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Medikamente: in Der Notfallmedizin

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M.

Bastigkeit
Matthias Bastigkeit
unter Mitarbeit von Susanne Witzany-Pichler
»Medikamente in der Notfallmedi- vertieft, wieder neue Medika-
zin« – seit 25 Jahren das Standard- mente aufgenommen und gegen-
werk für Aus- und Fortbildung zum wärtige Diskussionen aufgegrif-
Einsatz von Pharmaka im Rettungs- fen. Die aktuellen Empfehlungen

Medikamente in der Notfallmedizin


dienst. In verständlicher Sprache der Fachgesellschaften werden
zeigt Matthias Bastigkeit, dass die bei den relevanten Themen und
Pharmakologie als spannendes jeweiligen Medikamenten klar
Teilgebiet der Notfallmedizin für dargelegt. Größte Neuerung
alle im Rettungsteam Engagierten sind Kasuistiken, die den Einsatz
gut zu beherrschen ist. von Medikamenten fallbezogen
aufzeigen. Damit richtet sich das
Die 9., gänzlich überarbeitete Buch auch stärker an der Team-
Auflage hält den bewährten arbeit von Notfallsanitäter und
Aufbau bei: Auf die Einführung zur Notarzt aus.
allgemeinen Pharmakologie folgt
die ausführliche Darstellung der Fazit der Fachkritiker:
im Rettungsdienst gebräuchlichen »Dieses Buch sollte zum abso-
Medikamente. Daran schließen luten Standard jeder Rettungs­
sich die »Pharma-Infos« als assistenten-Ausbildung gehören,
praktische Kurzübersichten an. Für um den Bereich Pharmakologie
die Neuauflage wurden jedoch die im Rettungsdienst umfassend
pharmakologischen Grundlagen abzuarbeiten.«

Matthias Bastigkeit unter Mitarbeit von Susanne Witzany-Pichler

Medikamente Medikamente
in der Notfallmedizin in der Notfallmedizin
ISBN 978-3-943174-94-6 [Link] 9., gänzlich überarbeitete Auflage
Medikamente in der
Notfallmedizin
Matthias Bastigkeit
unter Mitarbeit von Susanne Witzany-Pichler

9., gänzlich überarbeitete Auflage

Verlagsgesellschaft Stumpf + Kossendey mbH, Edewecht 2019


Anmerkungen des Verlags
Die Herausgeber bzw. Autoren und der Verlag haben höchste
Sorgfalt hinsichtlich der Angaben von Therapie-Richtlinien, Me-
dikamentenanwendungen und -dosierungen aufgewendet. Für
versehentliche falsche Angaben übernehmen sie keine Haftung.
Da die gesetzlichen Bestimmungen und wissenschaftlich be-
gründeten Empfehlungen einer ständigen Veränderung unter-
worfen sind, ist der Benutzer aufgefordert, die aktuell gültigen
Richtlinien anhand der Literatur und der medizinischen Fach-
informationen zu überprüfen und sich entsprechend zu verhal-
ten. Die Angaben von Handelsnamen, Warenbezeichnungen etc.
ohne die besondere Kennzeichnung ®/™/© bedeuten keinesfalls,
dass diese im Sinne des Gesetzgebers als frei anzusehen wären
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liche Sprachform gewählt worden. Alle personenbezogenen Aus-
sagen gelten stets für Personen beliebigen Geschlechts gleicher-
maßen.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek


Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische
Daten sind im Internet über [Link] abrufbar.

© Copyright by Verlagsgesellschaft
Stumpf und Kossendey mbH, Edewecht 2019
Umschlagfoto: Jochen Thiele, Hamburg
Satz: Bürger Verlag GmbH & Co. KG, Edewecht
Druck: M.P. Media-Print Informationstechnologie GmbH,
33100 Paderborn

ISBN 978-3-943174-94-6
Inhalt
Abkürzungen IX
Vorwort zur 1. Auflage XV
Vorwort zur 9. Auflage XVI
Legende XVII

A Allgemeine Hinweise zur


Medikamentenapplikation 1
1 Von der Notkompetenz zur Pyramide 2
2 Kostendämpfung 4
3 Arzneimittellogistik 6
3.1 Beschaffung von Arzneimitteln 6
3.2 Lagerung von Arzneimitteln 11
3.3 Umgang mit Betäubungsmitteln (BtM) 15
3.4 Kennzeichnung von Spritzen 24

4 Auswahl von Arzneimitteln 30

B Grundlagen der Pharmakologie 33


1 Pharmakokinetik – echt bewegend! 35
1.1 Arzneistoffapplikation 36
1.2 Arzneistoffresorption 49
1.3 Arzneistoffverteilung 51
1.4 Arzneistoffumwandlung 53
1.5 Arzneistoffausscheidung 54

2 Pharmakodynamik 58
2.1 Rezeptorvermittelte P
­ harmakonwirkungen 58
2.2 Arzneimittelwirkungen durch B
­ eeinflussung
von Ionenkanälen 72

V
2.3 Hormone am Herzen?! –
hormonelle Arzneimittelwirkungen 73
2.4 Geregelter KAT im Körper – e
­ nzymatische
­Arzneimittelwirkungen 74
2.5 Arzneimittelwirkungen am peripheren
­Nervensystem 75
2.6 Dosierung 88
2.7 Nebenwirkungen 92
2.8 Arzneimittelwechselwirkungen 95
2.9 Inkompatibilitäten 101

C Spezielle Pharmakologie 107


1 Analgetika 108
1.1 Übersicht 108
1.2 Schmerzentstehung 109
1.3 Das ideale Analgetikum – bis jetzt ein Traum 111
1.4 Schmerzanamnese 112
1.5 Einteilung der Analgetika 115
1.6 Kombinations- und Stufentherapie bei
Analgesie 169
1.7 Wann welches Analgetikum? 170

2 Narkotika 172
3 Kreislaufwirksame Medikamente 203
4 Kardiaka 231
5 Hypnotika / Sedativa 307
6 Medikamente in der ­kardiopulmonalen
­ eanimation
R 327
6.1 Übersicht 327
6.2 Applikationswege 329
6.3 ERC-Leitlinien 331

VI
6.4 ERC-Leitlinien für das akute ­
Koronarsyndrom (ACS) 337
6.5 Empfehlungen der European Society of
Cardiology (ESC) zum STEMI 342
6.6 Prognoseverbesserung nach Myokardinfarkt 375

7 Broncho-Therapeutika 392
7.1 Übersicht 392
7.2 Hintergrundinformationen zum Asthma 394
7.3 Unterschiede in der Therapie und
Kernaussagen 395

8 Fibrinolytika und Gerinnungshemmer 414


8.1 Physiologie der Blutgerinnung
und Fibrinolyse 414
8.2 Pharmakologische Beeinflussung von
Gerinnung und Aggregation 415
8.3 Übersicht Fibrinolytika 417
8.4 Klinisch oder präklinisch lysieren? 419
8.5 Lyse auch beim Apoplex 421
8.6 Nebenwirkungen der Fibrinolytika 424
8.7 Kontraindikationen 425
8.8 Wirkung der Fibrinolytika 426
8.9 Antikoagulanzien 427
8.10 Thrombozytenaggregationshemmer 429
8.11 Antifibrinolytika / Koagulanzien 459

9 Antidote 466
9.1 Übersicht 466
9.2 Therapiestrategien bei Vergiftungen 468
9.3 Spüllösungen bei Augenverletzungen 529

10 Antiemetika 533
10.1 Übersicht 533
10.2 Setrone (5-HT3-Antagonisten) 543

VII
11 Sonstige Pharmaka 547
12 Infusionslösungen und Plasmaersatzmittel 560
12.1 Kompensationsmöglichkeiten 561
12.2 Plasmaersatzmittel 565
12.3 Kristalloide Infusionslösungen 565
12.4 Kolloide Infusionslösungen 572
12.5 Halbelektrolytlösungen 579
12.6 Glukoselösungen 579
12.7 Pufferlösungen 580

13 Osmodiuretika 585

D Pharma-Infos 587

Anhang 695
Medikamente in der Schweiz und in Österreich 696
Medikamente im Rahmen der Notkompetenz 702
Medikamente für den Notfallsanitäter 703
Giftinformationszentren 707
Literatur 711
Abbildungsnachweis 736
Index 738

VIII
Vorwort zur 9. Auflage
Vor 25 Jahren hatte ich den Auftrag, für die Zeitschrift RET-
TUNGSDIENST eine Serie über Arzneimittel in der Notfall-
medizin zu erstellen. Zu dem Zeitpunkt gab es kein deutsch-
sprachiges Buch zu diesem Thema. Daraus entstand die Idee,
ein solches zu verfassen. Die erste Auflage hatte 314 Seiten
und wurde rasch zum Standardwerk bei der Ausbildung von
Rettungssanitätern. Diese 9. Auflage hat 750 Seiten und ist,
im Vergleich zur vorherigen, erheblich überarbeitet worden.
Alle Kapitel wurden revidiert und ergänzt. Der neuen Aus-
bildungs- und Prüfungsverordnung für den Notfallsanitäter
wurde Rechnung getragen. Die größten didaktischen Ände-
rungen sind sicherlich die Kasuistiken zu den jeweiligen
Notfallbildern. Diese unterstützen das fallorientierte Ler-
nen und stammen aus der Feder der erfahrenen Notärztin
Susanne Witzany-Pichler. Die Aussagen der aktuellen Leitli-
nien wurden integriert, die Literatur angepasst und der all-
gemeine Teil vereinfacht und erweitert.
In den letzten 25 Jahren bestand kontinuierlich ein enger
Kontakt zu den Lesern und Nutzern des Buches in Deutsch-
land, Österreich und der Schweiz. Jede Anregung ist will-
kommen und wird auch wieder in die Neuauflage einflie-
ßen.
Dem S+K-Verlag, namentlich Herrn Dr. Robert Beyer,
danke ich für die konstruktive und vertrauensvolle Zusam-
menarbeit und die Bereitschaft, dieses Buch so umfangreich
zu überarbeiten.

Matthias Bastigkeit
Im Oktober 2018

XVI
Legende

Analgetika Blut

Antidote Herz

Hypnotika Kreislauf

Narkotika Magen

Volumenersatz Niere

Atmung Bewusstsein

für Notfallsanitäter Pharma-Info


freigegeben

Atropin
________ mg/ml
˘ 595

Seitenverweis vom Textteil zur Pharma-Info

Atropin ˘ 361

Seitenverweis von der Pharma-Info zum Textteil

XVII
A
Allgemeine Hinweise zur
Medikamentenapplikation
3 Arzneimittellogistik
Mit der Änderung des Apothekengesetzes (ApoG, insb. § 14)
im Jahr 2002 sind die Rettungsdienste den Krankenhäu-
sern in der Versorgung mit Arzneimitteln rechtlich gleich-
gestellt worden. Im Rahmen von Qualitätssicherungsmaß-
nahmen soll der Leiter der Einrichtung eine sachkundige
Person benennen, die mit der Arzneimittelversorgung,
Beschaffung, Lagerung und Dokumentation betraut ist. Dies
ist einerseits eine Apotheke, mit der ein Arzneimittelversor-
gungsvertrag geschlossen wird, andererseits ein beauftrag-
ter Mitarbeiter, der die Organisation der Arzneimittel auf
der Rettungswache vornimmt.
Um ein Organisationsverschulden gar nicht erst entste-
hen zu lassen, sollten jedoch entsprechende Verantwortli-
che namentlich benannt werden. Die Grundsätze für eine
rechtssichere Delegation müssen dabei berücksichtigt wer-
den. Die benannte Person sollte »sachkundig« auf ihrem
Gebiet sein. Der Arzneimittelbeauftragte ist nicht nur
»Hüter der Medikamente«, er ist auch Ansprechpartner für
seine Kollegen, wenn es darum geht, über Arzneimittel zu
informieren.

3.1 Beschaffung von Arzneimitteln


Seit den 1970er Jahren werden Rettungswachen durch die
Krankenhausapotheken versorgt.
1987 wurde die Bundesarbeitsgemeinschaft »Arzneimit-
telversorgung der Organisationen des Rettungs- und Sani-
tätsdienstes« gegründet, die klare Vorstellungen und Ziele
hatte und den Rettungsdienst als Partner und nicht als Exot
ansah. Dennoch werden auch heute noch viele Rettungs-
diensteinrichtungen mit Arzneimitteln beliefert, ohne dass

6
Abb. 1 ˘ Kommissionierroboter in der Krankenhausapotheke
des Universitätsklinikums Münster

die Rettungsdienstmitarbeiter eine pharmazeutische Bera-


tung oder Arzneimittelinformationen erhalten.

Änderung von § 14 Apothekengesetz (ApoG)


Am 28.8.2002 ist das Gesetz zur Änderung des Apotheken-
gesetzes mit der für den Rettungsdienst wichtigen Ände-
rung von § 14 Abs. 8 Satz 1 Nr. 1 ApoG in Kraft getreten; die-
ser lautet:

»Krankenhäuser im Sinne dieses Gesetzes sind Einrichtungen


nach § 2 Nr. 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes. Diesen
stehen hinsichtlich der Arzneimittelversorgung gleich:
1. die nach Landesrecht bestimmten Träger und Durchführen-
den des Rettungsdienstes [...]
Die nach Landesrecht bestimmten Träger und Durchführenden
des Rettungsdienstes […] sind als eine Station im Sinne des Ab-
satzes 7 Satz 2 anzusehen [...].«

7
Damit ist rechtlich klar definiert, dass der Rettungsdienst
(als Organisation oder Wache) einer Station eines Kranken-
hauses gleichgesetzt wird. Mit allen Rechten und Pflichten!
Die Änderung des ApoG hat folgende Zielsetzungen:
˘ die Sicherung der Arzneimittelversorgung durch
einen Versorgungsvertrag,
˘ eine ortsnahe Versorgung durch Apotheken,
˘ die Festlegung der Rechte und Pflichten im Sinne
der Arzneimittelsicherheit,
˘ die Qualitätssicherung in der Arzneimittelbevor-
ratung des Rettungsdienstes,
˘ eine kostengünstige Arzneimittelversorgung.

Zusammenarbeit mit der Apotheke als Kooperationspart-


ner
Der Rettungsdienst muss mit einer ortsnahen Apotheke
einen schriftlichen Versorgungsvertrag abschließen. Die-
ser Vertrag muss durch die zuständige Behörde genehmigt
werden. Im Sinne der Arzneimittelsicherheit wird die Arz-
neimittelversorgung eng mit pharmazeutischer Betreuung
durch eine Versorgungsapotheke verknüpft. Hier müssen
sicherlich in beide Richtungen Berührungsängste abgebaut
werden. Für das pharmazeutische Personal einer Apotheke
ist der Rettungsdienst meist »ein unbekanntes Wesen«.
Bereits zu Beginn von Verhandlungen sollten Wünsche,
Ziele und Grenzen beidseitig abgesteckt werden. Dort sind
viele Detailfragen zu klären:
˘ Will und kann der Apotheker eine 24-Stun-
den-Rufbereitschaft für dringende Fälle herstel-
len?
˘ Ist die Belieferung kostenlos?
˘ Wie oft kontrolliert ein Apotheker die Lagerung
und Dokumentation von Arzneimitteln und

8
Betäubungsmitteln (BtM) auf der Rettungswa-
che?
˘ Beteiligt sich der Apotheker an Fortbildungsver-
anstaltungen?
˘ Welche Rabattvereinbarung lässt sich treffen?
˘ Liefert die Apotheke auch die Verbrauchsmateri-
alien und Medizinprodukte?
˘ Hat das Apothekenpersonal Fachkenntnis im
Bereich der Versorgung in Katastrophenfällen?

Analog zur Krankenhausversorgung ist die Arzneimittelver-


sorgung des Rettungsdienstes nur mit einer Apotheke, die
innerhalb derselben kreisfreien Stadt oder desselben Land-
kreises oder in miteinander benachbarten kreisfreien Städ-
ten und Landkreisen liegt, zu vereinbaren. Damit ist der
Versand von Arzneimitteln über weite Entfernungen aus-
geschlossen. Auch Internetversandapotheken können als
Versorger somit nicht gewählt werden. Diese räumliche
Begrenzung der Arzneimittelversorgung wurde in der Bun-
desrats-Drucksache 498/77 folgendermaßen begründet:

»Durch die Beschränkung der Versorgung auf einen abge-


grenzten Bereich wird eine schnelle Zustellung der Arzneimit-
tel ermöglicht und die zuständige Behörde in die Lage versetzt,
einen Überblick über den Versorgungsbereich einer Kranken-
hausapotheke zu behalten.«

Bei Massenanfällen von Verletzten, Großschadenslagen


und Katastrophenfällen kommt der Apotheke eine beson-
dere Bedeutung zu. Besonders die Versorgung mit Betäu-
bungsmitteln muss dann sichergestellt sein.

9
Welche Apotheke darf liefern?
Grundsätzlich darf jede ortsnahe Apotheke die Belieferung
des Rettungsdienstes vornehmen, nachdem ein Versor-
gungsvertrag geschlossen wurde. Die Anforderungen an
die Logistik, die Lagergröße und -vielfalt sind jedoch enorm.
Krankenhausapotheken und öffentliche krankenhausver-
sorgende Apotheken verfügen bereits über die organisato-
rischen Voraussetzungen. Sie führen Notfallmedikamente,
Antidote, Betäubungsmittel, Verbandstoffe und Medizin-
produkte in ausreichender Menge. Eine 24-Stunden-Not-
dienstbereitschaft ist ebenfalls sichergestellt.

Station im Sinne von § 14 Abs. 7 Satz 2 ApoG


Eine Verteilung von Arzneimitteln ohne fachliche pharma-
zeutische Betreuung an nachgeordnete Rettungswachen
wird durch das Gesetz ausgeschlossen. Der Vertrag zur Ver-
sorgung mit Arzneimitteln muss grundsätzlich zwischen
der versorgenden Apotheke und jeder einzelnen Rettungs-
dienstorganisation (Station im Sinne von § 14 Abs. 7 Satz 2
ApoG) geschlossen werden.
Der Rettungsdienstbetreiber sollte eine Arzneimittel-
kommission etablieren. Diese hat die Aufgabe, die not-
wendigen Arzneimittel und Medizinprodukte auszuwäh-
len. Auch im Rahmen der Qualitätssicherung ist es sinnvoll,
eine verantwortliche, sachkundige Person mit der Arznei-
mittellogistik zu berufen. An mehreren Rettungsdienst-
schulen wird als Zusatzqualifikation die Weiterbildung zum
»Arzneimittelbeauftragten im Rettungsdienst®« angebo-
ten. Dieser zweitägige Lehrgang schließt mit einer Prüfung
ab und vermittelt grundlegende Kenntnisse über Umgang,
Lagerung, Dokumentation und Verabreichung von Arz-
neimitteln. Nähre Informationen hierüber erteilt gern der
Autor dieses Buches.

10
3.2 Lagerung von Arzneimitteln

Gemäß § 16 der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) sind


Arzneimittel, Ausgangsstoffe, apothekenübliche Waren und
Prüfmittel übersichtlich und so zu lagern, dass ihre Quali-
tät nicht nachteilig beeinflusst wird und Verwechslungen
vermieden werden. Soweit ihre ordnungsgemäße Qua-
lität nicht festgestellt ist, sind sie unter entsprechender
Kenntlichmachung gesondert zu lagern. Dies gilt auch für
Behältnisse, äußere Umhüllungen, Kennzeichnungsmate-
rial, Packungsbeilagen und Packmittel. Die Vorschriften der
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie des Betäubungs-
mittel- (BtMG) und des Medizinproduktegesetzes (MPG)
einschließlich der hierzu erlassenen Verordnungen bleiben
unberührt. Die Lagerungshinweise des Arzneibuches sind
zu beachten.

MERKE:
Die Qualität eines Arzneimittels ist nur dann bis zum Ende
der Laufzeit garantiert, wenn die Lagerung sachgemäß ist
und die Lagerungshinweise für Arzneimittel berücksichtigt
werden.

Die sachgemäße Lagerung von Arzneimitteln ist nur


solange zuverlässig gewährleistet, wie diese unter professi-
oneller Kontrolle stehen. Bei der Lagerung auf der Rettungs-
wache oder in einem Zentrallager müssen folgende Aspekte
berücksichtigt werden:
˘ Im Lager sind nur Originalverpackungen vorzu-
halten.
˘ Fach- und Gebrauchsinformationen sind aktuell
vorzuhalten und werden erst nach vollständigem

11
Entleeren entfernt. Sinnvoll ist ein Ordner, in dem
alle Fachinformationen der gelagerten Arzneimit-
tel dokumentiert werden. Diese können online
unter [Link] geladen und gedruckt
werden.
˘ Einzelne Ampullen dürfen im Lager nicht vorge-
halten werden.
˘ Zu- und Abgänge von Arzneimitteln sind in einer
Arzneimittelliste (als Printversion oder Software)
zu dokumentieren.

Abb. 2 ˘ Lagerung im Schrank

12
Lagerbedingungen
Es ist vor allem auf die richtige Lagertemperatur, den Aus-
schluss von Feuchtigkeit und den Lichtschutz durch Belas-
sen der Arzneimittel in der Originalverpackung zu achten.
Temperaturbereiche ohne Zahlenangaben sind im amtli-
chen Arzneibuch wie folgt festgelegt:

Tab. 2: Temperaturbereiche bei Lagerung


Bezeichnung Temperatur
tiefgekühlt < – 15 °C
im Kühlschrank 2 – 8 °C
kalt/kühl 8 – 15 °C
bei Raumtemperatur 15 – 25 °C

Die Lagerungshinweise bezüglich der Temperatur sind ver-


bindlich und in der Regel auf den Packungen angegeben.
Das Fehlen von Temperaturangaben bedeutet für die Lage-
rung, dass das Produkt bei Raumtemperatur aufbewahrt
werden kann.
Wärmequellen wie Heizkörper, EDV-Anlagen und
Sonnen­ein­strahlung müssen auf ein Mindestmaß reduziert
werden.

Kühlkettenpflichtige Arzneimittel
Kühlkettenpflicht bedeutet, dass der vorgegebene Tempe-
raturbereich vom Hersteller bis zur Arzneimittel-Detailab-
gabestelle (innerhalb der gesamten Transportkette) sicher-
gestellt sein muss. In diese Präparategruppe fallen in erster
Linie die Lebendimpfstoffe. Hier ist nicht nur eine Unterbre-
chung der Kühlkette, sondern auch das Einfrieren zu ver-
meiden, weil dies zu Wirksamkeits- und Qualitätsverlusten
führen kann.

13
Abb. 3/4 ˘ Kühlfach im RTW

Haushaltskühlschränke arbeiten meist mit statischer


Kühlung, also ohne Ventilator für die Kälteverteilung. Im
Kühlfach findet der kräftigste Wärmeentzug an der Rück-
wand beim Verdampfer statt. Die kalte Luft sinkt nach
unten und die dort befindliche wärmere Luft steigt nach
oben. Durch diese Luftzirkulation entstehen inhomogene
Zonen mit unterschiedlichen Temperaturen. Diese Tem-
peraturdifferenzen sind für die Lagerung von Lebensmit-
teln durchaus gewollt. Umluftkühlschränke reduzieren die-
ses physikalisch bedingte Temperaturgefälle und sorgen
für homogenere Temperaturverhältnisse. Für die Lagerung
von kühlschrankpflichtigen Produkten (Arzneimittel und
Medizinprodukte) sind »Medikamenten-Kühlschränke« den
»Lebensmittel-Kühlschränken« klar vorzuziehen.

Thermometer
Die Temperaturen in den Arzneimittellagern und -kühl-
schränken müssen mit kalibrierten Thermometern (Zer-

14
B
Grundlagen der Pharmakologie
»Und ich sah in der rechten Hand des,
der auf dem Thron saß,
eine Buchrolle,
sie war innen und außen beschrieben
und mit sieben Siegeln versiegelt.«,

so steht es in der Offenbarung des Johannes (5,1), wo das


Volk ein rätselhaftes Buch empfängt.
Das Lamm aber bricht diese Siegel, beschäftigt sich mit
dem Inhalt und löst diese Rätsel! Werfen Sie Ihre Vorurteile
auch ins Meer des Vergessens und beginnen Sie, Pharmako-
logie nicht zum Vokabelfach zu degradieren, nur zu lernen,
ohne zu verstehen.
Nur wer die Grundlagen nicht nur lernt, sondern auch
begreift, der wird erkennen, dass es mit diesem Grundwis-
sen leichtfällt, Ableitungen zu treffen, pharmako-logisch zu
denken und Pharmakotherapie effizient(er) zu betreiben.

MERKE:
Zu den Grundlagen gehören vier elementare Fragen der
Pharmakologie:
• Wie gelangt ein Arzneimittel in den Organismus?
• Was passiert dort mit ihm?
• Was macht es dort und wie macht es das?
• Wie funktioniert das Nervensystem?

Überhaupt sind viele Wörter mit »W« wichtig für die Lehre.
Jeder Lernende (und Lehrende!) sollte sich ständig fragen:
˘ »Warum ist das so?«
˘ »Wie funktioniert das?«
˘ »Was passiert da?«

34
1 Pharmakokinetik –
echt bewegend!
Damit ein Medikament wirken kann, muss es (sachgerecht)
verabreicht werden. Die Gabe eines Arzneistoffes bezeich-
net man als Applikation (lat. applicare = anfügen, anwen-
den). Sie ist der erste Schritt beim »Schicksal eines Pharma-
kons im Körper«. Was klingt wie der Titel eines schnulzigen
Spielfilms, ist ein wichtiges Teilgebiet der Pharmakologie:
die Pharmakokinetik. Die Hauptrolle spielt das Medikament,
die Nebenrollen spielen Enzyme, Neurotransmitter und
andere Stoffe. Regie führen zwei: Sie, als Applikator, und
der Körper des Patienten. Das Gebiet der Pharmakokinetik
(griech. kinein = in Bewegung setzen) beschreibt, was mit
dem Medikament im Körper passiert, wie es sich verändert
und wie es den Körper verlässt.
Antworten auf die Fragen, was das Medikament mit dem
Körper macht, wie es wirkt, bleibt einem die Pharmakokine-

»Schicksal« eines Arzneimittels im Körper

Arzneistoffzubereitung

Transport, Freisetzung
Biopharmazie
Arzneistoff im Magen-Darm-Trakt

Resorption

Pharmakokinetik Arzneistoff im Blut

Verteilung, Metabolisierung, Ausscheidung

Arzneistoff am Wirkort
Pharmakologie Reaktion

Effekt

Abb. 1 ˘ »Schicksal« eines Arzneimittels im Körper

35
tik schuldig. Diese erfährt man durch die Pharmakodyna-
mik, doch dazu später mehr.

MERKE:
Schritte der Pharmakokinetik:
• Applikation (Verabreichung)
• Resorption (Aufnahme in den Körper)
• Distribution (Verteilung)
• Metabolisierung (Umwandlung)
• Wirkung
• Exkretion (Ausscheidung).

1.1 Arzneistoffapplikation
Der erste Schritt der Pharmakokinetik ist also die Auswahl
von Applikationsform, -art und -ort. Für den Bereich der
Notfallmedizin, in dem eine schnelle Wirkung entscheidend
ist, wird dies meist die parenterale Verabreichung (also am
Darm vorbei; griech. pará = neben und énteron = Darm) in
Form einer Injektion bzw. Infusion sein. Es leuchtet ein, dass
man einem bewusstlosen Patienten kein Arzneimittel oral
applizieren kann, da die Schluckreflexe nicht vorhanden
sind und Aspirationsgefahr besteht. Die intravasale Injek-
tion (lat. intra = in und vas = Gefäß) bietet folgende Vorteile:
˘ der Arzneistoff gelangt rasch zum Wirkort,
˘ er lässt sich exakt dosieren,
˘ die Bioverfügbarkeit beträgt meist 100%.

Nachteilig sind:
˘ der erhöhte Aufwand im Vergleich mit anderen
Applikationsarten,
˘ die erschwerte Durchführung in bestimmten Situa-
tionen (Hypovolämie, Hypotension, Säuglingsalter),

36
˘ Nebenwirkungen bei zu schneller Spritzgeschwin-
digkeit,
˘ Gewebeschäden bei paravenöser Injektion
bestimmter Wirkstoffe und
˘ Infektionen bei mangelhafter Hygiene.

Warum steht in der Tabelle 1 für oral die Abkürzung p.o.?


Warum wird Nifedipin (Adalat®) nicht sublingual verab-
reicht? Haben Sie sich diese Fragen gestellt? Nein? Warum
nicht? Wenn Sie es wussten, können sie entspannt bleiben.
Wenn aber nicht, dann noch einmal der dringende Appell:

Tab. 1: Notfallmedizinisch relevante Applikationsarten


Applika­ Abkür­ Applikations­ Beispiel Bemerkung
tionsart zung ort
intravenös i.v. in die Vene Injektionen, meist wässrige
Infusionen Lösungen
pulmonal in die Lunge/ Asthmaspray
Bronchien
intra­ i.m. in den Muskel Adrenalin bei nicht bei Herz­
muskulär allerg. Schock infarkt oder
Schlaganfall
intraossär i.o. in den wie i.v.
­Knochen
oral p.o. Magen-/ Acetylsalicyl­
Darmschleim­ säure
haut
sublingual s.l. unter die Nitroglycerin nicht Nifedipin!
Zunge
rektal Darmschleim­ Diazepam
haut beim kind­
lichen Krampf­
anfall
bukkal Mundschleim­ Midazolam
haut (Buccolam®)

37
Tab. 2: Applikationsarten
Applikationsort Applikationsart
auf die Haut epikutan (z.B. bei Allergie­
tests)
auf die
Haut

auf die Haut dermal


Applikation auf Haut- oder Schleimhäute

durch die Haut transdermal


Mund- und Zungenschleimhaut bukkal
auf die Zunge lingual
unter die Zunge sublingual
auf die Schleimhäute

Magen-Darm-Schleimhaut enteral
über den Mund (geschluckt) oral
Rektumschleimhaut rektal
Nasenschleimhaut nasal
Bronchialgewebe pulmonal
Bindehaut konjunktival
Genitalschleimhaut, weibl. intravaginal
Harnröhre intraurethral
in das Herz intrakardial
unabhängig
resorptions­

in die Arterie intraarteriell


in die Vene intravenös
in den Lumbalsack intralumbal
parenterale Applikation

in den Liquorraum intrathekal


in die Zunge intralingual
in das Bronchialgewebe bronchial
resorptionsabhängig

in den Markraum von Knochen intraossär


in den Gesäßmuskel intragluteal
in ein Gefäß intravasal
in den Muskel intramuskulär
in die Bauchhöhle intraperitoneal
in die Brusthöhle intrathorakal

38
Seien Sie neugierig, wissbegierig! Fragen Sie, forschen Sie,
schauen Sie nach, wenn etwas unklar ist!
P.o. heißt per oral oder per os (= durch den Mund). Nifedi-
pin-Kapseln werden vom Patienten zerkaut oder vom Ret-
tungsdienstpersonal angestochen, anschließend wird der
Inhalt mit Kapselhülle geschluckt. Der Wirkstoff wird oral
und nicht sublingual aufgenommen. Dies ist sinnvoller, da
die Resorption aus dem Magen rascher und vollständiger
verläuft. Der Beipackzettel wurde vor mehr als 15 Jahren
entsprechend geändert. Nitroglycerin hingegen wird sub-
lingual besser aufgenommen.

1.1.1 Orale Applikation

Im Allgemeinen die gebräuchlichste Applikationsart ist die


orale Gabe. Für die Notfallmedizin ist sie nur wenig geeig-
net, da das Bewusstsein des Patienten nicht getrübt sein
darf und der Wirkstoff nicht schnell genug zur Wirkung
gelangt. Unter Umständen kann eine orale Gabe sinnvoll
sein,
˘ wenn nach einer (parenteralen) Bolusgabe ein
Depoteffekt erreicht werden soll und beispiels-
weise bei hypertensiven Krisen die Gabe von Nife-
dipin (Adalat®) unzerkaut erfolgt, um einen Blut-
druckanstieg zu verhindern.
˘ wenn nach Intoxikationen Kohle zur Resorptions-
verminderung gegebenenfalls über Sonde oder
die Antidottherapie mit sab simplex® nach Vergif-
tungen mit Schaummitteln nötig sind.
˘ wenn das Medikament nicht als Injektion zur Ver-
fügung steht, beispielsweise Clopidogrel.

39
2.6 Dosierung
Die verabreichte Menge eines Arzneimittels sollte so
gewählt sein, dass sie zwar den gewünschten Effekt aus-
löst, jedoch keine schädlichen Nebenwirkungen auftreten.
Die Höhe der Dosis ist von vielen Faktoren abhängig, die
bei der Applikation berücksichtigt werden müssen. Körper-
gewicht, Lebensalter, Begleiterkrankungen, eingeschränkte
Organfunktionen sind nur einige davon.
Um sofort eine große Menge Wirkstoff im Körper anzu-
reichern, wird die erste Dosis, die Initialdosis, relativ hoch
gewählt. Die Erhaltungsdosis hingegen dient der Aufrecht-
erhaltung der Arzneimittelwirkung. Die ideale Dosierung
wird unter anderem bestimmt durch die therapeutische
Breite des Pharmakons (s.u.).
Die Dosierung wird u.a. bestimmt durch folgende Fakto-
ren:
˘ die Körpermasse,
˘ das Lebensalter,
˘ das Geschlecht,
˘ genetische Faktoren (Phänotyp, »Rasse«) und
˘ die Funktionsfähigkeit der Ausscheidungsorgane
(Leber, Niere etc.).

2.6.1 Halbwertzeit

Die Halbwertzeit (HWZ, t1/2) sagt aus, nach welcher Zeit die
Hälfte des Arzneistoffes vom Körper abgebaut worden ist.
Eine HWZ von 60 Minuten bedeutet: nach einer Stunde sind
50% des Wirkstoffes abgebaut. Beispielsweise hat das Seda-
tivum Diazepam eine HWZ von 70 (!) Stunden, ist dann erst
zur Hälfte abgebaut. Doch selbst bei der geschicktesten Ter-
minplanung hat der Tag (leider) nur 24 Stunden. Wenn der

88
Patient jeden Tag sein Präparat bekommt, wird was passie-
ren? Es kumuliert!
Ganz wichtig: Die Halbwertzeit ist nicht die Wirkdauer!!
Werden 10 mg eines Arzneistoffes mit einer Halbwert-
zeit von 70 Stunden verabreicht, sind nach dieser Zeit noch
5 mg im Körper vorhanden. Nach weiteren 70 Stunden sind
jedoch nicht etwa 2,5 mg übrig. Die Halbwertzeit bezieht
sich auf die erste Passage durch den Körper, den sog. First-
Pass-Effekt. Wie viel nach einer 2. »Runde« noch vorhanden
ist, kann nicht vorhergesagt werden. Diazepam mit seiner
HWZ von etwa 70 Stunden wirkt angstlösend, krampflö-
send, beruhigend, sorgt für Erinnerungslücken (amnestisch)
und hebt die zerebrale Krampfschwelle (antikonvulsiv). Jede
dieser Wirkungen hält unterschiedlich lange an. Ein ande-
res Beispiel ist das Antiarrhythmikum Amiodaron. Es hat
eine HWZ von 100 Tagen (!) und – bei i.v. Applikation – eine
Wirkdauer von 3 – 8 Minuten (!). Diese extremen Unter-
schiede erklären sich dadurch, dass der Wirkstoff sich zwar
lange im Körper aufhält, aber sich nicht im Plasma befindet.
Die Wirkung dauert nur so lange an, wie sich die Substanz
am Wirkort, häufig an Rezeptoren, befindet. Amiodaron ver-
bleibt 100 Tage oder länger zwar im Fettgewebe, aber nicht
am Wirkort.

MERKE:
Arzneimittel in der Notfallmedizin sollten schnell und kurz
wirken, dies wird als gute Steuerbarkeit bezeichnet.

2.6.2 Therapeutische Breite

Was ist nun, außer einer beliebten Prüfungsfrage, die the-


rapeutische Breite? Sie ist der Bereich, in dem ein Pharma-

89
kon sicher wirkt. Dieser Bereich wird nach unten begrenzt
durch die minimale therapeutische Konzentration (ab da
beginnt gerade eben die Wirkung) und nach oben durch die
minimale toxische Konzentration (ab da wird’s gefährlich).
Das Schmerzmittel Paracetamol beispielsweise wirkt beim

Menge

Therapeutische Breite
HWZ (t 1/2) Zeit
c
minimal-toxische Konzentration

therapeutische
Breite

minimal-therapeutische
Wirkdauer Konzentration

Abb. 13 ˘ Halbwertzeit und therapeutische Breite eines


Medikaments

90
Erwachsenen ab einer Dosis von 0,5 g. Die Tagesdosis liegt
bei maximal ca. 4 g. Ab einer Dosis von 15 g können Vergif-
tungserscheinungen auftreten. Das bedeutet, wenn man die
Tagesdosis vervierfacht, wird es bereits kritisch. Das Analge-
tikum hat somit eine enge therapeutische Breite. Dies belegt
auch die Tatsache, dass es in England auf der »Hitliste« der
Suizidmittel steht. Ein weiteres, klassisches Beispiel sind die
Herzglykoside aus der Fingerhutpflanze. Bei diesen Digita-
lispräparaten reicht eine Verdreifachung der Dosis, um toxi-
sche Effekte auszulösen. Ein Unterschreiten der minima-
len therapeutischen Konzentration hat zur Folge, dass eine
gewünschte Hauptwirkung ausbleibt. Dennoch kann es zu
unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Werden statt
20 nur 10 Tropfen eines Opioidanalgetikums eingenom-
men, kann dies ausreichen, um Übelkeit zu erzeugen, nicht
jedoch, um analgetisch zu wirken.

2.6.3 Dosierung ist individuell

Die Größe der Dosis ist von vielen Faktoren abhängig, die
bei der Applikation berücksichtigt werden müssen. Neben
Körpergewicht, Lebensalter, Begleiterkrankungen, einge-
schränkten Organfunktionen ist auch ein veränderter Volu-
menstatus mit geringerem Verteilungsvolumen bedeutsam,
da hierbei die Gefahr einer Überdosierung besteht.
Die ideale Dosierung wird unter anderem bestimmt
durch die therapeutische Breite des Pharmakons. Ein wei-
terer limitierender Faktor bei der Dosierung sind die Halb-
wertzeit und die Wirkdauer des Arzneistoffes. In der Praxis
wird sehr häufig nach Wirkung titriert, d.h. man tastet sich
durch kleine Bolusgaben an die gewünschte Wirkung heran,
wobei zwischen den Gaben der Wirkeintritt abgewartet
werden muss.

91
BEACHTE:
Der Wirkeintritt kann durch Faktoren wie z.B. Schock oder
vermindertes Herzzeitvolumen verzögert sein, sodass man
Gefahr läuft, zu schnell zu viel zu verabreichen.

PRAXISTIPP:
Die 5R-Regel
Sehr wichtig! Vor jeder Verabreichung eines Medikaments
soll man sich folgende fünf Fragen stellen:
1. Richtiger Patient?
2. Richtiges Medikament?
3. Richtiger Zeitpunkt?
4. Richtige Dosierung?
5. Richtige Applikationsart?

2.7 Nebenwirkungen
Nebenwirkungen sind Wirkungen eines Arzneimittels, die
neben der Hauptwirkung auftreten (Nomen est omen). Im
allgemeinen Sprachgebrauch sind damit unerwünschte
Wirkungen gemeint. Man kann sie in verschiedene Grup-
pen einteilen:

Nebenwirkungen, die unmittelbar mit der Hauptwirkung


verknüpft sind
Diese treten besonders bei Medikamenten auf, die an meh-
reren Organen gleichzeitig wirken. Atropin beispielsweise
steigert die Herzfrequenz und ist deshalb bei Bradykardien
indiziert. Als Nebenwirkung tritt eine verminderte Bewe-
gung (Motilität) der Muskulatur von Magen-, Darm- und
Gallenwegen auf. Am Auge führt Atropin zu einer Erwei-
terung der Pupillen (Mydriasis). Im Rahmen einer Therapie

92
C
Spezielle Pharmakologie
300 ¯

2 Narkotika
Übersicht
In dieser Gruppe werden Präparate zusammengefasst, die
zur Einleitung einer Narkose verwendet werden. Erwähnt
werden:

Tab. 5: Übersicht Narkotika


Wirkstoff Präparat Gruppe Pharma-Info
Esketamin Ketanest® S Analgo-­ S. 617
Narkotikum
Etomidat Hypnomi- Barbiturat­ S. 621
Narkotika

date® narkotikum
Fentanyl Fentanyl® Neurolept- S. 624
Narkotikum
Propofol Propofol-® Allgemein­ S. 669
Lipuro anästhetikum
Suxame- Lysthenon® depolarisie- S. 676
thonium- rendes Muskel-
chlorid/ relaxans
Succinyl-
cholin
Thiopental Trapanal® Barbiturat S. 679
Vencuroni- Norcuron® peripheres S. 689
umbromid Muskelrelaxans

Auch Präparate aus der Reihe der Benzodiazepine wie


Valium® (Diazepam) und Dormicum® (Midazolam) werden
zur Prämedikation eingesetzt.

172
esKETAmin
________ mg/ml
˘ 617

Zusammensetzung
Eine Injektionsflasche Ketanest® S enthält 5 mg (5 und
20 ml) bzw. 25 mg (2 und 10 ml) Esketaminhydrochlorid
pro ml. Weiterhin gibt es Generikazubereitungen in unter-
schiedlichen Dosierungen.

Indikation
˘ als Kurznarkotikum für diagnostische und thera-
peutische Eingriffe,
˘ zur Analgesie bei der Rettung von eingeklemmten
Patienten,
˘ therapieresistenter Status asthmaticus und

Narkotika
˘ gut geeignetes Analgetikum für den MANV.

Narkoseeinleitung
Indikationen zur präklinischen Narkoseeinleitung sind
Polytrauma, schwere Verbrennungen, ausgeprägter Schock-
zustand und nicht beherrschbarer Status asthmaticus.
Die Vorteile einer Narkoseeinleitung mit Intubation
sind ein sicherer Aspirationsschutz, eine optimale Ventila-
tion und eine effektive Analgesie. Wie jedes invasive medi-
zinische Verfahren sind auch bei der Narkose Nachteile und
Kontraindikationen zu beachten. Die Methode stellt beson-
dere Anforderungen an Material und Rettungsdienstperso-
nal. Die Narkose am Notfallort birgt eine Reihe von Risiken:
˘ Hypoxie,
˘ Blutdruckabfall,
˘ Fehlintubation,
˘ Erbrechen,
˘ Aspiration und
˘ Überempfindlichkeitsreaktionen können auftreten.

173
esKETAmin
________ mg/ml
617 ¯

Analgesie
Als Analgetikum ist Ketanest® S bei Schmerzen indiziert, die
durch Verletzungen der Extremitäten sowie Verbrennung
hervorgerufen wurden. Viszerale Schmerzen werden eben-
falls beeinflusst. Wegen des Erhalts der Spontanatmung und
der Schutzreflexe sowie der Möglichkeit der i.m. Gabe eignet
sich Esketamin sehr gut für den MANV mit eingeschränkten
Monitoring-Möglichkeiten. Es wird deshalb häufig für den
MANV/Katastrophenfall vorgehalten.

Wirkung
Esketamin ist ein Narkotikum mit kurzer Wirkdauer. Es ist
Narkotika

chemisch mit Phencyclidin verwandt, was auch unter dem


Namen PCP oder »Angel Dust« als halluzinogene Rausch-
droge bekannt ist. Esketamin besitzt jedoch nicht dessen
negative Eigenschaften.
Wirkmechanismus Ketanest® S
umenm
Vol
kose beim

an
gelschoc
ar

N k

Herzfrequenz
HZV
art. Druck zentrale Stimulation
se A
ncholy

Anregung der
Esketamin
na

β-Stimulation
lgesi

Opioidrezeptoren
Bro e
zerebrale Vasodilation
Sauerstoffverbrauch
Hirnstoffwechsel
Hirndurchblutung

N ar ose
k

Abb. 11 ˘ Wirkmechanismus von Esketamin

174
esKETAmin
________ mg/ml
˘ 617

˘ Es ruft eine reversible Schmerzausschaltung und


eine Sedierung hervor, bei der die Schutzreflexe
(Husten und Schlucken) nicht negativ beeinträch-
tigt werden.
˘ Der Muskeltonus wird gesteigert.
˘ Der Patient fällt nach der Gabe in einen tranceähn-
lichen Zustand, wobei die Augen geöffnet bleiben.
Diese Form der Narkose bezeichnet man als »disso-
ziative Anästhesie«, die mit der Neuroleptanalgesie
vergleichbar ist.
˘ Esketamin bewirkt eine zerebrale Vasodilatation
und eine Zunahme des Sauerstoffverbrauchs, des

Narkotika
Hirnstoffwechsels und des intrakraniellen Drucks,
wobei die Hirndurchblutung leicht herabgesetzt
wird. Der genaue Wirkmechanismus ist noch unge-
klärt. Diskutiert werden cholinerge Mechanismen
sowie die Beteiligung von Opioidrezeptoren.
˘ Durch eine Anregung der Kreislauffunktionen
kommt es zu einem Anstieg der Herzfrequenz, des
Herzminutenvolumens mit erhöhtem Sauerstoff-
verbrauch und des arteriellen Drucks.
˘ Da die Schmerzhemmung durch Opiatantagonis-
ten aufhebbar ist, vermutet man, dass die Anal-
gesie durch eine Beeinflussung der Opiatrezepto-
ren ausgelöst wird. Bei diesem Rezeptortyp nimmt
man eine weitere Unterteilung vor. Esketamin bin-
det nur an den Typ, der für die Analgesie zuständig
ist. Der Rezeptortyp, der für eine Suchterzeugung
und eine Atemdepression verantwortlich ist, wird
nicht besetzt. Die Analgesie tritt bereits bei Dosen
ein, die unterhalb der anästhesierenden Wirkung
liegen.

175
esKETAmin
________ mg/ml
617 ¯

˘ Besonders bei der Narkoseeinleitung beim Volu-


menmangelschock besitzt Esketamin gewisse Vor-
teile. In der Phase der Zentralisation wird durch
die Gabe des Narkotikums durch den stimulieren-
den Effekt auf das kardiozirkulatorische System ein
Zusammenbruch verhindert.
˘ Die Anwendung bei Patienten mit Schädel-Hirn-
Trauma wird kontrovers diskutiert. Einige Studien
sprechen für einen Anstieg des intrakraniellen
Drucks, was bei diesem Krankheitsbild nachteilig
wäre. Als Alternativmedikamente stehen hier Bar-
biturate oder Etomidat zur Verfügung, die hirn-
Narkotika

drucksenkende Eigenschaften besitzen (s.u.).


˘ Die Wirkung von Ketanest® S beim therapieresis-
tenten Status asthmaticus ist vielfach nachgewie-
sen, jedoch nicht ursächlich geklärt. Vermutet wird
eine sympathomimetische Stimulation und eine
damit verbundene Bronchodilatation.

Ketanest® S ist potenter als der Vorgänger Ketanest® (Keta-


min). In Ketanest® lag der Wirkstoff als Gemisch (Race-
mat) zweier Molekülvarianten (Enantiomere) vor, die zwar
die gleiche chemische Formel aufweisen, sich jedoch in der
optischen Drehung anders verhalten.
Die Annahme, dass Esketamin an den Opiatrezeptor bin-
det, ist nur teilweise richtig. Ein weiterer Hauptangriffs-
punkt ist der NMDA-Rezeptor (N-Methyl-D-Aspartat), der
mit dem PCP-Rezeptor verknüpft ist. Diese NMDA-Bindungs-
stelle ist in die Gedächtnisfunktion und in die Schmerzin-
terpretation involviert. Ein NMDA-Agonist kann somit das
Lernverhalten beeinflussen, analgetisch und antiepileptisch

176
esKETAmin
________ mg/ml
˘ 617

wirken sowie »neuroprotektive« Wirkungen aufweisen.


Das linksdrehende Isomer Esketamin greift bevorzugt am
NMDA-Rezeptor an, sein »Bruder«, das R (–) Ketamin, hin-
gegen am Opiat-Sigma-Rezeptor. Hierdurch erklärt sich das
zum Teil gänzlich unterschiedliche pharmakologische Ver-
halten in Wirkqualität und -quantität.

Vorteile von S (+) Ketamin gegenüber R (–) Ketamin:


˘ weniger Spontanbewegungen,
˘ weniger Arrhythmien,
˘ stärker analgetisch wirksam,
˘ kürzere Aufwachphase,

Narkotika
˘ anterograde Amnesie geringer,
˘ Konzentrationsfähigkeit weniger beeinflusst und
˘ höhere analgetische und anästhetische Potenz.

Anästhetische Potenz von Ketamin: Das Esketamin ist anäs-


thetisch wirksamer als das Racemat Ketamin.
Die Stimulation des Herz-Kreislauf-Systems durch Esketa-
min wird durch den direkten peripheren Effekt infolge einer
Katecholaminfreisetzung und – das ist möglicherweise die
Hauptursache – durch die zentrale sympathische Stimula-
tion ausgelöst. Vergleicht man die kardiozirkulatorischen
Effekte beider Ketamine, so ergibt sich hinsichtlich der Blut-
drucksteigerung kein Unterschied. Die HF steigt unter S (+)
Ketamin deutlich geringer an.
Analgesie: S (+) Ketamin ist gegenüber dem Racemat um
den Faktor 1,7 potenter.
Diskutiert wird ein antikonvulsiver, Antiparkinson- und
neuroprotektiver Effekt. Um hierüber Beurteilungen treffen
zu können, sind weitere Studien notwendig.

177
esKETAmin
________ mg/ml
617 ¯

Dosierung

BEACHTE:
Narkotika werden nach der Beurteilung der Narkosetiefe
dosiert. Es können deshalb nur Richtwerte genannt wer-
den.

˘ Narkoseeinleitung: initial 0,5 bis 1 mg/kg KG lang-


sam i.v. Als Erhaltungsdosis gibt man 250 mg auf
500 ml NaCl oder Glukose. Im Perfusor® gelangen
250 mg auf 50 ml zum Einsatz.
Narkotika

˘ Analgesie: 0,25 bis 0,5 mg/kg KG i.m.; 0,125 bis


0,25 mg/kg KG i.v.
˘ Status asthmaticus: 0,5 bis 1 mg/kg KG.

Die Wirkung tritt nach etwa 30 bis 60 Sekunden ein und


hält nach einmaliger i.v. Injektion 5 bis 10 Minuten an.
Bei der intramuskulären Injektion beträgt die Initialdo-
sis zur Anästhesie 4 bis 8 mg/kg KG, der Wirkungseintritt ist
nach wenigen Minuten erreicht, die Wirkdauer beträgt bis
zu 25 Minuten.
Die Gabe von Esketamin und Midazolam (1 ml = 5-mg-­
Ampullen!) kann auch nasal über einen MAD-Katheter
erfolgen, dies stellt jedoch einen Off-Label-Use dar (s. Tab. 6).

Nebenwirkungen
˘ Bei sehr rascher i.v. Injektion ist eine Atemdepres-
sion möglich.
˘ Durch die sympathomimetische Wirkung kann
es zu Blutdruckanstieg (häufig) und Tachykar-
die (erhöht um +15 Schläge/min) kommen. Diese

178
esKETAmin
________ mg/ml
˘ 617

negativen Effekte können mit Diazepam (Valium®)


abgeschwächt werden.
˘ Wegen einer Übererregung der Larynxreflexe kann
es zu einer verstärkten Salivation kommen.
˘ Aufwachreaktionen in Form von heftigen Alb-
träumen sind möglich. Das Erinnern an diese wird
erschwert, wenn der Patient vor der Gabe von Keta-
min/Esketamin ein Benzodiazepin wie Midazolam
(Dormicum®) erhält.
˘ Hyperakusis (verstärkte Wahrnehmung von Geräu-
schen): Deshalb ist eine ruhige Arbeitsweise oder
der Schutz des Patienten vor Umgebungsgeräu-

Narkotika
schen sinnvoll.
˘ Der Hirndruck kann bei nicht ausreichender Oxyge-
nierung ansteigen. Diese Gefahr ist vermutlich beim
Ketamin stärker ausgeprägt als beim Esketamin.

Kontraindikationen
Ketanest® S wirkt sich ungünstig auf den myokardialen
Sauerstoffverbrauch aus, weshalb die Gabe bei Herzinfarkt
kontraindiziert ist. Beim Schädel-Hirn-Trauma mit fehlen-
der Beatmungsmöglichkeit sowie bei Apoplex darf das Nar-
kotikum wegen seiner hirndrucksteigernden Eigenschaften
nicht gegeben werden.

Interaktionen
Gemeinsam mit Schilddrüsenhormonen können schwere
Hypertonien und Tachykardien auftreten.

Inkompatibilitäten
Saure Injektionslösungen können Esketamin inaktivieren,
beispielsweise Midazolam.

179
Narkotika

617 ¯

180
Tab. 6: Intranasale Analgosedierung mit Ketamin und Midazolam
Zwingend Verwendung von Ketamin-Ampullen mit 50 mg/ml (z.B. 100 mg/2 ml), alternativ von S-Ketamin-Ampul-
len mit 25 mg/ml (z.B. 50 mg/2 ml). Die mg-Dosierungen gelten nur für Ketamin, bei S-Ketamin müssen sie also
halbiert werden. Die ml-Angaben sind aber bei beiden Mitteln identisch, pro Nasenloch wird die Hälfte gegeben!
mg Ketamin mg S-Ketamin ml
Dosierung intranasal: 1,0 – 3,0 – 5,0 mg/kg KG 0,5 – 1,5 – 2,5 mg/kg KG 0,02 – 0,06 – 0,1 ml/kg KG
Körpergewicht:
10 kg 10 – 30 – 50 mg 5 – 15 – 25 mg 0,2 – 0,6 – 1,0 ml
15 kg 15 – 45 – 75 mg 7,5 – 22 – 37 mg 0,3 – 0,9 – 1,5 ml
20 kg 20 – 60 – 100 mg 10 – 30 – 50 mg 0,4 – 1,2 – 2,0 ml
25 kg 25 – 75 – 100 mg (125 mg) 12,5 – 37 – 50 mg (62 mg) 0,5 – 1,5 – 2,0 ml (2,5 ml)
30 kg 30 – 90 – 100 mg (150 mg) 15 – 45 – 50 mg (75 mg) 0,6 – 1,8 – 2,0 ml (3,0 ml)
35 kg 35 – 100 mg (175 mg) 15 – 50 mg (90 mg) 0,7 – 2,0 ml (3,5 ml)
40 kg 40 – 100 mg (200 mg) 20 – 50 mg (100 mg) 0,8 – 2,0 ml (4,0 ml)
45 kg 45 – 100 mg (225 mg) 20 – 50 mg (110 mg) 0,9 – 2,0 ml (4,5 ml)
50 kg 50 – 100 mg (250 mg) 25 – 50 mg (125 mg) 1,0 – 2,0 ml (5,0 ml)
esKETAmin
________ mg/ml

ab 50 kg* (50) – 100 mg (25) – 50 mg (1,0) – 2,0 ml


Tab. 6: Intranasale Analgosedierung mit Ketamin und Midazolam
Zwingend Verwendung von Midazolam-Ampullen mit 5 mg/ml (z.B. 15 mg/3 ml).
Pro Nasenloch wird die Hälfte gegeben!
mg Midazolam ml
Dosierung intranasal: 0,2 – 0,3 mg/kg KG 0,04 – 0,06 ml/kg KG
esKETAmin
________ mg/ml

Körpergewicht:
10 kg 2,0 – 3,0 mg 0,4 – 0,6 ml
15 kg 3,0 – 4,5 mg 0,6 – 0,9 ml
20 kg 4,0 – 6,0 mg 0,8 – 1,2 ml
25 kg 5,0 – 7,5 mg 1,0 – 1,5 ml
30 kg 6,0 – 9,0 mg 1,2 – 1,8 ml
35 kg 7,0 – 10 mg (10,5 mg) 1,4 – 2,0 ml (2,1 ml)
40 kg 8,0 – 10 mg (12,0 mg) 1,6 – 2,0 ml (2,4 ml)
45 kg 9,0 – 10 mg (13,5 mg) 1,8 – 2,0 ml (2,7 ml)
ab 50 kg* 10 mg 2,0 ml
* Bei schwereren Patienten ist die Dosis formal unterdosiert, es könnte höher dosiert werden. Bei 2 ml ist jedoch das applizierbare
Volumen pro Nasenloch erreicht.

181
˘ 617

Narkotika
esKETAmin
________ mg/ml
617 ¯

Kasuistik: Sprunggelenksluxationsfraktur
An einem regnerischen Vormittag wird das NEF von einem
RTW nachgefordert. Eine ca. 50-jährige Dame sei mit dem
Rad gestürzt und habe sich den linken Knöchel verletzt,
welcher jetzt eine bizarre Fehlstellung aufweise. Die Pati-
entin habe jegliche Manipulation am Sprunggelenk auf-
grund der Schmerzen untersagt. Beim Eintreffen des NEF
findet sich die Radfahrerin am Radweg sitzend. ABC sind
unauffällig. Die Patientin klagt über stärkste Schmerzen
(VAS 8) im linken Sprunggelenk, die Zehen seien »ganz
taub«. Zweifelsfrei muss das Sprunggelenk möglichst rasch
reponiert werden, damit es zu keiner weiteren Schädigung
von Nerven, Gefäßen und Weichteilen kommt. Während
Narkotika

der NotSan Esketamin und Midazolam vorbereitet, wird


rasch eine SAMPLE-Anamnese erhoben:

SAMPLE (wichtigste Ergebnisse):


Keine Allergien bekannt, keine Medikamente, keine we-
sentlichen Vorerkrankungen, kein Hinweis auf internisti-
sche Ursache des Radsturzes, letzte Mahlzeit vor ca. 2 Stun-
den. Auch können keine wesentlichen Zusatzverletzungen
gefunden werden, der Unfallhergang ist genau erinnerlich.

Vorgehen:
Im Hintergrund hält die Mannschaft des RTW Sauerstoff,
Beatmungsbeutel, Absauggerät und Schienungsmaterial
bereit. Natürlich wird die Patientin monitorisiert, die Werte
sind weitgehend normal. Beim Legen eines intravenösen
Zugangs und Anschließen einer Vollelektrolytlösung er-
klärt der Notarzt der Patientin kurz das weitere Vorgehen:
»Sie bekommen jetzt eine kurze Rauschnarkose, weil wir ihr
Sprunggelenk einrichten und schienen müssen. Anschlie-
ßend bringen wir Sie ins nahe gelegene Krankenhaus xy.«
Er verabreicht der ca. 60 kg schweren Dame zunächst 5 mg
Midazolam i.v. Nach ca. einer Minute ist die Wirkung sicht-
bar, die Patientin wird ruhiger und leicht schläfrig. Somit
ist der richtige Zeitpunkt für 37,5 mg Esketamin (das sind

182
esKETAmin
________ mg/ml
˘ 617

1,5 ml der 25 mg/ml-Lösung) gekommen. Nach kurzer Zeit


sitzt die Patientin, gestützt durch einen Sanitäter mit offe-
nen Augen teilnahmslos da. Vorsorglich bekommt sie eine
Sauerstoffmaske mit 6 l/min Sauerstoff, sie atmet regelmä-
ßig. Ein Rettungssanitäter wird dazu eingeteilt, ausschließ-
lich auf Atemweg und Atmung zu achten. Der Notarzt ent-
fernt vorsichtig Schuh und Socke, glücklicherweise ist keine
Wunde sichtbar, die Haut ist jedoch weiß gefärbt. Mittels
»Stiefelgriffes« wird das Sprunggelenk ohne größeren Wi-
derstand reponiert und anschließend geschient. Es ist nur
eine kurze Schmerzäußerung der Patientin zu vernehmen,
anschließend ist sie sofort wieder ruhig. Jetzt kann sie pro-
blemlos auf die Trage gelagert werden. Zur weiteren Anal-

Narkotika
gesie erhält sie eine Infusion mit einem nichtsteroidalen
Antirheumatikum (75 mg Diclofenac, möglich wären z.B.
auch Metamizol oder – weniger potent – Paracetamol i.v.).
Während des Transports beginnt die Radfahrerin langsam
aufzuklaren, sie gibt keine Schmerzen an, an das Reposi-
tionsmanöver oder gar Schmerzen dadurch kann sie sich
nicht erinnern. Die Vitalwerte sind durchgehend stabil, und
die Patientin kann nach problemlosem Transport dem KH-
Team übergeben werden.

183
Fenoterol
________ mg/ml
622 ¯

Zusammensetzung
Ein Sprühstoß des Dosieraerosols Berotec® enthält 0,1 mg
Fenoterolhydrobromid.

Indikation
Therapie von Asthma bronchiale.

Wirkung
˘ Fenoterol gehört zur Gruppe der β-Sympathomime-
tika. Es stimuliert vorwiegend die β2-Rezeptoren.
˘ In üblicher Dosierung als Dosieraerosol hat dies
eine Erschlaffung der glatten Muskulatur der Bron-
chialgefäße zur Folge und damit die Aufhebung
eines Asthmaanfalls.
˘ Darüber hinaus hemmt es über einen anderen
Wirkmechanismus die Freisetzung von broncho-
konstriktorisch wirksamen Mediatoren im Rahmen
einer allergischen Reaktion.
˘ Durch eine Förderung der Zilienfunktion des Flim-
Broncho-Therapeutika

merepithels wird ein erleichterter Auswurf von


Schleim bewirkt.
˘ In hoher Dosierung führt Fenoterol zu einer Anre-
gung der β2-Rezeptoren in der Gebärmutter und
damit zu einer Erschlaffung. Als intravenöse Darrei-
chungsform nutzt man es deshalb als Tokolytikum
(Wehenhemmer) mit dem Präparat Partusisten®.

Fenoterol ist das am weitesten verbreitete Bronchospas-


molytikum. Neuere Präparate der gleichen Stoffgruppe
sind teilweise potenter und selektiver. So hat beispielsweise
Formoterol (Foradil®) eine mehr als 60-mal und Salbuta-

402
Fenoterol
________ mg/ml
˘ 622

mol (Bronchospray®) eine 13-mal so große Affinität zu den


β2-Rezeptoren wie Fenoterol. Die Affinität zu den kardialen
β1-Rezeptoren ist geringer, und die Gefahr einer medika-
mentös bedingten Tachykardie, die mit einer Zunahme des
Sauerstoffbedarfs einhergeht, ebenfalls.

Dosierung
Erwachsene erhalten im akuten Anfall von Atemnot einen
Aerosolstoß. Hat sich die Atmung nach 5 Minuten nicht
gebessert, kann eine zweite Inhalation erfolgen. Die nächste
Anwendung soll frühestens nach 3 Stunden erfolgen.

Allergie Analgetika irritant receptors

Histamin- Vagusreflex
ausschüttung
Wirkung
Hemmung

Hemmung

Broncho-Therapeutika
Bronchokonstriktion
Broncholyse
Anregung v. β2-Rezeptoren

Fenoterol
Nebenwirkung

in hoher Dosis
Anregung

Anregung

Anregung in hoher Dosis

β2-Rezeptoren der β2-Rezeptoren β1-Rezeptoren


Skelettmuskulatur im Uterus im Herzen

Tremor Wehenhemmung Tachykardie


positive Inotropie

Abb. 56 ˘ Wirkmechanismus von Fenoterol

403
Fenoterol
________ mg/ml
622 ¯

BEACHTE:
Eine häufigere und damit höher dosierte Gabe hat keine
weitere bronchospasmolytische Wirkung und erhöht ledig-
lich die Gefahr kardialer Komplikationen.

Die Wirkung tritt schnell ein, hat nach 2 bis 5 Minuten ihr
Maximum erreicht und hält bis zu 8 Stunden an.
Ist der Patient wegen schwerer Atemnot nicht in der
Lage, das Spray tief zu inhalieren, so kann es in die Mund-
höhle gesprüht werden, wo es resorbiert und geschluckt
wird. Ist danach eine effektive pulmonale Applikation mög-
lich, erfolgt ein weiterer Sprühstoß.

Nebenwirkungen
˘ Da sich nicht nur in den Bronchialgefäßen, sondern
auch in der Skelettmuskulatur β2-Rezeptoren befin-
den, die durch Fenoterol angeregt werden, kann es
zu Unruhe und Muskeltremor kommen.
Broncho-Therapeutika

˘ Die tokolytische Wirkung ist beim Dosieraerosol als


unerwünschte Wirkung anzusehen.
˘ In hoher Dosierung, bei besonders empfindli-
chen Patienten oder bei der i.v. Applikationsform
kann es durch eine Anregung der β1-Rezeptoren zu
Tachykardie kommen.

Das etablierte Fenoterol ist zur Wehenhemmung nicht


unumstritten: »Die ambulante Behandlung vorzeitiger
Wehen mit Magnesium oder Fenoterol (Partusisten®) ist
ohne nachgewiesenen Effekt und sollte daher unterbleiben.
Diese schon länger bekannte Einschätzung erfährt auch in
den aktuellen Leitlinien der DGGG (Deutsche Gesellschaft
zur Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.) zur Tokolyse keine

404
Fenoterol
________ mg/ml
˘ 622

Modifikation. Deshalb muss besonders von der Anwendung


des nebenwirkungsreichen Fenoterols in der Praxis drin-
gend abgeraten werden. Magnesium soll wegen fehlender
Wirksamkeit auch als stationäre intravenöse Therapie nicht
mehr zur Wehenhemmung zur Anwendung kommen« (Uni-
versitätsklinikum Erlangen, Newsletter 1/2008).
Auch Nifedipin besitzt tokolytische Eigenschaften (Off-
Label-Use).

Broncho-Therapeutika

405
Ipratropiumbromid
________ mg/ml
636 ¯

Zusammensetzung
Ein Einzeldosenbehälter Atrovent® zu 2 ml Lösung enthält:
261 μg Ipratropiumbromid 1 H2O (entspricht 250 μg Ipra­tro­
piumbromid).

Indikation
Zur Verhütung und Behandlung von Atemnot bei
˘ chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
und
˘ leichtem bis mittelschwerem Asthma bronchiale
im Erwachsenen- und Kindesalter sowie
˘ als Ergänzung zu β2-Mimetika im akuten Asthma-
anfall.

Wirkung
Nach der Inhalation erfolgt in der Regel eine Deposition von
10 bis 30% der Dosis in der Lunge, je nach Formulierung und
Inhalationstechnik. Von einer vernebelten Lösung gelangt
mehr Wirkstoff in die Alveolen als von einem Dosieraerosol.
Broncho-Therapeutika

Ipratropium ist eine atropinähnliche Substanz und


gehört somit zu den Parasympatholytika. In der COPD-The-
rapie wird diese Gruppe auch als SAMA (Short Acting
Muscarinic Antagonist) bezeichnet.
Die Bronchodilatation nach Inhalation mit Ipratropium
ist primär lokal und spezifisch an der Lunge und nicht sys-
temischer Natur. Das Pharmakon wirkt an der Lunge selek-
tiver als Atropin, beeinflusst die Herzfrequenz vergleichs-
weise geringer und gelangt nicht ins ZNS.

Dosierung
˘ »Erwachsene und Jugendliche > 12 Jahre:
Die inhalative Einzeldosis liegt bei 0,25 mg Ipra-
tropiumbromid, entsprechend 1 Eindosisbehäl-

406
D
Pharma-Infos
147 ¯ Acetylsalicylsäure
AcetylSalicylSäure Markenname:
________ mg/ml
Aspirin® i.v. und Generika

Zusammensetzung:
• 1 Inj.-Flasche enthält als Trockensubstanz 0,9 g DL-Lysin-
monoacetylsalicylat = 0,5 g Acetylsalicylsäure.
• 1 Amp. mit Lösungsmittel enthält 5 ml Wasser für Injek­
tionszwecke.

Indikation:
• Plättchenhemmung bei akutem Koronarsyndrom,
• Schmerzzustände,
• Thromboseprophylaxe.

Wirkung:
• Prostaglandinhemmer mit analgetischer, antipyretischer,
antiphlogistischer und thrombozytenaggregationshem-
mender Wirkung.

Dosierung:
• akutes Koronarsyndrom: 150 – 300 mg als Kautablette
oder i.v.;
• 1 Inj.-Flasche (0,5 g Acetylsalicylsäure) langsam i.v., bei
starken Schmerzen doppelte Dosis;
• auch als Kurzinfusion möglich.

Nebenwirkungen:
• Magenbeschwerden,
• Blutungen,
• bei Überempfindlichkeit Bronchokonstriktion,
• Reye-Syndrom bei Kindern (sehr selten).

Kontraindikationen:
• Magen-Darm-Ulcera,
• erhöhte Blutungsneigung,
• Asthma bronchiale,
• Gravidität (letztes Trimenon),
• Kinder unter 12 Jahren mit Fieber (Auslösung des
Reye-Syndroms!).

Interaktionen:
• Wirkungsverstärkung von gerinnungshemmenden
(Phenprocoumon [Marcumar®]!) und
• blutzuckersenkenden Arzneimitteln,
Pharma-Infos

• Wirkungsverminderung von Diuretika (Furosemid, Spiro-


nolacton).

588
Adenosin ˘ 232

Markenname: aDENOsin
________ mg/ml
Adrekar®

Zusammensetzung:
• 1 Inj.-Flasche zu 2 ml enthält 6 mg Adenosin.

Indikation:
• paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien.

Wirkung:
• negativ chronotrop, inotrop, dromotrop.

Dosierung:
• Initialdosis: 6 mg als Bolus i.v., sofort nachspülen
• Repetition: 12 mg nach 1 – 2 Minuten,
• bei weiterer Erfolglosigkeit: 12 mg nach jeweils 1 – 2
Minuten.

Nebenwirkungen:
• Steigerung der Atemfrequenz,
• Bronchokonstriktion bei Prädisposition,
• Flush,
• pektanginöse Beschwerden,
• Rhythmusstörungen.

Kontraindikationen:
• AV-Block II. oder III. Grades,
• Sick-Sinus-Syndrom,
• obstruktive Lungenerkrankungen,
• verlängertes QT-Intervall,
• Vorhofflimmern oder -flattern.
Pharma-Infos

589
349 ¯ Adrenalin / Epinephrin

Adrenalin Markenname:
________ mg/ml
Suprarenin® und Generika, Infectokrupp® Inhal
EPINEPHrin
________ mg/ml
Zusammensetzung:
• 1 Amp. Suprarenin® zu 1 ml enthält 1 mg;
• 1 Amp. Adrenalin 1:10.000 Mini-Ject® zu 10 ml enthält
1 mg Adrenalin;
• Infectokrupp® Inhal Inhalationslösung/Spray zur Thera-
pie des Kruppanfalls: 1 ml enthält 7,28 mg Epinephrin­
hydrogentartrat, das entspricht 4 mg Epinephrin.

Indikation:
• schwere anaphylaktische Reaktionen,
• kardiopulmonale Reanimation,
• Pseudokrupp (Infectokrupp® Inhal).

Wirkung:
• Engstellung der peripheren Gefäße (α-Rezeptoren),
• Erhöhung der Herzkraft- und der Herzfrequenz (β1-Rezep-
toren),
• Erweiterung der Bronchialgefäße (β2-Rezeptoren),
• lokal abschwellend (Inhalation).

Dosierung:
• bei Kreislaufstillstand initial 1 mg Adrenalin i.v. (= 10 ml
1:10 verdünnt),
• bei Kleinkindern 0,01 – 0,02 mg/kg KG (!);
• bei allergischem Schock 0,5 mg i.m. (Erwachsene; Kinder-
dosierung s. Text),
• evtl. weiter mit 0,1 mg-Boli i.v.

Nebenwirkungen:
• Tachykardie,
• Gefahr von Rhythmusstörungen.

Kontraindikationen:
• tachykarde Rhythmusstörungen.

Interaktionen:
• nicht zusammen mit alkalischen Lösungen (Natriumhy-
Pharma-Infos

drogenkarbonat) verabreichen.

590
Ajmalin ˘ 244

Markenname: aJMALin
________ mg/ml
Gilurytmal® und Generika

Zusammensetzung:
• 1 Amp. zu 10 ml enthält 50 mg Ajmalin.

Indikation:
• ventrikuläre und supraventrikuläre Extrasystolie,
• Tachykardie,
• WPW-Syndrom (auch differenzialdiagnostisch).

Wirkung:
• Antiarrhythmikum, das u.a. den schnellen depolarisieren-
den Natriumeinstrom verhindert und das Aktionspoten-
zial verlängert.

Dosierung:
• 1 Amp. zu 10 ml langsam i.v. (> 5 min) unter EKG-Kon­
trolle;
• Perfusor®: 0,5 – 1 mg/kg KG/h mit 30 ml Trägerlösung (=
10 mg/ml), Dosisreduktion bei dekomp. Herzinsuffizienz
und eingeschränkter Leberfunktion auf 10 – 30 mg/h.

Nebenwirkungen:
• Bradykardie,
• Blutdruckabfall,
• Herzinsuffizienz,
• AV-Block.

Kontraindikationen:
• Bradykardie,
• Tachykardie mit Herzdekompensation (außer Myokard­
infarkt).
Pharma-Infos

591
M. Bastigkeit
Matthias Bastigkeit
unter Mitarbeit von Susanne Witzany-Pichler
»Medikamente in der Notfallmedi- vertieft, wieder neue Medika-
zin« – seit 25 Jahren das Standard- mente aufgenommen und gegen-
werk für Aus- und Fortbildung zum wärtige Diskussionen aufgegrif-
Einsatz von Pharmaka im Rettungs- fen. Die aktuellen Empfehlungen

Medikamente in der Notfallmedizin


dienst. In verständlicher Sprache der Fachgesellschaften werden
zeigt Matthias Bastigkeit, dass die bei den relevanten Themen und
Pharmakologie als spannendes jeweiligen Medikamenten klar
Teilgebiet der Notfallmedizin für dargelegt. Größte Neuerung
alle im Rettungsteam Engagierten sind Kasuistiken, die den Einsatz
gut zu beherrschen ist. von Medikamenten fallbezogen
aufzeigen. Damit richtet sich das
Die 9., gänzlich überarbeitete Buch auch stärker an der Team-
Auflage hält den bewährten arbeit von Notfallsanitäter und
Aufbau bei: Auf die Einführung zur Notarzt aus.
allgemeinen Pharmakologie folgt
die ausführliche Darstellung der Fazit der Fachkritiker:
im Rettungsdienst gebräuchlichen »Dieses Buch sollte zum abso-
Medikamente. Daran schließen luten Standard jeder Rettungs­
sich die »Pharma-Infos« als assistenten-Ausbildung gehören,
praktische Kurzübersichten an. Für um den Bereich Pharmakologie
die Neuauflage wurden jedoch die im Rettungsdienst umfassend
pharmakologischen Grundlagen abzuarbeiten.«

Matthias Bastigkeit unter Mitarbeit von Susanne Witzany-Pichler

Medikamente Medikamente
in der Notfallmedizin in der Notfallmedizin
ISBN 978-3-943174-94-6 [Link] 9., gänzlich überarbeitete Auflage

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