Die charismatische Herrschaft besitzt wie eine Ellipse zwei Brennpunkte.
Im ersten Zentrum steht
das kriegerische, rhetorische, religiöse, politische Sondertalent des Charismaträgers, der dank einer
existentiellen Krise aufsteigt und sich dann als Retter in der Not bewähren muss. Sein
Personalcharisma prägt die durch eine „Gesinnungsrevolution“ zusammengeführte, auf
persönlicher Loyalität beruhende charismatische Gemeinschaft seiner gläubigen Anhänger. Die
Verwaltungsstäbe werden nicht auf der Grundlage sachlicher Qualifikation, sondern durch das
persönliche Vertrauen des Charismatikers gebildet.
Das zweite Zentrum besteht aus der Zuschreibung charismatischer Fähigkeiten durch die
Gesellschaft, die dank der politischen Kultur des Landes die Neigung gespeichert hat.
Bis den heutigen Tag wird Mao Zedong in China wie ein Heiliger verehrt. Doch seine
Herrschaft von 1949 bis 1973 war gekennzeichnet durch Rechtlosigkeit, Terror und
totalitäre Gewalt. Mao war bis zu seinem Tod 1976 Staatsoberhaupt der Volksrepublik China.
Während dieser Zeit errichtete er mit autoritären Mitteln einen Einparteienstaat. Seine Politik
veränderte die politische, wirtschaftliche und soziale Struktur Chinas.
Millionen von Menschen kamen infolge dieses Umbruchs ums Leben, ebenso wie diejenigen, die
Opfer seiner Säuberungen während des Höhepunkts der Kulturrevolution von 1966–1976
wurden.
Wenige große Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts waren so umstritten wie Mao. In den ersten
Jahrzehnten seiner Herrschaft war er in China und den Nachbarländern als talentierter
Guerillaführer und Visionär bekannt.
Viele Menschen in China zeigen heute immer noch ein Porträt von Mao an einem Ehrenplatz in
ihrem Haus.
Sie betrachten Mao als den Befreier Chinas, der den Nationalstolz wiederhergestellt hat. Im
Gegensatz dazu wird Mao im Westen oft als Despot angesehen, der seine eigene Art des
Kommunismus (Maoismus) benutzte, um eine totalitäre Herrschaft zu errichten.
Das Ausmaß, in dem Sie Mao für einen Befreier oder Unterdrücker Chinas halten, ist eine
Debatte wert, wenn Sie seine Geschichte untersucht haben.
Viele Menschen in China zeigen heute immer noch ein Porträt von Mao an einem Ehrenplatz in
ihrem Haus.
Sie betrachten Mao als den Befreier Chinas, der den Nationalstolz wiederhergestellt hat. Im
Gegensatz dazu wird Mao im Westen oft als Despot angesehen, der seine eigene Art des
Kommunismus (Maoismus) benutzte, um eine totalitäre Herrschaft zu errichten.
Mao wurde innerhalb der GMD und der KPCh in Shanghai aktiver. Er kehrte 1926 nach Hunan
zurück, um Bauernverbände zu organisieren, um die Kampagnen der Vereinigten Front gegen
die Warlords zu unterstützen.
Mao war weniger besorgt über nationale KPCh-Fragen und wurde unter den Bauern von Hunan
als ihr Anführer gegen die Kriegsherren und Grundbesitzer angesehen.
-Mao überzeugte die Bauern mit Landumverteilung und Mietkontrollen sowie Kampagnen zur
Beseitigung der Korruption und zur Verbesserung der Alphabetisierung. Seine Anziehungskraft
ging jedoch über die Bauernklasse hinaus: Er wandte sich auch an die „nationale Bourgeoisie“,
das „Kleinbürgertum“ und die Industriearbeiter. Bauern beteiligten sich an „revolutionären
Komitees“, und in den 1940er Jahren hatte Mao die Taktik der Massenlinie befürwortet,
wodurch die KPCh eine enge Beziehung zum Volk entwickelte. KPCh-Kader sollten unter den
Bauern leben und von ihnen lernen und ihnen helfen. Dies bekehrte viele zur Sache Maos.
,,Der lange Marsch’’ ist eine der Methode, die Mao benutzte, um sein Bild als Held ausbreiten zu
können. Diese panische Flucht vor Chiang Kaisheks wird Mao später zum legendären "Langen
Marsch" (1934/35) verklären und zum Gründungsmythos der chinesischen Revolution erheben.
Die strapaziöse, äußerst verlustreiche Wanderbewegung der Kommunisten erstreckt sich über eine
Länge von 12.000 Kilometern. Von ursprünglich 100.000 bis 120.000 Kommunisten, die sich auf
den Weg machen, überleben nur etwa 8.000 bis 10.000 Menschen die Entbehrungen des
ungeordneten Fluchtmanövers. Es ist der "Lange Marsch", der Mao schließlich nach erbitterten
Grabenkämpfen zwischen den moskautreuen Kommunisten und dem chinesischen Flügel, dem er
vorsteht, den Weg nach ganz oben ebnet: Mit 41 Jahren avanciert Mao zur Nummer Eins in der KP
Chinas.
Maos Gefolgsleute lassen sich in der Stadt Yan'an am Yanhe-Fluss nieder. Hier graben sich die
Überlebenden der Odyssee im Lössbergland Höhlen auf primitivstem Niveau. Mao regiert die
kommunistische Kolonie mit unerbittlicher Härte, degradiert seine Gefolgsleute zu willfährigen
Erfüllungsgehilfen. Wer nicht Folge leistet, wird schikaniert, "umerzogen" oder liquidiert. Aus den
anfänglichen kommunistischen Idealisten formt Mao ein kleines Heer ideologisch
gleichgeschalteter, einzig auf seine Person ausgerichteter Vasallen. Durch eine taktische Politik der
Annäherung gewinnt Mao zusehends die bäuerliche Bevölkerung der Umgebung für sich. 1937
erreicht der Zweite Weltkrieg China.
Die Rolle von Mao bei dem japanischen chinesischen Krieg war auch Mittel zum Zweck, um
Maos Mythos zu gestalten.
Der japanisch-chinesische Krieg erzwingt einen Burgfrieden zwischen den Truppen von Chiang
Kaishek und denjenigen von Mao. Der massive Anbau von Opium und schwunghafte Handel mit
Rauschgift sowie die ständige finanzielle Unterstützung durch Moskau sichern Mao den
kontinuierlichen Aufbau der Roten Armee. Als 1945 nach der Kapitulation Japans der Bürgerkrieg
zwischen der KP Chinas und der Guomindang-Partei mit unverminderter Härte fortgesetzt wird,
erfährt Mao anfänglich eine breite Unterstützung durch die ländliche Bevölkerung. Bauern, die
Maos Anhängern ihre Unterstützung verweigern, werden durch Terroraktionen der
kommunistischen Kader eingeschüchtert. Die bei der einfachen Landbevölkerung zusehends
verhassten, korrupten Einheiten der Guomindang werden von den rotchinesischen Truppen
systematisch zurückgedrängt, Chiang Kaishek flieht mit seinen Anhängern auf die Insel Taiwan.
Für die Historiker stellte sich in Bezug auf die Person Hitlers die Frage, wie ein so durchschnittlich
begabter und nach allen bürgerlichen Leistungskriterien zu wenig Hoffnungen berechtigender
Mensch eine so große, wenn auch verhängnisvolle Wirkung hatte entfalten können. Die Antwort
suchten sie in einer Analyse der komplexen wechselseitigen Beziehungen zwischen der Person
Hitlers und den bürokratischen Apparaten, die den totalen Staat, an dessen Spitze Hitler seit 1933
stand, in allen Lebensbereichen prägten und durchdrangen. Im Rahmen der
Totalitarismusforschung wurde die Aufmerksamkeit auf den Propaganda- und Terrorapparat,
sowie auch seine Ideologie. gelenkt.
Tatsächlich konnte nur die charismatische Herrschaft Hitlers die Destruktivkräfte der Epoche auf
so fatale Weise bündeln – fast bis zum Ende von der Zustimmung einer Mehrheit in der deutschen
Gesellschaft getragen. Hat Propaganda dabei eine Rolle gespielt? Die Antwort ist ja., aber nicht
allein, Gewalt und Ideologie haben auch eine Rolle gespielt.
Propaganda lenkt nicht nur von einer begriffsscharfen Analyse der Führerdiktatur ab, sondern auch
von der unverändert irritierenden Zustimmungsbereitschaft all jener, die das Charisma beharrlich,
ja fanatisch zuzuschreiben bereit waren. Dass so viele Deutsche in erster Linie von einer
geschickten Propaganda verführt worden seien, läuft daher letztlich auf eine verblüffende
Verharmlosung der politischen Antriebskräfte der deutschen Gesellschaft in den fatalen Jahren
zwischen 1920 und 1945 hinaus.
Die Parole der Kampfzeit hieß dementsprechend: „Deutschland, erwache!“ Für viele Zeitgenossen
war Hitler auch ein „Erweckungserlebnis“. Die Anerkennung des Führers ist nicht nur die
persönliche Verehrung, sie ist – wie Weber sagt – „Pflicht“, nämlich eine Verpflichtung auf die
Ideale, die der Charismatiker zu erfüllen verspricht.
Die charismatische Beziehung ist eine zweiseitige. Derjenige, der Charisma zu haben prätendiert,
muss seinen Anspruch bewähren, bei Hitler in der Kampfzeit zunächst durch Erfolge bei
Großkundgebungen durch seine Rhetorik, später durch Wahlerfolge [...]. Nach der
Machtergreifung bewährten sich der charismatische Anspruch einerseits über den Rückgang der
Arbeitslosigkeit und die außenpolitischen Erfolge, die faktisch die Außerkraftsetzung des
Versailler Friedensvertrages bedeuteten.
Zu Beginn des Krieges dienten die militärischen Siege als Bewährungsproben. Ein in diesem Sinne
bewährtes Charisma ist nicht die Erfindung manipulativer Propaganda, sosehr diese auch zur
Verbreitung des Glaubens an Hitlers Charisma beigetragen haben mag.
Andererseits erheben die Charismageber auch ihrerseits materielle Ansprüche, die der
Charismatiker erfüllen soll. Dies erfolgte zunächst für die jungen arbeitslosen Gefolgsmänner
innerhalb der wachsenden Parteiorganisation und ihrer Milizen, später durch Pfründen im
Staatsapparat und im Reichsarbeitsdienst, schließlich durch die rasche Ausweitung des Militärs,
finanziert durch die Verschuldung des Reichshaushaltes.
Nach der Machtübernahme blieben die Löhne eingefroren. An die Stelle der
Einkommenserhöhung traten symbolische Maßnahmen: Kraft durch Freude, Winterhilfswerk,
Mustersiedlungen.
Um ein solches Regime zu etablieren, müssen alle ihm entgegenstehenden Institutionen aufgelöst
werden. Die Nationalsozialisten handelten entsprechend konsequent und rasch. Vier Wochen nach
der Machtübernahme wurde die Notverordnung erlassen, die verfassungsmäßige Bürgerrechte
aufhob, und nach weiteren drei Wochen erfolgte das Ermächtigungsgesetz, das die
Gesetzgebungskompetenz des Reichstages für vier Jahre suspendierte. Schließlich wurden nach
dem Tod von Hindenburg die Ämter des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten fusioniert. Der
Willkürherrschaft waren keine institutionellen Grenzen gesetzt.
Es gab keine Meinungsfreiheit mehr, und die politische Opposition konnte ohne Rechtsschutz
sofort kriminalisiert werden.
Die charismatische Herrschaft ist mehr als eine bloß emotionale Vergemeinschaftung, sie ist eine
Struktur der politischen Herrschaft.
Der Entscheidungsprozess folgt einem militärischen Modell: hierarchisch gestufte Befehlsgebung
mit Gehorsamspflicht durch einen Befehlshaber. Es gibt keine kollektive Willensbildung und
Entscheidungsfindung. Schon in der NSDAP gab es keinen Parteirat oder kollegialen
Vereinsvorstand. Selbst die von Hitler bestellten Gauleiter durften sich nicht versammeln und
beraten. So war es dann auch im Reich: Die Kabinettssitzungen wurden eingestellt, die
Willensbildung erfolgte in Einzelgesprächen zwischen Hitler und den jeweiligen Befehlshabern.
Die individuellen Zugangschancen zu Hitler und die von ihm häufig nur mündlich gegebenen
Einzelanweisungen bestimmten ihr Eigengewicht und das ihrer Verwaltungsstäbe. Insofern gab es
auch keine institutionellen Regelungen, um Hitler abzusetzen.
Das Hitler-Regime ist nicht einfach als charismatische Herrschaft zu charakterisieren, das durch
einen bedingungslosen Glauben an das persönliche Charisma Hitlers legitimiert wurde. Große
Teile der Herrschaftsausübung folgten dem Modell der bürokratischen Herrschaft und dem
Legitimitätsglauben an die Gültigkeit der Gesetzmäßigkeit der Anordnungen, ohne auf einen
charismatischen Glauben zu rekurrieren.
Ohne Zweifel trug zum „Führermythos“ auch die geschickte Propaganda bei, die die
wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen und außenpolitischen Erfolge des Regimes in erster Linie
Hitler zuschrieb. Die Inszenierung der Reichsparteitage stand ganz im Zeichen der Symbiose von
„Bewegung“ und „Führer“. Während der Olympischen Spiele in Garmisch-Partenkirchen und
Berlin 1936 präsentierte sich Deutschland als erfolgreiche, wieder erstarkte Nation mit Hitler als
international respektiertem Staatsmann an der Spitze. Goebbels und sein Propagandaapparat
unternahmen jede Anstrengung, den „Führerkult“ zu verstärken und Hitler als nationalen Retter,
als Erlöser und Heilsbringer erscheinen zu lassen. Das religiöse Element, wie es in der liturgischen
Inszenierung von Parteitagen, nächtlichen Weihen oder in den Totenehrungen zum Ausdruck kam,
war offensichtlich, zumal Hitler diese Dimension zusätzlich verstärkte, indem er sich als von der
„Vorsehung geschickt“, als „auserwählt“ und vom „Schicksal bestimmt“ bezeichnete.
Aber die Begeisterung, die so viele Deutsche teilten, war nicht nur ein Werk von Verführung und
Propaganda. Mit Hitler verband sich nicht nur die Erwartung, dass er Deutschland aus der Krise,
sondern vor allem zu neuer Größe führen werde. Das Zukunfts- und Heilsversprechen, das Hitler
verhieß, gepaart mit den realen Erfolgen, die das Regime vorzuweisen hatte, bildete die Basis für
die enorme Selbstmobilisierung der deutschen Gesellschaft in den Vorkriegsjahren. Selbst dort, wo
Korruption und Misswirtschaft nicht zu übersehen waren, wurde dies nicht dem „Führer“ als
vielmehr seinen unvollkommenen Gehilfen angelastet. „Wenn der Führer das wüsste“ geriet zu
einer gängigen Selbsttäuschungsformel, mit der sogar Unrecht und Verbrechen vom Glauben an
Hitler abgespalten werden konnten.
Die andere mächtige Abteilung des Nazi-Regimes war das Propagandaministerium unter der
Leitung von Goebbels. Goebbels beeinflusste nicht nur die Kultur (siehe unten), sondern leitete
auch die Presse und den Rundfunk. Insbesondere das Radio war ein wirksames Mittel der
Indoktrination. Dies wurde durch die Massenproduktion von Radios unterstützt, die zu
subventionierten Preisen verkauft wurden; 1939 besaßen 70 Prozent der Haushalte eines.
Darüber hinaus gab es in öffentlichen Bereichen öffentliche Lautsprecher, die Hitlers Reden und
wichtige „Nationaldenkmäler“ übertrugen.
Ein weiterer Aspekt der Propagandamaschinerie war die Schaffung eines neuen sozialen Rituals;
der Heil-Hitler-Gruß mit dem Hitlergruß. Neben öffentlichen Festen zur Würdigung wichtiger
NS-Errungenschaften sollte dadurch die Identifikation der Bevölkerung mit dem NS-Regime
gestärkt werden.
Goebbels‘ Propagandamaschinerie war auch entscheidend für die Entstehung des „Hitler-
Mythos“; dass Hitler kompromisslos kämpfte, um die inneren und äußeren Feinde der Nation zu
besiegen, dass er ein politisches Genie war, das den Wiederaufbau Deutschlands nach den
Demütigungen der Nachkriegszeit vorangetrieben hatte, und dass er darüber hinaus ein Mann der
Nation blieb Menschen, die ein einfaches Leben führen und sich dem Wohlergehen seines
Volkes widmen. Die Propaganda dieses Bildes von Hitler war so erfolgreich, dass Ende der
1930er Jahre schätzungsweise 90 % der Deutschen ihn bewunderten.
Wie Ian Kershaw argumentiert hat, war Hitlers Popularität der Schlüssel zur Sicherung seiner
Position und zur anschließenden Umsetzung seiner Ideen:
„Hitlers enorme Popularität machte seine eigene Machtposition immer unangreifbarer und
bildete die Grundlage für den selektiven Radikalisierungsprozess im Dritten Reich, durch den
seine persönlichen ideologischen Obsessionen in erreichbare Realität umgesetzt wurden.“
Ian Kershaw, Der Hitler-Mythos, S. 1
Ohne diese Bereitschaft zur Selbstmobilisierung ist der Nationalsozialismus nicht zu verstehen.
Die Verheißung einer „Volksgemeinschaft“ war nicht bloß eine Propagandaformel, mit der die
nach wie vor anhaltenden sozialen Ungleichheiten ideologisch kaschiert werden sollten, sondern
sie bildete den Zielpunkt einer künftigen sozialen Ordnung, der sich viele aus durchaus ganz
unterschiedlichen Gründen verschrieben. „Wenn ich den Gründen nachforsche, die es mir
verlockend machten, in die Hitler-Jugend einzutreten“, bekannte nach dem Krieg die ehemalige
BDM-Funktionärin Melitta Maschmann, 1918 geboren und seit 1933, gegen den Willen ihrer
rechtskonservativen Eltern, BDM-Mitglied, „so stoße ich auch auf diesen: Ich wollte aus meinem
kindlichen, engen Leben heraus und wollte mich an etwas binden, das groß und wesentlich war.
Dieses Verlangen teilte ich mit unzähligen Altersgenossen.“
Das Ziel nationalsozialistischer Politik lag in der Herstellung der „Volksgemeinschaft“, einer
Gesellschaftsordnung, der nur die „erbbiologisch wertvollen“ und „rassereinen“ Deutschen
angehören und aus der die „Fremdvölkischen“ und „Gemeinschaftsfremden“, allen voran die
Juden, ausgeschlossen werden sollten. Inklusion wie Exklusion sind daher die beiden untrennbar
zusammengehörenden Seiten der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“.
Hitler erweiterte seine Ideen in Mein Kampf; Die allgemeine Ideologie blieb jedoch etwas vage.
Zu den wichtigsten Ideen gehörten jedoch:
die Notwendigkeit eines allmächtigen Führers
ein starker Staat – und damit Einschränkung individueller Freiheiten
starker Nationalismus
Betonung von Militarismus und militärischer Stärke,
wie wichtig es ist, die Reinheit der deutschen Rasse zu bewahren
Eine expansive Außenpolitik (Lebensraum)
Schaffung einer Volksgemeinschaft (und Angriff auf alle, die nicht in die Volksgemeinschaft
passten)
Behandlung von Juden
Wie Sie oben gesehen haben, war die Überlegenheit der arischen Rasse und der Hass auf die
Juden ein wesentlicher Bestandteil der Nazi-Ideologie.
Als Hitler an der Macht war, gelang es ihm, diesen Hass in Politik umzusetzen. Vor dem
Hintergrund der Gewalt gegen Juden begann das NS-Regime ab 1933 eine intensive Kampagne
der Verfolgung und rechtlichen Diskriminierung. Gleichzeitig nutzte Goebbels seine
Propaganda, um der deutschen Bevölkerung zu beweisen, dass die deutschen Juden tatsächlich
keine echten Deutschen waren, dass sie mit antideutschen Kräften wie dem Marxismus
verbunden waren und dass sie aus der deutschen Gesellschaft beseitigt werden mussten.
Nach 1933 wurden mehrere Maßnahmen gegen die Juden ergriffen. Die erste davon, der Boykott
jüdischer Geschäfte und Unternehmen, wurde schnell abgebrochen, nachdem sie auf
Missbilligung in der Bevölkerung gestoßen war. Die Legalisierung der Diskriminierung durch
das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ stieß jedoch auf wenig Protest.
Dieses Gesetz hatte schwerwiegende Auswirkungen auf die jüdische Mittelschicht in
Deutschland und führte zu einer zunehmenden Auswanderung von Juden. Gleichzeitig ging die
Gewalt gegen die Juden durch die SA mit Schlägen, Folter und Morden weiter. Im Mai 1933
kam es in Berlin zur Verbrennung sogenannter jüdischer Bücher. Unterdessen übernahmen Nazi-
Lehrer die Führung bei der Trennung jüdischer Kinder von anderen Schülern.
Mit den Nürnberger Gesetzen von 1935 wurde die rechtliche Diskriminierung verschärft. Mit
dem Reichsbürgergesetz wurden jüdische Deutsche auf die Staatsbürgerschaft zweiter Klasse
zurückgestuft, was bedeutete, dass ihnen nun die vollen bürgerlichen und politischen Rechte
entzogen wurden. Nach dem Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre
durften Juden keine arischen Deutschen mehr heiraten; Auch die Beschäftigung von Frauen unter
45 Jahren in jüdischen Haushalten war verboten. Die Deutschen wurden ermutigt, jeden bei der
Gestapo anzuzeigen, der weiterhin „Rassenschande“ beging oder sich als „Sklave der Juden“
verhielt.
In den Jahren nach den Nürnberger Gesetzen wurden Juden systematisch von Berufen, Bildung
sowie vom öffentlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen. Ab 1938 trat die antisemitische
Politik in eine radikalere Phase ein, die mit Hitlers Expansion in Europa zusammenfiel. Neue
Ausweispapiere wurden mit dem Buchstaben „J“ für Jude (Jude) gekennzeichnet und Frauen
mussten den zweiten Vornamen Sarah und Männer den zweiten Vornamen Israel annehmen, um
ihre jüdische Identität anzuzeigen. Die „Arisierung“ des Regimes ging weiter, wobei die Juden
gezwungen wurden, ihre Geschäfte und Betriebe zu minimalen Preisen zu verkaufen, wodurch
ihnen jegliche Lebensgrundlage entzogen wurde. Bis Ende des Jahres wurden jüdische Kinder
von deutschen Schulen ausgeschlossen und Juden aus öffentlichen Bädern, Theatern, Kinos und
Museen verbannt; In Parks durften sie nur auf bestimmten Bänken sitzen.
Im November 1938 kam es in der Reichskristallnacht zum größten Ausbruch organisierter
Gewalt gegen die Juden; In der Nacht des 9. griffen Parteiradikale 7.000 Geschäfte an und
zerstörten 267 Synagogen als Rache für die Erschießung eines Beamten der deutschen Botschaft
durch einen polnischen Juden, der gegen die Misshandlung seiner Eltern protestiert hatte.
Offizielle Zahlen der Partei berichteten von 91 getöteten Juden, aber viele weitere starben
aufgrund von Festnahmen und Inhaftierungen. Viele begingen auch Selbstmord. Juden wurden
gezwungen, für die Zerstörung ihres Eigentums selbst Schadensersatz zu leisten und ihre
Versicherungsansprüche zu verwirken. Viele Deutsche waren tatsächlich entsetzt über dieses
Ausmaß an Gewalt; Sie taten jedoch wenig, um gegen die nun anhaltende Diskriminierung zu
protestieren.
Viele Juden wanderten weiter aus, und tatsächlich wurde die Auswanderung sowohl für deutsche
als auch für österreichische Juden, die mit der Übernahme Österreichs (Anschluss) im März 1938
Teil des Reiches wurden, vom NS-Regime aktiv gefördert. Allerdings wurde es für Juden immer
schwieriger, sie zu finden das nötige Geld für die „Auswanderungssteuer“, während andere
Länder deutlich machten, dass sie nicht bereit seien, unbegrenzt viele Juden aufzunehmen. Als
1939 der Krieg ausbrach, wurde eine Auswanderung nahezu unmöglich und die Judenverfolgung
trat in eine neue, weitaus radikalere Phase. Wie Kershaw schreibt: „Der Krieg bot die
Gelegenheit und schuf den Kontext der Brutalisierung, in dem [Hitlers zentrale ideologische
Themen] eine völkermörderische Gestalt annehmen konnten.“ (S. 151 Hitler, Kershaw)
Gewalt/Umgang mit der Opposition
Die Nacht der langen Messer wird oft als Wendepunkt für Hitlers Herrschaft angesehen; Es
beseitigte alle Gegner und sicherte sich die Unterstützung der Armee, die für Hitler von
entscheidender Bedeutung war, wenn er seine Expansionspläne umsetzen wollte.
Die SA spielte eine Schlüsselrolle bei der Eliminierung von Gegnern der NSDAP und ihre Zahl
wuchs bis Anfang 1934 auf rund 3 Millionen an. Hitler befürchtete, dass er ihre Aktivitäten nicht
mehr kontrollieren konnte. Darüber hinaus widersprachen die Ansichten ihres Führers Ernst
Röhm über die künftige Ausrichtung der NSDAP seinen eigenen und führten dazu, dass Hitler
die Unterstützung der konservativen Eliten verlor.
Als Röhms Gegner Beweise für eine Verschwörung der SA gegen die Regierung fabrizierten,
löste Hitler die Nacht der langen Messer aus. Am 30. Juni 1934 wurden Rohm und andere
wichtige SA-Angehörige von der loyalen SS ermordet. Es war auch die Chance, alte
Rechnungen zu begleichen; von Schleicher und Strasser, die beide 1932 eine Verschwörung
gegen Hitler geplant hatten, wurden getötet; von Papen wurde unter Hausarrest gestellt.
Als Hindenburg am 2. August starb, gab es keinen Widerstand, als Hitler die Ämter des Kanzlers
und des Präsidenten zusammenlegte und den Titel „Führer“ annahm. Die Wehrmacht stellte sich
hinter Hitler und verpflichtete sich zu einem persönlichen Treueeid: „Ich schwöre vor Gott,
Adolf Hitler, dem Führer des Reiches und des Deutschen Volkes, Oberbefehlshaber meinen
bedingungslosen Gehorsam zu leisten und werde als tapferer Soldat bereitstehen.“ für diesen Eid
jederzeit mein Leben zu riskieren.“ Wie Fischer schreibt, sicherte dies „die Unbegrenztheit der
Hitler-Diktatur“ (Fischer S. 293).
Umgang mit anderer Opposition: dem Polizeistaat
Nach 1933 gab es in Deutschland keine Verfassung mehr. Hitlers Wort war Gesetz. Es gab keine
rechtlichen Garantien mehr zum Schutz einzelner Bürger und Richter waren keine unabhängige
Kraft mehr; Von ihnen wurde erwartet, dass sie ihre Urteile im Einklang mit den Überzeugungen
und Zielen der Nazis fällen. Einzelpersonen könnten ohne Gerichtsverfahren verhaftet und vor
Gericht gestellt werden; Neue Gerichte und Polizeiorganisationen wurden eingeführt, um
sicherzustellen, dass Regimegegner schnell behandelt werden. Insbesondere die SS mit ihrem
Geheimpolizei-Ableger Gestapo wurde unter Heinrich Himmler zu einem mächtigen Instrument
der Kontrolle und des Terrors.
Die SS
Es war die SS, die die Nacht der langen Messer durchgeführt hatte. Nach diesem Ereignis
erweiterte sich die Rolle der SS. Bis 1936 kontrollierte es das gesamte Polizeisystem. Ihr Ziel
war es, alle politischen oder rassischen Feinde des Regimes zu eliminieren, und sie war für die
Konzentrationslager zuständig. Es gründete auch ein riesiges Wirtschaftsimperium
Bis 1939 gab es 240.000 Mitglieder, die in verschiedenen Abteilungen organisiert waren; die
Totenkopfformationen verwalteten die Konzentrationslager und bildeten Panzereinheiten; Die
Waffen-SS war hauptsächlich eine militärische Organisation.
Die Gestapo
Die Gestapo oder Geheime Staatspolizei war eine relativ kleine Organisation mit nur 20.000
Beamten im Jahr 1939. Es gelang ihr jedoch, eine Atmosphäre der Angst und des Misstrauens in
der deutschen Bevölkerung zu schaffen, indem sie NS-Informanten in der Bevölkerung einsetzte,
um Informationen zu beschaffen. Jeder „Blockwärter“ hatte die Kontrolle über einen Block oder
eine Einheit einer Stadt und besuchte jede Woche jedes Haus in seiner Gegend, sammelte
Spenden und überprüfte die Menschen. Darüber hinaus denunzierten viele Bürger ihre Nachbarn
freiwillig, obwohl dies wahrscheinlich eher persönliche als politische Gründe hatte. Tatsächlich
gab es so viele Denunziationen, dass die Gestapo nicht in der Lage war, sie alle zu untersuchen,
und so wurden Verhaftungen und Inhaftierungen immer willkürlicher.
Der SD
Der Sicherheitsdienst (SD) war die Nachrichtendienststelle der SS. Es war für die Sicherheit
Hitlers und anderer Spitzen-Nazis verantwortlich.
Die Wirkungslosigkeit der Opposition vor 1939
In den Jahren nach 1933 sahen viele Deutsche keine Notwendigkeit für Opposition oder
Widerstand gegen das NS-Regime. Sie betrachteten die Weimarer Republik als wirkungslos und
hatten zu sehr unter den Auswirkungen der Depression gelitten; Die Bereitstellung von
Arbeitsplätzen unter den Nazis war der Schlüssel zur Gewinnung vieler Menschen für das
Regime. Darüber hinaus machten es die Macht der SS und die Arbeit der Gestapo schwierig,
Widerstand zu äußern, während die Propaganda unermüdlich den Erfolg des NS-Staates
hervorhob und die Rolle Hitlers glorifizierte. Viele Deutsche lebten also einfach ihr Leben und
blieben aus Schwierigkeiten heraus; Sie haben die Nazi-Politik vielleicht nicht voll und ganz
unterstützt, waren aber nicht bereit, das Regime offen anzugreifen oder sich ihm zu widersetzen.
Natürlich gab es hiervon bedeutende Ausnahmen; Der Widerstand einiger einzelner
Kirchenführer und der rebellische Charakter einiger Jugendgruppen sowie der mutige
Widerstand der Bewegung der Weißen Rose. Sozialisten und Kommunisten waren natürlich
Gegner des Regimes, aber beide Organisationen wurden von den Nazis brutal behandelt und
waren außerdem nicht in der Lage, sich effektiv zu organisieren oder miteinander
zusammenzuarbeiten.
Interessanterweise kam die einzige wirksame Opposition aus der Oberschicht, die den
öffentlichen Dienst dominierte, und insbesondere aus den höchsten Rängen der Armee. Die
konservativen Eliten hatten den Nationalsozialismus zunächst wegen seiner Angriffe auf die
Sozialisten und Kommunisten, seiner Wiederherstellung der autoritären Herrschaft und seiner
Aufhebung des Versailler Vertrags unterstützt. Auch die Armee konnte nach der Nacht der
langen Messer für das Regime gewonnen werden. Ab 1937 beschäftigten sie sich jedoch mit
Hitlers außenpolitischen Zielen, von denen sie befürchteten, dass sie dazu führen könnten, dass
Deutschland einen Krieg an zwei Fronten führen müsste. Hitlers Säuberung der konservativen
Armeeführer im Jahr 1938 und seine zunehmend persönliche Kontrolle über die Armee
verstärkten die Besorgnis, und einige Armeeführer erwogen die Möglichkeit eines Staatsstreichs
von 1938 bis 1939. Jegliche Widerstandsversuche wurden jedoch durch Hitlers Erfolge in der
Außenpolitik von 1938 bis 1939 abgewehrt und dann, sobald der Krieg begann, durch die
Notwendigkeit, die Regierung in Kriegszeiten zu unterstützen.
Fazit
Bei Mao spielten Propaganda und Charisma bei der Etabilierung seiner Macht.
Auf der anderen Seite meinten Historiker, dass Propaganda, Ausbreitung der Ideologie der
Volksgemeinschaft und Gewalt den Mythos ,, Charisma’‘ bei Hitler ersetzt haben.