ASE-Atemstimulierende Einreibung
Die Atemstimulierende Einreibung (ASE) ist eine
rhythmische Eintreibung an Rücken oder Brustbereich
mit dem Ziel, dass Patient/Bewohner ruhiger und
tiefer atmet .
Grundsätze:
• Die ASE kann nur gelingen, wenn die Pflegekraft
und der Patient einen gemeinsamen Rhythmus
findet
• Die ASE ist ein Teil der Pneumonieprophylaxe
• Die ASE ist ein Teil der basalen Stimulation
Ziele :
• Der Atmung wird vertieft
• Der Patient wird beruhigt und entspannt
• Der Patient ist in der Lage ein- und
durchzuschlafen
• Die Körperwahrnehmung wird verbessert
• Die Orientierung wird verbessert
Vorbereitung;
Indikation
➢ Die ASE wird bei folgenden Indikationen
durchgeführt :
• Schonatmung bei Schmerzen
• Bei oberflächlicher, beschleunigter oder
ungenügender Atmung
• Unruhe
• Einschlafstörungen
• Depressionen oder andere Emotionale Belastung
• Mangelnder Körperwahrnehmung
• Im Vorfeld von schweren Operationen
• Zur Unterstützung bei der Beatmungsetnwöhnung
Kontraindikationen
• Da bei ASE keine Handschuhe getragen werden
sollen, kann es bei Patienten mit ansteckenden
Hautkrankheiten nicht durchgeführt werden
• Bei Patienten mit Herz- oder Lungenkrankheiten
muss der Arzt bei Maßnahme um die Zustimmung
gebeten werden
Achtung!
• Bei einigen Patienten kann eine Allergie
bestehen gegen die Massage-lotion oder
Massageöl
• Die ASE wirkt in der Regel beruhigend. Bei
einigen Patienten kann jaber auch das
gegenteilige Effekt eintreten .
Planung
• Es ist viel Erfahrung notwendig , insbesondere um
in richtige Rhythmus zu kommen .
• Für den ASE wird genug Zeit eingeplant, mind.,10
min.
• Die Pflegekraft soll selbst vor der Maßnahme
etwas zu Ruhe kommen ,damit ihre Unruhe sich
nicht auf Patient überträgt
• Die Maßnahme wird einmal am Tag durchgeführt
, falls keine andere Verordnung besteht
Notwendiges Material
• Unparfümiertes W/O Lotion
• Alternative Massagenöl
• Ggf. Aromalampe mit
ätherischen Öl
• Ggf. Nierenschale oder Sputumbecher
• Zellstoff
• Abwurfbeutel
Organisation
• Wenn notwendig, wärmt sich die Pflegekraft die
Hände an
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfiktion durch
• Der Patient wird über die entstehende
Maßnahme informiert und um die Zustimmung
gebeten
• Dem Patient wird ein Toilettengang angeboten
• Das Bett wird auf eine angenehme Arbeitshöhe
gestellt
• Die Fenster werden geschlossen und die Raumluft
ggf. auf eine angenehme Temperatur geheizt
• In einem Doppelzimmer wird ein Sichtschutz
aufgebaut
• Das betreten des Patientenzimmer durch
Angehörigen unterbunden
• Die Kleidungsstücke werden ausgezogen ,das
Rücken muss frei sein
• Unnötige Lagerungshilfsmittel werden entfernt
• Die mobile Patienten werden gebeten sich
hinzusetzen , etwa an einen Tisch oder „verkehrt
herum“auf einen Stuhl. Die Arme müssen bequem
abgestützt werden
• Immobile Patienten werden in eine 135•
Lagerung gebracht und bis zur Hüfte zugedeckt
• Die Pflegekraft darf keine Ringe tragen , da diese
die Haut verletzen könnten
Durchführung
• Die Pflegekraft wärmt eine angemessene Menge
Lotion zwischen den Händen an
• Der Patient wird gebeten, während der
Maßnahme nicht unnötig zu reden. Auch die
Pflegekraft redet möglichst wenig
• Der Patient wird aufgefordert sich auf die
Bewegungen zu konzentrieren
• Die Pflegekraft verteilt von oben nach unten in
gleichen , gleichmäßigen Bewegungen die Lotion
auf den Rücken
• Die Pflegekraft legt die Hände auf den Schultern
ab des Patienten [Link] Daumen werden nicht
abgespreizt . Alle Finger gehen geschlossen
aneinander
• Die Hände gleiten in Kreisbewegungen nach
unten . Während der Ausatmung fokussiert sich
der Druck auf die Bereiche nahe der Wirbelsäule.
Die Hände beginnen mit der Bewegung nach
außen
• Die Fingerspitzen weisen während des gesamten
Ablaufs zum Nacken
• Der Druck wird gleichmäßig über die gesamte
Handoberfläche verteilt. (Alternative Methode:
Der Druck wird primär über den Daumen und den
Zeigefinger ausgeübt.)
• Während der Einatmung befinden sich die Hände
an den Randbereichen des Rückens und üben dort
deutlich weniger Druck aus. Sie bewegen sich
dann wieder in Richtung Wirbelsäule.
• Sobald die kreisenden Bewegungen den unteren
Rand des Brustkorbes erreichen, werden die
Hände nacheinander gelöst und wieder auf den
Schultern abgelegt. Zumindest eine Hand sollte
stets den Hautkontakt bewahren.
• Die Pflegekraft überprüft die Atmung des
Bewohners. Das Ausatmen sollte doppelt so lange
dauern wie das Einatmen. Ggf. atmet die
Pflegekraft mit dem Bewohner. Sie gibt also den
Takt vor, um einen gemeinsamen Rhythmus zu
finden.
• Der komplette Bewegungsablauf wird sechs- bis
achtmal wiederholt
• Zum Schluss wird der komplette Rücken vom
Nacken bis zum Steißbein sanft ausgestrichen
(also in geraden und direkten Bewegungen von
oben nach unten). Auch hier werden die Hände
versetzt vom Körper gelöst, um den
Körperkontakt zu bewahren.
• Danach wird der Rücken des Bewohners warm
zugedeckt. Dem Bewohner wird die Möglichkeit
gegeben, sich zu erholen.
Nachbereitung:
• Wenn der Bewohner während der Maßnahme
einschläft, kann vermerkt werden, dass die
atemstimulierende Einreibung insbesondere für
die Schlafförderung genutzt werden kann. Der
Bewohner wird in diesem Fall vorsichtig wieder
bekleidet und zugedeckt.
• Die gesamte Bekleidung des Bewohners wird
gerichtet und der Bewohner bequem gelagert.
• Die Pflegekraft fragt nach dem Befinden des
Bewohners.
• Das Bettlaken wird von Falten befreit.
• Die Klingel wird in Reichweite gelegt.
• Der Bewohner wird befragt, ob er weitere
Wünsche habe. Insbesondere wird ihm ein
Getränk angeboten.
• Das Zimmer wird gelüftet.
• Das verbrauchte Material wird entsorgt.
• Die Pflegekraft führt eine hygienische
Händedesinfektion durch.
• Die Pflegekraft räumt das Zimmer auf.
• Die Maßnahme wird dokumentiert. Die Lagerung
wird im Lagerungs- und Mobilitätsplan
verzeichnet.
• Beobachtungen, etwa Hautveränderungen oder
Schmerzäußerungen, werden dokumentiert und
ggf. dem Hausarzt mitgeteilt.
• Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
Dokumente
• Leistungsnachweis
• Berichtsblatt
• Dokunentenblatt „Meldung an der Arzt“
Verantwortlichkeit/
Qualikation:
• Alle Pflegekräfte