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Satzarten

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A) Satzarten

Aus der inhaltlichen Bestimmung, aber auch nach den formalen Aspekten, wie der
Stellung der finiten Verbform im Satz, können bestimmte Satzarten unterschieden
werden:

• Aussagesatz (Deklarationssatz)
• Fragesatz (Interrogativsatz)
• Aufforderungssatz (Imperativsatz)
• Wunschsatz (Desiderativsatz)
• Ausrufesatz (Exklamativsatz)

Aufgaben und Übungen zu den Satzarten in Deutsch gibt es hier!

Die fünf Satzarten

In unserer Sprache werden fünf Satzarten unterschieden:

▪ Aussagesatz,
▪ Fragesatz,
▪ Aufforderungssatz,
▪ Wunschsatz und
▪ Ausrufesatz.

Unterhält man sich nur mündlich, hört man die Satzart an der Intonation, das heißt an
der Stimmführung des Sprechers.
Im Schriftlichen stehen uns drei verschiedene Satzschlusszeichen zur Verfügung.
Kennzeichnend für alle Satzarten ist außer dem Satzschlusszeichen die Stellung der
finiten Verbform.
Die Wahl der Satzart hängt von der Absicht des Sprechers oder Schreibers ab.

1. Der Aussagesatz (Deklarativsatz)

Deklarieren kommt wie fast alle Begriffe in der Grammatik aus dem Lateinischen und
bedeutet erklären.
Im Aussagesatz erklärt man also etwas, man stellt es fest, sagt es aus. Am Ende setzt
man einen Punkt.

Vitamin C stärkt das körperliche Abwehrsystem.

Das ist eine wahre Aussage. Wenn wir den Satz sprechen, fällt die Stimme am
Satzende ab.
Die finite Verbform steht im Aussagesatz immer an zweiter Stelle.

2. Der Fragesatz (Interrogativsatz)

An seinem Ende steht das Fragezeichen. Die Intonation steigt am Satzende, die
Stimme hebt sich.
Man hat zwei Möglichkeiten, Fragen zu stellen:

Entscheidungsfrage
Gehst du mit ins Kino?

Der Gefragte kann nur mit Ja oder Nein antworten, er muss sich entscheiden.
Die finite Verbform steht an erster Stelle.

Ergänzungsfrage
Was gab es heute zum Mittagessen?

Hier erfragt der Sprecher einen Teil des Sachverhaltes, der ihm noch völlig unbekannt
ist.
Am Anfang dieser Fragen steht ein Fragewort (Interrogativpronomen oder
Interrogativadverb). Sie beginnen stets mit wer, wie, warum, wann, wo, wozu.
Im Gegensatz zur Entscheidungsfrage steht die finite Verbform in der Ergänzungsfrage
an zweiter Stelle, da die erste Stelle bereits vom Fragewort eingenommen wird.
Die Stimmführung ist auch weniger steigend, am Satzende eher fallend.

3. Der Aufforderungssatz (Imperativsatz)

Mit dieser Satzart hat der Sprecher/Schreiber die direkte Absicht, seinen Partner zu
einer Handlung zu bewegen, ihn aufzufordern, etwas zu tun oder zu lassen, ihn
anzuleiten, zu bitten oder ihm einen Befehl zu erteilen, denn das
lateinische imperare bedeutet herrschen (Imperator = Herrscher).
Komm bitte einmal zu mir!
Komm bitte zu mir!
Komm zu mir!
Komm!

Je nach Dringlichkeit der Absicht nimmt sich der Sprecher Zeit zu bitten oder er fordert
auf oder er befiehlt. Mit der Absicht verändert sich auch die Stimmführung. In den
Beispielsätzen nimmt die Entschiedenheit in der Stimme zu. Im ersten Satz ist
die Bitte sehr wohlwollend. Der Hörer könnte hier vielleicht noch ablehnen, der
Aufforderung zu folgen.
Im letzten Satz bleibt ihm keine Wahl. Befehl ist Befehl!
Die Intonation ist fallend. Am Ende steht das Ausrufezeichen.
Die finite Verbform befindet sich in Spitzenstellung und im Imperativ (Befehlsform).

4. Der Wunschsatz (Desiderativsatz)

Wie beim Aufforderungssatz geht es dem Sprecher darum, etwas zu realisieren, was
noch nicht existiert.
Im Unterschied zum Aufforderungssatz wendet sich der Sprecher im Wunschsatz nicht
betont an einen Gesprächspartner, er fordert ihn nicht direkt zu einer Handlung auf.
Er hofft, dass der gewünschte Sachverhalt eintritt:

Hörte es doch endlich auf zu regnen!


Wenn es doch endlich zu regnen aufhörte!

Spräche er nur etwas deutlicher!


Wenn er doch nur etwas deutlicher spräche!

Besäße ich doch endlich dieses Fahrrad!


Wenn ich doch endlich dieses Fahrrad besitzen würde!

Diese Wünsche sind sehr dringend, begleitet von starken Gefühlen.


Die finite Verbform steht entweder an erster Stelle oder, wenn der Wunschsatz
mit wenn eingeleitet wird, an letzter Stelle.
Weil das Gewünschte mit der Wirklichkeit ganz und gar nicht übereinstimmt, fordert der
Wunschsatz den Konjunktiv II des Verbs: hörte auf, aufhörte, spräche, besäße, würde.
(Der Konjunktiv II wird vom Präteritum des Verbs gebildet.)
Diese Form des Wunschsatzes wird mit einem Ausrufezeichen beendet.
Man stelle sich vor, es sei Frieden überall.

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. (Goethe)

In diesen Beispielen wird der Wunsch etwas leiser, nicht so stark emotional geäußert.
Darum steht an seinem Ende auch nur ein Punkt. Auch die finite Verbform steht – wie
im Aussagesatz – an zweiter Stelle. Als Modus des Verbs genügt der Konjunktiv
I: stelle, sei.
(Der Konjunktiv I wird vom Präsens des Verbs gebildet.)

5. Der Ausrufesatz (Exklamativsatz)

Nur starke Gefühle können uns dazu bringen, etwas auszurufen: begeisterte
Zustimmung, Bewunderung oder Verwunderung, Widerwillen, Aufregung oder
Entsetzen. Diese emotionale Bewegung wird in Ausrufesätzen meist
durch emotionsstarke Adjektive oder Verben getragen und mit einem Ausrufezeichen
gekennzeichnet. Stimmführung und Lautstärke entfalten die bewusst oder unbewusst
beabsichtigte Wirkung.
Wie Gefühle Grenzen übertreten und Regeln missachten, ist auch im Ausrufesatz fast
alles möglich:

Das hast du (aber) toll gemacht!

Rein formal sieht das wie ein Aussagesatz aus. Das Ausrufezeichen verrät uns aber,
dass dieser Satz mit dem Gefühl der Bewunderung (Adjektiv toll !) gesprochen werden
muss, also betonungsmäßig über den Aussagesatz hinausgeht.
Verkürzt ist der Ausrufesatz oft noch wirkungsvoller:

Toll gemacht!

Je nach Situation könnte das aber auch ironisch gemeint sein. Es könnte heißen: Das
ist dir gründlich misslungen und darüber ärgere ich mich jetzt.
Doch wenn Gefühle im Spiel sind, hat man nicht die Zeit, so viel zu sagen. Man ruft
eben etwas aus, was die gleiche Botschaft trägt.

Ist das hier eine Kälte!


Der Wortstellung nach wäre das eine Frage, genau genommen
eine Entscheidungsfrage. Doch der Sprecher erwartet keineswegs ein Ja oder Nein,
denn für ihn ist es keine Frage. Ihm ist kalt, und wie! Er möchte seinen Widerwillen
gegen die Kälte zum Ausdruck bringen. Darum spricht er den Satz mit einem
Ausrufezeichen, er ruft ihn aus.
Auch manche Substantive/Nomen drücken Gefühle aus: Kälte, Ärger, Wut, Hunger,
Freude, Spaß. Sie passen gut in Ausrufesätze.

Wie mich das aufregt!

Dieser Ausrufesatz beginnt mit einem Fragewort. Doch der Ausrufer fragt nicht. Wie ihn
das aufregt, weiß er selbst am besten, denn das Gefühl der Aufregung, der Abneigung,
des Widerwillens ist ja in ihm. Vielleicht ist auch gar keiner da, den er fragen könnte,
denn er muss den Ausruf nicht unbedingt an einen Gesprächspartner richten. Ausrufen
kann man, auch wenn man ganz allein ist.

[Link]

B) Hauptsatz – Nebensatz

Hauptsätze ( HS ) und Nebensätze ( NS ) unterscheiden sich in erster Linie durch die


Satzstellung des konjugierten Verbs.

Beim Hauptsatz steht das Verb an erster oder zweiter Stelle. Hauptsätze können alleine
stehen.

Beim Nebensatz steht das Verb am Satzende. Nebensätze können nicht alleine stehen.

Ein Nebensatz kann nur mit einem Hauptsatz existieren, während ein Hauptsatz auch
für sich alleine stehen kann.

Position von Hauptsatz und Nebensatz

Je nachdem, wie du Haupt- und Nebensätze anordnest, kann die Betonung oder der
Fokus des Satzes variieren. Wenn der Hauptsatz zuerst kommt, liegt der Fokus auf
dem, was im Hauptsatz gesagt wird. Hier sind Beispiele für beide Varianten:
1. Nebensatz nach dem Hauptsatz:

• Hauptsatz: "Ich gehe ins Kino,"


• Nebensatz: "weil ich den Film sehen möchte."
• Gesamtsatz: "Ich gehe ins Kino, weil ich den Film sehen möchte."

In dieser Reihenfolge liegt der Fokus auf der Handlung (ins Kino gehen), während der
Grund (den Film sehen wollen) als zusätzliche Information dient.

2. Nebensatz vor dem Hauptsatz:

• Nebensatz: "Weil ich den Film sehen möchte,"


• Hauptsatz: "gehe ich ins Kino."
• Gesamtsatz: "Weil ich den Film sehen möchte, gehe ich ins Kino."

Wenn der Nebensatz zuerst kommt, liegt der Fokus auf dem Grund (den Film sehen
wollen). Die darauf folgende Handlung (ins Kino gehen) wird durch diesen Grund
motiviert.

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