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Geb MG

Das Dokument beschreibt das deutsche Gebrauchsmustergesetz. Es enthält Informationen zu verschiedenen Paragraphen des Gesetzes, wie z.B. die Definitionen von Gebrauchsmuster und Neuheit. Das Dokument listet auch mehrere Änderungen des Gesetzes auf und erläutert Anforderungen an Gebrauchsmusteranmeldungen.

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Das Dokument beschreibt das deutsche Gebrauchsmustergesetz. Es enthält Informationen zu verschiedenen Paragraphen des Gesetzes, wie z.B. die Definitionen von Gebrauchsmuster und Neuheit. Das Dokument listet auch mehrere Änderungen des Gesetzes auf und erläutert Anforderungen an Gebrauchsmusteranmeldungen.

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Das interaktive“ deutsche


Gebrauchsmustergesetz
(GebrMG)
- Stand: August 2002 -

Thilo Schmelcher
Hofmannstr. 7
83022 Rosenheim
[Link]@[Link]

28. August 2002


2
Kapitel 0

Einleitung

Dieses interaktive Buch ist als Lernhilfe gedacht. Die Paragraphen sind inhalt-
lich verknüpft, so daß man zwischen den einzelnen Paragraphen eines Gesetzes
bequem hin und her springen kann.

3
4 KAPITEL 0. EINLEITUNG
Kapitel 1

Das GebrMG

Das Gebrauchsmustergesetz in der Neufassung vom 28. August 1986 BGBl. I,


S. 1455 mit den Änderungen

• vom 7. März 1990 BGBl. I, S. 422,

• vom 20. Dezember 1991 BGBl. II, S. 1354,

• vom 23. März 1993 BGBl. I, S. 366,

• vom 2. September 1994 BGBl. I, S. 2278

den Änderungen

• durch das 2. PatGÄndG - Artikel 3 - vom 16. Juli 1998, in Kraft ab 1.


November 1998 BGBl. I, S. 1832

• durch Artikel 5 (21) des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts


vom 26. November 2001, in Kraft ab 1. Januar 2002 (BGBl. Teil I/2001,
S. 3184 - Neufassung von 24c und Einfügung von 31)

• durch Artikel 8 des Gesetzes zur Bereinigung von Kostenregelungen auf



dem Gebiet des geistigen Eigentums“vom 13. Dezember 2001 (BGBl. Teil
I/2001, S. 3671 ff.; in Kraft getreten am 1. Januar 2002)

• durch Artikel 4 des Gesetzes zur weiteren Reform des Aktien- und Bi-

lanzrecht, zu Transparenz und Publizität (Transparenz- und Publizitäts-
gesetz)“vom 19. Juli 2002 (BGBl. Teil I/2002, S. 2686; in Kraft getreten
am 26. Juli 2002 - Änderung von 21 Abs. 1)

• und durch Artikel 4 des Gesetzes zur Änderung des Rechts der Vertretung

durch Rechtsanwälte vor den Oberlandesgerichten (OLG-Vertretungsände-
rungsgesetz - OLGVertrÄndG)“vom 23. Juli 2002 (BGBl. Teil I/2002, Nr.
53 vom 31.7.2002, S. 2852; in Kraft getreten am 1. August 2002 - Aufhe-
bung von Abs. 3 + 4 in 27, bisheriger Abs. 5 wird Abs. 3)

5
6 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

§1
(1) Als Gebrauchsmuster werden Erfindungen geschützt, die neu
sind,auf einem erfinderischen Schritt beruhen und gewerblich
anwendbar sind.
(2) Als Gegenstand eines Gebrauchsmusters im Sinne des Absatzes
1 werden insbesondere nicht angesehen:
1. Entdeckungen sowie wissenschaftliche Theorien und ma-
thematische Methoden;
2. ästhetische Formschöpfungen;
3. Pläne, Regeln und Verfahren für gedankliche Tätigkeiten,
für Spiele oder für geschäftliche Tätigkeiten sowie Pro-
gramme für Datenverarbeitungsanlagen;
4. die Wiedergabe von Informationen.
(3) Absatz 2 steht dem Schutz als Gebrauchsmuster nur insoweit
entgegen, als für die genannten Gegenstände oder Tätigkeiten
als solche Schutz begehrt wird.
§2
Als Gebrauchsmuster werden nicht geschützt:

1. Erfindungen, deren Veröffentlichung oder Verwertung gegen die


öffentliche Ordnung oder die guten Sitten verstoßen würde; ein
solcher Verstoß kann nicht allein durch die Tatsache hergeleitet
werden, daß die Verwertung der Erfindung durch Gesetz oder
Verwaltungsvorschrift verboten ist. Satz 1 schließt den Schutz
für ein unter §9 fallende Erfindung nicht aus;
2. Pflanzensorten oder Tierarten;
3. Verfahren.
§3
(1) Der Gegenstand eines Gebrauchsmusters gilt als neu, wenn er
nicht zum Stand der Technik gehört. Der Stand der Technik
umfaßt alle Kenntnisse, die für den Zeitrang der Anmeldung
maßgeblichen Tag durch schriftliche Beschreibung oder durch
eine im Geltungsbereich dieses Gesetzes erfolgte Benutzung der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Eine innerhalb
von sechs Monaten vor dem für den Zeitrang der Anmeldung
maßgeblichen Tag erfolgte Beschreibung oder Benutzung bleibt
außer Betracht, wenn sie auf der Ausarbeitung des Anmelders
oder seines Rechtsvorgängers beruht.
(2) Der Gegenstand eines Gebrauchsmusters gilt als gewerblich an-
wendbar, wenn er auf irgendeinem gewerblichen Gebiet, ein-
schließlich in der Landwirtschaft hergestellt oder benutzt wer-
den kann.
7

§4

(1) Erfindungen, für die der Schutz als Gebrauchsmuster verlangt


wird, sind beim Patentamt anzumelden. Für jede Erfindung ist
eine besondere Anmeldung erforderlich.
(2) Die Anmeldung kann auch über ein Patentinformationszen-
trum eingereicht werden, wenn diese Stelle durch Bekanntma-
chung des Bundesministeriums der Justiz im Bundesgesetzblatt
dazu bestimmt ist, Gebrauchsmusteranmeldungen entgegenzu-
nehmen. Eine Anmeldung, die ein Staatsgeheimnis (§93 Straf-
gesetzbuch) enthalten kann, darf bei einem Patentinformations-
zentrum nicht eingereicht werden.
(3) Die Anmeldung muß enthalten:
1. den Namen des Anmelders;
2. einen Antrag auf Eintragung des Gebrauchsmusters, in dem
der Gegenstand des Gebrauchsmusters kurz und genau be-
zeichnet ist;
3. einen oder mehrere Schutzansprüche, in denen angegeben
ist, was als schutzfähig unter Schutz gestellt werden soll;
4. eine Beschreibung des Gegenstandes des Gebrauchsmusters;
5. die Zeichnungen, auf die sich die Schutzansprüche oder die
Beschreibung beziehen.
(4) Das Bundesministerium der Justiz wird ermächtigt, durch Rechts-
verordnung Bestimmungen über die Form und die sonstigen Er-
fordernisse der Anmeldung zu erlassen. Es kann diese Ermächti-
gung durch Rechtsverordnung auf das Deutsche Patent- und
Markenamt übertragen.
(5) Bis zur Verfügung über die Eintragung des Gebrauchsmusters
sind Änderungen der Anmeldung zulässig, soweit sie den Ge-
genstand der Anmeldung nicht erweitern. Aus Änderungen, die
den Gegenstand der Anmeldung erweitern, können Rechte nicht
hergeleitet werden.
(6) Der Anmelder kann die Anmeldung jederzeit teilen. Die Tei-
lung ist schriftlich zu erklären. Für jede Teilanmeldung bleiben
der Zeitpunkt der ursprünglichen Anmeldung und eine dafür
in Anspruch genommene Priorität erhalten. Für die abgetrenn-
te Anmeldung sind für die Zeit bis zur Teilung die gleichen
Gebühren zu entrichten, die für die ursprüngliche Anmeldung
zu entrichten waren.
(7) Das Bundesministerium der Justiz wird ermächtigt, durch Rechts-
verordnung Bestimmungen über die Hinterlegung, den Zugang
einschließlich des zum Zugang berechtigten Personenkreises und
8 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

die erneute Hinterlegung von biologischem Material zu erlas-


sen, sofern die Erfindung die Verwendung biologischen Materi-
als beinhaltet oder sie solches Material betrifft, das der Öffent-
lichkeit nicht zugänglich ist und das in der Anmeldung nicht
so beschrieben werden kann, daß ein Fachmann die Erfindung
danach ausführen kann (Absatz 3). Es kann diese Ermächti-
gung durch Rechtsverordnung auf das Deutsche Patent- und
Markenamt übertragen.

§4a

(1) Ist die Anmeldung ganz oder teilweise nicht in deutscher Spra-
che abgefaßt, so hat der Anmelder eine deutsche Übersetzung
innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Einreichung der
Anmeldung nachzureichen. Enthält die Anmeldung eine Bezug-
nahme auf Zeichnungen und sind der Anmeldung keine Zeich-
nungen beigefügt, so fordert das Patentamt den Anmelder auf,
innerhalb einer Frist von einem Monat nach Zustellung der Auf-
forderung entweder die Zeichnungen nachzureichen oder zu er-
klären, daß jede Bezugnahme auf die Zeichnungen als nicht er-
folgt gelten soll.
(2) Der Anmeldetag der Gebrauchsmusteranmeldung ist der Tag,
an dem die Unterlagen nach §4 Abs. 3 Nr. 1 und 2 und, soweit
sie jedenfalls Angaben enthalten, die dem Anschein nach als
Beschreibung anzusehen sind, nach §4 Abs. 3 Nr. 4
1. beim Patentamt
2. oder, wenn diese Stelle durch Bekanntmachung des Bun-
desministeriums der Justiz im Bundesgesetzblatt dazu be-
stimmt ist, bei einem Patentinformationszentrum einge-
gangen sind. Sind die Unterlagen nicht in deutscher Spra-
che abgefaßt, so gilt dies nur, wenn die deutsche Überset-
zung innerhalb der Frist nach Absatz 1 Satz 1 beim Patent-
amt eingegangen ist; anderenfalls gilt die Anmeldung als
nicht erfolgt. Reicht der Anmelder auf eine Aufforderung
nach Absatz 1 Satz 2 die fehlenden Zeichnungen nach, so
wird der Tag des Eingangs der Zeichnungen beim Patent-
amt Anmeldetag; anderenfalls gilt eine Bezugnahme auf die
Zeichnungen als nicht erfolgt.

§5

(1) Hat der Anmelder mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutsch-
land für dieselbe Erfindung bereits früher ein Patent nachge-
sucht, so kann er mit der Gebrauchsmusteranmeldung eine Er-
klärung abgeben, daß der für die Patentanmeldung maßgebende
9

Anmeldetag in Anspruch genommen wird. Ein für die Paten-


tanmeldung in Anspruch genommenes Prioritätsrecht bleibt für
die Gebrauchsmusteranmeldung erhalten. Das Recht nach Satz
1 kann bis zum Ablauf von zwei Monaten nach dem Ende des
Monats in dem die Patentanmeldung erledigt, oder ein etwai-
ges Einspruchsverfahren abgeschlossen ist, jedoch längstens bis
zum Ablauf des zehnten Jahres nach dem Anmeldetag der Pa-
tentanmeldung ausgeübt werden.
(2) Hat der Anmelder eine Erklärung nach Absatz 1 Satz 1 abgege-
ben, so fordert ihn das Patentamt auf, innerhalb von zwei Mo-
naten nach Zustellung der Aufforderung das Aktenzeichen und
den Anmeldetag anzugeben und eine Abschrift der Patentan-
meldung einzureichen. Werden diese Angaben nicht rechtzeitig
gemacht, so wird das Recht nach Absatz 1 Satz 1 verwirkt.

§6

(1) Dem Anmelder steht innerhalb einer Frist von zwölf Monaten
nach dem Anmeldetag einer beim Patentamt früheren einge-
reichten Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung für die An-
meldung derselben Erfindung zum Gebrauchsmuster ein Prio-
ritätsrecht zu, es sei denn, daß für die frühere Anmeldung schon
eine in- oder ausländische Priorität in Anspruch genommen
worden ist. §40 Abs. 2 bis 4, Abs. 5 Satz 1, Abs. 6 des Pa-
tentgesetzes ist entsprechend anzuwenden, §40 Abs. 5 Satz 1
mit der Maßgabe, daß eine frühere Patentanmeldung nicht als
zurückgenommen gilt.
(2) Die Vorschriften des Patentgesetzes über die ausländische Prio-
rität (§41) sind entsprechend anzuwenden.

§7

(1) das Patentamt ermittelt auf Antrag die öffentlichen Druck-


schriften, die für die Beurteilung der Schutzfähigkeit des Gegen-
standes der Gebrauchsmusteranmeldung oder des Gebrauchs-
musters in Betracht zu ziehen sind. (Recherche)
(2) Der Antrag kann von dem Anmelder oder dem als Inhaber Ein-
getragenen und jedem Dritten gestellt werden. Er ist schriftlich
einzureichen. §28 ist entsprechend anzuwenden. §43 Abs. 3, 5, 6
und 7 Satz 1 des Patentgesetzes ist entsprechend anzuwenden.

§8

(1) Entspricht die Anmeldung den Anforderungen des §4,§4a, so


verfügt das Patentamt die Eintragung in das Register für Ge-
brauchsmuster. Ein Prüfung des Gegenstandes der Anmeldung
10 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

auf Neuheit, erfinderischen Schritt und gewerbliche Anwend-


barkeit findet nicht statt. §49 Abs. 2 des Patentgesetzes ist
entsprechend anzuwenden.
(2) Die Eintragung muss Namen und Wohnsitz des Anmelders so-
wie seines etwa nach §28 bestellten Vertreters und Zustellungs-
bevollmächtigten sowie die Zeit der Anmeldung angeben.
(3) Die Eintragungen sind im Patentblatt in regelmäßig erschei-
nenden Übersichten bekannt zu machen. Die Veröffentlichung
kann in elektronischer Form erfolgen.
(4) Das Patentamt vermerkt im Register eine Änderung in der Per-
son des Inhabers des Gebrauchsmusters, seines Vertreters oder
seines Zustellungsbevollmächtigten, wenn sie ihm nachgewiesen
wird. Solange die Änderung nicht eingetragen ist, bleiben der
frühere Rechtsinhaber und sein früherer Vertreter oder Zustel-
lungsbevollmächtigter nach Maßgabe dieses Gesetzes berechtigt
und verpflichtet.
(5) Die Einsicht in das Register sowie in die Akten eingetragener
Gebrauchsmuster einschließlich der Akten von Löschungsver-
fahren steht jedermann frei. Im übrigen gewährt das Patentamt
jedermann auf Antrag Einsicht in die Akten soweit ein berech-
tigtes Interesse glaubhaft gemacht wird.

§9
(1) Wird ein Gebrauchsmuster angemeldet, dessen Gegenstand ein
Staatsgeheimnis (§93 des Strafgesetzbuches) ist, so ordnet die
für die Anordnung gemäß §50 des Patentgesetzes zuständige
Prüfungsstelle von Amts wegen an, daß die Offenlegung (§8
Abs. 5) und die Bekanntmachung im Patentblatt (§8 Abs. 3)
unterbleibt. Die zuständige oberste Bundesbehörde ist vor der
Anordnung zu hören. Sie kann den Erlaß einer Anordnung be-
antragen. Das Gebrauchsmuster ist in ein besonderes Register
einzutragen.
(2) ) Im übrigen sind die Vorschriften des §31 Abs. 5, §50 Abs. 2
bis 4, der §§51 bis 56 des Patentgesetzes entsprechend anzu-
wenden. Die nach Abs. 1 zuständige Prüfungsstelle ist auch für
die in entsprechender Anwendung von §50 Abs. 2 des Patentge-
setzes zutreffenden Entscheidungen und die entsprechende An-
wendung von §50 Abs. 3 und §53 Abs. 2 des Patentgesetzes
vorzunehmenden Handlungen zuständig.

§10
(1) Für Anträge im Gebrauchsmustersachen mit Ausnahme der
Löschungsanträge (§15 bis §17) wird im Patentamt eine Ge-
brauchsmusterstelle errichtet, die von einem vom Präsidenten
11

des Patentamts bestimmten rechtskundigen Mitglied geleitet


wird.
(2) Das Bundesministerium der Justiz wird ermächtigt, durch
Rechtsverordnung Beamte des gehobenen und des mittleren
Dienstes oder vergleichbare Angestellte mit der Wahrnehmung
von Geschäften zu betrauen, die den Gebrauchsmusterstellen
oder Gebrauchsmusterabteilungen obliegen und die ihrer Art
nach keine besonderen technischen oder rechtlichen Schwierig-
keiten bieten; ausgeschlossen davon sind jedoch Zurückweisun-
gen von Anmeldungen aus Gründen, denen der Anmelder wi-
dersprochen hat. Das Bundesministerium der Justiz kann die-
se Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf das Deutsche
Patent- und Markenamt übertragen.
(2) ) Über Löschungsanträge (§15 bis §17) beschließt eine der im
Patentamt zu bildenden Gebrauchsmusterabteilungen, die mit
zwei technischen Mitgliedern und einem rechtskundigen Mit-
glied zu besetzen ist. Die Bestimmungen des §27 Abs. 7 des
Patentgesetzes gelten entsprechend. Innerhalb ihres Geschäfts-
kreises obliegt jeder Gebrauchsmusterabteilung auch die Abga-
be von Gutachten.
(3) ) Für die Ausschließung und Ablehnung der Mitglieder der Ge-
brauchsmusterstelle und der Gebrauchsmusterabteilungen gel-
ten die SS41 bis 44, 45 Abs. 2 Satz 2 SS47 bis 49 der Zivilpro-
zeßordnung über Ausschließung und Ablehnung der Gerichts-
personen sinngemäß. Das Gleiche gilt für die Beamten des ge-
hobenen und mittleren Dienstes und Angestellten, soweit sie
nach Absatz 2 mit der Wahrnehmung einzelner der Gebrauchs-
musterstelle oder den Gebrauchsmusterabteilungen obliegender
Geschäfte betraut worden sind. §27 Abs. 6 Satz 3 des Patent-
gesetzes gilt entsprechend.

§11

(1) Die Eintragung eines Gebrauchsmusters hat die Wirkung, daß


allein der Inhaber befugt ist den Gegenstand des Gebrauchs-
musters zu benutzen. Jedem Dritten ist es verboten, ohne seine
Zustimmung ein Erzeugnis, das Gegenstand des Gebrauchsmu-
sters ist, herzustellen, anzubieten, in Verkehr zu bringen oder
zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken entweder ein-
zuführen oder zu besitzen.
(2) Die Eintragung hat ferner die Wirkung, daß es jedem Dritten
verboten ist, ohne Zustimmung des Inhabers im Geltungsbe-
reich dieses Gesetzes anderen als zur Benutzung des Gegen-
stands des Gebrauchsmusters berechtigten Personen Mittel, die
sich auf ein wesentliches Element des Gegenstandes des Ge-
12 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

brauchsmusters beziehen zu dessen Benutzung im Geltungsbe-


reichs dieses Gesetzes anzubieten oder zu beliefern, wenn der
Dritte weiß oder es auf Grund der Umstände es offensichtlich
ist, daß diese Mittel dazu geeignet und bestimmt sind, für die
Benutzung des Gegenstandes des Gebrauchsmusters verwendet
zu werden. Satz 1 ist nicht anzuwenden. wenn es sich bei den
Mitteln um allgemein im Handel erhältliche Erzeugnisse han-
delt, es sei denn , daß der Dritte den Belieferten bewußt veran-
laßt, in einer nach Absatz 1 Satz 2 verbotenen Weise zu han-
deln. Personen, die die in §12 Nr. 1 und 2 genannten Handlun-
gen vornehmen, gelten im Sinne des Satzes 1 nicht als Personen,
die zur Benutzung des Gegenstandes des Gebrauchsmusters be-
rechtigt sind.

§12
Die Wirkung des Gebrauchsmusters erstreckt sich nicht auf

1. Handlungen, die im privaten Bereich zu gewerblichen Zwecken


vorgenommen werden;
2. Handlungen zu Versuchszwecken, die sich auf den Gegenstand
des Gebrauchsmusters beziehen;
3. Handlungen der in §11 Nr. 4 bis 6 des Patentgesetzes bezeich-
neten Art.

§12a
Der Schutzbereich des Gebrauchsmusters wird durch den Inhalt der
Schutzansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen
sind jedoch zur Auslegung der Schutzansprüche heranzuziehen.

§13

(1) Der Gebrauchsmusterschutz wird durch die Eintragung nicht


begründet, soweit gegen den als Inhaber Eingetragenen von je-
dermann ein Anspruch auf Löschung besteht (§15 Abs. 1 und
3).
(2) Wenn der wesentliche Inhalt der Eintragung den Beschreibun-
gen, Zeichnungen, Modellen, Gerätschaften oder Einrichtungen
eines anderen ohne dessen Einwilligung entnommen ist, tritt
dem Verletzten gegenüber der Schutz des Gesetzes nicht ein.
(3) Die Vorschriften des Patentgesetzes über das Recht auf den
Schutz (§6 ), über den Anspruch auf Erteilung des Schutzrechts
(§7 Abs. 1), über den Anspruch auf Übertragung (§8), über das
Vorbenutzungsrecht (§12 ) und über die staatliche Benutzungs-
anordnung (§13 ) sind entsprechend anzuwenden.
13

§14
Soweit ein später angemeldetes Patent in ein nach §11 begründetes
Recht eingreift, darf das Recht aus diesem Patent ohne Erlaubnis
des Inhabers des Gebrauchsmusters nicht ausgeübt werden.

§15

(1) Jedermann hat gegen den als Inhaber Eingetragenen Anspruch


auf Löschung des Gebrauchsmusters, wenn
1. der Gegenstand des Gebrauchsmusters nach den §1 bis §3
nicht schutzfähig ist,
2. der Gegenstand des Gebrauchsmusters bereits auf Grund
einer früheren Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung
geschützt worden ist oder
3. der Gegenstand des Gebrauchsmusters über den Inhalt der
Fassung hinausgeht, in der sie ursprünglich eingereicht wor-
den ist.
(2) Im Falle des §13 Abs. 2 steht nur dem Verletzten ein Anspruch
auf Löschung zu.
(3) Betreffen die Löschungsgründe nur einen Teil des Gebrauchs-
musters, so erfolgt die Löschung nur in diesem Umfang. Die Be-
schränkung kann in Form einer Änderung der Schutzansprüche
vorgenommen werden.

§16
Die Löschung des Gebrauchsmusters nach §15 ist beim Patentamt
schriftlich zu beantragen. Der Antrag muß die Tatsachen angeben,
auf die er gestützt wird. Die Vorschriften des §81 Abs. 6 und des
§125 des Patentgesetzes gelten entsprechend.

§17

(1) Das Patentamt teilt dem Inhaber des Gebrauchsmusters den


Antrag mit und fordert ihn auf, sich dazu innerhalb eines Mo-
nats zu erklären. Widerspricht er nicht rechtzeitig, so erfolgt
die Löschung.
(2) Andernfalls teilt das Patentamt den Widerspruch dem Antrag-
steller mit, und trifft die zur Aufklärung der Sache erforderli-
chen Verfügungen. Es kann die Vernehmung von Zeugen und
Sachverständigen anordnen. Für sie gelten die Vorschriften der
Zivilprozeßordnung entsprechend. Die Beweisverhandlungen sind
unter Zuziehung eines beeidigten Protokollführers aufzuneh-
men.
14 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

(3) Über den Antrag wird auf Grund mündlicher Verhandlung be-
schlossen. Der Beschluß ist in dem Termin, indem die mündliche
Verhandlung geschlossen wird, oder in einem sofort anzuberau-
menden Termin zu verkünden. Der Beschluß ist zu begründen,
schriftlich auszufertigen und den Beteiligten von Amts wegen
zuzustellen. §47 Abs. 2 des Patentgesetzes ist entsprechend an-
zuwenden. Statt der Verkündigung ist die Zustellung des Be-
schlusses zulässig.
(4) Das Patentamt hat zu bestimmen, zu welchem Anteil die Ko-
sten des Verfahrens den Beteiligten zur Last fallen. §62 Abs. 2
und §84 Abs. 2 Satz 2 und 3 des Patentgesetzes sind entspre-
chend anzuwenden.

§18

(1) Gegen die Beschlüsse der Gebrauchsmusterstelle und der Ge-


brauchsmusterabteilungen findet die Beschwerde an das Patent-
gericht statt.
(2) Im Übrigen sind die Vorschriften des Patentgesetzes über das
Beschwerdeverfahren entsprechend anzuwenden. Betrifft die Be-
schwerde einen Beschluß der in einem Löschungsverfahren er-
gangen ist, wo ist für die Entscheidung über die Kosten des
Verfahrens §84 Abs. 2 des Patentgesetzes entsprechend anzu-
wenden.
(3) Über Beschwerden gegen Beschlüsse der Gebrauchsmusterstel-
le sowie gegen Beschlüsse der Gebrauchsmusterabteilungen ent-
scheidet ein Beschwerdesenat des Patentgerichts. Über Beschwer-
den gegen die Zurückweisung der Anmeldung eines Gebrauchs-
musters entscheidet der Senat in der Besetzung mit zwei rechts-
kundigen Mitgliedern und einem technischen Mitglied, über
Beschwerden gegen Beschlüsse der Gebrauchsmusterabteilun-
gen über Löschungsanträge in der Besetzung mit einem rechts-
kundigen Mitglied und zwei technischen Mitgliedern. Für Be-
schwerden gegen Entscheidungen über Anträge auf Bewilligung
von Verfahrenskostenhilfe ist Satz 2 entsprechend anzuwenden.
Der Vorsitzende muß ein rechtskundiges Mitglied sein. Auf die
Verteilung der Geschäfte innerhalb des Beschwerdesenats ist
§21g Abs. 1 und 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes anzuwenden.
Für die Verhandlung über Beschwerden gegen die Beschlüsse
der Gebrauchsmusterstelle gilt §69 Abs. 1 des Patentgesetzes,
für die Verhandlung über Beschwerden gegen Beschlüsse der
Gebrauchsmusterabteilungen §69 Abs. 2 des Patentgesetzes ent-
sprechend.
(4) Gegen den Beschluß des Beschwerdesenats des Patentgerichts,
durch den über eine Beschwerde nach Abs. 1 entschieden wird,
15

findet die Rechtsbeschwerde an den Bundesgerichtshof statt,


wenn der Beschwerdesenat in dem Beschluß die Rechtsbeschwer-
de zugelassen hat. §100 Abs. 2 und 3 sowie die SS101 bis 109
des Patentgesetzes sind anzuwenden.

§19
Ist während des Löschungsverfahrens ein Rechtsstreit anhängig, des-
sen Entscheidung von dem Bestehen des Gebrauchsmusters abhängt,
so kann das Gericht anordnen, daß die Verhandlung bis zur Erledi-
gung des Löschungsverfahrens auszusetzen ist. Es hat die Aussetzung
anzuordnen, wenn es die Gebrauchsmustereintragung für unwirksam
hält. Ist der Löschungsantrag zurückgewiesen worden, so ist das Ge-
richt an diese Entscheidung nur dann gebunden, wenn sie zwischen
denselben Parteien ergangen ist.

§20
Die Vorschriften des Patentgesetzes über die Erteilung oder Zurück-
nahme einer Zwangslizenz oder wegen der Anpassung der durch Ur-
teil festgesetzten Vergütung für eine Zwangslizenz (§24) und über
das Verfahren (SS81 bis 99, SS110 bis 122) gelten für eingetragene
Gebrauchsmuster entsprechend.

§21
(1) Die Vorschriften des Patentgesetzes über die Erstattung von
Gutachten (§29 Abs. 1 und 2), über die Wiedereinsetzung in
den vorigen Stand (§123), über die Wahrheitspflicht in Verfah-
ren (§124), über das elektronische Dokument (§125a), über die
Amtssprache (§126), über die Zustellungen (§127) und über die
Rechtshilfe der Gerichte (§128) sind auch für Gebrauchsmuster-
sachen anzuwenden.
(2) Die Vorschriften des Patentgesetzes über die Bewilligung von
Verfahrenskostenhilfe (SS129 bis 138) sind in Gebrauchsmuster-
sachen entsprechend anzuwenden, §135 Abs. 3 mit der Maßga-
be, daß dem nach §133 beigeordneten Vertreter ein Beschwer-
derecht zusteht.

§22
(1) Das Recht auf das Gebrauchsmuster, der Anspruch auf seine
Eintragung und das durch seine Eintragung begründete Recht
gehen auf die Erben über. Sie können beschränkt oder unbe-
schränkt auf andere übertragen werden.
(2) Die Recht nach Absatz 1 können ganz oder teilweise Gegen-
stand von ausschließlichen oder nichtausschließlichen Lizenzen
für den Geltungsbereich des Gesetzes oder einen Teil des selben
16 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

sein. Soweit ein Lizenznehmer gegen eine Beschränkung seiner


Lizenz nach Satz 1 verstößt, kann das durch die Eintragung
begründete Recht gegen ihn geltend gemacht werden.
(3) Ein Rechtsübergang oder die Erteilung einer Lizenz berührt
nicht Lizenzen, die Dritten vorher erteilt worden sind.

§23

(1) Die Schutzdauer eines eingetragenen Gebrauchsmusters beginnt


mit dem Anmeldetag und endet zehn Jahre nach Ablauf des
Monats, in den der Anmeldetag fällt.
(2) Die Aufrechterhaltung des Schutzes wird durch Zahlung einer
Aufrechterhaltungsgebühr für das vierte bis sechste, siebte und
achte sowie für das neunte und zehnte Jahr, gerechnet vom An-
meldetag an, bewirkt. Die Aufrechterhaltung wird im Register
vermerkt.
(3) Das Gebrauchsmuster erlischt, wenn
1. der als Inhaber Eingetragene durch schriftliche Erklärung
an das Patentamt auf das Gebrauchsmuster verzichtet oder
2. die Aufrechterhaltungsgebühr nicht rechtzeitig (§7 Abs. 1,
§13 Abs. 3 oder §14 Abs. 2 und 5 des Patentkostengesetzes
gezahlt wird.

§24

(1) Wer den Vorschriften der §11 bis §11 zuwider ein Gebrauchs-
muster benutzt, kann vom Verletzten auf Unterlassung in An-
spruch genommen werden.
(2) Wer die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig vornimmt, ist dem
Verletzten zum Ersatz des daraus entstandenen Schadens ver-
pflichtet. Fällt dem Verletzer nur leichte Fahrlässigkeit zur Last,
so kann das Gericht statt des Schadensersatzes eine Entschädi-
gung festsetzen, die in den Grenzen zwischen dem Schaden des
Verletzten und dem Vorteil bleibt, der dem Verletzer erwachsen
ist.

§24a

(1) Der Verletzte kann in den Fällen des §24 verlangen, daß das im
Besitz oder Eigentum des Verletzers befindliche Erzeugnis, das
Gegenstand des Gebrauchsmusters ist, vernichtet wird, es sei
denn, daß der durch die Rechtsverletzung verursachte Zustand
des Erzeugnisses auf andere Weise beseitigt werden kann, und
die Vernichtung für den Verletzer oder Eigentümer im Einzelfall
unverhältnismäßig ist.
17

(2) Die Bestimmungen des Absatzes 1 sind entsprechend auf die


im Eigentum des Verletzers stehende ausschließlich oder nahe-
zu ausschließlich zur widerrechtlichen Herstellung eines Erzeug-
nisses benutzte oder bestimmte Vorrichtung anzuwenden.
§24b
(1) Wer den Vorschriften der §11 bis §14 zuwider ein Gebrauchsmu-
ster benutzt, kann vom Verletzten auf unverzügliche Auskunft
über die Herkunft und den Vertriebsweg des benutzten Erzeug-
nisses in Anspruch genommen werden, es sei denn, daß dies im
Einzelfall unverhältnismäßig ist.
(2) Der nach Absatz 1 zur Auskunft Verpflichtete hat Angaben zu
machen über Namen und Anschrift des Herstellers, des Liefe-
ranten und anderer Vorbesitzer des Erzeugnisses, des gewerb-
lichen Abnehmers oder Auftraggebers, sowie über die Menge
der hergestellten, ausgelieferten, erhaltenen oder bestellten Er-
zeugnisse.
(3) In Fällen offensichtlicher Rechtsverletzung kann die Verpflich-
tung zur Erteilung der Auskunft im Wege der einstweiligen
Verfügung nach den Vorschriften der Zivilprozeßordnung an-
geordnet werden.
(4) Die Auskunft darf in einem Strafverfahren oder in einem Ver-
fahren nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten wegen ei-
ner vor der Erteilung der Auskunft begangenen Tat gegen den
zur Auskunft Verpflichteten oder gegen einen im §52 Abs. 1 der
Strafprozeßordnung bezeichneten Angehörigen nur mit Zustim-
mung des zur Auskunft Verpflichteten verwertet werden.
(5) Weitergehende Ansprüche auf Auskunft bleiben unberührt.
§24c
Auf die Verjährung der Ansprüche wegen Verletzung des Schütz-
rechts finden die Vorschriften des Abschnitts 5 des Buches 1 des
Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechende Anwendung. Hat der Ver-
pflichtete durch die Verletzung auf Kosten des Berechtigten etwas
erlangt, findet §852 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechende An-
wendung.
§25
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird
bestraft, wer ohne die erforderliche Zustimmung des Inhabers
des Gebrauchsmusters
1. ein Erzeugnis, das Gegenstand des Gebrauchsmusters ist
(§11 Abs. 1 Satz 2), herstellt, anbietet, in Verkehr bringt
gebraucht oder zu einem der genannten Zwecke entweder
einführt oder
18 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

2. das Recht aus einem Patent entgegen §14 ausübt.


(2) Handelt der Täter gewerbsmäßig, so ist die Strafe Freiheitsstra-
fe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4) In den Fällen des Abs. 1 wird die Tat nur auf Antrag ver-
folgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des
besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein
Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
(5) Gegenstände, auf die sich die Straftat bezieht, können einge-
zogen werden. §74a des Strafgesetzbuches ist anzuwenden. So-
weit den im §24a bezeichneten Ansprüchen im Verfahren nach
den Vorschriften der Strafprozeßordnung über die Entschädi-
gung des Verletzten (SS405 bis 406c) stattgegeben wird, sind
die Vorschriften über die Einziehung nicht anzuwenden.
(6) Wird auf Strafe erkannt, so ist, wenn der Verletzte es beantragt
und ein berechtigtes Interesse daran dartut, anzuordnen, daß
die Verurteilung auf Verlangen öffentlich bekannt gemacht wird.
Die Art der Bekanntmachung ist im Urteil zu bestimmen.

§25a

(1) Ein Erzeugnis, das ein nach diesem Gesetz geschütztes Ge-
brauchsmuster verletzt, unterliegt auf Antrag und gegen Si-
cherheitsleistung des Rechtsinhabers bei seiner Einfuhr oder
Ausfuhr der Beschlagnahme durch die Zollbehörde, sofern die
Rechtsverletzung offensichtlich ist. Dies gilt für den Verkehr
mit anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie mit
den anderen Vertragsstaaten des Abkommens über den Eu-
ropäischen Wirtschaftsraum nur, soweit Kontrollen durch die
Zollbehörden stattfinden.
(2) Ordnet die Zollbehörde die Beschlagnahme an, so unterrich-
tet sie unverzüglich den Verfügungsberechtigten Antragsteller.
Dem Antragsteller sind Herkunft, Menge und Lagerort des Er-
zeugnisses sowie Name und Anschrift des Verfügungsberechtig-
ten mitzuteilen; das Brief- und Postgeheimnis (Artikel 10 des
Grundgesetzes) wird insoweit eingeschränkt. Dem Antragsteller
wird Gelegenheit gegeben, das Erzeugnis zu besichtigen, soweit
hierdurch nicht in Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse einge-
griffen wird.
(3) Wird der Beschlagnahme nicht spätestens nach Ablauf von zwei
Wochen nach Zustellung der Mitteilung nach Abs. 2 Satz 1
widersprochen, so ordnet die Zollbehörde die Einziehung des
beschlagnahmten Erzeugnisses an.
19

(4) Widerspricht der Verfügungsberechtigte der Beschlagnahme, so


unterrichtet die Zollbehörde hiervon unverzüglich den Antrag-
steller. Dieser hat gegenüber der Zollbehörde unverzüglich zu
erklären, ob er den Antrag nach Abs. 1 in Bezug auf das be-
schlagnahmte Erzeugnis aufrecht erhält.
1. Nimmt der Antragsteller den Antrag zurück, hebt die Zoll-
behörde die Beschlagnahme unverzüglich auf.
2. Hält der Antragsteller den Antrag aufrecht und legt er eine
vollziehbare gerichtliche Entscheidung vor, die die Verwah-
rung des beschlagnahmten Erzeugnisses oder eine Verfügungs-
beschränkung anordnet, trifft die Behörde die erforderli-
chen Maßnahmen.
Liegen die Fälle der Nummern 1 oder 2 nicht vor, hebt die
Zollbehörde eine Beschlagnahme nach Ablauf von zwei Wochen
nach der Zustellung der Mitteilung an den Antragsteller nach
Satz 1 auf; weist der Antragsteller nach, daß die gerichtliche
Entscheidung nach Nr. 2 beantragt, ihm aber nicht zugegangen
ist, wird die Beschlagnahme für längstens zwei weitere Wochen
aufrecht erhalten.
(5) Erweist sich die Beschlagnahme als von Anfang an ungerecht-
fertigt und hat der Antragsteller den Antrag nach Abs. 1 in
bezug auf das beschlagnahmte Erzeugnis aufrechterhalten oder
sich nicht unverzüglich erklärt (Abs. 4 Satz 2), so ist er ver-
pflichtet, den dem Verfügungsberechtigten durch die Beschlag-
nahme entstandenen Schaden zu ersetzen.
(6) Der Antrag nach Abs. 1 ist bei der Oberfinanzdirektion zu
stellen und hat Wirkung für zwei Jahre, sofern keine kürzere
Geltungsdauer beantragt wird; er kann wiederholt werden. Für
die mit dem Antrag verbundenen Amtshandlungen werden vom
Antragsteller Kosten nach Maßgabe des §178 der Abgabenord-
nung erhoben.
(7) Die Beschlagnahme und die Einziehung können mit den Rechts-
mitteln angefochten werden, die im Bußgeldverfahren nach dem
Gesetz über Ordnungswidrigkeiten gegen die Beschlagnahme
und Einziehung zulässig sind. Im Rechtsmittelverfahren ist der
Antragsteller zu hören. Gegen die Entscheidung des Amtsge-
richts ist die sofortige Beschwerde zulässig. über sie entscheidet
das Oberlandesgericht.

§26

(1) Macht in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, in denen durch Kla-


ge ein Anspruch aus einem der in diesem Gesetz geregelten
Rechtsverhältnisse geltend gemacht wird, ein Partei glaubhaft,
20 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

daß die Belastung mit den Prozeßkosten nach dem vollen Streit-
wert ihre wirtschaftliche Lage erheblich gefährdet würde, so
kann das Gericht auf ihren Antrag anordnen, daß die Verpflich-
tung dieser Partei zur Zahlung sich nach einem ihrer Wirt-
schaftslage angepaßten Teil des Streitwerts bemißt. Die Anord-
nung hat zur Folge, daß die begünstigte Partei die Gebühren
ihres Rechtsanwalts ebenfalls nur nach diesem Teil des Streit-
werts zu entrichten hat. Soweit ihr Kosten des Rechtsstreits
auferlegt werden, oder soweit sie diese übernimmt, hat sie die
vom Gegner entrichteten Gerichtsgebühren und die Gebühren
seines Rechtsanwalts nur nach dem Teil des Streitwerts zu er-
statten. Soweit die außergerichtliche Kosten dem Gegner aufer-
legt oder von ihm übernommen werden, kann der Rechtsanwalt
der begünstigten Partei seine Gebühren von dem Gegner nach
dem für diesen geltenden Streitwert beitreiben.
(2) Der Antrag nach Absatz 1 kann vor der Geschäftsstelle des
Gerichts zur Niederschrift erklärt werden. Er ist vor der Ver-
handlung zur Hauptsache zu anzubringen. Danach ist er nur
zulässig, wenn der angenommene oder festgesetzte Streitwert
durch das Gericht heraufgesetzt wird. Vor der Entscheidung
über den Antrag ist der Gegner zu hören.
§27
(1) Für alle Klagen, durch die ein Anspruch aus einem der in
diesem Gesetz geregelten Rechtsverhältnisse geltend gemacht
wird (Gebrauchsmusterstreitsachen), sind die Zivilsachen der
Landgerichte ohne Rücksicht auf den Streitwert ausschließlich
zuständig.
(2) Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverord-
nungen die Gebrauchsmusterstreitsachen für die Bezirke meh-
rerer Landgerichte einem von ihnen zuzuweisen, sofern dies der
sachlichen Förderung der Verfahren dient. Die Landesregierun-
gen können diese Ermächtigung auf die Landesjustizverwaltun-
gen übertragen.
(3) Von den Kosten, die durch die Mitwirkung eines Patentan-
walts in einer Gebrauchsmusterstreitsache entstehen, sind die
Gebühren nach §11 der Bundesgebührenordnung für Rechts-
anwälte und außerdem die notwendigen Auslagen des Patent-
anwalts zu erstatten.
§28
(1) Wer im Inland weder Wohnsitz, Sitz noch Niederlassung hat,
kann an einem in diesem Gesetz geregelten Verfahren vor dem
Patentamt oder dem Patentgericht nur teilnehmen und die Rech-
te aus einem Gebrauchsmuster nur geltend machen, wenn er im
21

Inland einen Rechtsanwalt oder Patentanwalt als Vertreter be-


stellt hat, der zur Vertretung im Verfahren vor dem Patentamt,
dem Patentgericht und in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, die
das Gebrauchsmuster betreffen, sowie zur Stellung von Straf-
anträgen bevollmächtigt ist.
(2) Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Uni-
on oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über
den Europäischen Wirtschaftsraum können zur Erbringung ei-
ner Dienstleistung im Sinne des Vertrages zur Gründung der
Europäischen Gemeinschaft als Vertreter im Sinne des Absat-
zes 1 bestellt werden, wenn sie berechtigt sind, ihre berufliche
Tätigkeit unter einer der in der Anlage zu §1 des Gesetzes über
die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland vom
9. März 2000 (BGBl. I S. 182) oder zu §1 des Gesetzes über
die Eignungsprüfung für die Zulassung zur Patentanwaltschaft
vom 6. Juli 1990 (BGBl. I S. 1349, 1351) in der jeweils geltenden
Fassung genannten Berufsbezeichnungen auszuüben. In diesem
Fall kann ein Verfahren jedoch nur betrieben werden, wenn im
Inland ein Rechtsanwalt oder Patentanwalt als Zustellungsbe-
vollmächtigter bestellt worden ist.
(3) Der Ort, an dem ein nach Absatz 1 bestellter Vertreter seinen
Geschäftsraum hat, gilt im Sinne des §23 der Zivilprozessord-
nung als der Ort, an dem sich der Vermögensgegenstand befin-
det; fehlt ein solcher Geschäftsraum, so ist der Ort maßgebend,
an dem der Vertreter im Inland seinen Wohnsitz, und in Erman-
gelung eines solchen der Ort, an dem das Patentamt seinen Sitz
hat.
(4) Die rechtsgeschäftliche Beendigung der Bestellung eines Ver-
treters nach Absatz 1 wird erst wirksam, wenn sowohl diese
Beendigung als auch die Bestellung eines anderen Vertreters
gegenüber dem Patentamt oder dem Patentgericht angezeigt
wird.
§29
Der Bundesminister der Justiz regelt die Einrichtung und den Geschäfts-
gang des Patentamts und bestimmt durch Rechtsverordnung die
Form des Verfahrens, soweit nicht durch Gesetz Bestimmungen darüber
getroffen sind.
§30
Wer Gegenstände oder ihre Verpackung mit einer Bezeichnung ver-
sieht, die geeignet ist, den Eindruck zu erwecken, daß die Gegenstände
als Gebrauchsmuster nach diesem Gesetz geschützt seien, oder wer in
öffentlichen Anzeigen auf Aushängeschildern, auf Empfehlungskar-
ten oder ähnlichen Kundgebungen eine Bezeichnung solcher Art ver-
wendet, ist verpflichtet, jedem, der ein berechtigtes Interesse an der
22 KAPITEL 1. DAS GEBRMG

Rechtslage hat, auf Verlangen Auskunft darüber zu geben, auf wel-


ches Gebrauchsmuster sich die Verwendung der Bezeichnung stützt.

§31
Artikel 229 §6 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbu-
che findet mit der Maßgabe entsprechende Anwendung, dass §24c
in der bis zum1 1. Januar 2002 geltenden Fassung den des Bürgerli-
chen Gesetzbuchs über die Verjährung in der bis zum 1. Januar 2002
geltenden Fassung gleichgestellt ist.
Anhang A

GbmAnmV

Verordnung über die Anmeldung von Gebrauchsmustern

vom 12. November 1986 BGBl. I, S. 1739 in der Fassung der Änderungsverord-
nungen
• vom 4. Mai 1990 BGBl. I, S. 858, vom 12. Juni 1992 BGBl. I, 1051,
• vom 21. Oktober 1992 BGBl. I, S. 1801,
• vom 10. Juni 1996 BGBl. I, S. 846,
• vom 27. Juni 1997 BGBl. I, S. 1597
und der Änderungen
• durch das 2. PatGÄndG - Artikel 22 - vom 16. Juli 1998, in Kraft ab 1.
November 1998 BGBl. I, S. 1839
• und durch Artikel 22 des Gesetzes zur Bereinigung von Kostenregelungen

auf dem Gebiet des geistigen Eigentums“vom 13. Dezember 2001, in Kraft
ab 1. Januar 2002 (BGBl. Teil I/2001, S. 3682)

§1 Anwendungsbereich
Für die Anmeldung einer Erfindung zur Eintragung als Gebrauchs-
muster gelten ergänzend zu den Bestimmungen des Gebrauchsmu-
stergesetzes die nachfolgenden Vorschriften.

§2 Anmeldung
(1) Erfindungen, für die der Schutz als Gebrauchsmuster verlangt
wird (§1 (Abs. 1 des Gebrauchsmustergesetzes), sind beim Pa-
tentamt schriftlich anzumelden.
(2) Für jede Erfindung ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich
(§4 Abs. 1 Satz 2 des Gebrauchsmustergesetzes).

23
24 ANHANG A. GBMANMV

(3) Die Anmeldung besteht aus den folgenden Anmeldungsunter-


lagen (§4 Abs. 3 Nr. 1 bis 5 des Gebrauchsmustergesetzes):
1. dem Namen des Anmelders,
2. dem Antrag,
3. einem oder mehreren Schutzansprüchen,
4. der Beschreibung,
5. den Zeichnungen, auf die sich die Schutzansprüche oder die
Beschreibung beziehen.

§3 Allgemeine Erfordernisse der Anmeldungsunterlagen

(1) Die Schutzansprüche, die Beschreibung und die Zeichnungen


sind auf gesonderten Blättern in zwei Stücken einzureichen.
(2) Die Anmeldungsunterlagen müssen deutlich erkennen lassen,
zu welcher Anmeldung sie gehören. Ist das Aktenzeichen mit-
geteilt werden, so ist es auf allen später eingereichten Eingaben
anzugeben.
(3) Die Anmeldungsunterlagen dürfen keine Mitteilungen enthal-
ten, die andere Anmeldungen betreffen.
(4) Die Unterlagen müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:
1. Als Blattgröße ist nur das Format DIN A 4 zu verwenden.
Die Blätter sind im Hochformat nur einseitig mit 1 1/2-
Zeilenabstand zu beschriften. Für die Zeichnungen können
die Blätter auch im Querformat verwendet werden, wenn
es sachdienlich ist.
2. Als Mindestränder sind auf den Blättern des Antrags, der
Schutzansprüche und der Beschreibung folgende Flächen
unbeschriftet zu lassen:
Oberer Rand 2,5 cm
linker Seitenrand 2,5 cm
rechter Seitenrand 2 cm
unterer Rand 2 cm

Mindestränder können den Namen, die Firma oder sonsti-


ge Bezeichnung des Anmelders und das Aktenzeichen der
Anmeldung enthalten.
3. Es sind ausschließlich Schreibmaschinenschrift, Druckver-
fahren oder andere technische Verfahren zu verwenden. Sym-
bole, die auf der Tastatur der Maschine nicht vorhanden
sind, können handschriftlich eingefügt werden.
4. Das feste, nicht durchscheinende Schreibpapier darf nicht
gefaltet oder gefalzt werden und muß frei von Knicken, Ris-
sen, Änderungen, Radierungen und dergleichen sein.
25

5. Es sind schwarze, saubere, scharf konturierte Schriftzei-


chen und Zeichnungsstriche mit ausreichendem Kontrast,
und zwar gleichmäßig für die gesamten Unterlagen zu ver-
wenden. Die Buchstaben der verwendeten Schrift müssen
deutlich voneinander getrennt sein und dürfen sich nicht
berühren.

§4 Antrag
(1) Der Antrag auf Eintragung des Gebrauchsmusters (§4 Abs. 3 Nr.
2 des Gebrauchsmustergesetzes) soll auf dem vom Patentamt vor-
geschriebenen Vordruck eingereicht werden.
(2) Der Antrag muß enthalten:
1. den Vor- und Zunamen, die Firma oder die sonstige Bezeich-
nung des Anmelders, die Anschrift (Straße, Hausnummer,
Postleitzahl, Ort) des Wohnsitzes oder Sitzes des Geschäfts-
betriebs. Bei ausländischen Orten sind auch Staat und Bezirk
anzugeben; ausländische Ortsnamen sind zu unterstreichen.
Es muß klar ersichtlich sein, ob das Gebrauchsmuster für eine
oder mehrere Personen oder Gesellschaften, für den Anmel-
der unter seiner Firma oder unter seinem bürgerlichen Namen
beantragt wird. Firmen sind so zu bezeichnen, wie sie im Han-
delsregister (Spalte 2a) eingetragen sind. Spätere Änderungen
des Namens, der Firma oder sonstigen Bezeichnung und der
Anschrift sind dem Patentamt unverzüglich mitzuteilen; bei
Änderungen des Namens, der Firma oder der sonstigen Be-
zeichnung sind schriftliche Nachweise beizufügen;
2. falls ein Vertreter bestellt worden ist, auch dessen Namen
mit Anschrift. Die Vollmachtsurkunde ist beizufügen. Auf ei-
ne beim Patentamt hinterlegte Vollmacht ist unter Angabe
der Hinterlegungsnummer hinzuweisen;
3. falls mehrere Personen ohne einen gemeinsamen Vertreter an-
melden oder mehrere Vertreter mit verschiedener Anschrift
bestellt sind, die Angabe, wer als Zustellungsbevollmächtig-
ter zum Empfang sämtlicher Schriftstücke befugt ist; diese
Erklärung muß von allen Anmeldern oder Vertretern unter-
zeichnet sein;
4. die Unterschrift der Anmelder oder des Vertreters;
5. eine kurze und genaue technische Bezeichnung des Gegen-
standes des Gebrauchsmusters (keine Marken- oder sonstige
Phantasiebezeichnung);
6. die Erklärung, daß für die Erfindung die Eintragung eines
Gebrauchsmusters beantragt wird;
7. falls die Anmeldung eine Teilung (§4 Abs. 6 des Gebrauchs-
mustergesetzes) oder eine Ausscheidung aus einer Gebrauchs-
26 ANHANG A. GBMANMV

musteranmeldung betrifft, die Angabe des Aktenzeichens und


des Anmeldetags der Stammanmeldung;
8. falls der Anmelder für dieselbe Erfindung mit Wirkung für
die Bundesrepublik Deutschland bereits früher ein Patent be-
antragt hat und dessen Anmeldetag in Anspruch nehmen
will, eine entsprechende Erklärung, die mit der Gebrauchs-
musteranmeldung abgegeben werden muß (§5 Abs. 1 des Ge-
brauchsmustergesetzes - Abzweigung).

§5 Schutzansprüche
(1) In den Schutzansprüchen kann das, was als gebrauchsmusterfähig
unter Schutz gestellt werden soll (§4 Abs. 3 Nr.3 des Gebrauchs-
mustergesetzes), einteilig oder nach Oberbegriff und kennzeich-
nendem Teil (zweiteilig) gefaßt sein. In beiden Fällen kann die
Fassung nach Merkmalen gegliedert sein.
(2) Wird die zweiteilige Anspruchsfassung gewählt, sind in den Ober-
begriff Merkmale der Erfindung aufzunehmen, von denen die Er-
findung als Stand der Technik ausgeht, in den kennzeichnenden
Teil sind die Merkmale der Erfindung aufzunehmen, für die in
Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs Schutz begehrt
wird. Der kennzeichnende Teil ist mit den Worten dadurch ge-

kennzeichnet, daß“oder gekennzeichnet durch“oder einer sinn-

gemäßen Wendung einzuleiten.
(3) Werden Schutzansprüche nach Merkmalen oder Merkmalsgrup-
pen gegliedert, so ist die Gliederung dadurch äußerlich hervorzu-
heben, daß jedes Merkmal oder jede Merkmalsgruppe mit einer
neuen Zeile beginnt. Den Merkmalen oder Merkmalsgruppen sind
deutlich vom Text absetzende Gliederungszeichen voranzustellen.
(4) Im ersten Schutzanspruch (Hauptanspruch) sind die wesentlichen
Merkmale der Erfindung anzugeben.
(5) Eine Anmeldung kann mehrere unabhängige Schutzansprüche (Ne-
benansprüche) enthalten, soweit der Grundsatz der Einheitlich-
keit gewahrt ist (§4 Abs. 1 Satz 2 des Gebrauchsmustergesetzes).
Absatz 4 ist entsprechend anzuwenden. Nebenansprüche können
eine Bezugnahme auf mindestens einen der vorangehenden Schutz-
ansprüche enthalten.
(6) Zu jedem Haupt- bzw. Nebenanspruch können ein oder mehre-
re Schutzansprüche (Unteransprüche) aufgestellt werden, die sich
auf besondere Ausführungsarten der Erfindung beziehen. Die Un-
teransprüche müssen eine Bezugnahme auf mindestens einen der
vorangehenden Schutzansprüche enthalten. Sie sind so weit wie
möglich und auf die zweckmäßigste Weise zusammenzufassen.
(7) Werden mehrere Schutzansprüche aufgestellt, so sind sie fortlau-
fend mit arabischen Ziffern zu numerieren.
27

(8) Die Schutzansprüche dürfen, wenn dies nicht unbedingt erforder-


lich ist, im Hinblick auf die technischen Merkmale der Erfindung
keine Bezugnahme auf die Beschreibung oder die Zeichnungen
enthalten, z.B. wie beschrieben in Teil ... der Beschreibung“oder

wie in Abbildung ... der Zeichnung dargestellt“.

(9) Enthält die Anmeldung Zeichnungen, so sollen die in den Schutz-
ansprüchen angegebenen Merkmale mit ihren Bezugszeichen ver-
sehen sein, wenn dies das Verständnis des Schutzanspruchs er-
leichtert.
§6 Beschreibung
(1) Am Anfang der Beschreibung (§4 Abs. 3 Nr. 4 des Gebrauchsmu-
stergesetzes) ist als Titel die im Antrag angegebene Bezeichnung
des Gegenstandes des Gebrauchsmusters (§4 Abs. 2 Nr. 5) anzu-
geben.
(2) In der Beschreibung sind ferner anzugeben:
1. das technische Gebiet, zu dem die Erfindung gehört, soweit es
sich nicht aus den Schutzansprüchen oder den Angaben zum
Stand der Technik ergibt;
2. der dem Anmelder bekannte Stand der Technik, der für das
Verständnis der deren Schutzfähigkeit in Betracht kommen
kann, unter Angabe der dem Anmelder bekannten Fundstel-
len;
3. das der Erfindung zugrundeliegende Problem, sofern es sich
nicht aus der ergebenden Lösung oder den zu Nummer 6 ge-
machten Angaben ergibt, insbesondere dann, wenn es zum
Verständnis der Erfindung oder für ihre nähere inhaltliche
Bestimmung unentbehrlich ist;
4. die Erfindung, für die in den Schutzansprüchen Schutz be-
gehrt wird;
5. in welcher Weise die Erfindung gewerblich anwendbar ist,
wenn es sich aus der Beschreibung oder der Art der Erfin-
dung nicht offensichtlich ergibt;
6. gegebenenfalls vorteilhafte Wirkungen der Erfindung unter
Bezugnahme auf den in der Anmeldung genannten Stand der
Technik;
7. wenigstens einen Weg zum Ausführen der beanspruchten Er-
findung im einzelnen, gegebenenfalls erläutert durch Beispiele
und anhand der Zeichnungen unter Verwendung der entspre-
chenden Bezugszeichen.
(3) In die Beschreibung sind keine Markennamen, Phantasiebezeich-
nungen oder solche Angaben aufzunehmen, die zum Erläutern
der Erfindung offensichtlich nicht notwendig sind. Wiederholun-
gen von Schutzansprüchen oder Anspruchsteilen können durch
Bezugnahme auf diese ersetzt werden.
28 ANHANG A. GBMANMV

§7 Zeichnungen
(1) Die Zeichnungen sind auf Blättern mit folgenden Mindesträndern
aufzuführen:
Oberer Rand 2,5 cm
linker Seitenrand 2,5 cm
rechter Seitenrand 1,5 cm
unterer Rand 1 cm

Die für Abbildungen benutzte Fläche darf 26,2 cm x 17 cm nicht


überschreiten.
(2) Ein Zeichnungsblatt kann mehrere Zeichnungen (Figuren) enthal-
ten. Sie sollen ohne Platzverschwendung, aber eindeutig vonein-
ander getrennt und möglichst im Hochformat angeordnet und mit
arabischen Ziffern fortlaufend numeriert werden. Den Stand der
Technik betreffende Zeichnungen, die dem Verständnis der Erfin-
dung dienen, sind zulässig; sie müssen jedoch deutlich mit dem
Vermerk Stand der Technik“gekennzeichnet sein.

(3) Zu Darstellung der Erfindung können neben Ansichten und Schnitt-
zeichnungen auch perspektivische Ansichten oder Explosionsdar-
stellungen verwendet werden. Querschnitte sind durch Schraffie-
rungen kenntlich zu machen, die die Erkennbarkeit der Bezugs-
zeichen und Führungslinien nicht beeinträchtigen dürfen.
(4) Die Linien der Zeichnungen sollen nicht freihändig, sondern mit
Zeichengeräten gezogen werden. Die für Zeichnungen verwendeten
Ziffern und Buchstaben müssen mindestens 0,32 cm hoch sein.
Für die Beschriftung der Zeichnungen sind lateinische und, soweit
in der Technik üblich, andere Buchstaben zu verwenden.
(5) Die Zeichnungen sollen mit Bezugszeichen versehen werden, die
in der Beschreibung und/oder in den Schutzansprüchen erläutert
worden sind. Gleiche Teile müssen in allen Abbildungen gleiche
Bezugszeichen erhalten, die mit den Bezugszeichen in der Be-
schreibung übereinstimmen müssen.
(6) Die Zeichnungen dürfen keine Erläuterungen enthalten; ausge-
nommen sind kurze unentbehrliche Angaben, wie Wasser“, Dampf“,
” ”
offen“, zu“, Schnitt nach A - B“sowie in elektrischen Schalt-
” ” ”
plänen und Blockschaltbildern kurze Stichworte, die für das Verständ-
nis notwendig sind.
§8 Abzweigung
(1) Hat der Anmelder mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutsch-
land für dieselbe Erfindung bereits früher ein Patent nachgesucht,
so kann er mit der Gebrauchsmusteranmeldung die Erklärung ab-
geben, daß der für die Patentanmeldung maßgebende Anmeldetag
in Anspruch genommen wird. Ein für die Patentanmeldung bean-
spruchtes Prioritätsrecht bleibt für die Gebrauchsmusteranmeldung
29

erhalten. Das Recht nach Satz 1 kann bis zum Ablauf von zwei
Monaten nach dem Ende des Monats, in dem die Patentanmel-
dung erledigt oder ein etwaiges Einspruchsverfahren abgeschlossen
ist, jedoch längstens bis zum Ablauf des zehnten Jahres nach dem
Anmeldetag der Patentanmeldung ausgeübt werden (§5 Abs. 1 des
Gebrauchsmustergesetzes). Die Inanspruchnahme des Anmeldetags
der früheren Patentanmeldung ist nur möglich, wenn die Patentan-
meldung nach dem 31. Dezember 1986 eingereicht worden ist (Arti-
kel 4 Nr. 2 des Gesetzes zur Änderung des Gebrauchsmustergesetzes
vom 15. August 1986 - BGBl. I, S. 1446).
(2) Auch wenn der Anmelder den Anmeldetag einer Patentanmeldung
in Anspruch nimmt (§5 Abs. 1 des Gebrauchsmustergesetzes), die
nicht in deutscher Sprache verfaßt ist, sind die Anmeldungsunter-
lagen (§2 Abs. 3) in deutscher Sprache einzureichen.
(3) Der Abschrift der fremdsprachigen Patentanmeldung (§5 Abs. 2
des Gebrauchsmustergesetzes) ist eine deutsche Übersetzung bei-
zufügen, es sei denn, die Anmeldungsunterlagen stellen bereits die
Übersetzung der fremdsprachigen Patentanmeldung dar. §9 Abs. 1
bis 3 bleibt unberührt.
§9 Übersetzungen
(1) Übersetzungen von Schriftstücken, die zu den Unterlagen der An-
meldung zählen, müssen von einem Rechtsanwalt oder Patentan-
walt beglaubigt oder von einem öffentlich bestellten Übersetzer an-
gefertigt sein. Die Unterschrift des Übersetzers ist öffentlich be-
glaubigen zu lassen (§129 des Bürgerlichen Gesetzbuchs), ebenso
die Tatsache, daß der Übersetzer für derartige Zwecke öffentlich
bestellt ist.
(2) Werden Schriftstücke, die nicht zu den Unterlagen der Anmeldung
zählen, nicht in englischer, französischer, italienischer oder spani-
scher Sprache eingereicht, so ist innerhalb eines Monats nach Ein-
gang des Schriftstücks eine von einem Rechtsanwalt oder Patent-
anwalt beglaubigte oder von einem öffentlich bestellten Übersetzer
angefertigte Übersetzung einzureichen. Wird die Übersetzung nicht
innerhalb dieser Frist eingereicht, so gilt das Schriftstück als zum
Zeitpunkt des Eingangs der Übersetzung zugegangen.
(3) Werden Schriftstücke, die nicht zu den Unterlagen der Anmeldung
zählen, in englischer, französischer, italienischer oder spanischer
Sprache eingereicht, so kann das Patentamt verlangen, daß inner-
halb einer von ihm bestimmten Frist eine von einem Rechtsanwalt
oder Patentanwalt beglaubigte oder von einem öffentlich bestell-
ten Übersetzer angefertigte Übersetzung einzureichen ist. Wird die
Übersetzung nicht innerhalb dieser Frist eingereicht, so gilt das
Schriftstück als zum Zeitpunkt des Eingangs der Übersetzung zu-
gegangen.
(4) Ist bei Prioritätsbelegen, die gemäß der revidierten Pariser Ver-
30 ANHANG A. GBMANMV

bandsübereinkunft zum Schutze des gewerblichen Eigentums vorge-


legt werden, oder Abschriften von früheren Anmeldungen (§6 Abs. 2
des Gebrauchsmustergesetzes, §41 Abs. 1 Satz 1 des Patentgesetzes)
eine deutsche Übersetzung erforderlich, ist diese auf Anforderung
des Patentamts einzureichen.
§10 Übergangsregelung
Für Gebrauchsmusteranmeldungen, die vor Inkrafttreten von Änderun-
gen dieser Verordnung eingereicht worden sind, gelten die Vorschriften
dieser Verordnung in ihrer bis dahin geltenden Fassung.
§11 Inkrafttreten, abgelöste Vorschrift; Übergangsvorschrift
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1987 in Kraft. Gleichzeitig tre-
ten die Anmeldebestimmungen für Gebrauchsmuster vom 30. Juli 1968
(BGBl. 1977 I, S. 218) außer Kraft. Für die bis zum 31. Dezember 1986
eingegangenen Anmeldungen verbleibt es bei den bisher geltenden Vor-
schriften.

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