AT3 Mathematik (Kg) 27.
März 2006
Übungen (10)
1) Es sei a eine reelle Zahl. √
a) Unter welcher Bedingung√an a ist a definiert? Wie lautet unter dieser Voraus-
setzung die Definition von a ?
b) Wie viele Lösungen hat die Gleichung x2 = a (über der Grundmenge IR)?. Geben
Sie die Lösungsmenge an. (Beachten Sie alle Fälle.)
2) Zeigen Sie auf der Grundlage der Definition:
1√ √
r
√ √ √ √ √ 1 12
a) 2 · 3 = 6, b) 2 · 2 = 8, c) 2= , d) √ = 6.
2 2 24
3) Berechnen Sie die folgenden Wurzelterme exakt, d. h. stellen Sie sie möglichst ein-
fach dar, ohne Wurzelterme im Nenner und √ mit√möglichst kleinen Radikanden.
√ √ 5 · 75
a) 6 · 12 = b) √ √ =
15 · 2
√ √ 1
c) 42 + 32 · 42 − 32 = d) √ =
√ √ 2− 3
3− 2 √ √ √ √
e) √ √ = f) ( 3 + 2)2 + ( 3 − 2)2 =
3+ 2
q √ √ 2
q
g) 8 + 15 + 8 − 15 =
4) Welche der nachfolgenden Gleichungen sind allgemeingültig (über ihrem Definiti-
onsbereich)?
√ Korrigieren Sie die falschen
√ darunter. √
√ 2 √
2
a) √ a = a, b) ( a) =√a, c)√ a3 = a · a, d)√ a6 = a3 ,
√ √
e) a4 = a2 , f) ( a − b)( a + b) = a − b, g) a2 + b2 = a + b.
5) Lösen Sie die nachfolgenden Gleichungen (über der Grundmenge IR):
a) x2 + 6x + 7 = 0, b) x2 − 8x + 9 = 0,
c) 12x2 − 4x − 1 = 0, d) 4x2 − √14x + 9 = 0,
2
e) 2x + x + 1 = 0, f) x2 − 5 3 · x + 11 = 0.
6) Bestimmen Sie Definitions- und Lösungsmenge der folgenden Gleichungen:
4x − 3 10 5x x−2 x+2
a) − = , b) + = 5,
x−1 x+2 x+2 x+2 x−2
4x − 3 10 6x 3x + 2 x+2
c) − = , d) = .
x−1 x+2 x+2 x−2 3x − 2
7) Unter dem Goldenen Schnitt versteht man die Unterteilung einer Strecke in zwei
Abschnitte, so dass der größere Abschnitt sich zur Gesamtlänge verhält wie der klei-
nere Abschnitt zum größeren. Bestimmen Sie das Verhältnis des goldenen Schnitts.
8) Bestimmen Sie alle Schnittpunkte, die die Parabeln auf dem Skizzenblatt Normal-
parabeln (2) zu Übungen (7) miteinander haben.
AT3 Mathematik (Kg) 1 27. März 2006
AT3 Mathematik (Kg) 27. März 2006
Übungen (10) — Lösungen
√
1) a) a ist nur definiert für a ≥ 0 (weil es für a < 0 keine
√ reelle Zahl geben kann,
deren Quadrat a ist). Ist a ≥ 0, so versteht man unter a die reelle Zahl, die ≥ 0
ist und quadriert a ergibt.
b) Für die Lösungsmenge der Gleichung x2 = a über IR gilt:
{} falls a < 0,
= {0} falls a = 0,
√ √
{ a, − a} falls a > 0.
Die Anzahl der Lösungen ist in den √
genannten
√ Fällen 0 bzw. 1 bzw. 2. Für a ≥ 0
kann man einheitlich sagen: = { a, − a}, und die folgende, für die Lösung
quadratischer Gleichungen fundamentale Äquivalenzumformung festhalten:
√ √
Für a ≥ 0 gilt: x2 = a ⇐⇒ x = a ∨ x=− a (∗)
√ √ √
2) a) Wir müssen
√ zeigen, dass die linke Seite der Gleichung 2 · 3 gleich 6 ist. √ Nun√
ist die Zahl 6 durch Eigenschaften √ definiert; wir müssen also zeigen, dass 2 · 3
die Eigenschaften hat, durch die 6 definiert ist. Wir müssen also zeigen, dass die
linke Seite eine Zahl ist,√die 1. ≥ 0 √
ist und 2. quadriert 6 ergibt.
Nun ist
√ nach
√ Definition 2 ≥ 0 und 3 ≥ 0, also (aufgrund unserer Rechengesetze)
auch 2 · 3 ≥ 0. Damit ist die erste Eigenschaft erfüllt.
Für 2. müssen wir die linke Seite quadrieren.
√ √ √ √ √ √ √ √ √ √
( 2 · 3)2 = ( 2 · 3) · ( 2 · 3) = 2 · 2 · 3 · 3 = 2 · 3 = 6 .
Damit ist auch die 2. Forderung erfüllt: √Die linke Seite der behaupteten Gleichung
√
hat die Eigenschaften, durch die wir 6 definiert haben, muss also die Zahl 6
sein. (Es gibt nur eine Zahl mit diesen Eigenschaften!)
Diese hier sehr ausführlich dargestellte Argumentation ist typisch für den Umgang
mit Zahlen, die nicht explizit als Dezimalzahlen angegeben sind, sondern durch Ei-
genschaften charakterisiert sind. Will man die Übereinstimmung gewisser Zahlen
nachweisen, muss man in dieser Situation die definierenden Eigenschaften nachwei-
sen! Wir üben dies noch an den nächsten beiden Beispielen:
b) Wieder zeigen wir,√ dass die linke Seite eine Zahl ist, die die definierende Eigen-
schaft
√ für die Zahl √ 8 erfüllt, die also 1. ≥ 0 ist und 2.
√ quadriert 8 ergibt. Wegen
√
2 ≥ 0 gilt auch 2· 2 ≥ 0. Und ebenso einfach folgt (2 2) = 2 ·( 2)2 = 4·2 = 8.
2 2
c) Wieder ist die linke Seite eine Zahl ≥ 0 und ihr Quadrat ist
1√ 2 1 √ 1 1
( 2) = ( )2 ( 2)2 = · 2 = .
2 2 4 2
Damit ist die Behauptung gezeigt.
144
d) Die linke Seite ist ≥ 0 und ihr Quadrat ist = 6.
24
AT3 Mathematik (Kg) 2 Übungen (10) — Lösungen
√ √ √ √ √ √
3) a) √6 · √12 = 6 √ · 6 √ 2 = 6 2,
5 · 75 5·5 3 5 5 √
b) √ √ = √ √ √ = √ = · 2,
√ 15 · 2 √ 3 5 · 2√ √2 2√
c) 42 + 32 · 42 − 32 = 25 · 7 = 5 7,
Für die beiden nächsten Umformungen beachte man die dritte binomische Formel
(a − b)(a + b) = a2 − b2√ : √
1 2+ 3 2+ 3 √
d) √ = √ √ = = 2 + 3,
2− √ 3 (2 − 4−3
√ √ 3)(2√ + √ 3) √ √ √
3− 2 ( 3 − 2)( 3 − 2) 3+2−2 3 2 √
e) √ √ = √ √ √ √ = = 5 − 2 6,
3+ 2 ( 3 + 2)( 3 − 2) 3−2
Beachten Sie bei den nächsten Umformungen auch noch die binomische Formel
(a +√b)2 =√a2 + 2ab √ + b2√: √ √
2
f) ( q3 + 2) +q ( 3 − 2)2 = (3 + 2 6 + 2) + (3 − 2 6q+ 2) = 10,
√ √ 2 √ √ √ √
q
g) 8 + 15+ 8 − 15 = (8+ 15)+2· 8 + 15· 8 − 15+(8− 15) =
q √ √ √ √
16 + 2 · (8 + 15) · (8 − 15) = 16 + 2 64 − 15 = 16 + 2 49 = 30.
4) a) Diese Formel ist falsch. Wir wiederholen die Überlegungen aus dem Unterricht:
Wenn die behauptete Gleichung richtig sein soll, muss die rechte Seite (a) eine Zahl
sein, die 1. ≥ 0 ist und 2. quadriert a2 (den Radikanden der linken Seite) ergibt.
Die 2. Forderung ist ganz offensichtlich erfüllt: Quadriert man a, so erhält man
natürlich a2 . Aber die 1. Forderung a ≥ 0 braucht nicht erfüllt zu sein.
Damit ist die behauptete Gleichung nicht allgemeingültig; sie ist richtig für a ≥ 0
und falsch für a < 0. Allgemeingültig wird die Gleichung in der Form
√
a2 = |a| .
b) ist definitionsgemäß richtig. √
c) ist ebenfalls richtig:
√ 2 Da die Gleichung
√ 2 nur für a ≥ 0 definiert ist, gilt a a ≥ 0.
2 3
Zusammen mit (a a) = a ( a) = a ist dann c) bewiesen.
d) hingegen ist falsch, denn die Gleichung ist für alle a definiert, aber nur für die
nicht-negativen richtig (wie bei a)). √
3
Entsprechend lautet die Korrektur: a6 = a3 = |a| .
e) ist richtig, da a2 immer ≥ 0 ist, so dass die Probleme von a) nicht auftreten.
f) ist richtig gemäß der dritten binomischen Formel.
g) ist grob falsch! √ √ √ √
5) a) x2 +6x+7 = 0 ⇐⇒ x = −3± √9 − 7 = −3± √2, also = {−3−√ 2, −3+√ 2}.
b) x2 − 8x + 9 = 0 ⇐⇒ x = 4 ± 16 − 9 = 4 ± 7, also =r {4 − 7 , 4 + 7}.
1 1 1 1 1 1 1
c) 12x2 − 4 − 1 = 0 ⇐⇒ x2 − x − = 0 ⇐⇒ x = ± + = ± ,
3 12 6 36 12 6 3
also ist = {− 61 , 12 }.
r r
7 9 7 49 9 7 13
d) 4x2 − 14x + 9 = 0 ⇐⇒ x2 − x + = 0 ⇐⇒ x = ± − = ± ,
2 4 4 16 4 4 16
7 1√ 7 1√
also = { + 13, − 13}.
4 4 4 4
r
1 1 1 1 1
e) 2x2 + x + 1 = 0 ⇐⇒ x2 + x + = 0 ⇐⇒ x = − ± − .
2 2 4 16 2
1 1
Da − < 0 ist, gibt es keine Lösung.
16 2
AT3 Mathematik (Kg) 3 Übungen (10) — Lösungen
f) Hier wird einige Standfestigkeit im Umgang mit Wurzeltermen benötigt:
√ √ 5√ 1√
r
5 75
x2 − 5 3 · x + 11 = 0 ⇐⇒ x = 3± − 11 = 3± 31,
√ √ √ 2√ 4 2 2
also = { 52 3 + 21 31, 25 3 − 12 31 }.
6) a) Der Definitionsbereich der Gleichung besteht aus allen reellen Zahlen verschieden
von 1 und −2, weil bei deren Einsetzung einer der Nenner 0 würde. Also ID =
IR \ {−2 , +1}. Über ID gelten die folgenden Äquivalenzen:
4x − 3 10 5x
− = ⇐⇒ (4x − 3)(x + 2) − 10(x − 1) = 5x(x − 1)
x−1 x+2 x+2
⇐⇒ 4x2 + 5x − 6 − 10x + 10 = 5x2 − 5x ⇐⇒ x2 = 4 ⇐⇒ x = ±2
Wegen −2 6∈ ID ist +2 die einzige Lösung.
b) ID = IR \ {−2, +2}. Über ID gilt
x−2 x+2
+ = 5 ⇐⇒ (x − 2)(x − 2) + (x + 2)(x + 2) = 5(x − 2)(x + 2)
x+2 x−2
⇐⇒ x2 − 4x + 4 + x2 + 4x + 4 = 5x2 − 20 ⇐⇒ 3x2 = 28
2√
r r
28 7
⇐⇒ x = ± = ±2 =± 21 .
3 3 3
√ √
Die Lösungsmenge ist = { 23 21 , − 32 21 }.
c) Über ID = IR \ {−2 , +1} gilt:
4x − 3 10 6x
− = ⇐⇒ (4x − 3)(x + 2) − 10(x − 1) = 6x(x − 1)
x−1 x+2 x+2
⇐⇒ 4x2 + 5x − 6 − 10x + 10 = 6x2 − 6x ⇐⇒ 2x2 − x − 4 = 0
√
r r
2 1 1 1 1 33 1
⇐⇒ x − x − 2 = 0 ⇐⇒ x = ± +2= ± = (1 ± 33) .
2 4 16 4 16 4
√
Die Gleichung hat die beiden Lösungen 14 (1 ± 33).
d) Über ID = IR \ { 23 , 2} gilt
3x + 2 x+2
= ⇐⇒ (3x + 2)(3x − 2) = (x + 2)(x − 2)
x−2 3x − 2
⇐⇒ 9x2 − 4 = x2 − 4 ⇐⇒ 8x2 = 0 ⇐⇒ x = 0 .
Die Gleichung hat nur die eine Lösung 0.
7) Sei x der gesuchte größere Anteil. Dann ist 1 − x der Anteil der kürzeren Strecke
an der Gesamtstrecke. Die Forderung des goldenen Schnittes lautet dann
1−x
x= .
x
Wir lösen nun diese Bruchgleichung. Sie ist definiert für x 6= 0. Dafür gilt dann
1−x
x= ⇐⇒ x2 = 1 − x ⇐⇒ x2 + x − 1 = 0
x r r √
1 1 1 4+1 1 5
⇐⇒ x = − ± +1=− ± =− ± .
2 4 2 4 2 2
AT3 Mathematik (Kg) 4 Übungen (10) — Lösungen
Da das gesuchte Verhältnis
√ eine positive Zahl sein muss, ist das Verhältnis des
5−1
goldenen Schnitts ≈ 0, 618.
2
8) Zunächst lesen wir aus den Skizzen die Scheitelpunkte ab und erhalten damit für
die Parabeln die folgenden Gleichungen in Scheitelpunktsform (siehe die Lösungen
zu Übung (7), Aufgabe 1 b)):
P1 : y = x 2 P5 : y = −(x − 5)2
2
P2 : y = −x P6 : y = (x − 8)2 − 3
P3 : y = (x − 4)2 − 2 P7 : y = −(x + 6)2 + 2
2
P4 : y = −x + 4 P8 : y = (x + 7)2 + 1
Um die Schnittstellen (= x-Koordinaten der Schnittpunkte) dieser Parabeln mit-
einander zu bestimmen, muss man 7·8 2
= 28 Gleichungen lösen. Die Schnittpunkte
erhält man, indem man die gefundenen Schnittstellen in eine der beiden Parabel-
gleichungen einsetzt. Man erhält so die Tabelle auf der folgenden Seite, in der jeweils
sämtliche Schnittpunkte eingetragen sind.
AT3 Mathematik (Kg) 5 Übungen (10) — Lösungen
Schnittpunkte der Normalparabeln (2) von Übung (7):
Exakte Ergebnisse:
P2 P3 P4 P5 P6 P7 P8
√
P1 ∩ . . . (0, 0) ( 74 , 49
16 ) (± 2, 2) −− ( 61 3721
16 , 256 ) −− (− 25 625
7 , 49 )
P2 ∩ . . . −− −− ( 52 , − 25
4 ) −− (− 17 289
6 , − 36 ) −−
√ √
P3 ∩ . . . −− ( 92 ± 12 3, −1 ± 12 3) ( 47 97
8 , 64 ) −− (− 18 3602
11 , 121 )
P4 ∩ . . . ( 29 441
10 , − 100 ) −− (− 19 217
6 , − 36 ) −−
9
P5 ∩ . . . −− (− 22 , − 14161
484 ) −−
P6 ∩ . . . −− ( 11 49741
30 , 900 )
P7 ∩ . . . (−6, 2); (−7, 1)
Näherungswerte (zum Vergleich mit der Skizze):
P2 P3 P4 P5 P6 P7 P8
P1 ∩ . . . (0, 0) (1.75, 3.0625) (±1.414, 2) −− (3.8125, 14.535) −− (−3.57, 12.76)
P2 ∩ . . . −− −− (2.5, −6.25) −− (−2.83, −8.03) −−
P3 ∩ . . . −− (5.366, −0.134); (3.634, −1.866) (5.875, 1.516) −− (−1.636, 29.77)
P4 ∩ . . . (2.9, −4.41) −− (−3.167, −6.03) −−
P5 ∩ . . . −− (−0.41, −29.26) −−
P6 ∩ . . . −− (0.367, 55.27)
P7 ∩ . . . (−6, 2), (−7, 1)
AT3 Mathematik (Kg) 6 Übungen (10) — Lösungen