Pflegerische Interventionen Zur Begleitung Von Eltern Mit Einem Frühgeborenen Auf Der IMC
Pflegerische Interventionen Zur Begleitung Von Eltern Mit Einem Frühgeborenen Auf Der IMC
De Crosta Valentina
S15529365
Departement: Gesundheit
Institut für Pflege
Studienjahr: PF 15 Dipl. Pflege
Eingereicht am: 14. April 2017
Begleitende Lehrperson:
Barbara Preusse-Bleuler
Inhaltsverzeichnis
Abstract
2. Theoretischer Hintergrund.................................................................................... 3
2.1 Eltern .................................................................................................................. 3
2.2 Frühgeborene ..................................................................................................... 4
2.3 Neonatologische Abteilungen in der Schweiz .................................................... 4
2.4 Erleben ............................................................................................................... 6
2.5 Erleben und Bedürfnisse von Eltern ................................................................... 6
3. Methode .................................................................................................................. 8
3.1 Durchführung der Literaturrecherche ................................................................. 9
3.2 Ein- und Ausschlusskriterien ............................................................................ 10
3.3 Verwendete Instrumente für die Zusammenfassung und die kritische
Würdigung .............................................................................................................. 11
3.4 Zusammenfassung der Literaturrecherche ...................................................... 12
4. Ergebnisse............................................................................................................ 14
4.1 Übersicht der Studien ....................................................................................... 14
4.2 Beschreibung und Beurteilung der verwendeten Studien ................................ 17
4.3 Vorstellung der Ergebnisse .............................................................................. 29
4.3.1 Pflegefachpersonen-Eltern Beziehung stärken ......................................... 29
4.3.2 Informationsvermittlung gewährleisten ...................................................... 30
[Link] Zeitpunkt der Informationsübermittlung............................................... 30
[Link] Menge an Informationen ..................................................................... 31
[Link] Inhalt von Informationen...................................................................... 31
4.3.3 angemessene Kommunikation bieten........................................................ 32
4.3.4 Emotionaler Support anbieten ................................................................... 33
4.3.5 Eltern-Kind Bindung fördern ...................................................................... 33
!
4.3.6 Integration der Eltern in die Betreuung und Pflege gewährleisten............. 34
4.3.7 Rolle als Elternteil stärken ......................................................................... 34
5. Diskussion ............................................................................................................ 34
5.1 Gesamtwürdigung der verwendeten Studien ................................................... 35
5.2 Interpretation der Ergebnisse ........................................................................... 36
5.2.1 Pflegefachperson-Eltern Beziehung .......................................................... 36
5.2.2 Informationsübermittlung und Kommunikation .......................................... 36
5.2.3 Emotionaler Support .................................................................................. 37
5.2.4 Eltern-Kind Bindung ................................................................................... 37
5.2.5 Integration der Eltern in die Pflege und Betreuung .................................... 38
5.2.6 Rolle als Elternteil ...................................................................................... 38
5.3 Theorie-Praxis Transfer.................................................................................... 39
6. Schlussfolgerung................................................................................................. 41
6.1 Empfehlungen für die Pflegeforschung ............................................................ 41
6.2 Limitationen dieser Arbeit ................................................................................. 41
Literaturverzeichnis ................................................................................................. 42
Abbildungsverzeichnung ........................................................................................ 46
Tabellenverzeichnis ................................................................................................. 47
Wortzahl .................................................................................................................... 48
Danksagung ............................................................................................................. 49
Eigenständigkeitserklärung .................................................................................... 50
Anhänge.................................................................................................................... 51
Anhang A: Protokolle Datenbankrecherche ........................................................... 51
Anhang B: Zusammenfassung der Studie.............................................................. 58
Anhang C: Beurteilung der Güte der Studien ......................................................... 72
Anhang D: Pyramide DiCenso ............................................................................... 94
!
Abstract
!
1. Einleitung in die Thematik
Laut Bundesamt für Statistik (2016) erhöhte sich in den Jahren 2012 bis 2015 die
Lebendgeburtenrate von rund 82'000 auf 86'500. Prozentual blieb der Anteil an
Frühgeborenen über die Jahre gleich und bewegte sich zwischen 7.1% und 7.3%. In
absoluten Zahlen kamen 2015 rund 6100 Frühgeborene zur Welt.
Frühgeborene werden, je nachdem wie früh und unreif sie zur Welt gekommen sind,
postpartal von den Eltern getrennt und zur medizinischen Versorgung auf eine
entsprechend ausgerüstete neonatologische Abteilung verlegt. Die
Hospitalisierungsdauer variiert je nach Unreife und gesundheitlichem Zustand der
Frühgeborenen. Sobald diese in der Lage sind die eigene Körpertemperatur zu
regulieren, genügend Nahrung aufnehmen können und alle Vitalzeichen-Parameter
stabil sind, dürfen sie nach Hause entlassen werden. In der Regel ist dies zum
ursprünglich errechneten Geburtstermin der Fall.
Während der Hospitalisierungszeit eines Frühgeborenen, welche die
Hospitalisierungszeit der Mutter meist überdauert, prägen viele Faktoren das Erleben
und die Gefühle dieser Eltern, wie beispielsweise der Gesundheitszustand des
Kindes.
Aufgrund der frühzeitigen Geburt wird der Entwicklungsprozess der Eltern in Bezug
auf ihre Rolle gestört (Lang, 2009). Der Bedarf an (intensiv-) medizinischen Geräten
und pflegerischer Betreuung erschwert zudem die Beziehungsentwicklung zwischen
Eltern und Kind (von der Wense & Bindt, 2013). Vigod et al. (2010, zitiert nach von
der Wense & Bindt, 2013) beschreiben, dass im Vergleich zwischen Müttern von
gesunden Neugeborenen und Müttern von Frühgeborenen eine erhöhte Prävalenz
depressiver Stimmung bei Müttern der zweiten Gruppe nachweisbar war. Weiter
konnte festgestellt werden, dass bei gewissen Eltern von Frühgeborenen einzelne
Verhaltensmuster und Gefühlsbeschreibungen als Indikatoren einer
Posttraumatischen Belastungsstörung gelten (Sarimski, 1993, zitiert nach von der
Wense & Bindt, 2013).
Stressvolle Erlebnisse können negatives Verhalten wie unruhiges oder gereiztes
Handeln der Eltern zur Folge haben. Ein negatives Verhalten der Eltern kann die
Entwicklung von Frühgeborenen beeinflussen. (Dawson et al, 2000; Veddovi &
Gibson, 2004; Gray et al., 2004 zit. nach von der Wense & Bindt, 2013)
Valentina De Crosta 1
Die Gefahr, dass auf einer neonatologischen Abteilung die Begleitung der Eltern in
den Hintergrund rückt ist gross, weil die Versorgung und Behandlung eines
Frühgeborenen allen Beteiligten am Dringlichsten erscheint.
Für Pflegefachpersonen ist es wichtig zu wissen was Eltern von Frühgeborenen
erleben und welche Bedürfnisse daraus entstehen, um mit geeigneten pflegerischen
Interventionen diese Eltern im Umgang mit der herausfordernden Situation zu
unterstützen. Daher wäre es wichtig über das Erleben und Bedürfnisse dieser Eltern
sowie über pflegerische Interventionen eine systematisierte Literaturrecherche
durchzuführen. Da die Rahmenbedingungen in dieser Arbeit dafür nicht gegeben
sind, werden das Erleben und Bedürfnisse im Kapitel 2 Theoretischer Hintergrund
dargestellt. Im Diskussionsteil wird dargelegt inwiefern ermittelte pflegerische
Interventionen beschriebene Bedürfnisse abdecken.
1.1 Problemstellung
Eltern Frühgeborener sind grossem Stress ausgesetzt (Jotzo, 2004). Daraus können
negative Folgen für die Eltern und ihr Frühgeborenes entstehen. Das Bewusstsein
von Pflegefachpersonen zur schwierigen Situation der Eltern ist ungenügend.
Dementsprechend sind Pflegefachpersonen für die kompetente Betreuung von Eltern
mit Frühgeborenen unzureichend vorbereitet. Um eine professionelle Pflege zu
gewährleisten, ist es wichtig zu wissen, welche Bedürfnisse aus Erlebnissen von
Eltern Frühgeborener entstehen, und welche pflegerische Interventionen unterstützt
wirken.
Valentina De Crosta 2
• Ermitteln welche pflegerischen Interventionen Eltern von hospitalisierten
Frühgeborenen unterstützen mit den erlebten Herausforderungen umzugehen
• Aus den recherchierten Interventionen Empfehlungen für die Praxis ableiten
2. Theoretischer Hintergrund
Folgend werden die Begriffe Eltern und Frühgeborene definiert sowie ein Überblick
über die Einteilung neonatologischer Abteilungen in der Schweiz gegeben.
Anschliessend wird der Begriff Erleben definiert und dargestellt, was Eltern von
hospitalisierten Frühgeborenen erleben und welche Bedürfnisse daraus entstehen.
2.1 Eltern
Der Begriff Eltern beziehungsweise Elternschaft wird von Wilhelm (2015) in drei
Formen eingeteilt: die biologische, die juristische und die soziale Elternschaft. Unter
der ersten Form ist klar festgelegt, dass sowohl Mutter als auch Vater mit dem Kind
blutsverwandt sind. Die juristische Elternschaft legt vor dem Gesetz fest, wer als
Elternteil gilt und wer welche Elternrechte- und pflichten hat. Die soziale Elternschaft
wird als langfristige Verantwortungsübernahme und Zuwendung für ein Kind definiert.
Diese Form ist nicht an biologische oder rechtliche Aspekte gebunden. (Wilhelm,
2015)
In dieser Arbeit wird unter dem Begriff Eltern einerseits die leibliche Mutter,
andererseits den biologischen Vater oder den Partner/die Partnerin der leiblichen
Mutter verstanden.
Valentina De Crosta 3
2.2 Frühgeborene
Als Frühgeborene werden Neugeborene bezeichnet, die vor der Vollendung der 37.
Schwangerschaftswoche (SSW) geboren werden (Wagner, 2008). Die
Schwangerschaftswochen werden bei dieser Definition ab dem ersten Tag der
letzten Menstruationsblutung der werdenden Mutter berechnet. Da sich die genaue
SSW nicht immer ermitteln lässt, erfolgt eine präzisere Einteilung anhand des
Geburtsgewichts (Polleit, Stiefel & Ortmeier, 2013). Tabelle 1 zeigt diese Einteilung.
Tabelle 1
Einteilung Frühgeborener nach Geburtsgewicht
Einteilung Geburtsgewicht
Low birth weight infants < 2500 Gramm
Very low birth weight infants < 1500 Gramm
Extremely low birth weight infants < 1000 Gramm
In Anlehnung an Herting (2010), S. 71
Valentina De Crosta 4
Tabelle 2
Einteilung neonatologischer Abteilungen in der Schweiz
Level Voraussetzungen
Level I: • Betreuung gesunder Termingeborener
Basic Neonatal Care • Betreuung stabiler Frühgeborener, die zwischen der 35
0/7 und der 36 6/7 SSW geboren wurden und mehr als
2000 Gramm wiegen
• Stabilisierung kranker Termingeborener bis zur Verlegung
in ein Zentrum höheren Levels
• Stabilisierung Frühgeborener unter der 35 0/7 SSW und
einem Geburtsgewicht unter 2000 Gramm bis zur
Verlegung in ein Zentrum höheren Levels
Level IIA: Special • Betreuung kranker Termingeborener, die keine Therapie
Neonatal Care einer Level III Klinik benötigen
• Betreuung moderat kranker Frühgeborener über der 34
0/7 SSW und mit einem Geburtsgewicht über 1500
Gramm
• Kontinuierliche Pflege von stabilen Frühgeborenen über
der 32 0/7 SSW
Level IIB: Special • Alle Voraussetzungen unter Level IIA
Neonatal Care with • Betreuung Frühgeborener über der 32 0/7 SSW mit
Neonatal einem Geburtsgewicht über 1250 Gramm
Intermediate Care • Betreuung stabiler Frühgeborener über der 30 0/7 SSW
Unit • Durchführung von parenteraler Ernährung und
Atemtherapie mittels der Beatmungsform nCPAP (nasal
Continuous Positive Airway Pressure)
Level III: • Betreuung Termin- und Frühgeborener mit allen
Subspecialty Pathologien
Neonatal Care with • Betreuung Termin- und Frühgeborener prä- und
Neonatal Intensive postoperativ
Care Unit (NICU)
In Anlehnung an Swiss Society of Neonatology (2012)
Valentina De Crosta 5
2.4 Erleben
Der Begriff Erleben erweist sich als komplex, da vielschichtige Aspekte zum
Verständnis des Begriffs betrachtet werden müssen. Laut Doming, Elger und Rasel
(2009) ist Erleben einzig dem Betroffenen selbst zugänglich und wird geprägt durch
psychische Phänomene wie Empfindungen, Wahrnehmungen, Denkprozesse,
Vorstellungen, Erinnerungen, Gefühle und Motive. Diese Phänomene prägen das
Erleben und stellen die „Gesamtheit aller inneren, im Bewusstsein einer Person
repräsentierten Vorgänge“ dar (Doming et al., 2009, S. 53).
Mutterrolle/Vaterrolle Informationen
entwickeln erhalten
Valentina De Crosta 6
Lasiuk, Comeau und Newburn-Cook (2013) beschreiben, dass werdende Eltern sich
vorstellen wie die Familie sein, wie das Kind aussehen und die Geburt verlaufen
wird. Wenn eigene Vorstellungen nicht mit der Realität übereinstimmen, empfinden
einige Eltern Schuldgefühle, fühlen sich orientierungslos und verspüren Angst. Dies
kann nach Lasiuk et al. (2013) auch der Fall sein, wenn ein Kind zu früh geboren
wird. Zudem kann das fragile Aussehen des Frühgeborenen auf die Eltern
verängstigend wirken (Goncalves & Batoca, 2015). In den Studien von Stacey,
Osborn und Salkovskis (2015), Goncalves und Batoca (2015) sowie Watson (2010)
wird ersichtlich, dass während der Hospitalisierung eines Frühgeborenen eine ganze
Bandbreite an Gefühlen durchlebt wird: negative Gefühle wie Schuld, Angst,
Bedrohung, Unsicherheit und Sorge wechseln sich mit positiven Gefühlen wie
Freude, Sicherheit und Zuversicht ab.
Die Ungewissheit über Prognose und Entwicklung des Kindes führt bei vielen Eltern
zu Gefühlen von Kontrollverlust über die Situation und verstärkt somit ihre
Unsicherheit (Stacey et al., 2015).
Stacey et al (2015) weisen darauf hin, dass unklar formulierte oder schwer zu
verstehende Informationen über das eigene Kind und die neonatologische Abteilung
Gefühle von Machtlosigkeit fördern. In die Pflege des eigenen Kindes nicht involviert
zu werden, verstärkt dieses Gefühl und löst in den teilnehmenden Müttern der Studie
von Goncalves und Batoca (2015) zusätzlich Unsicherheit über die eigene Rolle als
Mutter aus. Auch wenn sich Eltern bewusst sind, dass die Expertise von
Pflegefachpersonen für die Versorgung des Kindes notwendig ist und sie dieses
Können schätzen, kann es vorkommen, dass sie sich dadurch ausgeschlossen
fühlen (Watson, 2010). Wenn die Pflegefachperson das eigene Wissen über die
Pflege von Frühgeborenen an die Eltern weiter gibt und eine aufmerksame und
liebevolle Art hat, fühlen sich Eltern gut betreut (Goncalves & Batoca, 2015). Das
eigene Kind mitversorgen zu dürfen löst in den Eltern der Studie von Stacey et al.
(2015) ein Gefühl von Freude aus.
In der beschriebenen meist langen und schwierigen Zeit auf einer neonatologischen
Abteilung können förderliche Beziehungen für die Rolle als Elternteil zu
Pflegefachpersonen (Goncalves & Batoca, 2015), aber auch zu anderen
Elternpaaren (Stacey et al., 2015) entstehen. Der Austausch zwischen Eltern von
Frühgeborenen kann helfen, sich gegenseitig zu stärken und wird von Stacey et al.
(2015) als Schlüsselkomponente von Copingstrategien gesehen.
Valentina De Crosta 7
Stacey et al. (2015) beschreiben eindrücklich, dass sich Eltern auf einer Achterbahn
der Gefühle befinden. Eltern aus der Studie von Lasiuk et al. (2013) beschreiben,
dass das Bedürfnis diese Gefühle und Erlebnisse einer Pflegefachperson zu
erzählen, zu der sie Vertrauen haben, hilfreich wäre. Zudem ist es für Eltern in der
Studie von Goncalves und Batoca (2015) sowie von Lasiuk et al. (2013) wichtig, von
der eigenen Familie unterstützt zu werden.
Die Wahrnehmung einer Situation wird durch Informationen beeinflusst. Daher ist es
für viele Eltern zentral, Informationen über das eigene Kind, die gesamte Situation
und die Abteilung zu erhalten (Goncalves & Batoca, 2015). Erhaltenen Informationen
sind auch wichtig, um die Bindung zwischen Eltern und Kind aufzubauen. Eltern
teilen das Bedürfnis so lange wie möglich beim Kind sein zu können mit und
empfinden die Möglichkeit das Kind halten zu können als sehr wertvoll (Lasiuk et al.,
2013). Goncalves und Batoca (2015) beschreiben, dass dafür die Unterstützung von
Pflegefachpersonen unabdingbar ist. Daraus lässt sich schliessen, dass die
Beziehung zwischen Pflegefachpersonen und Eltern eine wichtige Komponente ist.
Eltern wünschen sich in der Studie von Lasiuk et al. (2013), die zuständige
Pflegefachpersonen zu kennen und jederzeit zu wissen, wer das Kind betreut. Die
Haltung und Verhaltensweise von Pflegefachpersonen ist auch wichtig (Stacey et al.,
2015). Eine offene Haltung von Pflegefachpersonen gegenüber Eltern ist
bedeutungsvoll, um in die Pflege und Betreuung des eigenen Kindes involviert zu
werden (Stacey et al., 2015). Dadurch fühlen sich Mütter und Väter darin unterstützt,
die eigene Rolle als Elternteil auszuleben (Lasiuk et al., 2013).
3. Methode
Im folgenden Kapitel werden die durchgeführte Literaturrecherche und der
Selektionsprozess zur Festlegung verwendeter Studien vorgestellt. In einem ersten
Schritt wird ein Überblick über verwendete Suchbegriffe gegeben. Anschliessend
werden Angaben zu Ein- und Ausschlusskriterien von Studien gemacht. Weiter
werden verwendete Instrumente für die Zusammenfassung und kritische Würdigung
der eingeschlossenen Studien angegeben. Die gesamte Literaturrecherche wird
anhand eines Flussdiagramms vorgestellt.
Valentina De Crosta 8
3.1 Durchführung der Literaturrecherche
Für die Herleitung des theoretischen Hintergrundes wurden eine Literaturrecherche
sowie eine Freihandsuche in Fachbüchern durchgeführt. Für die Beantwortung der
Fragestellung wurde zwischen Oktober 2016 und November 2016 eine
systematisierte Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL, Cochraine Library,
MIDIRS, PsychInfo und Pubmed durchgeführt (siehe Anhang A).
Für die in Tabelle 3 dargestellten Begriffe wurden für jede durchsuchte Datenbank
passende Schlagwörter verwendet. Die Schlagwörter wurden mit dem Boo’leschen
Operator AND kombiniert.
Tabelle 3
verwendete Schlagwörter zur Literaturrecherche.
Komponente Deutsche Begriffe Englische Begriffe
Population Frühgeborenes Premature Infant
Familie Family
Nuclear family
Eltern Parents
Setting Neonatologie Neonatal Intensive Care Unit
Intermediate Care Unit
Neonatology Ward
Phänomen Erlebnis Experience
Lived Experience
Pflegerische Interventions, Nursing
Interventionen Intervention
Unter den angezeigten Treffern wurde bei relevanten Titeln der Abstract gelesen.
Valentina De Crosta 9
3.2 Ein- und Ausschlusskriterien
Unter Einbezug der in Tabelle 4 aufgeführten Ein- und Ausschlusskriterien wurde
entschieden, ob eine Studie in die engere Auswahl kommt.
Tabelle 4
Ein- und Ausschlusskriterien
Komponente Einschlusskriterien Ausschlusskriterien
Studiendesign • Qualitative Studien • Kongressbeiträge
• Quantitative Studien • Dissertationen
• Literaturreviews • Fallanalysen
Publikation • Publikation zwischen 2006 • Publikationen vor 2006
und 2016
• Studien sind peer-reviewed
Population • Frühgeborene unter der 37. • Frühgeborene mit einer
SSW terminalen Diagnose
• Eltern, die gemeinsam oder • hospitalisierte
getrennt befragt wurden Termingeborene
• Elternteile mit
vorbestehender,
diagnostizierter psychischer
Erkrankung
Setting • Neonatologische • Wochenbettstation
Intensivstation • Häusliches Setting nach
• Intermediate Care Abteilung Austritt
• neonatologische Abteilungen
Phänomen • Interventionen während der • Interventionen vor/nach der
Hospitalisierungszeit Hospitalisierungszeit
Valentina De Crosta 10
3.3 Verwendete Instrumente für die Zusammenfassung und die
kritische Würdigung
Für die Zusammenfassung der Studien wurde das EMED-Raster (Einleitung –
Methode – Ergebnisse – Diskussion) verwendet (Ris & Preusse-Bleuler, 2015). Die
kritische Würdigung der qualitativen Studien wurde anhand der Beurteilungskriterien
für qualitative Studien nach Behrens und Langer (2016) durchgeführt. Quantitative
Studien wurden mittels der Critical Review Form für quantitative Studien von Law,
Stewart, Pollock, Letts, Bosch und Westmorland (1998) kritisch gewürdigt. Die
kritische Würdigung der systematischen Literaturreview fand durch das Critical
Appraisal Skills Programm (CASP) (CASP UK – Better Value Healthcare Ltd, 2013)
statt.
Die qualitativen Studien wurden anhand der Gütekriterien Bestätigung,
Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Übertragbarkeit von Lincoln und Guba (1985)
bewertet. Die Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität nach
Bartholomeyczik, Linhart, Mayer und Mayer (2008) wurden für die Bewertung von
quantitativen Studien verwendet. Für die eingeschlossene Literaturreview wurden
Stärken und Schwächen tabellarisch aufgeführt. Dabei wurde auf die Verwendung
bestimmter Gütekriterien verzichtet, da kein geeignetes Instrument existiert und in
vorliegender Literaturreview sowohl quantitative wie auch qualitative Studien
inkludiert wurden. Die Zusammenfassungen der Studien sowie deren kritische
Würdigungen befinden sich im Anhang B und C.
Durch die 6S – Evidenzpyramide (siehe Anhang D) von DiCenso, Bayley und
Haynes (2009) wurde jede Studie in ihrer Evidenz eingeschätzt. Die Einschätzung
erfolgte numerisch. Tabelle 5 zeigt die numerische Zuordnung der sechs Ebenen,
wobei mit der obersten begonnen wurde.
Valentina De Crosta 11
Tabelle 5
Numerische Zuordnung der Ebenen der 6S-Evidenzpyramide von DiCenso et al.
(2009)
Ebene Numerische Zuordnung
Systems 1
Summaries 2
Synopses of synthesis 3
Synthesis 4
Synopses of studies 5
Studies 6
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Pubmed Cochraine CINAHL MIDIRS PsychInfo
n = 297 Library n = 373 n = 72 n = 222
n = 199
!
!
Total n = 1163
Ausgeschlossene Studien:
! Limits, andere Sprache als
deutsch/englisch, kein Abstract,
! nicht peer-reviewed, nicht
einsehbar
! n = 626
!
! n = 537
! Ausgeschlossene Studien:
Titel, Fremdsprache,
Ausschlusskriterien
! n = 423
!
!
n = 114
! Abstract gelesen
Ausgeschlossene Studien:
! Doppelt n = 47,
unpassendes Setting, unpassende
! Population n = 37
!
n = 30 Ausgeschlossene Studien:
! Volltext gelesen Unpassende Population und
Setting, beschreibt keine
! Interventionen, unpassendes
Studiendesign
! n = 27!
!
! Eingeschlossene
Studien
!
n=7
! !
!
!
Review Qualitative Studien Quantitative Studien
n=1 n=4 n=2
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4. Ergebnisse
In einem ersten Schritt wird eine Übersicht verwendeter Studien für diese Arbeit tabellarisch aufgeführt. Anschliessend wird jede
Studie einzeln inhaltlich beschrieben, wobei nach jeder Beschreibung die Beurteilung der Güte tabellarisch dargestellt wird (Tabelle
7 bis 13). Danach werden die Ergebnisse aus den verwendeten Studien vorgestellt.
Tabelle 6
Übersicht verwendeter Studien
Referenz Ziel Design & Methode Sample & Setting Evidenzlevel
nach DiCenso
et al. (2009)
Brett, Effektive Interventionen für Systematische Review Sample: 19 randomized 4
Staniszewska, Kommunikation mit, Support • Datenbankrecherche in controlled trials (RCT), 16
Newburn, von und Informationsgabe an neun Datenbanken Kohorten oder qualitativ-
Jones und Eltern eines hospitalisierten • Handrecherche in experimental Studien, 37 nicht
Taylor (2011) Frühgeborenen ermitteln Journals Interventionsstudien
Vereinigtes • Suchperiode zwischen
Königreich Januar 1980 bis Oktober Setting: Neonatologische
2006 Abteilungen
! !
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Referenz Ziel Design & Methode Sample & Setting Evidenzlevel
nach DiCenso
et al. (2009)
Guillaume, Erforschen wie eine Bindung Qualitativ-prospektive Sample: 30 Mütter und 30 Väter 6
Michelin, zwischen Eltern und Studie
Amrani, hospitalisierten Frühgeborenen • Semistrukturierte Setting: 3 NICU einer Grossstadt
Benier, entsteht und welche Interviews
Durrmeyer, Interventionen von Eltern als • Diskursive Analyse der
Lescure, ... hilfreich empfunden wurden Daten
und
Ceaymaex
(2013)
Frankreich
Ignell Modé, Erforschen wie Väter erhaltene Qualitativ-deskriptive Sample: 8 Väter 6
Mard, Nygvist Informationen vom Studie
und Blomqvist Versorgungsteam einer NICU • Semistrukturierte Setting: 2 NICU in Schweden
(2014) wahrgenommen haben Interviews
Schweden • Qualitative
Inhaltsanalyse nach
Graneheim & Lundman
(2004, 2008)
Jones, Taylor, Erforschen was Eltern und Qualitativ- Sample: 27 Mütter, 4 Väter, 11 6
Watson, Pflegefachpersonen als phänomenologische Pflegefachfrauen und 1
Fenwick und wirksame Kommunikation in Studie Pflegefachmann
Dordic (2015) der Zusammenarbeit zwischen • Semistrukturierte
Australien Eltern von Frühgeborenen und Interviews Setting: 1 Neonatologie Level II
Pflegefachpersonen • Thematische Analyse (nicht näher spezifiziert) bei den
wahrnehmen nach Braun und Clark Eltern, 1 NICU bei den
(2006) Pflegefachpersonen, beide
Abteilungen in Queensland
!
! !
Valentina De Crosta 15
Referenz Ziel Design & Methode Sample & Evidenzlevel
Setting nach DiCenso
et al. (2009)
Mok und Die Wahrnehmung von Quantitativ-deskriptive Studie Sample: 48 6
Leung (2006) Müttern über die Menge • Erfassung von Level und Wichtigkeit an Mütter
Hong Kong und Wichtigkeit an erhaltenem Support durch das Nurse Parent
erhaltenem Support Support Model Tool (NPST) Setting: 1 NICU
durch • Deskriptive Analyse eines
Pflegefachpersonen Regionalspitals
erfassen
Smith, Steel Erforschen was Eltern Qualitativ-explorative Studie Sample: 20 6
Fischer, Salhi über Erfahrungen auf der • Semistrukturierte Interviews Mütter und 9
& Shen (2012) NICU berichten, welche • Grounded Theory Analyse Väter
USA Copingstrategien sie
entwickelt haben und Setting: 1 NICU
Ansichten über die in einer
Unterstützungsweise von Grossstadt
Pflegefachpersonen
Turan, Effekt von RCT Studie Sample: 6
Basbakkal & stressreduzierenden • Stresslevel bei Interventions- und Kontrollgruppe Interventions-
Özbek (2008) pflegerischen wurde durch das Erfassungsinstrument State Trait gruppe ! 20
Türkei Interventionen auf den anxiety inventory (STAI) als Basiswert gemessen Mütter, 17 Väter,
Stresslevel von Müttern • Messung möglicher Stressoren für Teilnehmer beider Kontrollgruppe
Gruppen am 10. Hospitalisierungstag durch das ! 20 Mütter, 19
und Vätern von
Instrument Parental Stressor Scale: Neonatal Intensiv Väter
Frühgeborenen messen
Care Unit (PSS:NICU)
• Chi-square und t-test für die Auswertung des STAI Setting: 1 NICU
• Mann-Whitney-U Test für die Berechnung der eines
abhängigen und unabhängigen Variablen des Universitäts-
PSS:NICU spitals
Valentina De Crosta 16
4.2 Beschreibung und Beurteilung der verwendeten Studien
Brett et al. (2011) führten eine systematische Review durch, um in einem nächsten
Schritt ein Pflegemodel für Neonatologien im Vereinigten Königreich zu entwickeln.
Für die Literaturrecherche haben Brett et al. (2011) klare Ein- und
Ausschlusskriterien formuliert. Es konnten insgesamt 72 Studien eingeschlossen
werden.
Die Qualität der Studien wurde anhand der Guidlines vom National Health Service
Centre for Reviews and Dissemination gemessen (NHS CRS, 2008, zitiert nach Brett
et al., 2011). Die Beurteilung der Evidenz der einzelnen Studien führten Brett et al.
(2011) anhand des Scottish Intercollegiate Guidelines Assessment (SIGN, 2008,
zitiert nach Brett et al, 2011) durch.
Folgende Themen wurden durch Brett et al (2011) ermittelt: Programm für
individuelle entwicklungs- und verhaltensbezogene Pflege; verhaltensbezogene
Erfassungsinstrumente; Stillen, Känguru-Pflege, Babymassage; Supportforum für
Eltern; Linderung von elterlichem Stress; Eltern auf das Aussehen des
Frühgeborenen vorbereiten; Kommunikation und Information; Austrittsplanung und
Homesupport Programme. Zu jeder Intervention stellen Brett et al. (2011) die
dazugehörigen Studien, deren Ergebnisse und Relevanz kurz vor. Brett et al. (2011)
kommen zum Schluss, dass die positiven Effekte solcher Interventionen die
Hospitalisierungsdauer von Frühgeborenen verkürzen kann.
Tabelle 7
Beurteilung Gütekriterien nach Bartholomeyczik et al. (2008)
Stärken Schwächen
• Quantitative und qualitative Studien • Zu wenig spezifische Fragestellung
eingeschlossen • Teilweise unklar, wo Ergebnisse der
• Klare Einschlusskriterien definiert nicht-Interventionsstudien einfliessen
• Beschreibung verwendeter Studien • In den verwendeten Studien waren
• Umfassende und nachvollziehbare beide Elternteile ungleich verteilt
Qualitätsbeurteilung verwendeter • Ergebnisse sind breit formuliert
Studien
• Ergebnisse sind individuell umsetzbar
Valentina De Crosta 17
Die qualitativ-prospektive Studie von Guillaume et al. (2013) befasst sich mit der
Entstehung der Eltern-Kind Bindung sowie förderlichen und hinderlichen
Interventionen durch Pflegefachpersonen. Durch einen externen Sozialpsychologen
wurden alle Teilnehmenden interviewt. Um Themen zu bilden, wurden die gewonnen
Daten von Guillaume et al. (2013) manuell kodiert. Folgende drei Themen konnten
herausgearbeitet werden: Gefühl einer frühen Bindung; Einfluss von
Pflegefachpersonen in der Interaktion mit dem Kind und der Wahrnehmung der
elterlichen Rolle; Kommunikation.
Guillaume et al. (2013) kommen durch diese Studie zum Schluss, dass die Haltung
von Pflegefachpersonen gegenüber Eltern ausschlaggebend ist, um sie in deren
Rolle zu unterstützen und ihnen ein Gefühl von «gebraucht werden» und
«unersetzbar sein» zu geben. Eine zentrale Aufgabe der Pflege besteht darin, so
Guillaume et al. (2013), Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Wahrnehmungen
von Vätern und Müttern wahrzunehmen und dementsprechend individuelle
Interventionen anzubieten. Ein wichtiges Ziel für die Pflege sollte aus Sicht von
Guillaume et al. (2013) sein, möglichst früh Momente zu schaffen, wo Eltern
körperlichen Kontakt mit dem Kind aufbauen können. Die Forscher unterstreichen,
dass Pflegefachpersonen die Aspekte der Familienzentrierten Pflege kennen
müssen. Sie weisen darauf hin, dass die Haltung der Pflege ausschlaggebend für
eine frühe Bindung zwischen Eltern und Kind ist.
Tabelle 8
Beurteilung Gütekriterien nach Lincoln und Guba (1985)
Stärken Schwächen
Bestätigung • Kein Hinweis auf externe
(Confirmability) Begleitung der Forscher
Zuverlässigkeit • Genaue Beschreibung der
(Dependability) Teilnehmenden (Angabe
demographische Daten)
• Genaue Beschreibung des
Settings
! !
Valentina De Crosta 18
Stärken Schwächen
Glaubwürdigkeit • Datensammlung und • Interviews fanden während
(Credibility) Datenanalyse durch der Hospitalisierung statt.
externe Fachpersonen Dadurch steigt die Gefahr,
dass Eltern gehemmt
waren negative Eindrücke
zu äussern
Übertragbarkeit • Ausführliche Darstellung • Schlussfolgerung und
(Transferability) der Ergebnisse in klinische Implikationen sind
Kategorien und knapp formuliert
Subkategorien
• Zitate sind sinnvoll
aufgeführt
• Ergebnisse sind mit
Literatur belegt
Die qualitativ-deskriptive Studie von Ignell Modé et al. (2014) befasst sich mit der
Wahrnehmung von erhaltenen Informationen aus der Sicht von Vätern
Frühgeborener. Anhand der durchgeführten semistrukturierten Interviews bildeten
Ignell Modé et al. (2014) drei Kategorien: Wahrnehmung der Information;
Wahrnehmung über die Informationsquelle; Umstände, welche die Wahrnehmung
von Informationen beeinflussten. Diese Kategorien wurden mit Subkategorien
differenziert beschrieben, wobei zu jeder Subkategorie Zitate aus den Interviews
aufgeführt wurden.
Die Forscher kommen zum Schluss, dass ein offenes Klima, in dem
Pflegefachpersonen regelmässige und angepasste Informationen an Väter abgeben,
für deren Selbstvertrauen von Vorteil ist. Diverse aufgeführte Literatur stützt diese
Schlussfolgerung. Weiter ist das Wiederholen der abgegebenen Informationen, vor
allem in den ersten Tagen auf der Abteilung, hilfreich. Ignell Modé et al. (2014)
bemängeln die Tatsache, dass viele Teilnehmer unvollständige, unklare oder nicht
angebrachte Informationen durch Pflegefachpersonen erhalten haben. Aus den
Interviewergebnissen wird ersichtlich, dass Väter im Vergleich zu Müttern weniger
Valentina De Crosta 19
gut auf ihre Rolle vorbereitet werden. Pflegefachpersonen sollten, nach Ignell Modé
et al. (2014) daher vermehrt und individuell auf die Bedürfnisse von Vätern eingehen.
Tabelle 9
Beurteilung Gütekriterien nach Lincoln und Guba (1985)
Stärken Schwächen
Bestätigung • Keine Hinweise auf externe
(Confirmability) Begleitung der Forscher
Zuverlässigkeit • Einschlusskriterien für
(Dependability) Väter sind sehr breit
formuliert
• Keine (demographischen)
Angaben zu Teilnehmern
Glaubwürdigkeit • Analyseverfahren ist genau • Forscher arbeiten in den
(Credibility) vorgestellt selben NICUs, wo die
Frühgeborenen der
teilnehmenden Vätern
hospitalisiert waren
Valentina De Crosta 20
Jones et al (2015) erforschten, was Eltern und Pflegefachpersonen als
effektive/wirksame Kommunikation in der Beziehung miteinander auf einer NICU
erleben. Dazu wurde eine qualitativ-deskriptive Studie durchgeführt. Durch ein
semistrukturiertes Interview wurden Eltern befragt, ob sie sich an ein positives und
ein negatives Gespräch mit einer Pflegefachperson erinnern könnten.
Pflegefachpersonen wurden gefragt, was sie als effektive/ineffektive Kommunikation
ansahen und wurden gebeten, Beispiele zu machen. Anhand der gewonnenen Daten
konnten Jones et al. (2015) vier Themen bilden: Informationen teilen/geben; Eltern-
Sein ermöglichen; fördernde interpersonelle Kommunikation; Regeln und
Vorschriften der Abteilung.
Die Forscher konnten aus der Analyse der gewonnenen Daten erkennen, dass Eltern
das Bedürfnis haben Informationen rund um das eigene Kind zu erhalten.
Pflegefachpersonen werden von Eltern als Schlüsselfigur wahrgenommen, um die
eigene Rolle als Elternteil zu entwickeln. Weiter empfinden die Teilnehmenden die
erste Kontaktaufnahme mit dem eigenen Kind als besondere Herausforderung,
weshalb sie die Unterstützung von Pflegefachpersonen benötigen. Diese
Unterstützung zeigt sich dadurch, dass Pflegefachpersonen die herausfordernde
Situation der Eltern erkennen und Stressoren zu minimieren versuchen.
Tabelle 10
Beurteilung Gütekriterien Lincoln und Guba (1985)
Stärken Schwächen
Bestätigung • Keine Hinweise auf externe
(Confirmability) Begleitung der Forscher
Zuverlässigkeit • Einschlusskriterien für • mehr als doppelt so viele
(Dependability) Eltern und Eltern wie
Pflegefachpersonen sind Pflegefachpersonen
formuliert • sechs Mal so viele Mütter
wie Väter
! !
Valentina De Crosta 21
Stärken Schwächen
Glaubwürdigkeit • Datenanalyse klar
(Credibility) beschrieben
• regelmässiger Austausch
zwischen Forschern
während des gesamten
Prozesses
Übertragbarkeit • Ausführliche Beschreibung
(Transferability) der Ergebnisse
• Darstellung der Ergebnisse
in Kategorien
• Zitate sind sinnvoll
eingesetzt
• Ergebnisse sind durch
Literatur belegt
Die quantitativ-deskriptive Studie von Mok und Leung (2006) befasst sich mit der
Wahrnehmung von Müttern über die Menge an erhaltenem Support durch das
Pflegepersonal. Zudem wurde erfasst, wie wichtig ihnen der erhaltene Support war.
Dafür wurde an 46 ausgesuchten Müttern von hospitalisierten Frühgeborenen ein
Fragebogen mit dem NPST (Miles, Carlson und Brunssen, 1999, zitiert nach Mok &
Leung, 2006) verteilt. Das NPST ist ein Instrument zur Messung von interpersonellen
Interaktionen zwischen Pflegefachpersonen und Eltern. Dieses Modell ist in vier
Kategorien aufgeteilt: supportive Kommunikation und Abgabe von Informationen,
emotionaler Support, Selbstvertrauen-Support, Qualität von pflegerischem Support.
Jede Kategorie beinhaltet Unterpunkte, die durch die Teilnehmer bezüglich zwei
Aspekten beurteilt werden müssen: Menge an erhaltenem Support und Wichtigkeit
des erhaltenen Supports. Diese Aspekte müssen durch eine 5-Punkte-Likert-Skala
eingeschätzt werden (wobei 1 „überhaupt kein Support/nicht wichtig“ und 5 „sehr viel
Support/sehr wichtig“ bedeuten). Die Validität des Instruments wurde durch den
Entwickler des Instruments überprüft und als sehr gut empfunden.
Aus den erhaltenen Daten erkannten die Forscher, dass eine Diskrepanz zwischen
Wichtigkeit von erhaltenem Support und tatsächlich erhaltenem Support besteht
Valentina De Crosta 22
(Wichtigkeit Support mean (m) = 4.38 versus erhaltener Support m= 3.84). Der
grösste Unterschied zwischen beiden Aspekten liegt in der Kategorie supportive
Kommunikation/Abgabe von Informationen (Wichtigkeit Support m= 4.47 versus
erhaltener Support m= 3.85).
Mit sechs Müttern wurde zusätzlich ein semistrukturiertes Interview durchgeführt, um
qualitativ zu ermitteln, wie sie den erhaltenen Support erlebt haben.
Die Forscher kommen aufgrund der Ergebnisse zum Schluss, dass sich Mütter mehr
Support wünschen. Dies zeigt sich vor allem in Bezug auf das Erhalten von
Informationen. Aus Sicht der Forscher ist es die Aufgabe von Pflegefachpersonen
aktiv auf Müttern zuzugehen, indem sie ihnen Informationen über das Kind erteilen.
Dies gibt den Müttern das Gefühl die Situation besser unter Kontrolle zu haben.
Zudem können sie dadurch aktiver in die Pflege des eigenen Kindes miteinbezogen
werden.
Tabelle 11
Beurteilung Gütekriterien nach Bartholomeyczik et al. (2008)
Stärken Schwächen
Objektivität • Messung der Werte durch
PSS:NICU
• Das Mess- und
Analyseverfahren ist
nachvollziehbar
dokumentiert
Reliabilität • Ein- und • Unklar wer Teilnehmer
Ausschlusskriterien der rekrutiert hat
Teilnehmer sind formuliert • Eher tiefe Teilnehmerzahl
• Limitationen sind benannt
! !
Valentina De Crosta 23
Stärken Schwächen
Validität • Forschungsdesign • Durchführung eines
passend zum semistrukturierten
Forschungsziel Interviews mit sechs
• Das NPST wurde auf Müttern, wobei über das
kantonesisch übersetzt und methodische Vorgehen und
die Validität als hoch die Datenanalyse
eingeschätzt (Cronbachs ungenügende
alpha 0.83) Informationen geliefert
wurden
• Unklar, welche Schlüsse
aus dem qualitativen Teil
gezogen wurden
• Unklar, wie Erkenntnisse
aus dem qualitativen Teil in
die Studienergebnisse
einfliessen
Durch die qualitativ-explorative Studie von Smith et al. (2012) konnte aufgezeigt
werden, was Eltern über Erfahrungen, die sie auf der NICU gemacht haben,
berichten. Zudem sind wertvolle Erkenntnisse über Copingstrategien der Eltern und
unterstützende Massnahmen durch Pflegefachpersonen gemacht worden. Die
Daten, die durch semistrukturierte Interviews gewonnenen wurden, wurden in einem
Kodierungsprozess analysiert. Fünf Themen wurden identifiziert: Teilnahme an
Pflege und Betreuung des Kindes; Zeit ausserhalb der NICU verbringen;
Informationen von Pflegefachpersonen erhalten; Freunde und Familie
miteinbeziehen; Austausch mit anderen Eltern auf der NICU. Zu jedem Thema sind
Vorteile und Herausforderungen für die Eltern sowie Unterstützungsmöglichkeiten
durch Pflegefachpersonen beschrieben.
Smith et al. (2012) kommen zum Schluss, dass die Partizipation der Eltern bei der
Versorgung des Kindes äusserst wichtig ist, weil ihre Rolle als Mutter oder Vater
dadurch entwickelt und ausgelebt werden kann. Instruktionen durch
Pflegefachpersonen und die Begleitung während der Versorgung des Kindes fördern
Valentina De Crosta 24
diese Entwicklung. Smith et al. (2012) zeigen, dass das Erhalten von Informationen
für Eltern wichtig ist, um Entscheidungen treffen und mit Sorgen besser umgehen zu
können.
Eine wichtige Aufgabe von Pflegefachpersonen ist es die Eltern in die Pflege des
Kindes zu involvieren. Weiter ist gemäss Smith et al. (2012) wichtig, den Eltern
fortlaufende Informationen über das Kind zu geben und ihnen zu helfen, mit diesen
Informationen umgehen zu können.
Tabelle 12
Beurteilung Gütekriterien Lincoln und Guba (1985)
Stärken Schwächen
Bestätigung • Keine Hinweise auf externe
(Confirmability) Begleitung der Forscher
Zuverlässigkeit • Ausführliche Beschreibung • mehr als doppelt so viele
(Dependability) der Teilnehmer Mütter wie Väter
(demographische
Angaben)
Glaubwürdigkeit • Ausführliche Beschreibung
(Credibility) des Forschungsprozesses
• Entwicklung des
Interviewguides anhand
von
Fokusgruppeninterviews
• Durchführung der
Interviews durch die
gleiche Person
• Regelmässiger Austausch
und gegenseitige
Überprüfung der Forscher
während des
Analyseprozesses.
! !
Valentina De Crosta 25
Stärken Schwächen
Übertragbarkeit • ausführliche Beschreibung • Untersuchung fand in einer
(Transferability) der Ergebnisse einzigen NICU statt
• Darstellung der Ergebnisse
in fünf Kategorien und je
drei Subkategorien
• passende Zitate zu jeder
Kategorie
• konkrete Vorschläge für die
Pflegepraxis
Die randomisiert kontrollierte Interventionsstudie von Turan et al. (2008) wurde mit
dem Ziel durchgeführt, den Effekt von stressreduzierenden pflegerischen
Interventionen auf den Stresslevel von Eltern zu ermitteln.
Alle Teilnehmenden mussten einschätzen, wie hoch ihr Level an Angst und Sorge
war und deren Eigenschaften beurteilen. Dies wurde mit dem STAI (Spielberger,
Gorsuch & Lushene, 1997, zitiert in Turan et al., 2008) erfasst. Die Kontrollgruppe
erhielt die übliche Betreuung von Pflegefachpersonen. Die Interventionsgruppe
erhielt ein 30-minütiges Informationsgespräch. Darin wurde die Abteilung gezeigt,
das Personal vorgestellt, technische Geräte erklärt und über den Zustand des Kindes
gesprochen. Eltern konnten über eigene Eindrücke und Gefühle sprechen. Ihnen
wurde aufgezeigt wie wichtig es ist jederzeit Fragen zu stellen, das Kind häufig zu
besuchen und die Pflege und Betreuung des Kindes unter Anleitung der
Pflegefachperson selber zu übernehmen. Bei Bedarf konnten Eltern Unklarheiten
klären. Zusätzlich erhielten sie eine Informationsbroschüre.
Am zehnten Hospitalisierungstag wurden alle Teilnehmer gebeten das PSS:NICU
(Miles, Funk & Carlson, 1993, zitiert in Turan et al, 2008) auszufüllen. Das Instrument
wurde entwickelt, um Situationen, die auf einer NICU Stress verursachen können, zu
messen.
Bei beiden Gruppen ist ein moderater Level an Stress mittels STAI gemessen
worden. Turan et al. (2008) zeigen, dass die Mittelwerte des PSS:NICU ein
statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Kontroll- und der
Interventionsgruppe der Mütter aufweisen (p<0.05, m Kontrollgruppe: 3.37, m
Valentina De Crosta 26
Interventionsgruppe: 3.14). Bei der Auswertung des PSS:NICU der Väter kann über
alle Kategorien kein statistisch signifikanter Unterschied festgestellt werden. Jedoch
ist ersichtlich, dass Väter im Allgemeinen einen höheren Stresslevel haben als
Mütter. Die Forscher erklären sich diese Tatsache mit der grösseren
Verantwortungsübernahme der Väter in den ersten Tagen nach der Geburt des
Kindes, da die Mütter häufig noch nicht dazu in der Lage waren.
Turan et al. (2008) können bestätigen, dass die durchgeführten Interventionen auf
Eltern grundsätzlich stressreduzierend wirken.
Die Forscher weisen darauf hin wie wichtig familienzentrierte Pflege ist. Weiter
betonen sie, dass die Aufgaben der professionellen Pflege darin bestehen Eltern
beim ersten Besuch des Kindes zu begleiten und ihnen individuelle und klar
formulierte Informationen zur Umgebung und den Geräten zu geben. Zusätzlich sind
gemäss Turan et al. (2008) kontinuierliche Informationen des Pflegepersonals über
den Zustand des Kindes unerlässlich, wobei von Pflegefachpersonen immer ein
offenes Ohr für Rückfragen seitens der Eltern notwendig ist.
Tabelle 13
Beurteilung Gütekriterien nach Bartholomeyczik et al. (2008)
Stärken Schwächen
Objektivität • Standardisiertes Vorgehen
• Messung der Werte durch
STAI und PSS:NICU
• Das Mess- und
Analyseverfahren ist
nachvollziehbar
dokumentiert
Reliabilität • demographische Daten zu • Keine Angaben zu
allen Teilnehmenden sind Limitationen der Studie
angegeben
• Interventions- und
Kontrollgruppe unterscheiden
sich statistisch nicht
voneinander
!
Valentina De Crosta 27
Stärken Schwächen
Validität • PSS:NICU wurde auf • keine Angaben zur Validität
türkisch übersetzt, Validität des STAI
war gut bis sehr gut • Studiendesign ethisch
unpassend, Forscher
konnten bereits anhand
von vorgängigen Studien
belegen, dass die
geplanten Interventionen
für die Interventionsgruppe
wirksam in der
Stressreduktion von Eltern
sind. Fragwürdig, weshalb
trotz diesem Wissen ein
RCT durchgeführt wurde
• Randomisierung der
Teilnehmer nicht
nachvollziehbar
• Ethische Erlaubnis für die
Durchführung erfolgte nur
vom Direktor des
Universitätsspitals
Valentina De Crosta 28
4.3 Vorstellung der Ergebnisse
Pflegerische Interventionen wurden aus den verwendeten Studien extrahiert und
sieben Kategorien zugeordnet (Abbildung 3). Zu jeder Kategorie wird anschliessend
eingegangen.
Pflegefachperson-
Eltern Beziehung
stärken
Informations-
Rolle als Elternteil vermittlung
stärken
gewährleisten
Valentina De Crosta 29
fest, dass Väter entlastet werden, weil diese ansonsten der Mutter einen Grossteil
der Informationen über das Kind alleine überbringen müssten.
Auch der erste Besuch beider Elternteile auf der neonatologischen Abteilung sollte
laut Guillaume et al. (2013) und Turan et al. (2008) durch die für das Frühgeborene
zuständige Pflegefachperson begleitet werden. So empfinden Eltern die Umgebung,
in der sich das eigene Kind befindet, als weniger bedrohlich, sie fühlen sich sicherer
(Guillaume et al., 2013).
Förderlich für die Beziehung zwischen Pflegefachpersonen und Eltern ist es, wenn
Eltern sehen, dass die Pflegefachperson über Fachwissen verfügt, ein sicheres und
kompetentes Auftreten hat und mit dem Zustand des Frühgeborenen zurecht kommt
(Smith et al., 2012; Mok & Leung, 2006). Ein liebevoller und fürsorglicher Umgang
der Pflegefachpersonen mit dem Frühgeborenen fördert das Sicherheitsgefühl der
Eltern (Guillaume et al., 2013). Weiter konnten Guillaume et al. (2013) aufzeigen,
dass die Selbstsicherheit der Mutter von der Beziehung zu Pflegefachpersonen
abhängt.
Ungeachtet der oben erwähnten Wichtigkeit von Informationen rundum das eigene
Kind: Wenn die Pflegefachpersonen präsent und auch für ein ungezwungenes
Plaudern zu haben sind, wirkt sich das positiv auf die Beziehung zwischen
Pflegefachpersonen und Eltern aus (Guillaume et al., 2013; Brett et al., 2011).
Valentina De Crosta 32
4.3.4 Emotionaler Support anbieten
In mehreren Studien beschreiben Eltern wie wichtig es für sie ist, sich von
Pflegefachpersonen verstanden zu fühlen. Das Gefühl, einen empathischen
Zuhörenden vor sich zu haben, hilft Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die der
Pflegefachpersonen aufzubauen. In schwierigen Momenten aufmunternde Worte zu
hören und sich in den eigenen Entscheidungen bestärkt/bestätigt zu fühlen hilft
ebenfalls. (Jones et al., 2015; Mok & Leung, 2006)
Brett et al. (2011) konnten aufzeigen, wie wichtig regelmässige Treffen zwischen
Eltern hospitalisierter Frühgeborener und Eltern ehemalig hospitalisierter
Frühgeborener sind. Dadurch haben Eltern eine Gelegenheit ihre Ängste
anzusprechen und damit abzubauen. Der regelmässige Austausch unter Eltern
hospitalisierter Frühgeborener fördert den Informationsaustausch und die elterliche
Kompetenz.
Valentina De Crosta 33
4.3.6 Integration der Eltern in die Betreuung und Pflege gewährleisten
Turan et al. (2008) konnten zeigen, dass das Bedürfnis der Eltern, in die Pflege des
eigenen Kindes involviert zu werden, stark ist. Indem Pflegefachpersonen aufzeigen,
wie sich Frühgeborene entwickeln und wie man sie berührt und pflegt (Turan et al.,
2008), können Eltern mehr Selbstvertrauen aufbauen und elterliche Kompetenzen
entwickeln (Smith et al., 2012). Laut Jones et al. (2015) haben Pflegefachpersonen
den Auftrag Eltern bei der Pflege des eigenen Kindes zu assistieren, bis sich diese
sicher genug fühlen.
5. Diskussion
In vorliegender Arbeit soll geklärt werden, welche pflegerische Interventionen in der
Literatur beschrieben werden, die Eltern eines hospitalisierten Frühgeborenen auf
einer IMC unterstützen, mit den von ihnen erlebten Herausforderungen umzugehen.
In diesem Kapitel wird diskutiert, inwiefern die ermittelten pflegerischen
Interventionen den Bedürfnissen von Eltern Frühgeborener gerecht werden und ob
die Fragestellung beantwortet werden kann. Anschliessend werden Empfehlungen
für die Praxis formuliert.
Valentina De Crosta 34
5.1 Gesamtwürdigung der verwendeten Studien
Als Ergebnis der durchgeführten Literaturrecherche konnten sieben Studien in diese
Arbeit eingeschlossen werden. Eine Literaturreview ermittelte effektive Interventionen
in der Begleitung von Eltern eines Frühgeborenen (Brett et al., 2011), während vier
qualitative Studien erforschten, welche pflegerischen Interventionen für Eltern
unterstützend wirkten und für den Bindungsaufbau zum Kind, den Informationsfluss
und die Kommunikation förderlich waren (Guillaume et al, 2013; Ignell Modé et al.,
2014; Jones et al., 2015; Smith et al., 2012). Eine quantitative Studie ermittelte,
welche Art von pflegerischen Interventionen Mütter eines Frühgeborenen erhielten
und wie wichtig ihnen diese Interventionen waren (Mok & Leung, 2006). Eine weitere
quantitative Studie erforschte den Effekt von stressreduzierenden pflegerischen
Interventionen auf den Stresslevel von Eltern Frühgeborener (Turan et al., 2008).
Das definierte Setting in der Forschungsfrage dieser Arbeit ist eine IMC. In allen
Studien, ausser jener von Jones et al. (2015), waren alle Frühgeborenen auf NICU’s
hospitalisiert. Die Anforderungen beider Abteilungen weisen Unterschiede auf (siehe
Kapitel 2.3), wobei verglichen mit anderen neonatologischen Abteilungen die
Begleitung von Eltern Frühgeborener sehr ähnlich ist. Diese Tatsache ist der
Verfasserin vorliegender Arbeit bewusst wurde jedoch zugelassen, weil das
Ausschliessen von NICU’s in der Literaturrecherche einen erheblichen Verlust an
Daten bedeutet hätte.
Die inkludierten Studien sind aufgrund ihrer Heterogenität schwer zu vergleichen.
Allgemein kann gesagt werden, dass die Forschungsdesigns geeignet waren, um die
jeweiligen Forschungsfragen zu beantworten. Lediglich bei der Studie von Turan et
al. (2008) ist unklar, weshalb ein RCT durchgeführt wurde. Die Forscher wussten
bereits vor der Durchführung der Studie, dass die pflegerischen Interventionen, die
sie bei der Interventionsgruppe testen würden stressreduzierend wirken. Trotzdem
wurden diese Interventionen der Kontrollgruppe verwehrt. Zudem ist die
Randomisierung der Teilnehmenden nicht nachvollziehbar.
Der Forschungsprozess ist in allen Studien nachvollziehbar beschrieben, wobei in
der quantitativen Studie von Mok und Leung (2006) auch qualitative Daten
gesammelt wurden, deren Datenanalyse und Einfluss auf die Ergebnisse der Studie
jedoch ungenügend beschrieben wurden.
Valentina De Crosta 35
Die Ergebnisse aller inkludierten Studien sind grundsätzlich sehr ausführlich
vorgestellt und diskutiert worden und weisen klare Gemeinsamkeiten auf.
Valentina De Crosta 40
6. Schlussfolgerung
Die Ergebnisse vorliegender Arbeit zeigen, dass Pflegefachpersonen auf einer IMC
sich in einer anspruchsvollen Situation befinden. Sie bewegen sich zwischen der
empathischen Begleitung von Eltern und der fachlich anspruchsvollen Versorgung
von Frühgeborenen. Eine individuelle und familienzentrierte Begleitung kann durch
die Bezugspflege ermöglicht werden. Das Calgary Familien-Assessment-Modell und
das Calgary Familien-Interventions-Modell (Wright & Leahey, 2014) sind geeignete
Instrumente, um in einem Gespräch Bedürfnisse von Eltern zu ermitteln und
individuelle Interventionen zu planen. Weiter sind vertiefte Kompetenzen in der
Gesprächsführung mit Eltern notwendig, die durch regelmässige Weiterbildungen
erweitert und verfeinert werden können. Pflegespezifische Fallbesprechungen helfen
die Haltung von Pflegefachpersonen gegenüber Eltern Frühgeborener und deren
Begleitung zu reflektieren.
Valentina De Crosta 41
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Valentina De Crosta 45
Abbildungsverzeichnung
Abbildung 1. Kategorisierung Erlebnisse und Bedürfnisse .......................................... 6
Abbildung 2. Übersicht Literaturrecherche................................................................. 13
Abbildung 3. Kategorisierung pflegerische Interventionen......................................... 29
!
Valentina De Crosta 46
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Einteilung Frühgeborener nach Geburtsgewicht ......................................... 4
Tabelle 2: Einteilung neonatologische Abteilungen in der Schweiz ............................. 5
Tabelle 3: verwendete Schlagwörter zur Literaturrecherche. ...................................... 9
Tabelle 4: Ein- und Ausschlusskriterien ..................................................................... 10
Tabelle 5: Numerische Zuordnung der Ebenen der 6S-Evidenzpyramide von
DiCenso et al. (2009) ................................................................................ 12
Tabelle 6 : Übersicht verwendeter Studien ................................................................ 14
Tabelle 7: Beurtreilung Gütekriterien nach Bartholomeyczik et al. (2008) ................. 17
Tabelle 8: Beurteilung Gütekriterien nach Lincoln und Guba (1985) ......................... 18
Tabelle 9: Beurteilung Gütekriterien nach Lincoln und Guba (1985) ......................... 20
Tabelle 10: Beurteilung Gütekriterien Lincoln und Guba (1985) ................................ 21
Tabelle 11: Beurteilung Gütekriterien nach Bartholomeyczik et al. (2008) ................ 23
Tabelle 12: Beurteilung Gütekriterien Lincoln und Guba (1985) ................................ 25
Tabelle 13: Beurteilung Gütekriterien nach Bartholomeyczik et al. (2008) ................ 27
Valentina De Crosta 47
Wortzahl
Abstract: 199 Wörter
Arbeit 7345 Wörter (exklusive Abstract, Literaturverzeichnis,
Quellenverzeichnis, Abbildungen, Tabellen, Danksagung,
Eigenständigkeitserklärung und Anhänge)
Valentina De Crosta 48
Danksagung
Ich möchte mich hiermit ganz herzlich bei Frau Barbara Preusse-Bleuler für die
kompetente und aufschlussreiche Beratung während der Erstellung vorliegender
Arbeit bedanken. Mein Dank geht auch an Sina Galliker und Linda Steiner für das
Lektorat.
Valentina De Crosta 49
Eigenständigkeitserklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig, ohne Mithilfe Dritter
und unter Benutzung der angegebenen Quellen verfasst habe.
Valentina De Crosta
Valentina De Crosta 50
Anhänge
Anhang A: Protokolle Datenbankrecherche
Valentina De Crosta 51
16 1 AND 4 46 8 3 Fegran_Fagermoen_Helseth_2008,
AND 6 Smith_Steel_Salhi_Shen_2012,
Jones_Taylor_Watson_Fenwick_Dordi
c_2015
17 1 AND 4 76 7 1 Goldstein_2013
AND 7
18 1 AND 5 53 6 2 Tran_Medhurst_O'Connel_2009;
AND 6 Wielenga_Smit_Unk_2006 +2 (bereits
gefunden)
Smith_Steel_Salhi_Shen_2012,
Turan_et al_2008
19 1 AND 5 75 14 5 Geetanjli_et al_2012,
AND 7 Weiss_Goldlust_Vaucher_2012,
Hopwood_2010, Kowalski_et al_2006,
Blanche_et al_2009, +4 (bereits
gefunden) Tran_2009, Fegran_et
al_2008, Turan_et al_2008, Smith_et
al_2012
20 1 AND 5 9 3 1 (bereits gefunden) Turan_et al_2008
AND 11
21 1 AND 5 27 4 4 (bereits gefunden) Tran, Turan, Smith,
AND 8 Blanche
Valentina De Crosta 52
9 Infant, 226 0
Premature AND
Parents AND
Support
10 Infant, 0
Premature AND
Parents AND
Nursing
interventions
!
Valentina De Crosta 54
Stacey_Osborn_Salko
vskis_2015
10 1 and 3 and 6 0
11 1 and 4 and 5 87 4 0
12 1 and 4 and 7 94 5 2: Whittingham_Boyd_Sa
nders_Colditz_2013,
Tooten_et al_2013
13 1 and 4 and 6 and 7 9 2 2: O'Brien_Leahy_2013,
Mok_et al_2006
14 1 and 2 and 7 20 2 0
!
Valentina De Crosta 55
14 1 AND 2 56 6 4 Siewert_Cline_Segre_2015,
AND 9 Holditch-Davis_et al_2014,
Segre_et al_2013,
Benzies_et al_2013 +1
Turan 2008
Valentina De Crosta 57
Anhang B: Zusammenfassung der Studie
Brett, J., Staniszewska, S., Newburn, M., Jones, N. & Taylor, L. (2011). A systematic mapping review of effective interventions for communicating with,
supporting and providing information to parents of preterm infants. BMJ Open, 17. doi:10.1136/bmjopen-2010-000023
Einleitung
Forschungsfrage
Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und
Stichprobe
Hintergrund/Konzept/Prob Design: systematic mapping review Zentrale Ergebnisse/Resultate: Schlussfolgerungen und
lem: Interventionen zum Support von Eltern beinhalteten: klinische Implikationen:
Es ist erwiesen, dass die Datenbanken: Medline, Embrase, PsychINFO, (1) Programm für individuelle Entwicklung- und Verhaltensbezogene Pflege (z.B. Durch die positiven Effekte
Geburt eines FG eine Cochrane library, Index von Allied Health Creating Opportunities for Parent Empowerment (COPE), Neonatal solcher Interventionen konnten
intensive und stressvolle Literature, Midwives Information and Resource Individualised Developmental Care and Assessment Programme (NIDCAP), einige Studien, dass die
Zeit für Eltern/Familien ist. Service, Health Management Information Mother-Infant Transactin Programme (MITP)). Aufenthaltsdauer kürzer und
Zudem haben diese Consortium und Health Management and (2) Verhaltensbezogene Erfassungsinstrumente (auf FG bezogen) die Gefahr einer
Mütter eine höhere Information Service (3) Stillen, Känguru-Pflege, Babymassage-Programme Rehospitalisierung niedriger
Wahrscheinlichkeit an (4) Support-Forum für Eltern war.
einer postnatalen Literatur: Handrecherche in Journals ab 1980 (5) Linderung von elterlichem Stress
Depression zu erkranken in Neonatal Network Journal, Journal of (6) Eltern auf das erste Sehen des FG vorbereiten Limitationen:
als Mütter eines gesunden Neonatal Nursing, Journal of Obstetric, (7) Kommunikation und Information Die Reviews verwendete RCT’s
NG. Väter von FG Gynecologic and Neonatal Nursing. (8) Austrittsplanung und qualitative Studien. Im
berichten, sich häufig (9) Home-support Programme Ergebnisteil wurden diese zwar
isoliert zu fühlen, weil die Eine Updaterecherche fand im Oktober 2009 klar deklariert, die Gefahr von
Sorge primär dem FG und statt. (1) 14 Studien (9 davon waren RCT’s) zeigten (auch eingeschlossene qualitative Bias steigt dadurch jedoch.
der Mutter gilt. Zudem Studien), dass das Miteinbeziehen von Eltern durch ein Programm für Die meisten Studien sind aus
verursacht der Gedanke Suchbegriffe: Unterschiedliche MeSH terms individuelle entwicklung- und verhaltensbezogene Pflege signifikant den USA, was eine
das eigene, jetzt fragil und Freitext (keine nähere Spezifikation mütterlichen Stress reduziert. Von diesen Studien ergaben ein paar, dass Übertragung auf das vereinigte
aussehende Kind eines angegeben) kein Unterschied bzgl. Stresslevel zu messen war (ob mit oder ohne einem Königreich schwierig macht.
Tages nach Hause zu solchen Instrument). Auch bzgl. Schulung, Interaktion mit FG und eigene Obwohl die Interventionen für
nehmen, zusätzlichen Suchperiode: Januar 1980 bis Oktober 2006 Elternrolle ergab ein RCT kein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe. beide Elternteile erforscht
Stress. Andere Studien (v.a. qualitative) gaben an, einen Unterschied im Stresslevel wurden, waren nicht beide
Einschlusskriterien Studien: zu machen. Geschlechter gleich
Forschungsfrage/Hypothe - Outcomes durch Eltern von FG ≤ 36 SSW. (2) 3 cross-sectional Studien zeigten, dass das Erfassen und Interpretieren vom repräsentiert. Auch Gruppen
se/Zweck: Verhalten des eigenen FG durch Mütter die Mutter-Kind-Bindung förderte wie ethnische Minderheiten,
- Outcomes, die durch Eltern rapportiert
Effektive Interventionen und mütterliche Angst zu reduzieren vermag. Individuen mit niedrigerem
wurden (also keine Outcomes über betroffene
für Kommunikation mit, (3) Stillen: 3 cross-sectional Studien zeigten, dass Eltern, die bzgl. Stillen Einkommen oder junge Eltern
Eltern, die durch Fachpersonen mitgeteilt
Support von und unterstütz wurden auch noch 1 Monat nach Austritt am wahrscheinlichsten waren weniger stark
wurden) über Interventionen bzgl.
Informationsgabe an stillten. Praktische Hilfestellungen, Informationsabgaben und Infomaterial repräsentiert.
Informationsabgabe auf einer
Eltern eines förderten das Selbstvertrauen der Mütter bzgl. dem Stillen. Känguru-Pflege: 6
neonatologischen Abteilung und nach Austritt.
hospitalisierten Studien (2 davon RCTs) zeigten, dass die Känguru-Pflege mütterliche Angst Zukünftige Forschung: Eine
- Outcomes von Eltern über Interventionen
Frühgeborenen ermitteln. signifikant reduzierte. Zudem förderte es das Gefühl von mehr Kompetenz weitere Forschung mit dem
bzgl. Kommunikation mit Fachpersonen auf
(der Mutter) gegenüber dem eigenen Kind und mehr Einfühlungsvermögen gleichen Ziel sollte in dem
einer Neonatologie und nach Austritt.
zum FG. Eine cohort-study zeigte eine bessere Mutter-Kind-Beziehung und Vereinigtem Königreich
- Outcomes von Eltern über Interventionen
Argumente eine bessere Wahrnehmung bzgl. der Bedürfnisse des Kindes. Massage: durchgeführt werden, wobei die
bzgl. Erhaltenem Support auf einer
Forschungsbedarf: Diese zwei Studien zeigten, dass Eltern, die nach 3 Monaten ihr Kind noch unterrepräsentierten Gruppen
Neonatologie oder nach Austritt.
Valentina De Crosta 58
Review ist durchgeführt - Studiendesign: RCT’s, quasi-experimentell, massierten eine tiefere Bindung verspürten. mehr gewichtet werden sollen.
worden, um in einem cohort, case-control, cross-sectional, case (4) 9 Studien zeigten die Vorteile an der Teilnahme von Support-
nächsten Schritt ein series, case reports, qualitativ: Gruppen/Treffen (egal ob durch Fachpersonen oder Eltern organisiert).
Pflegemodel für - überstanden ein Minimum an Qualitative Studien zeigten, dass professionell geführte Support-Treffen
Neonatologien entwickeln Qualitätskriterien hilfreich waren. Eltern fühlten sich unterstützt, sie konnten praktische
zu können (POPPY). - publiziert zwischen Jan 1980 und Okt 2009 Informationen erhalten (z.B. darüber, wie sie mit dem eigenen Kind besser in
- in englischer Sprache Kontakt treten können), fühlten sich weniger ängstlich, konnten einfacher mit
Fachpersonen sprechen und wurde als Chance gesehen elterliche
Ausschlusskriterien Studien: Kompetenzen zu erweitern. Qualitative Studien zeigten auch, dass von Eltern
- Outcomes von Eltern mit einem kranken (die mit FG früher hospitalisiert waren) organisierte Support-Treffen ebenfalls
Neugeborenen wichtig waren. Eltern fühlten sich unterstützt, erhielten Informationen und
- Outcomes, die durch Fachpersonen emotionalen Support. Zudem hatten sie mehr Raum, um Sorgen und
kommuniziert wurden Probleme anzusprechen und sie fühlten sich von der Erfahrung anderer
- Editorials oder Stellungnahmen Eltern getröstet.
- stark fehlerhafte Studien (5) 7 Studien (davon 4 RCTs) zeigten, dass Informationen (z.B. Videos) über
- Studien in nicht englischer Sprache Strategien zur Stresslinderung signifikant zur Stressreduktion führten.
- Publikation vor Jan 1980 (6) Ein RCT zeigte, dass Eltern, die vor dem Besuch ein Foto vom eigenen Kind
erhielten, sich auf die Situation einstellen konnten und vereinfacht eine
Eingeschlossene Studien: Bindung mit dem Kind aufbauen konnten. Eine qualitative Studie zeigte wie
19 RCT’s, 16 Cohort oder quasi-experimental wichtig es ist, dass risikoschwangere Eltern die neonatologische Abteilung
Studien, 37 nicht-Interventionsstudien, n= 72. vorgängig sehen können. Dies kann zu einer Angstreduktion führen und den
Die qualitativen Studien ergaben eine zu hohe Eltern zeigen, wer zum Kind schauen wird. Andererseits äusserten ein paar
Anzahl an Interventionen, was keine Meta- Eltern, dass diese Situation auch mehr Angst machen kann, vor allem dann,
Analyse ermöglichte, wurden aber trotzdem wenn keine Pflegefachperson die Eltern betreut.
miteingeschlossen. (7) Ein RCT belegte, dass eine Tonaufnahme von einem Arztgespräch für viele
Eltern gut war, um Informationen besser abspeichern zu können (bei Bedarf
Ethik: Die South East Ethics Research Unit konnte die Tonaufnahme zu Hause erneut abgespielt werden). Eine cohort
gab die Erlaubnis zur Durchführung dieser Studie zeigte, dass ein regelmässiger Austausch zwischen Eltern und
Review. Pflegefachpersonen positiv war bzgl. der gemeinsamen
Entscheidungsfindung. Eine weitere cohort Studie zeigte, dass Eltern durch
Analyseverfahren: die Möglichkeit eines Videochatts einen besseren Kontakt zur Neonatologie
Die Qualität der Studien wurde anhand der hatten. Qualitative Studien zeigten, dass Pflegefachfrauen, die Fragen stellen
Guidlines vom NHS Centre for Reviews and und Eltern motivieren Fragen zu stellen einen positiven Einfluss hatten.
Dissemination gemessen. Zudem war die Fürsorge der Pflege gegenüber Eltern und das ebenbürtige
Zwei Forscher bearbeiteten unabhängig Kommunizieren förderlich. Ein ungezwungenes Plaudern war ebenfalls für
voneinander 20% der gefundenen Studien und viele Eltern wichtig. Ineffektive Kommunikation fand dann statt, wenn keine
diskutierten diese gemeinsam durch. Bei Fragen erlaubt waren und wenn Pflegende nicht kontrollierten, ob die Eltern
Unstimmigkeiten wurde ein dritter Forscher alles verstanden hatten oder bei unregelmässigen/unstimmigen
hinzugeholt. Da die beiden Forscher häufig Informationen. Eine cross-sectional Studie konnte zeigen, dass das
gleicher Meinung waren wurden die restlichen Anwenden eines Webprogramms (BabyLink) für Eltern hilfreich war, um
Studien von einem einzelnen Forscher Informationen zu erhalten und vereinfachte die Kommunikation über
angeschaut und von einem zweiten Forscher schwierige Themen/Situationen. 3 qualitative Studien zeigten, dass ein
überprüft. Informationsbüchlein das Selbstwertgefühl der Eltern, sowie dessen
Die Evidenz der einzelnen Studien wurde Pflegekompetenzen steigerte. Die Eltern konnten dort weitere Notizen
anhand des Scottish Intercollegiate Guidelines eintragen und Fortschritte festhalten.
Assessment durchgeführt. (8) Nicht relevant
(9) Nicht relevant
Valentina De Crosta 59
Guillaume, S., Michelin, N., Amrani, E., Benier, B., Durrmeyer, X., Lescure, S., ... Caeymaex, L. (2013). Parent’s expectations of staff in the early bonding process with their
premature babies in the intensive care setting: a qualitative multicenter study with 60 parents. BMC Pediatrics, 13:18. doi:10.1186/1471-2431-13-18
Einleitung
Forschungsfrage
Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und
Stichprobe
Hintergrund/Konzept/Pr Design: in-depth qualitative Resultate: 68 Elternteil wurde kontaktiert, 60 machten schlussendlich mit (16 Interpretation der Ergebnisse:
oblem: prospective multicenter study. Paare und 14 Elternteile ohne Partner.) Die vorliegende Studien kommt zum Schluss,
Eltern erleben eine Qualitative Methode erlaubt die Sicht dass die Ansichten der Pflegefachpersonen
besonders schwierige der Eltern kennenzulernen Tabelle 1 zeigt die Demographischen Daten (Eltern: Alter mit M und SD, ausschlaggebend sind, um die Eltern in deren
Zeit. Sie können Stress, Berufsgruppe, Zivilstand, Geburtsort der Eltern, Menge an Paare mit früheren Rolle zu unterstützen und ihnen ein Gefühl von
Depressionen und Teilnehmer: Einschlusskriterien ! FG, Anzahl Paare mit künstlicher Befruchtung, Kaiserschnitt ja/nein. FG: „gebraucht werden“ und unersetzbar zu sein, zu
posttraumatischen Französisch sprechen können, FG < Geschlecht, Zwilling/Mehrling?, Hirnblutung?, Beatmung?, Beatmungsform?, geben. Diese Aspekte findet man in der
Stress erleben. Eltern 32. SSW, war zum Zeitpunkt der Sepsis?, NEC?, PDA Verschluss?, Transfusion?) Familienzentrierten Pflege wieder.
sind zudem von der Erhebung 15-30 Tage alt, ohne Väter nehmen vor allem anfangs anders Kontakt
Pflege abhängig, die gravierenden Diagnosen oder akute Thema 1: Gefühlt einer frühen Bindung auf als Mütter. Sie brauchen viele v.a.
NICU Umgebung ist klinische Verschlechterungen. Mütter beschrieben 3 Dinge, die halfen eine Bindung mit dem Kind zu spüren: technische Informationen (über Geräte und
ihnen fremd und die Forscher definierten die Körperkontakt, ein grösseres (Fach)-wissen, ein Gegenstand/Tuch mit dem Behandlung) und weniger Körperkontakt.
Prognose des Kindes ist Samplegrösse auf 30 Müttern und Geruch der Mutter dort lassen. Mütter waren vor allem Anfangs (emotional) sehr
meist ungewiss. 30 Vätern (10 pro Geschlecht und Die meisten Väter sagten spontan, dass sie damit einverstanden waren das abhängig von dem Pflegepersonal. Vom
NICU Interventionen, Spital). FG zu tragen, obwohl sie Interaktionen ohne Körperkontakt (z.B. nur Pflegeperson und dessen Beziehung hing es ab,
die mütterlichen Stress anschauen oder mit ihm sprechen) bevorzugt hätten. wie die Mütter mit dem eigenen
und Depression lindern, Setting: 3 tertiär Zentren in der Die meisten Väter sagten, dass sie Körperkontakt zum Kind hatten, um auch Selbstbewusstsein umgehen konnten.
Interaktionen zwischen Region von Paris. Alle 3 waren 24h die Frau psychologisch zu unterstützen. Es konnte kein demographischer Unterschied
Mutter und Kind fördern für Eltern zugänglich und Viele Väter empfanden das Stillen als sehr wichtig, Mütter zwar auch, doch ermittelt werden.
sind zentrale Aspekte ermöglichten den Eltern telefonisch sahen diese auch die vielen Probleme wie Abpumpen etc.
der Pflege eines FG. in Kontakt zu bleiben. Grundsätzlich Beantwortung der Forschungsfrage:
Unterschiedliche durften nur die Eltern zu Besuch Thema 2: Einfluss von Pflegefachpersonen in der Interaktion und der Väter und Mütter beschrieben die Interaktionen
Studienergebnisse kommen. Zu regelmässigen Wahrnehmung der elterlichen Rolle mit dem eigenen Kind als wichtig, um eine
belegen, dass solche Abständen wurden Gespräche mit Die meisten Eltern äusserten von der Pflegefachperson abhängig zu sein Bindung aufbauen zu können.
Interventionen wirksam dem Arzt organisiert (um über die (weil diese das eigene Kind pflegt). Väter interagierten auf eine andere Weise wie
sind und das elterliche Situation zu sprechen). Eine fürsorgliche/liebevolle Haltung gegenüber das Kind gab Vätern und Mütter und hatten auch andere Erwartungen
und kindliche Müttern ein besseres Gefühl, sie empfanden die NICU als weniger gegenüber das Team.
Wohlbefinden fördern. Messinstrument/Datenerhebung: bedrohlich. Beide Elternteile empfanden das
semi-direktive (also strukturierte) Die Möglichkeit als Elternteil mit dem Kind in Kontakt treten zu können hängte Kommunizieren mit dem Team vor der Geburt
Forschungsfrage/Hypot Interviews wurden von einem davon ab, wie sich die Pflegefachperson verhielt. und sowie während dem Aufenthalt als wichtig.
hese/Zweck: Sozialpsychologen durchgeführt, der V.a. das erste in Kontakt treten war für viele Elternteile schwierig, wenn die
Objective: erforschen, nichts mit der NICU zu tun hatte. Pflegefachperson ihnen nicht dieses Angebot machte, war es schwierig. Stärke: gleiche Menge an Väter und Mütter.
wie eine frühe Bindung Väter und Mütter wurden separat Dadurch können Vergleiche besser gemacht
zwischen Eltern und FG interviewt. Der Interviewguide wurde Kommunikation werden.
sich entwickelt und was durch eine Review von Literatur und Kommunikation war entscheidend für Eltern um eine Verbindung zum Kind
Eltern an pflegerischen 10 vorgängigen durchgeführten herstellen zu können. Die Kommunikation beinhaltete den Inhalt und die Limitationen: Die Interviews fanden zwischen 14
Massnahmen Interviews, die dann in einer Beziehung zur Person. und 35 [Link] statt. Dadurch konnten zwar
erwarten/bzw. hilfreich Fokusgruppe von Im allg. wurde die Kommunikation als existentiell beschrieben. Einige Väter spezifische Rückmeldungen gegeben werden,
fanden oder erwartet Pflegefachpersonen diskutiert beschrieben, dass das Team weniger mit ihnen sprach. Ein Teil empfand es jedoch auch wenige über die eigene Rolle als
hätten. Was war wurden. als normal so, ein Teil als frustrierend. Mutter oder Vater ausgedrückt werden (da sich
Valentina De Crosta 60
hilfreich? Was nicht? Eltern wurden ermutigt über V.a. am Anfang wo einige Mütter für ein paar Tage nicht das Kind sehen diese Rolle erst noch weiter entwickeln muss).
folgendes zu sprechen: Neuigkeit, konnten waren zwei Dinge sehr hilfreich: Fotos vom Kind und Besuch von der Es wurden nur wenige negative Interaktionen
Argumente dass es zu einer frühzeitigen Geburt zuständigen Pflegefachperson/Ärztin. Fotos waren für die Väter wichtig, damit der Pflege erwähnt, evt. Kamen diese nicht zur
Forschungsbedarf: kommen wird, Geburt selbst, sie den Frauen etwas geben/bringen konnten. Zudem hatten sie das Gefühl, Sprache, weil sich das Kind noch auf Abteilung
Nur wenige Studien Aufnahme des FG in NICU, alles dass die Pflege „ihnen etwas gutes tat“. Schwierig war es, wenn jemand ein befand.
haben erforscht, was was hilfreich oder hinderlich war um Foto versprach, jedoch das Versprechen nicht einlöste. Ergebnisse können nicht verallgemeinert
aus Sicht der Eltern eine Bindung zum Kind Die Besuche von Fachpersonen wurden sehr geschätzt, um so langsam das werden, weil Teilnehmer geografisch am gleich
hilfreiche pflegerische aufzunehmen, Aktivitäten die durch Team/die Situation kennenzulernen. Wenn die Besuche nicht stattfanden Ort leben.
Massnahmen sind, um die Pflege durchgeführt wurden. fühlten sich die Mütter isoliert und gestresst, das eigene Bild als
positive Interaktionen Mutter/Elternteil geriet ins Wanken. Zudem mussten sich Mütter dann alleine Vergleich Ergebnisse mit anderen Studien:
mit dem Kind erleben zu Analyseverfahren: auf die Informationen der Väter verlassen. Erklärungen über den Gesundheitszustand des
können und eine Diskursive Analyse. Die Analyse Für den ersten Besuch auf der NICU waren beide Elternteile froh, eine Kindes, die Umgebung, mögliche Änderungen
positive Wahrnehmung erfolgte durch ein in der Forschung Pflegefachperson an ihrer Seite zu haben. des AZ/Therapie sind für Eltern wichtige
der elterlichen Rolle zu tätiger Psychologe. Zuerst wurde Es ist erwiesen, dass sich Mütter schlechter an Info, die v.a. anfangs Informationen, um eine Bindung aufbauen zu
haben/entwickeln. eine horizontale Analyse abgegeben wurden, erinnern konnten. Vätern gelang dies besser. Mütter können. Für Eltern auf der NICU waren Furcht
durchgeführt, wobei manuell kodiert waren froh, wenn die Pflegefachperson ihnen auch Zeit gewährte und Dinge vor dem Tod und Angst starke Gefühle, die das
und Themen gebildet wurde. wiederholte. Interaktionsvermögen einschränkten.
Anschliessend fand eine vertikale Damit sie sich auf das Kind konzentrieren konnten benötigten Eltern klare Eltern brauchen Zusicherung/Bestätigung und
Analyse statt. In diesem Schritt Informationen über die Umgebung. Dies half gegen Hilflosigkeit. professionelle Begleitung um Interaktionen mit
wurden alle Themen miteinander Informationen über wie das Kind berühren, halten waren wichtig. dem Kind einzugehen und sich sicher zu fühlen.
verglichen, Gemeinsamkeiten und Auch Infos über die Reaktionsweise von FG auf Reize waren wichtig, v.a. für Auch in anderen Studien wurde gezeigt, dass
Unterschiede ermittelt und Mütter. Infos über Fähigkeiten, Entwicklungsstand
interpretative Hypothesen wurden Beide Elternteile fanden es sehr wichtig über Veränderung informiert zu wichtig waren für die Kontaktaufnahme. Wenn
gebildet. Vor allem wurde darauf werden (wie Wechsel von Installationen, neue Installationen). dort Infos fehlten, fühlten sich Eltern
geachtet, ob neue Themen Telefonate wurden geschätzt, Eltern fühlten sich so gut informiert und mit der [Link] Infos sollten dabei auf eine
auftauchen oder Ergebnisse Abteilung gut vernetzt. Stressvoll war es jedoch für einige Eltern, weil sie wohlwollende Art übermittelt werden. Dies
widersprüchlich waren. Allmählich immer wieder Angst hatten schlechte Neuigkeiten zu erhalten. konnte auch durch andere Studien gezeigt
fand eine Datensättigung statt. werden.
Demographische Daten der FG und Tabelle 2 zeigt nützliche Interventionen seitens der Pflege: Mütter konnten sich, v.a. bezogen auf den
Eltern wurden durch die KG und Anfang, mehr auf eigene Emotionen rundum die
beim Interview erfasst. Vor der Geburt ! pränat. Besuche durch Neonatologie; Erklärungen über Kommunikation erinnern.
Gewicht, Ernährung, Entwicklung, Abläufe; Team vorstellen/Abteilung
vorstellen; Schlussfolgerungen und klinische Implikationen:
Ein Ziel der Pflege ist es für Eltern früh
Geburt ! Kurze Info ob Kind lebt; Vater über AZ der Mutter informieren Möglichkeiten zu schaffen, mit dem Kind in
Kontakt zu treten. Dies stärkt ihre Rolle als
Ethik: Die Teilnahme war freiwillig. Zwischen Geburt und erstem Besuch ! Mutter im Zimmer besuchen; Foto Elternteil. Das Wissen um nützliche/hilfreiche
Das zuständige Ethikkomitee von Kind; Mit beiden Eltern gemeinsam Massnahmen ist daher wichtig.
stimmte der Art der sprechen, v.a. über AZ
Informationsgabe, der In NICU: erster Besuch begleiten; liebevoller und aufmerksamer Umgang mit Die Haltung der Pflege und die regelmässige
Rekrutierungsform und der Kind; Erklärungen über Abteilung, Geräte, Alarme, Zustand Kind, Kommunikation, die an die Bedürfnisse der
Zustimmungsart der Teilnehmer zu. Entwicklungsstand, hilfreiche/hinderliche Handlungen abliefern; Eltern Eltern angepasst ist, hilft Eltern mit dem Kind zu
unterstützen selbständig zu werden, auf eine liebevolle und freundliche interagieren und eine Bindung aufzubauen.
weise, keine verurteilende Haltung; den Eltern Handlungen vorschlagen, die
Körpernähe fördern wie Känguru-Methode, Kind halten/tragen. Zukünftige Forschung: über longitudinale
Erfahrungen.
Valentina De Crosta 61
Ignell Modé, R., Mard, E., Nyqvist, K. H. & Blomqvist, Y. T. (2014). Fathers’ perception of information received during their infants’ stay at a neonatal intensive
care unit. Sexual & Reproductive Healthcare, 5, 131-136. doi:10.1016/[Link].2014.05.001
Einleitung
Forschungsfrage
Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und
Stichprobe
Hintergrund/Konzept/Pr Design: qualitativ-deskriptiv. Resultate: Interpretation der Ergebnisse: + Vergleich
oblem: Kategorie: Wahrnehmung der Information mit anderen Studien:
Das Bedürfnis von Sample: strategische sampling Strategie Subkat: positive Wahrnehmung der Information Die Ergebnisse zeigten welche
Eltern mit einem FG (keine Quelle) wurde angewendet, um eine Die meisten Väter hatten eine positive Wahrnehmung, sobald die Wirkung/welcher Einfluss Informationen
Informationen zu möglichst breite Gruppe an Väter mit Information einfach zu verstehen war. Sie schätzen es, nicht nach auf Väter in einer solchen Situation haben.
erhalten (bzgl. Pflege, unterschiedlichen Charakteristika zu Informationen fragen zu müssen. Die Offenheit und Bereitschaft der Generell kann gesagt werden, dass klare,
Behandlung, Zustand, gewinnen. Pflegefachpersonen Fragen zu beantworten oder Informationen (auch regelmässige und angepasste
Perspektive) ist hoch. Väter 4 aus jeder NICU wurden angefragt, alle von sich aus) abzugeben, wurde sehr geschätzt. Informationen zu haben Informationen zu einem Sicherheits- und
Eltern benötigten sagten zu. Alter ! zwischen 20 und 40 gab einigen Vätern das Gefühl die Situation unter Kontrolle zu haben. Kontrollgefühl der Väter führt, vor allem
korrekte und einfach zu Jahren. am Anfang der Hospitalisierung.
verstehende Gestationsalter FG ! 23. – 36. SSW S: negative Wahrnehmung der Information Ein offenes Klima wo regelmässig
Informationen. Das Unstimmigkeiten innerhalb des Pflegeteams war für Väter Informationen angeboten wurden und
Gefühl von Angst oder Einschlusskriterien: beherrschen der besorgniserregend und verwirrend. Unterschiedliche Informationen und Fragen erlaubt waren, förderte das
Sicherheit hängt stark schwedischen Sprache, FG musste zu diesem Meinungen darüber, wann und wie beispielsweise Alarme quittiert werden Selbstvertrauen der Väter, auch bzgl. der
mit der Zufriedenheit Zeitpunkt noch hospitalisiert sein, FG durfte wurde von allen Vätern als sehr negativ empfunden. Eine komplizierte Kindespflege (konnte durch eine weitere
von Informationen keinen Lebensbedrohlichen Zustand erlebt Fachsprache, v.a. seitens der Ärzte hinderte einen guten Studie bestätigt werden).
zusammen. Väter haben und musste mindestens 1 Woche lang Informationsfluss. Nicht zu wissen welcher DA/OA zuständig war, war Pränatale Besuche wurden sehr
erleben oft, dass sie hospitalisiert gewesen sein. negativ. Viele Informationen in kurzer Zeit lösten geschätzt, weil die Angst reduziert werden
keine Kontrolle über die Verwirrung/Unsicherheiten aus, weil Väter nicht wussten, welche konnte und sie sich ein realistisches Bild
Situation haben. Es ist Väter und FG sollten möglichst unterschiedlich Information wichtiger ist. der Abteilung/der Abläufen machen
belegt, dass Väter die alt sein (Alter der Väter, Gestationswochen der konnten.
Kommunikation mit dem FG) S: Informationsbedarf Informationen zu wiederholen (vor allem in
NICU-Staff (Pflege) als Für einige Väter war es v.a. in den ersten paar Tagen wichtig den ersten Tagen) war wichtig, weil dann
Coping-Strategie Ausschlusskriterien: keine erwähnt Informationen zu erhalten. V.a. bzgl. die Pflege am Kind und Prognosen. die Fähigkeit Informationen aufzunehmen
anwenden. Es ist auch Ein Vater äusserte kurz vor Austritt viele Informationen zu benötigen. limitiert war.
belegt, dass Väter einen Setting: 2 NICUs in Schweden. In beiden Einige Väter wollten eine Komplette Einführung über die Abteilung und Stressvoll war es, wenn unvollständige,
schlechteren Zugang an konnten Eltern jederzeit zu Besuch kommen. den Pflegeplatz, da die Umgebung ansonsten angsteinflössend war. unklare, falsche oder der Situation nicht
Support erhalten als In einer NICU konnten die Eltern ein paar Einige hätten es sich gewünscht, wenn auch medizinische Geräte genau angebrachte Informationen geliefert
Mütter.. Tage vor Austritt mit FG in einem erklärt worden wären. Eine Infobroschüre über die Abt. wäre wurden.
Familienzimmer sein. Auf beiden NICUs gab wünschenswert gewesen. Ein Vater wünschte vom Pflegeteam zu Väter schätzten es, wenn 1x wöchentlich
Forschungsfrage/Hypot es Liegestühle für die Eltern. erfahren, was die Erwartungen an ihm sind. mit den zuständigen Pflegenden ein
hese/Zweck: Gespräch über die Situation stattfand.
Erforschen, wie Väter S: Wissen gibt ein Gefühl der Kontrolle
die erhaltenen Datenerhebung: Semi-strukturierte Interviews. Die meisten Väter sagten, dass die Menge an Informationen das Gefühlt Limitationen: die Validität ist fraglich, weil
Informationen auf der Diese wurden mit einer Interviewguide von Kontrolle beeinflusste. Ein Vater sorgte sich, als er das Gefühlt hatte, die zwei Interviewer auf den Abteilungen
NICU wahrgenommen durchgeführt, die auf relevante Literatur (keine dass eine Pflegefachperson über zu wenig Fachwissen verfügte. arbeiteten. Dadurch besteht die Gefahr,
haben. Angaben welche!!) und der Expertise der Präventive Informationen wurden von einigen Vätern sehr geschätzt. dass die Väter in der Beantwortung der
Forscher basierte. Die Interviewguide Fragen oder die Forscherinnen in der
Argumente beinhaltete Keywords wie: Teilnahme an der Wahrnehmung über die Informationsquelle Interpretation der Daten beeinflusst
Valentina De Crosta 62
Forschungsbedarf: Bzgl. Pflege des Kindes, Verbundenheit, Gefühl von S: positive Informationsquellen wurden.
der unten aufgeführten Kontrolle, Gefühle. Die Eröffnungsfrage Einige fanden es positiv, wenn in der morgendlichen Runde (anm:
Fragestellung fehlen lautete: Wie erlebten sie die Informationen, die vermutlich Visite?) der zuständige DA, die diplomierte Pflegefachperson klinische Implikationen:
Daten sie während der Hospitalisierung ihres Kindes und evt. Die FAGE dabei waren. Pflegefachpersonen müssen aktiv
von Pflegefachpersonen erhielten? Zudem Alle schätzen es sehr, dass 1x/Wo ein Arztgespräch über die gesamte herausfinden welche Art von
wurden noch folgende Aspekte /Fragen Situation stattfand. Die wöchentlichen Treffen mit dem gesamten Informationen jeder einzelne Vater
besprochen: Wie erlebten sie die erhaltenen Behandlungsteam (anm: ich nehme an interprofessionell) empfanden alle benötigt. Zudem soll verhindert werden,
Informationen? Reichten die erhaltenen als sehr hilfreich und positiv. Ein Vater empfand die Kombination von dass sich Väter im unklaren sind was von
Informationen aus? Was fehlte ihnen? Gab es mündlichen und schriftlichen Informationen sehr hilfreich. ihnen verlangt wird. Väter sollten ,gleich
Situationen wo sie ins besonders wie die Mütter, auf ihre Rolle
Informationen benötigt hätten? S: negative Informationsquellen vorbereitet/geschult werden, damit sie die
Alle Väter wurden von einem der ersten Wenn schriftliche Informationen (Doki u.a.) nicht up to date waren. Väter, Pflege für das Kind übernehmen können
beiden Autoren interviewet. Beide arbeiteten in die erhaltene Informationen als nicht hilfreich empfanden (egal ob und sich mit dieser Aufgabe wohl fühlen.
dieser Zeit als NICU in der Pflege, betreuten mündliche oder schriftliche) suchten Infos im Web, waren jedoch meist
diese Kinder jedoch nie. damit unzufrieden, da zu kompliziert oder für die Situation irrelevant.
Die Interviews wurden aufgenommen und Zukünftige Forschung: über
dauerten 15-40 Minuten. Umstände, die die Wahrnehmung von Informationen beeinflussten Verbesserungsvorschläge und Support
S: Informationen verstehen der väterlichen Rolle in unterschiedlichen
Analyseverfahren: Klar verständliche Infos wurden positiv bewertet. Erhaltene Infos von NICUs.
Zur Analyse wurde die qualitative unterschiedlichen Berufsgruppen (DA, Pflege) oder unterschiedlich
Inhaltsanalyse nach Graneheim & Lundman ausgebildeten Pflegenden (z.B. Dipl vs. FAGE, Lernende/Studierende)
verwendet. Der Fokus lag in der Identifikation waren manchmal schwierig, weil Infos unterschiedlich (gut) abgegeben
von Ähnlichkeiten und Unterschiede bzgl. wurden.
Aussagen. Diese Aspekte wurden in
Kategorien und Subkategorien S: Empfänglichkeit für Informationen
zusammengefasst. Wenn die erste erhaltene Information auf Abteilung klar verständlich war,
Ablauf: (1) die ersten zwei Autoren hörten und viel es sehr vielen Vätern einfach zu verstehen oder sich daran zu
lasen die Interviews durch (2) erinnern. Vor allem am Anfang war es schwierig sich die Informationen zu
Bedeutungsvolle/wichtige Sätze wurden merken. Ärzte benutzten viel Fachsprache, was mehr Aufklärung im
markiert (3) Die Abschnitte wurden verkürzt, Anschluss seitens der Pflege benötigte. Die Sprache/Informationen der
wobei die Bedeutung beibehalten wurde (4) Pflege war(en) einfacher zu verstehen. Ein Teil der Väter bevorzugte es,
Codierung (5) Subkategorien und Kategorien wenn beide Elternteile gleichzeitig Infos erhielten, ein anderer Teil
wurden gebildet, indem auf Ähnlichkeiten und bevorzugte es, wenn jeder „für sich“ Infos erhielt (so hatten sie das
Unterschiede geachtet wurde. Gefühl einen persönlicheren Gespräch zu führen). Ein Vater empfand es
als schwierig, wenn er Infos während dem Känguru erhielt, da er sich
Ethik: Forscher arbeiteten nach den Prinzipien nicht auf das Gespräch konzentrieren konnte.
der Helsinki Declaration. Die Väter, die den
Einschlusskriterien entsprachen wurden S: Zeitpunkt der Informationen
mündlich über das Vorhaben informiert. Ihnen Die pränatal erhaltenen Infos waren für praktisch alle Väter sehr wertvoll.
wurde zugesichert, dass ein nicht Teilhaben Die Abteilung im Voraus besuchen zu dürfen war ebenfalls sehr hilfreich,
keine Konsequenzen für das Kind haben weil sich die Väter, dann mehr/besser auf die Geburt konzentrieren
werde. Bei einer Zusage erhielten sie konnten. Alle Väter sagten, dass die Informationsmenge in den ersten
schriftliche Informationen und mussten Tagen sehr hoch ist. Die Empfänglichkeit/Bereitschaft für Infos war sehr
schriftlich zusagen. Ein Tag vor dem unterschiedlich. Ein Vater äusserte das gut empfunden zu haben, da er
Interviewtermin wurde die Teilnehmern dann am meisten lernen wollte.
gefragt, ob sie noch teilnehmen möchten.
Die Direktoren beider Kliniken gaben das OK
für die Durchführung der Studie.
Valentina De Crosta 63
Jones, L., Taylor, T., Watson, B., Fenwick, J. & Dordic, T. (2015). Negotiating Care in the Special Care Nursery: Parents’ and Nurses’ Perceptions of Nurse-
Parent Communication. Journal of Pediatric Nursing, 30, 71-80. doi:10.1016/[Link].2015.03.006
Einleitung
Forschungsfrage Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und Stichprobe
Konzept/Problem: verschiedene Design: qualitative- Zentrale Ergebnisse/Resultate: Keine Unterschiede zwischen Eltern Statistische Signifikanz der Ergebnisse
Forscher konnten herausfinden, phenomenologisch Methode von Level III Neonatologie und Eltern Level II Neonatologie. Kein
dass die Pflegefachpersonen Unterschied zwischen Pflegefachmann und Pflegefachfrauen. Interpretation der Ergebnisse:
einer Neonatologie am Besten Population/Stichprobe: Eltern eines 4 Hauptthemen: Informationen teilen, das Eltern-Sein ermöglichen, Pflegefachpersonen sehen ihren Fokus der
dafür geeignet sind den Eltern Frühgeborenen, das Level II Pflege supportive interpersonelle Kommunikation, Regeln und Vorschriften Informationsgabe eher in Bezug auf den
Support zu geben, da diese am benötigt. der Abteilung. Zustand des Kindes und das Stillen, was aus
ehesten täglich Kontakt zum 32 Eltern ! 27 Mütter und 4 Väter In allen 4 Hauptthemen gab es Unterschiede zwischen Eltern und Sicht der Autoren schwierig ist, wenn eine
Frühgeborenen und Eltern (Väter waren mit teilnehmende Pflege (vor allem bzgl. gegebene Beispiele). Wenn Beispiele genannt Mutter nicht stillen möchte. Dieser Fokus
haben. Folglich spielt die Mütter verheiratet). wurden, von beiden Gruppen her, ging es immer um das Verhalten seitens der Pflege kann auch zur Folge
Pflegefachperson eine Teilnehmen konnten alle gesunden der Pflege. haben, dass andere pflegerische Aspekte
Schlüsselrolle, wenn es darum Eltern über 18 Jahren mit einem wenig beachtet und dementsprechend
geht wie Eltern mit der Erfahrung stabilen Frühgeborenen, das Informationen teilen/geben: Aus Sicht der Eltern wollten diese gefördert werden.
auf einer Neonatologie zufrieden mindestens 48h hospitalisiert war. „alles“ wissen. Von Pflegeprodukte über Funktion einzelner Geräte
sind. Eltern wurden jeweils kurz vor Austritt bis zum Fortschritt/Zustand des Kindes. Väter sprachen tendenziell Beantwortung Forschungsfrage
interviewed. früher (im Interview) über die Wichtigkeit von Informationen. Ein
Forschungsfrage/Hypothese/Zwe Pflegefachpersonen (11 Frauen, 1 wichtiger Punkt war zu erfahren, dass das was gerade passierte Vergleich Ergebnisse mit anderen Studien:
ck: Mann) ausschliesslich von Level III „normal“ ist und das alles „gut kommen wird“. Wichtig für Eltern war, Dass Eltern alle Informationen rund um das
Aim: zu erforschen und Neonatologie. Waren entweder dass die Pflegefachpersonen unaufgefordert Informationen gaben, eigene Kind wollen, wird auch von anderen
beschreiben was Eltern und Hebammen oder neonatal nurses mit auch über Themen worüber die Eltern nicht wussten, dass sie danach Autoren bestätigt, sowie, dass die
Pflegefachpersonen als mindestens 3 Jahren Erfahrung. Von fragen können. Pflegefachperson als wichtige Schlüsselfigur
effektive/wirksame Level II Neonatologie wurden Aus Sicht der Pflegefachpersonen wurde häufig über „Informationen angesehen wird, um sich in der Rolle als
Kommunikation im pflegerischen niemand interviewet, weil das Team geben“ gesprochen. Vor allem über was gerade geschieht, Vater/Mutter zu finden.
Setting wahrnehmen. aus personellen und Zeitgründen Änderungen in der Behandlung und Ernährung/Stillen. Aspekte der supportiven interpersonellen
nicht teilnehmen konnte. Beide sahen es als problematisch an, wenn kein Informationsfluss Kommunikation werden auch durch andere
Argumente Forschungsbedarf: vorhanden war, weil dann die Interaktion zwischen Eltern und Autoren bestätigt.
Es wird aufgezeigt, dass viel Setting: zwei Spitäler; ein Spital Pflegefachpersonen schwierig war.
darüber geforscht wurde was Neonatologie Level III mit 69 Betten Für Eltern war es schwierig, wenn sie unbeständige oder Schlussfolgerungen und klinische
Eltern erleben und wahrnehmen, und rund 1500 Babys pro Jahr, ein widersprüchliche Informationen erhielten. Für Pflegefachpersonen Implikationen:
jedoch sehr wenig Daten über Spital Neonatologie Level II mit 20 war es schwierig mit Eltern zu kommunizieren, wenn diese vorgängig Pflegefachpersonen muss bewusst sein, wie
das Erleben und Wahrnehmen Betten und rund 550 Babys pro Jahr. über bestimmte Dinge nicht, falsch oder unangemessen schwierig es für Eltern ist den ersten Kontakt
von Pflegefachpersonen informiert/vorbereitet wurden (z.B. dass das Kind verlegt wurde). mit der Pflege und dem Kind aufzunehmen.
vorliegen. So ist unklar, ob Eltern Datenerhebung: Pflegefachpersonen Das Bewusstsein darüber, dass die Abteilung
und Pflegefachpersonen die wurden informiert und konnten sich Eltern Sein ermöglichen: Hier lag der Fokus in der Entwicklung von ein für Eltern stressvoller Ort ist, ist ebenfalls
gleiche Wahrnehmung haben bei Interesse melden. Pflegeteam elterlichen Kompetenzen und die Autorität der Eltern zu fördern. Für wichtig.
(bzgl. was wirksam und hilfreich verteilte Informationsbroschüren über Eltern waren Erklären, Vorzeigen und Assistieren äusserst wichtig. Die Beziehung zwischen Pflegefachpersonen
ist und was nicht) Forschung an passende Eltern. Eltern bestätigen und ermutigen war den Eltern wichtig, um das Eltern und Eltern kann auch ein Machtverhältnis
Diese wurden später vom sein zu ermöglichen. Für einige war es auch wichtig, dass die bedeuten. Hier ist es wichtig, dass die
Forschungsteam aufgesucht und Pflegefachperson dazu bereit war elterliche Entscheidungen zu Pflegefachperson sich dessen bewusst ist.
gefragt. Es wurden Personen unterstützen/fördern/akzeptieren. Eine Herausforderung ist es Verständnis
rekrutiert, bis Interviewer das Gefühlt Pflegefachpersonen äusserten, dass es wichtig ist den Eltern ein dafür zu haben und Fähigkeiten zu
Valentina De Crosta 64
hatten eine Datensättigung erhalten positives Gefühl bzgl. deren Pflege dem eigenen Kind gegenüber zu „Verhandlung“ zu entwickeln. Es ist wichtig
zu haben. Interviews waren semi- geben. anzuerkennen, dass Eltern diese komplexe
strukturiert. Pflegefachpersonen sprachen mehr als Eltern darüber, dass es Beziehung mit unterschiedlichsten
Eltern wurde gefragt, ob sie sich an wichtig ist Eltern zu befähigen Entscheidungen zu treffen. Dieser Pflegefachpersonen eingehen.
ein positives/gutes bzw. negatives Punkt war jedoch schwierig, weil einige Pflegende eine andere Es ist wichtig Regeln und Vorschriften immer
Gespräch mit einer Pflegefachperson Methode als positiv betrachteten. Nämlich, dass es „gut/positiv“ war, wieder anzupassen und zu überdenken. Was
erinnern konnten. Zusätzliche wenn die Eltern mit den „Entscheidungen“ der Pflege einverstanden ist so und bleibt so? Was kann individuell
Klärungsfragen wurden gestellt. waren. angepasst werden? Vor allem wenn man
Pflegefachpersonen wurde gefragt, Hinderlich war es, wenn die Eltern sich nicht verstanden/nicht gehört familienzentriert arbeiten möchte. Regeln und
was sie als effektive/ineffektive fühlten. Z.B. wenn diese Hilfe benötigten und es lange dauerte bis die Vorschriften verursachen häufige
Kommunikation ansehen und Pflege kam. Diskussionen und Konflikte. Hier sind
Beispiele zu machen. Negativ war es, wenn die Eltern das Gefühlt hatten etwas tun zu Kommunikations-Skills von beiden Seiten
müssen, was sie nicht einsahen, die Pflegefachperson jedoch als erforderlich.
Messinstrumente/Messverfahren/Inte wichtig und gut ansah. Die Pflege fand es schwierig, wenn die Eltern
rvention: etwas tun wollten, was aus Sicht der Pflege unpassend/negativ für Limitationen: Die Studie untersuchte nicht
das Kind war. inwiefern der Zeitpunkt der Hospitalisierung
Analyseverfahren/Signifikanzniveau: für Eltern (kurz nach Eintritt, kurz vor Austritt)
Interviews wurden aufgenommen und Supportive interpersonelle Kommunikation: Eltern und einen Einfluss auf die Wahrnehmung der
professionelle transkribiert. Eine Pflegefachpersonen sprachen über die Wichtigkeit mit den Eltern auf Kommunikation mit Pflegefachpersonen
thematische Analyse (mit eine freundliche, respektvolle und einfühlsame Art und Weise zu hatte.
Guidlines/Checkliste von Braun and sprechen. Pflegefachpersonen, die empathisch waren und zuhörten Eine Limitation ist, dass nur
Clark 2006) wurde durchgeführt, um wurden von den Eltern sehr geschätzt. Pflegefachpersonen, die ein Pflegefachpersonen von der Level III
Hauptthemen zu bilden. Prozess gewöhnliches Gespräch führten (nicht fachlich) und ein Gefühlt von Abteilung rekrutiert werden konnten.
erfolgte induktiv, zuerst wurde jeder Partnerschaft und Gleichberechtigung hervorriefen wurden als wichtig
Satz kodiert, daraus wurden dann erachtet. Zukünftige Forschung: Eine
Themen gebildet. Pflegefachpersonen äusserten wie wichtig es ist eine Längschnitterfassung würde erfassen, wie
Zusätzlich wurden zwei Gruppen Kommunikationsweise anzuwenden, die Verbindung und Mitgefühlt sich die Wahrnehmung und Bedürfnisse der
gebildet: effektive und ineffektive ausdrückt. Eltern im Verlaufe der Hospitalisierung
Kommunikation. Diese beiden Negativ war es, wenn sich Eltern dumm, inkompetent fühlten, weil die verändert.
Analysen wurden in einem zweiten Kommunikationsweise der Pflege aggressiv oder wertend war. Potentielle Unterschiede zwischen Väter und
Schritt zusammengefügt. Negativ war es auch, wenn die Pflege das Gefühl hatte, dass Eltern Mütter bzgl. deren Wahrnehmung ist wichtig.
Ein regelmässiger Austausch aggressiv, defensiv, gestresst waren. Weitere Studien sollten genauer
zwischen den zwei Autoren fand Für Pflegefachpersonen war es auch schwierig mit spezifischen untersuchen, inwiefern demographische
statt. Subgruppen zu kommunizieren (z.B. sehr junge Mütter, Faktoren (z.B. mehrere Kinder) und
Unterschiede zwischen Mütter und drogenabhängige Eltern, andere ethnische Gruppen). unterschiedliche soziale Gruppen (z.B.
Väter/Pflegefachfrauen und -männer kultureller Hintergrund) die Eltern-
wurden untersucht. Regeln und Vorschriften der Abteilung: Eltern beschrieben hier Pflegefachperson-Beziehung beeinflusst.
zwei negative Aspekte:
Ethik: Zustimmung von jedem [Link], die ohne Ausnahme umgesetzt wurden ohne die aktuelle
Ethikkomitee beider Spitäler und von Situation zu beachten und 2. Wenn Regeln von der Pflege aus nicht
der Griffith University Human beachtet wurden ohne Erklärung. Diese Punkte verursachten
Research Ethics Committee. Verwirrung, Frustration und Konflikte.
! Für Eltern war es äusserst wichtig, dass sie in ihrer Rolle als
Mutter/Vater unterstütz wurden. Das war der Pflege wenig bewusst.
Valentina De Crosta 65
Mok, E. & Foon Leung, S. (2006). Nurses as providers of support for mothers of premature infants. Journal of Clinical Nursing, 15, 726-734.
doi:10.1111/j.1365-2702.2006.01359.x
Einleitung
Forschungsfrage Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und Stichprobe
Hintergrund/Konzept/Problem: Design: deskriptive Studie Zentrale Ergebnisse/Resultate: Interpretation der Ergebnisse:
Aus unterschiedlichen Studien 37 von 48 Fragebögen wurden retourniert. Wenn die Pflege die Initiative zu helfen nahm, den
geht hervor, dass Mütter von Teilnehmer: Mütter, die Kantonesisch Demographische Tabellen sind in der Studie aufgeführt. Eltern zuhörte und Informationen über den Zustand
FG sich nicht Kompetent verstehen und sprechen. Die FG der Mütter des FG abgab, wirkte sich das stressreduzierend für
genug fühlen das eigene Kind mussten folgende Kriterien erfüllen: FG mit Die Wichtigkeit von Support wurde durchschnittlich mit Mütter. Wenn Mütter stets gut informiert werden,
in einer NICU zu pflegen. einem Geburtsgewicht unter 2500 Gramm; 4.38 bewertet. Der erhaltene Support wurde können sie das Gefühl haben genügend Wissen zu
Mütter äusserten nicht fähig seit mindestens einer Woche hospitalisiert. durchschnittlich mit 3.84 bewertet. haben und die Situation unter Kontrolle zu haben.
zu sein Probleme zu Dadurch können sie aktiver in die Pflege
erkennen und anzugehen. Setting: 20 Bett NICU mit ca. 50 Eintritte pro Die wichtigsten supportiven Punkte waren: „versorgten miteinbezogen werden und einen einfacheren
Studien zeigen, dass Eltern Monat. mein Kind gut“, „ich wurde von der Pflege über Zugang zu Copingstrategien haben.
detaillierte Informationen positive/negative Entwicklungen informiert“, „halfen mir zu Aus dem qualitativen Teil konnte ermittelt werden,
wollen. Das Gefühl die Datenerhebung: Die Datenerhebung fand verstehen, was an meinem Kind gemacht wurde/wird“ dass die grösste Unterstützungsquelle der Austausch
Situation unter Kontrolle zu zwischen Juli 2002 und Januar 2003 statt. mit anderen Eltern war. Dies konnte auch durch zwei
haben ist ihnen wichtig. Eltern Diskrepanz zwischen Wichtigkeit von Support und andere Studien bestätigt werden. Durch den
wollen Veränderungen am Messinstrumente/Messverfahren/Intervention: erhaltenem Support: ausser bei einem Punkt, war der Austausch mit anderen Eltern, konnten Mütter viel
eigenen Kind begreifen und 48 Fragebögen wurden verteilt, Mütter Unterschied zwischen beide Aspekte gross. Der grösste Empathie, Bestätigung erfahren und sehen/lernen
brauchen dazu das erhielten mündliche und schriftliche Unterschied lag beim Punkt 8 „ Ich wurde in Diskussionen wie mit der Situation umgehen.
Pflegepersonal. Eine Informationen über die Studie. 6 Mütter und Entscheidungen über mein Kind miteinbezogen“.
passende Unterstützung der waren für ein follow-up Interview In den vier Kategorien lag der grösste Unterschied Limitationen: Sample ist nur auf Mütter in Hong Kong
Eltern durch einverstanden. zwischen beide Aspekte in der Kategorie supportive limitiert. Dadurch ist eine Generalisierung der
Pflegefachpersonen kann die Das semistrukturierte Interview sollte Kommunikation/Abgabe von Informationen (mean 4.47 vs. Resultate nicht möglich. Da ein convenience sample
Eltern-Kind-Beziehung positiv herausfinden wie Mütter den Support erlebt Mean 3.85). durchgeführt wurde, ist eine Verallgemeinerung der
beeinflussen (v.a. während haben, ob die Pflege Support gab oder nicht. Resultate nicht möglich.
der Hospitalisierung, aber Die Interviews wurden aufgenommen, Demographische Variabeln und Arten von Support: es
auch darüber hinaus). transkribiert und mit der Methode der konnten keine statistisch signifikante Unterschiede Vergleich Ergebnisse mit anderen Studien:
Inhaltsanalyse analysiert. festgestellt werden, zwischen jede einzelne Der Bewertungsunterschied zwischen „Wichtigkeit
Conceptual framework: demographische Variable und dem Aspekt „Wichtigkeit Informationen zu erhalten“ und „Tatsächlich erhaltene
Sozialer Support beinhaltet (in Demographische Daten ! Mütter: Altern, von Support“ und „erhaltener Support“. Informationen“ war in dieser Studie am grössten.
dieser Studie) interpersonelle Bildungsniveau, Zivilstand, Beruf, Dies konnte auch in einer anderen Studie gezeigt
Interaktionen zwischen Pflege Einkommen; Kind: Geschlecht, Qualitative Daten: alle 6 Mütter sagten, dass der werden. Also erhalten Eltern weniger Informationen
und Eltern, die als hilfreich Aufenthaltsdauer, Gestationswoche, kommunikative Support/Informationsgabe, emotionaler als eigentlich gewünscht.
empfunden wurden. Dafür Geburtsgewicht, Beatmung ja/nein. Support, Bestätigung und Zuspruch durch die Pflege,
wurde das Nurse Parent Involvieren in der Pflege des Kindes und die Qualität der Schlussfolgerungen und klinische Implikationen:
Support Model (NPST) NPST: entwickelt durch Miles et al (1999). 21 Pflege des Kindes die wichtigsten Supportarten waren, Mütter wünschen sich mehr Support als sie
(House, 1981) verwendet. Punkte, 4 Kategorien: (1) supportive die durch die Pflege auch gegeben wurden. tatsächlich erhalten haben, v.a. im Bereich der
Dieses Model besteht aus 4 Kommunikation/Abgabe von Informationen ! Kommunikation/Information. Der Emotionale Support
Aspekten: (1) supportive 9 Punkte, (2) emotionaler Support ! 3 Tabelle 5 zeigt alle Arten von Support (also die 4 vom wurde als weniger wichtig empfunden, einige Mütter
Kommunikation/Abgabe von Punkte, (3) Selbstvertrauen-Support ! 4 NPST Instrument) und dazugehörige Attribute (alle Daten hätten sich aber trotzdem mehr Unterstützung
Informationen, (2) emotionaler Punkte, (4) instrumenteller Support/quality wurden durch die Interviews gewonnen) benötigt (konnte nur im qualitativen Teil ermittelt
Support, (3) Selbstvertrauen- care-giving support ! 5 Punkte. Pro Punkt werden, nicht im quantitativem Teil).
Valentina De Crosta 66
Support, (4) instrumenteller mussten zwei Aspekte durch Mütter Attribute:
Support/quality care-giving bewertete werden ! Wie wichtig ihnen die (1) Ergriff die Initiative Informationen zu geben, Zukünftige Forschung: Weitere Forschung über
support supportive Intervention war und die Menge an offen und ehrlich, klare Kommunikation, einfach erhaltenem Support in NICU’s sollte in anderen
erhaltenem Support durch die Pflege. Beide Terminologie und gut verständlich, Gebieten Chinas durchgeführt werden.
Aspekte mussten durch eine 5-Punkte-Likert- Pflegefachpersonen waren verfügbar
Aim: Die Wahrnehmung von scale eingeschätzt werden (wobei 1 nicht (2) Vertrauenvolle Beziehung, Zuneigung und
Müttern bzgl. der Menge an wichtig/überhaupt nicht und 5 sehr Sorge, Zuhören, Zuspruch, Fragen
erhaltenem Support seitens wichtig/immer bedeuten). beantworten, Mutter fühlt sich wohl beim
der Pflege und dem Level an Die Validität wurde durch Miles gemessen Fragen stellen und fühlt sich nicht als Belastung
Wichtigkeit. und durch Literatur und einem Review belegt. (3) In Pflege involviert, hat das Gefühl Mutter zu
Das Instrument hat ein Cronbach’s alpha von sein, Aufmunterung/Unterstützung, Bestätigung
Argumente 0.95. (4) Pflegefachpersonen bieten eine Gute Pflege,
Forschungsbedarf: Das Instrument wurde auf chinesisch verbindet einzelne Mütter untereinander, halten
Keine Studie hat zuvor übersetzt (also von englisch auf chinesisch Regeln gleich ein, reduzieren Stress und
gemessen, wie Mütter in und wieder zurück). In der vorliegenden Sorgen, sind in der Lage mit dem Zustand der
Hong Kong den erhaltenen Studie wurde die Interne Konsistenz FG zurecht zu kommen, akzeptieren die
Support auf einer NICU erlebt gemessen, das Cronbach’s alpha beträgt Situation, Unterstützen die Entwicklung und das
haben. 0.83. Einnehmen einer positive Mutterrolle
Datenanalyse: durch SPSS. Eine deskriptive Mütter benötigten unterschiedliche Informationen, je nach
Analyse mit den NPST und den Phase der Hospitalisierung.
demographischen Daten wurden
durchgeführt. Hierfür wurde der Pearson’s
Korrelation’s Koeffizienten benutzt.
Analyseverfahren/Signifikanzniveau:
Valentina De Crosta 67
Smith, V. C., Steel Fisher, G. K., Salhi, C. & Shen, L. Y. (2012). Coping With the Neonatal Intensive Care Unit Experience – Parents’ Stretegies and Views of
Staff Support. Journal of perinatal & neonatal nursing, 4, 343-352. doi:10.1097/JPN.0b013e318270ffe5
Einleitung
Forschungsfrage Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und Stichprobe
Hintergrund/Konzept/Problem: Design: qualitativ-explorativ mit limitierter Zentrale Ergebnisse/Resultate: 5 Copingstrategien: 1 an die Statistische Signifikanz der Ergebnisse:
Als Eltern das eigene Anwendung der grounded Theory. Pflege und Betreuung des Kindes teilnehmen; 2. von der NICU
Frühgeborene in einer NICU weg gehen; 3. Informationen einholen; 4. Freunde und Familie Interpretation der Ergebnisse: die Studie zeigt,
zu haben ist eine stressvolle Population/Stichprobe: Alle Eltern über 18 einbeziehen; 5. Austausch mit anderen Eltern auf der NICU. dass die Partizipation der Eltern äusserst
Erfahrung. Die Erfahrungen Jahren, die englisch sprechen/lesen konnten Jede Strategie wird unter Berücksichtigung folgender drei wichtig ist, weil sie dadurch ihre Rolle als
von Eltern, deren und das Sorgerecht hatten, kamen in Frage. Punkte dargestellt: a) Vorteile für Eltern, b) Herausforderungen Mutter/Vater ausleben können. Zudem ist es
Anpassungsfähigkeit und Diese erhielten einen Informationsbrief für Eltern, c) Unterstützungsmöglichkeiten vom NICU-Team. wichtig die Hospitalisierung zu dokumentieren.
Wohlbefinden werden von der (wurde am Pflegeplatz deponiert oder Genügend Zeit für sich zu haben ist wichtig, um
Copingstrategie der Eltern gemailt). Bei Interesse konnten sich die 1. an die Pflege und Betreuung des Kindes teilnehmen: sich erholen zu können.
beeinflusst. Eltern beim Forschungsteam melden. Die a) Aktivitäten wie Wickeln, Ernähren führten zu einer Informationen zu erhalten war für alle Eltern
Möglichkeit Fragen zu klären war gegeben, Kompetenzerweiterung der Eltern, erhöhte das Gefühl das wichtig, um Entscheidungen treffen und mit
Forschungsfrage/Hypothese/Z ein Forscher holte das schriftliche eigene Kind zu „kennen“ förderte das Selbstvertrauen und Sorgen besser umgehen zu können.
weck: Einverständnis der Teilnehmer ein. minderte Unsicherheiten. Der Support von Bekannten wird von Eltern
Aim: zu erforschen was Eltern Es wurden deskriptive Informationen der b) herausfordernd war, dass durch das viel Anwesend sein geschätzt, kann aber auch schwierig sein, weil
über Erfahrungen auf der Familie eingeholt (aus Akten), zudem ältere Kinder zu kurz kamen, die Eltern eine schlechte Diät und Eltern (anstatt selbst getröstet zu werden)
NICU berichten, mussten Teilnehmer demographische zu wenig Bewegung hatten. andere trösten müssen.
Copingstrategien und Angaben machen. c) unterstützend war, wenn die Pflege die Möglichkeit gab Austausch mit anderen Eltern auf der NICU
Ansichten über die 35 Teilnehmer wurden rekrutiert, 29 Eltern unterschiedliche Tätigkeiten üben zu lassen. Das Team oder mit Eltern, die auf einer NICU waren sind
Unterstützungsweise des machten mit (24 Familien). Sie wurden gab ein Gefühl des Willkommen-Seins. wichtig um andere Informationen zu erhalten,
NICU-Teams. zwischen 2 Wochen und einem Jahr nach die die Pflege nicht geben kann (z.B. wie es
der Geburt interviewt. 2. von der NICU weg gehen: sich anfühlt ein Kind auf der NICU zu haben).
Argumente a) sich von der NICU entfernen war für viele eine emotionale
Forschungsbedarf: Es gibt Setting: ein Spital in einer urbanen Gegend. Copingstrategie. Zu Hause konnten Eltern besser zueinander Beantwortung der Forschungsfrage:
wenig Forschungsergebnisse Die NICU hat einen IIIB Level und rund 800 oder mit älteren Kinder anderen Familienangehörigen finden.
über konkrete Patienten pro Jahr. Auf dieser Abteilung sind b) Das eigene Kind allein zurück zu lassen war dennoch für Limitationen: Die Anzahl teilnehmender Väter
Bewältigungsstrategien, die in 39 Betten verfügbar, rund 90 einige Eltern schwierig. Eltern fühlten Trauer und Angst, auch war klein. So konnte nicht klar erfasst werden,
einer solchen Situation von Pflegefachpersonen sind dort angestellt. Es dann, wenn sie nur für ein paar Minuten die Abteilung ob zwischen Väter und Mütter unterschiedliche
Eltern benutzt werden. Häufig sind jeweils zweier Zimmer, eine verliessen. Copingstrategien angewendet werden. Weiter
geht es dann um palliative Fachperson organisiert und koordiniert c) das Pflegeteam ermutigte Eltern die Abteilung zu verlassen, wurde die Studie in einer einzelnen NICU
Situationen oder um Familienprogramme. Zudem hat es 2.5 auch dann, wenn es für Eltern schwierig war dieses Angebot durchgeführt. Dadurch hat man die Sicht durch
Interventionsstudien. Eine Prozentstellen an Sozialarbeiter, die anzunehmen. Was für Eltern hilfreich war, war die Gewissheit, eine einzelne NICU. Eltern könnten ausserdem
qualitative Forschung grösstenteils für die NICU arbeiten. dass das NICU-Team nicht nur die nötige Erfahrung hatte, mit Kritikpunkten eher zurückhaltend gewesen
ermöglicht es zu verstehen, sondern auch einen liebevollen Umgang mit dem Kind pflegte. sein. Zudem könnte es sein, dass negative oder
was Eltern tun, um mit dem Datenerhebung: semistrukturierte Interviews stigmatisierende Copingstrategien wie z.B.
erlebten umzugehen. Durch acht Fokusgruppen Sitzungen mit [Link] einholen: Alkoholkonsum oder Psychotherapie absichtlich
Eltern (und ein Mal mit Fachpersonen) a) Informationen einholen war für praktisch alle Eltern eine nicht erwähnt wurden.
wurden häufige Punkte diskutiert, um daraus Schlüsselstrategie. Es ermöglichte ihnen wirksamer in Pflege
ein Interviewskript zu erstellen (rund 100 und Entscheidungen dabei zu sein. Vergleich Ergebnisse mit anderen Studien:
offene Fragen). b) Für viele Eltern war es schwierig die Informationsflut (vor Das Verständnis für die erwähnten (5)
Während dem Interview konnten Eltern frei allem am Anfang) aufzunehmen und abzuspeichern. Gewisse Copingstrategien geben die Möglichkeit
Valentina De Crosta 68
sprechen, über das was sie wollten. Wenn Eltern waren zurückhaltend Fragen zu stellen, aus Angst vor Handlungsanweisungen zu erarbeiten. Zum
sie nichts über einen beliebigen Punkt einer schwierigen Antwort oder weil sie dachten, dass die Beispiel ist es wichtig Eltern in der Partizipation
sagten, wurde ihnen eine Frage gestellt. Bei Frage blöd oder überflüssig sei. zu unterstützen und die Bedeutung der
Unklarheiten wurden zusätzliche Fragen c) das NICU-Team beantwortete alle Fragen und gab von sich Dokumentation aufzuzeigen.
gestellt. Vor den eigentlichen Interviews aus Informationen und Tipps weiter. Für die Eltern war es Die Pflege soll nicht vorschlagen, sich von der
wurden drei Probeinterviews durchgeführt. hilfreich, dass sie von allen Pflegefachpersonen Informationen NICU zu entfernen, weil das für viele Eltern zu
Die Interviews wurden alle von der Selben erhielten, obwohl vereinzelte Eltern es bevorzugt hätten, wenn schmerzhaft ist. Durch einen liebevollen und
Person durchgeführt. Entweder live oder via sie komplexe Angelegenheiten von einem Arzt gehört hätten. kompetenten Umgang mit Patienten wird den
Telefon. Die Interviews dauerten zwischen Telefonanrufe um die Eltern zu informieren (vor allem auch Eltern bewusst, dass für das eigene Kind gut
21 und 80 Minuten (meistens rund 45 dann, wenn nichts Besonderes war), war für die meisten Eltern gesorgt wird, was es ihnen leichter macht Zeit
Minuten) sehr schwierig, weil sie häufig das Gefühlt hatten, dass weg von der NICU zu planen.
schlimme Nachrichten kämen. Das NICU-Team muss klare, fortlaufende
Messinstrumente/Messverfahren/Interventio Informationen geben. Dies wird auch von
n: 4. Freunde und Familie einbeziehen: anderen Studien belegt. Die vorliegende Studie
a) Freunde und Verwandte wurden häufig miteinbezogen. Für konnte aufzeigen, dass viele Eltern wichtige
Analyseverfahren/Signifikanzniveau: Alle emotionale, wie auch praktische Hilfe (z.B. Einkaufen, Informationen lieber von einem Arzt hören
Interviews wurden aufgenommen und Kochen,...). Die grösste emotionale Hilfe war der jeweilige wollen. Die Pflege sollte hier mit den Eltern
transkribiert (inklusiv einer Doppelkontrolle). Partner. Familienangehörige oder Freunde, die in einem schauen, welche Art von Information sie
Im Kodierungsprozess identifizierten und medizinischen Beruf tätig waren, wurden häufig als bevorzugen (z.B. Telefonate ja/nein).
ordneten Forscher Hauptthemen, die Informationsquelle und „Absicherung“ geschätzt. Das NICU-Team muss eine kritische Haltung
Copingstrategien der Eltern und b) Einige Eltern realisierten, dass einige wichtige Freunde in gegenüber Bekannte haben. Wenn Eltern
Unterstützungsformen des NICU-Teams dieser Zeit nicht so unterstützend wirkten wie anfänglich äussern, dass der Bekannte/Besucher eher
beschrieben. gedacht. Schwierig war es für viele Elternteile auch, wenn der Stress verursachen, soll mit ihnen angeschaut
Die Autoren schauten sich neun Interviews Partner emotional verschlossen war und das Kind weniger werden, ob allenfalls Besuche restriktiver
erneut an, um ein erstes Codebook zu besuchte, sich weniger beteiligte. Bekannte, die die NICU nicht gehalten werden sollen (um quasi die Eltern zu
erstellen. Zwei weitere Autoren gingen die kannten, wurden von einigen Eltern als „nicht unterstützend“ schützen). Weiter sollten Tipps im Umgang mit
restlichen Interivews durch, um das war genommen, weil diese eher Unsicherheit verursachten. Bekannten abgegeben werden. Z.B. wie am
Codebook zu ergänzen. Danach wurden alle Zudem war es für einige schwierig Besucher zuzulassen, weil Besten mit Ihnen Kontakt haben (welche Infos
Interviews analysiert bis keine neue Themen sie lieber die Zeit mit dem Kind allein geniessen wollten. gebe ich als Mutter/Vater weiter? Was sollen
auftauchten und eine Datensättigung c) Das NICU-Team hatte wenig mit Besuchern zu tun. Besucher alleine erarbeiten...)
vorhanden war. Für das Datenmanagement Teilweise unterstützten sie Eltern, indem sie Besucher an die Die Pflege soll den Austausch unter Eltern
wurde eine Software ([Link]) verwendet. Besuchsregeln erinnerten und so entlastend wirkten vereinfachen/ermöglichen, indem z.B.
Das Forschungsteam verfolgte einen hohen Diskussionskaffees eingerichtet werden o.ä.
Standard an Validität und Reliabilität. 5. Austausch mit anderen Eltern auf der NICU: Weiter wird der Vorschlag gemacht eine Art
Entscheidungen über Codingstrategien a) Für einige Eltern war es hilfreich Informationen und Mentorship mit ex-NICU-Eltern zu machen.
wurden dokumentiert, Forscher überprüften Perspektiven von anderen Eltern der NICU zu erhalten, weil
sich untereinander. diese genau das selbe erleb(t)en. Eltern, die früher
hospitalisiert waren, waren äusserst wertvoll. Zukünftige Forschung: Mehr Forschung ist
Ethik: das institutional review board b) für viele Eltern war es schwierig einen (engen) Kontakt mit notwendig, um zu untersuchen auf welche Art
genehmigt die Forschung, alle anderen Eltern zu haben, weil sie sich nicht aufdrängen und Weise ein NICU-Team Eltern wirksam und
Forschungsprotokolle, die wollten. individuell unterstützen kann.
Teilnehmerrekrutierung und die schriftliche c) das NICU-Team förderte den Austausch unter Eltern und
Einverständniserklärung der Eltern. organisierte Kaffeestunden und den Kontakt zu ex-NICU-
Eltern. Einige Eltern hätten sich ein grösseres Angebot
gewünscht.
Valentina De Crosta 69
Turan, T., Basbakkal, Z. & Özbek, S. (2008). Effect of nursing interventions on stressors of parents of premature infants in neonatal intensive care unit.
Journal of Clinical Nursing, 17, 2856-2866. doi:10.1111/j.1365-2702.2008.02307.x
Einleitung
Forschungsfrage Design/Methode Analyse/Ergebnisse Diskussion
Population und Stichprobe
Hintergrund/Konzept/Problem: Design: randomisierte Interventionsstudie Zentrale Ergebnisse/Resultate: keine Statistische Signifikanz der Ergebnisse:
Die Tatsache, dass das eigene Kind statistische Signifikanz zwischen der
auf einer NICU ist, ist für viele Population/Stichprobe: Eltern von FG auf einer NICU. Eltern Interventions- und der Kontrollgruppe Interpretation der Ergebnisse:
Eltern eine stressvolle Erfahrung. eines FG zwischen der 24 und 37. SSW, ohne kongenitale bzgl. Den demographischen Daten. Es ist ersichtlich, dass Väter einen höheren
Die physische Umgebung sorgt mit Anomalien, ohne vorangegangene Erfahrungen auf einer Der STAI zeigte bei beiden Gruppen Stresslevel erlebten als Mütter. Dies lässt sich
vielen technischen Geräten NICU, die ihr Einverständnis gaben nahmen an der Studie einen moderaten Level an Stress an, dadurch erklären, dass diese vor allem zu Beginn
ebenfalls für stress. teil. also bestand zwischen beiden eine grössere Verantwortung übernehmen
Viele Eltern fühlen sich unsicher 20 Mütter und 17 Väter waren in der Interventionsgruppe, 20 Gruppen keine statistisch signifikanter (müssen), da die Mütter gesundheitlich noch nicht
und haben das Gefühl am eigenen Mütter und 19 Väter in der Kontrollgruppe. Unterschied. in der Lage sind.
Kind nichts machen zu dürfen.
Es ist erwiesen, dass Informationen PSS:NICU/Mütter: Beantwortung der Forschungsfrage:
(z.B. Geräte erklären, Abteilung Setting: 15-Bett NICU in Universitätsspital der Türkei. Pro Sichtbares und Geräusche !
erklären etc). einen positiven Effekt Schicht arbeiten 2 diplomierte Pflegefachfrauen statistisch signifikanter Unterschied (p Limitationen: keine Anmerkungen
auf Eltern haben. < 0.05) zwischen der Interventions-
Datenerhebung: Januar-Juni 2004 und Kontrollgruppe (KG hatte einen Vergleich Ergebnisse mit anderen Studien:
Forschungsfrage/Hypothese/Zweck: höheren Score: 2.56 (KG) vs. 2.03 Auch andere Studien konnten aufzeigen, dass das
Den Effekt von stress- Messverfahren/Intervention: (IG)). Erklären von der Umgebung und der Geräte
reduzierenden pflegerischen Innerhalb der ersten 48h nach Aufnahme des FG wurden bei Aussehen und Verhalten des Kindes stressreduzierend auf Eltern wirkt. Dies zeigt sich in
Interventionen auf den Stress Level den TN demographische Daten und der Level an ! kein statistisch signifikanter den unterschiedlichen Score der Mütter der IG bzgl.
von Müttern und Vätern ermitteln. Sorge/Angst sowie dessen Eigenschaften wurden erfasst Unterschied zwischen IG (3.02) und „sichtbares und Geräusche“.
(mittels Fragebogen). KG (3.12) (p > 0,05). Den höchsten Score in IG und KG (Mütter) war in
Argumente Forschungsbedarf: In der ersten Woche erhielten die TN der Veränderung der Elternrolle: der Kategorie „Veränderung der Elternrolle“. Es ist
Pflegerische Interventionen, die Interventionsgruppe ein 30-minütiges statistisch signifikanter Unterschied durch belegt, dass dieser Punkt für Müttern in einer
einen solchen Effekt haben sind Schulungsgespräch/Informationsgespräch. Dieses Gespräch zwischen IG (3.36) und KG (4.23) (p < solchen Situation äusserst schwierig ist. Ursache
bereits in anderen Studien ermittelt beinhaltete: NICU vorstellen, Personal vorstellen, technische 0.05). ist, dass sie nicht die Kompetenzen haben, um die
worden, jedoch nicht in der Türkei. Geräte vom/am Kind erklären, Situation/Befinden des Kindes Der allgemeine mean-score (also von Bedürfnisse des eigenen Kindes decken zu
(z.B. Medikamente, Ernährung, ...), Infos über das Aussehen allen 3 Kategorien) zeigte einen können. Diese Kompetenzen hat die
von FG, Gefühle die bei Eltern aufkommen könnten, statistisch signifikanten Unterschied Pflegefachperson. Sich als Mutter mit einer
Besuchszeiten, das Mitmachen in der Pflege, Stillen, zwischen IG (3.14) und KG (3.37) (p< Pflegefachperson zu vergleichen erhöht zudem den
Gewichtszunahme, Austritt, Fachbegriffe. Fragen wurden 0.05). Stresspegel.
beantwortet, Unklarheiten geklärt. Zudem erhielt die Der unterschiedliche allgemeine mean-score
Interventionsgruppe eine Informationsbroschüre. PSS:NICU/Väter: zwischen IG und KG (also, dass die Interventionen
Anschliessend erhielten die Eltern weitere Informationen Sichtbares und Geräusche: kein bei IG statistisch wirksam sind in der Reduktion von
oder eine Teilwiederholung der bereits erhaltenen Infos statistisch signifikanter Unterschied Stress) konnten auch durch andere Studien belegt
durch Forscher (beim Kind und nicht wie vorhin in einem zwischen IG und KG. werden.
Schulungsraum). Aussehen und Verhalten des Kindes: In anderen Studien wurde erwiesen, dass junge
Die Kontrollgruppe erhielt die übliche Pflege (es ist nur kein statistisch signifikanter Mütter (keine Angabe was darunter verstanden
angegeben, dass die Abteilung patientenzentriert arbeitet). Unterschied zwischen IG und KG. wird) einen höheren Stresslevel haben als ältere.
Diese Eltern konnten einmal täglich ihr Kind besuchen. Veränderung der Elternrolle: kein Dies konnte in der vorliegenden Studie nicht
Am ca. 10. Hospitalisationstag mussten die Eltern das statistisch signifikanter Unterschied bestätigt werden. Die Autoren erklären sich das so,
PSS:NICU ausfüllen. Zudem wurden folgende Angaben zwischen IG und KG. weil die Interventionen deutlich stressreduzierend
festgehalten: Alter FG, Anzahl Besuche durch Eltern, wirken.
Valentina De Crosta 70
Beatmungsform Obwohl die Väter beider Gruppen
keine statistisch sign. Unterschiede
Messinstrumente: hatten, hatten diese bzgl.
Demographische Daten der Eltern (Alter, Edukation, Anzahl „Veränderung der Elternrolle“ höhere
Kinder, Helfer vorhanden?, stressvolles Erlebnis im Scores (waren also diesbezüglich
vergangenen Jahr?, Geschlecht Kind, Gestationswoche, gestresster) als die Mütter.
Gewicht, Geburtsart, Apgar Score nach 5 Minuten, aktuelle
Diagnosen, aktuelles Alter, Beatmung?, Anzahl Besuche Die demographischen Angaben bei Schlussfolgerungen und klinische Implikationen:
durch Eltern. den Müttern in der IG zeigten keinen Die Forscher zeigen wie wichtig die
Einfluss (also statistisch nicht familienzentrierte Pflege ist. Die Eltern während
State Trait anxiety inventory (STAI) ! 40 Fragen (20 über signifikant) auf die PSS:NICU zu dem ersten Besuch auf der IPS begleiten,
Level von Angst/Sorge, 20 über dessen Eigenschaften). Die haben. schriftliche Informationen abgeben, Umgebung und
Bewertung der einzelnen Punkte war zwischen 1 und 4, Vereinzelte demographische Angaben Geräte erklären, Therapie erklären, AZ von FG
wobei 1 „fast nie“, 2 „manchmal“, 3 „oft* und 4 „fast immer“ wie die Beatmung der FG zeigte erklären, Fragen beantworten, zu Besuchen
bedeuten. statistisch signifikant bei den Müttern ermuntern, zeigen wie FG
der KG bzgl. PSS:NICU zu sein. berühren/wickeln/ernähren, Fachbegriffe
Parental Stressor Scale: Neonatal Intensive Care Unit minimieren sind wichtige pflegerische
(PSS:NICU) ! misst Situationen, die auf einer NICU Stress Interventionen.
verursachen können. Das Instrument hat drei Kategorien:
1)Aussehen und Verhalten des Kindes (17 zu beurteilende Zukünftige Forschung: keine Anmerkungen
Punkte), 2) Sichtbares und Geräusche (6 zu beurteilende
Punkte), 3) Veränderung der Elternrolle (11 zu beurteilende
Punkte). Die Bewertung war hier von 1 bis 5, wobei 1 nicht
stressig und 5 äusserst stressig bedeuten. 0 beduetete „nicht
erlebt“.
Cronbach alpha zu den drei Kategorien sind für das
englische und türkische Instrument angegeben .
Analyseverfahren/Signifikanzniveau:
Chi-square und t-test für das trait anxiety inventory als
Baseline und demographische Daten. Um die Korrelation
zwischen den abhängigen und unabhängigen Variablen zu
berechnen wurde der Mann-Whitney-U-Test verwendet (bei
den Gruppen ohne normaler Verteilung). Der Kruskal-Wallis
Test für > 2 Gruppen.
Valentina De Crosta 71
Anhang C: Beurteilung der Güte der Studien
Brett, J., Staniszewska, S., Newburn, M., Jones, N. & Taylor, L. (2011). A systematic
mapping review of effective interventions for communicating with, supporting and
providing information to parents of preterm infants. BMJ Open, 17.
doi:10.1136/bmjopen-2010-000023
Forschungsfrage
Effektive Interventionen für Kommunikation mit, Support von und Informationsgabe
an Eltern eines hospitalisierten Frühgeborenen ermitteln
Yes
Can’t tell
No
2. Did the authors look Inkludierte Studien sind, laut den formulierten
for the right type of Einschlusskriterien von Brett et al., zur Beantwortung der
papers? Forschungsfrage passend
Valentina De Crosta 72
Outcomes durch RCT’s zu ermitteln.
3. Do you think all the Die Suchperiode war zwischen Januar 1980 und Oktober
important, relevant 2009. Es wurde in folgende Datenbanken recherchiert:
studies were included? Medline, Embrase, PsychINFO. Zudem wurden der Index
folgender Datenbanken durchsucht: Allied Health
Yes Literature, Midwives Information and Resource Service,
Can’t tell Health Management Information Consortium und Health
No Management and Information Service. Eine
Handrecherche wurde in folgende Journals durchgeführt:
Neonatal Network Journal, Journal of Neonatal Nursing,
Journal of Obstetric, Gynecologic and Neonatal Nursing.
Dafür wurden Experten herbeigezogen.
4. Did the review’s Die Qualität der Studien wurde anhand der Guidlines
authors do enough to vom NHS Centre for Reviews and Dissemination
assess the quality of the gemessen (Systematic Reviews:CRD’s Guidance for
included studies? Untertaking Reviews in Health Care. NHS Centre for
Reviews and Dissemination. University of York, 2008.
Yes [Link]
Can’t tell
No
5. If the results of the Es wurden 19 RCT’s, 16 Cohort oder quasi-experimental
review have been Studien und 37 nicht-Interventionsstudien
combined, was it eingeschlossen. Die qualitativen Studien ergaben eine zu
reasonable to do so? hohe Anzahl an Interventionen, was keine Meta-Analyse
ermöglichte Diese wurden trotzdem miteingeschlossen.
Yes Wie und wo genau Ergebnisse der qualitativen Studie
Can’t tell einflossen wurde nicht immer nachvollziehbar aufgeführt.
No
(B) What are the results?
Es wurden keine statistischen Angaben zu den
6. What are the overall verwendeten Studien gemacht.
results of the review?
Siehe Zusammenfassung Studie
7. How precise are the Über allen Studien wurde der Evidenzlevel angegeben
results? (mit dem Scottish Intercollegiate Guidline Network level s
of evidence).
1++ hohe Qualität, Meta-Analyse, systematische
Reviews über RCTs, RCTs mit sehr geringer
Gefahr von bias
1+ gut durchgeführte Meta-Analyse, systematische
Reviews über RCTs, RCTs mit geringer Gefahr
von bias.
1- Meta-analysen, systematische Reviews von
RCTGs oder RCTs mit hoher Gefahr von bias.
2++ hochqualitative Case-control Studien, mit sehr
Valentina De Crosta 73
geringer Gefahr von bias
2+ gut durchgeführte case-control oder cohort
Studien mit geringer Gefahr von bias
2- Case-control oder cohort Studien mit hoher Gefahr
von bias
3 Nicht-analytische Studien, z.B. Fallserien,
Fallbesprechungen
4 Expertenmeinungen
Yes
Can’t tell
No
9. Were all important Ja, dieses systematische Review betrachtet alle effektive
outcomes considered? Interventionen bzgl. Kommunikation mit, Support von und
Informationen an Eltern von FG, die hospitalisiert sind.
Yes Dabei werden signifikante Interventionen kurz vor der
Can’t tell Hospitalisation bis zur Nachbetreuung im häuslichen
No Setting vorgestellt.
10. Are the benefits the Es konnte aufgezeigt werdne, dass Pflegekonzepte wie
harms and costs? COPE oder MITP äussert positive Ergebnisse erzielen.
Diese umzusetzen wäre sicherlich aufwändig und teuer.
Yes Jedoch kontte diese Review auch aufzeigen, dass diese
Can’t tell Interventionen, die allesamt die Familie ins Zentrum
No stellen, schlussendlich kostengünstiger sind, weil die
Aufenthaltsdauer kürzer und die Gefahr einer
Rehospitalisation niedriger sind. Die vorliegende Review
zeigt aber auch die Vorteile von kostengünstigen
Interventionen wie die Kangaroo-Pflege oder die
Babymassage.
Zusatz Ethik: Die South East Ethics Research Unit gab die Erlaubnis zur
Durchführung dieser Studie
Zusatz Bias: Durch das Verwenden von RCT’s, nicht-RCTs und qualitativen Studien
steigt die Gefahr von bias bzgl. der Evidenz der Interventionen. Die Forscher fanden
es aber wichtig auch qualitative Studien einzuschliessen, weil Erfahrungen von Eltern
wichtig sind, aber nicht durch RCTs dargestellt werden können.
!
! !
Valentina De Crosta 74
Kritische Beurteilung einer qualitativen Studie
(Behrens und Langer, 2010)
Quelle: Guillaume, S. et al. (2013). Parents’ expectations of staff in the early bonding process with
their premature babies in the intensive care setting: a qualitative multicenter study with 60 parents.
BMC Pediatrics, 13. doi:10.1186/1471-2431-13-18
Forschungsfrage
erforschen, wie eine frühe Bindung zwischen Eltern und FG sich entwickelt und was
Eltern an pflegerischen Massnahmen erwarten/bzw. hilfreich fanden oder erwartet
hätten. Was war hilfreich? Was nicht?
Glaubwürdigkeit
1. Wurde die Das Forschungsthema wurde bereits breit diskutiert, Die
Forschungsfrage klar Forscher können die Relevanz des Themas mit aktueller
formuliert? Literatur belegen. Jedoch haben nur wenige Studien
(Forschungsthema in erforscht, was aus Sicht der Eltern hilfreiche pflegerische
seinem Umfeld Massnahmen sind, um positive Interaktionen mit dem
diskutiert? Ziele der Kind erleben zu können und eine positive Wahrnehmung
Untersuchung definiert?) der elterlichen Rolle entwickeln zu können.
7. Wie erfolgte die Diskursanalyse: Die Analyse erfolgte durch ein in der
Analyse der Daten? Forschung tätiger Psychologe. Zuerst wurde eine
(Codes, Muster, horizontale Analyse durchgeführt, wobei manuell kodiert
Themen? Verstehende und Themen gebildet wurden. Anschliessend fand eine
Hermeneutik?) vertikale Analyse statt. In diesem Schritt wurden alle
Themen miteinander verglichen, Gemeinsamkeiten und
Unterschiede ermittelt und interpretative Hypothesen
gebildet. Vor allem wurde darauf geachtet, ob neue
Themen auftauchen oder Ergebnisse widersprüchlich
waren.
Demographische Daten der FG und Eltern wurden durch
die KG und beim Interview erfasst.
8. Erfolgte die Laut den Autoren wurde nicht so lange rekrutiert bis eine
Datensammlung bis zur Datensättigung stattfand. Jedoch entstand die
Sättigung? (Wenn nein: Datensättigung auf natürliche Weise.
warum nicht?)
Valentina De Crosta 76
Aussagekraft
9. Sind die Ergebnisse Der Prozess der Datensammlung wurde klar
ausführlich und beschrieben, die Themen wurden ausführlich und
nachvollziehbar? übersichtlich vorgestellt und mit passenden Zitaten
(Prozess von der untermauert.
Datensammlung hin zur
Entwicklung von Themen
transparent? Zitate?)
Anwendbarkeit
11. Helfen mir die Durch die ausführliche Darstellung der Ergebnisse fällt es
Ergebnisse der Studie, leicht ein Bild der Situation zu erhalten. Vom Zeitpunkt
die untersuchten vor der Geburt bis zur Zeit der Hospitalisation ist
Personen in ihrer nachvollziehbar mit welchen Herausforderungen Eltern
Umgebung besser zu konfrontiert sind und welche
verstehen? Interventionen/Verhaltensweise durch die Pflege (nicht)
hilfreich waren.
12. Gibt es konkrete Die Studie schlägt nicht konkrete Möglichkeiten zur
Möglichkeiten der Anwendung vor, sie sensibilisiert Leser vielmehr darüber,
Anwendung? welche Verhaltensweisen, Interventionen förderlich bzw.
hinderlich sind.
Zusatz Ethik: Die Teilnahme war freiwillig. Das zuständige Ethikkomitee stimmte der
Art der Informationsgabe, der Rekrutierungsform und der Zustimmungsart der
Teilnehmer zu. Die Teilnehmer gaben ihre mündliche und schriftliche Einverständnis,
die Forscher sicherten zu, dass keine Schäden beim Verlassen der Studie entstehen
würden.
Zusatz Bias: Die Interviews fanden während der Hospotisalisation statt. Dadurch ist
die Gefahr gross, dass wenige negative Aspekte erwähnt wurden, weil das Kind noch
dort behandelt wurde.
!
! !
Valentina De Crosta 77
Kritische Beurteilung einer qualitativen Studie
(Behrens und Langer, 2010)
Ignell Modé, R., Mard, E., Nyqvist, K. H. & Blomqvist, Y. T. (2014). Fathers’ perception of information
received during their infants’ stay at a neonatal intensive care unit. Sexual & Reprodoductive
Healthcare, 5, 131-136. doi:10.1016/[Link].2014.05.001
Forschungsfrage
Erforschen, wie Väter die erhaltenen Informationen auf der NICU wahrgenommen
haben.
Glaubwürdigkeit
1. Wurde die Der Zweck der Forschung wurde klar formuliert. Aus
Forschungsfrage klar Forschungen weiss man wie wichtig korrekte, klare und
formuliert? einfach verständliche Informationen für Eltern in einer
(Forschungsthema in solchen Situation sind. Es ist auch belegt, dass Väter
seinem Umfeld häufig die Kommunikation mit der Pflege als Coping-
diskutiert? Ziele der Strategie anwenden. Die Forscher schreiben, dass nur
Untersuchung definiert?) sehr wenig darüber erforscht wurde, wie Väter die
erhaltenen Informationen wahrgenommen haben. Darauf
begründen sie die Dringlichkeit ihrer Forschung.
Es sind keine Ziele formuliert worden.
Valentina De Crosta 78
Ausschlusskriterien wurden keine aufgeführt.
Anhand welcher Kriterien Väter ausgesucht wurden ist
unklar, zudem wurden keine demographischen Angaben
gemacht.
7. Wie erfolgte die Zur Analyse wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach
Analyse der Daten? Graneheim & Lundman verwendet. Der Fokus lag in der
(Codes, Muster, Identifikation von Ähnlichkeiten und Unterschiede bzgl.
Themen? Verstehende Aussagen. Diese Aspekte wurden in Kategorien und
Hermeneutik?) Subkategorien zusammengefasst.
Ablauf: (1) die ersten zwei Autoren hörten und lasen die
Interviews durch (2) Bedeutungsvolle/wichtige Sätze
wurden markiert (3) Die Abschnitte wurden verkürzt,
wobei die Bedeutung beibehalten wurde (4) Codierung
(5) Subkategorien und Kategorien wurden gebildet,
indem auf Ähnlichkeiten und Unterschiede geachtet
wurde.
Aussagekraft
9. Sind die Ergebnisse Der Prozess wurde beschrieben. Zu jeder Kategorie bzw.
ausführlich und Subkategorie wurden mehrere Zitate aufgeführt, wobei
nachvollziehbar? zu einer Subkategorie wurde Zitat hinzugefügt wurde. Die
(Prozess von der Zitate wiederspiegeln teilweise nicht, was die Forscher im
Datensammlung hin zur Text beschreiben bzw. ist nicht nachvollziehbar wie die
Entwicklung von Themen Forscher auf solche Schlussfolgerung kommen.
transparent? Zitate?)
10. Wurden die Es wurde nichts über die Validierung durch Teilnehmer
Ergebnisse bestätigt? oder das Konsens im Forscherteam beschrieben. Die
(Konsens im Schlussfolgerungen aufgrund der Forschungsergebnisse
Valentina De Crosta 79
Forscherteam? wurden durch Ergebnisse aus anderen Studien
Validierung durch untermauert.
Teilnehmer?)
Anwendbarkeit
11. Helfen mir die Ja, da die Ergebnisse klar und verständlich aufzeigen,
Ergebnisse der Studie, welche Erfahrungen Väter bzgl. Informationen auf der
die untersuchten NICU machen.
Personen in ihrer
Umgebung besser zu
verstehen?
Zusatz Ethik: Forscher arbeiteten nach den Prinzipien der Helsinki Declaration. Die
Väter, die den Einschlusskriterien entsprachen wurden mündlich über das Vorhaben
informiert. Ihnen wurde zugesichert, dass ein nicht Teilhaben keine Konsequenzen
für das Kind haben werde. Bei einer Zusage erhielten sie schriftliche Informationen
und mussten schriftlich zusagen. Ein Tag vor dem Interviewtermin wurde die
Teilnehmern gefragt, ob sie noch teilnehmen möchten.
Die Direktoren beider Kliniken gaben das OK für die Durchführung der Studie.
!
!
Valentina De Crosta 80
Kritische Beurteilung einer qualitativen Studie
(Behrens und Langer, 2010)
Jones, L., Taylor, T., Watson, B., Fenwick, J. & Dordic, T. (2015). Negotiating Care in the Special
Care Nursery: Parents’ and Nurses’ Perceptions of Nurse-Parent Communication. Journal of Pediatric
Nursing, 30, 71-80u.
Forschungsfrage
Erforschen und beschreiben was Eltern und Pflegefachpersonen als
effektive/wirksame Kommunikation im pflegerischen Setting wahrnehmen.
Glaubwürdigkeit
1. Wurde die Das Forschungsthema wurde breit diskutiert und mit
Forschungsfrage klar aktueller Forschungsliteratur belegt. Das Ziel der
formuliert? Forschungsarbeit wurde formuliert, jedoch ist nicht klar
(Forschungsthema in angegeben, ob die Kinder der Studienteilnehmer seit ein
seinem Umfeld paar Tagen oder bereits länger hospitalisiert sind.
diskutiert? Ziele der
Untersuchung definiert?)
Valentina De Crosta 81
5. Wurden die Das Setting wurde bezüglich Aufgabengebiet,
Teilnehmer, ihr Umfeld Kompetenzlevel, Bettenkapazität, behandelte Patienten
und die Forscher pro Jahr und geografische beschrieben. Zu den
ausreichend teilnehmenden Eltern wurde gesagt in welchem Spital ihr
beschrieben? (Auch die Kind hospitalisiert war, ob nur ein Elternteil oder beide
Perspektive des mitmachten, ob sie in einer Partnerschaft lebten oder
Forschers?) nicht und ob sie Zwillinge bekommen hatten. Jedoch
keine weiteren Angaben zu Alter, Beruf, ethnische
Zugehörigkeit und Familiengrösse. Weiter wurden
Angaben zum Gestationsalter und Gestationsgewicht der
hospitalisierten Kinder gemacht. Über die
Pflegefachpersonen wurden Angaben zum Geschlecht,
Arbeitsort und Arbeitserfahrung in Jahren gemacht.
Aussagekraft
9. Sind die Ergebnisse Der Prozess der Datensammlung wurde klar und
ausführlich und ausführlich beschrieben. Dadurch ist es transparent, wie
nachvollziehbar? die Autoren die vier Hauptthemen bilden konnten. Die
(Prozess von der Ergebnisse wurden durch diese vier Hauptthemen
Datensammlung hin zur vorgestellt, zu jedem Hauptthema hat es mehrere Zitate
Entwicklung von Themen zur Untermauerung der Aussagen.
transparent? Zitate?)
Valentina De Crosta 82
10. Wurden die Über eine Validierung durch Teilnehmer oder einen
Ergebnisse bestätigt? Konsens im Forscherteam wurde nichts angegeben. Die
(Konsens im Ergebnisse wurden jedoch durch Forschungsliteratur
Forscherteam? untermauert, die sich mit sehr ähnlichen Themen
Validierung durch beschäftigte.
Teilnehmer?)
Anwendbarkeit
11. Helfen mir die Die Ergebnisse geben die Möglichkeit bei
Ergebnisse der Studie, Teilnehmergruppen (Eltern und Pflegefachpersonen)
die untersuchen besser zu verstehen. Für beide Teilnehmergruppen
Personen in ihrer wurde zu jedem Hauptthema förderliche und hinderliche
Umgebung besser zu Aspekte der Kommunikation vorgestellt und mit Zitaten
verstehen? unterlegt.
12. Gibt es konkrete Die Ergebnisse geben keine konkreten Möglichkeiten der
Möglichkeiten der Anwendung in die Praxis an, sie zeigen vielmehr auf, wo
Anwendung? die Unterschiede in der Wahrnehmung von Eltern und
Pflegefachpersonen bezüglich förderlicher/hinderlicher
Kommunikation liegen. Diese Darstellung ermöglicht es
der Pflege, sich über diese Unterschiede bewusst zu
sein, um so die eigene Haltung und Kommunikationweise
anzupassen.
Study purpose Outline the purpose of the study. How does the study
apply to your research question?
Was the purpose stated Die Forscher möchten herausfinden wie Mütter den
clearly? erhaltenen Support von der Pflege wahrgenommen
haben und wie wichtig ihnen einzelne supportive
Yes Interventionen waren. Das Ziel der Studie wurde klar
No formuliert und begründe
Were the outcome Listed measures used: SPSS, Eine deskriptive Analyse
measures valid? mit den NPST und den demographischen Daten wurden
durchgeführt. Hierfür wurde der Pearson’s Korrelation’s
Yes Koeffizienten benutzt.
No
Not addressed Über den qualitativen Teil wurde nur beschrieben, dass
mit 6 Müttern ein semistrukturiertes Interview
durchgeführt wurde. Hierzu fehlen sehr viele Angaben.
Beispielsweise ist nicht ersichtlich welche Fragen die
Forscher gestellt haben oder wer genau das Interview
durchgeführt hat.
Intervention was
described in detail?
Yes
No
Not addressed
Contamination was
avoided?
Yes
No
Not addressed
Valentina De Crosta 85
Cointervention was
avoided?
Yes
No
Not addressed
Clinical importance What was the clinical importance of the results? Were
was reported? differences between groups clinically meaningful? (if
applicalbe)
Yes
No Die grösste Diskrepanz war zwischen der Wichtigkeit von
Not addressed supportive Kommunikation/Abgabe von Informationen
und dem tatsächlich erhaltenen Support in diesem
Bereich zu sehen. Hier waren die zwei Durchschnittwerte
4.47 vs. 3.85
Drop-outs were Did any participants drop out from the study? Why?
Valentina De Crosta 86
reported? (Were reasons given and were drop-outs handled
appropriately?)
Yes
No Es sind keine Teilnehmer ausgeschieden.
Conclusions and What did the study conclude? What are the implications
implications of these results for practice? What were the main
limitations or biases in the study?
Conclusions were
appropriate given study Mütter wünschen sich mehr Support als sie tatsächlich
methods and results erhalten haben, v.a. im Bereich der
Kommunikation/Information. Der Emotionale Support
Yes wurde als weniger wichtig empfunden, einige Mütter
No hätten sich aber trotzdem mehr Unterstützung benötigt
(konnte nur im qualitativen Teil ermittelt werden, nicht im
quantitativem Teil).
Über klinische Implikationen wurde nichts geschrieben.
Forschungsfrage
Zu erforschen was Eltern über Erfahrungen auf der NICU berichten,
Copingstrategien und Ansichten über die Unterstützungsweise des NICU-Teams
Glaubwürdigkeit
1. Wurde die Die Forschungsfrage ist klar formuliert. Es wird diskutiert,
Forschungsfrage klar dass über konkrete Copingstrategien von Eltern auf einer
formuliert? NICU sehr wenig Forschung betrieben wurde oder vor
(Forschungsthema in allem Interventionsstudien durchgeführt wurden. Das Ziel
seinem Umfeld der Untersuchung ist, durch einen qualitativen
diskutiert? Ziele der Forschungsansatz ein tiefes Verständnis für
Untersuchung definiert?) Copingstrategien solcher Eltern zu erlangen, um die
Eltern angemessen in diesem Prozess unterstützen zu
können.
7. Wie erfolgte die Die Daten wurden transkribiert und mit dem Ansatz der
Analyse der Daten? grounded Theory analysiert. Zuerst wurden grob
(Codes, Muster, Hauptthemen herauskristallisiert. Danach schauten sich
Themen? Verstehende zwei Autoren sich neun Interviews erneut an, um ein
Hermeneutik?) erstes Codebook zu erstellen. Zwei weitere Autoren
gingen die restlichen Interivews durch, um das Codebook
zu ergänzen. Danach wurden alle Interviews analysiert
bis kein neues Thema auftauchte und eine
Datensättigung vorhanden war. Für das
Datenmanagement wurde eine Software ([Link])
verwendet. Das Forschungsteam verfolgte einen hohen
Standard an Validität und Reliabilität. Entscheidungen
über Codingstrategien wurden dokumentiert, Forscher
überprüften sich gegenseitig.
Valentina De Crosta 88
8. Erfolgte die Laut den Autoren ja.
Datensammlung bis zur
Sättigung? (Wenn nein:
warum nicht?)
Aussagekraft
9. Sind die Ergebnisse Die Ergebnisse wurden ausführlich aufgeführt. Die fünf
ausführlich und ermittelten Copingstrategien wurden durch drei Punkte
nachvollziehbar? beschrieben: Vorteile für Eltern, Herausforderungen für
(Prozess von der Eltern, Unterstützungsmöglichkeiten von NICU-Team. Zu
Datensammlung hin zur allen drei Punkten sind mehrere Zitate aufgeführt.
Entwicklung von Themen
transparent? Zitate?)
10. Wurden die Bei der Ermittlung der Copingstrategien (also bei der
Ergebnisse bestätigt? Analyse der Interviews) fanden regelmässige Gespräche
(Konsens im zwischen den Forschern statt, um sich über die
Forscherteam? Einordnung der einzelnen Aussagen einig zu sein. Über
Validierung durch eine Validierung durch Teilnehmer wurde nichts
Teilnehmer?) beschrieben.
Anwendbarkeit
11. Helfen mir die Die Ergebnisse der Studie sind wertvoll, um zu erfahren
Ergebnisse der Studie, welche Strategien Eltern als hilfreich fanden und was
die untersuchen herausfordernd war.
Personen in ihrer
Umgebung besser zu
verstehen?
12. Gibt es konkrete Die Studie gibt einerseits konkrete Vorschläge, was
Möglichkeiten der Pflegefachpersonen tun könnten, um Eltern im
Anwendung? Anwenden von Copingstrategien zu unterstützen.
Andererseits sagen die Autoren, dass Angebote vom
Pflegeteam stark davon abhängen, wie die Struktur der
Abteilung ist. Dementsprechend ist den Autoren bewusst,
dass die Unterstützungsmöglichkeiten variieren können.
Study purpose Outline the purpose of the study. How does the study
apply to your research question?
Valentina De Crosta 89
Was the purpose stated
clearly? Das Ziel war den Effekt von stress-reduzierenden
pflegerischen Interventionen auf den Stresslevel von
Yes Müttern und Vätern zu ermitteln.
No Das Ziel wurde klar definiert.
Specify any biases that may have been operating and the
direction of their influence on the results:
Clinical importance What was the clinical importance of the results? Were
was reported? differences between groups clinically meaningful? (if
applicalbe)
Yes
No Obwohl statistisch kein signfikanter Unterschied vorlag
Not addressed konnte man doch sehen, dass Väter der Kontrollgruppe
gestresster waren (also höhere Werte angekreuzt
hatten). Dies konnte v.a. in der Kategorie “Veränderung
der Elternrolle” festgestellt warden.
Conclusions and What did the study conclude? What are the implications
implications of these results for practice? What were the main
limitations or biases in the study?
Conclusions were
appropriate given study Die Schlussfolgerungen wurden mit Resultaten aus
methods and results anderen Studien untermauert.
Valentina De Crosta 93
Anhang D: Pyramide DiCenso
!
!
!
DiCenso, A., Bayley, L. & Haynes, R. B. (2009). Accessing pre-appraised evidence: fine-tuning the 5S
model into a 6S model. Evidence Based Nurse,12(4), 99-101.
!
Valentina De Crosta 94