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EMPATHIE

Das Dokument enthält Ratschläge für Ärzte im Umgang mit schwierigen Patientensituationen. Es werden mögliche Probleme im Gespräch beschrieben wie Ungeduld, Angst oder sprachliche Barrieren und empfohlene Reaktionen dargestellt.

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Nikolas Abakumov
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Das Dokument enthält Ratschläge für Ärzte im Umgang mit schwierigen Patientensituationen. Es werden mögliche Probleme im Gespräch beschrieben wie Ungeduld, Angst oder sprachliche Barrieren und empfohlene Reaktionen dargestellt.

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Wenn gibt es einen Notfall

-Herr Müller, bedauerlicherweise muss ich unser Gespräch kurz unterbrechen, weil ich mit
dem Oberarzt sprechen muss.
-Herr Oberarzt, ich habe einen Patienten und vermute einen lebensbedrohlichen Zustand,
nämlich, Myokardinfarkt etc. und der Patient braucht dringend eine Behandlung. Wenn ich
jetzt auf der Station wäre, würde ich sofort mit dem Oberarzt telefonieren, (ich denke, es
handelt sich um einen Notfall), Erste Maßnahmen:
1. Den Pat. aufsetzen und beruhigen, Sauerstoff-Gabe
2. Schneller venöser Zugang, Schmerzmittel (Morphin)
3. EKG schreiben
4. Labor - Herzenzime CITO (15-30min)
5. Medikamente: ASS, Clopidogrel- per os, Heparin i.v. usw.
Darf ich aber diesmal das Anamnesegespräch bis zum Ende durchführen? Danke.

«DOKTOR, ICH STERBE!»Bitte, nicht so schnell :)Zumindest nicht in meinem Dienst, das
lasse ich Ihnen nicht machen.
1. Deswegen bleiben Sie bitte ruhig, atmen Sie tief ein und aus und sagen Sie mir bitte,
was eigentlich passiert ist.
2. Sie werden wieder gesund.
3. Sie sind in guten Händen.

Der Patient möchte lieber mit einem Oberarzt oder mit einem anderen Kollegen
sprechen.
• Dem Patienten erklären, dass Sie Ihr Studium abgeschlossen haben und für das
Aufnahmegespräch gut ausgebildet sind.
- „Herr / Frau X, - „Ich habe meine Qualifikationen in Deutschland anerkannt." - „Ich habe
mein Studium mit guten / den besten Noten abgeschlossen und habe schon viele
Aufnahmegespräche durchgeführt."
- „Aber keine Sorge, Herr / Frau X, nach diesem Gespräch bespreche ich alles mit dem
Oberarzt. Die weiteren Entscheidungen werden wir zusammentreffen." - „Sie sind hier in
besten Händen." - „Wir arbeiten im Team und alle Entscheidungen werden gemeinsam mit
dem Oberarzt getroffen."
- „Es tut mir leid, Herr / Frau X, aber im Moment sind alle anderen Kollegen auf Station / im
OP / nicht verfügbar.".
„Keine Sorge, Herr / Frau X, ich bin für die Station zuständig. Sie sind bei mir in guten
Händen."
• Dem Patienten erklären, dass er, wenn er unbedingt zuerst mit einem Oberarzt sprechen
möchte, warten muss und bis dahin keine Medikamente gegen seine Beschwerden
bekommen kann.
- „Okay, Herr / Frau X, ich sehe, was ich für Sie tun kann, und versuche, den Oberarzt
schnellstmöglich zu
Patient spricht nicht klar und deutlich. Der Patient spricht zu schnell.
• Dem Patienten erklären, dass Sie Notizen machen müssen, er deshalb bitte langsamer
sprechen möge.
- „Langsam bitte, Herr / Frau X, ich notiere mir alles." - „Sprechen Sie bitte etwas langsamer,
damit ich alles genau notieren kann."
Der Patient spricht zu langsam.
• Dem Patienten höflich erklären, dass er ein bisschen Tempo machen solle, weil Sie
schnellstmöglich mit der Behandlung beginnen wollen und die Zeit drängt.
- „Geben Sie gern ein bisschen Gas, Herr / Frau X, damit wir schnell alle Fragen klären und
mit der Behandlung beginnen können." - ,
„Antworten Sie bitte gern kurz und knapp, denn wir wollen keine Zeit verlieren."
Der Patient spricht zu leise.
• Den Patienten einfach darum bitten, dass er etwas lauter spricht.
- „Sprechen Sie bitte etwas lauter." - „Würden Sie bitte etwas lauter sprechen, sodass ich
alles gut verstehen kann?"
Der Patient spricht im Dialekt.
- „Würden Sie bitte Hochdeutsch sprechen?" - „Würden Sie dies bitte auf Hochdeutsch
wiederholen?" - „Sie sprechen einen interessanten Dialekt, würden Sie das für mich auf
Hochdeutsch wiederholen?"
Der Patient unterbricht Sie mit Fragen.
• Dem Patienten erklären, dass die Zeit knapp ist und Sie zuerst eine Diagnose stellen
wollen, sodass Sie ihn schnell therapieren können; ankündigen, dass Sie danach alle Fragen
beantworten werden.
- „Lassen Sie mich bitte erst alle meine Fragen stellen, damit ich mir schnell ein Bild machen
kann und wir mit der Behandlung beginnen können. Aber keine Sorge, Ihre Fragen werden
nicht vergessen. Die stellen Sie, wenn wir einmal durch sind." - „Lassen Sie mich bitte
aussprechen, Herr / Frau X, damit wir schnell durch das Aufnahmegespräch kommen und
mit der Therapie beginnen können. Ihre Fragen stellen Sie bitte am Schluss.
Dem Patienten eine effiziente Gesprächsstruktur vorschlagen.
- „Alle diese Informationen sind wichtig, aber lassen Sie uns zuerst die jetzigen Beschwerden
erklären. Bitte beantworten Sie meine Fragen, und zum Schluss werde ich Sie fragen, ob wir
noch etwas vergessen haben." - „Ja, das sind sehr wichtige Informationen, Herr / Frau X. Wir
wollen uns nun aber zuerst auf das Wesentliche konzentrieren / das Wichtigste herausfiltern.
Am Schluss stellen Sie bitte alle Ihre Fragen."
Patient fordert sofortige Diagnose
Der Patient ist aufgeregt und fordert die sofortige Diagnosestellung.
(„Habe ich Krebs?" „Was habe ich?" „Brauche ich eine Operation?" usw.)
1. Sie glauben nicht, dass der Patient Krebs hat / eine Operation braucht usw.
- „Herr / Frau X, wieso denken Sie gleich an das Schlimmste? Versuchen Sie bitte, sich ein
bisschen zu beruhigen, sodass ich meine Fragen zu Ende führen kann. Ich glaube nicht,
dass es sich bei Ihnen um ... handelt, aber wir werden ein paar Untersuchungen
durchführen, sodass wir sicher sein können, dass alles in Ordnung ist."
2. Sie glauben, dass der Patient Krebs hat / eine Operation braucht usw
- „Herr / Frau X, ich bitte Sie um ein bisschen Geduld. Im Moment kann ich leider noch nichts
ausschließen. Wir werden jetzt dieses Gespräch zu Ende führen, danach werde ich einige
Untersuchungen für Sie organisieren. Wenn dann alle Ergebnisse da sind, können wir uns
besser orientieren und hoffentlich eine klare Diagnose stellen. Ich werde Ihnen alles Schritt
für Schritt erklären, inklusive der Therapie." - „Herr / Frau X, ich glaube, eine Operation wird
nötig sein. Aber versuchen Sie bitte, sich nicht so viele Gedanken zu machen. Die Kollegen
hier sind sehr gut ausgebildet und solche Operationen werden bei uns routinemäßig
durchgeführt. Sie sind hier in den besten Händen."
3. Sie haben keine Ahnung, was der Patient hat und was Sie in dieser Prüfung
überhaupt machen, Sie wollen den Rest Ihres Lebens Ziegen hüten.
- „Herr / Frau X, ich bitte Sie um ein bisschen Geduld. Im Moment kann man leider noch
keine Diagnose stellen. Ich werde Ihren Fall mit dem Oberarzt besprechen und wir werden
zusammen das weitere Vorgehen abstimmen. Ich werde Ihnen alles Schritt für Schritt
erklären, inklusive der Therapie."
- „Ja, Herr Professor Y, genau das wollte ich mit Ihnen besprechen. Ich will ehrlich
sein, ich bin mir nicht sicher, was der Patient hat. Deswegen möchte ich Sie um Ihren
Ratschlag / Ihre Meinung zu ... bitten."

Patient fordert sofortige Therapie


Der Patient ist ungeduldig und fordert sofortige Behandlung / Medikation.
• Dem Patienten erklären, dass Sie ihm nichts verabreichen können, bevor Sie nicht genau
wissen, was er hat; dafür muss er ein paar Fragen beantworten; erst danach kann er die
bestmögliche Therapie bekommen.
- „Ich muss Sie noch um etwas Geduld bitten, Herr / Frau X.
Wir müssen erst klären, was Ihnen genau fehlt. Dafür beantworten Sie bitte zuerst meine
Fragen. Nur dann können wir sicherstellen, dass Sie die beste Therapie bekommen." -
„Lassen Sie uns erst genau klären, was Ihnen fehlt. Dafür müssen Sie ein paar Fragen
beantworten. Dann kann ich entscheiden, welche Therapie Ihnen am besten hilft."
• Wenn der Patient sehr aufgeregt ist, können Sie ggf. Sauerstoff verabreichen. Doch erst
dann, wenn Ihnen klar ist, was er hat, geben Sie ihm auch ein Schmerzmittel.
- „Herr / Frau X, ich verstehe Ihre Situation / dass Sie Angst / Schmerzen haben. Um Ihre
Situation zu erleichtern / zu verbessern, bekommen Sie erst einmal etwas Sauerstoff.
Es wird Ihnen dann schon etwas besser gehen. Ein Schmerzmittel darf ich Ihnen aber erst
verabreichen, wenn Sie alle meine Fragen beantwortet haben."

WENN DER PATIENT ANGST UND SCHMERZEN HAT

● Frau/ Herr, versuchen Sie bitte ruhig zu bleiben. Bevor ich Ihnen ein Schmerzmittel
anbieten kann, muss ich Ihnen im Voraus ein paar wichtige Fragen bezüglich Ihrer
Beschwerden stellen. Aber ich kann Ihnen schon jetzt eine Sauerstoffmaske geben,
damit Sie Ihre Schmerzen bis zum Ende unseres Gesprächs aushalten können. Und
sagen Sie mir bitte auch: können Sie Ihre Schmerzen im Sitzen ertragen oder
möchten Sie sich legen? Dann bitte legen Sie sich auf die Liege. Fühlen Sie sich
besser? Dann fangen wir an!
● Haben Sie Allergien? (immer fragen, bevor du dem Patienten eine Tablette
anbietest)
● Frau/Herr, ich merke, dass Sie Ihre Schmerzen kaum ertragen können. Soll ich Ihnen
jetzt eine Schmerztablette/ eine Spritze mit dem Schmerzmittel geben oder können
Sie die Schmerzen noch aushalten, bis unser Gespräch zum Ende kommt?
WENN SICH DER PATIENT STÄNDIG ÜBER DIE FRAGEN WUNDERT
Herr/ Frau, machen Sie sich bitte keine Gedanken. Das ist eine absolut routinemäßige Frage
«OH MEIN GOTT!! IST DAS GEFÄHRLICH?? ICH STERBE??/ WAS IST DAS??»
Herr/ Frau, ich möchte zu Ihnen ehrlich sein. Trotzdem versuchen Sie bitte ruhig zu bleiben.
Momentan sind Sie bei uns im Krankenhaus/ in der Praxis, unser professionelles Team hat
viel Erfahrung in der Behandlung solcher Krankheiten. Zusammen finden wir die beste
Lösung für Ihre Situation.
«WARUM MUSS ICH SO VIEL WARTEN??? DAS IST UNMÖGLICH!»
Herr/ Frau, entschuldigen Sie mich bitte, aber ich musste sofort in den OP-Saal, weil
wir vor ein paar Stunden einen sehr schweren Patienten aufgenommen haben. Und
unser ganzes Team kämpft momentan für sein Leben! Jetzt bin ich komplett für Sie
da. Sagen Sie mir bitte, was eigentlich passiert ist!
WENN DER PATIENT ZU VIELE UNNÖTIGE FRAGEN STELLT
1. Herr/ Frau, ich verstehe Ihren Wunsch, alle Informationen über Ihre Diagnose so
schnell wie möglich zu erhalten. Ich muss im Moment alle wichtigen Fragen stellen.
2. Herr/ Frau, Entschuldigung, aber ich soll Sie unterbrechen. Alle diese Informationen
sind für mich sehr wichtig. Aber um Ihnen so schnell wie möglich zu helfen, möchte
ich mich zuerst auf Ihre aktuellen Beschwerden konzentrieren. Später können wir in
Ruhe alle anderen Details besprechen.
3. Eine gute Frage, Herr/ Frau! Später beantworte ich sie mit großem Vergnügen. Aber
momentan möchte ich mich auf Ihre aktuellen Beschwerden konzentrieren, um Ihnen
so schnell wie möglich zu helfen. Deswegen bitte ich Sie um ein bisschen Geduld zu
haben bis ich alle für die Diagnose wichtigen Fragen stelle, ist es für Sie in Ordnung?
«WARUM STELLEN SIE ALLE DIESE FRAGEN??? DOKTOR, ICH HABE SCHMERZEN,
WARUM FRAGEN SIE MICH ÜBER DIE ERKRANKUNGEN IN DER FAMILIE???»
Und mein größter Wunsch ist, Ihnen so schnell wie möglich zu helfen. Aber diese Fragen
sind routinemäßig und müssen beim Aufnahmegespräch unbedingt gestellt werden.
Deswegen bitte ich Sie um ein bisschen Geduld! Können wir weiter machen?
WENN DER PATIENT ANGST VOR DEM KREBS HAT/ IN DER FAMILIE GIBT ES FÄLLE
VON KREBS (ABER DIE DIAGNOSE IST KEIN KREBS)
1. Herr/ Frau, in diesem Fall kann ich Sie beruhigen, weil Krebs nicht 100% erblich ist.
Außerdem gibt es verschiedene Faktoren, die eher dagegensprechen, wie z.B. Ihr
Alter/ andere Sachen. Deswegen machen Sie sich bitte keine Sorgen.
2. Herr/ Frau, man muss nie im Voraus an das Schlimmste denken. Ihre Beschwerden
können verschiedene Gründe haben (nennen, wenn es möglich ist). Zuerst müssen
alle notwendigen Untersuchungen durchgeführt werden, damit die richtige Diagnose
festgestellt werden kann. Deswegen machen Sie sich bitte keine Sorgen. Sie sind in
guten Händen, unser Team ist sehr professionell und gut ausgebildet und macht sein
Bestes, damit Sie wieder gesund sind.
WENN DER PATIENT ZU SAUER UND UNAUSGEGLICHEN IST
Herr/ Frau, bitte, beruhigen Sie sich!! Es wäre so nett von Ihrer Seite, ein bisschen Geduld
zu haben, damit ich mich auf Ihre aktuellen Beschwerden besser konzentriere und auf diese
Weise so schnell wie möglich richtige Diagnose stelle. Bitte, ein bisschen Geduld!
ÜBERGABE VON SCHLECHTEN NACHRICHTEN
● Leider habe ich keine guten Nachrichten für Sie. Die Befunde ergaben, dass Sie …
haben. Das ist eine bösartige Geschwulst… Es tut mir sehr leid, Ihnen mitteilen zu
müssen.
● Vielleicht brauchen Sie Zeit, um allein zu bleiben? Und danach erzähle ich Ihnen das
weitere Vorgehen.
● [Informationen über die Erkrankung und Behandlung] Heutzutage hat die Medizin
einen großen Fortschritt in der Behandlung des Krebses gemacht. Es gibt
verschiedene Alternativen, z.B…, und sie zeigen sehr gute Ergebnisse.
● Herr/ Frau, aber Sie sollen wissen: wir werden immer dabei sein. Unser ganzes Team
macht alles, damit Sie diesen sozusagen Schicksalsschlag stoisch überleben können.
Bitte, bleiben Sie nicht allein! Gibt es jemand, der sich um Sie kümmern könnte? Soll
ich den Sozialdienst verständigen? Soll ich jemanden für Sie anrufen?
ALLGEMEINE REAKTIONEN
1. Prima!
2. Lassen Sie uns zuerst Sie untersuchen.

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