Riumph Des Erzens: PDF - Familie Mariens 2016 (VI) Nr. 139
Riumph Des Erzens: PDF - Familie Mariens 2016 (VI) Nr. 139
I
„ ch habe praktisch alle Weihnachten
meines Lebens zusammen mit Waisenkindern
M utter Teresa stammte aus einer wohl-
habenden albanischen Familie. Ihr Vater war ein
verbracht. Bei ihnen fühlte ich mich dem Je- geachteter Geschäftsmann, und die Familie lebte
suskind nahe“, sagte Mutter Teresa von Kal- in Skopje in einer komfortablen Villa. Dennoch
kutta einmal zum italienischen Journalisten vertiefte das Mädchen auf Wunsch der Eltern sei-
Renzo Allegri, der durch Bischof Hnilica mit nen Kontakt zu den Armen. Schließlich wurde sie
Mutter Teresa bekannt wurde. Oft sprach sie in Ordensfrau, um sich ganz den Armen zu widmen.
Interviews mit ihm über ihre Kinder und über Das Institut der Loretoschwestern, in das sie ein-
Weihnachten, „das größte kosmische Ereig- getreten war, wirkte zwar in Missionsländern, war
nis in der Geschichte“. Sie erzählte dem Jour- aber auf Erziehung und Unterricht ausgerichtet.
nalisten, dass es ihre Mutter war, die sie als Erste 18 Jahre lang unterrichtete Mutter Teresa als Leh-
ermutigte, die Festtage daheim in Skopje mit ar- rerin, doch dann, so sagte sie, „erhielt ich einen
men Kindern zu verbringen. Ruf innerhalb der Berufung. Jesus ließ mich
„Jeden Sonntag begleitete uns die Mutter zu verstehen, dass ich mich der Ärmsten der Ar-
irgendwelchen armen Familien der Stadt, um men annehmen sollte … Zu Weihnachten 1948
ihnen Nahrungsmittel und Kleidung zu brin- wollte ich meine neue Mission beginnen. Ja,
gen. Und zu Weihnachten gingen wir zu den ich wählte bewusst Weihnachten dafür, weil
allerärmsten Familien. Ich erinnere mich an dieses Fest das Wesentliche unseres Glaubens
eine arme Witwe, die mit ihren sieben Kin- repräsentiert. Weihnachten ist das Symbol für
dern, die fast alle noch klein waren, in einem das Leiden und gleichzeitig das Symbol für
dunklen, schmutzigen Raum lebte. Es zerriss den Triumph des menschgewordenen Gottes-
mir das Herz, als wir sie aufsuchten und diese sohnes. Leiden wegen der Geburt in Armut
armseligen Kreaturen zusammengepfercht auf und wegen des Eintritts in diese Welt des Exi-
einem einzigen Bett vorfanden, das aus einem ls und der Prüfung; Triumph, weil Jesus, der
eigenartigen Gestell mit lauter schmierigen, Mensch geworden ist, die Menschheit erlöste,
abgenutzten Decken bestand. Ein einziges den Tod besiegte und uns die Auferstehung
Zimmer für acht Personen mit einem ‚Loch‘ schenkte.
als Küche und ohne Toilette! Da war es un- Am Morgen des 21. Dezember 1948, nach
sere Mutter, die uns erklärte, dass auch Jesus der Hl. Messe, ging ich nach Motijhil in den
in trostloser Armut zur Welt gekommen ist, einzigen Slum, den ich kannte, ein Armen-
in einem Stall, der schlimmer war als dieser viertel, das nahe dem Schulgebäude lag, wo
Raum. Ich weinte, als ich diese Worte hörte.“ ich viele Jahre hindurch unterrichtet hatte. In
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diesen Slum hatte ich schon seit langer Zeit Platz in der Unterkunft fand und schließlich
jeweils zu Weihnachten meine Schülerinnen mit einem Stall vorliebnehmen musste, wo sie
geschickt, um Weihnachtsgeschenke dorthin Jesus zur Welt brachte. Bei mir war es schon
zu bringen, die ich für arme, mir unbekannte mitten in der Nacht, als es mir gelang, eine
Kinder vorbereitet hatte. Frau zu finden, die mir für fünf Rupien im Mo-
nat eine armselige Hütte vermietete. Gleich
J etzt endlich war es so weit, dass ich selbst
zu diesen Kindern gehen konnte, um Weih-
am nächsten Tag fing ich in dieser Hütte an,
fünf Kinder zu unterrichten. Meine ersten fünf
nachten in ganz ‚realem‘ Kontakt mit Jesus Kinder! In meiner Behausung gab es weder
zu feiern, der in den Armen lebt. Den ganzen Tisch noch Stühle und auch keine Schultafel.
Tag blieb ich in Motijhil, um mich dort mit den Mit einem Stock schrieb ich die Buchstaben
Müttern anzufreunden und um mit ihren Kin- des Alphabets auf den bloßen Boden. So hielt
dern zu spielen. Ich war so glücklich, dass ich ich Schule! Drei Tage später waren aus den
völlig vergaß, dass ich keinen Platz zum Über- fünf Kindern 25 geworden, und noch vor Jah-
nachten hatte. So begann ich am Abend nach resende waren es 41. Später errichtete ich
einer Unterkunft zu suchen, wobei mir war, dort eine Schule, groß genug für 500 Kinder.
als erlebte ich ein wenig die Herbergssuche Seitdem feiere ich jedes Jahr zu Weihnachten
der ‚Gottesmutter in Erwartung‘, die keinen den Beginn meines Werkes.“
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Zeugnis eines Kindes
W ie viele Paare, so leben auch Giovanni
und Valentina aus Mailand schon seit vielen Jah-
A m Ende eines anstrengenden Tages, an
dem sie mehrere Kilometer zu Fuß zurückgelegt
ren zusammen, ohne dass sie die Notwendigkeit hatten, fragte Giovanni die Kleinen: „Was hat
sehen, sich standesamtlich oder kirchlich ein euch heute denn am besten von allem gefal-
Eheversprechen zu geben. Da sich Valentina als len?“ Nicolino antwortete: „Mir hat das Je-
Atheistin bezeichnet und auch Giovanni seinen suskind am besten gefallen!“ Tatsächlich hat-
christlichen Glauben nicht praktiziert, haben sie ten sie am Morgen eine Kirche besucht, und der
natürlich ihre beiden Söhne Francesco (7 Jah- Vierjährige hatte sich vor der dort aufgebauten
re) und Nicola (4 Jahre) auch nicht taufen las- Krippe, in der das Jesuskind lag, ganz andächtig
sen. Allerdings wählten sie für ihre Kinder eine und ehrfürchtig niedergekniet. Von ihren Leh-
katholische Privatschule, weil sie als die beste rern hatten die Jungen ja schon einiges über die-
Schule des Stadtteils gilt. Zudem waren sie bei ses Kind gehört und sogar beten gelernt. Dieser
der Begegnung mit dem Schuldirektor und dem schöne Augenblick machte nicht nur die Eltern,
Lehrpersonal von deren persönlichem Einsatz sondern sogar den Pater, der gerade in der Kirche
und der Erziehungsmethode sehr angetan. war, betroffen: Dieses Kind zeigte dem kleinen
Jesus so viel Liebe - und sie, die Erwachsenen?
Im vergangenen Jahr entschieden sie sich, die
Weihnachtsferien im Geburtsort von Giovan- Was hatten Giovanni und Valentina in diesen Fe-
nis Eltern in Sizilien zu verbringen. Das Haus rien nicht alles mit den Kindern unternommen!
befindet sich am Hauptplatz des Dorfes direkt Und doch hatte gerade etwas vom Schlichtesten -
neben der Pfarrkirche, wo über Lautsprecher das Jesuskind in der Krippe - sowohl die Kleinen
Weihnachtslieder und alle liturgischen Feiern in als auch die Großen am nachhaltigsten berührt.
voller Lautstärke übertragen wurden. Nicolino Bisher waren sie der Meinung gewesen, man
und Francesco waren begeistert, denn viele die- solle die Kinder erst als reife Erwachsene ihre
ser Lieder hatten sie in ihrer Schule in Mailand Glaubensrichtung wählen lassen. Doch nach die-
gelernt. Aus Leibeskräften sangen sie im Wohn- sen Weihnachtsferien änderten sie ihre Meinung
zimmer mit und genossen die weihnachtliche und entschlossen sich, ihre Söhne taufen zu las-
Stimmung. sen. Der vierjährige Nicola, der vor der Krippe
Giovanni und Valentina organisierten Ausflüge, kniete und mit dem Jesuskind sprach, lehrte seine
um die schönsten Orte Siziliens zu besichtigen, Eltern, dass dieses Kind ihm mehr geben kann als
denn sie wollten ihren Kindern etwas bieten. alle Vergnügungen der Welt.
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Fünf Neupriester..
Am Samstag, den 27. August 2016, wurden in der St.-Anna-Basilika in Altötting
fünf Diakone aus fünf verschiedenen Ländern durch Handauflegung
S. E. Mauro Kardinal Piacenza aus Rom zu Priestern geweiht:
P. Sanghee Andreas Park aus Korea, P. Luca Ambrogio Ruggeri aus Italien,
P. Janko Maria Studer aus der Schweiz, P. Norbert Maria Herre aus Deutschland
und P. Hermann Josef Mallaun aus Österreich.
In gewisser Weise verdanken sich die Neupriester auch Euch, liebe Leser, denn viele
von Euch haben ihnen in den Jahren der Ausbildung durch das Gebet,
durch aufgeopfertes Leiden und durch finanzielle Unterstützung geholfen,
so dass sie heute am Altar stehen dürfen. Alle haben versprochen, auch in Zukunft
während ihres priesterlichen Wirkens in Dankbarkeit am Altar immer wieder Eurer
zu gedenken. Als kleines äußeres Zeichen ihrer Verbundenheit erzählen sie
auf den folgenden Seiten von ihrem Glaubensweg.
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Ein Kind der Gottesmutter
Wie es sein Primizspruch bereits ausdrückt: P. Hermann Josef Mallaun
möchte ganz als Kind der Gottesmutter seinen priesterlichen Dienst
in der Kirche ausführen. „Am meisten freue ich mich darauf, den Menschen
das Vertrauen zu Gott, unserem himmlischen Vater, zu vermitteln und Zeugnis
dafür abzulegen, dass wir eine Mutter haben, die uns liebt, uns versteht,
immer bei uns ist und uns führt. Das fehlt heute so vielen Menschen.“
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tiefen Gebetslebens, aber gleichzeitig das Lesen geistlicher Literatur. Ich liebte diese
freundschaftliche Miteinander der Brüder Zeit.“ Das wirklich Priesterliche entdeckte er
und Schwestern und die Natürlichkeit, auch erst im Noviziat, als er ein Buch über Maria Sie-
Fußball spielen zu gehen, wenn die Zeit da- ler las. „Ich verstand, dass Jesus Sein Leben
für da ist. Obwohl ich ja viel jünger war, wa- immerwährend in mir leben möchte, nicht
ren die Seminaristen für mich gleich Freun- nur am Altar. Das war so ein Aha-Erlebnis.
de. Ich fühlte mich wie in einer Familie.“ Ich denke, man versteht nur das, was man
Deshalb entschied er sich mit 14 Jahren, sobald braucht, und nun war der richtige Moment
als möglich nach Rom zu gehen. Aber zunächst für mich gekommen, dies zu verstehen.“
musste er noch die Schulbank drücken; er ab-
solvierte eine dreijährige Landwirtschaftsschu- Auch als Johannes schon im Seminar war, kam
le. Erstaunlicherweise interessierte ihn plötz- er immer gerne nach Hause, denn in seiner
lich alles, und er schloss als Jahrgangsbester ab. Pfarrkirche feiert Herr Dekan Dr. Johann Traus-
„Ich denke, das war auch ein Geschenk des nitz, bei dem er schon als Jugendlicher gerne
Himmels, denn ich fragte mich immer: Wie ministriert hatte, täglich die Hl. Messe, was ja
soll ich einmal fünf Jahre an der Uni studie- heute gar nicht mehr so selbstverständlich ist.
ren können, wenn ich mir beim Lernen so Dabei legt er großen Wert auf eine würdige Li-
schwertue? Dass es mir auf einmal so leicht turgie. „Für dieses Beispiel war und bin ich
von der Hand ging, ermutigte mich auf mei- ihm sehr dankbar!“ Nach dem Philosophie-
nem Berufungsweg. Dafür danke ich Gott und Theologiestudium an der Universität Santa
heute noch.“ Croce in Rom wurde Johannes am 8. Dezember
2007, mit 17 Jahren, verließ Johannes seine 2015 zusammen mit seinen vier Mitbrüdern in
Heimat und ging nach Rom. Einen Tag bevor der neurestaurierten Kirche in Stará Halič gleich
er abfuhr, verabschiedete er sich bei seinen Mit- neben dem Mutterhaus zum Diakon geweiht.
spielern im Internet und hat seitdem nie mehr „Ich freue mich schon auf das pastorale Wir-
ein Computerspiel gestartet, obwohl er noch alle ken, denn ich möchte für die Menschen wirk-
CDs zu Hause hat. „Dass mir das so leichtfiel, lich so ein guter Hirte sein, der ihnen den
verdanke ich sicher an erster Stelle der Got- rechten Weg zeigt, um ein geglücktes und
tesmutter, aber dann auch dem Gebet meiner glückliches Leben mit Gott leben zu können.
Eltern.“ Da er noch sehr jung war, bat er dar- Ein großer Dank geht vor allem an meine El-
um, ein dreijähriges Noviziat machen zu dürfen. tern. Denn von ihnen habe ich den Glauben
Nicht dass er sich seiner Berufung nicht sicher bekommen, und sie haben mich in meiner
gewesen wäre, „aber wir hatten es einfach Berufungsfindung immer unterstützt, aber
sehr schön, ich hatte Zeit zum Beten und nie gedrängt.“
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Gottes Ruf
ließ mich nicht mehr los
P. Janko Maria Studer kommt aus dem malerischen, fast tausend Meter hoch
gelegenen Ort Ried-Brig im Kanton Wallis in der Schweiz.
Für Jesus hat er seine geliebten Berge, seine Familie und Freunde verlassen
und ging im Oktober 2008 nach Rom ins Vorseminar, um Priester zu werden.
Wie es zu dieser Entscheidung kam, erzählt uns P. Janko Maria selbst.
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bewusst, dass ich vor allem deshalb am Leben Mit großer Freude fuhr ich nach Rom und durfte
bleiben wollte, weil ich Missionar werden woll- hier die Spiritualität in mich aufnehmen und
te. Als wir dann mit dem Aufstieg begannen, mich dann dem Studium widmen. Ich liebte es,
lagen wir schon bald bis zur Brust im Schnee an den Werktagen nach Rom hineinzufahren und
und mussten uns mit allen Kräften hocharbei- immer wieder eine andere Kirche oder einen mir
ten. Immer wieder schickte ich kleine Stoßge- noch unbekannten Stadtteil zu entdecken. Das
bete zur Muttergottes. Endlich auf der Piste Flair dieser Stadt ist einfach mit nichts zu ver-
angekommen, sahen wir, dass wir dort unten gleichen. In diesen Jahren wurde vor allem mei-
gar nicht mehr auf dem Felsen gewesen waren, ne Beziehung zur Gottesmutter viel tiefer und
sondern nur noch auf einer überhängenden Flä- lebendiger. Ihr habe ich mein ganzes Priester-
che von Schnee! Ich konnte Gott nur danken. Ja, tum anvertraut, und das macht mich ruhig, wenn
Er hatte mein Leben gerettet - aber Missionar ich auf die Anforderungen schaue, die an einen
werden? Zunächst geschah etwas ganz anderes: Priester gestellt werden.
Ich verliebte mich in ein Mädchen aus unserer Ge- Gleich nach meiner Priesterweihe durfte ich
betsgruppe, und wir begannen eine reine Bezie- an meinen neuen Wirkungsort gehen: in die
hung, die mehrere Jahre dauerte. Auch während Schweiz. Hier wohne ich zusammen mit den
dieser Zeit hat mich der Gedanke ans Priestertum Brüdern und Schwestern der Gemeinschaft in
immer wieder eingeholt. Dennoch entschied ich unserer Missionsstation in Eppishausen und bin
mich nach Beendigung meines Wirtschaftsstudi- offiziell Spiritual der Kapuzinerinnen des Klos-
ums, noch eine zweijährige Päda-gogikausbil- ters der hl. Scholastika in Tübach. Ich hätte mir
dung zu machen, denn ich liebte die Jugendlichen nie träumen lassen, in der Schweiz als meinem
und wollte Gymnasiallehrer werden. Das Unter- ersten Einsatzgebiet zu landen, aber ich freue
richten gefiel mir sehr gut, aber nun ließ mich der mich sehr, gerade bei geistigen Priestermüttern
Ruf Gottes nicht mehr los. meine ersten Erfahrungen machen zu dürfen.
Von ganzem Herzen danke ich Euch allen, wenn
Bei einem Einkehrtag der Familie Mariens in Ihr mich mit Eurem Gebet begleitet, damit sich
Baldegg in der Schweiz hatte ich die Gelegen- der Wille Gottes in meinem Leben vollkommen
heit, P. Paul Maria meinen Wunsch anzuvertrau- verwirklichen kann und ich Seinem Ruf ohne
en, dass ich gerne Priester der Familie Mariens Widerstände antworten werde. Meinerseits ver-
werden wollte. Endlich hatte ich es geschafft, spreche ich Euch meinen priesterlichen Segen
auf die innere Stimme zu antworten, die mich und freue mich immer, wenn der eine oder ande-
nun schon seit acht Jahren rief. re mich in der Schweiz besuchen kommt.
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Christus nach Korea bringen
Erst im 18. Jh. brachten koreanische Intellektuelle, die bei einer Bildungsreise
in China mit dem Christentum in Kontakt gekommen waren, den Glauben
nach Korea. Auch wenn die konfuzianistisch geprägte Monarchie dies zu verhindern
suchte, breitete sich durch das Wirken europäischer Missionare das Evangelium
langsam aus, bis im Jahr 1882 die Religionsfreiheit gewährt wurde.
Heute bezeichnen sich etwa 30% der Südkoreaner als religionslos, und nur 15% der
Bevölkerung sind Katholiken. Wenn man dies bedenkt, kann man nur staunen,
dass der Ruf Gottes zum Priestertum den heute 34-jährigen Sanghee Park
erreichen konnte.
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an einem Gebetstreffen in der Hauptstadt Seoul tun. Meine Mama vertraute mir an,
teilzunehmen. Dort hörte ich zum ersten Mal be- sie habe seit langem darum gebetet, dass einer
wusst von Erscheinungen und von der Weihe an ihrer Söhne sich als Priester ganz Gott schenke.
die Gottesmutter, obwohl ich mich als Kind in Zu jener Zeit war ich von der Idee begeistert,
der Legio Mariae bereits Maria geweiht hatte. einen neuen Lebensstil kennenzulernen, nach
Auch lernte ich junge Leute meines Alters ken- Europa zu gehen und in Rom, im Zentrum der
nen, die mit aufrichtigem Herzen vor dem Aller- Christenheit, eine spirituelle Formung zu erhal-
heiligsten beteten, und ich erlebte mit, wie sie ten. Aber ich hatte keine Ahnung von dieser Ge-
ganze Stunden ihres wertvollen Wochenendes meinschaft, zu der ich unterwegs war. Ich stell-
mit Jesus verbrachten. te mir vor, in einem Kloster zu leben, das sich
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Auf den Spuren des hl. Norbert
„Als ich 1988 mit Josef in Erwartung war“, erzählt uns Frau Herre, „hatten mein
Mann und ich nach einigen Ehejahren eine neue, tiefe Hinwendung zum Glauben
erfahren. Seit dieser Zeit gehört die Hl. Messe zu unserem gemeinsamen Tagesablauf.
So beteten wir täglich für unser drittes Kind - noch im Mutterschoß. Bei der Taufe
weihten wir den kleinen Josef Johannes Raphael der Gottesmutter, da wir selbst
diese Weihe nach Grignion von Montfort bereits mit den anderen beiden Jungen
feierlich in Altötting abgelegt hatten.“
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heute hier im Werk Jesu des Hohenpriesters hl. Theresia von Lisieux, Louis und Zélie Mar-
meine Berufung leben zu dürfen.“ tin, dem Rektor, unserem P. Jean Marie, beizu-
Am Ende der Primizmesse bedankte sich P. Norbert Maria bei seinen Eltern: „Die Liebe der Eltern ist die gottähnlichste
Liebe. Das durfte ich durch euch erfahren. Danke, Mama, dass du daheimgeblieben bist und immer für uns da warst. Ich
weiß: meine Berufung ist eine Frucht eures Gebetes. Denn nur wenn wir an die Liebe Gottes glauben können, können wir
die Ganzhingabe im Zölibat leben. Für mich ist das so einfach, weil ich so gute Eltern habe, die mich immer bedingungslos
geliebt haben.“
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Gottes Liebe lässt frei
P. Luca Ambrogio Ruggeri stammt aus dem bekannten italienischen
Ferienort Riccione an der Adriaküste mit dem größten Wasserpark Europas.
Seine leibliche Schwester Emanuela hat uns im Triumph des Herzens Nr. 97
ein schönes Zeugnis ihres Glaubens im Hinblick auf die Ehe gegeben.
P. Luca hat seine eigene Geschichte, die er Euch in der Freude darüber,
nun Priester sein zu dürfen, gerne erzählt.
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immer glücklicher! Nicht dass ich nicht mehr verliebt gewesen
Ich schloss mich auch einer Jugendgebetsgruppe wäre, aber die Gewissheit der Berufung nahm
an, wo ich miterlebte, dass der Mensch, der be- unerwarteterweise immer mehr Gestalt in mir
tet, viel schöner und viel glücklicher ist als der, an. P. Paul beruhigte mich dann: „Sei ohne
der seine Freuden nur in der Welt sucht. Sorge! Der Herr zwingt dich nicht zu einer
Wahl, Er liebt dich in jedem Fall, unabhän-
A n einem unserer Gebetsabende fragte ein
Mädchen der Gruppe zwei von uns jungen Män-
gig von deiner Entscheidung, ob du eine
Familie gründen oder Priester werden
nern, ob wir bereit wären, sie für ein Wochen- möchtest!“ In diesem Augenblick erlebte ich
ende nach Rom zu begleiten, wo sie die Fami- mich ganz frei zu wählen, und ich stand vor ei-
lie Mariens besuchen wollte; denn sie wollte ner Entscheidung aus Liebe! An jenem Tag habe
auch aus Sicherheitsgründen nicht allein reisen: ich mich für das Priestertum entschieden, und
einer der beiden jungen Männer war eben ich! nach nur einem Monat bin ich in die Gemein-
An diesem Wochenende wurde mein Leben total schaft eingetreten.
verwandelt. Kaum in der Gemeinschaft ange- Erst jetzt verstand ich, wie mich das Jahr,
kommen, war es mir, als ob ich hier zu Hause das ich durch Maria dem Herrn geweiht hat-
wäre, obwohl ich keinen einzigen Italiener an- te, auf den wichtigsten Augenblick meines
traf: Deutsche, Slowaken, Franzosen, Afrikaner, Lebens vorbereitet hatte: den Moment,
Amerikaner und Iren. Trotz dieser Vielfalt kein meine Berufung zu erkennen. Ohne die Gottes-
einziger Italiener! Doch ich fühlte mich daheim! mutter wäre ich nicht imstande gewesen, so klar
Der schönste und größte Augenblick aber war zu verstehen, wozu der Herr mich berufen hatte,
für mich das Treffen mit dem Gründer der Ge- und schon gar nicht, mich so schnell zu entschei-
meinschaft. Ich habe einfach so mit ihm ge- den!
sprochen und wollte ihn um einige Ratschläge
für mein Leben bitten, auch bezüglich meiner Meine Priesterberufung war und ist auch heute
Freundin. Kaum hatte ich mich P. Paul Maria ein Geschenk, das ich nicht verdient habe, für
geöffnet, sprach er zu mir von der Möglichkeit, das ich aber offen war! Ich habe mein ganzes
Priester zu werden. Angesichts dieser Tatsa- Priestertum unter den Schutz Mariens gestellt.
che fühlte ich etwas, was ich nie zuvor erlebt Wer sich ihr anvertraut, wird nicht enttäuscht
hatte: Es war, als ob der Wunsch, Priester zu werden, denn sie führt dich wie eine wirkliche
werden, in mir aufgebrochen wäre, und er war Mutter den richtigen Weg, sie vermittelt das
stärker als das Verliebtsein in meine Freundin. wahre Glück!
Da habe ich ganz klar meine Berufung erkannt! Ich danke Euch für all Eure Gebete.
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Jesus will dich sehr klein
Wie die hl. Faustyna war auch Sr. Josefa Menéndez (1890-1923) schon mit 33 Jahren
vollendet. Nur vier Jahre lebte sie als bescheidene Laienschwester in der Gesellschaft
der Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu in Poitiers, Frankreich,
und arbeitete dort als Schneiderin. Keine ihrer Mitschwestern, außer der Oberin,
wusste von ihren mystischen Gaben und ihren großen Sühneleiden für die Bekehrung
der Sünder. 1938 erlaubte der Kardinalprotektor der Kongregation, Eugen Pacelli,
der spätere Papst Pius XII., die Veröffentlichung der Botschaften Jesu an Sr. Josefa.
„Mögen sie wirksam dazu beitragen, in vielen Seelen ein immer größeres
und liebenderes Vertrauen auf das unendliche Erbarmen des göttlichen Herzens
gegen die Sünder zu erwecken, die wir ja alle sind.“
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Drei Strohhalme
Was Jesus die spanische Sühneseele Josefa Menéndez lehrte, gilt uns allen.
Es ist mit so schlichten Worten beschrieben, dass es uns Erwachsenen
fast zu kindlich vorkommen mag. Aber dahinter stehen tiefe Wahrheiten,
die zu leben nicht so einfach sind, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Manches Mal verstehen es die Kinder besser
und können uns sogar in der Liebe zum Vorbild werden.
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Gott braucht das Kleine
D ie Hirten kamen zum Stall von Betlehem
und beteten das Kind an. Sie hatten Geschenke
der Strohhalm, dass Gott das scheinbar Wert-
lose, das Kleine braucht. Ja, Gott braucht
mitgebracht und waren glücklich mit leeren uns, die Kleinen, die gar nicht viel können
Händen wieder gegangen. Nur ein kleiner Hirte und in den Augen der Großen nicht viel wert
hatte ganz heimlich etwas von der Krippe mit- sind!“
genommen. Er hielt es fest in seiner Hand, so
dass die anderen zuerst nichts bemerkten, bis auf Immer wieder nahm der kleine Hirte den Stroh-
einmal einer sagte: „Was hast du denn da in halm in die Hand, dachte an die Worte der Engel
der Hand?“ - „Einen Strohhalm“, erwiderte und freute sich darüber, dass Gott die Menschen
er, „einen Strohhalm aus der Krippe, in der so liebhat, dass er klein wurde wie sie.
das Kind gelegen hat.“ - „Einen Strohhalm“, Eines Tages aber nahm ihm einer der anderen
lachten die anderen, „das ist doch nur Abfall. Hirten den Strohhalm weg und schrie wütend:
Wirf ihn weg.“ Aber der kleine Hirte schüttelte „Du mit deinem Stroh. Du machst mich ganz
den Kopf. „Nein“, beharrte er, „den behalte verrückt damit!“ Und er knickte den Halm
ich. Für mich ist er eine Erinnerung an das wieder und wieder und warf ihn zur Erde. Der
Kind. Jedes Mal, wenn ich diesen Strohhalm kleine Hirte hob seinen Schatz behutsam auf,
in der Hand halten werde, werde ich mich an strich ihn glatt und sagte aufatmend zu den an-
das Kind erinnern und daran, was die Engel deren: „Seht doch, er ist geblieben, was er
von ihm gesagt haben.“ war: ein Strohhalm. Deine ganze Wut hat
Am nächsten Tag fragten die anderen Hirten daran nichts ändern können. Es ist leicht,
ihn wieder: „Hast du den Strohhalm immer einen Strohhalm zu knicken. Und genauso
noch? Ja? Wirf ihn doch weg. Der ist doch denkst du vielleicht: was ist schon ein Kind,
nichts wert.“ Doch der Kleine wusste es bes- wo wir einen starken Helfer brauchen! Aber
ser: „Das ist nicht wahr. Das Göttliche Kind ich sage dir: aus diesem Kind wird ein Mann,
hat darauf gelegen.“ - „Na und?“, bohrten und der wird nicht unterzukriegen sein. Er
sie weiter, „das Kind ist wertvoll, sicher, aber wird die Wut der Menschen aushalten, ertra-
was willst du mit dem Stroh?“ Der kleine Hirte gen und bleiben, was er ist: Gottes Retter für
sah das anders: „Worauf hätte das Kind denn uns. Denn selbst der Hass kann Gottes Liebe
sonst liegen sollen, arm wie es ist? Mich lehrt nicht vernichten!“
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