Riumph Des Erzens: PDF - Familie Mariens 21. Jg. (II) 2013 Nr. 117
Riumph Des Erzens: PDF - Familie Mariens 21. Jg. (II) 2013 Nr. 117
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Die hl. Matrona
71 Jahre lang betete und litt die hl. Matrona (1881-1952) für ihr Volk.
Einer Feuersäule gleich bewahrte die russisch-orthodoxe Sühneseele inmitten
grausamster Christenverfolgung von Seiten der Kommunisten ebenso wie
von dämonischen Mächten einen unerschütterlichen Glauben an die Liebe Gottes.
Tausenden Hilfesuchenden erteilte sie Rat, heilte Kranke, befreite von Dämonen
Gequälte und sprach über zukünftige Dinge, als lese sie in einem offenen Buch.
Gelähmt und blind, war sie ganz von Gott abhängig und den Menschen völlig ausgeliefert. Doch gerade diese äußerste
Hilflosigkeit erduldete sie mit so großer Liebe, dass sie zur geistigen Mutter für ihr Volk wurde. Ähnlich wie ihre heiligmä-
ßige russische Zeitgenössin Makaria, über die wir im Triumph des Herzens Nr. 111 berichtet haben, lebte auch die hl.
Matrona in äußerster Armut, oft sogar im Elend. Doch ihre Leiden, die sie in heroischer Ergebenheit trug, wurden nicht
nur für die vielen Besucher, die sie damals empfing, zur Gnadenquelle, sondern auch bis in die heutige Zeit hinein für die
Tausenden Gläubigen, die täglich an ihr Grab kommen, um der Heiligen ihre Nöte anzuvertrauen.
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alter Mann zu ihnen in die kleine Hütte gekom- aber vor allem die Gabe der Liebe zu jedem
men und hatte um etwas zu trinken gebeten. Sie Menschen, der im Laufe ihres Lebens zu ihr
reichte ihm einen Holznapf mit Wasser. Er trank, kam. Nicht jeder meinte es gut mit ihr. So ge-
gab den Napf zurück und klopfte mit der Hand schah es, dass sich in ihrem 17. Lebensjahr nach
leicht an ihre Brust. An dieser Stelle prägte sich der Hl. Kommunion eine Frau näherte, von der
dann ein Kreuz ein, das man noch 1998 bei der sie wusste, dass sie ihr äußerst feindselig gesinnt
Hebung der Reliquien als Wölbung am Brustkorb war. „Ich bin ihr nicht aus dem Weg gegan-
feststellen konnte. Matrona versicherte, dass sie gen“, erzählte Matrona, „denn ich wusste, es
damals der hl. Nikolaus besucht hatte. war der Wille Gottes, dass ich diese Verwün-
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sie befürchteten Repressalien. Voll Mitleid mit zum Essen eingeladen worden war, fragte ich sie:
ihrer Familie verließ die 44-jährige Matrona ‚Matronuschka, wie kommt es, dass wir beide
ihr Elternhaus und zog zu ihrer Schwester nach von diesem Hering essen und doch immer
Moskau. gleich viele Stücke auf der Platte sind?‘ Da
Als Christin bekam sie keine Aufenthaltsgeneh- antwortete mir die Heilige: ‚Du kümmere dich
migung und musste deshalb häufig ihren Wohn- nicht darum und iss weiter!‘“
ort wechseln. Da sie zudem gelähmt war, trugen
Freunde sie von Verwandten zu Bekannten. Sie Äußerlich verlief Matronas Leben ruhig und
lebte in Hütten, windigen Räumen und Kellern, gleichmäßig: Am Tag empfing sie bis zu 40
oft unter ärmsten Verhältnissen. Durch innere Besucher. Dann saß sie mit gekreuzten Beinen
Eingebung wurde sie immer vor einer bevor- aufrecht, ihre Hände segnend über demjenigen
stehenden Razzia der Geheimpolizei gewarnt. ausgestreckt, der vor ihr kniete, wobei sie sein
Nur einmal gelang es ihr nicht, früh genug zu Haupt leicht mit den Fingern berührte. Dann be-
fliehen. Da half der Herr ihr auf andere Weise: kreuzigte sie ihn, sagte mit wenigen Worten, was
Dem Polizisten, der gekommen war, um sie für seine Seele nötig war, betete und ließ ihn ge-
zu verhaften, rief sie zu: „Lauf schnell nach hen. Jeder Tag war mit den Trübsalen und Küm-
Hause, denn dort ist ein Unglück passiert.“ mernissen derer angefüllt, die sie um ihre Für-
Überraschenderweise folgte er sogleich ihrer bitte baten. Wenn es Abend wurde, gönnte sich
Weisung und fand seine Frau, deren Kleider sich Matrona ganz erschöpft ein wenig Ruhe. Klein
am Petroleum entzündet hatten, schwer verletzt von Gestalt wie ein Kind, saß sie, meistens halb
in der Wohnung. Es gelang ihm gerade noch, sie zur Seite geneigt, auf die Hand oder Faust ge-
rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen, um ihr stützt und schlummerte so ein wenig. Die meiste
das Leben zu retten. Als man ihn am nächsten Zeit der Nacht aber verbrachte sie im Gebet.
Morgen fragte, ob er die Blinde endlich fest- Schon sehr früh sagte Matrona die Revolution
genommen habe, gab er zur Antwort: „Diese voraus, wie man „rauben, die Kirchen zer-
Blinde werde ich auf keinen Fall verhaften. stören und nacheinander alle Gläubigen
Hätte sie mich nicht gewarnt, wäre meine verjagen wird“. Sie wusste um die Ermordung
Frau nicht mehr am Leben.“ der Zarenfamilie, aber auch, dass die jüngste
Jahrzehntelang opferte die hl. Matrona ihre unzähligen Leiden in Liebe auf. Wen wundert es, dass Gott ihr dafür eine
überaus große Fürbittemacht verlieh! Wer am Grab der Heiligen beten möchte, muss darum mit einigen Stunden
Wartezeit rechnen. Unter den Besuchern sind überraschend viele Menschen: Frauen, die keine Kinder bekommen
konnten und auf die Fürsprache Matronas hin empfangen haben, junge Mütter in Erwartung mit der Bitte um eine ge-
sunde Schwangerschaft und ebenso viele Ehepaare mit ihren neugeborenen Babys, um für die gute Geburt zu danken.
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, Jedem, der sich um Beistand und Hilfe
an mich wendet, werde ich in seiner
Sterbestunde beistehen.“
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Das Kreuz hat Flügel
Der spanische Journalist Manuel Lozano Garrido (1920-1971),
genannt „Lolo“, verstand es, seine unheilbare Krankheit als Geschenk aus der Hand
Gottes anzunehmen, und wurde so zum wahren Apostel der Freude. In bewunderns-
werter Weise glaubte er an die
miterlösende Berufung aller Leidenden.
2010 wurde er als erster Journalist seliggesprochen.
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später sollte der Herr ihm einen Kelch reichen, Kreuzesannahme hineinwachsen. „Den Willen
bis zum Rand gefüllt und ganz anders, als Lolo Gottes annehmen … Wir sagen: Ich akzep-
ihn sich vorgestellt hatte. Denn als er ab 1942 tiere, ich akzeptiere!, tun es aber wie einer,
zum erneuten Militärdienst in Madrid weilte, der dem lieben Gott einen Blankoscheck
zeigten sich vermehrt Anzeichen einer schweren ausstellt, jedoch hofft, die Summe, die Er
Krankheit. einträgt, möge möglichst niedrig ausfallen.
Es begann mit heftigen Schmerzen in den Annehmen - ein schönes Wort, in unserer
Beinen, bald konnte Lolo keine Treppen mehr Vorstellung hat es aber einen eingebauten
steigen. Erst nach eingehenden Untersuchungen Tropfenzähler. Christliches Akzeptieren ist
in Madrid stand die furchtbare Diagnose fest: viel mehr als ein einfaches Zustimmen. Es
Morbus Bechterew, eine bis heute unheilbare bedeutet, es als ein Gut zu lieben, wenn Gott
rheumatische Erkrankung vor allem der uns etwas gibt oder nimmt. Es bedeutet, total
Wirbelsäule, die, begleitet von zeitweise und bedingungslos zu vertrauen, dass alles,
unerträglichen Schmerzen, schnell und was Gott tut oder zulässt, reine Güte ist.“
unaufhaltsam zur völligen Versteifung führt!
Manuel nahm dieses Kreuz vorbehaltlos an, Er bat Jesus nur: „Leihweise: überlass mir Dein
als er mit dem Vermerk „unheilbar krank“ aus Herz für ein, drei, fünf Jahre, die ich noch zu
dem Wehrdienst entlassen wurde. Er verstand leben habe. Dein Herz, nicht aus Egoismus,
es wohl als Geschenk, doch musste er mit jeder damit ich alles leicht und ohne Anstrengung
Verschlechterung der Krankheit durch Schmerz meistere, sondern damit ich meine Pflicht gut
und Dunkelheiten hindurch immer tiefer in die erfüllen kann, Dich ohne Maß zu lieben.“
Lucia berichtete über den Aufenthalt mit Manolo an der Grotte: „Lolo betete nie um seine Heilung. Er sagte dort zur Gottesmut-
ter: ‚Ich opfere dir auch meine Freude … die so fruchtbare Freude.‘“ Sie sollte ihm helfen, diese bis zum Schluss zu bewahren.
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V ereint mit ihr, lebendig und unbeweglich,
wurde sein Leben zu einem einzigen
Messe in seiner Wohnung. Ein Priester, der dort
zelebrierte, bezeugte:
immerwährenden Opfer. In den folgenden Jahren „Mir schien, in dieser Messe gab es zwei
sollten sich die Priester von Linares abwechseln, Altäre und zwei Opfer. Christus war in dem
um Manuel täglich die Hl. Kommunion zu Brot, das ich eben konsekriert hatte. Doch
bringen. Und im September 1962, kurz bevor Er war auch in diesem Leib, der durch bald
Lolo am Fest des hl. Franziskus erblindete, 30 Jahre glücklichen Leidens so verwüstet
erlaubte der Diözesanbischof die Feier der Hl. war.“
Bevor die erste Hl. Messe in seinem Zimmer gefeiert wurde, bat Lolo spontan: „Bringt die Schreibmaschine
und stellt sie unter den Altartisch, damit der Stamm des Kreuzes von Golgota in die Tastatur eindringt und
darin Wurzeln schlägt.“
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Beruf: Gelähmter und Journalist …
1943 saß Manolo bereits im Rollstuhl, seine mehr gebrauchen konnte, diktierte er seiner
Hände und Füße begannen sich zu verkrüm- Schwester oder auf ein Tonbandgerät. Seine
men, mit nach vorne geneigtem Oberkörper Berufskollegen, die Lolo sehr schätzten, sagten
nahm er die starre Haltung einer „4“ ein. So über ihn: „Er war Journalist vom Scheitel
verbrachte er 28 Jahre in ständigen Schmerzen, bis zur Sohle.“ Bis zu seinem Lebensende
die letzten neun Jahre zudem in Blindheit. Sein veröffentlichte er neun Bücher und über
Leben spielte sich in einem einzigen Raum ab, 300 Artikel, in denen er seine Erfahrungen
in dem ihn seine Schwester Lucia fortwährend verarbeitete, um anderen Hoffnung zu
umsorgte, in dem er schlief, betete, aß und ar- vermitteln. So verwirklichte sich, was er zu
beitete. Lolo litt sehr unter der Vereinsamung. Beginn seiner Behinderung geschrieben hatte:
Doch klagte er nie über all diese enormen Op- „Der Schmerz meiner Krankheit änderte
fer. Je mehr die Leiden zunahmen, desto stär- meinen Lebensweg radikal. Ich verließ die
ker wurde sein Wille, ohne jedes Selbstmitleid Klassenzimmer, gab meinen Lehrertitel auf,
ein möglichst „normales“ Leben zu führen. Einsamkeit und Stille wurden mein Anteil.
Die Zeit bis zum frühen Nachmittag gehörte Der Journalist, der ich gerne gewesen wäre
dem Gebet, oft stundenlang betrachtend vor … der kleine Apostel, von dem ich träumte,
seinem Kruzifix, sein Rosenkranz hing immer zog nicht mehr durch die Stadtviertel.
an der Armlehne seines Rollstuhls. Den Rest Doch habe ich mein Ideal und meine
des Tages arbeitete, las, schrieb und korrigierte Berufung noch vor mir, in einer Fülle,
Manuel unermüdlich; als er die Hände nicht von der ich nie zu träumen gewagt hätte.“
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Vertrauen auf Gottes Güte. Gegen Ende seines Selbst am Tag seines Sterbens, dem 3.
Lebens bekannte Manolo: „Ein Wort ist es, November 1971, gelang es ihm noch, trotz
das aufrichtig in mir aufsteigt: ‚Danke!‘ schwerster Leiden ein Lächeln zu schenken,
Über all dem Leid wurde mein Leben auf ehe er nach kurzem Todeskampf unter
besondere Weise sicherlich reicher, durch dem Ave Maria und dem Vaterunser des
die Liebe, die mir von oben geschenkt Priesters und mit dem Kreuz in der Hand
wurde.“ für immer seine blinden Augen schloss.
Lolo beschwor die Journalisten, ihre Arbeit als Berufung zu erkennen: „Der Journalist weiß wie kein anderer,
wie schwierig es ist, der Wahrheit zu dienen. Er spürt wie kein anderer die Verantwortung, tagtäglich
mit Tausenden Lesern zu kommunizieren; er kennt und fürchtet seine Fehler. Er weiß, dass es einen sehr
schwierigen Ort gibt, Christ zu sein und zu bleiben: die Presse.“
„Aus einem meiner Artikel ging eine Ordensberufung hervor. Gerade im richtigen Moment fand ein Mädchen, das
noch hin und her überlegte, die Welt, die ich ihr darin schilderte, anziehend und tat den entscheidenden Schritt. Viel-
leicht ist das die einzige wohltuende Frucht einer meiner Anstrengungen. Immer eingeschlossen in meinem Zimmer,
sage ich mir, dass ich ja sowieso nur demütiger Sämann sein kann … In Stille säen und in der Einsamkeit, immer
aus der Ferne; das, was uns verbindet, ist: falls es einen Frühling gibt, wird seine Frucht auch in der Ferne reifen.“
Quelle: Rafael Higueras Alamo und Pedro Camara Ruiz, La gioia vissuta.
Vita, profilo spirituale e opere del servo di Dio Manuel Lozano Garrido „Lolo“, Editrice Paoline
Ich glaube,
dass das Opferein Telegramm an Gott ist,
auf das Er unfehlbarmit Gnade antwortet.
Ich glaube
an die erlösende Mission des Leidens
und nähere mich
den Leidenden wie einer Kreuzreliquie
Ich glaube
an die Nützlichkeit der Einsamkeit.
Ich glaube,
dass die körperliche Nutzlosigkeit sich für alle
in geistliche Fruchtbarkeit verwandelt.
sel. Manuel Lozano Garrido
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Gebet der Kranken
Herr, wir, die Kranken, kommen zu Dir.
Wir sind die Nutzlosen der Gesellschaft.
Wir stören überall. Wir können unser Haus nicht verlassen,
um uns in die Welt der Wirtschaft zu stürzen.
Es steht uns nicht frei, einen Mann oder eine Frau zu lieben.
Wir können nicht an ein eigenes Heim, eine Familie denken,
noch können wir mit den Fingern unserer Illusionen
den Haarschopf unserer Kinder streicheln ...
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Zwillingsschwestern im Geist
So bekannt Mutter Teresa ist, so wenig wissen
die meisten über ihre beinahe 50 Jahre währende
Freundschaft mit der belgischen Adeligen Jacqueline de Decker.
Diese geistige Einheit war der „Mutter der Armen“ so kostbar, dass sie ihre kranke
Freundin im Rollstuhl nie anders als ihr „zweites Selbst“ nannte.
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unterbreite ich dir einen Vorschlag. Du aber in Indien sein, wo viele Seelen sich
sehnst dich doch so sehr danach, Missionarin nach dem Herrn sehnen, aber nicht fähig
zu sein. Warum vereinst du dich nicht geistig sind, von sich aus auf Ihn zuzugehen, denn
mit unserer Gemeinschaft, die du so innig niemand ist bereit, den Lösepreis für sie zu
liebst? Während wir unsere Arbeit in den bezahlen. Du wirst eine wahre Schwester
Slums tun, kannst du … die Arbeit durch der Nächstenliebe sein, wenn du den Preis
deine Leiden und Gebete mit uns teilen. bezahlst … Ich brauche viele wie dich, die
Die Arbeit hier ist unüberschaubar, und sich leidend mit unserem Orden vereinen …
ich brauche Helfer dafür, das stimmt. Aber Gott muss dich bevorzugend lieben, wenn
ebenso brauche ich Seelen wie dich, die Er dir so großen Anteil an Seinen Leiden
für das Werk beten und leiden. Mit deinem schenkt. Sei tapfer und fröhlich, denn Gott
Leib wirst du in Belgien, mit deiner Seele hat dich auserwählt!“
„Meine erste Erfahrung der Annahme von Leiden machte ich mit 15 Jahren. Nach einem Tauchunfall hatte ich starke
Rückenschmerzen, und es war mir, als bitte mich Gott, das Leiden anzunehmen, und ich nahm das Leiden an. Da-
mals begann ich bereits zu überlegen, einmal nach Indien zu gehen, denn ich dachte mir: ‚Es gibt so viele Leidende
in der Welt, doch Gott kann sie nicht erreichen ohne Hände, die für sie sorgen, und ohne Füße, die zu ihnen gehen.
Könnte nicht ich das sein?‘ So entschloss ich mich, mein Leben ganz Gott und dem Dienst am Nächsten hinzugeben.“
Jacqueline nahm den „Missionsauftrag“ an. Nie hätte ich mir vorstellen können, dass
„Als Mutter Teresa mich bat, kranke und … Kranke jemandem beim Handeln helfen
leidende Helfer für sie zu suchen, begriff könnten … Doch wie Mutter Teresa sagt:
ich erst, wie wichtig die Einheit von Lei- Leiden, vereint mit der Passion Christi, wird
denden und Tätigen für das Reich Gottes ist. zu einem kostbaren Geschenk.“
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Wenn es keinen Himmel gäbe …
A ls erste von drei leiblichen Schwestern
trat Sr. Sebalda Neger (75 J.) aus Herrenried
Als ganz junge Schwester stellte ich einmal dem
zehnjährigen gelähmten Robert, der völlig auf
in der Oberpfalz mit nur 16 Jahren bei den fremde Hilfe angewiesen war, die unüberlegte
Schönbrunner Franziskanerinnen in Bayern Frage: „Robi, möchtest du nicht auch lieber
ein. Ihr ganzes Ordensleben - im Dezember laufen?“ - „Ja, wenn es keinen Himmel gäbe,
werden es 60 Jahre sein - stellte sie in den Dienst dann schon!“, kam sofort die Antwort.
behinderter Kinder, ermutigt auch durch einige Das machte mich sehr betroffen. Robi hat seine
persönliche Zeilen von P. Pio, der ihr schrieb: Behinderung ein ganzes Leben lang bis zum letzten
„Verehre das Heiligste Herz Jesu, und alles Tag durchgetragen. Im Laufe der Jahrzehnte hatte
wird gut werden!“ ich oft Gelegenheit, ihn zu fragen, wie es ihm
Sr. Sebalda machte unzählige ergreifende gehe, worauf er jedes Mal die gleiche Antwort
Erfahrungen im Umgang mit jungen Menschen, gab: „Mir geht es gut!“ Diese gleichbleibende
die mit einer Behinderung leben müssen Haltung kann ich mir nur so erklären, dass in einem
und deren Leiden zu einer offensichtlichen völlig armseligen Leib eine wunderbare Seele
Segensquelle für sie und für andere wurden. wohnt und dass Gottes Gnade sehr wirksam ist.
Lassen wir sie erzählen: Durch Robi habe ich gelernt, wie außerordentlich
wichtig es ist, behinderten Kindern den Glauben
Der ein oder andere von Ihnen, liebe Leser, hat und die Hoffnung auf unseren liebenden Gott
vielleicht ebenso wie ich mit Behinderten zu weiterzugeben. Denn bei Behinderten geht
tun, und möglicherweise sind Sie gar Eltern vieles nicht mit Worten. Sie können nur durch
eines behinderten Kindes. Mir liegt es in erster liebende Zuneigung und Annahme Gottes Liebe
Linie am Herzen, Zeugnis dafür abzulegen, erfahren. Robi hat verstanden, wie wertvoll
welch wunderbaren Wert ein solches Leben Leiden sein kann. Mit 50 Jahren, gezeichnet von
hat; wie kostbar das Leiden ist, das als Segen einer Krebserkrankung, sagte er mir lächelnd:
von behinderten Menschen ausgeht. Sehr oft „‚Balda‘, du brauchst dir um mich keine
durfte ich diesen Segen von „meinen Kindern“ Sorgen machen! Im Himmel darf ich dann
empfangen und weitergeben. neben dir sein.“
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und taufen zu lassen. Seine jüngere Schwester Die Tochter musste ihr den Brief immer wieder
Marion hatte in unserer Kirche die Erstkommu- vorlesen, dann verlangte sie nach dem evan-
nion und die Firmung ihres Bruders miterlebt. gelischen Pastor und starb als glaubende Frau.
Seither bat sie mich oft, doch mit ihren Eltern Diese entscheidende Gnade hatte sie zweifellos
zu sprechen, weil auch sie die Taufe empfangen ihrem äußerlich so ohnmächtigen Enkelsohn zu
wollte. „Ich möchte so sein wie mein Bru- verdanken, der übrigens heute als kräftiger Mann
der“, sagte sie immer wieder. Aber die Eltern zwei unserer Schwestern in der Landschaftsgärt-
hörten nicht darauf, da sie der Ansicht waren: nerei fleißig zur Hand geht.
„Sie ist gesund und muss selber entschei-
den, sobald sie alt genug ist. Mit 14 Jahren
entschied Marion sich glücklich für die Taufe.
K urz möchte ich noch über „unseren“ Ma-
rio berichten, ein Kind, das in besonderer Weise
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Mein Schmerz half mir zu
meinem Glück
„Eine Bekehrung ist ein größeres Wunder als eine Totenerweckung“,
sagte der hl. Bernhard. Rückblickend kann der niederländische Priester Nars
(Bernardus) Beemster diese Worte seines Namenspatrons nur bestätigen,
denn was musste nicht alles geschehen, bis dieser ungestüme junge Mann
seinen Berufungsweg fand! Lange war er fest überzeugt:
„Das Letzte, was ich sein will, ist Priester!“
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Weil ich mich zudem kaum mehr konzentrieren etwas Entscheidendes klar: Gott vergibt immer,
und deshalb nicht studieren konnte, musste mein so dass jeder einen Neuanfang machen darf. Mehr
Technikstudium vorerst aufgeschoben werden. und mehr fasziniert vom Glauben, las ich viel
Meine Freunde gingen weiterhin abends aus, doch darüber. Tief trafen mich 1995 in einem Fatima-
ich hatte striktes Alkoholverbot und auch keine Buch die Worte der Gottesmutter an die drei Hir-
Kraft zum Feste feiern. So blieb ich allein zurück tenkinder: „Viele Seelen kommen in die Hölle,
und fühlte mich im Stich gelassen. Anfangs hoff- weil sich niemand für sie opfert und für sie
te ich zwar noch, meinen entgleisten Lebenswan- betet.“ Entsetzt musste ich mit meinen 24 Jahren
del baldmöglichst weiterführen zu können, doch feststellen: „Es gibt eine Hölle, und wenn ich
mein Heilungsprozess dauerte insgesamt mehr mein Leben nicht radikal ändere, werde ich
als sechs Jahre, wobei ich nie wieder zu meiner wahrscheinlich dort enden.“ Wie von selbst
ursprünglichen Kraft und Kondition zurückfand. trugen mich meine Schuhe damals zum alten
Meine Gedanken kreisten ständig um den Selbst- Die spürbare Freude, Jesus, meinen Retter, end-
mord eines früheren Boxkumpels, der sich kürz- lich gefunden zu haben, wurde im selben Jahr
lich vor einen Zug geworfen hatte. Immer wieder durch meine erste Medjugorje-Pilgerfahrt noch
quälten mich die Fragen: „Weshalb hat Michel intensiver. Dennoch kostete es mich enorme
das getan? Wozu lebe ich eigentlich? Viel- Überwindung, meinen Freunden nach fünf Jah-
leicht ende ich auch noch wie dieser feine ren erstmals über meine Glaubenserfahrung zu
Kerl!“ erzählen. Die Jungs, fast alle ungläubig, meinten
Als zudem ein Freund, mit dem ich früher viele nur lachend: „Wenn’s dir was bringt und du
Motorradtouren unternommen hatte, bei einem das brauchst, okay. Aber lass uns damit in
schweren Unfall einen Arm und ein Bein verlor Ruhe. Hej, Ober, bitte zehn Bier für uns, und
und für immer gelähmt blieb, waren meine Ver- ein Glas Weihwasser für Nars!“ Ich nahm es
zweiflung und meine Ängste so groß, dass ich diesen „starken Männern“ nicht übel, dass es in
eines Nachts aus dem Bett stieg, niederkniete ihrer Welt, die auch einmal die meine war, keinen
und mit meinen 21 Jahren das erste Herzensgebet Platz für Gott gab.
sprach: „Gott, ich kenne Dich nicht, aber ich Mir hingegen bedeutete es viel, Jesus und Maria
weiß, dass Du existierst. Ich wage es kaum immer mehr den ersten Platz im Leben zu geben.
zu sagen und verdiene es nicht, doch ich bitte Sogar meine Freundin verstand das leider nicht,
Dich: Hilf mir!“ Heute sehe ich, wie wunderbar und sie beendete 1995 unsere schöne Beziehung
mich Jesus erhört hat. mit den Worten: „Du liebst ja Gott mehr als
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notierten Kritikpunkten dabei. Die las ich Am 25. Mai 2002 empfing ich die Priesterweihe,
dem 75-jährigen Pater vor: Dies ist nicht und wenn es auch manchmal nicht einfach ist,
gut, und das taugt nichts. Die Seminaristen das Priestertum zu leben, bin ich doch innerlich
taugen nichts, das Essen taugt nichts, die ein glücklicher Priester, der sich kein anderes
Vorlesungen taugen nichts, die Lehrer auch Leben vorstellen kann. Seit Anfang 2012 darf ich
nicht, und zum Schluss sagte ich ihm direkt als Rektor den niederländischen Wallfahrtsort
ins Gesicht: „Und Sie taugen auch nichts.“ „Maria Not“ in Heiloo betreuen.
Daraufhin erwiderte er nur einen Satz:
„Wenn du das nächste Mal wieder deinen Falls in jener entscheidenden Nacht vor beinahe
beschuldigenden Finger ausstreckst, dann 23 Jahren auch mein Namenspatron, der hl.
schau doch einmal auf die eigene Hand, Bernhard, „vermittelt“ hat, bin ich ihm sehr
wie viele Finger da gleichzeitig auf dich dankbar. Meine schweren Verletzungen haben
selbst weisen.“ Das war ein furchtbarer damals mein Leben komplett verändert, und mein
Moment, als er das sagte. Erst nachdem ich Schmerz half mir indirekt zu meinem heutigen
die eigenen Fehler erkannte, eingestand und Glück. Es erstaunt mich immer noch, wie Gott
um Verzeihung bat, konnte meine priesterliche in eine so leidvolle Situation hineinwirkte und
Formung wirklich beginnen. schlussendlich alles so segensreich herauskam.
Als mich Bischof Punt im Sommer 1996 auf das Priestertum ansprach, war meine strikte Antwort: „Nein,
Priester werde ich sicher nicht!“ Drei Tage später klingelte das Telefon, und der Bischof sagte erneut zu
mir: „Wenn du berufen bist und nicht dein Zuhause, Eltern, Besitz und einen neuen Job zurücklassen willst,
um Jesus nachzufolgen, wie Er es von dir erbittet, dann bist du Seiner nicht würdig.“ Das traf mich wie ein
Keulenschlag! War ich schon wegen meiner Entscheidung für Gott bei vielen „unten durch“, so wollte ich
doch wenigstens in den Augen Gottes würdig sein. Nach einer schlaflosen Nacht stand mein Entschluss fest.
Mit der Kapelle der „Vrouwe van alle Volkeren“ in Amsterdam entdeckte ich zugleich die schönste Ma-
rienverehrung, die es gibt: Maria als „Mutter aller Menschen“. Für mich gibt es, ehrlich gesagt, auch kein
tiefsinnigeres Gebet als jenes, das die Gottesmutter in Amsterdam geoffenbart hat. Ja, ich weiß nicht, wo ich
im Leben stünde ohne diese Mutter, die Jesus mir vom Kreuz herab geschenkt hat. Und so bringe ich auch
Jugendliche und Kinder, die mir in der Pastoral anvertraut sind, immer wieder gerne in die Gnadenkapelle.
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P. Patrick Cahill, einer unserer Priester, erlebte sah ich Gott in den Gesichtern dieser Menschen.
Méabh erstmals im Sommer 2012 beim eucha- Nach einer Reihe von schmerzhaften Untersu-
ristischen Kongress in Dublin, als sie von ihrem chungen im Krankenhaus rollte man mich auf die
Glauben Zeugnis ablegte. Vor kurzem hatte er Intensivstation. Dort lag ich sechs lange Stunden,
die Möglichkeit, seine Landsmännin persönlich unfähig, mich den spanischen Ärzten und Kran-
zu treffen und mit ihr zu sprechen: „Méabh, kenschwestern mitzuteilen, und ganz verwirrt,
wenn man die Fotos kennt, auf denen du als allein und voll Angst. Ich war mir nicht sicher,
Balletttänzerin zu sehen bist, und dir heute ob ich sterben oder leben werde, und wollte mei-
im Rollstuhl begegnet, fragt man sich, wie es ne Familie anrufen, um ihnen zu sagen, dass ich
möglich ist, dass du mit einem solchen Lä- sie liebe. Ich erinnere mich, dass ich nicht wusste,
cheln über Jesus sprechen kannst. Was ist da was ich tun sollte, und so schloss ich meine Augen
in deinem Leben geschehen?“ und betete. Ich konnte mich nicht so lange kon-
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Méabh: „ I ch glaube fest daran, dass alles,
was geschieht, einen Grund hat und dass unser
Méabh: „ E inmal, als ich ganz niedergeschla-
gen im Krankenhaus lag, kam eine Karte von ei-
Leiden nur ein Bruchstück eines größeren und ner Freundin mit den Worten der hl. Katharina
besseren Bildes ist. Mein Weg war und ist nicht von Siena: ‚Sei das, was Gott von dir möchte,
leicht. Ich begegnete vielen Hindernissen und und du wirst die Welt in Brand setzen.‘ Ja,
wurde auf vielerlei Weise herausgefordert. Zu ich bin ich, mit meinen gebrochenen Knochen
Hause angekommen, musste ich mich umge- und meiner Behinderung. Wenn ich dazu ja sage,
wöhnen und meinen Lebensstil ändern, um mich dann kann ich für andere zum Trost und zur Er-
meiner Behinderung anzupassen. Das öffnete mutigung werden. Das erlebe ich immer wieder.
mir aufs Neue die Augen und befähigte mich, Vor kurzem erst kam eine Frau aus Tyrone nach
wahres Mitleid für physisch Behinderte zu ent- der Hl. Messe zu mir und sagte: ‚Mein Mann
wickeln. Das Gehen wiederzuerlernen war ent- ist vor wenigen Wochen gestorben. Ich war
mutigend, da es manches Mal einen Schritt nach völlig niedergeschlagen und wusste nicht,
vorn und zwei nach hinten bedeuten kann. Wenn wie ich allein weiterleben sollte. Aber jetzt,
ich jedoch denke, die nächste Hürde nicht zu nach deinem Zeugnis, habe ich wieder Hoff-
schaffen, wende ich mich an Gott und bitte Ihn, nung. Denn ich sehe an dir, dass es möglich
mich darüber hinweg zu tragen. So wie ich mit ist, in einer aussichtslosen Situation in der
den Physiotherapeuten lerne, einen Schritt nach Kraft Gottes das Leben neu aufzubauen und
dem anderen zu gehen, so lerne ich auch mit je- glücklich zu werden. Danke!‘ Oft erlebe ich,
dem Schritt, meinen Glauben zu vertiefen, und wie Gott die Menschen durch mein Wort oder
das macht mich sehr glücklich. meinen Gesang tröstet und stärkt. Ich weiß,
dass das auch eine Frucht meines persönlichen
Für mich ist der einzige Weg, das Leiden zu Kreuzes ist. Viele Male schon machte ich die Er-
ertragen, ausgeglichen zu bleiben und Gott um fahrung: wenn ich am schwächsten bin, bricht
Hilfe zu bitten. Ich habe die Erfahrung gemacht, die Gnade Gottes ein. Und ich erlebe es als ein
dass die eigentliche Kraft für meinen Weg die Privileg, dass Gott mich gebraucht.“
Beziehung zu Gott ist. Ich habe den Schatz ent-
deckt, still vor dem Allerheiligsten zu beten, Ihn P. Patrick: „Was ist heute für dich wichtig im
anzuschauen und mich von Ihm anschauen zu Leben?“
lassen. Das Gebet ist meine Kraftquelle, und der
Zustand meiner Unbeweglichkeit half mir, die
kleinsten Dinge im Leben zu schätzen. Als ich
„A ls die Ärzte mir sagten, dass es lange
dauern wird, bis ich wieder gehen kann, wenn es
begann, das Kreuz, das mir anvertraut wurde, überhaupt möglich sein wird, war das für mich
nicht als Kreuz zu sehen, sondern als Geschenk, ein unglaublicher Schmerz. Dennoch konnte
öffnete sich mir der Blick für das Schöne im Le- ich Gott für mein Leben danken. Eine meiner
ben. Mein Kreuz befähigt mich, anderen zu hel- Lieblingsheiligen ist Mutter Teresa. Einige ihrer
fen, Gott kennenzulernen, so wie auch ich Ihn Worte haben mich so tief berührt, dass ich sie mir
im Leiden kennenlernen durfte.“ zum Motto genommen habe, wie z. B.: ‚Sei treu
in den kleinen Dingen, denn darin liegt deine
P. Patrick: „Méabh, du sprichst davon, dass Kraft.‘ Das versuche ich von meinem Rollstuhl
du anderen hilfst, Gott kennenzulernen. Du aus zu leben und so ein Beispiel für meine Schüler
hast eine Gebetsgruppe von Jugend 2000 zu werden. Es ist nicht die körperliche Kraft, die
gegründet und singst in einer Musikgruppe zählt, sondern die Kraft des Herzens. Durch mei-
bei Gebetstreffen und Hll. Messen. Wie bist du ne Leiden lernte ich, jeden Augenblick des Tages
zu diesem missionarischen Eifer gekommen?“ zu schätzen und in allem ein Geschenk zu sehen.
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Ein anderes Wort der sel. Mutter Teresa, das hast und dadurch schon für so viele Men-
ich mir zu eigen gemacht habe, ist: ‚Wir kön- schen zum Zeichen der Hoffnung geworden
nen nicht alle große Dinge tun, aber kleine bist. Wer dich hört, wird von deiner Freude
mit großer Liebe.‘ Auch wenn ich könnte, ich angesteckt, von deiner Reinheit angezogen
möchte nichts in meinem Leben ändern, denn und hat das Verlangen, Jesus inniger zu be-
ich habe verstanden: nur durch Leiden können gegnen. Wenn du von Ihm sprichst, dann
wir die Schönheit des Kreuzes entdecken. Man spürt man, dass du von jemandem sprichst,
sieht das Leiden oft als etwas Negatives, aber du den du kennst. Das Kreuz ist für dich zum
kannst keinen Regenbogen sehen ohne den Re- Geschenk geworden, aus dem andere Hoff-
gen! Das Leben besteht nicht darin zu warten, bis nung und Kraft schöpfen. Du gibst uns ein
der Regen vorüber ist, sondern darin, im Sturm Beispiel, was es heißt, im Leiden nicht auf
und Regen zu tanzen! Ich möchte heute mit mei- dich zu schauen, sondern zu geben, was
nen vernarbten Beinen Gott preisen!“ du geben kannst. Weil du dein Leiden als
Geschenk annimmst, bist du zu einer faszi-
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Sibirischen Lourdes“, was den Kommunisten ein eigenartige Ereignis. Die Dorfverwaltung ließ
großer Dorn im Auge war. Polizeichef Bondar die Senke sofort von Traktoren planieren, doch
Dibrovna schrieb im ausführlichen Polizeibericht eine Woche später zeigte sich dasselbe Phäno-
vom 2. Juli 1925: „Ich wurde davon in men erneut. Mutter Martha, die Oberin der heu-
Kenntnis gesetzt, dass im Dorf Sarotschij Log te dort ansässigen orthodoxen Klostergemein-
eine ‚Heilige Quelle‘ entsprungen sei, zu der schaft, erzählte, wie sie als zwölfjährige Pilgerin
eine gewaltige Zahl von Frömmlern strömt, diese eingeebnete Senke mit eigenen Augen ge-
um Heilung von verschiedenen Gebrechen sehen hatte.
und Krankheiten zu erlangen. Vom 19. - 21.
Juni 1925 trafen wir 2000 Leute an … viele Die Heilquelle, die vom Regime mehrmals
Ältere, aber auch Familien mit Kindern vergeblich zugeschüttet worden war,
und Kranken auf Fuhrwerken, offenbar versiegte nicht, und auch der Pilgerstrom
aus weit entfernten Dörfern, die auf ihrem riss nie ab. Wie in all den vergangenen
Rückweg viele Flaschen, gefüllt mit Wasser Jahren, so geschehen bis zum heutigen
aus der Heilquelle, bei sich hatten. Es wird Tag immer wieder auffallende Heilungen.
von … Heilungen an diesem Ort erzählt Im Frühjahr 2005 wurde die 30-jährige
… wo die erschossenen Banditen von den krebskranke Natalia aus dem nahen Barnaul
Gläubigen als ‚Heilige‘ besungen werden.“ nach dem Empfang der Hl. Beichte und der
Im Laufe mehrerer schwerer Verfolgungswellen Hl. Kommunion sowie dem Bad in der Quelle
brachte man nach 1925 weit mehr als 2000 geheilt. Im Mai 2008 kam Tatjana. „Ich bin
Christen nach Sarotschij Log, die dort furchtbar am Ende, dem Tode nahe!“, sagte sie ganz
gequält wurden, ehe man sie wie die ersten richtig, denn sie war tatsächlich ein körperliches
Märtyrer dieses Ortes ermordete und auf den und seelisches Wrack. Sie weinte, betete, flehte
nahen Feldern und in den Senken vergrub. um Heilung und wusch sich voll Vertrauen an
der Quelle. Und siehe da: schon nach einem
Während des Zweiten Weltkrieges sahen eini- Tag war sie ganz verändert, auch äußerlich. Als
ge junge Männer eines Nachts in einem dieser Tatjana im Juni wiederkam, umarmte sie Mutter
Gräben plötzlich eine Öllampe leuchten, wie Martha voll Lebensfreude und rief aus: „Gott
sie in orthodoxen Kirchen verwendet werden. sei gedankt! Hier heilen der Hl. Geist und
Sie wussten nichts von den Massengräbern ver- die Gottesmutter auf die Fürsprache all der
folgter Christen an diesem Ort und meldeten das Märtyrer dieses Ortes!“
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