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Debeka

Allgemeine Versicherung AG

Allgemeine Bedingungen für die Bauleistungsversicherung von


Gebäudeneubauten durch Auftraggeber - Debeka ABN 2008
- Stand: 1. Juli 2023 -

A. Leistungsversprechen §3 Ende des Vertrags; Ende des Versicherungsschutzes


§4 Folgebeitrag
§1 Versicherte und nicht versicherte Sachen §5 Lastschriftverfahren
§2 Versicherte und nicht versicherte Gefahren und Schäden §6 Ratenzahlung
§3 Versicherte Interessen §7 Beitrag bei vorzeitiger Vertragsbeendigung
§4 Versicherungsort §8 Obliegenheiten des Versicherungsnehmers
§5 Versicherungswert; Versicherungssumme; Unterversicherungs­ §9 Gefahrerhöhung
verzicht; Unterversicherung § 10 Überversicherung
§6 Versicherte und nicht versicherte Kosten § 11 Mehrere Versicherer
§7 Umfang der Entschädigung § 12 Versicherung für fremde Rechnung
§8 Zahlung und Verzinsung der Entschädigung § 13 Übergang von Ersatzansprüchen
§9 Sachverständigenverfahren § 14 Kündigung nach dem Versicherungsfall
§ 15 Keine Leistungspflicht aus besonderen Gründen
§ 16 Anzeigen; Willenserklärungen; Anschriftenänderungen
§ 17 Vollmacht des Versicherungsvertreters
B. Allgemeiner Teil § 18 Gesetzliche Verjährung
§ 19 Beschwerdestellen
§ 20 Zuständiges Gericht
§1 Anzeigepflichten des Versicherungsnehmers oder seines Ver­
§ 21 Anzuwendendes Recht
treters bis zum Vertragsschluss
§2 Beginn des Versicherungsschutzes; Fälligkeit; Folgen verspäte­
ter Zahlung oder Nichtzahlung des ersten oder einmaligen Bei­
trags

Unser Ziel ist es, in unseren Texten alle Menschen anzusprechen – ganz unabhängig von deren Geschlecht. Nur der besseren Lesbarkeit we­
gen verzichten wir darauf, alle Geschlechter einzeln zu nennen.

A. Leistungsversprechen

§1 Versicherte und nicht versicherte Sachen k) Kleingeräte und Handwerkzeuge;


l) Vermessungs-, Werkstatt-, Prüf-, Labor- und Funkgeräte sowie
Signal- und Sicherungsanlagen;
1. Versicherte Sachen
m) Stahlrohr- und Spezialgerüste, Stahlschalungen, Schalwagen
Versichert sind alle Lieferungen und Leistungen für das im Versiche­ und Vorbaugeräte, ferner Baubüros, Baubuden, Baucontainer,
rungsvertrag bezeichnete Bauvorhaben (Neubau eines Gebäudes ein­ Baubaracken, Werkstätten, Magazine, Labors und Gerätewa­
schließlich dazugehöriger Außenanlagen). gen;
n) Fahrzeuge aller Art;
2. Nicht versicherte Sachen o) Akten, Zeichnungen und Pläne;
p) Gartenanlagen und Pflanzen.
Nicht versichert sind
a) Medizinisch-technische Einrichtungen und Laboreinrichtungen;
§2 Versicherte und nicht versicherte Gefahren und Schäden
b) Stromerzeugungs-, Datenverarbeitungsanlagen und sonstige
selbstständige elektronische Anlagen;
1. Versicherte Gefahren und Schäden
c) Bestandteile von unverhältnismäßig hohem Kunstwert;
a) Der Versicherer leistet Entschädigung für unvorhergesehen ein­
d) Hilfsbauten und Bauhilfsstoffe;
tretende Beschädigungen oder Zerstörungen von versicherten
B NB 2 (01.07.2023) 3002AVJ001 D J1B121-133 P

e) Baugrund und Bodenmassen, soweit sie nicht Bestandteil der Sachen (Sachschaden).
Lieferungen und Leistungen sind oder soweit die Mitversiche­
Unvorhergesehen sind Schäden, die der Auftraggeber oder die
rung nicht besonders vereinbart ist (siehe § 6 Nr. 3 c));
beauftragten Unternehmen oder deren Repräsentanten weder
f) Altbauten; rechtzeitig vorhergesehen haben noch mit dem jeweils erforder­
lichen Fachwissen hätten vorhersehen müssen, wobei nur gro­
g) Wechseldatenträger; be Fahrlässigkeit schadet und diese den Versicherer dazu be­
h) bewegliche und sonstige nicht als wesentliche Bestandteile ein­ rechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschul­
zubauende Einrichtungsgegenstände; dens entsprechenden Verhältnis zu kürzen.

i) maschinelle Einrichtungen für Produktionszwecke; Risse im Beton sind nur dann entschädigungspflichtig, wenn
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sie unvorhergesehen entstanden sind. Solche Schäden können


j) Baugeräte einschließlich Zusatzeinrichtungen, wie Ausrüstun­ vorhersehbar insbesondere dann sein, wenn sie infolge von
gen, Zubehör und Ersatzteile;
Kriech-, Schwind-, Temperatur- oder sonstigen statisch beding­ gen Schaden zustehen, gehen auf den Versicherer, wenn nicht etwas
ten Spannungen entstehen. anderes vereinbart ist, auch dann über, wenn sie sich gegen einen an­
deren Versicherten richten.
b) Entschädigung wird ferner geleistet für Verluste durch Dieb­
stahl mit dem Gebäude fest verbundener versicherter Bestand­
teile.
§4 Versicherungsort
c) Für Schäden durch Gewässer oder durch Grundwasser, das
durch Gewässer beeinflusst wird, wird Entschädigung ohne Versicherungsschutz besteht nur innerhalb des Versicherungsorts.
Rücksicht auf mitwirkende Ursachen nur nach Maßgabe der Versicherungsort sind die im Versicherungsvertrag bezeichneten
„Besonderen Bedingungen für Baustellen im Bereich von Ge­ räumlichen Bereiche.
wässern oder in Bereichen, in denen das Grundwasser durch Soweit vereinbart, besteht Versicherungsschutz auch auf den Trans­
Gewässer beeinflusst wird“ (siehe Anhang), geleistet. portwegen zwischen den im Versicherungsvertrag bezeichneten räum­
lich getrennten Bereichen.

2. Nicht versicherte Schäden


§5 Versicherungswert, Versicherungssumme, Unterversiche­
Der Versicherer leistet keine Entschädigung für rungsverzicht, Unterversicherung

a) Mängel der versicherten Lieferungen und Leistungen sowie


1. Versicherungswert
sonstiger versicherter Sachen, insbesondere Undichtigkeit oder
Wasserdurchlässigkeit sowie nicht dicht hergestellte oder aus
sonstigen Gründen ungeeignete Isolierungen; 1.1 Der Versicherungswert sind die endgültigen Herstellungskosten
für das gesamte versicherte Bauvorhaben einschließlich der
b) Verluste von versicherten Sachen, die nicht mit dem Gebäude Stundenlohnarbeiten, der Eigenleistungen des Bauherrn und
fest verbunden sind; des Neuwerts der Baustoffe und Bauteile sowie hierfür anfallen­
de Kosten für Anlieferung und Abladen.
c) Schäden an Glas-, Metall- oder Kunststoffoberflächen sowie an
Oberflächen vorgehängter Fassaden durch eine Tätigkeit an
diesen Sachen. 1.2 Ist der Versicherungsnehmer zum Vorsteuerabzug nicht berech­
tigt, so ist die Mehrwertsteuer einzubeziehen.

3. Nicht versicherte Gefahren und Schäden 1.3 Nicht berücksichtigt werden


a) Grundstücks- und Erschließungskosten;
Der Versicherer leistet ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen kei­
ne Entschädigung für Schäden b) Baunebenkosten, wie Makler-, Architekten- und Ingenieur­
gebühren, Finanzierungskosten und behördliche Gebüh­
a) durch Vorsatz des Versicherungsnehmers oder dessen Reprä­ ren.
sentanten;
b) durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Anprall oder Absturz eines
Luftfahrzeugs sowie seiner Teile oder seiner Ladung; 2. Versicherungssumme

c) durch normale Witterungseinflüsse, mit denen wegen der Jah­ Die Versicherungssumme ist der zwischen Versicherer und Versiche­
reszeit und der örtlichen Verhältnisse gerechnet werden muss; rungsnehmer im Einzelnen vereinbarte Betrag, der dem Versiche­
Entschädigung wird jedoch geleistet, wenn der Witterungsscha­ rungswert entsprechen soll.
den infolge eines anderen entschädigungspflichtigen Schadens
entstanden ist;
d) durch normale Wasserführung oder normale Wasserstände 3. Unterversicherungsverzicht
von Gewässern;
Abweichend von Nr. 1 und 2 kann auch die gleiche Versicherungs­
e) durch nicht einsatzbereite oder ausreichend redundante Anla­ summe wie in der Wohngebäudeversicherung vereinbart werden.
gen zur Wasserhaltung. Redundant sind die Anlagen, wenn sie Wenn in der Wohngebäudeversicherung der Unterversicherungsver­
die Funktion einer ausgefallenen Anlage ohne zeitliche Verzö­ zicht gilt, wird auf den Einwand der Unterversicherung nach Nr. 4 ver­
gerung übernehmen können und über eine unabhängige Ener­ zichtet.
gieversorgung verfügen;
f) während und infolge einer Unterbrechung der Arbeiten auf dem
Baugrundstück oder einem Teil davon von mehr als drei Mona­ 4. Unterversicherung
ten;
Unterversicherung besteht, wenn die Versicherungssumme für Liefe­
g) durch Baustoffe, die durch eine zuständige Prüfstelle beanstan­ rungen und Leistungen ohne Einverständnis des Versicherers nicht
det oder vorschriftswidrig noch nicht geprüft wurden; im vollen Umfang gebildet worden ist.
h) durch Krieg, kriegsähnliche Ereignisse, Bürgerkrieg, Revoluti­
on, Rebellion oder Aufstand;
§6 Versicherte und nicht versicherte Kosten
i) durch Innere Unruhen;
j) durch Streik, Aussperrung und Verfügungen von hoher Hand;
1. Aufwendungen zur Abwendung und Minderung des Scha­
k) durch Kernenergie, nukleare Strahlung oder radioaktive Sub­ dens
B NB 2 (01.07.2023) 3002AVJ001 D J1B121-133 P

stanzen.
a) Versichert sind Aufwendungen, auch erfolglose, die der Versi­
cherungsnehmer bei Eintritt des Versicherungsfalls den Um­
§3 Versicherte Interessen ständen nach zur Abwendung und Minderung des Schadens
für geboten halten durfte oder die er auf Weisung des Versiche­
1. Versichert ist das Interesse des Versicherungsnehmers (Bauherr rers macht.
oder sonstiger Auftraggeber).
b) Der Ersatz dieser Aufwendungen und die Entschädigung für
2. Versichert ist das Interesse aller Unternehmer, die an dem Vertrag versicherte Sachen betragen zusammen höchstens die Versi­
mit dem Auftraggeber beteiligt sind, einschließlich der Subunterneh­ cherungssumme je vereinbarter Position; dies gilt jedoch nicht,
mer, jeweils mit ihren Lieferungen und Leistungen. soweit Aufwendungen auf Weisung des Versicherers entstan­
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den sind.
3. Ansprüche, die dem Versicherungsnehmer oder einem versicher­
ten Unternehmer in Zusammenhang mit einem entschädigungspflichti­
c) Nicht versichert sind Aufwendungen für Leistungen der Feuer­ a) Wagnis und Gewinn;
wehr oder anderer Institutionen, die im öffentlichen Interesse
zur Hilfeleistung verpflichtet sind, wenn diese Leistungen im öf­ b) nicht schadensbedingte Baustellengemeinkosten;
fentlichen Interesse erbracht werden. c) allgemeine Geschäftskosten.
d) Der Versicherer hat den für die Aufwendungen erforderlichen Dies gilt auch für Eigenleistungen des Bauherrn.
Betrag auf Verlangen des Versicherungsnehmers vorzuschie­
ßen. 2.2 Wird nach dem Leistungsverzeichnis abgerechnet, so werden
90 Prozent der Preise ersetzt, die in dem Bauvertrag vereinbart
oder auf gleicher Grundlage ermittelt worden sind.
2. Kosten für die Wiederherstellung von Daten
Durch diesen Prozentsatz ist der Ausschluss von Zuschlägen
a) Versichert sind Kosten für die Wiederherstellung von Daten des gemäß Nr. 2.1 a) bis c) berücksichtigt.
Betriebssystems, welche für die Grundfunktion der versicherten
Sache notwendig sind, sofern der Verlust, die Veränderung 2.3 Unabhängig von den Preisen des Bauvertrags kann über die
oder die Nichtverfügbarkeit der Daten infolge eines dem Grun­ Wiederherstellungskosten nur mit Zustimmung des Versiche­
de nach versicherten Schadens an dem Datenträger eingetre­ rers abgerechnet werden, die jedoch erteilt werden muss, wenn
ten ist, auf dem diese Daten gespeichert waren. der versicherte Unternehmer sie aus wichtigem Grund verlangt.

b) Andere Daten sind nur nach besonderer Vereinbarung versi­


2.4 Soweit über Stundenlohnarbeiten unabhängig von den Preisen
chert.
des Bauvertrags abgerechnet werden kann, sind zu ersetzen
c) Der Ersatz dieser Aufwendungen und die Entschädigung für
a) die für die Baustelle geltenden tariflichen Stundenlöhne
versicherte Sachen betragen zusammen höchstens die Versi­
für Bau-, Montage- und Werkstattarbeiten zuzüglich tarifli­
cherungssumme.
cher Zulagen für Erschwernis, Schmutzarbeit usw.;
b) tarifliche Zuschläge für Überstunden, Sonntags-, Feier­
3. Zusätzliche Kosten tags- und Nachtarbeiten, soweit solche Zuschläge in den
Herstellungskosten enthalten sind, und soweit der Ersatz
Über die Wiederherstellungskosten hinaus sind die nachfolgend ge­ dieser Kosten außerdem besonders vereinbart ist;
nannten Kosten bis zur Höhe der jeweils hierfür vereinbarten Versi­ c) Zuschläge auf die Beträge gemäß a) und b), und zwar in
cherungssumme auf Erstes Risiko versichert. Die jeweils vereinbarte Höhe von 100 Prozent, wenn nicht ein anderer Satz ver­
Versicherungssumme vermindert sich nicht dadurch, dass eine Ent­ einbart ist;
schädigung geleistet wird.
d) notwendige und schadensbedingte Lohnnebenkosten, so­
a) Schadenssuchkosten bis 3.000,00 Euro; weit sie in der Versicherungssumme enthalten sind;
b) zusätzliche Aufräumungskosten bis 3.000,00 Euro für den Fall, e) übertarifliche Lohnanteile und Zulagen, soweit solche Kos­
dass infolge von Aufräumungskosten die Versicherungssumme ten als Teil der Herstellungskosten in der Versicherungs­
überschritten wird; summe enthalten sind;
c) Baugrund und Bodenmassen bis 3.000,00 Euro, soweit sie f) Zuschläge auf die Beträge gemäß d) und e), auf Beträge
nicht Bestandteil der Bauleistung sind. gemäß d) jedoch nur, soweit sie lohnsteuerpflichtig sind;
der Zuschlag beträgt 65 Prozent, wenn nicht ein anderer
Satz vereinbart ist.
§7 Umfang der Entschädigung
2.5 Soweit ein versicherter Unternehmer über das Vorhalten eige­
1. Wiederherstellungskosten ner Baugeräte für die Zeit ihres Einsatzes zwecks Beseitigung
des Schadens unabhängig von den Preisen des Bauvertrags
1.1 Der Versicherer leistet Entschädigung in Höhe der Kosten, die abrechnen kann, sind zu ersetzen
aufgewendet werden müssen, um einen Zustand wiederherzu­
stellen, der dem Zustand unmittelbar vor Eintritt des Schadens a) 150 Prozent der mittleren Abschreibungs- und Verzin­
technisch gleichwertig ist. sungssätze gemäß der durch den Hauptverband der Deut­
schen Bauindustrie herausgegebenen "Baugeräteliste" in
Der Zeitwert von Resten und Altteilen wird angerechnet. ihrer jeweils neuesten Fassung;
b) entstandene Kosten für Betriebs- und Schmierstoffe.
1.2 Führt ein Mangel zu einem entschädigungspflichtigen Schaden,
so leistet der Versicherer Entschädigung unter Abzug der Kos­ Damit sind die Kosten für Abschreibung und Verzinsung sowie
ten, die zusätzlich aufgewendet werden müssen, damit der für Reparaturen der Baugeräte abgegolten.
Mangel nicht erneut entsteht.
2.6 Soweit über Transporte unabhängig von den Preisen des Bau­
1.3 Der Versicherer leistet keine Entschädigung für vertrags abgerechnet werden kann, sind die angemessenen
ortsüblichen Kosten zu ersetzen.
a) Vermögensschäden;
Mehrkosten für Eil- und Expressfrachten werden nur ersetzt, so­
b) Schadenssuchkosten und zusätzliche Aufräumungskos­
weit dies besonders vereinbart ist.
ten, soweit nicht besondere Versicherungssummen verein­
bart sind (siehe § 6 Nr. 3 a) und b));
2.7 Für Stundenlohnarbeiten sind prüfungsfähige Unterlagen vorzu­
c) Mehrkosten durch Änderung der Bauweise, durch Verbes­
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legen. Aus diesen Unterlagen müssen sich ergeben


serungen gegenüber dem Zustand unmittelbar vor Eintritt
des Schadens, durch behelfsmäßige Maßnahmen oder a) Art, Zweck und Dauer jeder Arbeitsleistung;
durch Luftfracht. b) die Höhe der tariflichen Stundenlohnsätze;
c) Art und Höhe etwaiger Lohnzulagen nach Nr. 2.4 a) und
2. Kosten der Wiederherstellung die zulasten eines versicher­ Lohnnebenkosten nach Nr. 2.4 d);
ten Unternehmers gehen
d) die Höhe der übertariflichen Löhne und Zulagen sowie
der Zuschläge für Überstunden, Sonntags-, Feiertags-
2.1 Bei Schäden, die zulasten eines versicherten Unternehmers ge­ und Nachtarbeit, soweit sie nach Nr. 2.4 b) und 2.4 e) ent­
hen, der die Bauleistung ausgeführt hat, leistet der Versicherer schädigungspflichtig sind.
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für die Kosten für Wiederherstellung in eigener Regie des Unter­


nehmers Entschädigung ohne Zuschläge für
2.8 Durch die Zuschläge nach Nr. 2.4 c) sind abgegolten
a) lohnabhängige Kosten, insbesondere für tarifliche und ge­ wie die Versicherungssumme zu dem Versicherungswert. Dies gilt
setzliche soziale Aufwendungen, sowie vermögenswirksa­ nicht für Versicherungssummen auf Erstes Risiko.
me Arbeitgeberzulagen;
b) Kosten für Löhne und Gehälter aller Personen, die an der
8. Entschädigungsberechnung bei grober Fahrlässigkeit
Wiederherstellung und Aufräumung nur mittelbar beteiligt
sind; die Arbeiten von Meistern und Polieren werden wie
Stundenlohnarbeiten gemäß Nr. 2.4 a) berücksichtigt; Haben der Versicherungsnehmer oder seine Repräsentanten den
Schaden grob fahrlässig herbeigeführt, wird die Entschädigung in ei­
c) Kosten für die Beförderung von Personen zur Baustelle nem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis ge­
und zurück, soweit sie nicht Lohnnebenkosten gemäß kürzt.
Nr. 2.4 d) sind;
d) alle sonstigen schadensbedingten Gemeinkosten, z. B.
9. Selbstbehalt
Bürokosten;
e) Kosten infolge betrieblicher Störungen und dergleichen; Der nach Nr. 1 bis 8 ermittelte Betrag wird je Versicherungsfall um ei­
nen Selbstbehalt von zehn Prozent des Schadens, mindestens
f) Kosten für Bauplatzanlagen, ferner für Nebenfrachten und
500,00 Euro, gekürzt.
für Nebenstoffe in geringen Mengen;
Entstehen mehrere Schäden, so wird der Selbstbehalt jeweils einzeln
g) Kosten für das Vorhalten von Handwerkzeugen, Kleinge­
abgezogen.
räten und Gerüsten mit einer Arbeitsbühne bis zu zwei
Metern Höhe;
h) Kosten für Einrichtung und Betrieb der Werkstatt (ein- §8 Zahlung und Verzinsung der Entschädigung
schließlich Gehaltskosten) sowie für das Vorhalten der
Werkstatteinrichtung; 1. Fälligkeit der Entschädigung
i) Aufwendungen für Verbrauchsstoffe in der Werkstatt.
Die Entschädigung wird fällig, wenn die Feststellungen des Versiche­
rers zum Grunde und zur Höhe des Anspruchs abgeschlossen sind.
3. Wiederherstellungskosten durch Lieferungen und Leistun­ Der Versicherungsnehmer kann einen Monat nach Meldung des Scha­
gen Dritter dens den Betrag als Abschlagszahlung beanspruchen, der nach Lage
der Sache mindestens zu zahlen ist.
3.1 Lieferungen und Leistungen Dritter kann der versicherte Unter­
nehmer für Material und in Ausnahmefällen mit Zustimmung
des Versicherers auch sonst in Anspruch nehmen. 2. Verzinsung

3.2 Unter dieser Voraussetzung leistet der Versicherer Entschädi­ Für die Verzinsung gilt, soweit nicht aus einem anderen Rechtsgrund
gung für den Rechnungsbetrag in den vereinbarten Grenzen so­ eine weitergehende Zinspflicht besteht:
wie außerdem pauschal für schadensbedingte Geschäftskos­ a) die Entschädigung ist - soweit sie nicht innerhalb eines Monats
ten des versicherten Unternehmers, und zwar bei einem Rech­ nach Meldung des Schadens geleistet wird - ab Fälligkeit zu
nungsbetrag verzinsen;
a) bis zu 3.000,00 Euro in Höhe von fünf Prozent dieses Be­ b) der Zinssatz beträgt vier Prozent, soweit nicht aus einem ande­
trags; ren Rechtsgrund ein höherer Zins zu zahlen ist;
b) von mehr als 3.000,00 Euro in Höhe von fünf Prozent aus c) die Zinsen werden zusammen mit der Entschädigung fällig.
3.000,00 Euro zuzüglich drei Prozent des Mehrbetrags.

3. Hemmung
4. Kosten der Wiederherstellung die nicht zulasten eines ver­
sicherten Unternehmers gehen Bei der Berechnung der Fristen gemäß Nr. 1 und 2 a) ist der Zeitraum
nicht zu berücksichtigen, in dem infolge Verschuldens des Versiche­
Bei Schäden, die nicht zulasten eines versicherten Unternehmers ge­ rungsnehmers die Entschädigung nicht ermittelt oder nicht gezahlt
hen, der die Bauleistung ausgeführt hat, gelten als entschädigungs­ werden kann.
pflichtige Wiederherstellungskosten nur Aufwendungen für Lieferun­
gen und Leistungen Dritter, und zwar in dem Umfang, in dem die
Rechnungsbeträge schadensbedingt und der Höhe nach angemes­ 4. Aufschiebung der Zahlung
sen sind. Angemessen sind in der Regel die Sätze des Leistungsver­
zeichnisses. Ist der Auftraggeber zum Vorsteuerabzug nicht berech­
Der Versicherer kann die Zahlung aufschieben, solange
tigt, so ist die Mehrwertsteuer in die Entschädigung einzubeziehen.
a) Zweifel an der Empfangsberechtigung des Versicherungsneh­
mers bestehen;
5. Weitere Kosten
b) ein behördliches oder strafgerichtliches Verfahren gegen den
Versicherungsnehmer oder seinen Repräsentanten aus Anlass
Weitere Kosten, die infolge eines ersatzpflichtigen Schadens über die dieses Versicherungsfalls noch läuft.
Wiederherstellungskosten hinaus aufgewendet werden müssen, er­
setzt der Versicherer im Rahmen der hierfür vereinbarten Versiche­
B NB 2 (01.07.2023) 3002AVJ001 D J1B121-133 P

rungssummen.
§9 Sachverständigenverfahren

1. Feststellung der Schadenshöhe


6. Grenze der Entschädigung

Der Versicherungsnehmer kann nach Eintritt des Versicherungsfalls


Grenze der Entschädigung ist jede der vereinbarten Versicherungs­
verlangen, dass der Schaden in einem Sachverständigenverfahren
summen.
festgestellt wird.
Ein solches Sachverständigenverfahren können Versicherer und Ver­
7. Entschädigungsberechnung bei Unterversicherung sicherungsnehmer auch gemeinsam vereinbaren.
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Wenn Unterversicherung vorliegt, wird nur der Teil des nach Nr. 1 bis
6 ermittelten Betrags ersetzt, der sich zu dem ganzen Betrag verhält,
2. Weitere Feststellungen a) ein Verzeichnis der abhanden gekommenen, zerstörten
und beschädigten versicherten Sachen mit deren Werten
Das Sachverständigenverfahren kann durch Vereinbarung auf weitere unmittelbar vor dem Schaden sowie deren Neuwerten zur
Feststellungen zum Versicherungsfall ausgedehnt werden. Zeit des Schadens;
b) die für die Wiederbeschaffung oder Wiederherstellung in
den Zustand vor Schadenseintritt erforderlichen Kosten;
3. Verfahren vor Feststellung
c) die Restwerte der vom Schaden betroffenen Sachen;
Für das Sachverständigenverfahren gilt:
4.3 die nach dem Versicherungsvertrag versicherten Kosten.
a) Jede Partei hat in Textform einen Sachverständigen zu benen­
nen. Eine Partei, die ihren Sachverständigen benannt hat, kann
die andere unter Angabe des von ihr genannten Sachverständi­ 5. Verfahren nach Feststellung
gen in Textform auffordern, den zweiten Sachverständigen zu
benennen. Wird der zweite Sachverständige nicht innerhalb
von zwei Wochen nach Zugang der Aufforderung benannt, so Der Sachverständige übermittelt seine Feststellungen beiden Partei­
kann ihn die auffordernde Partei durch das für den Scha­ en gleichzeitig. Weichen die Feststellungen der Sachverständigen
densort zuständige Amtsgericht ernennen lassen. In der Auffor­ voneinander ab, so übergibt der Versicherer sie unverzüglich dem Ob­
derung durch den Versicherer ist der Versicherungsnehmer auf mann. Dieser entscheidet über die streitig gebliebenen Punkte inner­
diese Folge hinzuweisen. halb der durch die Feststellungen der Sachverständigen gezogenen
Grenzen und übermittelt seine Entscheidung beiden Parteien gleich­
b) Der Versicherer darf als Sachverständigen keine Person benen­ zeitig.
nen, die Mitbewerber des Versicherungsnehmers ist oder mit
ihm in dauernder Geschäftsverbindung steht; ferner keine Per­ Die Feststellungen der Sachverständigen oder des Obmanns sind für
son, die bei Mitbewerbern oder Geschäftspartnern angestellt ist die Vertragsparteien verbindlich, wenn nicht nachgewiesen wird, dass
oder mit ihnen in einem ähnlichen Verhältnis steht. sie offenbar von der wirklichen Sachlage erheblich abweichen. Auf­
grund dieser verbindlichen Feststellungen berechnet der Versicherer
c) Beide Sachverständige benennen in Textform vor Beginn ihrer die Entschädigung.
Feststellungen einen dritten Sachverständigen als Obmann.
Die Regelung unter b) gilt entsprechend für die Benennung ei­ Im Falle unverbindlicher Feststellungen erfolgen diese durch gerichtli­
nes Obmanns durch die Sachverständigen. Einigen sich die che Entscheidung. Dies gilt auch, wenn die Sachverständigen die
Sachverständigen nicht, so wird der Obmann auf Antrag einer Feststellung nicht treffen können oder wollen oder sie verzögern.
Partei durch das für den Schadensort zuständige Amtsgericht
ernannt.
6. Kosten

4. Feststellung Sofern nicht etwas anderes vereinbart ist, trägt jede Partei die Kosten
ihres Sachverständigen. Die Kosten des Obmanns tragen beide Par­
Die Feststellungen der Sachverständigen müssen enthalten: teien je zur Hälfte.

4.1 die ermittelten oder vermuteten Ursachen und den Zeitpunkt,


7. Obliegenheiten
von dem an der Sachschaden für den Versicherungsnehmer
nach den anerkannten Regeln der Technik frühestens erkenn­
bar war; Durch das Sachverständigenverfahren werden die Obliegenheiten
des Versicherungsnehmers nicht berührt.
4.2 den Umfang der Beschädigung und der Zerstörung, insbeson­
dere

B. Allgemeiner Teil

§1 Anzeigepflichten des Versicherungsnehmers oder seines §2 Beginn des Versicherungsschutzes, Fälligkeit, Folgen ver­
Vertreters bis zum Vertragsschluss späteter Zahlung oder Nichtzahlung des ersten oder einma­
ligen Beitrags
Der Versicherungsnehmer hat dem Versicherer bis zur Abgabe seiner
Vertragserklärung alle ihm bekannten gefahrerheblichen Umstände in 1. Beginn des Versicherungsschutzes
Textform anzuzeigen, nach denen der Versicherer in Textform gefragt
hat und die für den Entschluss des Versicherers erheblich sind, den Der Versicherungsschutz beginnt vorbehaltlich der Regelung in Nr. 3
Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen. Der Versicherungs­ zu dem im Versicherungsschein angegebenen Zeitpunkt.
nehmer ist auch insoweit zur Anzeige verpflichtet, als der Versicherer
nach der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers, aber vor der
Vertragsannahme Fragen im Sinn des Satzes 1 in Textform stellt. 2. Fälligkeit des ersten oder einmaligen Beitrags
B NB 2 (01.07.2023) 3002AVJ001 D J1B121-133 P

Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflicht nach Abs. 1,


so kann der Versicherer nach Maßgabe der §§ 19 bis 21 VVG vom Der erste oder einmalige Beitrag ist - unabhängig von dem Bestehen
Vertrag zurücktreten, kündigen oder eine Vertragsänderung vorneh­ eines Widerrufsrechts - unverzüglich nach dem Zeitpunkt des verein­
men. Der Versicherer kann nach § 21 Abs. 2 VVG auch leistungsfrei barten und im Versicherungsschein angegebenen Versicherungsbe­
sein. ginns zu zahlen.

Wird der Vertrag von einem Vertreter des Versicherungsnehmers ge­ Liegt der vereinbarte Zeitpunkt des Versicherungsbeginns vor Ver­
schlossen, so sind gemäß § 20 VVG sowohl die Kenntnis und Arglist tragsschluss, ist der erste oder einmalige Beitrag unverzüglich nach
des Vertreters als auch die Kenntnis und Arglist des Versicherungs­ Vertragsschluss zu zahlen.
nehmers zu berücksichtigen. Zahlt der Versicherungsnehmer nicht unverzüglich nach dem in Satz
1 oder 2 bestimmten Zeitpunkt, beginnt der Versicherungsschutz erst,
Das Recht des Versicherers den Vertrag nach § 22 VVG wegen arglis­ nachdem die Zahlung bewirkt ist.
Seite 5 von 13

tiger Täuschung anzufechten bleibt unberührt.


Bei Vereinbarung der Beitragszahlung in Raten gilt die erste Rate als
erster Beitrag.
3. Folgen verspäteter Zahlung oder Nichtzahlung des Erst- 2. Beendigung des Lastschriftverfahrens
oder Einmalbeitrags
Kann der fällige Beitrag nicht eingezogen werden, weil der Versiche­
Wird der erste oder einmalige Beitrag nicht zu dem nach Nr. 2 maßge­ rungsnehmer das Lastschriftmandat widerrufen hat, oder hat der Ver­
benden Fälligkeitszeitpunkt gezahlt, ist der Versicherer nach Maßga­ sicherungsnehmer aus anderen Gründen zu vertreten, dass der Bei­
be des § 37 VVG berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten oder auch trag nicht eingezogen werden kann, ist der Versicherer berechtigt,
leistungsfrei. künftig Zahlung außerhalb des Lastschriftverfahrens zu verlangen.
Der Versicherungsnehmer ist zur Übermittlung des Beitrags erst ver­
pflichtet, wenn er vom Versicherer hierzu in Textform aufgefordert wor­
§3 Ende des Vertrags, Ende des Versicherungsschutzes
den ist.
1. Ende des Vertrags
§6 Ratenzahlung
Der Vertrag endet mit dem Ende des Versicherungsschutzes.
Ist Ratenzahlung vereinbart, so gelten die ausstehenden Raten bis zu
den vereinbarten Zahlungsterminen als gestundet.
2. Ende des Versicherungsschutzes Die gestundeten Raten der laufenden Versicherungsperiode werden
sofort fällig, wenn der Versicherungsnehmer mit einer Rate ganz oder
Der Versicherungsschutz endet teilweise in Verzug gerät oder wenn eine Entschädigung fällig wird.
a) mit der Bezugsfertigkeit oder
b) nach Ablauf von sechs Werktagen seit Beginn der Benutzung §7 Beitrag bei vorzeitiger Vertragsbeendigung
oder
c) mit dem Tage der behördlichen Gebrauchsabnahme. Endet das Versicherungsverhältnis vor Ablauf der Versicherungsperi­
ode oder wird es nach Beginn rückwirkend aufgehoben oder von An­
Maßgebend ist der früheste dieser Zeitpunkte. Für Restarbeiten be­ fang an wegen arglistiger Täuschung nichtig, so gebührt dem Versi­
steht weiterhin Versicherungsschutz. cherer der Beitrag oder die Geschäftsgebühr nach Maßgabe der
§§ 39 und 80 VVG.
Liegen vorstehende Voraussetzungen nur für eines von mehreren
Bauwerken oder für einen Teil eines Bauwerks vor, so endet der Ver­
sicherungsschutz für dieses von mehreren Bauwerken oder für die­
§8 Obliegenheiten des Versicherungsnehmers
sen Teil eines Bauwerks.
Der Versicherungsschutz endet spätestens zu dem im Versicherungs­ 1. Obliegenheiten vor dem Versicherungsfall
schein angegebenen Zeitpunkt. Vor Ende des Versicherungsschutzes
kann der Versicherungsnehmer die Verlängerung des Versicherungs­ 1.1 Der Versicherungsnehmer hat vor Eintritt des Versicherungs­
schutzes beantragen. falls
a) die notwendigen Informationen über die Eigenschaften
3. Ende des Versicherungsschutzes für versicherte Unterneh­ oder Veränderungen des Baugrunds und die Grundwas­
mer serverhältnisse einzuholen und zu beachten;
b) eine gänzliche Unterbrechung der Arbeiten auf dem Bau­
Der Versicherungsschutz eines versicherten Unternehmers endet mit grundstück oder eines Teils davon dem Versicherer unver­
dem Zeitpunkt, in dem die Bauleistung oder Teile davon abgenom­ züglich anzuzeigen;
men werden oder nach dem Bauvertrag als abgenommen gelten oder
in dem der Auftraggeber in Abnahmeverzug gerät. c) bei möglichen Schäden durch aggressives Grundwasser,
rechtzeitig eine Erst- und - falls erforderlich - eine Kontroll­
Für Baustoffe und Bauteile endet der Versicherungsschutz abwei­ analyse durchzuführen und deren Ergebnis zu beachten;
chend von Satz 1 einen Monat nach dem Ende des Versicherungs­
schutzes für die zugehörige Bauleistung. d) die Lieferungen und Leistungen durch ausreichende und
funktionsfähige Flutungsmöglichkeiten oder Ballast zu si­
Der Versicherungsschutz endet jedoch spätestens mit dem in Nr. 2 chern, sofern die Gefahr des Aufschwimmens besteht;
genannten Zeitpunkt.
e) in Bergbaugebieten die Baupläne vor Beginn der Bauleis­
tungen dem Bergbauberechtigten und der zuständigen
§4 Folgebeitrag Bergbehörde vorzulegen sowie den Auflagen dieser Be­
hörde zu entsprechen;
Ein Folgebeitrag wird zu dem vereinbarten Zeitpunkt der jeweiligen f) alle sonstigen vertraglich vereinbarten Obliegenheiten ein­
Versicherungsperiode fällig. Die Zahlung gilt als rechtzeitig, wenn sie zuhalten.
innerhalb des im Versicherungsschein oder in der Beitragsrechnung
angegebenen Zeitraums bewirkt ist. Die Folgen nicht rechtzeitiger 1.2 Verletzt der Versicherungsnehmer eine der genannten Oblie­
Zahlung ergeben sich aus § 38 VVG. genheiten, so ist der Versicherer nach Maßgabe des § 28 VVG
Ist der Versicherungsnehmer mit der Zahlung eines Folgebeitrags in zur Kündigung berechtigt. Eine Kündigung des Versicherers
Verzug, ist der Versicherer berechtigt, Ersatz des ihm durch den Ver­ wird mit Zugang wirksam und muss in Textform erfolgen.
zug entstandenen Schadens zu verlangen. Das Kündigungsrecht des Versicherers ist ausgeschlossen,
wenn der Versicherungsnehmer beweist, dass er die Obliegen­
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heit weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt hat.


§5 Lastschriftverfahren

1. Rechtzeitige Zahlung 2. Obliegenheiten bei Eintritt des Versicherungsfalls

Ist die Einziehung des Beitrags von einer Bankverbindung vereinbart, 2.1 Der Versicherungsnehmer hat bei Eintritt des Versicherungs­
gilt die Zahlung als rechtzeitig, wenn der Beitrag zu dem Fälligkeitstag falls
eingezogen werden kann und der Versicherungsnehmer einer berech­
tigten Einziehung nicht widerspricht. a) nach Möglichkeit für die Abwendung und Minderung des
Schadens zu sorgen;
Konnte der fällige Beitrag ohne Verschulden des Versicherungsneh­
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mers vom Versicherer nicht eingezogen werden, ist die Zahlung auch b) dem Versicherer den Schadenseintritt, nachdem er von
dann noch rechtzeitig, wenn sie unverzüglich nach einer in Textform ihm Kenntnis erlangt hat, unverzüglich - ggf. auch münd­
abgegebenen Zahlungsaufforderung des Versicherers erfolgt. lich oder telefonisch - anzuzeigen;
c) Weisungen des Versicherers zur Schadensabwendung/ cherungsnehmer nach Maßgabe des § 74 VVG die Herabsetzung der
-minderung - ggf. auch mündlich oder telefonisch - einzu­ Versicherungssumme und des Beitrags verlangen.
holen, wenn die Umstände dies gestatten;
2. Hat der Versicherungsnehmer die Überversicherung in der Absicht
d) Weisungen des Versicherers zur Schadensabwendung/ geschlossen, sich dadurch einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu
-minderung, soweit für ihn zumutbar, zu befolgen; erteilen verschaffen, ist der Vertrag nichtig. Dem Versicherer steht der Beitrag
mehrere an dem Versicherungsvertrag beteiligte Versiche­ bis zu dem Zeitpunkt zu, zu dem er von den die Nichtigkeit begründen­
rer unterschiedliche Weisungen, hat der Versicherungs­ den Umständen Kenntnis erlangt.
nehmer nach pflichtgemäßem Ermessen zu handeln;
e) Schäden durch strafbare Handlungen gegen das Eigen­
§ 11 Mehrere Versicherer
tum unverzüglich der Polizei anzuzeigen;
f) dem Versicherer und der Polizei unverzüglich ein Ver­ 1. Anzeigepflicht
zeichnis der abhanden gekommenen Sachen einzurei­
chen; Wer bei mehreren Versicherern ein Interesse gegen dieselbe Gefahr
g) das Schadensbild solange unverändert zu lassen, bis die versichert, ist verpflichtet, dem Versicherer die andere Versicherung
Schadensstelle oder die beschädigten Sachen durch den unverzüglich mitzuteilen. In der Mitteilung sind der andere Versicherer
Versicherer freigegeben worden sind; sind Veränderun­ und die Versicherungssumme anzugeben.
gen unumgänglich, sind das Schadensbild nachvollzieh­
bar zu dokumentieren (z. B. durch Fotos) und die beschä­
digten Sachen bis zu einer Besichtigung durch den Versi­ 2. Rechtsfolgen der Verletzung der Anzeigepflicht
cherer aufzubewahren;
Verletzt der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht nach Nr. 1, ist
h) soweit möglich, dem Versicherer unverzüglich jede Aus­ der Versicherer nach Maßgabe des § 28 VVG zur Kündigung berech­
kunft zu erteilen, die zur Feststellung des Versicherungs­ tigt oder auch leistungsfrei. Eine Kündigung des Versicherers wird mit
falls oder des Umfangs der Leistungspflicht des Versiche­ Zugang wirksam und muss in Textform erfolgen.
rers erforderlich ist sowie jede Untersuchung über Ursa­
che und Höhe des Schadens und über den Umfang der Leistungsfreiheit tritt nicht ein, wenn der Versicherer vor dem Eintritt
Entschädigungspflicht zu gestatten; des Versicherungsfalls Kenntnis von der anderen Versicherung er­
langt hat.
i) vom Versicherer angeforderte Belege beizubringen, de­
ren Beschaffung ihm billigerweise zugemutet werden Außer im Falle einer arglistigen Obliegenheitsverletzung ist der Versi­
kann. cherer zur Leistung verpflichtet, soweit die Verletzung der Obliegen­
heit weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungs­
2.2 Steht das Recht auf die vertragliche Leistung des Versicherers falls, noch für die Feststellung oder den Umfang der Leistungspflicht
einem Dritten zu, so hat dieser die Obliegenheiten gemäß des Versicherers ursächlich ist.
Nr. 2.1 ebenfalls zu erfüllen - soweit ihm dies nach den tatsäch­
lichen und rechtlichen Umständen möglich ist.
3. Haftung und Entschädigung bei Mehrfachversicherung

3. Leistungsfreiheit bei Obliegenheitsverletzung a) Ist bei mehreren Versicherern ein Interesse gegen dieselbe Ge­
fahr versichert und übersteigen die Versicherungssummen zu­
Verletzt der Versicherungsnehmer eine Obliegenheit nach Nr. 1 oder sammen den Versicherungswert oder übersteigt aus anderen
2, so ist der Versicherer nach Maßgabe der §§ 28 und 82 VVG leis­ Gründen die Summe der Entschädigungen, die von jedem Ver­
tungsfrei. sicherer ohne Bestehen der anderen Versicherung zu zahlen
wären, den Gesamtschaden, liegt eine Mehrfachversicherung
Außer im Falle einer arglistigen Obliegenheitsverletzung ist der Versi­ vor.
cherer zur Leistung verpflichtet, soweit die Verletzung der Obliegen­
heit weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungs­ b) Die Versicherer sind in der Weise als Gesamtschuldner ver­
falls noch für die Feststellung oder den Umfang der Leistungspflicht pflichtet, dass jeder für den Betrag aufzukommen hat, dessen
des Versicherers ursächlich ist. Zahlung ihm nach seinem Vertrag obliegt; der Versicherungs­
nehmer kann aber im Ganzen nicht mehr als den Betrag des
ihm entstandenen Schadens verlangen. Satz 1 gilt entspre­
§9 Gefahrerhöhung chend, wenn die Verträge bei demselben Versicherer beste­
hen.
Nach Abgabe seiner Vertragserklärung darf der Versicherungsneh­ Erlangt der Versicherungsnehmer oder der Versicherte aus an­
mer ohne vorherige Zustimmung des Versicherers keine Gefahrerhö­ deren Versicherungsverträgen Entschädigung für denselben
hung vornehmen oder deren Vornahme durch einen Dritten gestatten. Schaden, so ermäßigt sich der Anspruch aus dem vorliegen­
den Vertrag in der Weise, dass die Entschädigung aus allen
Der Versicherungsnehmer hat jede Gefahrerhöhung, die ihm bekannt
Verträgen insgesamt nicht höher ist, als wenn der Gesamtbe­
wird, dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen, und zwar auch dann,
trag der Versicherungssummen, aus denen der Beitrag errech­
wenn sie ohne seinen Willen eintritt. Im Übrigen gelten die §§ 23 bis
net wurde, nur in diesem Vertrag in Deckung gegeben worden
27 VVG. Danach kann der Versicherer zur Kündigung berechtigt sein,
wäre. Bei Vereinbarung von Entschädigungsgrenzen ermäßigt
eine Vertragsänderung vornehmen oder auch leistungsfrei sein. Die
sich der Anspruch in der Weise, dass aus allen Verträgen insge­
Kündigung ist in Textform zu erklären. Eine Gefahrerhöhung kann ins­
samt keine höhere Entschädigung zu leisten ist, als wenn der
besondere vorliegen bei
Gesamtbetrag der Versicherungssummen in diesem Vertrag in
a) Änderungen von Umständen, nach denen im Antrag gefragt Deckung gegeben worden wäre.
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worden ist;
c) Hat der Versicherungsnehmer eine Mehrfachversicherung in
b) nachträglicher Erweiterung des Bauvorhabens; der Absicht geschlossen, sich dadurch einen rechtswidrigen
Vermögensvorteil zu verschaffen, ist jeder in dieser Absicht ge­
c) wesentlichen Änderungen der Bauweise; schlossene Vertrag nichtig.
d) wesentlichen Änderungen des Bauzeitplans; Dem Versicherer steht der Beitrag bis zu dem Zeitpunkt zu, zu
e) einer Unterbrechung der Bauarbeiten gemäß A. § 2 Nr. 3 f). dem er von den die Nichtigkeit begründenden Umständen
Kenntnis erlangt.

§ 10 Überversicherung
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1. Übersteigt die Versicherungssumme den Wert des versicherten In­


teresses erheblich, so kann sowohl der Versicherer als auch der Versi­
4. Beseitigung der Mehrfachversicherung 2. Kündigung durch Versicherungsnehmer

Eine Mehrfachversicherung kann auf Verlangen des Versicherungs­ Kündigt der Versicherungsnehmer, wird seine Kündigung sofort nach
nehmers nach Maßgabe des § 79 VVG durch Aufhebung oder Herab­ ihrem Zugang beim Versicherer wirksam. Der Versicherungsnehmer
setzung der Versicherungssumme des später geschlossenen Ver­ kann jedoch bestimmen, dass die Kündigung zu einem späteren Zeit­
trags beseitigt werden. punkt, spätestens jedoch zum Ende der laufenden Versicherungsperi­
ode, wirksam wird.
Die Aufhebung des Vertrags oder die Herabsetzung der Versiche­
rungssumme und Anpassung des Beitrags werden zu dem Zeitpunkt
wirksam, zu dem die Erklärung dem Versicherer zugeht.
3. Kündigung durch Versicherer

§ 12 Versicherung für fremde Rechnung Eine Kündigung des Versicherers wird einen Monat nach ihrem Zu­
gang beim Versicherungsnehmer wirksam.
1. Rechte aus dem Vertrag
§ 15 Keine Leistungspflicht aus besonderen Gründen
Der Versicherungsnehmer kann den Versicherungsvertrag im eige­
nen Namen für das Interesse eines Dritten (Versicherten) schließen.
Der Versicherer ist von der Entschädigungspflicht frei, wenn der Versi­
Die Ausübung der Rechte aus diesem Vertrag steht nur dem Versiche­
cherungsnehmer den Versicherer arglistig über Tatsachen, die für
rungsnehmer und nicht auch dem Versicherten zu. Das gilt auch,
den Grund oder die Höhe der Entschädigung von Bedeutung sind,
wenn der Versicherte den Versicherungsschein besitzt.
täuscht oder zu täuschen versucht.
Ist die Täuschung oder der Täuschungsversuch durch rechtskräftiges
2. Zahlung der Entschädigung Strafurteil gegen den Versicherungsnehmer wegen Betrugs oder Be­
trugsversuches festgestellt, so gelten die Voraussetzungen des Sat­
Der Versicherer kann vor Zahlung der Entschädigung an den Versi­ zes 1 als bewiesen.
cherungsnehmer den Nachweis verlangen, dass der Versicherte sei­
ne Zustimmung dazu erteilt hat. Der Versicherte kann die Zahlung der
Entschädigung nur mit Zustimmung des Versicherungsnehmers ver­ § 16 Anzeigen, Willenserklärungen, Anschriftenänderungen
langen.
1. Form

3. Kenntnis und Verhalten Soweit gesetzlich keine Schriftform verlangt ist und soweit in diesem
Vertrag nicht etwas anderes bestimmt ist, sind die für den Versicherer
Soweit die Kenntnis und das Verhalten des Versicherungsnehmers bestimmten Erklärungen und Anzeigen, die das Versicherungsverhält­
von rechtlicher Bedeutung sind, sind bei der Versicherung für fremde nis betreffen und die unmittelbar gegenüber dem Versicherer erfol­
Rechnung auch die Kenntnis und das Verhalten des Versicherten zu gen, in Textform abzugeben.
berücksichtigen. Soweit der Vertrag Interessen des Versicherungsneh­
mers und des Versicherten umfasst, muss sich der Versicherungsneh­ Erklärungen und Anzeigen sollen an die Hauptverwaltung des Versi­
mer für sein Interesse das Verhalten und die Kenntnis des Versicher­ cherers oder an die im Versicherungsschein oder in dessen Nachträ­
ten nur dann zurechnen lassen, wenn der Versicherte Repräsentant gen als zuständig bezeichnete Stelle gerichtet werden. Die gesetzli­
des Versicherungsnehmers ist. Im Übrigen gilt § 47 VVG. chen Regelungen über den Zugang von Erklärungen und Anzeigen
bleiben unberührt.

§ 13 Übergang von Ersatzansprüchen


2. Nichtanzeige einer Anschriften- bzw. Namensänderung
1. Übergang von Ersatzansprüchen
Hat der Versicherungsnehmer eine Änderung seiner Anschrift oder
seines Namens dem Versicherer nicht mitgeteilt, findet § 13 VVG An­
Steht dem Versicherungsnehmer ein Ersatzanspruch gegen einen wendung.
Dritten zu, geht dieser Anspruch auf den Versicherer über, soweit der
Versicherer den Schaden ersetzt. Der Übergang kann nicht zum
Nachteil des Versicherungsnehmers geltend gemacht werden. Richtet
sich der Ersatzanspruch des Versicherungsnehmers gegen eine Per­ § 17 Vollmacht des Versicherungsvertreters
son, mit der er bei Eintritt des Schadens in häuslicher Gemeinschaft
lebt, kann der Übergang nicht geltend gemacht werden, es sei denn, 1. Erklärungen des Versicherungsnehmers
diese Person hat den Schaden vorsätzlich verursacht.
Der Versicherungsvertreter gilt als bevollmächtigt, vom Versicherungs­
nehmer abgegebene Erklärungen entgegenzunehmen betreffend
2. Obliegenheiten zur Sicherung von Ersatzansprüchen
a) den Abschluss bzw. den Widerruf eines Versicherungsvertrags;
Der Versicherungsnehmer hat seinen Ersatzanspruch oder ein zur Si­ b) ein bestehendes Versicherungsverhältnis einschließlich dessen
cherung dieses Anspruchs dienendes Recht unter Beachtung der gel­ Beendigung;
tenden Form- und Fristvorschriften zu wahren und nach Übergang
des Ersatzanspruchs auf den Versicherer bei dessen Durchsetzung c) Anzeige- und Informationspflichten vor Abschluss des Vertrags
durch den Versicherer soweit erforderlich mitzuwirken. und während des Versicherungsverhältnisses.
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Verletzt der Versicherungsnehmer diese Obliegenheit, ist der Versi­


cherer nach Maßgabe des § 86 Abs. 2 VVG leistungsfrei. 2. Erklärungen des Versicherers

Der Versicherungsvertreter gilt als bevollmächtigt, vom Versicherer


§ 14 Kündigung nach dem Versicherungsfall ausgefertigte Versicherungsscheine oder deren Nachträge dem Versi­
cherungsnehmer zu übermitteln.
1. Kündigungsrecht

Nach dem Eintritt eines Versicherungsfalls kann jede der Vertragspar­ § 18 Gesetzliche Verjährung
teien den Versicherungsvertrag kündigen. Die Kündigung ist in Text­
Seite 8 von 13

form zu erklären. Sie muss der anderen Vertragspartei spätestens ei­ Die Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag verjähren in drei Jah­
nen Monat nach Auszahlung oder Ablehnung der Entschädigung zu­ ren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der
gegangen sein. Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den Anspruch begrün­
denden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt 2. Versicherungsaufsicht
oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.
Ist ein Anspruch aus dem Versicherungsvertrag bei dem Versicherer Ist der Versicherungsnehmer mit der Betreuung nicht zufrieden oder
angemeldet worden, ist die Verjährung von der Anmeldung bis zu treten Meinungsverschiedenheiten bei der Vertragsabwicklung auf,
dem Zeitpunkt gehemmt, zu dem die Entscheidung des Versicherers kann sich der Versicherungsnehmer auch an die zuständige Aufsicht
dem Anspruchsteller in Textform zugeht. wenden. Als Versicherungsunternehmen unterliegen wir der Aufsicht
der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
§ 19 Beschwerdestellen Sektor Versicherungsaufsicht
Graurheindorfer Straße 108
1. Versicherungsombudsmann 53117 Bonn
E-Mail: poststelle@[Link]
Wenn der Versicherungsnehmer mit der Entscheidung des Versiche­ Telefon: (02 28) 41 08 - 0
rers nicht zufrieden ist oder eine Verhandlung einmal nicht zu dem ge­ Fax: (02 28) 41 08 - 15 50
wünschten Ergebnis geführt hat, kann sich der Versicherungsnehmer Die BaFin ist keine Schiedsstelle und kann einzelne Streitfälle nicht
an den Ombudsmann für Versicherungen wenden. verbindlich entscheiden.
Versicherungsombudsmann e. V.
Postfach 08 06 32
10006 Berlin 3. Rechtsweg
E-Mail: beschwerde@[Link]
Telefon: (08 00) 3 69 60 00 Außerdem steht dem Versicherungsnehmer die Möglichkeit zu, den
Fax: (08 00) 3 69 90 00 Rechtsweg zu beschreiten.
Einzelheiten sind unter:
[Link]
§ 20 Zuständiges Gericht
Der Ombudsmann für Versicherungen ist eine unabhängige und für
Verbraucher kostenfrei arbeitende Schlichtungsstelle. Die Debeka All­ Für Klagen aus dem Versicherungsverhältnis gelten die inländischen
gemeine Versicherung AG hat sich verpflichtet, an dem Schlichtungs­ Gerichtsstände nach §§ 13, 17, 21, 29 Zivilprozessordnung (ZPO) so­
verfahren teilzunehmen. wie § 215 VVG.
Verbraucher, die diesen Vertrag online (z. B. über eine Webseite oder
per E-Mail) abgeschlossen haben, können sich mit ihrer Beschwerde
§ 21 Anzuwendendes Recht
auch online an die Plattform [Link] wen­
den. Ihre Beschwerde wird dann über diese Plattform an den Versi­
cherungsombudsmann weitergeleitet. Für diesen Vertrag gilt deutsches Recht.

Auszug aus dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG)


und der Zivilprozessordnung (ZPO)

VVG

§ 13 Änderung von Anschrift und Name (3) Das Rücktrittsrecht des Versicherers ist ausgeschlossen, wenn
der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch
(1) Hat der Versicherungsnehmer eine Änderung seiner Anschrift grob fahrlässig verletzt hat. In diesem Falle hat der Versicherer das
dem Versicherer nicht mitgeteilt, so genügt für eine dem Versiche­ Recht, den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zu
rungsnehmer gegenüber abzugebende Willenserklärung die Absen­ kündigen.
dung eines eingeschriebenen Briefs an die letzte dem Versicherer be­ (4) Das Rücktrittsrecht des Versicherers wegen grob fahrlässiger Ver­
kannte Anschrift des Versicherungsnehmers. Die Erklärung gilt drei letzung der Anzeigepflicht und sein Kündigungsrecht nach Abs. 3
Tage nach der Absendung des Briefs als zugegangen. Die Sätze 1 Satz 2 sind ausgeschlossen, wenn er den Vertrag auch bei Kenntnis
und 2 sind im Falle einer Namensänderung des Versicherungsneh­ der nicht angezeigten Umstände, wenn auch zu anderen Bedingun­
mers entsprechend anzuwenden. gen, geschlossen hätte. Die anderen Bedingungen werden auf Verlan­
(2) Hat der Versicherungsnehmer die Versicherung in seinem Gewer­ gen des Versicherers rückwirkend, bei einer vom Versicherungsneh­
bebetrieb genommen, so ist bei einer Verlegung der gewerblichen Nie­ mer nicht zu vertretenden Pflichtverletzung ab der laufenden Versiche­
derlassung Abs. 1 Satz 1 und 2 entsprechend anzuwenden. rungsperiode Vertragsbestandteil.
(5) Dem Versicherer stehen die Rechte nach den Abs. 2 bis 4 nur zu,
wenn er den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in
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§ 19 Anzeigepflicht Textform auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hingewiesen


hat. Die Rechte sind ausgeschlossen, wenn der Versicherer den nicht
(1) Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragser­ angezeigten Gefahrumstand oder die Unrichtigkeit der Anzeige kann­
klärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss te.
des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schlie­
ßen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform ge­ (6) Erhöht sich im Fall des Abs. 4 Satz 2 durch eine Vertragsände­
fragt hat, dem Versicherer anzuzeigen. Stellt der Versicherer nach rung die Prämie um mehr als zehn Prozent oder schließt der Versiche­
der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers, aber vor Vertrags­ rer die Gefahrabsicherung für den nicht angezeigten Umstand aus,
annahme Fragen im Sinne des Satzes 1, so ist der Versicherungsneh­ kann der Versicherungsnehmer den Vertrag innerhalb eines Monats
mer auch insoweit zur Anzeige verpflichtet. nach Zugang der Mitteilung des Versicherers ohne Einhaltung einer
Frist kündigen. Der Versicherer hat den Versicherungsnehmer in der
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(2) Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflicht nach Mitteilung auf dieses Recht hinzuweisen.
Abs. 1, so kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.
§ 20 Vertreter des Versicherungsnehmers § 25 Prämienerhöhung wegen Gefahrerhöhung

Wird der Vertrag von einem Vertreter des Versicherungsnehmers ge­ (1) Der Versicherer kann an Stelle einer Kündigung ab dem Zeitpunkt
schlossen, so sind bei der Anwendung des § 19 Abs. 1 bis 4 und des der Gefahrerhöhung eine seinen Geschäftsgrundsätzen für diese hö­
§ 21 Abs. 2 Satz 2 sowie Abs. 3 Satz 2 sowohl die Kenntnis und die here Gefahr entsprechende Prämie verlangen oder die Absicherung
Arglist des Vertreters als auch die Kenntnis und die Arglist des Versi­ der höheren Gefahr ausschließen. Für das Erlöschen dieses Rechts
cherungsnehmers zu berücksichtigen. Der Versicherungsnehmer gilt § 24 Abs. 3 entsprechend.
kann sich darauf, dass die Anzeigepflicht nicht vorsätzlich oder grob
fahrlässig verletzt worden ist, nur berufen, wenn weder dem Vertreter (2) Erhöht sich die Prämie als Folge der Gefahrerhöhung um mehr als
noch dem Versicherungsnehmer Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zehn Prozent oder schließt der Versicherer die Absicherung der höhe­
zur Last fällt. ren Gefahr aus, so kann der Versicherungsnehmer den Vertrag inner­
halb eines Monats nach Zugang der Mitteilung des Versicherers ohne
Einhaltung einer Frist kündigen. Der Versicherer hat den Versiche­
rungsnehmer in der Mitteilung auf dieses Recht hinzuweisen.
§ 21 Ausübung der Rechte des Versicherers

(1) Der Versicherer muss die ihm nach § 19 Abs. 2 bis 4 zustehenden § 26 Leistungsfreiheit wegen Gefahrerhöhung
Rechte innerhalb eines Monats schriftlich geltend machen. Die Frist
beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem der Versicherer von der Verlet­
zung der Anzeigepflicht, die das von ihm geltend gemachte Recht be­ (1) Tritt der Versicherungsfall nach einer Gefahrerhöhung ein, ist der
gründet, Kenntnis erlangt. Der Versicherer hat bei der Ausübung sei­ Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungs­
ner Rechte die Umstände anzugeben, auf die er seine Erklärung nehmer seine Verpflichtung nach § 23 Abs. 1 vorsätzlich verletzt hat.
stützt; er darf nachträglich weitere Umstände zur Begründung seiner Im Fall einer grob fahrlässigen Verletzung ist der Versicherer berech­
Erklärung angeben, wenn für diese die Frist nach Satz 1 nicht verstri­ tigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versi­
chen ist. cherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die Beweis­
last für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der Versi­
(2) Im Falle eines Rücktritts nach § 19 Abs. 2 nach Eintritt des Versi­ cherungsnehmer.
cherungsfalls ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, es sei
denn, die Verletzung der Anzeigepflicht bezieht sich auf einen Um­ (2) In den Fällen einer Gefahrerhöhung nach § 23 Abs. 2 und 3 ist der
stand, der weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versiche­ Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsfall
rungsfalls noch für die Feststellung oder den Umfang der Leistungs­ später als einen Monat nach dem Zeitpunkt eintritt, zu dem die Anzei­
pflicht des Versicherers ursächlich ist. Hat der Versicherungsnehmer ge dem Versicherer hätte zugegangen sein müssen, es sei denn,
die Anzeigepflicht arglistig verletzt, so ist der Versicherer nicht zur dem Versicherer war die Gefahrerhöhung zu diesem Zeitpunkt be­
Leistung verpflichtet. kannt. Er ist zur Leistung verpflichtet, wenn die Verletzung der Anzei­
gepflicht nach § 23 Abs. 2 und 3 nicht auf Vorsatz beruht; im Fall ei­
(3) Die Rechte des Versicherers nach § 19 Abs. 2 bis 4 erlöschen ner grob fahrlässigen Verletzung gilt Abs. 1 Satz 2.
nach Ablauf von fünf Jahren nach Vertragsschluss; dies gilt nicht für
Versicherungsfälle, die vor Ablauf dieser Frist eingetreten sind. Hat (3) Abweichend von den Abs. 1 und 2 Satz 1 ist der Versicherer zur
der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht vorsätzlich oder arglistig Leistung verpflichtet,
verletzt, beläuft sich die Frist auf zehn Jahre. 1. soweit der Versicherungsnehmer nachweist, dass die Gefahrerhö­
hung nicht ursächlich für den Eintritt des Versicherungsfalls oder den
Umfang der Leistungspflicht war oder
2. wenn zur Zeit des Eintrittes des Versicherungsfalls die Frist für die
§ 22 Arglistige Täuschung
Kündigung des Versicherers abgelaufen und eine Kündigung nicht er­
folgt war.
Das Recht des Versicherers, den Vertrag wegen arglistiger Täu­
schung anzufechten, bleibt unberührt.
§ 27 Unerhebliche Gefahrerhöhung
§ 23 Gefahrerhöhung
Die §§ 23 bis 26 sind nicht anzuwenden, wenn nur eine unerhebliche
Erhöhung der Gefahr vorliegt oder wenn nach den Umständen als ver­
(1) Der Versicherungsnehmer darf nach Abgabe seiner Vertragserklä­ einbart anzusehen ist, dass die Gefahrerhöhung mitversichert sein
rung ohne Einwilligung des Versicherers keine Gefahrerhöhung vor­ soll.
nehmen oder deren Vornahme durch einen Dritten gestatten.
(2) Erkennt der Versicherungsnehmer nachträglich, dass er ohne Ein­
willigung des Versicherers eine Gefahrerhöhung vorgenommen oder § 28 Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit
gestattet hat, so hat er die Gefahrerhöhung dem Versicherer unver­
züglich anzuzeigen. (1) Bei Verletzung einer vertraglichen Obliegenheit, die vom Versiche­
rungsnehmer vor Eintritt des Versicherungsfalls gegenüber dem Versi­
(3) Tritt nach Abgabe der Vertragserklärung des Versicherungsneh­ cherer zu erfüllen ist, kann der Versicherer den Vertrag innerhalb ei­
mers eine Gefahrerhöhung unabhängig von seinem Willen ein, so hat nes Monats, nachdem er von der Verletzung Kenntnis erlangt hat, oh­
er die Gefahrerhöhung, nachdem er von ihr Kenntnis erlangt hat, dem ne Einhaltung einer Frist kündigen, es sei denn, die Verletzung beruht
Versicherer unverzüglich anzuzeigen. nicht auf Vorsatz oder auf grober Fahrlässigkeit.
(2) Bestimmt der Vertrag, dass der Versicherer bei Verletzung einer
§ 24 Kündigung wegen Gefahrerhöhung vom Versicherungsnehmer zu erfüllenden vertraglichen Obliegenheit
nicht zur Leistung verpflichtet ist, ist er leistungsfrei, wenn der Versi­
(1) Verletzt der Versicherungsnehmer seine Verpflichtung nach § 23 cherungsnehmer die Obliegenheit vorsätzlich verletzt hat. Im Fall ei­
ner grob fahrlässigen Verletzung der Obliegenheit ist der Versicherer
B NB 2 (01.07.2023) 3002AVJ001 D J1B121-133 P

Abs. 1, kann der Versicherer den Vertrag ohne Einhaltung einer Frist
kündigen, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat die Verpflich­ berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens
tung weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt. Beruht die Verlet­ des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die
zung auf einfacher Fahrlässigkeit, so kann der Versicherer unter Ein­ Beweislast für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt
haltung einer Frist von einem Monat kündigen. der Versicherungsnehmer.

(2) In den Fällen einer Gefahrerhöhung nach § 23 Abs. 2 und 3 kann (3) Abweichend von Abs. 2 ist der Versicherer zur Leistung verpflich­
der Versicherer den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von einem tet, soweit die Verletzung der Obliegenheit weder für den Eintritt oder
Monat kündigen. die Feststellung des Versicherungsfalls noch für die Feststellung oder
den Umfang der Leistungspflicht des Versicherers ursächlich ist.
(3) Das Kündigungsrecht nach den Abs. 1 und 2 erlischt, wenn es Satz 1 gilt nicht, wenn der Versicherungsnehmer die Obliegenheit arg­
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nicht innerhalb eines Monats ab der Kenntnis des Versicherers von listig verletzt hat.
der Erhöhung der Gefahr ausgeübt wird oder wenn der Zustand wie­
derhergestellt ist, der vor der Gefahrerhöhung bestanden hat. (4) Die vollständige oder teilweise Leistungsfreiheit des Versicherers
nach Abs. 2 hat bei Verletzung einer nach Eintritt des Versicherungs­
falls bestehenden Auskunfts- oder Aufklärungsobliegenheit zur Vo­ (2) Die Kenntnis des Versicherten ist nicht zu berücksichtigen, wenn
raussetzung, dass der Versicherer den Versicherungsnehmer durch der Vertrag ohne sein Wissen geschlossen worden ist oder ihm eine
gesonderte Mitteilung in Textform auf diese Rechtsfolge hingewiesen rechtzeitige Benachrichtigung des Versicherungsnehmers nicht mög­
hat. lich oder nicht zumutbar war. Der Versicherer braucht den Einwand,
dass der Vertrag ohne Wissen des Versicherten geschlossen worden
(5) Eine Vereinbarung, nach welcher der Versicherer bei Verletzung ist, nicht gegen sich gelten zu lassen, wenn der Versicherungsneh­
einer vertraglichen Obliegenheit zum Rücktritt berechtigt ist, ist unwirk­ mer den Vertrag ohne Auftrag des Versicherten geschlossen und bei
sam. Vertragsschluss dem Versicherer nicht angezeigt hat, dass er den
Vertrag ohne Auftrag des Versicherten schließt.
§ 37 Zahlungsverzug bei Erstprämie
§ 74 Überversicherung
(1) Wird die einmalige oder die erste Prämie nicht rechtzeitig gezahlt,
so ist der Versicherer, solange die Zahlung nicht bewirkt ist, zum (1) Übersteigt die Versicherungssumme den Wert des versicherten In­
Rücktritt vom Vertrag berechtigt, es sei denn, der Versicherungsneh­ teresses (Versicherungswert) erheblich, kann jede Vertragspartei ver­
mer hat die Nichtzahlung nicht zu vertreten. langen, dass die Versicherungssumme zur Beseitigung der Überversi­
(2) Ist die einmalige oder die erste Prämie bei Eintritt des Versiche­ cherung unter verhältnismäßiger Minderung der Prämie mit sofortiger
rungsfalls nicht gezahlt, so ist der Versicherer nicht zur Leistung ver­ Wirkung herabgesetzt wird.
pflichtet, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat die Nichtzahlung (2) Schließt der Versicherungsnehmer den Vertrag in der Absicht,
nicht zu vertreten. Der Versicherer ist nur leistungsfrei, wenn er den sich aus der Überversicherung einen rechtswidrigen Vermögensvor­
Versicherungsnehmer durch besondere Mitteilung in Textform oder teil zu verschaffen, ist der Vertrag nichtig; dem Versicherer steht die
durch einen auffälligen Vermerk im Versicherungsschein auf diese Prämie bis zu dem Zeitpunkt zu, zu dem er von den die Nichtigkeit be­
Rechtsfolge der Nichtzahlung der Prämie hingewiesen hat. gründenden Umständen Kenntnis erlangt.

§ 38 Zahlungsverzug bei Folgeprämie § 79 Beseitigung der Mehrfachversicherung

(1) Wird eine Folgeprämie nicht rechtzeitig gezahlt, so kann der Versi­ (1) Hat der Versicherungsnehmer den Vertrag, durch den die Mehr­
cherer dem Versicherungsnehmer auf dessen Kosten in Textform ei­ fachversicherung entstanden ist, ohne Kenntnis von dem Entstehen
ne Zahlungsfrist bestimmen, die mindestens zwei Wochen betragen der Mehrfachversicherung geschlossen, so kann er verlangen, dass
muss. Die Bestimmung ist nur wirksam, wenn sie die rückständigen der später geschlossene Vertrag aufgehoben oder die Versicherungs­
Beträge der Prämie, Zinsen und Kosten im Einzelnen beziffert und die summe unter verhältnismäßiger Minderung der Prämie auf den Teilbe­
Rechtsfolgen angibt, die nach den Abs. 2 und 3 mit dem Fristablauf trag herabgesetzt wird, der durch die frühere Versicherung nicht ge­
verbunden sind; bei zusammengefassten Verträgen sind die Beträge deckt ist.
jeweils getrennt anzugeben.
(2) Abs. 1 ist auch anzuwenden, wenn die Mehrfachversicherung da­
(2) Tritt der Versicherungsfall nach Fristablauf ein und ist der Versi­ durch entstanden ist, dass nach Abschluss der mehreren Versiche­
cherungsnehmer bei Eintritt mit der Zahlung der Prämie oder der Zin­ rungsverträge der Versicherungswert gesunken ist. Sind in diesem
sen oder Kosten in Verzug, ist der Versicherer nicht zur Leistung ver­ Fall die mehreren Versicherungsverträge gleichzeitig oder im Einver­
pflichtet. nehmen der Versicherer abgeschlossen worden, so kann der Versi­
(3) Der Versicherer kann nach Fristablauf den Vertrag ohne Einhal­ cherungsnehmer nur die verhältnismäßige Herabsetzung der Versi­
tung einer Frist kündigen, sofern der Versicherungsnehmer mit der cherungssummen und der Prämien verlangen.
Zahlung der geschuldeten Beträge in Verzug ist. Die Kündigung kann
mit der Bestimmung der Zahlungsfrist so verbunden werden, dass sie
mit Fristablauf wirksam wird, wenn der Versicherungsnehmer zu die­ § 80 Fehlendes versichertes Interesse
sem Zeitpunkt mit der Zahlung in Verzug ist; hierauf ist der Versiche­
rungsnehmer bei der Kündigung ausdrücklich hinzuweisen. Die Kündi­ (1) Der Versicherungsnehmer ist nicht zur Zahlung der Prämie ver­
gung wird unwirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb ei­ pflichtet, wenn das versicherte Interesse bei Beginn der Versicherung
nes Monats nach der Kündigung oder, wenn sie mit der Fristbestim­ nicht besteht; dies gilt auch, wenn das Interesse bei einer Versiche­
mung verbunden worden ist, innerhalb eines Monats nach Fristablauf rung, die für ein künftiges Unternehmen oder für ein anderes künfti­
die Zahlung leistet; Abs. 2 bleibt unberührt. ges Interesse genommen ist, nicht entsteht. Der Versicherer kann je­
doch eine angemessene Geschäftsgebühr verlangen.

§ 39 Vorzeitige Vertragsbeendigung (2) Fällt das versicherte Interesse nach dem Beginn der Versicherung
weg, so steht dem Versicherer die Prämie zu, die er hätte beanspru­
chen können, wenn die Versicherung nur bis zu dem Zeitpunkt bean­
(1) Im Fall der Beendigung des Versicherungsverhältnisses vor Ab­ tragt worden wäre, zu dem der Versicherer vom Wegfall des Interes­
lauf der Versicherungsperiode steht dem Versicherer für diese Versi­ ses Kenntnis erlangt hat.
cherungsperiode nur derjenige Teil der Prämie zu, der dem Zeitraum
entspricht, in dem Versicherungsschutz bestanden hat. Wird das Ver­ (3) Hat der Versicherungsnehmer ein nicht bestehendes Interesse in
sicherungsverhältnis durch Rücktritt auf Grund des § 19 Abs. 2 oder der Absicht versichert, sich dadurch einen rechtswidrigen Vermögens­
durch Anfechtung des Versicherers wegen arglistiger Täuschung be­ vorteil zu verschaffen, so ist der Vertrag nichtig; dem Versicherer
endet, so steht dem Versicherer die Prämie bis zum Wirksamwerden steht die Prämie bis zu dem Zeitpunkt zu, zu dem er von den die Nich­
der Rücktritts- oder Anfechtungserklärung zu. Tritt der Versicherer tigkeit begründenden Umständen Kenntnis erlangt.
nach § 37 Abs. 1 zurück, so kann er eine angemessene Geschäftsge­
bühr verlangen.
§ 82 Abwendung und Minderung des Schadens
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(2) Endet das Versicherungsverhältnis nach § 16, kann der Versiche­


rungsnehmer den auf die Zeit nach der Beendigung des Versiche­
rungsverhältnisses entfallenden Teil der Prämie unter Abzug der für (1) Der Versicherungsnehmer hat bei Eintritt des Versicherungsfalls
diese Zeit aufgewendeten Kosten zurückfordern. nach Möglichkeit für die Abwendung und Minderung des Schadens zu
sorgen.
(2) Der Versicherungsnehmer hat Weisungen des Versicherers, so­
§ 47 Kenntnis und Verhalten des Versicherten weit für ihn zumutbar, zu befolgen sowie Weisungen einzuholen,
wenn die Umstände dies gestatten. Erteilen mehrere an dem Versi­
(1) Soweit die Kenntnis und das Verhalten des Versicherungsneh­ cherungsvertrag beteiligte Versicherer unterschiedliche Weisungen,
mers von rechtlicher Bedeutung sind, sind bei der Versicherung für so hat der Versicherungsnehmer nach pflichtgemäßem Ermessen zu
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fremde Rechnung auch die Kenntnis und das Verhalten des Versicher­ handeln.
ten zu berücksichtigen.
(3) Bei Verletzung einer Obliegenheit nach den Abs. 1 und 2 ist der
Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungs­
nehmer die Obliegenheit vorsätzlich verletzt hat. Im Fall einer grob Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die Be­
fahrlässigen Verletzung ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung weislast für das Nichtvorliegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der
in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers Versicherungsnehmer.
entsprechenden Verhältnis zu kürzen; die Beweislast für das Nichtvor­
liegen einer groben Fahrlässigkeit trägt der Versicherungsnehmer. (3) Richtet sich der Ersatzanspruch des Versicherungsnehmers ge­
gen eine Person, mit der er bei Eintritt des Schadens in häuslicher Ge­
(4) Abweichend von Abs. 3 ist der Versicherer zur Leistung verpflich­ meinschaft lebt, so kann der Übergang nach Abs. 1 nicht geltend ge­
tet, soweit die Verletzung der Obliegenheit weder für die Feststellung macht werden, es sei denn, diese Person hat den Schaden vorsätz­
des Versicherungsfalls noch für die Feststellung oder den Umfang der lich verursacht.
Leistungspflicht ursächlich ist. Satz 1 gilt nicht, wenn der Versiche­
rungsnehmer die Obliegenheit arglistig verletzt hat.
§ 215 Gerichtsstand

§ 86 Übergang von Ersatzansprüchen (1) Für Klagen aus dem Versicherungsvertrag oder der Versicherungs­
vermittlung ist auch das Gericht örtlich zuständig, in dessen Bezirk
(1) Steht dem Versicherungsnehmer ein Ersatzanspruch gegen einen der Versicherungsnehmer zur Zeit der Klageerhebung seinen Wohn­
Dritten zu, so geht dieser Anspruch auf den Versicherer über, soweit sitz, in Ermangelung eines solchen seinen gewöhnlichen Aufenthalt
der Versicherer den Schaden ersetzt. Der Übergang kann nicht zum hat. Für Klagen gegen den Versicherungsnehmer ist dieses Gericht
Nachteil des Versicherungsnehmers geltend gemacht werden. ausschließlich zuständig.
(2) Der Versicherungsnehmer hat seinen Ersatzanspruch oder ein zur (2) § 33 Abs. 2 der Zivilprozessordnung ist auf Widerklagen der ande­
Sicherung dieses Anspruchs dienendes Recht unter Beachtung der ren Partei nicht anzuwenden.
geltenden Form- und Fristvorschriften zu wahren und bei dessen
Durchsetzung durch den Versicherer soweit erforderlich mitzuwirken. (3) Eine von Abs. 1 abweichende Vereinbarung ist zulässig für den
Verletzt der Versicherungsnehmer diese Obliegenheit vorsätzlich, so Fall, dass der Versicherungsnehmer nach Vertragsschluss seinen
ist der Versicherer zur Leistung insoweit nicht verpflichtet, als er infol­ Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt aus dem Geltungsbereich die­
ge dessen keinen Ersatz von dem Dritten erlangen kann. Im Fall einer ses Gesetzes verlegt oder sein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufent­
grob fahrlässigen Verletzung der Obliegenheit ist der Versicherer be­ halt im Zeitpunkt der Klageerhebung nicht bekannt ist.
rechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des

ZPO

§ 13 Allgemeiner Gerichtsstand des Wohnsitzes schäfte geschlossen werden, so können gegen ihn alle Klagen, die
auf den Geschäftsbetrieb der Niederlassung Bezug haben, bei dem
Der allgemeine Gerichtsstand einer Person wird durch den Wohnsitz Gericht des Orts erhoben werden, wo die Niederlassung sich befin­
bestimmt. det.
(2) Der Gerichtsstand der Niederlassung ist auch für Klagen gegen
Personen begründet, die ein mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden ver­
§ 17 Allgemeiner Gerichtsstand juristischer Personen sehenes Gut als Eigentümer, Nutznießer oder Pächter bewirtschaf­
ten, soweit diese Klagen die auf die Bewirtschaftung des Guts sich be­
(1) Der allgemeine Gerichtsstand der Gemeinden, der Korporationen ziehenden Rechtsverhältnisse betreffen.
sowie derjenigen Gesellschaften, Genossenschaften oder anderen
Vereine und derjenigen Stiftungen, Anstalten und Vermögensmassen,
die als solche verklagt werden können, wird durch ihren Sitz be­ § 29 Besonderer Gerichtsstand des Erfüllungsorts
stimmt. Als Sitz gilt, wenn sich nichts anderes ergibt, der Ort, wo die
Verwaltung geführt wird. (1) Für Streitigkeiten aus einem Vertragsverhältnis und über dessen
(2) Gewerkschaften haben den allgemeinen Gerichtsstand bei dem Bestehen ist das Gericht des Orts zuständig, an dem die streitige Ver­
Gericht, in dessen Bezirk das Bergwerk liegt, Behörden, wenn sie als pflichtung zu erfüllen ist.
solche verklagt werden können, bei dem Gericht ihres Amtssitzes. (2) Eine Vereinbarung über den Erfüllungsort begründet die Zuständig­
(3) Neben dem durch die Vorschriften dieses Paragraphen bestimm­ keit nur, wenn die Vertragsparteien Kaufleute, juristische Personen
ten Gerichtsstand ist ein durch Statut oder in anderer Weise beson­ des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen
ders geregelter Gerichtsstand zulässig. sind.

§ 21 Besonderer Gerichtsstand der Niederlassung

(1) Hat jemand zum Betrieb einer Fabrik, einer Handlung oder eines
anderen Gewerbes eine Niederlassung, von der aus unmittelbar Ge­
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Debeka
Allgemeine Versicherung AG

Besondere Bedingungen für Baustellen im Bereich von Gewässern


oder in Bereichen, in denen das Grundwasser durch Gewässer be­
einflusst wird (siehe A. § 2 Nr. 1 c) Debeka ABN 2008)
- Stand: 1. Juli 2012 -

1. Abweichend von A. § 2 Nr. 3 d) Debeka ABN 2008 leistet der Versi­ Besteht ein für den Versicherungsort maßgebender amtlicher Pegel
cherer Entschädigung für Schäden durch Wassereinbrüche oder An­ nicht, so tritt an die Stelle der Wasserstände oder Wassermengen ge­
steigen des Grundwassers, wenn diese Ereignisse infolge eines ande­ mäß Nr. 3 der Wasserstand oder die Wassermenge, mit der am Versi­
ren entschädigungspflichtigen Schadens eintreten. cherungsort zur Zeit des Versicherungsfalls zu rechnen war. Spitzen­
werte, die für einen Monat außergewöhnlich sind, bleiben hierbei un­
2. Ergänzend zu B. § 8 Nr. 1.1 Debeka ABN 2008 hat der Versiche­ berücksichtigt.
rungsnehmer vor Eintritt des Versicherungsfalls Spundwände und
Fangdämme sowie Joche und sonstige Hilfskonstruktionen 5. Nur wenn dies besonders vereinbart ist, leistet der Versicherer Ent­
schädigung für Schäden durch außergewöhnliches Hochwasser oder
a) in einem standsicheren Zustand zu errichten und durch Ansteigen des Grundwassers infolge außergewöhnlichen Hoch­
b) die Standsicherheit laufend durch die notwendigen Maßnah­ wassers. Dies gilt auch für Schäden, die das Hochwasser verursacht,
men zu gewährleisten. bevor es den außergewöhnlichen Wert erreicht hat, die aber mit Si­
cherheit auch nach dem Zeitpunkt eingetreten wären.
Verletzt der Versicherungsnehmer eine der in Nr. 2 genannten Oblie­
genheiten vorsätzlich oder grob fahrlässig, so kann der Versicherer Hochwasser gilt als außergewöhnlich, wenn folgende Wasserstände
nach Maßgabe von B. § 8 Debeka ABN 2008 zur Kündigung berech­ oder Wassermengen überschritten sind:
tigt oder auch leistungsfrei sein. Gewässer:
Führt die Verletzung der Obliegenheit zu einer Gefahrerhöhung, gilt Pegel:
B. § 9 Debeka ABN 2008. Danach kann der Versicherer kündigen
oder leistungsfrei sein. Fluss-km:
3. Der Versicherer leistet Entschädigung für Schäden durch unge­ Pegelnull:
wöhnliches Hochwasser oder durch Ansteigen des Grundwassers in­
folge ungewöhnlichen Hochwassers. Wasserstände/Wassermengen:

Hochwasser gilt als ungewöhnlich, wenn folgende Wasserstände November Dezember Januar Februar März April
oder Wassermengen überschritten sind:
Gewässer:
Pegel:
Fluss-km:
Mai Juni Juli August September Oktober
Pegelnull:
Wasserstände/Wassermengen:

November Dezember Januar Februar März April

6. Wurden Wasserstände oder Wassermengen gemäß Nr. 5 nicht ver­


einbart, so tritt an deren Stelle der Wasserstand oder die Wassermen­
ge, von denen an Schäden durch Hochwasser oder durch Ansteigen
des Grundwassers infolge von Hochwasser unabwendbare Umstände
im Sinn der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)
Mai Juni Juli August September Oktober
in der bei Abschluss des Versicherungsvertrags aktuellen Fassung
darstellen.

4. Wurden Wasserstände oder Wassermengen gemäß Nr. 3 nicht ver­


einbart, so tritt an deren Stelle für jeden Monat der höchste Wasser­
B NB 2 (01.07.2023) 3002AVJ001 D J1B121-133 P

stand oder die größte Wassermenge, die während der letzten zehn
Jahre an dem Versicherungsort am nächsten gelegenen und durch
die Baumaßnahmen nicht beeinflussten amtlichen Pegel erreicht wur­
den. Spitzenwerte, die für einen Monat außergewöhnlich sind, bleiben
hierbei unberücksichtigt.
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