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438 Holzarten von A bis Z

Kiefer, Gemeine
■ Familie: Pinaceae
■ Spezies: Pinus sylvestris L.
■ Holzart: Nadelholz
■ EN 13556: PNSY

Namen Strukturmerkmale
Gemeine Kiefer, Föhre, Forche, Europäische Kiefer, Rot-, Makroskopisch
Sand-Sandkiefer und Weißkiefer (D); Pin commun (F, RO); Q Jahrringgrenze deutlich; Übergang
Scots Pine (GB); Pin silvestre (F, E); Europees grenen (NL); Frühholz/Spätholz innerhalb des
Furu (S); Borovice obecna (CZ/SK); Bor rdeci (SLO); Bor obicni Jahrringes allmählich bis deutlich;
(HR); Sosna pospolita (PL); Erdeifenyö (H) mittlere Jahrringbreite etwa 3 mm
T, R siehe Q
Vorkommen
Mittel-, Nord- und Osteuropa; in den Gebirgen und Ebenen; Mikroskopisch
im Fichtelgebirge bis zu 750m, im Bayrischen Wald bis zu Tracheiden
900 m, Schwarzwald bis zu 950 m, Auvergne bis zu 1300 m, in Anordnung streng radial; im Spätholz dick-
den Bayrischen Alpen bis zu 1600 m, im Engadin und in wandig und sich tangential ver-
Wallis bis zu 2100m über NN; bevorzugt lockere, sandig- dichtend
lehmige Böden, wächst im Gebirge auch auf Geröllhalden und Wanddicke (2 W) Frühholz 5,7 ... 6,7 ... 7,4µm; Früh-
Felsen, auf südlichen trockenen Hanglagen; anpassungsfähig holz
an unterschiedliche Klimabedingungen und nicht spätfrost- Spätholz 10,9 ... 13,0 ... 16,7 µm;
empfindlich; Reinbestände überwiegend in Nord- und Nord- Spätholz
osteuropa, sonst eingesprengt in Fichtenwäldern, auch Lumen (L) etwa 37,5 bis zu 54,3 µm; Frühholz
zusammen mit Lärchen und Laubhölzern; auf feuchteren Spätholz 11,7 ... 17,1... 24,6 µm;
Standorten werden wesentlich bessere Kronenformen ange- Spätholz
troffen; wirtschaftlich wichtigste Kiefernart Länge 1800 ... 3100 ... 4500 µm
Anteil 90,3 ... 93,1... 95,6 %
Allgemeine Merkmale Tracheidenverlauf gerade, auch drehwüchsig
Baumhöhe 10 ... 30 m (40 m)
Stammlänge bis zu 18 m Längsparenchym
Stamm-MD 0,4 ... 1,0 m Anordnung nicht feststellbar
Stammform gerade, vollholzig; auf bestimmten
Standorten auch drehwüchsig und Holzstrahlen
krumm Anordnung unregelmäßig
Rinde unterer Stammteil dickborkig; Zusammensetzung heterozellular
schuppig oder plattenförmig Höhe 70 ... 500 µm; 3... 9... 15 Zellen
aufgerissen, graubraun, innen Breite 15 ... 35 µm; einschichtig; harzgang-
rostrot; oberer Stammteil dünn, führende in der Mitte mehrschich-
glatt, gelbrot (Spiegelrinde); tig
Rindenanteil 5.. .12 ... 18 % des Dichte 4... 5... 7auflmm T
Stammvolumens mit Rinde, Dichte Anteil 4,4... 5,5 ... 6,7 %
300 ... 490 kg/m3 (je nach Baumalter)
Farbe Splintholz gelblich oder rötlich weiß; 5... 10 cm Besonderheiten
breit (3 ... 6 cm) axiale und radiale Harzkanäle vorhanden, 8... 100 µm
Farbe Kernholz rötlich gelb, bis braunrot Durchmesser, Anteil 0,4 ... 1,4 %, Epithelzellen dünnwandig,
nachdunkelnd Anteil 0... 1,4... 5,8 %; Holzstrahltracheiden 1- bis 3-reihig,
Textur gefladert (T), gestreift (R). dekorativ beidseitig und zwischengelagert, mit auffallenden zacken-
Geruch harzig, frisch bearbeitet auch artigen Verdickungen; im Kreuzungsfeld 1 bis 2 große ovale
aromatisch bis rechteckige Fenstertüpfel
Kiefer, Gemeine 439

Physikalische Eigenschaften besteht Bläuegefahr; Stehvermögen


Darrdichte (Pdi,) 300 ... 490 ... 860 kg/m 3 gut
Rohdichte (P 12... 15) 330 ... 510 ... 890 kg/m 3 Verklebung gut, wenn kein zu hoher Harzgehalt
Rohdichte (pg,ün) 750 ... 820 ... 850 kg/m 3 Oberflächen- mit Lasuren, Mattierungen, Lacken,
Porenanteil (c) etwa 67 % behandlung wachsen; gut; jedoch bei hohem
Sehwindsatz längs (ß 1) 0,2 ... 0,4 % Harzgehalt schwierig heiz- und
Sehwindsatz radial (ß,) 3,3 ... 4,5 % lackierbar
Sehwindsatz 7,5 ... 8,7 % Sonstiges warnfähig; Splintholz gut
tangential (ß1) imprägnierbar; rothartes (kieniges)
Sehwindsatz Volumen 11,2 ... 12,4% Holz ist schwer bearbeitbar und
Cßv> neigt bei Erwärmung zu
Sehwindsatz bei 1 % 0,37 ... 0,41 %; Volumen, 0,17 % Harz austritt
Feuchteabnahme radial, 0,30 % tangential wärme-
und schalldämmend Holzfehler
Sonstiges A (parallel zur Faserrichtung) etwa Abholzigkeit, Krümmungen, Unrundheit, Drehwuchs,
0,35 W/(m • K) A (senkrecht zur Astigkeit, Beulen, Kernverlagerungen, Harztaschen, Harz-
Faserrichtung) etwa 0,14 W/(m • K) gallen, Harzungsschäden, Schälschäden, Ringrisse, Faserstau-
chungen, Faserbrüche, unregelmäßiger Jahrringaufbau,
Mechanische Eigenschaften Reaktionsholzbildung, Stammfäule, Bläue, Fraßgänge,
Druckfestigkeit (ade) 35 ... 55 ... 94N/mm 2 Schäden durch Vögel
Biegefestigkeit (abe) 41... 80 ... 205 N/mm2
Zugfestigkeit (a, 8 II) 35 ... 104... 196 N/mm 2 Dauerhaftigkeit
Zugfestigkeit (a,el-) 1,0 ... 3,0 ... 4,4 N/mm 2 Dauerhaftigkeit Kernholz ziemlich dauerhaft,
Scherfestigkeit (tae) 6,1... 10,0 ... 14,6 N/mm 2 Splintholz pilz- und
Schlagzähigkeit (a) 1,5 ... 4,0 ... 13,0 J/cm 2 insektenanfällig; bläueempfindlich;
Härte (HB 11) 35 ... 40 ... 95 N/mm 2 Dauerhaftigkeitsklasse 3-4
Härte (HB.l) 13 ... 19 ... 24N/mm 2 nach DIN EN 350
E-Modul (fb 11) 6900 ... 12000 ... 20100 N/mm 2
E-Modul (ft,1.) 2700 ... 4600 ... 11200 N/mm 2 Holzschädlinge
Drehfestigkeit (t18) 13,3 ... 16,0... 17,6 N/mm2 (vorwiegend im Splintholz:)
Spaltfestigkeit (a,) 0,2 ... 0,5 N/mm2 Pilze: Ophiostoma spp., Armillaria mellea Quel., Corticium
Abnutzung Eiche : Kiefer= 0,9 :1,0 giganteum Fr., Lenzites spp., Polystyctus abietinus Fr., Paria
spp., Trametes pini Fr. ;
Chemische Eigenschaften Insekten: Camponotus herculeanus L., Sirex gigas L., Xeris
Benzol-Alkohol-Auszug 1,0... 5,9 % spectrum L., Monochamus sartor F., M sutor L., Xyloterus
Etherauszug 1,6 ... 1,9 % lineatus 01., Hylotrupes bajalus L., Anobium punctatum De
Wasserlöslichkeit 0,6 ... 2,6 % Geer, Dendrobium pertinax L., Reticulitermes spp.
Lignin 26,3 ... 31,4 % Vögel: 0Dendrocopus major L., Picus martius L.
Gesamtzucker 64,3 ... 72,3 %
Cellulose 41,9 ... 52,2 % Verwendung
Pentosane 8,2 ... 13,4% Verwendung Furnierholz; Messer- und Schälholz
Acetylgruppen etwa 1,4% allgemein für Deckfurniere und Sperrholz,
Asche 0,2 ... 0,5% überwiegend für Einlagen;
pH-Wert etwa 5,1 Ausstattungsholz für Möbel, Vertä-
Sonstiges Furfurol 5,6 ... 6,1 %; Methoxyl felungen, Verkleidungen, Türen,
5,0 ... 5,4 %; Harzgehalt etwa 1,6 %; Fenster, Treppen, Parkett Fußbö-
Hexosan 14 % den; Konstruktionsholz im Innen-
und Außenbau, im Berg-, Schiff-
Bearbeitung und Waggonbau, Grubenbau; Spe-
Mechanisch gut zu sägen, hobeln, bohren, zialholz für Masten und Schwellen;
fräsen, schleifen; optimale für die Papier- und Zellstoffindust-
Schnittgeschwindigkeit etwa 33 m/s; rie, Span- und Faserplattenindust-
messer- und schälbar, drechselbar rie; für Holzwolle, Kisten und Be-
Trocknung gut; bei Feuchte >25 % und hälter, Holzkohle, Leisten, Stangen
Temperaturen von 20 ... 30 °c u. a.

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