Syntax
Syntax
SYNTAX - die Lehre vom Satzbau, Satzlehre, beschäftigt sich mit dem Bau des Satzes, ein
Teilbereich der Grammatik, der sich mit der Struktur von Sätzen beschäftigt und ist ein Teil der
Linguistik, fragt nach der Kombinatorik von Einheiten wie Verben, Substantiven und Partikeln.
Man unterscheidet: traditionelle Syntax, strukturelle Syntax
TRADITIONELLE SYNTAX: Der Satz gliedert sich im Deutschen wie in allen indoeuropäischen Sprachen
um das Verb, das „Aussagesatz“ das Verb (als Satzglied) = das Prädikat. Einige traditionellen
Grammatiken definieren den Satz auf logischer Grundlage. Das geläufigste Ansatz besagt, dass ein
Satz ein Subjekt (= das Thema) und ein Prädikat (= was über das Thema ausgesagt wird) hat
z.B.: Das Buch liegt auf dem Tisch (Thema: „Buch“, Prädikat: „liegt“) / Michael bat Mary um einen
Stift (Thema: „Michael“, Prädikat: „bat“).
Um das verbale Prädikat gruppieren sich die Satzglieder. Traditionell werden in einem Satz folgende
Satzglieder bestimmt: 1. das PRÄDIKAT - das Satzglied, das die Struktur des Satzes bestimmt (dass
eine Aussage über das Subjekt macht) 2. das SUBJEKT – das Satzglied, in dem eine Person/ein
Sachverhalt genannt ist, worüber im Prädikat eine Aussage gemacht wird; das Subjekt steht im
Nominativ 3. das OBJEKT – das Satzglied, das von einem Verb als Ergänzung gefordert wird: a)
Akkusativobjekt: Der Opa gibt dem Onkel ein Geschenk. (koho, co), b) Dativobjekt: Der Opa gibt dem
Onkel (komu, čemu) ein Geschenk. c) Genitivobjekt: Wir bedürfen eurer Hilfe. (koho, čeho). d)
Präpositionalobjekt: Ich warte auf die Straßenbahn. 4. die ADVERBIALBESTIMMUNG – das Satzglied,
das sie im Satz ausgedrückte Handlung oder den im Satz ausgedrückten Zustand näher bestimmt. Es
gibt folgende Bedeutungsklassen: a) Temporalbestimmung: Der Unterricht beginnt um 9:45. (Wann?)
Der Unterricht dauert bis 13:00. (Bis wann?) + Seit wann? + Wie lange? + Wie oft?
b) Kausalbestimmung: Aus Angst hat sie geweint. (Warum?) c) Modalbestimmung: Wir lesen gern.
(Wie?) d) Lokalbestimmung: Das Wörterbuch steht im Bücherregal. (Wo?) + Wohin? + Woher?
5. das ATTRIBUT – d. h. eine nähere Bestimmung beim Substantiv, Adjektiv oder Adverb. (Nach
neueren linguistischen Theorien ist das Attribut kein Satzglied, sondern ein Satzgliedteil – siehe die
Verschiebeprobe): z. B.: noch heute, sehr jung
z.B.: Meine Klasse schickt mir heute wegen meines Unfalls schnell eine E-Mail ins Krankenhaus.
SATZARTEN - Aus der inhaltlichen Bestimmung, aber auch nach den formalen Aspekten, wie der
Stellung der finiten Verbform im Satz, können bestimmte Satzarten unterscheiden werden:
a) AUSSAGESATZ (Deklarativsatz) = z. B.: Sie fährt nach Wien. b) FRAGESATZ (Interrogativsatz) = z. B.:
Fährt sie nach Wien? c) AUFFORDERUNGSSATZ (Imperativsatz) = z. B.: Komm her! d) WUNSCHSATZ
(Desiderativsatz) = z. B.: Hatte ich mehr Geld! e) AUSRUFESATZ (Exklamativsatz) = z. B.: Du hast aber
auch schönes T-Shirt!
SATZTYPEN: a) Der einfache Satz (Sie schickt mir E-Mail) b) Der zusammengesetzte Satz
b) I. Satzreihe = Satzverbindung (PARATAXE) Anna fühlt sich nicht wohl, trotzdem geht sie zur Schule.
b) II. Satzgefüge (HYPOTAXE) Ich gehe in den Stadtpark, weil ich Fußball spielen möchte!
STRUKTURELLE SYNTAX - Das Ziel der strukturellen Syntax ist die Elemente, die die Sätze des
Sprachsystems konstituieren, zu ermitteln und diese graphisch darzustellen, Die strukturelle Syntax
benutzt exakte Methoden, Man benutzt sog. Proben, um zu ermitteln, ob die Sätze grammatisch
korrekt oder abweichend sind. Dazu gehören folgende Proben (4):
1. VERSCHIEBEPROBE (Umstellprobe): Macht deutlich, welche Elemente im Satz isoliert verschoben
werden können, ohne dass die Bedeutung des Satzes zu verändern, Die Reihenfolge von Wörtern
oder Wortgruppen wird verändert, Mit Hilfe der Verschiebeprobe kann man Satzglieder ermitteln
und definieren. z. B.: Unsere alte Tante kommt um 10 Uhr zu uns. → korrekt, Zu uns kommt unsere
alte Tante um 10 Uhr. → korrekt , Um 10 Uhr kommt unsere Tante zu uns. → korrekt, Kommt
unsere alte Tante zu uns um 10 Uhr? → korrekt, Um kommt unsere alte Tante zu uns 10 Uhr. → nicht
möglich, Unsere kommt alte Tante zu uns um 10 Uhr. → nicht möglich
2. ERSATZPROBE (Austauschprobe): Man kann in einem Satz Wörter/Wortgruppen durch andere
Wörter/Wortgruppen ersetzen, Das kann der Verdeutlichung dienen, indem man es mit anderen
Wörtern noch einmal genauer sagt, Man kann Mithilfe der Ersatzprobe auch erkennen, welche
Wörter zu einem Satzglied gehören, Wörter/Wortgruppen zu ersetzen ist nicht nur eine
grammatische Übung, diese Methode schult auch unseren Wortschatz, Wir üben, etwas mit anderen
Worten zu sagen, und geben dabei unsere Fantasie spielen lassen, In einer kleinen Übung kann die
Ersatzprobe versucht werden, z. B.: Laura und Marie fahren in den Ferien ans Meer. Sie fahren in den
Ferien ans Meer → Beide Wörter (Laura/Marie) lassen sich durch das Personalpronomen sie
ersetzen. Laura und Marie fahren bald ans Meer → In den Ferien wird durch bald ersetzt. Das kann
helfen, das Satzglied zu bestimmen. Vielleicht fällt es schwer, in den Ferien als Zeitangabe zu
erkennen; das Zeitadverb bald hilft, die Temporalbestimmung zu bestätigen. Laura und Marie fahren
in den Ferien auf die Insel Rügen → wir können auch den Satz erweitern. Wohin fahren Laura und
Marie? Ans Meer – aber wohin? Auf die Insel Rügen.
3. WEGLASSPROBE (Eliminierung): stellt fest, welche Teile im Satz obligatorisch (nicht
weglassbar/notwendig) und welche fakultativ (weglassbar/nicht notwendig) sind, z. B.: Er kommt mit
dem Flugzeug in Hamburg an. Er kommt mit dem Flugzeug an. (in Hamburg – weglassbar, fakultativ)
Er kommt an. (mit dem Flugzeug – weglassbar, fakultativ)
D. UMFORMUNGSPROBE (Transformation) - ganze Sätze werden in andere Sätze umgeformt, unter
den Kriterium, sie müssen gleiche Bedeutung haben z. B.: Er kommt morgen, damit er den Vertrag
unterschreibt = Er kommt morgen, um den Vertrag zu unterschreiben. / Es würde mich freuen, wenn
du mitkämest = Dein Mitkommen würde mich freuen.
2. Satzglieder: Wir haben 2 Satzglieder im Satzkern (diese Satzglieder sind in fast jedem Satz
enthalten): 1) das Subjekt – ist der Satzgegenstand, im Nominativ, antwortet auf die Frage Wer?
Was?, ist meist ein Nomen oder Pronomen. Beispiele: Ich esse gern Kuchen / Klaus weiß, dass mein
Hund bellt.
2) das Prädikat – ist immer das Verb und mit ihm das dazugehörige Hilfsverb, das Partizip II, die
Partikel oder das Reflexivpronomen. Beispiele: Im Meer kann man tauchen / Ich habe ein neues Kleid
an.
Dann haben wir die Satzergänzung (diese Satzglieder können den Satzkern erweitern):
1) die Adverbialbestimmung - bietet eine zusätzliche Information zum Ereignis eines Satzes
a) Temporalbestimmung – Fragewörter: Wann?, Wie lange?, Seit wann?, Bis wann? (Die Blume blüht
heute) b) Lokalbestimmung – Fragewörter: Wo?, Wohin?, Woher?, Wie weit? (Die Blume blüht im
Garten) c) Modalbestimmung – Fragewörter: Wie?, Womit?, Auf welche Art und Weise? (Die Blume
blüht herrlich) d) Kausalbestimmung – Fragewörter: Warum?, Weshalb?, Wieso?, Wozu? (Die Blume
blüht wegen der Sonne)
2) das Objekt – ist eine Ergänzung zum Prädikat
a) Genitivobjekt - Ergänzung zum Prädikat im Genitiv, Fragewort: Wessen? (im 2. Fall) (Wir bedurften
ihrer Hilfe) b) Dativobjekt - Ergänzung zum Prädikat im Dativ, Fragewort: Wem? (im 3. Fall) (Sie gibt
die Blumen dem Opa) c) Akkusativobjekt - Ergänzung zum Prädikat im Akkusativ, Fragewort: Wen
oder Was?, (im 4. Fall) (Der Lehrer fragte mich) d) Präpositionales Objekt – Frage mit der Präposition:
(Ich warte auf deine Antwort)
3) das Attribut – ist eine Ergänzung zum Nomen
a) Adjektivattribut – meist vor dem Nomen in Gestalt eines Adjektivs oder eines Partizip I (das neue
Auto) b) Genitivattribut – meist hinter dem Nomen im 2. Fall, aber steht ohne eine Präposition (das
Auto des Nachbarn) c) Präpositionales Attribut – meist hinter dem Nomen, unbedingt mit einer
Präposition (das Auto mit der Antenne) d) Attributsatz – meist nach dem Nomen, abgegrenzt durch
ein Komma und eingeleitet durch ein Relativpronomen (das Auto, welches Wille gehörte
2) das Subjektprädikativ: als Substantiv: Oliver wird Großvater
1) das Objektprädikativ: als Substantiv: Sie nannte den Polizisten einen Trottel / als Adjektiv: Wir
fanden den Film gut
[Link]: Die Einteilung der Satzarten folgt sowohl nach inhaltlichen als auch nach formalen
Kriterien: die Absicht des Sprechers, die Intonation des finiten Verbs (Stirnsatz, Kernsatz, Spannsatz),
der Modus des finiten Verbs (Indikativ, Imperativ, Konjunktiv)
5 Typen der Satzarten: • Aussagesätze (Deklarativsätze) • Ausrufesätze (Exklamativsätze)
• Aufforderungssätze (Imperativsätze) • Wunschsätze (Desiderativsätze) • Fragesätze
(Interrogativsätze)
1) Der Aussagesatz - dient zur Äußerung eines realen oder behaupten Sachverhalts, die Intonation:
fallend, das Schlusszeichen: der Punkt, Das finite Verb: steht an der zweiten Stelle (Kernsatz), steht
im Indikativ oder Konjunktiv II (nie im Imperativ) (Ich schicke dir eine E-Mail. Ich könnte dir eine E-
Mail schicken. Ich hätte dir ein E-Mail geschickt, wenn ...)
2) Der Ausrufesatz - drückt eine Emotion aus: Angst, Erstaunen, Bewunderung, die Intonation:
gleichbleibend (der Satz hat häufig Haupt – und Nebenton), das Schlusszeichen: das Ausrufezeichen,
Das finite Verb: steht an der ersten, zweiten oder letzten Stelle, steht im Indikativ, Es können
Partikeln verwendet werden. (Du hast aber ein elegantes Kleid!, Hast du aber ein elegantes Kleid!,
Was du für ein elegantes Kleid hast!
3) Der Aufforderungssatz - drückt eine Bitte oder einen Befehl aus, die Intonation: steigen-fallend,
das Schlusszeichen: das Ausrufezeichen, Das finite Verb: steht an der ersten Stelle (Lies diesen
Artikel!), steht im Imperativ (Komm!), es können Partikeln verwendet werden. (Komm doch! Lies
mal!) Andere Möglichkeiten: Aussageform, implizite Aufforderung: Es zieht. Aussageform: Du
kommst gleich zurück, Peter! Frageform: Willst du nicht noch eine Tasse Kaffee? Frageform
(Konjunktiv Präteritum): Möchtest du nicht noch einen Tasse Kaffee? dass-Satz: Dass du ja pünktlich
in der Schule bist! Infinitiv: Aufpassen! Ellipse: Schneller! Hilfe! Nicht stören!
4) Der Wunschsatz - drückt einen Wunsch aus, die Intonation: fallend, das Schlusszeichen: das
Ausrufezeichen, Es gibt zwei Typen: das finite Verb steht an der zweiten Stelle (Es lebe unsere
Bürgermeisterin!), das finite Verb steht im Präsens, das finite Verb steht an der ersten oder der
letzten Stelle (Käme sie doch nur heute! Wenn sie doch nur heute käme!), Partikeln: bloß, doch, nur
5) Der Fragesatz – a) der Entscheidungsfragesatz (ja/nein Frage) - ermittelt den gesamten Inhalt
eines Sachverhalts, Intonation: fallend-steigend, das Schlusszeichen: das Fragezeichen, Das finite
Verb: steht an der ersten Stelle (Kommst du morgen?), steht im Indikativ oder Konjunktiv (Hättest du
heute Zeit?), Die Antwort lautet: ja, nein, sicher, natürlich, mag sein, keinesfalls, … die Indirekte
Frage, die Alternativfrage, die Vergewisserungsfrage, b) der Ergänzungsfragesatz - Ermittelt Teile
eines Sachverhalts, die unbekannt sind, Intonation: gleichbleibend, das Schlusszeichen: das
Fragezeichen, Das finite Verb: steht an der zweiten Stelle, an der Spitze steht ein Fragewort (Wann
kommst du?) Kannst du mir sagen, wann du kommst? (Indirekte Frage), c) der rhetorische Fragesatz -
ist nicht als Frage zu verstehen -> der Sprecher erwartet Zustimmung (Gibst du mir endlich Recht?,
Habe ich es dir nicht schon immer gesagt?, Warum hat der Chef eigentlich immer Recht?)
4. Satznegation: •In der deutschen Sprache der Gegenwart kann entweder der ganze Satzinhalt oder
dessen Teil (dessen Glieder) negiert werden. • Wird der ganze Satz negiert, dann sprechen wir über
die Satznegation: • Negationspartikel nicht bezieht sich auf das Prädikat des Satzes •Als
Negationskomponent der lexikalisch-semantischen Bedeutung des Prädikats stellt die Partikel nicht
im Falle einer Satznegation ein Satz-Element dar, das dem betreffenden Prädikatsverb syntaktisch
nahesteht, so dass es im Hauptsatz vom finiten Prädikatsverb möglichst weit entfernt stehen muss.
1. Satznegation
Nicht steht: A)In der Regel am Ende des Satzes (Er kauft die Bücher trotz der Empfehlung seines
Tutors nicht.), b) Wird vom Endplatz durch infinite Verbformen verdrängt (Er hat die Bücher trotz der
Empfehlung nicht gekauft.) c) Wird durch trennbare Verbteile verdrängt (vytlačen) (Er steigt in Erfurt
nicht aus.), d) Wird durch substantivische (adjektivische) Prädikativa verdrängt (Die Tochter wird
nicht Verkäuferin.) Nicht steht auch vor Nomen, die zum Verb gehören. (Diese Nomen verhalten sich
wie Verbzusätze) Fussball spielen: Er spielt nicht Fussball. Er kann nicht Fussball spielen.
2) Wortnegation - Satzgliednegation (Sondernegation) •Nicht verneint ein einzelnes Wort oder ein
Satzglied, aber nicht den ganzen Satz •Die Partikel nicht steht unmittelbar vor dem negierten
Satzglied •Das Wort nicht wird beim Sprechen betont. Wir fahren nicht morgen, sondern erst am
nächsten Mittwoch nach Heidelberg. = Negation der temporalen Adverbialbestimmung. Ist dein
Freund dick? Na, hör mal, er ist nicht dick, sondern nur gut gebaut. Wir treffen uns nicht vor, sondern
im Supermarket und nicht am Morgen, sondern erst am Nachmittag.
Kein oder nicht - Wenn im positiven Satz der unbestimmte Artikel (ein) oder der Nullartikel (bei
unzählbarem Nomen und im Plural) steht, negiert man mit kein, sonst mit nicht. Als Negationswort
steht nicht, wenn das nicht verneinte Substantiv Nullartikel hat. Es handelt sich dabei: •Um feste
Verbindungen von Verb und Akkusativ ohne Objektscharakter. Er hat nicht Wort gehalten. •Um
geografische Namen. Mein Freund arbeitet nicht in Postdam. •Um Berufsbezeichnungen nach einem
Verb+als. Sie arbeitet nicht als Kellnerin. Als Negationswort steht kein, wenn: •Das nicht verneinte
Substantiv den unbestimmten Artikel oder Stoffnamen hat. Er hat keinen Hasen gesehen. Er trank
kein Bier. •Auch in einiger festen Verbindungen (vor allem mit haben und sein) die durch Verben
oder Adjektive ersetzbar sind. Sie hatte keine Angst.
NEIN •Das Wort Nein ist die negative Antwort auf eine Entscheidungsfrage (= Frage mit Verb an der
Spitze) •Nein steht für einen ganzen Satz.
3)Negationswörter •Auch bei den Indefinitpronomen und Adverbien gibt es bestimmte
Negationswörter, denen bejahende Begriffe gegenüberstehen. Folgende Tabelle gibt einen
Überblick: Die Hansens haben kein Geld. Im Urlaub fahren sie nirgendwohin. Die Ottos haben genug
Geld. Sie fahren irgendwohin, vielleicht nach Italien. Negieren Sie die folgenden Sätze. •Niemand
wird dekliniert! •Jemandem – niemandem •Jemals – niemals •Etwas – nichts •Irgendwo – nirgends,
nirgendwo •Nirgendwohin – nikam
4) Konjunktionen mit verneinenden Aussagen
•Mit "weder ... noch" können zwei ganze Sätze oder zwei parallele Satzglieder verneint werden. Der
neue Freund von Martina ist nicht reich. Er ist auch nicht gutaussehend. Der neue Freund von
Martina ist weder reich noch (ist er) gutaussehend. Sebastian hat keine Arbeit. Er hat auch kein Geld.
Sebastian hat weder Arbeit noch (hat er) Geld. Der alte Mann kann nicht lesen. Er kann nicht
schreiben. Der alte Mann kann weder lesen noch schreiben. •Ein Satz mit "ohne ... zu" ist subjektlos.
Das Verb steht im Infinitiv am Satzende. Gustav geht zur Arbeit. Er frühstückt nicht. Gustav geht zur
Arbeit, ohne zu frühstücken. Der Gast ist nach Hause gegangen. Er hat die Rechnung nicht bezahlt.
Der Gast ist nach Hause gegangen, ohne die Rechnung zu bezahlen.
5) Präpositionen mit verneinenden Aussagen: Auch Präpositionen können dazu eingesetzt werden,
Aussagen zu verneinen: Dazu gehören: •"ohne" + Akkusativ, Mein Mann trinkt den Kaffee immer
schwarz. Er nimmt auch keinen Zucker. Mein Mann trinkt den Kaffee immer ohne Milch und Zucker.
•"außer" + Dativ: Im Urlaub hatten wir außer dem letzten Tag nur schönes Wetter.
6) Präfixe und Suffixe mit verneinenden Aussagen - Präfixe, auch Vorsilben genannt, und Suffixe,
auch Nachsilben genannt, dienen im Wesentlichen zur Wortbildung und werden an einen
Wortstamm angefügt. Präfixe stehen vor dem Wortstamm (unsympathisch), Suffixe dahinter
(fantasielos). Einige dieser Vor- bzw. Nachsilben verneinen Begriffe. Dazu gehören: Das Radio ist total
kaputt. Es ist irreparabel. •unbeliebt, unbewusst, unehrlich, unfähig, unendlich, unfreundlich,
ungeduldig, ungeeignet, ungerecht, unhöflich, unkompliziert, unsicher, unschön, unschuldig,
unverständlich, unzufrieden, ... Herr Fischer ist bei allen Schülern äußerst unbeliebt. Das kleine Kind
ist sich der Gefahren unbewusst. Diesen Bewerber hält der Personalchef für ungeeignet. In diesem
Restaurant gibt es nur unhöfliches Personal. Suffixe: • anspruchslos, arbeitslos, erfolglos,
ergebnislos, freudlos, hilflos, humorlos, leblos, sinnlos, sprachlos, taktlos, verantwortungslos, ... Nach
stundenlanger Tagung brach der Vorsitzende die Sitzung ergebnislos ab. Der Verletzte lag
stundenlang hilflos am Berghang, bevor er gerettet wurde. Nach seiner fantasievollen
Liebeserklärung blieb das schüchterne Mädchen sprachlos. Ich habe noch nie in meinem Leben so
verantwortungslose Eltern gesehen. So… zur Negation dienen auch bestimmte Präfixe: •Un- (bei
zahlreichen Adjektiven und Substantiven) •Miss- (bei einigen Verben und Substantiven) •Die
fremden Präfixe: A(an)- Des- Dis- In-
Verneinen Sie die kursiv gedruckten Wörter durch die richtigen Präfixe: •Der letzte Sprung gelang
dem Sportler. Misslang • Seine Handschrift war leserlich. Unlesserlich •Sein plötzliches Versagen war
erklärlich. Unerklärlich •Das Interesse der Zuhörer an diesem Thema war offensichtlich. Desinteresse
•Der Lehrer verhielt sich seinen Schülern gegenüber konsequent. Inkonsequent •Sein Erfolg hat zum
Nachlassen in den Leistungen geführt. Misserfolg (miss betont) •Sein Verhalten war typisch.
Untypisch
7) Mehrfache Negation / doppelte Negation / doppelte Verneinung
• Nikdo nic neřekl. Niemand hat nichts nicht gesagt. X Niemand hat etwas gesagt
• Nikdo nikdy nikam nešel. Niemand ist niemals nirgendwohin nicht gegangen. X Niemand ist jemals
irgendwohin gegangen.
• Nikdy nemám žádné stížnosti. Ich habe nie irgendwelche (einige, eine) Beschwerden.
Když dvakrát něco zneguju v německé větě, tak mi to dává plus a nebo úplný nesmysl!
Doppelte Verneinung = eine rhetorische Figur, in der zwei Negationen auftreten
• In der Linguistik ist die doppelte Verneinung eine Verneinung, die aus zwei miteinander
gekoppelten Bestandteilen besteht, von denen jeder einzelne für sich bereits eine Verneinung
darstellt. In vielen Sprachen stellt die doppelte Verneinung eine Bekräftigung der Verneinung dar
(man spricht dann von 'negativem Concord'.
• In der deutschen Sprache (auch in der Umgangssprache) ist sie als Bekräftigung der Verneinung
(außer in Dialekten und wenigen festen Redewendungen) praktisch verschwunden und wird als
komisch verstanden oder kann den Redner auch als ungebildet erscheinen lassen. In anderen
Sprachen stellt sie in diesem Sinne die normale grammatische Form der Verneinung dar oder ist eine
von mehreren normalen Möglichkeiten der Verneinung. Durch Einfluss der Logik (siehe auch:
Negation) bedeutet heute doppelte Verneinung in logischer Hinsicht oft Bejahung und wird
entsprechend aufgelöst.
5. Satztypen: Der einfache Satz, die Satzstellung im Hauptsatz (Prädikat, Ergänzungen, Angaben,
Attribute): 1) Der einfache Satz - In der Regel besteht der einfache Satz aus einem Subjekt und einem
oder mehreren Verben, je nach grammatischer Zeit. Beispiele: Wir nehmen. Der alte Mann schläft.
Kurt und ich sind gekommen. Die elegante Dame hätte aufpassen sollen.
2) Die Satzstellung im Hauptsatz •Ein Hauptsatz besteht in der Regel mindestens aus einem Subjekt
und einem konjugierten Verb. Er ist meistens nicht von einem anderen Satz abhängig und kann
deshalb alleine stehen. Beispiele: Otto verkauft ein Fahrrad. •In diesen Beispielen steht das Subjekt
am Anfang des Satzes. Es kann aber auch hinter dem konjugierten Verb stehen, wenn ein anderer
Satzteil am Anfang steht. Beispiele: Heute verkauft Otto ein Fahrrad. Das verstehe ich nicht. •Wenn
ein Hauptsatz mehr als ein Verb oder mehrere Verbteile hat, steht das konjugierte Verb an der
zweiten Position. Die anderen Verben oder Verbteile stehen am Ende des Satzes. Beispiele: Diese
Räder werden nicht mehr gebaut. Nach der Wende mussten viele Firmen schließen. Die einzelnen
Satzglieder stehen in einer bestimmten Reihenfolge. •Ein Hauptsatz ist ein vollständiger,
unabhängiger Satz. •Das konjugierte Verb steht immer an der zweiten Position •Das Subjekt steht
meistens an der ersten Position. •Durch eine Umstellung kann das Subjekt auch an die dritte Position
gestellt werden.•Ohne Zweifel spielt die TeKaMoLo-Regel eine sehr wichtige Rolle. Denn sie hilft
euch, die Wortstellung in einem deutschen Satz festzulegen. Im Folgenden betrachten wir diese
Regel etwas genauer. TEKAMOLO – SO FUNKTIONIERT ES, TEMPORAL – Wann war es? KAUSAL –
Warum war es? MODAL – Wie war es? LOKAL – Wo war es? Beispiel: „Ich habe gestern wegen des
Besuchs meiner Großeltern schnell zu Hause einen Kuchen gebacken.“ TEMPORAL: gestern, KAUSAL:
wegen des Besuchs meiner Großeltern, MODAL: schnell, LOKAL: zu Hause
Abschließend betrachten wir noch einige Grundregeln zum Satzbau im Deutschen. Hier seht ihr noch
einmal diese Regeln: Subjekt – Verb – indirektes Objekt – direktes Objekt Des Weiteren solltet ihr
die Information, die ihr mit eurem Satz ausdrücken möchtet, ordnen. Folgt hierbei einfach dieser
Faustregel: Zeit – Art & Weise – Ort
3)Prädikat •Die Verben bilden das Prädikat. Das Prädikat ist das zentrale Satzglied des Satzes, von
dem die anderen Satzglieder abhängen. Es kann aus einem oder mehreren Teilen bestehen, das
Prädikat enthält immer eine finite Verbform. •Vor dem finiten Verb steht im Aussagesatz immer
genau ein Satzglied. (Dieses Licht leuchtet nachts über ganz Paris.) •Befindet sich das finite Verb am
Anfang des Satzes, wird aus dem Aussagesatz ein Fragesatz. (Leuchtet dieses Licht nachts über ganz
Paris?) •In deutschen Sätzen gibt es außer dem Prädikat fast immer ein Subjekt.
Mehrteilige Prädikate untersuchen •Es gibt einteilige und mehrteilige Prädikate. Bei mehrteiligen
Prädikaten steht im Aussagesatz das finite Verb nach dem ersten Satzglied, das infinite Verb steht am
Satzende. •Mehrteilige Prädikate bilden ein Satzklammer. Zwischen dem Satzklammer sollten nicht
zu lange oder zu viele Satzglieder stehen, damit der Satz verständlich ist.
4)Ergänzungen + Angaben
Die Valenztheorie (Dependenzgrammatik, Abhängigkeitsgrammatik) Wir fahren heute in den Chiatiti.
→ In diesem Beispielsatz findet sich die Temporal (Angabe heute)
SATZGLIEDER: ANGABE vs. ERGÄNZUNG Dinge, die man nicht weglassen kann = Ergänzungen.
Dinge, die man weglassen kann = Angaben •Wie die Ergänzungen hängen auch die Angaben vom
Verb ab. Im Gegensatz zu der Ergänzung sind Angaben aber nicht verbspezifisch: Sie lassen sich mit
vielen Verben kombinieren, z. B.: Heute essen wir ein Eis. Heute lesen wir einen Roman. Heute
geschah ein Unfall.
ERGÄNZUNG ANGABE
Er wartet auf seine Freundin. Sie wartet auf/vor/hinter/neben dem Bahnhof.
(povinný údaj, nemůžu s tím dál hýbat, má to význam) (můžu s tím hýbat, význam se vždy
změní) -Bei der Präpositionalergänzung des Verbs warten ist die Präposition durch
das Verb spezifisch vorgegeben: Warten reagiert auf + Akkusativ
Berlin liegt an der Spree. = Obligatorische Ergänzung
Fakultative Ergänzung - Er isst einen Apfel. Er steigt in der Straßenbahn ein. Er isst. Er steigt ein.
Freie Angabe: Er isst regelmäßig einen Apfel.
OBLIGATORISCH oder NICHT OBLIGATORISCH?
5) Attribute •Attribute sind zusätzliche Angaben zu einem Nomen. •= „Beiwörter“ •Mit ihrer Hilfe
kannst du ein Nomen, also Gegenstände, Lebewesen oder Vorgänge, näher charakterisieren und
beschreiben. Beispiele: Der junge Kater ist sehr verspielt. Der Kater mit dem roten Fell trinkt gerne
Milch. Ein Attribut ist ein Satzgliedteil, das bestimmte Merkmale eines Lebewesens, einer Sache oder
eines Vorgangs näher beschreibt: Die Ente mit dem grünen Kopf schwimmt im blauen Wasser. Mal
links, mal rechts vom Bezugswort •Die Attribute können links oder rechts von dem Bezugswort, also
dem Nomen, stehen. Beispiele: Der junge Kater ist sehr verspielt. Der Kater mit dem roten Fell trinkt
gerne Milch. Attribute sind Ergänzungen zum Nomen, die links oder rechts davon stehen können.
Verschiedene Attribute - Es gibt verschiedene Arten von Attributen: 1) In der Regel links vom Nomen
stehen: •Adjektivattribute: Adjektive werden zusammen mit dem Nomen in der Endung (Anzahl und
Geschlecht) angeglichen. Der junge → Kater ist sehr verspielt. 2) In der Regel rechts vom Nomen
stehen: •Genitivattribute: Attribute, die im Genitiv stehen. Der Kater ← des Nachbarn kommt gerne
zu uns.•Präpositionale Attribute: Wortgruppe mit einer Präposition am Anfang, Der Kater ← mit dem
roten Fell trinkt gerne Milch. •Relativsätze /Attributsätze: werden eingeleitet mit der, die, das. Der
Kater ← ,der ein rotes Fell hat, trinkt gerne Milch. •Adverbien als Attribut (wie dort, heute, darum
oder irgendwie) – meist rechts vom Nomen. Das Auto dort ist meins. •Erweiterter Infinitiv: wenn
Infinitiv mit „zu“ als Attribut auftaucht, steht er ebenfalls rechts von seinem Bezigsnomen. Unser
Plan, schwimmen zu gehen, ist ins Wasse gefallen.