Spans
• Ablaufen des Spans über die
Spanfläche des Schneidkeils
vc
Voraussetzungen:
• Höhere Härte des Werkzeug-
Werkstoffs (Schneidstoffs) gegenüber
In der Animation erscheinen die Spanwinkel γ dem Werkstück-Werkstoff (Werkstoff)
vertauscht: für Titan gilt γ = 30°, • Eine minimale Eindringtiefe ap muss
für Stahl gilt γ = 5° überschritten sein.
Quelle:
[Link]
nach älteren Vorlagen
P N
M S
K H
Farbcode: Hartmetallsorten
Adhäsion Gleiteigenschaften
Materialaufschmierung Chemische Stabilität
Aufbauschneidenbildung
Kolkverschleiß Diffusionssperre
Diffusion + Abrasion Warmhärte
Oxidationsbeständigkeit
Kammrissbildung Thermische
Thermoschocks Wechselbeständigkeit
Zähigkeit
Quelle: Sandvik Tooling
Seite 16 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Wärmeströme und Werkzeugbeschichtung
vc1 ≤ vc, lim vc2 > vc1
1 1 1 1
1. Wärmequelle: 1. Wärmequelle:
Spanformung, Spanformung,
Scherebene Scherebene
2 2 2. Wärmequelle:
2. Wärmequelle:
Spanflächenreibung Spanflächenreibung
2 3. Wärmequelle: 2 3. Wärmequelle:
3 3 Freiflächenreibung 3 3 Freiflächenreibung
Unbeschichtete Werkzeuge: ca. 80% der Wärme verbleibt im Span, aber die Erwärmung des Werk-
zeugs (Verlust der Härte, bei HSS oberhalb 400°C) limitiert die Schnittgeschwindigkeit.
Beschichtete Werkzeuge: durch die Wirkung der Beschichtung sind höhere Schnittgeschwindigkeiten
möglich, weil mehr Wärme im Span (und im Werkstück) verbleibt.
Drei Funktionen der Beschichtung:
1. Sie setzt die Reibung herab (bei gleicher Schnittgeschwindigkeit entsteht weniger Wärme).
2. Sie isoliert das Werkzeug thermisch (mehr Wärme verbleibt im Span).
3. Sie wirkt als Diffusionssperre (Diffusion und Kolkverschleiß werden unterbunden).
Seite 17 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Werkzeugbeschichtungen im Vergleich
Unbeschichtete Werkzeuge aus HSS oder HM): Abweichend von der obigen, eher qualitativen Dar-
stellung verbleiben ca. 80% der Wärme im Span. – Was jedoch zu beachten ist: der Wärmestrom über
die Spanfläche wirkt dauerhaft auf das Werkzeug ein und heizt es auf. Beim Drehen wurden Tempera-
turen oberhalb 700°C gemessen, beim Fräsen wegen des unterbrochenen Schnitts nur oberhalb 550°C.
Dort sind aber die ständigen Temperaturwechsel ein Problem.
Beschichtete Werkzeuge (HSS, HM): Die Wärmeleitfähigkeit der Schicht bestimmt deren Fähigkeit,
das Werkzeug zu isolieren. Je besser das gelingt, um so höher darf die Schnittgeschwindigkeit sein.
Seite 18 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Überblick
Kinematik des Drehens, Winkel am Schneidkeil
Rotation des
Werkstücks
Vorschubrichtung
Orthogonalschnitt A-B
α Freiwinkel Hier gilt:
κ Einstellwinkel β Keilwinkel α+β+γ = 90°
γ Spanwinkel
bildquelle muss noch recherchiert werden
Rotation des
Werkstücks
Schnittkraft
ap
Fc
Vorschubkraft
Ff
Vorschubrichtung
Schnittrichtung
Das kleine Parallelogramm ist der
Spanungsquerschnitt A, aufgespannt
durch den Vorschub f und die Schnitt- Passivkraft Die Zerspankraft ist ein Kraftvektor im Raum und hat
tiefe ap. Die Zerspankraft wirkt hier
Fp drei Komponenten:
flächenhaft verteilt. Daher der ver-
altete Name „Schnittdruck“. Diese
• Schnittkraft Fc (entgegen der Schnittrichtung)
Bezeichnung ist intuitiv, aber falsch, • Vorschubkraft Ff (entgegen der Vorschubrichtung)
weil sie Vorschub- und Passivkraft • Passivkraft Fp (früher Rückkraft genannt)
ausblendet.
Seite 20 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Kühlschmierstoffe (KSS)
Einsatzziele:
• Senken der Bearbeitungskosten
durch Werkzeugverschleißminderung (Schmieren)
• Verbesserung der Werkstückqualität (Schmieren)
• Verbesserung der Späneabfuhr (Wegspülen)
• Verbesserung der Spanbildung (Kühlen und Spanbruch)
• Unterstützung der Systemkühlung (therm. Stabilität)
Unterscheidung: Bildquelle muss noch recherchiert werden
• Nichtwassermischbare (nw) Kühlschmierstoffe
• Wassermischbare (wm) und wassergemischte
(wg) Kühlschmierstoffe
• Zusätze: Korrosionsinhibitoren, Anti-Schaum-
wirkung, Bakteriozide, Fungizide
• Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt!
→ Trend (sofern realisierbar): Trockenbearbeitung,
Minimalmengenschmierung (MSS)
Eventuelle Kosteneinsparung:
• Kühlschmiermittel-Zentralanlage (stabiler KSS über Jahre)
Nachteile:
• Materialverbrauch
• geringere Produktivität
gegenüber Urformen und
Umformen
• Schlechtere Festigkeits-
eigenschaften (Faserver-lauf,
Kerben, Oberflächen-faktor)
Seite24 24
Seite Professor
ProfessorDr. Hans-Reiner
Dr.-Ing. Ludwig,
Hans-Reiner Professorin
Ludwig Dr. Thordis Michalke
- Fertigungstechnik Sommersemester 2023
7.2.1 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Drehen
Verfahrensvarianten des Drehens
[ [Link] ]
[ [Link] ]
[ [Link]-gmbh,de ]
Werkstück rotiert,
Werkzeug geführt
[ [Link]]
[ [Link]]
EUROPA
Bezeichnungen am Schneidteil
des Drehmeißels
Blick auf die Werkzeugspitze:
Hauptschneide rechts rechter Drehmeißel
Vorschubrichtung
Vorschubgeschwindigkeit vf
Schneidkanten- Übergang zw. Freifläche und 20 bis 60µm Schützt die Schneide im Anschnitt
radius (od. Fase) Spanfläche
Seite 31 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.1 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Drehen
Wahl der Werkzeugwinkel
passend zum Werkstoff
Zerspankraftkomponenten:
Zerspankraft F Betrag:
F = Fc2 + F f2 + Fp2
Quelle muss noch recherchiert werden
A Spanungsquerschnitt 𝐴𝐴 = 𝑏𝑏 � ℎ = 𝑎𝑎𝑝𝑝 � 𝑓𝑓
𝑎𝑎𝑝𝑝
b Spanungsbreite 𝑏𝑏 =
sin k𝑘𝑘
entwickelt hat.
entwickelt hat.
Zerspangeschwindigkeiten
𝑚𝑚 mit:
Schnittgeschwindigkeit (in m/min) 𝑣𝑣𝑐𝑐 = 𝜋𝜋 � 𝑑𝑑 � 𝑛𝑛 [ ]
𝑚𝑚𝑚𝑚𝑛𝑛 d Werkstückdurchmesser
in mm
Vorschubgeschwindigkeit: 𝑣𝑣𝑓𝑓 = 𝑓𝑓 � 𝑛𝑛 [mm/min]
n Drehfrequenz in 1/min
f Vorschub in mm/U
Wirkgeschwindigkeit: 2 2
𝑣𝑣𝑒𝑒 = 𝑣𝑣𝑐𝑐 + 𝑣𝑣𝑓𝑓 fz = f / z Zahnvorschub in
mm/U
z Zähnezahl (b. Drehen z=1)
𝑃𝑃𝑐𝑐 = Fc · vc
Schnittleistung oder Fc Schnittkraft
Pc = Mc · ω = Mc · 2π·n Mc oder Tc Schnittmoment
𝑑𝑑 Pc Schnittleistung
Schnittmoment (in Nm) 𝑀𝑀 = 𝐹𝐹𝑐𝑐 �
2
Manuelle Universaldrehmaschine
Klassifizierung
nach Gestellform
[Weck, Brecher]
Planhobeln
Wälzstoßen
Geradlinige
Wirkbewegung
Hobeln/Planing:
Werkstück (Maschinentisch)
führt die Hauptbewegung
aus.
Stoßen/Shaping: Werkzeug
(Stößel/plunger) führt die
Hauptbewegung aus
Werkrad (Werstück) Stoßrad (Werkzeug)
Seite 48 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.3 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Bohren
Verfahrensübersicht Bohren, Senken, Reiben
EMUGE-Franken:
thread making tools
Gewindebohrer
[ [Link] ]
2 • Gühring: lowering
and reaming tools
Senker (links unten)
Reibahlen (unten)
[ [Link] ]
[ [Link] ]
Werkzeug rotiert;
Werkstück fixiert
Quelle Europa-Lehrbücher
Bohrstange mit Wendeschneidplatten
n Drehzahl
d Nenndurchmesser
vc Schnittgeschwindigkeit
ve Wirkgeschwindigkeit
vf Vorschubgeschwindigkeit
fu = fz ∙ z
Vorschub pro Umdrehung (in mm/min)
Quelle muss noch recherchiert werden.
vf = fu ∙ n [mm/min]
Vorschubgeschwindigkeit (in mm/min)
vc = π ∙ d ∙ n [m/min]
Schnittgeschwindigkeit (in m/min)
langer Späne)
• Durchgangsbohrungen: Anschnitt zur
Führung des Werkzeugs
Bohren Formen
Quelle muss noch recherchiert werden.
Definition Tiefbohren:
l/D > 20
l/D = 70
traditional techologies
l/D = 70
[Link]
[Link]
5min
Seite 61 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Verfahrensvarianten des Fräsens
Werkzeug rotiert;
Werkstück geführt
[ [Link] ]
[ [Link] ]
[ [Link] ]
3 • Kennametal:
keyway cutter,
face milling cutter,
90°-milling cutter
[ [Link] ]
ae Eingriffsbreite
af Vorschubeingriff = fu
κ Spanvolumen:
ap Schnitttiefe
Abbildungen: König, Klocke
V = ae · af· ap
h Spanungsdicke
Vorschub je fz Zahnvorschub
Umdrehung: b Spanungsbreite
fu = z · f Z
Skizze für φ = 90° φ Vorschubrichtungswinkel
(siehe nächste Folie)
Seite 66 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Gleichlauf und Gegenlauffräsen (Skizzen)
vf Vorschubgeschwindigkeit
Abbildungen: König, Klocke
ve Wirkgeschwindigkeit
vc Schnittgeschwindigkeit
Beim Fräsen entsteht ein Kommaspan.
Goldene Regel: φ Vorschubrichtungswinkel
Den Schnitt mit dem großen Span beginnen. η Wirkrichtungswinkel
[nach Sandvik Coromant]
Gegenlauffräsen Gleichlauffräsen
Spanbildung beginnt mit h=0 Spanbildung beginnt mit h=hmax
Zahn dringt nach und nach ein Zahn dringt gleich voll ein
Werkstück wird aus Einspannung Werkstück wird in die Einspannung
gezogen Gedrückt
höherer Verschleiß am Werkzeug niedrigerer Verschleiß am Werkzeug
schlechtere Oberflächenqualität bessere Oberflächenqualität
Spielfreiheit erforderlich, ruckartiger sofort klare Spanungsverhältnisse
Eingriff kann ungünstig sein
Seite 68 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Gegenlauffräsen – Gleichlauffräsen –
Entstehung des Kommaspanes
Stirnfräsen Umfangsfräsen
Hochgenauigkeits-
Futter
Genauso wichtig wie die Schnittparameter ist die Einspannung. Sie sollte so stabil wie möglich
gewählt werden.
Eine Fräseraufnahme (Weldon) ist einem herkömmlichen Spannzangenfutter bei höheren
Drehzahlen vorzuziehen. Jedoch führt die Madenschraube des Weldonfutters zu einer
Unwúcht. Idealerweise sollte bei schwierigen Fräsoperationen in einem Kraftspannfutter oder
einem Hydrodehnspannfutter gearbeitet werden. Beim Genauigkeitsfräsen und für das
Hochgeschwindigkeitsfräsen (High Speed Cutting, HSC) muss ein HG-Futter oder eine
Schrumpfaufnahme mit hoher Wuchtgüte verwendet werden.
Durch die Plananlagefläche haben HSK-Werkzeugaufnahmen (HSK = Hohlschaftkegel) eine
wesentlich höhere Steifigkeit als die hier gezeigten SK-Aufnahmen (SK = Steilkegel)
Seite 72 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Beispiel einer HSC-Bearbeitung
Trochoidales Fräsen: an inneren Radien wird die Bahn so moduliert, dass der
Umschlingungswinkel des Werkzeugs (φa – φe) in etwa konstant bleibt.
Video: Garant, 6:02 min
Seite 75 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Übersicht über Fräsmaschinenbauarten
Horizontalmaschinen Vertikalmaschinen
(mit waagerechter Spindel) (mit senkrechter Spindel)
Horizontalfräsmaschine / Bohrwerk
FEMCO BMC 135 M,
Werkstückmasse bis 10t
Hochgeschwindigkeits-
bearbeitungszentrum für den
Werkzeug- und Formenbau
Georg Fischer, Schaffhausen
fa
fW
vc
vc Schnittgeschwindigkeit
fa Axialvorschub
fW Wälzvorschub
Der Wälzfräser fräst als Formfräser die Zahnlücken einer Evolventenverzahnung in das Werkrad.
Unterschieden werden das radiale und das axiale Verfahren. Hier abgebildet ist das axiale
Verfahren. Schrägverzahnungen ergeben sich durch eine Schrägstellung (Neigung) der
Fräserachse.
Seite 80 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Verzahnung herstellen durch Wälzfräsen
Gleason Corporation: Ein Schulungsfilm aus den 50er Jahren. Heutige Maschinen
sind CNC-gesteuert (keine Wechselräder), ansonsten ist das meiste wie damals.
[Link] 14:17 min
Seite 82 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.5 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Räumen
Innen- und Außenräumen, Beispiele
Werkzeug linear
geführt –
Werkstück fixiert
2 • [Link]:
outer shape broaching examples
inner shape broaching examples
2 • Wikipedia:
outer shape
broaching tool,
set of wrenches
Räumnadel im Durchzug
Werkstück
Beispiel:
Potential für Hart-
bearbeitung beim
Drehen
1. Was ist der Unterschied in der Spanbildung beim Drehen und Fräsen?
Kriterien:
• Vorbohrung
• „Abfall“
• Werkzeugvarianten
• Kühlschmierstoff
• Bearbeitungszeit
• Maschineninvestition
• Qualität/Festigkeit des Gewindes
Haftungsausschluss
• Die Vorlesungs- und Übungsunterlagen sind ausschließlich für den Gebrauch in meinen
Lehrveranstaltungen bestimmt!
• Die Weitergabe der Unterlagen an Dritte, ihre Vervielfältigung oder Verwendung auch von Auszügen
davon in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist nicht gestattet.
• Für eventuell enthaltene Fehler wird keine Haftung übernommen!
Seite 1 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7 Übersicht
Trennen
Evakuieren
Trennen ist Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers, wobei der
Zusammenhalt örtlich aufgehoben, dass heißt, im Sinne des Zusammenhalts im Ganzen
vermindert wird [nach DIN 8580].
Seite 2 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3 Spanen mit geometrisch
unbestimmter Schneide
Spanen mit geom.
unbestimmter
Schneide
Schleifen mit
rotierendem Bandschleifen Hubschleifen Honen Läppen Strahlspanen Gleitspanen
Werkzeug
Spanen ist Trennen, bei dem von einem Werkstück mit Hilfe der Schneiden
eines Werkzeuges Werkstoffschichten in Form von Spänen zur Änderung der
Werkstückform und/oder Werkstückoberfläche mechanisch abgetrennt werden.
• Mechanisches Wirkprinzip
• Späne (geometrisch unbestimmte Werkstoffteilchen) entstehen
• Schneidengeometrie, Lage und Anzahl sind bestimmt oder unbestimmt
• Form entsteht durch Abbilden der Werkzeuggeometrie, gesteuerte Relativbewegung
oder Kombination beider Varianten.
Seite 3 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Verfahrensüberblick
Klocke, Fertigungsverfahren 2 - Zerspanung mit geometrisch unbestimmten Schneiden
Schleifen
ist ein spanendes Fertigungsverfahren mit geometrisch unbestimmten Schneiden, die
aus einer Vielzahl gebundener Körner von natürlichen oder synthetischen Schleifmitteln
bestehen.
Seite 5 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Einteilung am Beispiel Rundschleifen
Seite 6 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Schnittgrößen
Die Schnittgeschwindigkeit vc ergibt
sich aus der vektoriellen Addition
der Umfangsgeschwindigkeit vS der
Schleifscheibe und der Geschwindig-
keit vW des Werkstücks.
Der Vorschub ergibt sich beim Plan-
Längsschleifen aus der Zustellung. Bei
allen Verfahren wird die Bezeichnung
ap verwendet. Das entspricht der Schnitt-
tiefe beim Stirnfräsen.
Die Schnitttiefe wird mit dem Tiefen-
eingriff der Schleifscheibe verbunden,
orthogonal zur Werkstückoberfläche,
Klocke, Fertigungsverfahren 2 -
und mit ae bezeichnet. Diese Abkürzung Zerspanung mit geometrisch unbestimmten Schneiden
entspricht der Eingriffsbreite beim Stirnfräsen.
Somit werden Schnittgrößen hier beim Umfangs-Schleifen etwas anders bezeichnet,
als es beim Stirn-Fräsen üblich ist.
Seite 7 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Systematik der Schleifverfahren
Fritz, Fertigungstechnik
Die vollständige Abbildung zeigt noch Verfahren des seitlichen
Schleifens, das Seiten-Längs- und Seiten-Quer-Schleifen.
Diese Verfahren sind industriell weniger häufig verbreitet.
Seite 8 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Rundschleifen
Seite 10 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schleifmittel
Schleifmittel:
Körner ~ 6 – 400µm (Angaben in Mesh: F…)
• Edelkorund Al2O3
• SiC
• Sol-Gel-Korund
• CBN Korn
• Diamant Pore
Bindung: Bindungsbrücke
Kunstharz, Keramik (Sintern), gesinterte
Quelle: [Link]
Metallbindung, Galvanik-Bindung
Seite 11 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schneideneingriff
Seite 13 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schleifscheiben konditionieren
Profilieren:
Herstellen von Rundlauf und
Scheibenprofil
Veränderung von Korn und
Abrichten Bindung
Schärfen:
Erzeugen der Topographie,
Zurücksetzen der Bindung
Beseitigen von Spänen aus
dem Spanraum,
Reinigen
keine Veränderung der
Schleifscheibe
Abrichtspindeln
Quelle: [Link] Abrichtwerkzeuge
Seite 14 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Beispiel
einer (konventionellen) Schleifmaschine
Quelle: [Link]
Seite 15 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Breakout-Sessions
Gruppe 1: Schrägeinsteichschleifen
Gruppe 2: Spitzenlosschleifen
Seite 16 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schrägeinstechschleifen –
(Außen-Rund-Schräg-Querschleifen)
Schrägeinsteichschleifen
Vorteil:
Mit profilierten Schleifscheiben werden in einem
Vorgang mehrere Merkmale gleichzeitig am Werkstück
geschliffen; Durchmesser und Flanken; schnell.
Nachteil:
Für jedes Werkstück braucht es eine eigene
Schleifscheibe – oder die Scheiben müssen immer
wieder konditioniert und an neue Werkstücke ange-
passt werden; großer Schleifscheibenvorrat, teuer.
Seite 17 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schrägeinstechschleifen
Messsteuerung – In-Prozess-Messung
Funktion: Während des Schleifens wird direkt der erzeugte
Durchmesser am Werkstück gemessen.
Sobald das Maß in Toleranz liegt, schaltet die Mess-
steuerung den (Schräg-)Vorschub aus.
Seite 18 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Spitzenlosschleifen
Seite 19 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Spitzenlos Rundschleifen
Das Werkstück wird hierbei nicht formschlüssig eingespannt.
Es befindet sich im sogenannten Schleifspalt zwischen der
Schleifscheibe und der Regelscheibe auf einer Werkstück-
auflage.
• Sehr hohe Abtragsleistung
• Gleichzeitiges Schleifen mehrerer Durchmesser möglich
• Automatischer Durchlauf eines Werkstück-Strahles
(Durchgangsschleifen)
Durchgangsschleifen
Anwendungen:
Rotorwellen,
Lagerflächen von
Nockenwellen,
Nadelteile für
Einspritzanlagen,
Ventilschäfte,
Tonnenrollen
Tiefschleifen: Bohrer, Kurbelwellen Einstechschleifen
Quelle: [Link]
Seite 20 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Spitzenlosschleifen
Spitzenlosschleifen –
Centerless Schleifen
[Link]
Seite 21 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Konturschleifen
Beim Verfahren „Quick Point“ der Junker AG, Nordrach, handelt es sich um ein Hochge-
schiwndigkeitsschleifen. Die Schnittgeschwindigkeit kann bis zu 140 m/s betragen. Die
Schleifscheibe aus Stahl ist am Umfang mit Diamantkörnern in metallischer Bindung
belegt. Für den exakten Rundlauf sorgt eine patentierte Dreipunkt-Aufnahme der
Schleifscheibe. Die Scheibe berührt das Werkstück nur in einem Punkt und fährt eine CNC-
gesteuerte Bahn ab.
[Link]
Seite 22 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen
Seite 23 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen
[Link]
Seite 24 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (1)
wörtlich von Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
Seite 25 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (2)
wörtlich von Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
„Schnittgeschwindigkeit
Die Schnittgeschwindigkeit beim Honen setzt
sich aus zwei Komponenten zusammen:
aus Axialgeschwindigkeit
va = 12 bis 25 m/min
und aus der Umfangsgeschwindigkeit
vu = 20 bis 50 m/min.
Seite 26 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (3)
teilweise wörtlich von Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
[Link]
Seite 27 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen: Kinematik des Rundhonens
Anwendungsbereiche:
Pleuelbohrung, Zylinderbuchse,
vh Axialgeschwindigkeit
Bremstrommel, Aufnahmebohrungen
vc Geschwindigkeit des Einzelkorns
für Wälz- und Kugellager, Brems-
vu Umfangsgeschwindigkeit
zylinder, Zahnradbohrungen
α Überschneidungswinkel
Vorteile:
• Längsbearbeitung und in Einzel-
fällen Einstiche sind möglich
• Bearbeitung sehr großer Teile
ist möglich.
• Die notwendige Dreh- und Vor-
schubbewegung kann von einer
Drehmaschine ausgeführt werden Bildquelle müssen nochmals
recherchiert werden.
(Schwingkopf im Werkzeughalter).
Nachteile:
• Zentrierungen sind erforderlich Kreuzschliff in
• Hohe Nebenzeiten beim Werkstück- mikroskopischer
wechsel Vergrößerung
Seite 28 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (3)
nach Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
Seite 29 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Formhonen (Gehring, Ostfildern)
[Link]
Seite 30 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.3 Läppen
Läppen ist ein Spanen mit losem, in einer Flüssigkeit
oder Paste verteiltem abrasiven Korn (Läppgemisch),
das auf einem meist formtragenden Gegenstück (Läpp-
werkzeug) bei möglichst ungerichteten Schneidbahnen
der einzelnen Körner geführt wird. Dabei treten einzel-
ne Kornspitzen in Kontakt zum Werkstück und hinter-
lassen kleinste, im Einzelnen ungerichtete, im Ganzen
zykloid orientierte Bearbeitungsspuren.
Läppen ist ein Fein- und Feinstbearbeitungsverfahren, Einscheiben-Läppmaschine
bei dem hohe Oberflächengüten (bis 0,05 µm), extreme a – Läppscheibe
b – Rillengabel
Formgenauigkeiten und enge Maßtoleranzen (bis IT 1) c – Abdichtring
unabhängig von der Werkstoffhärte erreicht werden d - Werkstück
können. Es dient wie das Honen nicht der Maßveränderung.
Geläppte Flächen haben ein mattglänzendes Aussehen und
zeichnen sich bei Beanspruchung durch geringen Verschleiß
aus. Das Läppen erfordert immer eine anschließende Reini-
gung, um Rückstände der abrasiven Paste zu entfernen.
Deshalb versucht man, das Verfahren zu ersetzen, z.B.
durch Planhonen.
Seite 31 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.3 Läppen
Vorteile
• Kaum Einschränkungen hinsichtlich Werkstoff
und Größe des Werkstücks
• Keine gerichteten Bearbeitungsspuren
• Isotrope Oberflächenstrukturen
• Spannungsfreie Werkstückaufnahme
• Kurze Umrüstzeiten, geringe Kosten für
Vorrichtungen
• Geringe Bearbeitungstemperaturen
• Geringe Bearbeitungskräfte
• Gleichmäßige Beanspruchung der Werkstücke
durch flächenhaften Eingriff
Nachteile
• Nur einfache Geometrien bearbeitbar
• Hoher Kornverbrauch
• Reinigung der Teile notwendig
• Läppschlamm ist Sondermüll
• Vergleichsweise geringe Abtrennraten
[Link]
Seite 32 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.3 Läppen
Seite 33 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3 Vergleich der Verfahren
Abtragen
Abtragen
Fertigen durch Abtrennen von Stoffteilchen von einem festen Körper auf
nichtmechanischem Wege.
Beim Abtragen vollzieht sich zunächst ein Abtrennen von kleiner Werkstückteilchen
und – in der Summe – von Werkstoffschichten.
Seite 36 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen – Funkenerodieren
Die Funkenerosion,
kurz EDM (Electro-Discharge Machining),
beruht auf dem durch elektrische
Entladevorgänge zwischen zwei Elektroden
unter einem Arbeitsmedium hervorgerufenen
Abtragen von elektrisch leitenden
Werkstoffen. Sie ist dadurch gekennzeichnet,
dass dieses Abtragen durch räumlich und
zeitlich voneinander getrennte, nicht
stationäre Entladungen (Funken) verursacht
wird. Drahterodieren Senkerodieren
Thermisches Abtragen
mit elektrischer Gasentladung
Varianten:
- Senkerodieren, Bohrerodieren
- ECM (Electro-Chemical Machining)
- ECDM (Kombiniertes Verfahren) Quelle: LaurensvanLieshout
[Link]
Seite 37 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen – Funkenerodieren
Vorteile:
+ Bearbeitung unabhängig von Härte und Festigkeit des Werkstückmaterials
+ hohe geometrische Komplexität
+ geringe Fertigungstoleranzen ( 2 μm)
+ Oberflächenrauheit bis zu Ra = 0,05 μm
+ hoher Automatisierungsgrad durch autonomen Betrieb
Nachteile:
- geringe Abtragrate, deshalb nicht einsetzbar für die Massenproduktion
(Ausnahmen, z.B. Fertigung Einspritzdüsen sind nicht anders herstellbar)
- thermische Beeinflussung der Bauteilrandzone
- Entstehung von Sondermüll
1 2 3 4
Vier Phasen
1. Feldaufbau
2. Ionisierung
3. Funkenüberschlag
4. Spülen
Besuch der Website:
[Link]
technologie-des-senkerodierens/
Seite 39 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen –
Video Senkerodieren
[Link]
Seite 40 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen –
Video Drahterodieren
[Link]
Seite 41 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 ECM –
Video Electro-Chemical-Machining
MTU - [Link]
Seite 42 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.5 Strahlspanen –
Wasserstrahlschneiden
Wasserstrahlschneiden
Mit dem Reinwasserstrahlschneiden werden eher weiche Werkstoffe getrennt wie
Kunststoffe, Folien, Schaumstoffe oder Papier. Das Abrasivschneiden wird bei harten
Werkstoffen eingesetzt wie Stahl, Keramik oder Glas. Eine besondere Bedeutung hat
es beim Trennen von Verbundwerkstoffen die sich mit konventionellen Verfahren
meist nicht zufriedenstellend trennen lassen. Außerdem ist es sehr umweltfreundlich.
[Link]
Seite 43 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.5 Strahlschneiden –
Video Wasserstrahlschneiden
Seite 44 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6 Strahlspanen – Laserschneiden
Thermisches Abtragen mit Laser ist Abtragen, bei dem die an der Wirkstelle
erforderliche Wärme durch Energieumsetzung beim Auftreffen eines
Laserstrahls am Werkstück entsteht.
• Laserschneiden
• Laserbohren
• Laserschweißen
• Laserlöten
• Laserbeschriften
• Laserhärten
• Laserbeschichten
Quelle: [Link]
Seite 45 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6 Laser: Funktionsprinzip
Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation
Resonator Anregung
Spontane Emission
↔ Stimulierte Emission
→
monochromatische
Quelle: Laser Zentrum
kohärente Strahlung
Abtragsmechansimen
Laserstrahl-Brennschneiden: Der Werkstoff wird bis zur Zündtemperatur erhitzt und durch Zufuhr
von Sauerstoff verbrannt. Anwendung: Trennen von Metallen
Laserstrahl-Schmelzschneiden: Der Werkstoff wird durch den Laserstrahl aufgeschmolzen und mit
Hilfe eines reaktionsträgen Gases aus der Schnittfuge geblasen. Anwendung: Hochlegierte Stähle,
Nichteisenmetalle
Laserstrahl-Sublimierschneiden: Der Werkstoff wird auf Sublimationstempera-
tur erhitzt und mit Hilfe eines reaktionsträgen Gases aus der Schnittfuge gebla-
sen. Anwendung: Holz, Papier, Keramik, Kunststoffe
Laserbohren:
Einpulsbohren: Bohrungs-Ø 0,02 mm bis 0,25 mm, Tiefe bis 2 mm
Mehrfachpulsbohren: BohrungsØ 0,1 mm bis 0,5 mm, Tiefe bis 10 mm
Seite 47 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6 Laserschneiden
Vorteile:
+ Bearbeitung unabhängig von Härte und Festigkeit
+ Kein Werkzeug → kein Verschleiß (jedoch Verschleiß der Linsen und
der Optik auf längere Sicht)
+ Keine Prozesskräfte → keine Vorrichtungen
+ Unabhängig von der Geometrie
+ Hohe Maß- und Formgenauigkeit
+ Filigrane Strukturen mit hohen Geschwindigkeiten
+ Gratfrei und geringe Rauheiten
Nachteile:
- Geringer energetischer Wirkungsgrad (CO2-Laser 10 %; Diodenlaser < 50 %)
- Hohe Investitionskosten
- Thermisch induzierte Spannungen
- Giftige und krebserregende Verbrennungs- und Pyrolyseprodukte
- Keine Hinterscheidungen möglich
Seite 48 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.8 Strahlspanen – Plasmaschneiden
Seite 50 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6/7.7/7.8 Strahlspanen im Vergleich
UHV
Vacuum Pressure molecules mean free 36.000 km
quality (mbar) per cm3 path
Ultra high
< 10−7 < 109 >105 km
vacuum (UHV)
HV
High vacuum 10 cm – 1 200-1.000km
10−3 to 10−7 1013 – 109
(HV) km
Rough RV
300 to 1 1019 – 1016 0.1 – 100 μm
vacuum (RV)
Quelle: Leybold
Beschichtungen HV
• Metallisieren Halbleiter- und Sensortechnik HV
• Glas, Dekoration, Optische Filter
• Oxid-Barrieren Quellen müssen noch recherchiert werden
Seite 57 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.8 Vakuumtechnik in der Analytik
Rasterelektronenmikroskopie- Rastertunnelmikroskopie-
und -spektroskopie und -spektroskopie
7.1 Zerteilen
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2 Translated by DeepL.
Trennen
Evakuieren
Trennen ist Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers, wobei der
Zusammenhalt örtlich aufgehoben, dass heißt, im Sinne des Zusammenhalts im
Ganzen vermindert wird [nach DIN 8580].
Zerteilen
Messer-
Scherschneiden Beißschneiden Spalten Reißen Brechen
schneiden
Beispiel:
Scherschneiden
Gegenkraft
Schneidspalt uS ≈ 0,1s
Dünne Stege sind schwierig zu [Link] ist daher darauf zu achten, dass
das Verhältnis von Stegbreite B zu Blechdicke s B/s 1 ist.
In Sonderfällen ist B/s von 0,8 möglich.
Was die geometrische Perfektion betrifft, wird das gestanzte Loch gerade so rund wie der stanzende Stempel,
was aber fertigungstechnisch einfach zu realisieren ist. Entsprechend lassen sich auch andere als kreisrunde Löcher
stanzen, wenn man Spezialstempel und –matrizen einsetzt. Außerdem können Passungen erzeugt werden, ggfs.
durch ein Fertigstanzen nach vorherigem Vorstanzen.
Neben dem links gezeigten Einfachwerkzeug, bestehend aus Stempel und Matrize – für jede Form ein Paar –
bietet der Marktführer das rechtsgezeigte Mehrfachwerkzeug an. Ohne Abbildung: der um die Z-Achse (= C-Achse)
schwenkbare Stanzkopf macht es möglich, z.B. ein Rechteckfenster unter verschiedenen Winkellagen zu stanzen.
Durch aufeinander folgende Stanzschnitte, bei denen das Blech in der X-Y-Ebene bewegt wird, lassen sich fast beliebige
Trennkonturen ausführen. Wenn das Werkstückspektrum sehr filigrane und vollkommen freie Konturen erfordert, kann
die Stanz-Nibbel-Maschine mit einer LASER-Schneideinheit ausgerüstet werden, Diese Zusatzinvestition muss aber wirt-
schaftlich begründet sein – durch das entsprechende Werkstückspektrum und eine entsprechende Auslastung.
Mit hinreichender Genauigkeit gilt danach für die maximale Schneidkraft diese
Näherung:
Aus Jahnke et al. (1981) übernimmt Klocke (1997..2017) diese qualitative Grafik
über die Beeinflussung des Schneidwiderstands kS:
Ablauf:
• Einlegen
• Einklemmen
• Schneiden
• Rückfahren
• Auswerfen
Vorteile:
• glatte, ein- und abrissfreie
Schnittflächen
• hohe Maß-, Form- und Lage-
genauigkeit
• hohe Oberflächengüte
• kein Schnittschlag
(Verminderung von Lärm
und Erschütterungen)
Seite 17 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.1 Trennen – Zerteilen
Feinschneiden – Ablauf und Charakteristika
[Link]
[Link]
Quelle: Feintool
Seite 20 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.1 Trennen – Zerteilen
Feinschneiden – Fertigung eines Kettenblatts
[Link]
downloads-leseproben/10889-16/[Link]
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2 Translated by DeepL.
Trennen
Evakuieren
Trennen ist Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers,
wobei der Zusammenhalt örtlich aufgehoben, dass heißt, im Sinne
des Zusammenhalts im Ganzen vermindert wird [nach DIN 8580].
Hobeln /
Drehen Bohren Fräsen Räumen Sägen Feilen
Stoßen
Spanen ist Trennen, bei dem von einem Werkstück mit Hilfe der Schneiden
eines Werkzeuges Werkstoffschichten in Form von Spänen zur Änderung der
Werkstückform und/oder Werkstückoberfläche mechanisch abgetrennt werden.
• Mechanisches Wirkprinzip („mechanische Fertigung“)
• Späne (geometrisch unbestimmte Werkstoffteilchen) entstehen
• Schneiden (Geometrie, Lage und Anzahl) sind bestimmt oder unbestimmt
• Die Form am Werkstück entsteht…
… durch Abbilden der Werkzeuggeometrie,
… durch gesteuerte Relativbewegung oder
… durch Kombination beider Varianten. Grafik und Text nach DIN 8583
k
Nebenschneide
Legende:
ap a. Scherebene, die Um-
form- und Trennzone
b. ablaufender Span
c. Spanfläche
(starke Reibung)
d. Freiflächenreibung
(sofern der Freiwinkel α
durch Verschleiß auf-
gezehrt wurde)
e. Schneidkante
α vc Schnittgeschwindigkeit
vch Spanablauf-
geschwindigkeit
(vch < vc , weil gestaucht)
ap Schnittiefe
Orthogonalschnitt –
nicht in der Bildebene:
das Geschehen in der Orthogonalebene f Vorschub (je Schneide)
Seite 7 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Spanbildung bei Titan und Stahl
Ablauf
γ = 30° γ = 5° • Der Schneidkeil dringt in das
Werkstück ein
• Es kommt zur elastischen und
plastischen Verformung und zum
Fließen des Werkstoffes
vc • Abscheren (Lamellenbildung) und
Ausbildung eines Spans
• Ablaufen des Spans über die
Spanfläche des Schneidkeils
vc
Voraussetzungen:
• Höhere Härte des Werkzeug-
Werkstoffs (Schneidstoffs) gegenüber
In der Animation erscheinen die Spanwinkel γ dem Werkstück-Werkstoff (Werkstoff)
vertauscht: für Titan gilt γ = 30°, • Eine minimale Eindringtiefe ap muss
für Stahl gilt γ = 5° überschritten sein.
Quelle:
[Link]
nach älteren Vorlagen
P N
M S
K H
Farbcode: Hartmetallsorten
Adhäsion Gleiteigenschaften
Materialaufschmierung Chemische Stabilität
Aufbauschneidenbildung
Kolkverschleiß Diffusionssperre
Diffusion + Abrasion Warmhärte
Oxidationsbeständigkeit
Kammrissbildung Thermische
Thermoschocks Wechselbeständigkeit
Zähigkeit
Quelle: Sandvik Tooling
Seite 16 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Wärmeströme und Werkzeugbeschichtung
vc1 ≤ vc, lim vc2 > vc1
1 1 1 1
1. Wärmequelle: 1. Wärmequelle:
Spanformung, Spanformung,
Scherebene Scherebene
2 2 2. Wärmequelle:
2. Wärmequelle:
Spanflächenreibung Spanflächenreibung
2 3. Wärmequelle: 2 3. Wärmequelle:
3 3 Freiflächenreibung 3 3 Freiflächenreibung
Unbeschichtete Werkzeuge: ca. 80% der Wärme verbleibt im Span, aber die Erwärmung des Werk-
zeugs (Verlust der Härte, bei HSS oberhalb 400°C) limitiert die Schnittgeschwindigkeit.
Beschichtete Werkzeuge: durch die Wirkung der Beschichtung sind höhere Schnittgeschwindigkeiten
möglich, weil mehr Wärme im Span (und im Werkstück) verbleibt.
Drei Funktionen der Beschichtung:
1. Sie setzt die Reibung herab (bei gleicher Schnittgeschwindigkeit entsteht weniger Wärme).
2. Sie isoliert das Werkzeug thermisch (mehr Wärme verbleibt im Span).
3. Sie wirkt als Diffusionssperre (Diffusion und Kolkverschleiß werden unterbunden).
Seite 17 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Überblick
Kinematik des Drehens, Winkel am Schneidkeil
Rotation des
Werkstücks
Vorschubrichtung
Orthogonalschnitt A-B
α Freiwinkel Hier gilt:
κ Einstellwinkel β Keilwinkel α+β+γ = 90°
γ Spanwinkel
Rotation des
Werkstücks
Schnittkraft
ap
Fc
Vorschubkraft
Ff
Vorschubrichtung
Schnittrichtung
Das kleine Parallelogramm ist der
Spanungsquerschnitt A, aufgespannt
durch den Vorschub f und die Schnitt- Passivkraft Die Zerspankraft ist ein Kraftvektor im Raum und hat
tiefe ap. Die Zerspankraft wirkt hier
Fp drei Komponenten:
flächenhaft verteilt. Daher der ver-
altete Name „Schnittdruck“. Diese
• Schnittkraft Fc (entgegen der Schnittrichtung)
Bezeichnung ist intuitiv, aber falsch, • Vorschubkraft Ff (entgegen der Vorschubrichtung)
weil sie Vorschub- und Passivkraft • Passivkraft Fp (früher Rückkraft genannt)
ausblendet.
Seite 20 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.0 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide - Überblick
Kühlschmierstoffe (KSS)
Einsatzziele:
• Senken der Bearbeitungskosten
durch Werkzeugverschleißminderung (Schmieren)
• Verbesserung der Werkstückqualität (Schmieren)
• Verbesserung der Späneabfuhr (Wegspülen)
• Verbesserung der Spanbildung (Kühlen und Spanbruch)
• Unterstützung der Systemkühlung (therm. Stabilität)
Unterscheidung:
• Nichtwassermischbare (nw) Kühlschmierstoffe
• Wassermischbare (wm) und wassergemischte
(wg) Kühlschmierstoffe
• Zusätze: Korrosionsinhibitoren, Anti-Schaum-
wirkung, Bakteriozide, Fungizide
• Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt!
→ Trend (sofern realisierbar): Trockenbearbeitung,
Minimalmengenschmierung (MSS)
Eventuelle Kosteneinsparung:
• Kühlschmiermittel-Zentralanlage (stabiler KSS über Jahre)
Nachteile:
• Materialverbrauch
• geringere Produktivität
gegenüber Urformen und
Umformen
• Schlechtere Festigkeits-
eigenschaften (Faserver-lauf,
Kerben, Oberflächen-faktor)
[ [Link] ]
[ [Link] ]
[ [Link]-gmbh,de ]
Werkstück rotiert,
Werkzeug geführt
[ [Link]]
[ [Link]]
EUROPA
Bezeichnungen am Schneidteil
des Drehmeißels
Blick auf die Werkzeugspitze:
Hauptschneide rechts rechter Drehmeißel
Vorschubrichtung
Vorschubgeschwindigkeit vf
Schneidkanten- Übergang zw. Freifläche und 20 bis 60µm Schützt die Schneide im Anschnitt
radius (od. Fase) Spanfläche
Seite 29 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.1 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Drehen
Wahl der Werkzeugwinkel
passend zum Werkstoff
Zerspankraftkomponenten:
Zerspankraft F Betrag:
F = Fc2 + F f2 + Fp2
A Spanungsquerschnitt 𝐴𝐴 = 𝑏𝑏 � ℎ = 𝑎𝑎𝑝𝑝 � 𝑓𝑓
𝑎𝑎𝑝𝑝
b Spanungsbreite 𝑏𝑏 =
sin k𝑘𝑘
Zerspangeschwindigkeiten
𝑚𝑚 mit:
Schnittgeschwindigkeit (in m/min) 𝑣𝑣𝑐𝑐 = 𝜋𝜋 � 𝑑𝑑 � 𝑛𝑛 [ ]
𝑚𝑚𝑚𝑚𝑛𝑛 d Werkstückdurchmesser
in mm
Vorschubgeschwindigkeit: 𝑣𝑣𝑓𝑓 = 𝑓𝑓 � 𝑛𝑛 [mm/min]
n Drehfrequenz in 1/min
f Vorschub in mm/U
Wirkgeschwindigkeit: 2 2
𝑣𝑣𝑒𝑒 = 𝑣𝑣𝑐𝑐 + 𝑣𝑣𝑓𝑓 fz = f / z Zahnvorschub in
mm/U
z Zähnezahl (b. Drehen z=1)
𝑃𝑃𝑐𝑐 = Fc · vc
Schnittleistung oder Fc Schnittkraft
Pc = Mc · ω = Mc · 2π·n Mc oder Tc Schnittmoment
𝑑𝑑 Pc Schnittleistung
Schnittmoment (in Nm) 𝑀𝑀 = 𝐹𝐹𝑐𝑐 �
2
Manuelle Universaldrehmaschine
Klassifizierung
nach Gestellform
[Weck, Brecher]
Planhobeln
Wälzstoßen
Geradlinige
Wirkbewegung
Hobeln/Planing:
Werkstück (Maschinentisch)
führt die Hauptbewegung
aus.
Stoßen/Shaping: Werkzeug
(Stößel/plunger) führt die
Hauptbewegung aus
Werkrad (Werstück) Stoßrad (Werkzeug)
Seite 45 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.3 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Bohren
Verfahrensübersicht Bohren, Senken, Reiben
EMUGE-Franken:
thread making tools
Gewindebohrer
[ [Link] ]
2 • Gühring: lowering
and reaming tools
Senker (links unten)
Reibahlen (unten)
[ [Link] ]
[ [Link] ]
Werkzeug rotiert;
Werkstück fixiert
n Drehzahl
d Nenndurchmesser
vc Schnittgeschwindigkeit
ve Wirkgeschwindigkeit
vf Vorschubgeschwindigkeit
𝑣𝑣𝑓𝑓 � 1000
𝑓𝑓 =
𝑛𝑛
𝑑𝑑 � 𝜋𝜋 � 𝑛𝑛
𝑣𝑣𝑓𝑓 =
1000
Bohren Formen
Definition Tiefbohren:
l/D > 20
l/D = 70
traditional techologies
l/D = 70
[Link]
[Link]
5min
Seite 58 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Verfahrensvarianten des Fräsens
Werkzeug rotiert;
Werkstück geführt
[ [Link] ]
[ [Link] ]
[ [Link] ]
3 • Kennametal:
keyway cutter,
face milling cutter,
90°-milling cutter
[ [Link] ]
ae Eingriffsbreite
af Vorschubeingriff = fu
κ Spanvolumen:
ap Schnitttiefe
V = ae · af· ap
h Spanungsdicke
Vorschub je fz Zahnvorschub
Umdrehung: b Spanungsbreite
fu = z · f Z
Skizze für φ = 90° φ Vorschubrichtungswinkel
(siehe nächste Folie)
Seite 63 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Gleichlauf und Gegenlauffräsen (Skizzen)
vf Vorschubgeschwindigkeit
ve Wirkgeschwindigkeit
vc Schnittgeschwindigkeit
Beim Fräsen entsteht ein Kommaspan.
Goldene Regel: φ Vorschubrichtungswinkel
Den Schnitt mit dem großen Span beginnen. η Wirkrichtungswinkel
[nach Sandvik Coromant]
Gegenlauffräsen Gleichlauffräsen
Spanbildung beginnt mit h=0 Spanbildung beginnt mit h=hmax
Zahn dringt nach und nach ein Zahn dringt gleich voll ein
Werkstück wird aus Einspannung Werkstück wird in die Einspannung
gezogen Gedrückt
höherer Verschleiß am Werkzeug niedrigerer Verschleiß am Werkzeug
schlechtere Oberflächenqualität bessere Oberflächenqualität
Spielfreiheit erforderlich, ruckartiger sofort klare Spanungsverhältnisse
Eingriff kann ungünstig sein
Seite 65 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Gegenlauffräsen – Gleichlauffräsen –
Entstehung des Kommaspanes
Stirnfräsen Umfangsfräsen
Hochgenauigkeits-
Futter
Genauso wichtig wie die Schnittparameter ist die Einspannung. Sie sollte so stabil wie möglich
gewählt werden.
Eine Fräseraufnahme (Weldon) ist einem herkömmlichen Spannzangenfutter bei höheren
Drehzahlen vorzuziehen. Jedoch führt die Madenschraube des Weldonfutters zu einer
Unwúcht. Idealerweise sollte bei schwierigen Fräsoperationen in einem Kraftspannfutter oder
einem Hydrodehnspannfutter gearbeitet werden. Beim Genauigkeitsfräsen und für das
Hochgeschwindigkeitsfräsen (High Speed Cutting, HSC) muss ein HG-Futter oder eine
Schrumpfaufnahme mit hoher Wuchtgüte verwendet werden.
Durch die Plananlagefläche haben HSK-Werkzeugaufnahmen (HSK = Hohlschaftkegel) eine
wesentlich höhere Steifigkeit als die hier gezeigten SK-Aufnahmen (SK = Steilkegel)
Seite 69 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Beispiel einer HSC-Bearbeitung
Trochoidales Fräsen: an inneren Radien wird die Bahn so moduliert, dass der
Umschlingungswinkel des Werkzeugs (φa – φe) in etwa konstant bleibt.
Video: Garant, 6:02 min
Seite 72 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Übersicht über Fräsmaschinenbauarten
Horizontalmaschinen Vertikalmaschinen
(mit waagerechter Spindel) (mit senkrechter Spindel)
Horizontalfräsmaschine / Bohrwerk
FEMCO BMC 135 M,
Werkstückmasse bis 10t
Hochgeschwindigkeits-
bearbeitungszentrum für den
Werkzeug- und Formenbau
fa
fW
vc
vc Schnittgeschwindigkeit
fa Axialvorschub
fW Wälzvorschub
Der Wälzfräser fräst als Formfräser die Zahnlücken einer Evolventenverzahnung in das Werkrad.
Unterschieden werden das radiale und das axiale Verfahren. Hier abgebildet ist das axiale
Verfahren. Schrägverzahnungen ergeben sich durch eine Schrägstellung (Neigung) der
Fräserachse.
Seite 77 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
7.2.4 Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide – Fräsen
Verzahnung herstellen durch Wälzfräsen
Gleason Corporation: Ein Schulungsfilm aus den 50er Jahren. Heutige Maschinen
sind CNC-gesteuert (keine Wechselräder), ansonsten ist alles wie damals. 14:17 min
Werkzeug linear
geführt –
Werkstück fixiert
2 • [Link]:
outer shape broaching examples
inner shape broaching examples
2 • Wikipedia:
outer shape
broaching tool,
set of wrenches
[Link]
Räumnadel im Durchzug
Werkstück
Beispiel:
Potential für Hart-
bearbeitung beim
Drehen
1. Was ist der Unterschied in der Spanbildung beim Drehen und Fräsen?
Kriterien:
• Vorbohrung
• „Abfall“
• Werkzeugvarianten
• Kühlschmierstoff
• Bearbeitungszeit
• Maschineninvest
• Qualität des Gewindes
Haftungsausschluss
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Lehrveranstaltungen bestimmt!
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• Für eventuell enthaltene Fehler wird keine Haftung übernommen!
Seite 1 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7 Übersicht
Trennen
Evakuieren
Trennen ist Fertigen durch Ändern der Form eines festen Körpers, wobei der
Zusammenhalt örtlich aufgehoben, dass heißt, im Sinne des Zusammenhalts im Ganzen
vermindert wird [nach DIN 8580].
Seite 2 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3 Spanen mit geometrisch
unbestimmter Schneide
Spanen mit geom.
unbestimmter
Schneide
Schleifen mit
rotierendem Bandschleifen Hubschleifen Honen Läppen Strahlspanen Gleitspanen
Werkzeug
Spanen ist Trennen, bei dem von einem Werkstück mit Hilfe der Schneiden
eines Werkzeuges Werkstoffschichten in Form von Spänen zur Änderung der
Werkstückform und/oder Werkstückoberfläche mechanisch abgetrennt werden.
• Mechanisches Wirkprinzip
• Späne (geometrisch unbestimmte Werkstoffteilchen) entstehen
• Schneidengeometrie, Lage und Anzahl sind bestimmt oder unbestimmt
• Form entsteht durch Abbilden der Werkzeuggeometrie, gesteuerte Relativbewegung
oder Kombination beider Varianten.
Seite 3 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Verfahrensüberblick
Klocke, Fertigungsverfahren 2 - Zerspanung mit geometrisch unbestimmten Schneiden
Schleifen
ist ein spanendes Fertigungsverfahren mit geometrisch unbestimmten Schneiden, die
aus einer Vielzahl gebundener Körner von natürlichen oder synthetischen Schleifmitteln
bestehen.
Seite 5 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Einteilung am Beispiel Rundschleifen
Seite 6 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Schnittgrößen
Die Schnittgeschwindigkeit vc ergibt
sich aus der vektoriellen Addition
der Umfangsgeschwindigkeit vS der
Schleifscheibe und der Geschwindig-
keit vW des Werkstücks.
Der Vorschub ergibt sich beim Plan-
Längsschleifen aus der Zustellung. Bei
allen Verfahren wird die Bezeichnung
ap verwendet.
Die Schnitttiefe wird mit dem Tiefen-
eingriff der Schleifscheibe verbunden,
orthogonal zur Werkstückoberfläche,
und mit ae bezeichnet.
Somit werden Schnittgrößen beim
Klocke, Fertigungsverfahren 2 -
Schleifen etwas anders abgekürzt, Zerspanung mit geometrisch unbestimmten Schneiden
als es beim Spanen mit bestimmten
Schneiden üblich ist.
Seite 7 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen
Systematik der Schleifverfahren
Fritz, Fertigungstechnik
Die vollständige Abbildung zeigt noch Verfahren des seitlichen
Schleifens, das Seiten-Längs- und Seiten-Quer-Schleifen.
Diese Verfahren sind industriell weniger häufig verbreitet.
Seite 8 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Rundschleifen
Seite 10 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schleifmittel
Schleifmittel:
Körner ~ 6 – 400µm (Angaben in Mesh: F…)
• Edelkorund Al2O3
• SiC
• Sol-Gel-Korund
• CBN Korn
• Diamant Pore
Bindung: Bindungsbrücke
Kunstharz, Keramik (Sintern), gesinterte
Quelle: [Link]
Metallbindung, Galvanik-Bindung
Seite 11 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schneideneingriff
Seite 13 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schleifscheiben konditionieren
Profilieren:
Herstellen von Rundlauf und
Scheibenprofil
Veränderung von Korn und
Abrichten Bindung
Schärfen:
Erzeugen der Topographie,
Zurücksetzen der Bindung
Beseitigen von Spänen aus
dem Spanraum,
Reinigen
keine Veränderung der
Schleifscheibe
Abrichtspindeln
Quelle: [Link] Abrichtwerkzeuge
Seite 14 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Beispiel
einer (konventionellen) Schleifmaschine
Quelle: [Link]
Seite 15 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Breakout-Sessions
Gruppe 1: Schrägeinsteichschleifen
Gruppe 2: Spitzenlosschleifen
Seite 16 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schrägeinstechschleifen –
(Außen-Rund-Schräg-Querschleifen)
Schrägeinsteichschleifen
Vorteil:
Mit profilierten Schleifscheiben werden in einem
Vorgang mehrere Merkmale gleichzeitig am Werkstück
geschliffen; Durchmesser und Flanken; schnell.
Nachteil:
Für jedes Werkstück braucht es eine eigene
Schleifscheibe – oder die Scheiben müssen immer
wieder konditioniert und an neue Werkstücke ange-
passt werden; großer Schleifscheibenvorrat, teuer.
Seite 17 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Schrägeinstechschleifen
Messsteuerung – In-Prozess-Messung
Funktion: Während des Schleifens wird direkt der erzeugte
Durchmesser am Werkstück gemessen.
Sobald das Maß in Toleranz liegt, schaltet die Mess-
steuerung den (Schräg-)Vorschub aus.
Seite 18 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Spitzenlosschleifen
Seite 19 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Spitzenlos Rundschleifen
Das Werkstück wird hierbei nicht formschlüssig eingespannt.
Es befindet sich im sogenannten Schleifspalt zwischen der
Schleifscheibe und der Regelscheibe auf einer Werkstück-
auflage.
• Sehr hohe Abtragsleistung
• Gleichzeitiges Schleifen mehrerer Durchmesser möglich
• Automatischer Durchlauf eines Werkstück-Strahles
(Durchgangsschleifen)
Durchgangsschleifen
Anwendungen:
Rotorwellen,
Lagerflächen von
Nockenwellen,
Nadelteile für
Einspritzanlagen,
Ventilschäfte,
Tonnenrollen
Tiefschleifen: Bohrer, Kurbelwellen Einstechschleifen
Quelle: [Link]
Seite 20 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Spitzenlosschleifen
Spitzenlosschleifen –
Centerless Schleifen
[Link]
Seite 21 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.1 Schleifen – Konturschleifen
Beim Verfahren „Quick Point“ der Junker AG, Nordrach, handelt es sich um ein Hochge-
schiwndigkeitsschleifen. Die Schnittgeschwindigkeit kann bis zu 140 m/s betragen. Die
Schleifscheibe aus Stahl ist am Umfang mit Diamantkörnern in metallischer Bindung
belegt. Für den exakten Rundlauf sorgt eine patentierte Dreipunkt-Aufnahme der
Schleifscheibe. Die Scheibe berührt das Werkstück nur in einem Punkt und fährt eine CNC-
gesteuerte Bahn ab.
[Link]
Seite 22 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen
Seite 23 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen
[Link]
Seite 24 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (1)
wörtlich von Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
Seite 25 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (2)
wörtlich von Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
„Schnittgeschwindigkeit
Die Schnittgeschwindigkeit beim Honen setzt
sich aus zwei Komponenten zusammen:
aus Axialgeschwindigkeit
va = 12 bis 25 m/min
und aus der Umfangsgeschwindigkeit
vu = 20 bis 50 m/min.
Seite 26 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (3)
teilweise wörtlich von Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
[Link]
Seite 27 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen – Grundlagen (3)
nach Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik, Nürtingen
Seite 28 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Honen: Kinematik des Rundhonens
Anwendungsbereiche:
Pleuelbohrung, Zylinderbuchse,
vh Axialgeschwindigkeit
Bremstrommel, Aufnahmebohrungen
vc Geschwindigkeit des Einzelkorns
für Wälz- und Kugellager, Brems-
vu Umfangsgeschwindigkeit
zylinder, Zahnradbohrungen
α Überschneidungswinkel
Vorteile:
• Längsbearbeitung und in Einzel-
fällen Einstiche sind möglich
• Bearbeitung sehr großer Teile
ist möglich.
• Die notwendige Dreh- und Vor-
schubbewegung kann von einer
Drehmaschine ausgeführt werden Bildquelle müssen nochmals
recherchiert werden.
(Schwingkopf im Werkzeughalter).
Nachteile:
• Zentrierungen sind erforderlich Kreuzschliff in
• Hohe Nebenzeiten beim Werkstück- mikroskopischer
wechsel Vergrößerung
Seite 29 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.2 Formhonen (Gehring, Ostfildern)
[Link]
Seite 30 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.3 Läppen
Läppen ist ein Spanen mit losem, in einer Flüssigkeit
oder Paste verteiltem abrasiven Korn (Läppgemisch),
das auf einem meist formtragenden Gegenstück (Läpp-
werkzeug) bei möglichst ungerichteten Schneidbahnen
der einzelnen Körner geführt wird. Dabei treten einzel-
ne Kornspitzen in Kontakt zum Werkstück und hinter-
lassen kleinste, im Einzelnen ungerichtete, im Ganzen
zykloid orientierte Bearbeitungsspuren.
Läppen ist ein Fein- und Feinstbearbeitungsverfahren, Einscheiben-Läppmaschine
bei dem hohe Oberflächengüten (bis 0,05 µm), extreme a – Läppscheibe
b – Rillengabel
Formgenauigkeiten und enge Maßtoleranzen (bis IT 1) c – Abdichtring
unabhängig von der Werkstoffhärte erreicht werden d - Werkstück
können. Es dient wie das Honen nicht der Maßveränderung.
Geläppte Flächen haben ein mattglänzendes Aussehen und
zeichnen sich bei Beanspruchung durch geringen Verschleiß
aus. Das Läppen erfordert immer eine anschließende Reini-
gung, um Rückstände der abrasiven Paste zu entfernen.
Deshalb versucht man, das Verfahren zu ersetzen, z.B.
durch Planhonen.
Seite 31 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.3 Läppen
Vorteile
• Kaum Einschränkungen hinsichtlich Werkstoff
und Größe des Werkstücks
• Keine gerichteten Bearbeitungsspuren
• Isotrope Oberflächenstrukturen
• Spannungsfreie Werkstückaufnahme
• Kurze Umrüstzeiten, geringe Kosten für
Vorrichtungen
• Geringe Bearbeitungstemperaturen
• Geringe Bearbeitungskräfte
• Gleichmäßige Beanspruchung der Werkstücke
durch flächenhaften Eingriff
Nachteile
• Nur einfache Geometrien bearbeitbar
• Hoher Kornverbrauch
• Reinigung der Teile notwendig
• Läppschlamm ist Sondermüll
• Vergleichsweise geringe Abtrennraten
[Link]
Seite 32 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3.3 Läppen
Seite 33 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.3 Vergleich der Verfahren
Abtragen
Abtragen
Fertigen durch Abtrennen von Stoffteilchen von einem festen Körper auf
nichtmechanischem Wege.
Beim Abtragen vollzieht sich zunächst ein Abtrennen von kleiner Werkstückteilchen
und – in der Summe – von Werkstoffschichten.
Seite 36 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen – Funkenerodieren
Die Funkenerosion,
kurz EDM (Electro-Discharge Machining),
beruht auf dem durch elektrische
Entladevorgänge zwischen zwei Elektroden
unter einem Arbeitsmedium hervorgerufenen
Abtragen von elektrisch leitenden
Werkstoffen. Sie ist dadurch gekennzeichnet,
dass dieses Abtragen durch räumlich und
zeitlich voneinander getrennte, nicht
stationäre Entladungen (Funken) verursacht
wird. Drahterodieren Senkerodieren
Thermisches Abtragen
mit elektrischer Gasentladung
Varianten:
- Senkerodieren, Bohrerodieren
- ECM (Electro-Chemical Machining)
- ECDM (Kombiniertes Verfahren) Quelle: LaurensvanLieshout
[Link]
Seite 37 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen – Funkenerodieren
Vorteile:
+ Bearbeitung unabhängig von Härte und Festigkeit des Werkstückmaterials
+ hohe geometrische Komplexität
+ geringe Fertigungstoleranzen ( 2 μm)
+ Oberflächenrauheit bis zu Ra = 0,05 μm
+ hoher Automatisierungsgrad durch autonomen Betrieb
Nachteile:
- geringe Abtragrate, deshalb nicht einsetzbar für die Massenproduktion
(Ausnahmen, z.B. Fertigung Einspritzdüsen sind nicht anders herstellbar)
- thermische Beeinflussung der Bauteilrandzone
- Entstehung von Sondermüll
1 2 3 4
Vier Phasen
1. Feldaufbau
2. Ionisierung
3. Funkenüberschlag
4. Spülen
Besuch der Website:
[Link]
technologie-des-senkerodierens/
Seite 39 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen –
Video Senkerodieren
[Link]
Seite 40 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 Abtragen –
Video Drahterodieren
[Link]
Seite 41 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.4 ECM –
Video Electro-Chemical-Machining
MTU - [Link]
Seite 42 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.5 Strahlspanen –
Wasserstrahlschneiden
Wasserstrahlschneiden
Mit dem Reinwasserstrahlschneiden werden eher weiche Werkstoffe getrennt wie
Kunststoffe, Folien, Schaumstoffe oder Papier. Das Abrasivschneiden wird bei harten
Werkstoffen eingesetzt wie Stahl, Keramik oder Glas. Eine besondere Bedeutung hat
es beim Trennen von Verbundwerkstoffen die sich mit konventionellen Verfahren
meist nicht zufriedenstellend trennen lassen. Außerdem ist es sehr umweltfreundlich.
[Link]
Seite 43 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.5 Strahlschneiden –
Video Wasserstrahlschneiden
Seite 44 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6 Strahlspanen – Laserschneiden
Thermisches Abtragen mit Laser ist Abtragen, bei dem die an der Wirkstelle
erforderliche Wärme durch Energieumsetzung beim Auftreffen eines
Laserstrahls am Werkstück entsteht.
• Laserschneiden
• Laserbohren
• Laserschweißen
• Laserlöten
• Laserbeschriften
• Laserhärten
• Laserbeschichten
Quelle: [Link]
Seite 45 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6 Laser: Funktionsprinzip
Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation
Resonator Anregung
Spontane Emission
↔ Stimulierte Emission
→
monochromatische
Quelle: Laser Zentrum
kohärente Strahlung
Abtragsmechansimen
Laserstrahl-Brennschneiden: Der Werkstoff wird bis zur Zündtemperatur erhitzt und durch Zufuhr
von Sauerstoff verbrannt. Anwendung: Trennen von Metallen
Laserstrahl-Schmelzschneiden: Der Werkstoff wird durch den Laserstrahl aufgeschmolzen und mit
Hilfe eines reaktionsträgen Gases aus der Schnittfuge geblasen. Anwendung: Hochlegierte Stähle,
Nichteisenmetalle
Laserstrahl-Sublimierschneiden: Der Werkstoff wird auf Sublimationstempera-
tur erhitzt und mit Hilfe eines reaktionsträgen Gases aus der Schnittfuge gebla-
sen. Anwendung: Holz, Papier, Keramik, Kunststoffe
Laserbohren:
Einpulsbohren: Bohrungs-Ø 0,02 mm bis 0,25 mm, Tiefe bis 2 mm
Mehrfachpulsbohren: BohrungsØ 0,1 mm bis 0,5 mm, Tiefe bis 10 mm
Seite 47 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6 Laserschneiden
Vorteile:
+ Bearbeitung unabhängig von Härte und Festigkeit
+ Kein Werkzeug → kein Verschleiß (jedoch Verschleiß der Linsen und
der Optik auf längere Sicht)
+ Keine Prozesskräfte → keine Vorrichtungen
+ Unabhängig von der Geometrie
+ Hohe Maß- und Formgenauigkeit
+ Filigrane Strukturen mit hohen Geschwindigkeiten
+ Gratfrei und geringe Rauheiten
Nachteile:
- Geringer energetischer Wirkungsgrad (CO2-Laser 10 %; Diodenlaser < 50 %)
- Hohe Investitionskosten
- Thermisch induzierte Spannungen
- Giftige und krebserregende Verbrennungs- und Pyrolyseprodukte
- Keine Hinterscheidungen möglich
Seite 48 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.8 Strahlspanen – Plasmaschneiden
Seite 50 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.6/7.7/7.8 Strahlspanen im Vergleich
UHV
Vacuum Pressure molecules mean free 36.000 km
quality (mbar) per cm3 path
Ultra high
< 10−7 < 109 >105 km
vacuum (UHV)
HV
High vacuum 10 cm – 1 200-1.000km
10−3 to 10−7 1013 – 109
(HV) km
Rough RV
300 to 1 1019 – 1016 0.1 – 100 μm
vacuum (RV)
Quelle: Leybold
Beschichtungen HV
• Metallisieren Halbleiter- und Sensortechnik HV
• Glas, Dekoration, Optische Filter
• Oxid-Barrieren Quellen müssen noch recherchiert werden
Seite 57 Professor Dr. H.R. Ludwig; Professorin Dr. Thordis Michalke FT1
7.8 Vakuumtechnik in der Analytik
Rasterelektronenmikroskopie- Rastertunnelmikroskopie-
und -spektroskopie und -spektroskopie
8. Fügen
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Diese Präsentation ist Eigentum der Verfasser und für den ausschließlichen Gebrauch im
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Rahmen der wissenschaftlichen Verwendung für den geschlossenen Teilnahmekreis im
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Gründen nicht gestattet. Dasselbe gilt für alle Videos und Aufzeichnungen im Rahmen
der Lehrveranstaltung. Keinerlei Medien dürfen den Kurs verlassen. Dateien müssen
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Seite
2
Fügen
Textiles
Fügen
Fügen
ist das auf Dauer angelegte Verbinden oder sonstige Zusammenbringen von zwei oder
mehr Werkstücken geometrisch bestimmter Form oder von eben solchen Werkstücken
mit formlosem Stoff.
Dabei wird jeweils der Zusammenhalt örtlich geschaffen und im Ganzen vermehrt.
Hinweis: Bildquellen der folgenden Folien sind verloren und müssen noch nachgewiesen werden.
Ist ein Schluss zwischen zwei Ist ein Schluss, der eine Kraft sowohl Ist ein durch molekulare Kräfte
sich berührenden Wirkflächen über Wirkräume als auch über entstehender Schluss zwischen
fester Körper senkrecht zu den Wirkflächenpaarungen überträgt. Molekülen eines abgegrenzten
Berührungsflächen Beim Kraftschluss werden die Teile an Wirkraumes, der diese so
den Trennstellen bis zur Berührung zusammenhält, dass sie in der
zusammengeführt, so dass kein Spiel Gesamtheit einen festen Körper
mehr vorhanden ist. Er verformt jedes ergeben. Die Relativbewegung der
Teil, das ihn überträgt, mehr oder verbundenen Teile ist in allen
weniger stark. Richtungen an den
Verbindungsflächen gesperrt.
Passfeder-, Keilwellen- und Klemmverbindungen und Schweißen, Löten und Kleben
Zahnwellenverbindungen sowie Kegelverbindungen sowie
Kerbzahnprofile und Ringfederspann-Verbindungen und
Polygonwellenverbindungen Spannbuchsen;
Schraubenverbindungen
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8.1 Zusammensetzen
Zusammensetzen
Zusammensetzen ist Fügen, bei dem der Zusammenhalt der Fügeteile durch
Schwerkraft (Reibung), Formschluss, Federkraft oder eine Kombination davon bewirkt
wird.
Füllen
Füllen ist eine Sammelbenennung für das Einbringen von gas- oder dampfförmigen,
flüssigen oder pastenförmigen Stoffen, ferner von pulverigen oder körnigen Stoffen
oder kleinen Körpern in hohle oder poröse Körper.
Schmierstoff-Tränken
von Sinter-Gleitlagern
Press-
Schrauben Klemmen Klammern Einschlagen Verkeilen Verspannen
verbindung
Anpressen/Einpressen – ist eine Sammelbenennung für die Verfahren, bei denen beim
Fügen die Fügeteile sowie etwaige Hilfsfügeteile im wesentlichen nur elastisch verformt
werden und ungewolltes Lösen durch Kraftschluss verhindert wird.
Fügen durch Urformen ist eine Sammelbenennung für die Verfahren, bei denen
entweder zu einem Werkstück ein Ergänzungsstück aus formlosem Stoff gebildet wird
oder bei denen mehrere Fügeteile durch dazwischen gebrachten formlosen Stoff
verbunden oder bei denen in den formlosen Stoff Metallteile o. Ä. eingelegt werden.
Fügen durch Umformen ist eine Sammelbenennung für Verfahren, bei denen die
Fügeteile oder Hilfsfügeteile örtlich - bisweilen auch ganz - umgeformt werden. Die
Umformkräfte können mechanischer, hydraulischer, elektromagnetischer oder anderer
Art sein. Die Verbindung ist im Allgemeinen durch Formschluss gegen ungewolltes
Lösen gesichert.
8. Fügen
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2
Schweißen
Pressschweißen Schmelzschweißen
• Feuerschweißen • Gasschmelzschweißen
• Gaspressschweißen • Lichtbogenschweißen
• Widerstandsschweißen • Metalllichtbogen
• Induktives Pressschweißen • UP (Unter-Pulver)
• Kaltpressschweißen • Schutzgas:
• Lichtbogenpress- WIG, MIG, MAG
schweißen • Plasma
• Reibschweißen • Elektroschlacke
• Sprengschweißen • Elektronenstrahl
• Laserstrahl
Seite 3 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
8.6.0 Schweißen – Grundlagen
Schweißbarkeit
Schweißb
arkeit des
Bauteils
Verfahren Konstruktion
Schweißmöglichkeit
Schweißsicherheit einer Konstruktion ist Schweißmöglichkeit ist vorhanden, wenn die
gegeben, wenn das zu fügende Bauteil auf vorgesehenen Schweißungen unter den
Grund seiner konstruktiven Gestaltung unter gewählten Fertigungsbedingungen fachgerecht
den vorgesehenen Betriebsbedingungen hergestellt werden können.
funktionsfähig bleibt.
Kraftfluss, Spannungsverteilung, Kerbwirkung,
…
Seite 4 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
8.6.0 Schweißen – Grundlagen
Schweißeignung (1. Stähle)
Schweißeignung von Stahl
• abhängig von Kohlenstoffgehalt, Erschmelzungs- und Vergießungsart sowie
Legierungsbestandteilen
• Verunreinigungen: P- und S-Gehalt < 0,06%
Unlegierte Stähle
• C < 0,22%: gut schweißbar
• C > 0,22% bis 0,4%: Aufhärtungseffekte -> Neigung zu Spannungsrissen
-> Bauteile vorwärmen, spannungsarmglühen
Niedriglegierte Stähle
• Einsatzstähle: allenfalls vor dem Einsetzen schweißbar
• Vergütungsstähle: besondere Vorsichtsmaßnahmen (hoher C-Gehalt)
• Ermittlung der Schweißbarkeit durch Kohlenstoffäquivalent Cä: Klausur
Eisen-Gusswerkstoffe
• Stahlguss und weißer Temperguss abhängig vom C-Gehalt mehr oder weniger gut schweißbar
• Grauguss und schwarzer Temperguss wegen hohem C-Gehalt: Schweißen nur zu
Reparaturzwecken
Nichteisenmetalle
• Aluminium und Al-Legierungen: gut schweißbar (Schutzgasschweißen)
Kunststoffe
• Thermoplaste: gut schweißbar
• Duroplaste: kein Schweißen, nur Kleben möglich
2. Reibphase
3. Stauchphase
Vorteile
– Werkstoffkombinationen sind möglich
– kurze Schweißzeit
– kein Zusatzwerkstoff
– automatisierter Verfahrensablauf
– gute Reproduzierbarkeit
– gute Qualität der Schweißung
Nachteile
– Auftreten eines Schweißwulstes
– höhere Investitionskosten
4. Abdrehen – es muss Werkstoff zum Ausgleich des
Schweißwulstes zugegeben werden
Seite 10 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
8.6.2 Reibschweißen von Ventilen
Verbinden von Werkstücken durch Strom, Wärme und Druck. Es werden keine abschmelzende
Elektrode und kein Lichtbogen benötigt. Die Metallverbindung erfolgt durch Erwärmen der
Berührungsfläche der Werkstücke mit Hilfe des elektrischen Stroms (Ohmscher Widerstand der zu
verbindenden Teile) und durch anschließendes Zusammendrücken.
Widerstandspunktschweißen Anwendungen:
Dünnbleche: Karosserie
Heizelemente, Glühbirnen, Röhren,
Widerstände, Bi-Metalle,…
Bereich:
2x 0,01mm bis 2x 8mm – Bleche
Vorteile:
Kurze Schweißzeiten, einfache Handhabung, automatisierbar, kleine
Wärmeeinflusszone, fast keine Nacharbeit, geringe Ansprüche an
Toleranz der Fügeteile
Nachteile:
Große Kerbwirkung, geringe Dauerfestigkeit, Kraftumlenkung infolge
Überlappverbindung, schlechte zerstörungsfreie Prüfbarkeit der
Verbindung
Seite 12 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
8.6.2 Widerstandspressschweißen
(Punktschweißen)
Das Widerstandspunktschweißen wird vor allem
beim Verbinden von Blechen eingesetzt.
Eine bedeutende Anwendung ist die Karosserie-
montage mit vollautomatisierten Punktschweiß-
Robotern.
[Link]
Fertigungstechnik (2010)
Lichtbogenhandschweißen:
Im Lichtbogen werden sowohl Grund-
Fritz, Schulze:
material als auch Elektrodenmaterial
erschmolzen.
Die erstarrende Schmelze verbindet die
geschweißten Werkstücke stoffschlüssig.
Das Mantelmaterial der Elektrode schützt das Schweißbad vor der Reaktion mit Luft
und erstarrt alsbald zur Schlacke. Elektrode und Mantel müssen passend zur
Schweißnaht und zum Schweißstoß gewählt werden.
Seite 16 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
8.6.3 Schmelzschweißen – Sfoffschlüssiges Fügen
Schutzgasschweißen
Schutzgasschweißen:
Das Schutzgas, ein Inertgas, z.B. Argon (Ag),
erfüllt denselben Zweck wie der Elektroden-
mantel: es schützt das Schweißbad vor che-
mischen Reaktionen, insbesondere Oxidation.
Beim Metall-Schutzgas-Schweißen (MSG-
Schweißen) wird mit einer abschmelzenden
Metall-Elektrode gearbeitet, die von einer
Drahtrolle her nachgeschoben wird.
Beim Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-
Schweißen) wird allein das Grundmaterial
erschmolzen, ohne dass die Elektrode nach-
fließt. Zusatzmaterial bleibt aber möglich.
Beim Metall-Aktivgas-Schweißen (MAG) wird
CO2 oder ein Gemisch aus CO2 und Ag ver-
wendet. Das Gas nimmt aktiv Einfluss auf das
Einbrandverhalten und die Metallurgie der
Schweißnaht. Fritz, Schulze: Fertigungstechnik (2010)
Seite 17 Professor Dr. Hans-Reiner Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
8.6.3 Schmelzschweißen –
Plasmaschweißen
Plasmaschweißen:
Das Plasmaschweißen ist eine Weiter-
entwicklung des WIG-Schweißens, wobei
das Schutzgas Argon (Ag) zum Plasma
ionisiert wird.
Der Plasmastrahl ermöglicht ein berüh-
rungsloses Zünden. Durch Kühlung der
Düse kann der ionisierte Plasmastrahl ein-
geengt und damit die Energiedichte erhöht
werden.
Somit (und durch Zugabe anderer Gase, [Link]
Helium oder Wasserstoff) werden höhere Schweiß- shop/de/de-ig/plasmaschweissen-und-arcline-paw
Weil der Laser sehr punktuell wirkt und die Einwirkzeit in Einzelpulsen sehr kurz gehalten
werden kann, werden zahlreiche knifflige Fügeoperationen möglich, so an kleinsten
Bauteilen der Medizintechnik und Elektronik oder in Spalten mit großem Verhältnis der
Spalttiefe zur Spaltbreite (Tiefschweißen) bis hin zum Einsatz des Lasers beim Löten.
8. Fügen
Professor Dr. H.R. Ludwig, Professorin Dr. Thordis Michalke
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Weichlöten Hochtemperatur
Hartlöten
-löten
Weichlöten
Hauck Heat-Treatment
Platinen-Löten Litzen-Schuh-Löten
Quelle: Spirflame
Einsatzgebiete:
Verpackungen, Pflaster, Kleben von Wunden,
Haushalt, Handwerk: Schuhe
Industrielle Fertigung: Auto- und Flugzeugbau
Oberflächenvorbereitung
Die Oberfläche muss…
gut benetzbar sein
gut klebbar sein
Im Falle einer Beschichtung
fest mit dem Grundwerkstoff
(Substrat) verbunden sein
darf sich nach dem Kleben nicht
Adhäsion
mehr unkontrolliert verändern
Haftkräfte, die zwischen den Kontaktflächen
zweier gleicher oder verschiedener Stoffe (z.B.
zwischen einem Fügeteil und einem Klebstoff) Klebstoffe
auftreten. Schmelzkleber, Polykondensate,
Kohäsion Lösemittelkleber, Polymerisate,
Anziehungskräfte zwischen Atomen und Klebstoffdispersionen,
Molekülen, die den Zusammenhalt der Polyadditionsklebstoffe,
Masseteilchen innerhalb eines homogenen Klebstoffbänder
Materials (z.B. in einem Klebstoff)
gewährleisten.
Seite 10 Th. Michalke FT1
8.8 Kleben - Verfahrenskriterien
Abbindezeit weitestgehend einstellbar:
Von Sekunden bis zu Tagen
Festigkeit und Elastizität in weiten Grenzen wählbar
Zugscherfestigkeit von 1 MPa bis 40 Mpa
Reißdehnungen von 1% - 800%
Kriechneigung bei statischen Dauerlasten
Begrenzte thermische Belastbarkeit
Stark klebstoffabhängig
Gesamtbereich -150°C bis +250°C
Medienbeständigkeit
Ausgezeichnete Resistenz gegen die meisten
Medien
Generell ungeeignet für stark oxidierende
Substanzen wie Brom, Chlor, konzentrierte
Laugen und Säuren
Alterungsabhängige Eigenschaften
Verbindung nur sehr bedingt lösbar
Festigkeitsauslegung und Prozesskontrolle sind
aufwändig
Quelle: Lohse, Klebetechnik
Seite 11 Th. Michalke FT1
8 Fügen: Vergleich der Verfahren
(aus Sicht eines Klebstoffherstellers)
Spannungs-
verteilung
bei
Schraub-verbindungen
bei
Klebeverbindungen
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2 Translated by DeepL.
Beschichten
Beschichten
Fertigen durch Aufbringen einer fest haftenden Schicht aus formlosem Stoff auf ein
Werkstück; maßgebend ist der unmittelbar vor dem Beschichten herrschende Zustand
des Beschichtungsstoffes (DIN 8580).
Hinweis: Die Präsentation muss hinsichtlich der Bild- und Quellennachweise nochmals
überarbeitet werden. – Aktueller Stand: 2022
Seite 3 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.0 Beschichten – Einführung
Beschichtbarkeit
Unbehandelte Werkstoffoberflächen
bestehen aus
• Verunreinigungen (Fett, Öl, Wachs,
Ruß, Partikel allgemein)
• Adsorptionsschicht (Gase, Wasser)
• Oxidschicht (allg. Reaktionsschicht)
• Verformte Schicht
• Grundwerkstoff
Für gute Haftung muss die Oberfläche
vor der Beschichtung behandelt
werden:
• Reinigen, Entfetten
• Reduzieren (Desoxidieren)
• Oberflächentopographie optimieren
• evtl. elektrisch leitfähig machen
Seite 4 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.0 Beschichten – Einführung
Ziele der Beschichtung
Beschichtungstechnik ist heute eine Schlüsseltechnologie für
verschiedenste Bereiche!
Verschleiß-
+
Reibung Korrosions
Elektronik -schutz
Dekorative
Sensoren Schichten
Optik
Seite 5 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.0 Beschichten – Einführung
Beschichtungsverfahren
Fluidisch Mechanisch
• Manueller Farbauftrag • Walzplattieren Mechano-thermisch
• Tauchlackieren • Sprengplattieren
• Flammspritzen
• Spritzlackieren • Aufhämmern
• Plasmaspritzen
• Elektostatisches Lackieren
• Spritzschweissen
• Explosionsspritzen
Thermisch Beschichtung
• Auftragsschweissen
• Aufsintern Substrat
• Aufschmelzen
• Schmelztauchen
Chemisch
• stromlos Vernickeln
Dampfphasen-abscheidung • Phosphatieren
Elektro-chemisch • Chromatiern
• Chemical Vapor • Verchromen • Sol-Gel-Verfahren
Deposition (CVD) • Vernickeln
• Physical Vapor • Verzinken
Schichtdicken:
Deposition (PVD) • Anodisieren
0.0001 mm … 10 mm
Seite 6 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.0 Beschichten – Einführung
Schichtdicken und Temperaturen
1.000
Borieren
Galvanische
30 Nitrieren mit/ohne
Beschichtung
Verbindungsschicht
10
CVD
3
1 PVD
Ionen-
Implantierung
Seite 7 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.0 Beschichten – Einführung
Schichtdickenmessung
Magnet-Induktiv/ Wirbelstromprüfung Röntgenfluoreszenz (XRF)
Ultraschallprüfung Kalottenschleifen
Seite 8 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Tauchlackieren
Als Lackierungen werden Überzüge aus Poly-
meren bezeichnet, die als flüssige oder pasten-
förmige Substanzen auf Substrate aufgetragen
und durch chemische Reaktionen oder physika-
lische Veränderung in einen fest haftenden Film
umgewandelt werden.
Lacke bestehen aus:
• Bindemittel (verbinden Pigmente + Untergrund)
• Pigmenten
Quelle: [Link]
• Lösungsmittel, Verdünner
• Füllstoffe
• Zusatzstoffe (Weichmacher, Härter, Netzmittel)
Seite 9 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Kataphorese
Die kathodische Tauchlackierung wird abgekürzt als Kataphorese bezeichnet. Im
industriellen Kontext handelt es sich um ein mehrstufiges Verfahren mit den Stationen
• Vorbehandlung
(Entfetten, Spülen)
• Phosphatierung
Dürr, Yutung: [Link]
(zuvor: Aktivierung)
[Link]
• Elektro-Tauch-
lackierung
• Trocknung und
Kühlung
Zwischen den Stationen
sind immer wieder Spül-
vorgänge erforderlich.
Das Phospatieren erzeugt eine sogenannte Konversionsschicht aus Phosphat, welche
sich innig mit dem Substrat verbindet. Man unterscheidet zwischen den Anwendungen:
• Eisenphosphatierung • Zinkphosphatierung • Trikationenphosphatierung
Die Phosphatierung dient als Korrosionsschutz. Durch das Eintauchen der Bauteile wird
sichergestellt, dass die Beschichtung auch an abgelegenen Stellen und in Hohlräumen wirkt.
Seite 10 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Spritzlackieren
Elektrostatisches Spritzlackieren
Düsenarten
Overspray stark
reduziert
Seite 11 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Pulverlackieren
Kunststoffpulver wird nach erfolgter nass-
chemischer Vorbehandlung elektrostatisch
aufgesprüht und haftet so am Werkstück.
Bei der anschließenden Erwärmung der
Objekte auf ca. 200° C verläuft das Kunst-
stoffpulver und vernetzt sich zu einer
dauerhaften, sehr robusten und dekora-
tiven Oberflächenbe-schichtung. Basis
sind Epoxy-, Acryl- oder PU-Pulver.
[Link]
Pulverbeschichten kommt ohne
w/[Link]?curid=7364762
Lösungsmittel aus.
Wirbelsintern: das aufgeheizte Werkstück wird
in eine Wolke aus Kunststoffpulver gehalten,
dabei schmilzt das Pulver auf das warme
Werkstück auf. Bei diesem Verfahren werden
hauptsächlich thermoplastische Pulver
verwendet. Es sind größere Schichtdicken
möglich. Beispiele hierfür sind Gartenmöbel,
Drahtkörbe für Waschmaschinen, usw.
Seite 12 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Spritzverfahren im Vergleich
[Link]
Seite 13 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Spritzverfahren im Vergleich
[Link]
Galvaswiss AG –
Seite 14 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.1 Lackieren
Lackieren einer Autokarosse
Seite 16 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.2 Emaillieren
Verfahrensbeschreibung
Als Emaillieren wird eine durch Schmelzen oder
Fritten, d. h. nicht zu Ende geführtes Schmelzen,
entstandene, vorzugsweise glasartige erstarrte
Masse mit oxidischer Zusammensetzung be-
zeichnet.
Ziele:
• Korrosionsschutz • Oxidation • Verschleiß-
schutz • Einlaufbelag • Dekor • Verbesserung
der Gleiteigenschaften • elektrische Isolation
Auftragen:
• Spritzen • Tauchen • Fluten
• Vakuumauftrag [Link]
• Auftrag im elektrischen Feld Schichtdicken:
• elektrostatisches Nassspritzen (ESTA) 0,5 – 1,5mm
• elektro-statischer Pulverauftrag (PUESTA) Email-Bestandteile in
1 oder 2 Schichtlagen:
• Elektrotauchemaillierung (ETE). Borax, Feldspat,
Fluorid, Quarz,
Soda, Natriumnitrat
Co-, Mn-, Ni-oxid
Seite 17 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.2 Emaillieren
Vorteile/Nachteile
Vorteile:
+ gute Korrosionsbeständigkeit
+ hohe Umweltverträglichkeit (keine
Lösungsmittel werden verwendet)
+ hohe Temperaturbeständigkeit (auch
gegen Temperaturschocks)
+ hygienisch und physiologisch
unbedenklich
Nachteile:
– emailliergerechtes Konstruieren
– nur metallische Grundwerkstoffe
Seite 18 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.3 Feuerverzinken
Charakteristika
Unter Feuerverzinken nach DIN EN ISO 1461,
auch als Stückverzinken oder diskontinuierliches
Feuerverzinken bezeichnet, versteht man das
Aufbringen eines Zinküberzuges auf Stahl oder
Gussteile durch Eintauchen der vorgefertigten
und vorbehandelten Werkstücke in geschmol-
zenem Zink.
Wichtiger Anwendungsbereich ist die Feuer-
verzinkung von Betonstahl:
Schutz gegen Carbonatisierung und
Neutralisation des Betons, sowie Chlorid-
einwirkung durch Tausalz oder Meerwasser.
~450°C
Quelle: [Link]
Seite 19 Prof. Dr. Th. Michalke, Prof. Dr. H.R. Ludwig FT1
9.4 Sol-Gel Beschichtung
Verfahrensbeschreibung
Beschichtungsverfahren auf Basis von Sol-Gel Vorstufen
Sol: kolloidale Verteilung eines Stoffes in einem Dispersionsmittel
Gel: disperses System, bei dem die dispergierten Bestandteile im
Dispersionsmittel in unregelmäßigen Gerüsten angeordnet sind
Vorteile des Verfahrens: niedrige Prozesstemperatur, große Vielfalt der anorgani-
schen und hybridpolymeren Zusammensetzungen der verwendeten Materialien.
Applikation über eine Vielzahl von Flüssigbeschichtungsverfahren, z.B. Tauchen,
Aufschleudern, Sprühen, Rollen, …
Siebdruck
beschichtet
Quelle: Bosch
Quelle: Schott AG
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Quelle: IWT
9.5 Thermisches Spritzen
Verfahrensbeschreibung
Prinzip:
Das Aufbringen dieser Schichten erfolgt mittels besonderer Geräte / Anlagen durch
Aufschmelzen oder Anschmelzen, Zerstäuben und Aufspritzen des Spritzwerkstoffes
mit hoher Geschwindigkeit auf die gereinigte und vorbehandelte Bauteiloberfläche.
Verfahren:
• Konventionelles Flammspritzen
• Lichtbogenspritzen
• Plasmaspritzen
• Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (HVOF)
Quelle: [Link]
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9.5 Thermisches Spritzen
Schichteigenschaften
Verfahrensbedingt sind alle thermischen Spritzschichten mehr
oder minder porös und durch den schichtweisen Auftrag besitzen
sie einen anisotropen, lagenförmigen Aufbau.
Quelle: [Link]
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9.5 Thermisches Spritzen
Anwendungsbeispiele, Anlagen
Hochdruck-Turbinenlüfter
Plasmaspritzen
Planetenachse
Hüftgelenk-Implantate
Quelle: [Link]
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9.6 Galvanisieren
Verfahrenbeschreibung
Ziele:
• Dekor • Korrosionsschutz • Verschleißschutz
• Katalyse oder Verbesserung elektrischen Leit-
fähigkeit • Reduzierung von Friktionskräften.
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9.7 Anodisieren – Eloxieren
Wichtigste Verfahrensvariante:
Eloxieren von Aluminium
• Färben durch Inter-
ferenz: Anwendung für
Titan + Niob
• Elektrolyt enthält ein
färbendes Metallsalz
(Zinn(II)-sulfat).
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9.8 Gasphasenabscheidung:
CVD und PVD
CVD – Chemical Vapor Deposition
Das erhitzte Werkstück (Temperatur θ ≈ 2000°C), Substrat genannt,
wird einem Gasstrom ausgesetzt, dessen Komponenten auf der Sub-
stratoberfläche chemisch reagieren und eine feste Schicht bilden.
Das Verfahren läuft bei reduziertem Druck ab, 1 bis 1000 Pa, im Be-
reich von Grob- bis Feinvakuum.
(Zum Vergleich: Der atmosphärische Druck auf Meereshöhe beträgt etwa 1 bar,
das sind 105 oder 100.000 Pa oder 1 hPa, Hektopascal. Grobvakuum liegt im Bereich
von 300 bis 1 hPa, Feinvakuum im Bereich von 1 bis 10-3 hPa)
[Link]
hart-haerter-cvd-diamanten/
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9.8 Gasphasenabscheidung:
PVD
PVD – Physical Vapor Deposition
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Wirkprinzip
Das Ausgangsmaterial wird durch physikalische Prozesse in die Gas- oder Dampfphase
überführt. Die Schichtbildung erfolgt durch Kondensation auf den Substraten
Vakuumkammer
Energie
Atome
-
Moleküle -
+ +
Schichtwerkstoff
Ausgangsmaterial - Grundwerkstoff
(Target, Kathode, Ingot, Radikale (Substrat)
etc.)
kaltes Plasma Reaktivgas-
zufluss
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Verfahrensvarianten
nach der Energie der verdampften Teilchen (nach R. A. Haefer):
B Kathodenzerstäubung (Sputtering)
- mittleres Vakuum (10-1 – 101 Pa)
- atomare Stoßprozesse, i.d.R. mit Argon
- (Stoß-) Energie: 1 - 40 eV (nach G. K. Wehner et al.)
Typische Parameter:
• Hochspannung 5 – 10 kV
• Elektronenstrom bis 1,5A
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Kathodenzerstäuben („Sputtern“)
Prinzip:
Substrat Ionen aus einer Glimmentladung werden mit hoher
Ti - Schicht
Energie auf das Beschichtungsmaterial geschossen.
Teilchen werden aus der Oberfläche des Targets
+ „herausgeschlagen“ und setzen sich auf dem
- +
Kammerwand
Substrat ab.
- Um die Glimmentladung zu erhalten und den
Transport zu erleichtern, läuft der Prozess unter
Vakuum ab.
Target (z.B. Ti) Nichtleitende Materialien werden mit RF (13.5MHz)
oder MF (20-200kHz) gesputtert.
- +
Typisch:
10A / 300V Für hohe Sputterraten werden
Magnetron-Sputterquellenverwendet.
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Lichtbogenverdampfung Cathodic Arc Evaporation –
sogenanntes „Arcen“
Substratvorspannung Prinzip:
- + • Eine Bogenentladung (Funken) verdampft mikro-
skopische Bereiche des Targets.
(„Kathodenfusspunkt“, „Spot“)
Substrat
Ti - Schicht • Der Funken wandert über die Targetoberfläche
und trägt so das Material ab.
+
Anode / Kammerwand
+ - • Die ionisierten Bestandteile des Targets werden
+ - + +
durch eine negative Substratvorspannung zum
+ ++ - + ++
+ Substrat hin beschleunigt.
+ - + -
- - Arc
- +
Spannungsversorgung
Typ. 200A / 30V
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Verdampfungsanlage
Hot filament cathode
Argon Reactive gas
Cathodic arc
sources
Substrates
Vacuum
pump
Schematische Ansicht
RCS
Quelle: Oerlikon Balzers
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Dekorative Schichten
Farbeffekte dünner Schichten
basieren auf Interferenz
(vgl. Seifenblasen)
≈ 0,05 …0,5 µm
.. (E-Beam-)Evaporation
.
• Sputtern
SiO2 (4)
TiO2 (3)
SiO2 (2)
TiO2 (1)
Substrat
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Wärmeschutz (Low-Energy-Glas)
Transparente und leitfähige Oxidschicht
(TCO) und dünne metallische Schichten
reflektieren IR-Strahlung.
Die Sonneneinstrahlung (IR) wird reflektiert,
die Wärmestrahlung im Raum ebenso.
Technologie:
• Sputtern
≈ 200 nm
Source: Guardian
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9.8 Physical Vapor Deposition, PVD
Beschichten von Displays
Transparente und leitfähige Schichten (TCO) werden
als transparente Elektroden in verschiedenen Display-
Anwendungen verwendet.
z.B.:
Tin doped indium oxide
Zinn dotiertes Indium-Oxid (ITO)
Technologie :
• Sputtern
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Klausur
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Letzte Übungen
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Musterlösung für die Klausur Wintersemester 2018/19:
2) Ergänzen Sie die folgende Tabelle für das Fertigungsverfahren "Tiefziehen". (9P)
Fehlerursache Fehlerbild am Werkstück
Ziehkraft übersteigt Reißfestigkeit Bodenreißer
des Werkstoffes
Zu geringe Niederhalterkraft Faltenbildung im Flansch
Formänderungsvermögen des Längsrisse
Werkstoffs erschöpft
3) Welche zwei wesentlichen Prozessgrößen werden beim Schleifen durch die Größe des
Schleifkorns beeinflusst? (6P)
Zerspanleistung
Oberflächenqualität
4) Nennen Sie vier Vorteile des spanlosen Herstellens von Gewinden (8P)
Auswahl aus:
Oberflächenqualität
Werkstoffersparnis
Erhöhung der Werkstofffestigkeit
Verminderung der Kerbwirkung
Wirtschaftlichkeit/Produktivität
5) Nennen Sie drei Nachteile des "Pressen & Sinterns" gegenüber dem "Gießen mit
verlorener Form" (6P)
Auswahl aus:
Pulver sind teuer
Hohe Prozesskräfte
Werkzeugkosten im Vergleich höher
Größere Werkstücke nicht herstellbar
Hinterschnitte nicht realisierbar
hohe Mindeststückzahl
Festigkeit (Porosität)
1
6) Der in der folgenden Abbildung beispielhaft
dargestellte Eierbecher soll für 3
unterschiedliche, in der jeweiligen
Teilaufgabe beschriebene Rahmen-
bedingungen hergestellt werden. Wählen
Sie ein geeignetes formgebendes
Fertigungsverfahren aus und beschreiben
Sie es in Skizzen.
7) Wählen Sie für die 3 dargestellten Produkte jeweils ein oder falls erforderlich zwei
geeignete Fertigungsverfahren zur Herstellung aus. Wählen Sie weiterhin jeweils das
passende Halbzeug (z.B. Coil, Blech, Block, Rohr, Stange) oder das passende
Rohmaterial (z.B. Granulat, Schmelze) aus. (9 P)
Fertigungsverfahren:
Spritzgießen
Der der Abbildung dargestellte Trinkbecher aus
Polypropylen soll in einer Stückzahl von 1.000.000 pro
Jahr hergestellt werden.
Halbzeug/Rohmaterial:
Folie
Fertigungsverfahren:
Thermoformen
2
Das in der Abbildung dargestellte Aluminiumprofil soll in
einer Länge von 3 m und einer Stückzahl von 100.000
pro Jahr hergestellt werden.
Halbzeug/Rohmaterial:
Block
Fertigungsverfahren:
Strangpressen
Griff: Spritzgießen
Schaft mit Spitze: Fließpressen, Schmieden, Wärmebehandlung, Finishing
Montage Griff/Schaft mit Spitze
3
Lösungen zu den Übungsaufgaben Fertigungstechnik (Kapitel 1 - 3)
1) Erläutern Sie in wenigen Worten die Bedeutung der industriellen Fertigungstechnik für den
materiellen Wohlstand der Bevölkerung eines Staats.
Die industrielle Fertigungstechnik generiert über die mit ihr gekoppelte Wertschöpfung
entsprechendes Steueraufkommen und speist damit die öffentlichen Finanzhaushalte.
2) Ziel der Fertigungsautomatisierung ist eine weitgehend personalarme Fertigung mit nur
geringem Steuerungs- und Kontrollaufwand durch den Menschen. Nennen Sie vier der
Ziele, die damit verfolgt werden.
- Erhöhung der Effizienz
- Erhöhung der Qualität
- Senkung der Personalkosten
- Senkung der Fertigungskosten
- Erhöhung der Reproduzierbarkeit
- ….
3) Erläutern Sie, warum die enge Zusammenarbeit zwischen Vorentwicklung, Entwicklung,
Konstruktion und Fertigung im Sinne einer wirtschaftlichen Fertigungsprozessgestaltung
notwendig ist.
Über die Definition der Produkteigenschaften und die Formulierung der Anforderungsliste
werden die Fertigungskosten schon in der Entwicklungsphase grob festgelegt und können im
weiteren Verlauf des Produktentstehungsprozesses in der Regel nicht mehr wesentlich gesenkt
werden. Beispielsweise erfordern feine Oberflächen teure Polierprozesse und komplexe
Konturen erfordern die Aufteilung von Umformprozessen in mehrere aufwändigere Teilprozesse.
4) Wozu dient in der Fertigungstechnik die Norm DIN 8580 und nach welchem Kriterium ist sie
im Wesentlichen aufgebaut?
Die Norm DIN 8580 dient der Klassifizierung und Systematisierung der Fertigungsverfahren und
orientiert sich im Wesentlichen an der Beeinflussung des Werkstoffzusammenhalts.
Auswahlkriterien:
Werkstückkontur
Werkstückgröße
Werkstoff
Stückzahl
Marktsegment (Qualität/Preis/auch 4)
Schnelles Aushärten
Kriterien:
Werkstückkontur
Werkstückgröße
Werkstoff
Stückzahl
Marktsegment (Qualität/Preis/auch 4)
Warmkammerdruckgießen
Stranggießen
Schleudergießen
Auswahlkriterien:
Werkstückkontur
Werkstückgröße
Werkstoff
Stückzahl
Marktsegment (Qualität/Preis/auch Stückzahl)
Verfahren:
Spritzgießen
Extrudieren
Kalandrieren
Schäumen
Blasformen
3D-Druck und Additive Fertigungsverfahren
Vakuumgießen mit Kunststoffen
Werkstoff: Spritzgießen
Form: Formblasen
ca. 5 cm
6) Was ist der wesentliche Unterschied beim Urformen keramischer Werkstoffe gegenüber
dem Urformen polymerer Werkstoffe und wodurch wird dieser Unterschied bedingt?
Keramische Werkstoffe lassen sich nicht durch reine Wärmezufuhr plastifizieren.
7) Was verstehen Sie in der Verarbeitung keramischer Werkstoffe unter "Grünling"?
Das nicht gesinterte Bauteil, welches noch effizient formgebend bearbeitet werden kann.
8) Warum wird in der industriellen Fertigungstechnik versucht, alle wesentlichen
formgebenden Bearbeitungsschritte spätestens am Grünling abzuschließen?
Weil der Gründling noch effizient formgebend bearbeitet werden kann.
Auswahlkriterien:
1 Werkstückkontur
2 Größe
3 Werkstoff
4 Stückzahl
5 Marktsegment (Qualität/Preis/auch 4)
12) Wann wird das Drücken in der industriellen Anwendung dem Tiefziehen vorgezogen?
Geringe Werkzeugkosten = kleine Stückzahlen
Flexibles Verfahren = kleine Stückzahlen
Konturen durch Tiefziehen nicht möglich
13) Nennen Sie zwei typische Einsatzgebiete hydraulischer Pressen und einen Vorteil und einen
Nachteil gegenüber anderen Umformmaschinen.
Anwendungsbeispiele:
Tiefziehen
Massivumformen
Blechumformen
Vorwärtsfließpressen langer Teile
Vorteil: konstante Kraft unabhängig vom Weg, genau einstellbare Kraft (deshalb keine
zusätzliche Überlastsicherung erforderlich), Arbeitsvermögen unbegrenzt
Nachteil: kleine Arbeitsgeschwindigkeit im Vergleich zu Kurbelpressen
14) Eine Innensechskantschraube M72 x 6 x 162 soll in einer Stückzahl von 20.000 Stück pro Jahr
und einer Taktzeit von ca. 6 Sekunden pro Stück hergestellt werden. Wählen Sie unabhängig
von den Investitionskosten ein geeignetes Fertigungsverfahren aus und beschreiben Sie es
mit Skizzen.
Stauchen/Profilwalzen
15) Die in der Abbildung dargestellten Bauteile für ein LKW-Bremsgestänge
erhöhter Festigkeit sollen einbaufertig aus einer Aluminiumlegierung
hergestellt werden. Es sollen 200.000 Stück pro Jahr hergestellt werden.
Wählen Sie ein geeignetes Fertigungsverfahren aus. Beschreiben Sie die
einzelnen Fertigungsschritte in Skizzen und Stichworten.
Gesenkschmieden: Massenverteilung, Vorschmieden, Fertigschmieden
ca. 300 mm
Prof. Dr.-Ing. Damian Großkreutz
Fertigungstechnik
Frankfurt University of Applied Sciences
Stand 06/2020
16) Welche beiden wesentlichen Prozessgrößen bestimmen in der Umformtechnik darüber, ob
Warm- oder Kaltumformung vorliegt? Nennen Sie zwei wesentliche Vorteile und zwei
wesentliche Nachteile der Kaltumformung.
Umformgeschwindigkeit und Rekristallisationsgeschwindigkeit.
Vorteile:
blanke Werkstückoberflächen
Festigkeitssteigerung
…
Nachteile:
nur niedrige Umformgrade erzielbar
hohe Prozesskräfte,
…
17) Welche Bedeutung haben Fließspannung und Fließbedingungen in der Umformtechnik?
Die Fließspannung ist die Spannung, welche erreicht werden muss, um das Fließen des
Werkstoffs einzuleiten und aufrecht zu erhalten. Die Fließbedingungen dient der Umrechnung des
realen dreiachsigen Spannungszustands auf die Fließspannung.
18) Was ist die wesentliche fertigungstechnische Prozessgröße beim plastischen Umformen und
durch welche Parameter wird sie beeinflusst.
Fließspannung kf =
kf = f (Umformgrad, Kristallart, Kristallorientierung [Isotropie, Anisotropie],
Umformgeschwindigkeit, Umformtemperatur)
19) Die nebenstehende Abbildung zeigt ein Aluminiumprofil. Dieses soll in einer
Stückzahl von 100.000 pro Jahr in einer Länge von 10 m hergestellt werden.
Nennen Sie das zur Herstellung erforderliche Fertigungsverfahren und
skizzieren und beschreiben Sie Fertigungseinrichtungen und
Fertigungsablauf.
ca. 300 mm
20) Nennen Sie drei Anforderungen, die bei der Warmumformung an den Werkzeugwerkstoff
gestellt werden.
Warmfestigkeit
Warmverschleißwiderstand
Rissunempfindlichkeit (Zähigkeit + Wärmeleitfähigkeit)
Oben: Rückwärtsfließpressteile
Unten: Vorwärtsfließpressteile
23) Welches Schmiermittel wird bevorzugt beim Strangpressen von Stahl eingesetzt?
Stahl wird warm stranggepresst: Glaspulver oder ähnliches