Version vom 16.09.
2015 Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Historisches Seminar
Leitfaden Bibliographieren und Zitieren
Die folgenden Richtlinien orientieren sich an den Zitierregeln, die in den kulturwissen-
schaftlichen Fächern an Deutschschweizer Universitäten üblich sind. Für schriftliche Ar-
beiten im Fach Geschichte an der Universität Luzern wird die Verwendung dieses Sys-
tems empfohlen.
Geringfügige Abweichungen von dieser Zitierweise sind möglich. Dabei müssen aber zwei
Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Einheitlichkeit: Das einmal gewählte Verfahren muss über die ganze Arbeit
durchgehalten werden.
2. Eindeutigkeit: Die bibliographischen Angaben müssen unzweifelhaft deutlich ma-
chen, woher die verwendeten Informationen (Publikation oder Quelle) stammen.
Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeines ......................................................................................................... 2
1.1 Warum Anmerkungen? ......................................................................................... 2
1.2 Welche Version wird zitiert? .................................................................................. 2
1.3 Wie wird zitiert? ..................................................................................................... 2
2 Zitierrichtlinien .................................................................................................... 3
2.1 Literatur ................................................................................................................. 3
a) Selbständige Publikationen (Monographien), einbändig ............. 3
b) Selbständige Publikationen (Monographien), mehrbändig ......... 3
c) Artikel in einzelnen Sammelbänden ............................................ 4
d) Artikel in mehrbändigen Werken ................................................. 4
e) Zeitschriftenartikel ....................................................................... 4
f) Zeitungsartikel ............................................................................. 5
g) Weitere Bemerkungen ................................................................. 5
2.2 Gedruckte Quellen ................................................................................................ 6
a) Briefe ........................................................................................... 6
b) Akten, Memoranden u.ä. ............................................................. 6
c) Selbständige Publikationen (Tagebücher o.ä.): .......................... 6
2.3 Ungedruckte Quellen ............................................................................................ 7
2.4 Internet- resp. Web-Ressourcen ........................................................................... 7
2.5 Andere Medien ...................................................................................................... 8
3 Kurztitel und Wiederholungen ........................................................................... 9
Frohburgstrasse 3 ∙ Postfach 44 66 ∙ 6002 Luzern
[Link]
1 Allgemeines
1.1 Warum Anmerkungen?
Anmerkungen dienen der Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Texte. Daher muss bei jeder
wichtigen Aussage (und nicht nur bei wörtlichen Zitaten!) kenntlich gemacht werden, wo-
her diese Information stammt.
Anmerkungen sind darüber hinaus der Raum für Verweise auf weiterführende Literatur,
für Hinweise auf abweichende Auffassungen in der Geschichtsschreibung (soweit diese
Diskussion nicht für die Arbeit zentral ist und somit in den Haupttext gehört) sowie gene-
rell für Ausführungen, die für ein Verständnis der Argumentation nicht zentral sind, auf die
der Verfasser aber dennoch nicht verzichten möchte (z.B. Zahlenangaben).
Inwieweit bestimmte Passagen ihren Platz im Haupttext, in Anmerkungen oder in einem
separaten Anhang finden, bleibt weitgehend eine Ermessensfrage. Nicht sinnvoll sind
sehr lange Anmerkungen, wie sie sich mitunter in älteren Publikationen finden.
Faustregel: Alles, was fürs Verständnis der Argumentation zentral ist, gehört in den
Haupttext. Indirekte und wörtliche Zitate werden im Haupttext erklärend eingeführt. Es
sollte bei Zitaten immer klar sein, wer jetzt spricht und wann dies gesagt/geschrieben
wurde. In die Fussnoten gehören nur die Literatur- und Quellenangaben sowie allenfalls
Verweise auf weiterführende Literatur/Quellen.
1.2 Welche Version wird zitiert?
Zitiert wird in jedem Fall die verwendete Ausgabe. Zu bevorzugen sind die neueste Aufla-
ge eines Buchs oder eines Nachschlagewerks der aktuellen Forschung, bei historischen
Werken dagegen die Erstausgabe. Wenn von einem Text eine historisch-kritische Ausga-
be existiert, sollte diese verwendet werden, d.h. die von einer Fachperson editierte und
mit einem wissenschaftlichen Apparat versehene Ausgabe eines Werks.
Vor allem wörtliche Zitate sollten nicht aus zweiter Hand zitiert werden. Es ist immer rat-
sam, auf die Originalstelle zurückzugreifen, um die Übernahme von peinlichen fehlerhaf-
ten oder verstümmelten Zitaten anderer Autoren zu vermeiden.
Fremdsprachige Texte sollten im Original zitiert werden, sofern es sich um in Europa ge-
bräuchliche Sprachen handelt. In der Schweiz werden englisch- und französischsprachige
Texte nicht übersetzt. Bei anderen Sprachen ist abzuwägen, ob es im Kontext sinnvoll ist,
a) nur den Originaltext, b) nur eine Übersetzung oder c) den Originaltext mit einer Über-
setzung in einer Anmerkung oder im Anhang anzugeben. In den meisten Fällen empfiehlt
sich die Variante c).
1.3 Wie wird zitiert?
Auf Anmerkungen verwiesen wird durch hochgestellte Ziffern, in der Regel am Satzende,
und zwar ohne Leerschlag nach dem Satzzeichen. Im Satz stehen Anmerkungen ohne
1
Leerschlag nach dem Wort, auf das Bezug genommen wird. [Beispiel mit ganzem Satz. /
2
Beispiel mit Wort im Satz.]
Seite 2 | 11
Die Anmerkungen selbst sind unten auf der jeweiligen Seite zu lokalisieren (Fussnoten;
nicht Endnoten). Sie beginnen nach derselben hochgestellten Zahl wie der Verweis im
Text, ohne Klammern, Punkt o.ä., mit einem Grossbuchstaben und enden immer mit ei-
nem Punkt.
Wenig geeignet ist im Fach Geschichte das Harvard-System, bei dem die bibliographi-
schen Angaben sofort in einer Klammer innerhalb des Haupttextes erscheinen, meist in
der Form (Autor-Nachname Jahr: Seitenzahl). Der Lesefluss wird erheblich gestört, wenn
alle Angaben, die in der Geschichtswissenschaft nötig sind, im Text erscheinen. Denn im
Fach Geschichte wird nicht nur auf Literatur verwiesen, sondern auch auf gedruckte und
ungedruckte Quellen, die sich nicht oder nur schlecht auf Autor und Jahreszahl verkürzen
lassen. Die zentralen Angaben (z.B. genaues Datum und Adressat bei einem Brief) sollten
nicht auf der letzten Seite nachgeschlagen werden müssen.
2 Zitierrichtlinien
Bei der ersten Zitierung einer Publikation sind die folgenden Schemata zu verwenden.
2.1 Literatur
a) Selbständige Publikationen (Monographien), einbändig
Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel inkl. aller Untertitel, ggf. Auflage,
Verlagsort und Erscheinungsjahr, zitierte Seite(n).
Die Angaben werden durch Kommata getrennt, Untertitel sind vom Haupttitel sowie unter-
einander durch einen Punkt zu trennen. Der Verlagsname wird nicht angegeben. Von
mehreren Erscheinungsorten wird nur der erste angegeben (in der Regel Hauptdomizil
des Verlags). Bei fehlendem Erscheinungsort: o.O., bei fehlendem Erscheinungsjahr: o.J.
Sind Ort oder Jahr nicht im Werk angegeben, aber anderweitig ermittelt, so steht die be-
treffende Angabe in eckigen Klammern. Auflage: Möglichst als hochgestellte Zahl, ohne
Leerstelle vor dem Erscheinungsjahr. Die 1. Auflage wird nicht eigens gekennzeichnet.
Unveränderte Neudrucke, vor allem sehr viel älterer Publikationen, sind entsprechend zu
kennzeichnen: Cambridge 1951 [Reprint Karachi 1980]. Seitenangaben – nur eine Seite:
S. 35; zwei Seiten: S. 35f.; drei und mehr Seiten: S. 35-42.
4
Rudolf Lill, Geschichte Italiens in der Neuzeit, Darmstadt 1988, S. 121.
b) Selbständige Publikationen (Monographien), mehrbändig
Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel inkl. aller Untertitel, Bandzahl, ggf.
Auflage, Verlagsort und Erscheinungsjahr(e), Bandnummer und ggf. Bandtitel, Ver-
lagsort und -jahr des Bandes, zitierte Seite(n).
Für Bandzahlen und Bandnummern sind arabische Ziffern zu verwenden.
Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte, 5 Bde., München 1987-
2008, Bd. 4 - Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deut-
schen Staaten. 1914-1919, München 2003, S. 233.
Seite 3 | 11
c) Artikel in einzelnen Sammelbänden
Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel des Artikels, in: Vorname(n) und Na-
me des Herausgebers des Sammelbandes (Hg.), Voller Titel inkl. aller Untertitel,
Verlagsort und Erscheinungsjahr, Seitenzahlen des Artikels, hier zitierte Seite(n).
Ist der Herausgeber eines Sammelbandes derselbe wie der Autor des zitierten Artikels
kann er mit ders. (derselbe) resp. dies. (dieselbe, bei Autorin/Herausgeberin) abgekürzt
werden.
Ulrich Beuttler, Italien und die aussenpolitische Konstellation vor dem Abessinien-
krieg, in: Gerald Steinacher (Hg.), Zwischen Duce, Führer und Negus. Südtirol und
2
der Abessinienkrieg 1935-1941, Bozen 2007, S. 59-86, hier S. 62-65.
Charles F. Beckingham, The Quest for Prester John, in: ders. / Bernard Hamilton
(Hg.), Prester John, the Mongols and the Ten Lost Tribes, Aldershot 1996, S. 271-
290, hier S. 288.
d) Artikel in mehrbändigen Werken
Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel des Artikels, in: Vorname(n) und Na-
me des Herausgebers des Sammelband-Projekts (Hg.), Voller Titel inkl. aller Unterti-
tel, Bandzahl, ggf. Auflage, Verlagsort und Erscheinungsjahr(e), Bandnummer, ggf.
Herausgeber des Bandes (nur falls ein anderer als im gesamten Projekt), ggf. Band-
titel, Verlagsort und Erscheinungsjahr des Bandes, Seitenzahlen des Artikels, hier
zitierte Seite(n).
Heinz Reif, Der Adel in der modernen Sozialgeschichte, in: Wolfgang Schieder /
Volker Sellin (Hg.), Sozialgeschichte in Deutschland. Entwicklungen und Perspekti-
ven im internationalen Zusammenhang, 4 Bde., Göttingen 1986-1987, Bd. 4 - So-
ziale Gruppen in der Geschichte, Göttingen 1987, S. 34-60, hier S. 56f.
e) Zeitschriftenartikel
Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel des Artikels inkl. allf. Untertitel, in:
Voller Titel Bandnummer der Zeitschrift (Erscheinungsjahr), Seitenzahlen des gan-
zen Artikels, hier zitierte Seite(n).
Manchmal werden Abkürzungen verwendet (z.B. „SZG“ für Schweizerische Zeitschrift für
Geschichte), die im Literaturverzeichnis aufgeschlüsselt werden müssen.
Erscheinungsorte einer Zeitschrift können angegeben werden. Da aber gerade bei älteren
Zeitschriften der Ort mehrmals geändert haben könnte, werden sie meistens ganz wegge-
lassen.
Bei mehrmals im Jahr erscheinenden Zeitschriften, die eine durchgängige Seitenzählung
aufweisen, ist die Angabe der Nummer überflüssig. Also nicht Zeitschrift für Geschichts-
wissenschaft 43/11, 1995, sondern Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 43 (1995).
Arnold Esch, Dank an Rom. Rom als Erwartung, Erfahrung, Wissenschaft, in: Quel-
len und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 69 (1989), S. 1-
18, hier S. 12.
Seite 4 | 11
Maria Christoph Merki, Unterwegs in unwegsamem Gelände. Historische Strassen-
verkehrsforschung in der Schweiz, in: Traverse. Zeitschrift für Geschichte, 6, 1999,
Nr. 2, S. 37-54, hier S. 42f.
f) Zeitungsartikel
Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel des Artikels, in: Voller Titel der Zei-
tung, Erscheinungstag, evtl. Nr. im Jahrgang, Seitenzahl(en) des Artikels, hier zitier-
te Seite(n).
Gängige Abkürzungen für Zeitungstitel (z.B. „NZZ“ für Neue Zürcher Zeitung) können
verwendet werden, wenn sie in einem Abkürzungsverzeichnis aufgeschlüsselt werden.
Empfohlen wird die Zitierung des ganzen Zeitungstitels, zumindest bei der ersten Ver-
wendung.
Bei Artikeln, die auf einer einzigen Zeitungsseite Platz finden, erübrigt sich die zusätzliche
Angabe der Seitenzahl mit hier. Kann der Autor nicht mehr vollständig eruiert werden,
wird anstelle dessen nur der Nachname resp. das Kürzel angegeben oder [Anonym], falls
gar keine Angabe zu finden ist.
Hugo Bütler, Gefährdung der offenen Gesellschaft, in: Neue Zürcher Zeitung, 15.
September 2001, S. 1f., hier S. 1.
Guido Kalberer, Die Bilder, die Gewalt und die Lager, in: Tages-Anzeiger, 15. Mai
2004, S. 49.
g) Weitere Bemerkungen
Mehrere Autoren/Herausgeber: Bis zu drei Autoren/Herausgeber werden einzeln angege-
ben, durch Schrägstriche getrennt. Bei vier und mehr wird nur noch der erstgenannte
Herausgeber genannt, dann folgt u.a. [Manchmal sieht man auch die lateinische Abkür-
zung et al., die das gleiche besagt.]
Josef Egli / Ruth Scherrer, «Sachen, die es auf dem Land nicht gibt». Leute vom
Land, in: Michael Blatter / Sandrine Schilling (Hg.), Erinnerungsorte? Ein Test. Wie
sich Einwohner Luzern erinnern, Zürich 2003, S. 101-119, hier S. 111.
Fritz Klein u.a., Deutschland im Ersten Weltkrieg, 3 Bde., Berlin 1968-1970, Bd. 3,
Berlin 1969, S. 565.
Werke ohne Verfasser-/Herausgeberangabe (Lexika u.ä.) werden unter dem Titel ange-
führt.
17
Artikel „Weltkrieg“, in: Brockhaus Enzyklopädie, 20 Bde., Wiesbaden 1966-1981,
Bd. 20, Wiesbaden 1974, S. 186-207, hier S. 202.
Institutionen als Herausgeber stehen nach dem Titel, eingeführt mit hg. v. (herausgege-
ben von).
Artikel „Kolonialtruppen“, in: Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte, hg. v. Mili-
tärgeschichtlichen Institut der Deutschen Demokratischen Republik, 2 Bde., Berlin[-
2
Ost] 1985, Bd. 1, S. 386-388.
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Werden Schriften eines Verfassers nachträglich von einem anderen herausgegeben, so
steht der ursprüngliche Verfasser vor dem Titel, der Herausgeber danach mit hg. v.
Ferdinand Gregorovius, Die Grabdenkmäler der Päpste. Marksteine der Geschichte
3
des Papsttums, hg. v. Fritz Schillmann, Leipzig 1911.
Anonyme Schriften: Anstelle des Verfassernamens steht [Anonym].
In englischsprachigen Buchtiteln werden alle Worte gross geschrieben ausser Artikeln,
Pronomen und Konjunktionen.
Guy Westwell, War Cinema. Hollywood on the Front Line, London 2006, S. 97.
2.2 Gedruckte Quellen
Die Erstzitierung gedruckter/editierter Quellen folgt im Prinzip dem für Literatur gültigen
Schema (siehe Abschnitt 1.1). Je nach Quellengattung beginnt die Zitierung leicht anders,
z.B.
a) Briefe
Vorname und Name des Absenders an Vorname und Name Empfängers, ggf. in
Klammern Zusätze wie privat, geheim, Entwurf o.ä., Datum, in: …
b) Akten, Memoranden u.ä.
Vorname und Name des Autors, Titel oder Art und Zweck der Quelle (Denkschrift,
Memorandum, Vertrag zwischen … und … o.ä.), Datum, in: ….
Dann folgt jeweils die Angabe des Publikationsortes nach den in Abschnitt 1.1 formulier-
ten Regeln.
Henry Dundas an Earl of Mornington (vertraulich), 31.10.1799, in: Edward Ingram
(Hg.), Two Views of British India. The Private Correspondence of Mr Dundas and
Lord Wellesley 1798-1801, Oxford 1981, S. 206-208, hier S. 206.
c) Selbständige Publikationen (Tagebücher o.ä.):
Werden nach denselben Regeln wie in Abschnitt 1.1. behandelt. Zusätzliche Informatio-
nen können angegeben werden, wenn sie sinnvoll sind (z.B. Datum eines Tagebuchein-
trags; dies ermöglicht auch die Gegenüberstellung mit früheren Ausgaben des Werks mit
anderer Seitenzählung).
Ferdinand Gregorovius, Römische Tagebücher 1852-1889 (hg. und kommentiert
von Hanno-Walter Kruft und Markus Völkel), München 1991, S. 113, Eintrag vom
7.11.1860.
Wörtliche Zitate aus Quellen, die aus der Literatur übernommen werden, werden gekenn-
zeichnet durch den Vorspann Zit. nach: vor der entsprechenden Stelle. (Zitierung zweiter
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Hand wird allerdings nicht empfohlen, besser ist immer die Angabe der Originalquelle,
wenn sie greifbar ist.)
2.3 Ungedruckte Quellen
Erforderlich ist die genaue Angabe des Aufbewahrungsortes einer Quelle. Hierfür können
keine allgemein gültigen Regeln aufgestellt werden. Akten können sich z.B. in Privatbesitz
befinden und sind dann entsprechend zu kennzeichnen.
Bei Archivbeständen folgt nach der genauen Angabe des Objektes die Nennung des je-
weiligen Archivs mit den dort gültigen Ordnungskriterien. Bei den Archivbezeichnungen
Ort nicht vergessen! (Abkürzung beim ersten Mal ausschreiben.)
1
Staatsarchiv Luzern (StALU), AKT 45/47, Fideikommiss Meyer von Schauensee:
Verhandlungsprotokoll des Regierungsrats des Kantons Luzern vom 13. 1. 1923.
1
oder: Verhandlungsprotokoll des Regierungsrats des Kantons Luzern vom 13. 1. 1923,
in: Staatsarchiv Luzern (StALU), AKT 45/47, Fideikommiss Meyer von Schauensee.
69
StALU, AKT A1 F1, Frankreich, Schachtel 13: Pensionsrödel von 1543-1590.
69
Zentralbibliothek Zürich (ZBZ), Handschriftenabteilung, Ms. H 333, S. 122: Brief
von Moritz Anton Cappeler an Johann Jakob Scheuchzer, 4. Juni 1721.
Werden in Archivbeständen Bücher, Zeitschriften- oder Zeitungsartikel gefunden, so wer-
den diese gemäss den weiter oben ausgeführten Regeln für den entsprechenden Typ
zitiert. Der Hinweis auf das Archiv ist unnötig, solange die Dokumente in unveränderter
Originalform vorliegen.
Anders sieht es aus, wenn auf etwas hingewiesen wird, was sich nur in dieser speziellen
Ausgabe eines Buches/Artikels findet, z.B. handschriftliche Anmerkungen. Dann ist nach
dem Werk auch auf das Archiv und die dort geltende Signatur hinzuweisen.
2.4 Internet- resp. Web-Ressourcen
Die blosse Angabe der übergeordneten Website (z.B. [Link] ist un-
genügend: Es braucht zwingend die genaue URL jeder einzelnen verwendeten Seite (z.B.
[Link] Wünschenswert ist auch die Angabe,
was auf der Seite zu sehen ist (Titel o.ä.) und wer hinter der Site steht (Autor oder Institu-
tion). Zudem ist das Datum der letzten Konsultation der Seite in eckigen Klammern anzu-
fügen.
Je nach Art der Quelle (Essay, Blog oder Lexika) kann man sich für die Details an den
entsprechenden Vorbildern der vordigitalen Zeit orientieren, siehe Abschnitt 2.1.
Online-Lexika z.B. stellt man analog zu gedruckten Lexika so dar:
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Vorname(n) und Name des Autors, Voller Titel des Artikels, ggf. Datum der letzten
Änderung, in: ggf. Herausgeber, Voller Titel des Lexikons inkl. aller Untertitel, ggf.
Jahre der Editionsarbeit, vollständiger URL [Datum des Zugriffs].
Ungenügend [Link] (unklar, was konsultiert wurde!)
Gut Hanns Peter Holl, Gotthelf, Jeremias, in: Historisches Lexikon der
Schweiz, [Link]
[06.10.10].
Sehr gut Hanns Peter Holl, Gotthelf, Jeremias, Version vom 17.09.2010, in:
Historisches Lexikon der Schweiz, [Link]
[Link]/textes/d/[Link].
Oder auch: Hanns Peter Holl, Artikel „Jeremias Gotthelf“, Version vom
17.9.2010, in: Historisches Lexikon der Schweiz, [Link]
[Link]/textes/d/[Link].
Andere Websites, z.B. von privaten Autoren; immer so genau wie möglich zitieren.
Christian Hess, Die Olympischen Spiele der Antike, [Link]
[30.10.2008].
2.5 Andere Medien
Für andere Medien können keine allgemein verbindlichen Regeln formuliert werden. Ge-
nerell gilt aber: Alle Angaben, die zur eindeutigen Identifizierung und zur Auffindung der
angeführten Information beitragen, sollten angegeben werden. Das könnte beispielsweise
umfassen…
a) bei einem Bilddokument: Titel, Urheber, Typ (Gemälde, Schnitt, Fotographie), Ort,
Entstehungsjahr oder sogar -tag (z.B. bei einem Pressefoto), Aufbewahrungsort (Mu-
seum, Galerie, Archiv), ggf. mit zusätzlichen Angaben (Archivbestand und -nr.), bibli-
ographische Angaben über Kataloge oder Bildbände, in denen Reproduktionen ent-
halten sind.
b) bei Videofilmen, Computersoftware u.ä.: Titel, Urheber, Herstellerfirma, Entstehungs-
jahr, Minute.
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3 Kurztitel und Wiederholungen
Bei der zweiten und jeder weiteren Zitierung eines Werkes in derselben Arbeit wird ein
Kurztitel verwendet, der sich zusammensetzt aus:
Nachname des Autors, abgekürzter Werktitel, ggf. Bandnummer, Seitenangabe.
Der abgekürzte Werktitel besteht in der Regel aus dem ersten Hauptwort oder ei-
nem/mehreren Hauptwort(en) aus dem Titel, wenn damit ein höherer „Wiedererken-
nungswert“ erreicht wird, insb. wenn das erste Hauptwort des Titels ein Begriff wie „Ge-
schichte“, „Bericht“ o.ä. ist.
Erstzitierung: James Mill, The History of British India, 3 Bde., London
1817, Bd. 3, S. 490.
Möglicher Kurztitel: Mill, British India, Bd. 2, S. 321.
Wird eine Publikation in der unmittelbar folgenden Anmerkung erneut zitiert, so tritt anstel-
le des Kurztitels Ebd. (Ebenda), das dann für alle Angaben der vorausgehenden Anmer-
kung steht, die nicht ausdrücklich erneut zitiert werden.
Selbes Werk, selbe Seite(n): Ebd.
Selbes Werk, andere Seite(n): Ebd., S. 300-305.
Wird in der unmittelbar folgenden Anmerkung eine andere Publikation desselben Autors
zitiert, so tritt an die Stelle des Autors Ders. (Derselbe) bzw. Dies. (Dieselbe/Dieselben).
Dies gilt auch, wenn eine der zitierten Publikationen zusammen mit einem anderen Ver-
fasser erstellt wurde.
23
Wolfgang J. Mommsen, Imperialismustheorien. Ein Überblick über die neueren
3
Imperialismusinterpretationen, Göttingen 1987, S. 212-237.
24
Ders., Jürgen Osterhammel (Hg.), Imperialism and After. Continuities and Discon-
tinuities, London 1986, S. 155f.
Ders./Dies. kann allerdings nicht verwendet werden, wenn in der ersten der beiden An-
merkungen mehrere Autoren oder Publikationen zitiert werden, da dann der Bezug nicht
mehr klar wird.
Wendungen wie a.a.O. oder op. cit. sind nicht präzise und sollten nicht verwendet werden.
Jede Anmerkung mit Vgl. (vergleiche), Siehe auch usw. einzuleiten, ist unnötig. Sinn
macht Vgl., wenn nach der Literatur, auf die sich der Verfasser/die Verfasserin stützt,
weitere Titel angeführt werden, die abweichende Auffassungen vertreten. Siehe auch
kann verwendet werden, um auf einen anderen Abschnitt der eigenen Arbeit zu verwei-
sen.
Die in manchen Fächern gewünschte Unterscheidung von direkten und indirekten Zitaten
durch die Verwendung des Vorspanns Vgl. bei letzteren, ist in der Geschichtswissen-
schaft nicht üblich. Direkte Zitate (ob ganzer Satz oder nur einzelne Worte) stehen immer
in Anführungszeichen („“ oder « »).
Umgekehrt gilt: Stehen keine Anführungszeichen, handelt es sich um paraphrasierte, d.h.
in eigenen Worte wiedergegebene Ausführungen. Nicht erlaubt ist die (fast) wortwörtliche
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Wiedergabe von Sätzen aus der verwendeten Literatur, ohne entsprechende Markierung.
Bei der nicht-wörtlichen Wiedergabe ist unbedingt darauf zu achten, eine eigenständige
Sprache zu verwenden. Wer überall nur die zitierten Stellen etwas umformuliert, aber
ansonsten die gleichen Wörter wie die Originalquellen benutzt, liefert ein sog. Teilplagiat
ab. Ebenso wie ein Vollplagiat ist dies streng verboten. (Vollplagiat = Abgabe einer frem-
den, z.B. aus dem Internet kopierten Arbeit als eigenes Werk).
Achtung: Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt, sondern schwerwiegendes wissenschaftli-
ches Fehlverhalten. An der Universität Luzern führt zweimaliges Plagiat zum Ausschluss
aus dem Studiengang.
3. Literatur- und Quellenverzeichnis
Im Literatur- und Quellenverzeichnis, das immer am Ende der Arbeit als eigenes Kapitel
angefügt wird, werden nochmals sämtliche Quellenbestände und sämtliche Sekundärlite-
ratur aufgeführt, die in der Arbeit verwendet wurden.
Umgekehrt stehen im Literaturverzeichnis nur jene Werke, die effektiv in der Arbeit ver-
wendet wurden, d.h. auf die in mindestens einer Fussnote verwiesen wurde. (Übersichts-
werke, die man gelesen hat, um einen ersten Einblick in ein Thema zu gewinnen, werden
nicht aufgelistet, wenn darauf nirgends explizit verwiesen wird.)
Die einzelnen Einträge werden alphabetisch nach Autor sortiert.
Das Literatur- und Quellenverzeichnis wird unterteilt in „Primärquellen“ und „Sekundärlite-
ratur“. Wird in einer grösseren Arbeit sehr viel Material verwendet, kann das Verzeichnis
auch noch weiter unterteilt werden, z.B. nach Studien, Autobiographien, Zeitungsartikeln,
Briefen etc.
Bei der Auflistung der Quellen können ganze Archiveinheiten (Schachteln etc.) zusam-
menfassend aufgeführt werden. Es ist nicht nötig, jeden Brief etc. nochmals separat zu
erwähnen. Bei der Auflistung der Literatur werden alle Artikel und Bücher genannt, die
benutzt wurden; auch sämtliche Sammelband-, Zeitschriften- und Zeitungsartikel werden
einzeln aufgeführt.
Name, Vorname(n) des Autors, Voller Titel inkl. aller Untertitel, ggf. Reihentitel und
Bandnummer, ggf. Auflage, Verlagsort und Erscheinungsjahr.
Name, Vorname(n) des Autors, Voller Titel des Artikels, in: Vorname(n) und Name
des Herausgebers des Sammelbandes (Hg.), Voller Titel inkl. aller Untertitel, ggf.
Reihentitel und Bandnummer, Verlagsort und Erscheinungsjahr, Seitenzahlen des
Artikels.
Allfällige Reihentitel werden in einer Klammer nach dem ganzen Titel genannt, aber noch
vor der Angabe von Verlagsort und Erscheinungsjahr.
Blatter, Michael / Schilling, Sandrine, Auf der Suche nach Erinnerungsorten – zum
methodischen Vorgehen, in: Dies. (Hg.), Erinnerungsorte? Ein Test. Wie sich Ein-
wohner Luzern erinnern (Clio Lucernensis. Ad hoc, Bd. 3), Zürich 2003, S. 25-38.
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Terhoeven, Petra, Die „Giornate della fede“. Zur inneren Mobilisierung der italieni-
schen Gesellschaft, in: Asserate, Asfa-Wossen / Mattioli, Aram (Hg.), Der erste fa-
schistische Vernichtungskrieg. Die italienische Aggression gegen Äthiopien 1935-
1941 (Italien in der Moderne, Bd. 13), Köln 2006, S. 73-89.
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