Wagner
Wagner
H. PFEIFFER, Haiiau : sprechen auch die Versuche in feuchtem Wasserstoff, bei denen
Die Entstickung von Fe-Si-Legierungen in Wasserstoff ver- die Geschwindigkeit der Entstickung gegenuber der Ver-
lauft nach Ansicht der Verfasser nicht durch direkte Bildung wendung reinen Wasserstoffs stark erniedrigt ist.
von N,-Molekulen aus adsorbierten N-Atomen. Ansonsten
wire die i d e r s t geringe Entstickungsgeschwindigkeit in I . D. FAST. Eindhoven (Niederlande) :
Argon und auch im Vakuum nicht verstindlich. Die Entstickungsgeschwindigkeit von Fe-N-Legierungen in
Im Hinblick auf die Bestimmung des Wasserstoffaustritts aus gereinigtem Argon und im Hochvakuum ist vernachlassigbar
reinem Eisen bei Raumtemperatur sei auf eine moglicherweise klein gegenuber der in Wasserstoff, auch dann, wenn die Eisen-
auch fur die Entstickung wesentliche Reaktionshemmung auf- oberfliche wihrend der Erhitzung vollkommen blank bleibt .
merksam gemacht. Dazu folgender experimenteller Befund: Man konnte naturlich glauben, daR die Entstickungsgeschwin-
Der Austritt des durch Salzsiurebehandlung in Eisen gelosten digkeit auch in Argon und im Hochvakuum groB sein wurde,
Wasserstoffs wurde bei Raumtemperatur messend verfolgt und wenn es nur moglich wire. den Sauerstoffpartialdruck noch
dabei festgestellt, daR die Austrittsgeschwindigkeit ent- vie1 weiter zu erniedrigen. Man braucht in diesem Gedanken-
scheidend davon abhingt, ob eine Oxydschicht vorhanden ist gang nicht einmal an die Bildung einer Oxydschicht zu denken,
oder nicht. Die j e Zeit- und Oberflicheneinheit abgegebene weil an der Eisenoberfliche adsorbierte Sauerstoffionen im
WasserstofGnenge ist bei voroxydierten Versuchsproben ver- Prinzip auch schon dann einen groRen EinfluB haben konnten,
gleichsweise sehr gering. Die Oxydschicht verursacht mithiti wenn ihre Oberflachenkonzentration nur gering ist. Die bei
eine erhebliche Reaktionshemmung . der Ammoniak-Synthese gewonnenen Erfahrungen niachen es
Der Sauerstoffpartialdruck ist selbst in gereinigtem Argon aber wahrscheinlicher, daB der wichtigste Effekt nicht eine
und im Vakuum zweifelsohne groRer als in Wasserstoff. Dem- Verzogerung der Entstickung durch Sauerstoff, sondern eine
zufolge sollte unter Umstinden in diesen Fallen ebenfalls mit Beschleunigung durch Wasserstoff ist, und zwar weil die
einer zusatzlichen Reaktionshemmung zu rechnen sein, die Bildung von Stickstoff-Wasserstoff-Radikalenan der Eisenober-
durch die Bildung einer Oxydschicht bedingt ist. Dafur flache mit relativ niedriger Aktivierungsenergie verlaufen kann
Zusammenfassung
Bei der Oxydatioii von Legierungen treten folgende Besonderheiten gegenuber reinen Metden auf:
1. Nach MaBgabe des Zustandsdiagramms. der verschiedenen Affinitit der einzelnen Legierungsbestandteile
Zuni Sauerstoff sowie der verschiedenen Beweglichkeit der Kationen in den entstehenden Oxydphasen
werden einzelne Legierungsbestandteile in bestimmten Zonen der Zunderschicht ' und der angrenzenden
Legierung angereichert.
2. In vielen F d e n besteht die Zunderschicht aus einzelnen mehrphasigen Schichten, 2. B. eineni Geniengc
von Edelmetall und Oxyd des unedleren Bestandteils oder einem Gemenge zweier Oxydphasen wie C q O
+ NiO auf Cu-Ni-Legierungen. Fur eine Reihe von Reaktionstypen im Sinne von Grenzfsllen ist eine
quantitative Analyse des Zusammetiwirkens der Diffusionsvorginge der einzelnen Bestandteile in ver-
schiedenen Phasen moglich.
Abstract
The oxidation of alloys differs from that of pure metals in the following respects:
1. Depending on the form of the equilibrium diagram, on the affinities to oxygen of the alloying elements
and on the mobilities of the cations in the oxide phases formed, certain zones of the oxide layer and of the
adjoining alloy become enriched with respect to some of the alloying elements.
2. In inany cases, the oxide layer consists of several layers containing two or more phases each, such as a
mixture of noble metal and an oxide of the less noble component, or of two oxide phases like CqO NiO +
on alloys of C u - Ni.
In a number of limiting cases of reaction types, it is possible to give a quantitative analysis for several phases
of the contributions of the diffusing components.
R ~ Stnd
U
On distinque l'oxydation d'alliages de celle de inktaux purs d'apris les particularitis suivantes:
1. D'une part en vertu de la courbe caractiristique et des diverses affinitis de chacun des coniposants de
l'alliage pour l'oxyghne, d'autre part en raison de la tres variable mobiliti des cations dans les diverses phases
d'oxide, on constate un enrichissement de quelques-uns des composants de l'alliage au voisinage de certaines
zones de la couche d'oxyde.
2. Dam de nombreux cas. cette couche d'oxyde se compose elle-mhe de plusieurs strates polyphasies,
par exemple d'un agrggat de mCta1 noble et de l'oxyde du composant plus commun, ou bien d'un ttroit
nitlange entre deux phases d'oxyde, tel que CuO, + NiO, pour les allages cuivre-nickel. Dans une vkrie
de cas-limites de types de rCaction unc analyse quantitative de la contribution des diffirents composants
est possible.
Ed. 83. Nr. 7 C. Wagner: Reaktionstypen bei der Oxydation von Legierungen 773
1959 ______ ~. ..
Reaktionsprodukt zeitbestimmend ist und die Ge- des Profils gegenuber einer ebenen Grenzflache ver-
schwindigkeit der Oxydation im wesentlichen gleich mindert sich im Lade der Zeit, d. h., in diesem Falle ist
groB wie die bei reinem Nickel ist. Bei kleinen Nickel- eine ebene Grenzflache stabil.
gehalten ist die Diffusion von Nickel aus dem Inneren 2. Falls umgekehrt die Diffusion innerhalb der
der Legierung zur Phasengrenze Legierung-NiO zeit- Legierungsphase zeitbestimmend ist, so wird an der
bestimmend und die Oxydation sollte wesentlich lang- Stelle IZ in Abb. 2 weniger Metall A als an der Stelle I
samer als bei reinem Nickel erfolgen. Die von K u b a - oxydiert, da an der Stelle 11 der effektive Diffusionsweg
schew s k i und v o n G o l d b e c k 3 experimentell er- in der Legierung l h g e r als an der Stelle I ist, wie in
haltenen Geschwindigkeitskonstanten stimmen im we- Abb. 2 durch verschiedene Lange der Pfeile schematisch
sentlichen mit den berechneten Werten ubereine). angedeutet ist, obgleich es eine eindeutig angebbare
Lange des Diffisionsweges in der Legierung mit konti-
nuierlicher Konzentrationsverteilung nicht gibt. Dem-
-
entsprechend weicht die Grenzflache Legierung-Oxyd
II e' I
-I
PI an der Stelle I1 langsamer als an der Stelle I zuriick und
I die Amplitude der anfanglich vorhandenen Abweichung
des Profils gegeniiber einer ebenen Grenzflache wachst
im Laufe der Zeit, d. h., eine ebene Grenzflache ist nicht
~~
stabil.
--x UZ
[-€[Link]
Abb. 1
Oxydation von Ni-Pt-Legierungen ( x = Abstand von der
I Oxyd A0
urspriinglichen Oberfliche)
Von der in Abb. 3 angenommenen Sachlage konnen nimmt die Tendenz zur Bildung einer zerkliifteten
folgende Abweichungen eintreten. Phasengrenzflache Legierung-Sulfid erheblich ab. Bei
a) Die B-reiche Legierung kann sich plastisch ver- einer Legierung mit 76 Atomprozent Au erfolgt lokali-
formen und durch nachfolgendes Oxyd gegen das sierter Angriff im wesentlichen nur noch an Korn-
Probeninnere geschoben werden. Dann liegt die aufiere grenzen der Legierung. Im Einklang mit der Anderung
Grenze der Zweiphasenzone weiter im Innern der Probe der Struktur der Zunderschicht beim Ubergang von
als der Ort der ursprunglichen Oberflache. Cu-reichen zu Au-reichen Legierungen nimmt die Re-
b) Es konnen Verzweigungen der vordringenden aktionsgeschwindigkeit erheblich ab. Bei Cu-reichen
Oxyd-Zungen erfolgen. Legierungen ist die Reaktionsgeschwindigkeit im we-
c) Im Falle mehrfacher Verzweigungen konnen sentlichen durch Diffusion von Kupferionen und Elek-
isolierte B-reiche Legierungsteilchen entstehen, die sich tronen in der Cu,S-Phase bestimmt, da die goldreichen
wie inerte Marken verhalten, also bei uberwiegender Reststumpfe den verfugbaren Querschnitt fur die
Kationenwanderung entsprechend der Fliefibewegung Diffusion in der Cu,S-Phase nur unwesentlich ver-
des Oxyds auf den Legierungskern zuwandern. Auch ringern. Bei Au-reichen Legierungen mit nahezu ebener
unter diesen Umstinden h d e t man die aufiere Grenze Grenzflache zwischen Metal1 und Sulfid ist hingegen
der Zweiphasenzone weiter im Inneren der Probe als die vie1 langsamere Diffusionsgeschwindigkeit der
am Ort der ursprunglichen Oberflache. Kupferatome in der Legierung mafigebend. Als Ma13
d) Auch wenn eine ebene Grenzflache nicht stabil ist, der Reaktionsgeschwindigkeit sei die Gewichtszunahme
kann eine im wesentlichen ebene Grenzflache Le- der Legierungen nach gegebener Zeit betrachtet. Die
gierung-Oxyd mit einigen wenigen vordringenden Gewichtszunahmen d m/q in mg/cma bei 500 "C fur eine
Oxyd-Zungen auftreten, etwa bevorzugt an Korn- Reaktionsdauer von einer Stunde betragen:
grenzen. Dann ist die Sauerstoffaufnahme verhdtnis- Atomprozent Au 0 10 35 61 74
m a i g klein, jedoch kann die fur die Schwachung des A m/q (mg/cm2) (800) (800) (300) 2,4 1,2
Materials wesentliche maximale Vordringtiefe der ein-
wobei eingeklammerte Werte extrapoliert sind.
zelnen Oxyd-Zungen grofi sein.
Qualitativ ahnliche Ergebnisse (jedoch modifiziert
e) Besonders im Falle B-reicher Legierungen kann
durch die Bildung von festen Losungen Ag,S-Au2S als
die Tendenz zur Bildung einer zerklufteten Grenzflache
Reaktionsprodukt) sind fur die Reaktion von Ag-Au
Legierung-Oxyd soweit herabgemindert sein, da13
Legierungen mit Schwefeldampf erhalten wordens).
praktisch eine ebene Grenzflache erhalten wird und die
Aufier den bereits erwahnten Oxydationstypen kann
Geschwindigkeit der Oxydation durch die Diffusion von
die Erscheinung der inneren Oxydation auftreten, die
Bestandteil A zu dieser Grenzflache zeitbestimmend wird,
besonders bei Silberlegierungen mit geringen Zusatzen
wie oben fur Ni-Pt-Legierungen angenommen wurde.
an unedlen Metallen wie Cu, Cd oder Al sowie bei
Zunderschichten mit einer Struktur wie in Abb. 3
Kupferlegierungen beobachtet wirdl4- '8). Entsprechend
wurden in einer gemeinsam mit Lichters) durch-
der relativ hohen Loslichkeit von Sauerstoff in Silber
gefuhrten Untersuchung der Reaktion von Cu-Au- und
kann sich Sauerstoff in der Legierung losen, von der
Ag-Au-Legierungen mit flussigem und dampfformigem
Schwefel zwischen 400 und 600°C gefunden. Die ge-
nannten S ysteme sind besonders geeignet zur Illustration
der vorstehenden theoretischen Oberlegungen, da bei
500 OC die Selbstdiffusionskoeffizienten der Metalle in
den entsprechenden Sulfiden von der Grofienordnung
cm2/sec sind@)lO)ll),wahrend die Diffusionskoeffi-
zienten in den Legierungen zwischen 10-13 bis 10-la cm2/
sec liegen12)13).
Cu-Au-Legierungen mit 12 Atomprozent Au reagie-
- x
ren mit Schwefeldampf bei 5OOOC unter Bildung von
Cu2S (Digenit) mit etwa der gleichen hohen Ge- CEmXl
schwindigkeit wie reines Kupfer. Die Struktur der Abb. 4
l)iffusionsvorgange wihrend der inneren Oxydation einer
Zunderschicht entspricht in grofien Zugen Abb. 3. Die Legierung A-B mit Fillung von Oxyd AO, an der Stelle x = 5
gleiche Struktur erhalt man bei Cu-Au-Legierungen
14) J. A. Leroux und E. Kaub, Z. anorg. allg. Chem. 188,
mit 35 Atomprozent Au; jedoch ist die Geschwindig-
205 (1930).
keit geringer. Bei hoheren Goldgehalten der Legierung 15) E. Raub und M. Engel, ,,VortrSge der Haupt-
*) B. D. Lichter und C. Wagner, erscheint demnichst. versammlung der Deutschen Gesellschaft fur Metallkunde",
@) H. Braune und 0. Kahn, Z. physik. Chem. 112, 270 S. 83 (VDI Verlag, Berlin 1938).
(1924). I") [Link] und A. H. Grobe, Trans. Amer. Inst.
lo) C. Tubandt, H. Reinhold und W. Jost, Z . anorg. Mining metallurg. Engr. 147, 318 (1942).
allg. Chem. 177,253 (1928). 17) J. L. Meijering und M. J. Druyvesteyn, PhilipsRes.
11) E. Hirahara. J. physic. [Link] 6, 421, 428 (1951). Rep. 2, 81,260 (1947).
In) W. Jost, Z. physik. Chenl. Abt. B 9,73 (1930). la) F. N. Rhines, Trans. Amer. Inst. Mining metallurg.
la) W. Jost, Z. physik. Chem. Abt. B 16, 123 (1932). Engr. 137,246 (1940).
Zeitschrift fur
776 C. Wagner: Reaktionstypen bei der Oxydation von Legierungen Elektrocheinie
Oberflache in das Innere der Legierung diffundieren und geschrieben werden, worin Do die Diffusionskonstante
dort n i t dem unedleren Metall reagieren. Dadurch des Sauerstoffes in Metall B und y ein noch zu be-
werden Oxydteilchen in einer metallischen Matrix ge- rechnender dimensionsloser Parameter ist.
bildet. Der Gesamtvorgang 1 s t sich beschreiben als Alsdann sind die Differentialgleichungen fur ein-
vergleichsweise rasche Diffusion von atomar gelostem dimensionale Diffusion von Sauerstoff und Metall A
Sauerstoff in das Innere der Legierung und vergleichs- gems dem 2. Fickschen Gesetz fur die Grenzbedin-
weise langsame Diffusion des unedleren Legie- gungen
rungsbestandteiles in entgegengesetzter Richtung (vgl.
Abb. 4).Die zugehorigen mathematischen Ansatze sind N, = ~ 8 )fiir X=O, r>o, (2)
von Rhines, J o h n s o n und Andersonlg) und von No = O fur x z l , t > O , (3)
Darkenm) entwickelt wordens’). NA=O fur x s t , t > O , (4)
DemgemaB haben wir speziell bei Legierungen aus N * = N ~ ) fiir XZO, t-o (5)
Silber als Grundmetall und unedlen Metallen wie Cu,
Cd oder A1 als Legierungszusatz in geringer Menge zu losen. Die Losungen lauten
zwei wesentlich verschiedene Reaktionstypen, die in
Abb. 1 und Abb. 4 schematisch wiedergegeben sind.
Aus dem vorhandenen Beobachtungsmaterial kann man
induktiv schlieBen, daB eine geringe Komentration des
unedleren Legierungsbestandteils und eine hohe Sauer-
stoffloslichkeit in dem edleren Grundmetall das Auf- worin erf das Fehlerintegral, erfc das komplementare
treten innerer Oxydation ohne Bildung einer HuBeren Fehlerintegral, x der Abstand von der Oberflache,
Oxydhaut begunstigen, wahrend umgekehrt geringe Do der Diffusionskoeffizient des Sauerstoffs, DA der
Sauerstoffloslichkeit und hohe Konzentrationen des un- Diffusionskoeffizient von Metall A und
edleren Legierungsbestandteils die Bildung einer zu- v -zDo/D,4 (8)
saminenhangenden Oxydschicht begunstigen. Ein halb- ist.
quantitatives Kriterium wird nachfolgend abgeleitet. An der Fallungsstelle 3c = E mu0 die von der Ober-
Zur ubersichtlicheren Durchfuhrung der Rechnung flache zudifhndierende Sauerstoffmenge aquivalent der
seien eine Reihe von vereinfachenden Annahmen ein- aus dem Inneren herandiffundierenden Menge an
gefiihrt. Zunachst sei angenommen, daB das Mol- Metall A sein. Unter Benutzung des 1. Fickschen
volumen der Legierung unabhangig von der Zusammen- Gesetzes ergibt sich die Bedingung :
setzung sei und der Volumenzuwachs durch Sauerstoff-
aufnahme vernachlassigbar sei. Die Probe sei hin-
reichend dick, so daB in der Mitte jeweils noch un-
veranderte Legierung vorliegt. Einsetzen von Gleichung (6) und (7) in Gleichung (9)
Ferner sei die Standardbildungsarbeit des Oxyds AO, ergibt
hmreichend negativ, so daf3 das Loslichkeitsprodukt der N p eYz erf y
- = -
Verbindung AO, in Metall B als Losungsmittel sehr Y N$) (pill P’ Ierfc ( y p‘/a ) ’ (10)
klein sei. Dann ist bei SauerstoffubeischuB der Molen-
bruch NA des unedleren Bestandteils vernachlassigbar woraus man den in Gleichung (1) eingefuhrten Para-
klein gegenuber dem Molenbruch Nj40) in der Aus- meter y berechnen kann.
gangslegierung. Gleicherweise ist bei UberschuB an B Folgende Gremfalle sind von besonderem Interesse :
im Inneren der Probe der Molenbruch N o des Sauer- 1. Falls y << 1 und y yl’n >> 1, dann gilt22)
stoffs vernachlassigbar klein gegenuber dem an der erfy E (+‘‘a) y , (11)
Oberflache vorliegenden Sattigungs-Molenbruch N2 -
erfc y p112 -H e- y1 ~ , / n *yl gt’la
~ . (12)
(vgl. Abb. 4). An der Grenze zwischen Legierung mit
Einsetzen von Gleichung (11) und (12) in Glei-
SauerstoffiiberschuB und Legierung mit UberschuB
.
an B erfolgt die Fallung des Oxyds AO, Der Abstand 6
chung (10) ergibt
des Fallungsortes verschiebt sich fortlaufend nach dem y [ N g ) / 2Y N$)]l’a. (13)
Inneren der Probe. Da lediglich Diffusionsvorgange als Aus den Bedingungen y << 1 und yp’/p >> 1 sowie
zeitbestimmend angenommen werden, SO ist 6 als Gleichung (8) und (13) folgen die aquivalenten, praktisch
Funktion der Zeit t durch eine parabolische Beziehung entscheidenden Bedingungen
gegeben. Hierfur kann
~ . - 6 = 2y(DOf)i” (1)
19) F. N. R h i n e s , W. A. J o h n s o n u n d W. A. Ande rs on,
Trans. Amer. Inst. Mining metallurg. Engr. 147,205 (1942). Offensichtlich ist diese Doppelbedingung nur dann
20) L. S. Darken, Trans. Amer. Inst. Mining metallurg. zu erfullen, wenn DA << Do,was irn Falle der Silber-
Engr. 150, 147 (1942).
$1) Vgl. auch K. Hauffe, Reaktionen in und an festen 8 8 ) E. J a h n k e und F. Emde, Funktionentafeln, 3. Aufl.,
Stoffen, S. 522 K (Springer-Verlag, Berlin 1955). S. 24 (B. G. Teubner, Leipzig 1938).
Bd. 63. Nr. 7 [Link] :Reaktionstypen bei der Oxydation von Legierungen 777
1050
legierungen zutrifft, da der Sauerstoff wesentlich leichter Zm Grenzfall 1 entsprechend Gleichung (14) folgt,
beweglich als Zusatzmetalle wie Cu, Cd oder A1 ist. daB der Molenbruch f an Oxyd AO, in der zwei-
Aus Gleichung(1) und (13) ergibt sich alsdann fur phasigen Oxydationszone nahezu gleich dem Molen-
den jeweiligen Ort der Fallung bruch N)' des Metalls A in der Ausgangslegierung ist.
Falls jedoch Gleichung (14) nicht erfullt ist, also
[ z [2 (Ng)/vNy))
Do f]'la. (15)
I n diesem Falle ist also das Fortschreiten der Fallung 0 O <
-
D N(') D N(0)
A A
nach dem Inneren allein durch die Diffusion des Sauer- ist, so wird f > NP), d.h. es kommt zu einer An-
stoffs bestimmt. reicherung von Metall A in der inneren Oxydations-
Da die Diffusion von A praktisch irrelevant ist, so ist zone. Insbesondere ist bemerkenswert, daB im Falle der
die in jedem Volumelement der inneren Oxydationszone Ungleichung (18) auch bei kleinen Gehalten von A in
gebildete Molzahl von Oxyd nahezu gleich der anfangs der Ausgangslegierung der Anteil f in der inneren
darin enthaltenen Molzahl an Metall A. Oxydationszone verhaltnismiil3ig hoch sein kann, so daB
2. Falls y << 1 und ypll/t << 1 ist, dann folgt aus eine Tendenz zum Zusammenwachsen von Oxyd-
Gleichung (8), (10) und (11) teilchen unter Bildung einer zusammenhangenden
Oxydhaut besteht. Aus Gleichung (21) folgt fur Grenz-
fall 2 entsprechend der Bedingung y 9''s << 1 und der
Ungleichung (18) unter Benutzung von Gleichung (16) :
I m Hinblick auf Gleichung (8) und (16) sind die Be-
dingungen y << 1 und y 9'1%<< 1 erfullt, wenn
D$ h18)<< DI1 NY), (17)
Do N g ) << DA N Y ) .
Damit das Anreicherungsverhaltnis f/qo)
in Glei-
(18) chung(22) groB wird, mu0 der Ausdruck in eckigen
Falls Do > DA wie bei Silberlegierungen, so ist die Klammern in Gleichung (22) im Einklang mit der Un-
Bedingung (17) ohne weiteres erfiillt, wenn Bedin- gleichung (18) groB gegen 1 sdn.
gung (18) erfiillt ist. Fur letztere Bedingung kann man Das Zusammenwachsen von Oxydteilchen zu einer
schreiben zusammenhangenden Oxydschicht ist im wesentlichen
dann zu erwarten, wenn der Volumenanteil
B =f(v,,/q
Aus Gleichung (1) und (16) ergibt sich alsdann fur einen kritischen Wert g* erreicht, worin Vo, das Mol-
den jeweiligen Ort der Fallung volumen des Oxyds AO, ist.
Aus Gleichung (22) und der Bedingung g < g,* ergibt
sich fiir den Molenbruch N p ) , bei dem innere Oxy-
dation ohne Bildung einer zusammenhangenden auReren
In diesem Falle ist also das Fortschreiten der inneren Oxydschicht erwartet werden kann :
Oxydation sowohl durch Do als auch durch DA be-
stimmt, d. h. durch Diffusion von Sauerstoff nach innen (23)
und Diffusion von Metall A nach auaen. Dement-
sprechend findet sich mehr Oxyd AO, in der Schicht falls die Ungleichung (18) erfiillt ist.
innerer Oxydation als Metall A in der ursprunglichen Aus Gleichung (23) folgt, daB bei sehr kleinen Sauer-
Legierung vorhanden ist, wie nachfolgend im einzelnen stoff loslichkeiten die Maximalkonzentration von A, bei
berechnet wird. der innere Oxydation ohne zusammenhangende Oxyd-
Es sei fder Molenbruch an Oxyd AO, in der zwei- schicht zu erwarten ist, sehr klein wird. 2. B. erhalt man
phasigen Oxpdationszone, 1/ das Molvolumen der fur Do/DA = 10' und N g ) = 1 0 - 8 die Bedingung
Legierung, also f / V die Molzahl von Oxyd AO, je Np) < 0,004 falls g* = 0,2, Y = 1und Vo,/ V = 2 ist.
Volumeinheit. Wenn in einer Probe mit der Ober- Allgemein ergibt sich aus Gleichung (23), da13 die
flache q der Ort der Fallung sich in der Zeit d t um d [ charakteristische Konzentration fur den Ubergang von
nach dem Inneren verschiebt, dann ist die Molzahl des innerer zu auBerer Oxydation bei um so hoheren Kon-
Oxyds AO, in dem Volumelement q d t einerseits gleich zentrationen an unedlem Metall liegt, je hoher die Sauer-
( f / V ) q d t und andererseits gleich der in dem Zeit- stoffloslichkeit in dem edlen Grundmetall ist. Da Silber
element d t durch Diffusion ankommenden Menge wesentlich mehr Sauerstoff als Gold lost, so zeigen
von A, d. h. gleich unter vergleichbaren Bedingungen Silberlegierungen
mit einigen Atomprozent an unedlem Metall innere
Oxydation, Goldlegierungen jedoch aul3ere Oxydation
nach Beobachtungen von R a u b und Engel's).
Unter Benutzung von Gleichung (1) und (7) folgt
Auch wenn das Loslichkeitsprodukt des Oxyds AO,
klein ist, so ist es jedoch stets endlich. Dieser Umstand
(2') ist vermutlich entscheidend fur das Auftreten innerer
778 C. Wagner: Reaktionstypen bei der Oxydation von Legierungen Zeitschrift fur
Elektrochemie
Jedoch haufen sich im Laufe der Zeit immer mehr IV. Die Bildung von oxydischen Mischkristallen
Al,O,-Teilchen an der Phasengrenze an, wenn Kupfer Aus Untersuchungen von H au f f e und Mitarbei-
aus der Legierung durch die Cu,O-Phase nach aul3en tern%) ist bekannt, daB die Oxydationsgeschwindigkeit
wandert und A120, zuiiickbleibt. Dadurch wird die eines Metalls bereits durch sehr kleine Zusatze er-
Sauerstoffdiffusion in das Innere der Legierung be- heblich geandert werden kann, wenn das Zusatzmetall
hindert, der Abstand der Al,O,-Fallungszone von in das Oxyd des Grundmetalls in einer hoheren oder
der Grenzflache Legierung-Cu,O wird geringer, und niederen Wertigkeitsstufe eintritt, da hierdurch die fur
schlieBlich konnen diejenigen Bedingungen verwirk- die Wanderung von Ionen und Elektronen man-
licht werden, die in den bisherigen Rechnungen unter gebenden Fehlordnungskonzentrationen groBenord-
Vernachlassigung innerer Oxydation . angenommen nungsm3il3ig geandert werden konnen. Zu einer quanti-
tativen Vorausberechnung der Abhangigkeit der Oxy-
dationsgeschwindigkeit von der Legierungszusammen-
setzung ist eine Kenntnis der ortlichen Verteilung des
Zusatzmetalls in der Zunderschicht erforderlichss):
Diese kann aus den Beweglichkeiten der einzelnen
Kationen berechnet werden, aber derartige Daten stehen
zur Zeit im allgemeinen nicht zur Verfugung. Lediglich
im Falle der Bromierung von Silber mit Cadmiumzusatz
kann man auf Grund von Diffusionsmessungen von
S c h o n e , S ta s iw und Teltow40) abschatzen, daB das
Cadmiumbromid in Silberbromid praktisch gleich-
formig verteilt ist und demgemal3 ist es in diesem Falle
CEmm
t -.r moglich, die Wnderung der Bromierungsgeschwindig-
keit von Silber durch Cadmium-Zusatz quantitativ in
Abb. 7 Ubereinstimmung mit MeBwerten zu berechnedl).
Innere Oxydation einer Cu-Al-Legierung mit Falung von
A1,0, an der Stelle x = Als weiterer theoretisch einfacher Grenzfall sei die
Oxydation von Co-Ni-Legierungen erwahnt, die von
F r e d e r i c k und Cornet43 untersucht worden ist. Bei
wurden24). Nach diesen Uberlegungen ist es also mog- 1000°C bilden sowohl die Metalle als auch die Oxyde
lich, daB zwar anfanglich innere Oxydation stattfindet, eine luckenlose Reihe von Mwhkristallen. Falls man
jedoch spater eine schiitzende Deckschicht des Oxyds die Diffusionsgleichungen in der Oxydphase allgemein
von Metall B auf allen Legierungen rnit NB > NB(min) ansetzt, benotigt man zur Berechnung der Oxydations-
gebildet wird, wenn die Reaktion uber genugend lange geschwindigkeit als Funktion der Legierungszusammen-
Zeit verfolgt wird. Hierauf deuten Beobachtungen von setzung die Beweglichkeit von Kobalt- und Nickel-
D en n i s o n und P r e e cea2) hin. Anfanglich verlauft die ionen als Funktion des Verhaltnisses CoO/NiO und des
Oxydation von Kupferlegierungen mit einigen Pro- SauerstofFpartialdrucks. Das Problem kann wesentlich
zenten Zusatz an A1 oder Be bei 850°C mit maig e r vereinfacht werden, wenn man annimmt, daB die Be-
Geschwindigkeit (obgleich wesentlich langsamer als die weglichkeiten von Kobalt- und Nickelionen im oxy-
Oxydation von reinem Kupfer). Jedoch sinkt die Oxy- dischen Mischkristall gleich sind. Dann ist das Ver-
dationsgeschwindigkeit im Laufe von 24 bis 48 Stunden haltnis NiO/CoO in der Oxydschicht unabhangig vom
auf auBerordentlich kleine Werte ab, wie man im Falle Abstand von der Oberflache. Da Kobalt jedoch die
einer luckenlosen Deckschicht des Oxyds der unedleren groBere Affinitat zum Sauerstoff hat, ist der Kobalt-
Komponente erwarten wiirde. Weitere Untersuchungen gehalt der Oxydschicht groBer als der Kobaltgehalt der
zu diesem Problem sind in Vorbereitung. angrenzenden Legierung und in der Nahe der Grenz-
Das in Abb. 5 vorgeschlagene Reaktionsschema gilt flache Legierung-Oxyd ist eine an Nickel angereicherte
nicht fur Legierungen in denen die Komponente, die Diffusionszone der Legierung zu erwarten.
die hohere Affinitat zum Sauerstoff besitzt, die groI3ere Die Berechnung sei allgemein fur eine Legierung A-B
Oxydationsgeschwindigkeit aufweist. Wenn die un- mit den Oxyden A 0 und BO unter Benutzung folgender
edlere Komponente oxydiert wird, reichert sich die
38) K. Hauffe, Oxydation von Metallen und Metall-
edlere Komponente in der Legierung an der Phasen-
legierungen, S. 131 E,151 K. 179ff. (Springer-Verlag, Berlin
grenze Legierung-Oxyd an, und unter Umstanden kann 1956).
eine zweiphasige Schicht bestehend aus Oxyd des un- @) C. Wagner und K. E. Zimens. Acta chem. scand. I,
edleren Metalls und dem edleren Metall mit einer 541 (1947).
Struktur wie in Abb. 3 entstehen'), wie 2.B. an Eisen ").E. Schone, [Link] und J. T e l t o w , Z. physik.
mit kleinen Kupfergehalten beobachtet worden ist%)s'). Chem. 197,145 (1951).
K. Hauffe und C. Gensch, [Link]. Chem. 195,196
") F. Nehl, Stahl u. Eisen 53, 773 (1933). (1950).
E. Scheil und E. Kiwit, Arch. Eisenhiittenwes. 9, 405 '*) S. F. Frederick und I. Cornet, J. electrochem. SOC.
(1936). 102,285 (1955).
Bd. 63, Nr. 7 C . Wagner: Reaktionstypen bei der Oxydation von Legierungeii 781
1959
Ni = Molenbruch von Metall B an der Phasengrenzfliche sei Giiltigkeit des idealen Massenwirkungsgesetzes an-
Legierung-Oxyd, genommen. Dann gilt :
NBO= Molenbruch des Oxyds BO in der Oxydphase,
V = Molvolumen der Legierung (unabhingig von der
Zusammensetzung),
D = Diffusionskonstante der Legierung (unabhingig von
der Zusammensetzung), mit K als Massenwirkungskonstante. Gegebenenfalls
j = Molzahl an Metall (A und B), die je Flrichen- und
ist Gleichung (32) durch Einfuhrung von Aktivitats-
Zeiteinheit von der Legierung in die Oxydphase uber-
geht, koeffizienten zu modifizieren.
j, = Molzahl an Metall B, die je Flachen- und Zeiteinhcit Aus Gleichung (29) und (32) kann man N i eli-
in die Oxydphase iibergeht. minieren und schliel3lich den Molenbruch NBO in der
Die Probe wird hinreichend dick angenommen, so Oxydphase berechnen, falls kc und D experimentell
da13 in der Mitte jeweils noch unveranderte Legierung bekannt sind. Folgende Grenzfalle sind bemerkenswert :
vorliegt. Da lediglich Diffusionsvorgange zeitbestim- 1. Falls u = (kc/2D)”2 >> 1, so ist die rechte Seite
mend sein sollen, ist das Vorrucken der Phasengrenze von Gleichung (29) nahezu gleich 1 und somit
Legierung-Oxyd nach dem Inneren durch eine para-
bolische Beziehung gegeben, NBO=
- N(0) .
B (33)
X2=2kct, (24) Somit ist das Verhaltnis der Metalle A und B in der
Oxydphase das gleiche wie in der Ausgangslegierung,
worin kc die sogenannte Korrosionskonstante der
und die effektive Schichtdicke der Diffusionszone in
Legierung is@).
der Legierung ist klein gegenuber der Dicke der Oxyd-
Die Losung der Differentialgleichung fur Diffusion
schicht.
in der Legierung fur die entsprechenden Randbedin-
2. Falls u = (kC/2D)”gK 1, so ist die rechte Seite
gungen (NB = Ng fur x 2 0, t = 0 und NB = NZ fur
von Gleichung (29) klein gegen 1 und somit
s = X , t > 0) lautet:
N:= - B .
N(O) (34)
Ausgangslegierung I s b , $ ~ 2 ~ AgSbS,
~)* 1 AgSbS, I Ag2S I S.
genauere Kenntnis von isothermen Schnitten der
Zustandsdiagramme fur Dreistoffsysteme Metal1 A-Me-
tall B-Sauerstoff sowie der zugehorigen freien Enthalpie-
Unter Annahme einer Wanderung von Kationen und
Elektronen lafit sich ein in sich widerspruchsfreier werte dringend erwunscht. Ublicherweise werden Dar-
Reaktionsmechanismus angeben. Die Diffusionsglei- stellungen in Dreieckskoordinaten nach G i b b s be-
chungen im Inneren der Phasen sind wie ublich4) zu nut~t18)~7)5~)5~).ZweckmaBiger fur die hier vorliegen-
formulieren. Die Bedingungen an den Phasengrenzen den Probleme erscheinen jedoch Darstellungen mit dem
sind zum Teil thermodynamischer Art, wofiir die not- Verhaltnis der Molzahl von MetallB zur Summe der
wendigen Zahlenwerte bereits vorliegen4') 4 9 , zum Teil Molzahlen der Metalle A und B als Abszisse und dem
Kontinuitatsbedingungen des Transportes der einzelnen chemischen Potential oder dem Logarithmus der
Aktivitat des Sauerstoffes als Ordinate. Diese Dar-
Komponenten, wie sie bei verwandten Problemen in
anderen Arbeiten formuliert und benutzt worden stellung wurde kurzlich von Sachs53) fur das System
sinde) a4> m)60). Fe-Ni-0 benutzt.
Zusatzlich sind Messur gen der Selbstdiffusions-
4*) F. J a e g e r und H. S. v a n Klooster, 2. anorg. allg.
koeffizienten der einzelnen Metalle und des Sauerstoffs
Chem. 78, 245 (1912).
45) E. Jensen, Avh. norske Vidensk.-Akad. Oslo, I. Mat.-
in allen in Frage kommenden Phasen erwunscht, und
naturvidensk. Kl., Nr. 2 (1947). zwar moglichst als Funktion des Sauerstoffpartialdrucks
4 0 H. R i c k e r t , erscheint demriichst. und des Mengenverhaltnisses der Einzeloxyde oder der
4') R. S c h e n c k , I. H o f f m a n n , W. K n e p p e r und entsprechenden chemischen Potentiale.
H. Vogler, Z. anorg. allg. Chem. 240,173 (1939).
4 9 A. G. Verduch und C. W a g n e r , J. physic. Chem. 61,
558 (1957). 61) E. B. E v a n s , C . A . P h a l n i k a r und W. M. B a l d w i n ,
4@) W. Tost, Diffusion in Solids, Liquids, Gases, S. 69-75
J. electrochem. SOC.103, 367 (1956).
(Academi; Press, New York 1952). 6a) C. A. P h a l n i k a r , E. B. Evans und W. A . U a l d w i n ,
W. Jost, Diffusion, S. 80-86 (Dietrich Steinkopff, J. electrochem. SOC. 103, 431 (1956).
Darmstadt 1957). 6s) K. Sachs, J. Iron Steel Inst. 185,348 (1957).
Diskuesionsbei trage
G.-M. SCHWAB und R. MOEST, Munchen*):
uber einige Anomalien bei der Chlorierung des Silbers
Die Reaktioii von Silber mit gasfarmigem Chlor gilt all- bekannt, aber in der Literatur kauni beachtet sind. Es handclt
gemein als das Schulbeispiel einer parabolischen Anlauf- sich einerseits um Unregelm8Bigkeiten im An fang der Rc-
reaktion mit reiner KationenWusion im Reaktionsprodukt. aktion und andererseits um die r8umlichen Verhaltnisse, wenil
Gemeinsam mit Herrn M o e s t haben wir jedoch bei dieser die Anordnung nicht eben ist. Unsere Versuchsmethode, auf
Reaktion einige Anomalien beobachtet, die nicht ganz un- die nicht weiter eingegangen sei, war einerseits die mikro-
skopische Beobachtung der Oberfliche, die mikrometrische
*) Physikalisch-chemisches Institut der Universitit. Messung der 8uBeren Durchmesser chlorierter Drshte, sowic