Rep 0771
Rep 0771
Thomas Gallauner
Christian Brandstätter
Katharina Fallmann
Michael Kellner
Peter Thaler
Birgit Walter
REPORT
REP-0771
WIEN 2021
Projektleitung Thomas Gallauner
Impressum
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS..................................................................................................3
ZUSAMMENFASSUNG...................................................................................................6
SUMMARY.......................................................................................................................9
1 EINLEITUNG .................................................................................................. 12
1.1 Datengrundlage .......................................................................................... 13
1.1.1 Datenquellen ................................................................................................. 13
1.1.2 Datenaufbereitung ....................................................................................... 13
1.1.3 Datenqualität ................................................................................................ 14
3 DETAILANALYSEN ....................................................................................... 31
3.1.14 Schwermetalle............................................................................................... 67
3.1.15 Dioxine und Furane ...................................................................................... 69
3.1.16 Korrelation Abfallinput – Emissionen......................................................... 71
ZUSAMMENFASSUNG
Analyse Abfallströme Die Auswertung der Abfallströme sowie der aus der Verbrennung von Abfällen
und Emissionen emittierten Schadstoffe erfolgte sowohl gesamthaft als auch detailliert nach An-
lagenkategorien (Müllverbrennungsanlagen, Mitverbrennungsanlagen für die
Energieversorgung und Zementwerke). Aufgrund der zur Verfügung stehenden
Datengrundlage wurden im Detail ausschließlich Anlagen berücksichtigt, welche
mehr als 2 Tonnen pro Stunde an Abfällen (mit-)verbrennen. Der Abfalleinsatz
in den berücksichtigten Anlagen umfasst rund 99 % des österreichischen Ge-
samteinsatzes.
Abfallmengen auf Die insgesamt verbrannten Abfallmengen zeigen einen stetigen Anstieg bis zum
vergleichbarem Niveau Jahr 2014, welcher hauptsächlich auf den steigenden Einsatz in Abfallverbren-
seit 2014 nungsanlagen (Müllverbrennungsanlagen – MVA) zurückzuführen ist. Nach dem
Jahr 2014 liegen die jährlich verbrannten Abfallmengen auf vergleichbarem Ni-
veau von etwas über 4 Mio. Tonnen. Die MVA weisen unter den betrachteten
Anlagenkategorien den höchsten Anteil am Abfallinput auf, gefolgt von Mitver-
brennungsanlagen zur Energieversorgung und Zementwerken. Der Abfalloutput
aus Verbrennungsanlagen liegt im Betrachtungszeitraum (Daten ab 2012 ver-
fügbar) bei rund 900.000 Tonnen pro Jahr (bei geringer Schwankungsbreite) und
besteht hauptsächlich aus Aschen und Schlacken sowie Flugaschen und Stäu-
ben.
Importe und Exporte Für die Analyse der Importe und Exporte von Abfällen zur Verbrennung wurden
von Abfällen notifizierte Mengen nach den Verfahren R1 (Hauptverwendung als Brennstoff
oder als anderes Mittel zur Energieerzeugung) und D10 (Verbrennung an Land)
aus eVerbringung berücksichtigt. Die jährlichen Importe weisen einen Anstieg
bis 2016 (rund 260.000 Tonnen pro Jahr) auf, danach sind die Mengen leicht
rückläufig. Der Großteil der importierten Abfälle stammt aus Italien und Slowe-
nien. Die Exportmengen liegen deutlich über jenen des Imports bei rund
390.000 Tonnen im Jahr 2018. Hauptexportländer sind die Schweiz, die Slowakei
und Deutschland.
Entwicklung Bei den klassischen Luftschadstoffen zeigen Stickoxide (NOX) und Staub eine Re-
Luftschadstoffe duktion der emittierten Frachten. Diese Minderungen sind vor allem auf Ze-
mentwerke und zum Teil auf Mitverbrennungsanlagen zur Energieversorgung
zurückzuführen, obwohl in der Zementindustrie die Klinkerproduktion seit 2010
tendenziell leicht zunimmt und der Abfalleinsatz (insbesondere Ersatzbrenn-
stoffe) im Vergleichszeitraum gestiegen ist. Die NOX-Frachten aus Abfallverbren-
nungsarten sind aufgrund des höheren Abfalleinsatzes gestiegen.
Entwicklung Die Emissionen an Schwermetallen (Summe aus Sb, As, Pb, Cr, Co, Cu, Mn, Ni, V,
Schwermetall- Sn und Verbindungen) zeigen im Betrachtungszeitraum einen Anstieg der Ge-
emissionen samtfrachten von 690 kg/a auf rund 1.080 kg/a. Die Frachten an Cadmium und
Thallium (Cd, Tl und Verbindungen) stiegen ebenfalls an, von rund 48 kg/a im
Jahr 2009 auf rund 86 kg/a im Jahr 2018. Bei den Schwermetallen ist der Anstieg
insbesondere auf Zementwerke zurückzuführen. Die zunehmenden Emissionen
bei Cadmium und Thallium resultieren hingegen aus Abfallverbrennungsanla-
gen und Mitverbrennungsanlagen.
Quecksilber- Im Falle der Quecksilberfrachten ist kein Trend zu erkennen. Die Emissions-
emissionen frachten liegen – ausgenommen jährliche Schwankungen – auf vergleichbarem
Niveau von rund 200 kg/a; der Hauptbeitrag erfolgt aus Zementwerken.
Dioxine und Furane Dioxine und Furane (PCDD/F) weisen nach einem Maximum im Jahr 2013 (ca.
0,5 g/a) einen abnehmenden Trend auf. Insbesondere in den Jahren 2017 und
2018 lagen die Emissionen deutlich unter den Vorjahreswerten bei ca. 0,2 g/a.
Emissionen nach Bei der Analyse nach unterschiedlichen Anlagenkategorien ist deutlich zu erken-
Anlagenkategorie nen, dass Müllverbrennungsanlagen mit rund 70 % den größten Anteil der ein-
gesetzten Abfälle verbrennen, gleichzeitig aber am wenigsten zu den emittier-
ten Schadstofffrachten beitragen (ausgenommen bei PCDD/F und Cd, Tl liegt
der Betrag bei durchschnittlich rund 20 % bis 40 %). In Mitverbrennungsanlagen
und Zementwerken stellen Abfälle zwar nur einen Teil des Brennstoffeinsatzes
dar, allerdings ist davon auszugehen, dass insbesondere Schwermetallemissio-
nen mehrheitlich auf die eingesetzten Abfälle zurückzuführen sind. Eine mögli-
che Erklärung für die niedrigen Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen ist,
dass die Emissionen aus diesen Anlagen aufgrund leistungsfähiger Abgasreini-
gungsanlagen wirksam gemindert werden. So lagen beispielsweise die Emissi-
onskonzentrationen an Cd und Tl (inkl. Verbindungen) mit Ausnahme einer An-
lage durchgehend unter 3 µg/Nm³ und damit niedriger als bei Mitverbrennungs-
und Zementanlagen. Bei Zementwerken könnten relevante Schadstoffemissio-
nen möglicherweise auch durch die eingesetzten (Sekundär-)Rohstoffe verur-
sacht werden, allerdings waren zum Zeitpunkt der Evaluierung keine Informati-
onen zu deren Schadstoffgehalten verfügbar.
Ziele der Hinsichtlich der Ziele der Abfallverbrennungsverordnung zeigt sich, dass bei-
Abfallverbrennungs- spielsweise bei den maßgeblich umwelt- und gesundheitsrelevanten Schwerme-
verordnung tallen, für welche ein hohes Schutzniveau gewährleistet sein soll, eine Zunahme
der Frachten zu erkennen ist. Die Emissionsgrenzwerte für diese Schadstoffe
wurden lange Zeit nicht revidiert und die tatsächlichen Emissionskonzentratio-
nen liegen im Betrachtungszeitraum – mit wenigen Ausnahmen – deutlich unter
den vorgeschriebenen Grenzwerten. Bei einzelnen Zementanlagen und etlichen
Abfallverbrennungsanlagen (MVA) zeigt sich für Schwermetallemissionen ein
SUMMARY
emissions to air from This report analyses the trends in waste used in Austrian waste incineration and
waste incineration co-incineration plants and in the resulting emissions to air for the period 2009–
2018, in the light of the objectives of the Waste Incineration Ordinance, which
include the protection of human life and health from emissions caused by the
incineration of waste. The analysis was carried out by way of an overall evalua-
tion of the waste streams and pollutants emitted from the incineration of waste
and a detailed evaluation for each plant category (waste incineration plants, co-
incineration plants which use waste for the generation of energy, and cement
plants). Due to the available data, only plants that (co-)incinerate more than 2
tonnes of waste per hour were analysed in detail. The amounts of waste used in
the plants considered make up around 99 % of the total amount of waste used
as input in Austria.
4 million tonnes of The total incinerated amounts of waste increased steadily until 2014, mainly
incinerated waste due to an increasing amount of waste burned in waste incineration plants. After
2014, the amounts of waste incinerated each year have remained at a compara-
ble level, amounting to just over 4 million tonnes. Waste incineration plants
have the highest proportion of waste inputs among the categories considered,
followed by co-incineration plants which use waste for the generation of energy,
and cement plants. Waste outputs from incineration plants in the period under
review (data available from 2012) amount to around 900,000 tonnes per year
(with small ranges of variation), consisting mainly of ash and slag as well as fly
ash and dust.
imports and exports of For an analysis of the imports and exports of waste for incineration, quantities
waste notified for procedure R1 (Use principally as a fuel or other means to generate
energy) and D10 (Incineration on land) were examined based on data from the
EDM application "eShipments" (notification database). Annual imports in-
creased up to 2016 (amounting to approximately 260,000 tonnes per year).
Since then, they have been declining slightly. Most of the imported waste comes
from Italy and Slovenia. Export volumes were well above imports at around
390,000 tonnes in 2018. The main exporting countries are Switzerland, Slovakia
and Germany.
emissions of pollutants Emissions of the classic air pollutants nitrogen oxides (NOX) and dust have de-
creased. Mainly the cement plants, and partly the co-incineration plants whose
purpose is the generation of energy, are responsible for this, although clinker
production in the cement industry has tended to increase slightly since 2010
and the use of waste (especially substitute fuels) has increased over the same
period. NOX emissions from waste incineration have increased due to higher
waste inputs.
emissions of heavy Emissions of heavy metals (the sum of Sb, As, Pb, Cr, Co, Cu, Mn, Ni, V, Sn and
metals compounds) show an increase in total loads from 690 kg/a to around 1,080
kg/a. Emission levels of cadmium and thallium (Cd, Tl and compounds) also in-
creased from around 48 kg/a in 2009 to around 86 kg/a in 2018. In the case of
heavy metals, the cement plants are mainly responsible for the increase. The in-
crease in cadmium and thallium emissions, on the other hand, comes from
waste incineration plants and co-incineration plants.
emissions of mercury As for mercury, no trend can be identified. Apart from annual fluctuations,
emissions have remained at a comparable level, amounting to around 200 kg/a.
The main contribution of mercury comes from cement plants.
dioxins and furans Dioxins and furans (PCDD/F) show a decreasing trend after a peak in 2013 (ap-
proximately 0.5 g/a). In particular in 2017 and 2018, emissions (at around
0.2 g/a) were well below the figures for previous years.
emissions of different The analysis of the different plant categories clearly shows that waste incinera-
plant categories tion plants, which incinerate the largest proportion of waste (around 70 %), con-
tribute least to the pollutant loads emitted (except for PCDD/F and Cd, Tl with
an average of around 20 % to 40 %). In co-incineration plants and cement
plants, waste represents only part of the fuel inputs; however, it can be as-
sumed that particularly the heavy metal emissions can be attributed to waste
inputs. One possible explanation for the low emissions from waste incineration
plants is that the emissions from these plants are effectively reduced due to ef-
ficient flue gas treatment systems. With the exception of one plant, emission
concentrations of e.g. Cd and Tl (including compounds) were consistently below
3 µg/Nm³ and thus lower than in the co-incineration and cement plants. In the
cement plants, relevant pollutant emissions may also result from the raw mate-
rials used, but no information on their pollutant content was available at the
time of the evaluation.
types of waste and As regards the relationship between the types of waste used (according to their
resulting emissions code numbers) and the resulting emissions, emissions of cadmium and thallium
were found to be higher in co-incineration plants where relevant amounts of
sewage sludge and paper fibre residues (code number SN 94802 and SN 94803)
are burned. It should be noted that higher pollutant concentrations in wastes
are permitted here under an exemption provided for in the Waste Incineration
Ordinance. Increased mercury levels have been observed in some cement
plants where large quantities of substitute fuels (quality assured, SN 91108) are
used. However, based on the available data, it was not possible to determine
whether there was a causal link. The composition of waste streams under the
same code numbers can sometimes vary a great deal. A detailed examination of
the links between the waste used and any resulting air emissions should there-
fore be carried out with full knowledge of the substances that are contained in
the incinerated waste fractions.
objectives of the Waste With regard to the objectives of the Waste Incineration Ordinance, it appears
Incineration Ordinance that for example heavy metal concentrations, which are highly relevant to the
environment and to human health and against which a high level of protection
should be provided, have increased. The emission limit values for these pollu-
tants have not been revised for a long time and the actual emission concentra-
tions in the period under review are – with few exceptions – well below the pre-
scribed limit values. An upward trend in heavy metal emissions has also been
observed at individual cement plants and several waste incineration plants. For
all parameters – the sum of heavy metals, cadmium and thallium, mercury, and
dust in the case of co-incineration plants - it would therefore be helpful to adapt
the emission limit values to the best available techniques (BAT) as laid down in
the BAT conclusions for Waste Incineration and Large Combustion Plants.
data quality Inaccuracies in the declared annual pollutant levels may occur for pollutants
which are measured discontinuously, as in these cases the load is extrapolated
from individual measurements. In order to be able to estimate the influence of
any specified limits of detection or quantification on the pollutant loads, meas-
urement reports would have to be available. The same applies to information
on measurement uncertainty.
1 EINLEITUNG
Ziele der Abfall- Die Verbrennung von Abfällen in Österreich wird in der Abfallverbrennungsver-
verbrennungs- ordnung (1) geregelt. Die Ziele der Verordnung sind:
verordnung der Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen vor schädlichen
Einwirkungen, die durch die Verbrennung oder Mitverbrennung von Abfäl-
len entstehen können, sowie die Vermeidung von Belastungen der Um-
welt,
der Betrieb von Verbrennungs- und Mitverbrennungsanlagen in einer
Weise, dass Emissionen möglichst gering gehalten werden,
Effizienz im Einsatz und in der Verwendung von Energie,
im Fall der Mitverbrennung die Verlagerung von in Abfällen enthaltenen
Schadstoffen, insbesondere von Schwermetallen, in das Produkt möglichst
zu vermeiden, wenn dies eine Gefährdung des Lebens oder der Gesund-
heit von Menschen oder eine Belastung der Umwelt bewirkt.
Datengrundlage der Die Analyse der Abfallströme und der Emissionen erfolgt auf Grundlage von Da-
Analyse ten des elektronischen Datenmanagements (EDM) sowie der jährlichen Berichte
über Verbrennungs- und Mitverbrennungsanlagen. Diese Daten wurden aufbe-
reitet, qualitätsgeprüft und für die Auswertung zusammengeführt.
Aufbau des Berichts Im ersten Teil des Berichts erfolgt die gesamthafte Darstellung in Form von Zeit-
reihen für
die Abfallverbringung (Export und Import),
den Abfalleinsatz in Abfallverbrennungsanlagen sowie
Emissionsfrachten von Luftschadstoffen.
In weiterer Folge werden Abfalleinsatz und Luftemissionen für die in der Abfall-
verbrennungsverordnung berücksichtigten Schadstoffe nach den Anlagenkate-
gorien
Müllverbrennungsanlagen (MVA),
Mitverbrennungsanlagen zur Energieversorgung und
Zementwerke
1.1 Datengrundlage
1.1.1 Datenquellen
Die Datenquellen, welche für die Analysen herangezogen wurden, sind im Fol-
genden angeführt.
Berichte über Abfallverbrennungs- und Mitverbrennungsanlagen
Elektronisches Datenmanagement (EDM)
Zentrales Anlagenregister (ZAReg)
Abfallbilanzen (eBilanzen)
notifizierte Verbringungen (eVerbringung)
Emissionserklärungen (eVerbrennung)
1.1.2 Datenaufbereitung
primäre Datenquellen Die primären Datenquellen waren jene aus dem abfallwirtschaftlichen Data-
warehouse (AwDWH) sowie aus den Berichten über Abfallverbrennungs- und
Mitverbrennungsanlagen. Die Daten aus dem Datawarehouse wurden für das
Zusammenführen mit den Emissionsdaten entsprechend aufbereitet, jene aus
den Berichten wurden automatisiert eingelesen und aufbereitet.
ergänzende Quellen Ergänzende Daten wurden aus dem EDM herangezogen, wenn diese in den
oben angeführten Datenquellen nicht enthalten waren. Diese Informationen
wurden – soweit möglich – abgeglichen und die ergänzenden Informationen
plausibilisiert und qualitätsgeprüft.
1.1.3 Datenqualität
Sowohl die Daten des abfallwirtschaftlichen DWH als auch jene aus den Berich-
ten über Abfallverbrennungs- und Mitverbrennungsanlagen sind plausibili-
sierte, qualitätsgesicherte und überprüfte Informationen. Daten, welche direkt
aus dem Elektronischen Datenmanagement (EDM) stammen, sind nicht ver-
gleichbar qualitätsgesichert und konnten für diesen Bericht nur einer einfachen
ersten Qualitätssicherung unterzogen werden.
2.1 Abfall
Überblick Abfall-input Dieses Kapitel enthält einen Überblick über die Entwicklung der gesamten Mas-
und -output senströme im Bereich Abfallinput und -output aller Anlagen, die der Abfallver-
brennungsverordnung unterliegen (AVV-Anlagen) sowie im Bereich der Abfälle,
die zur Abfallverbrennung importiert bzw. exportiert wurden.
Abbildung 1: Abfallinput
Gesamtabfallinput in (AVV-Anlagen)
AVV-Anlagen.
Quelle: Umweltbundesamt
nungsanlagen (MVA) zurückzuführen ist. Ab dem Jahr 2014 blieb die Gesamt-
masse der in Österreich verbrannten Abfälle auf einem Niveau von etwas mehr
als 4 Mio. Tonnen Abfällen pro Jahr einigermaßen konstant.
Input nach Anlagen- Die Verbrennung in Abfallverbrennungsanlagen (MVA) wies in allen betrachte-
kategorie ten Jahren den größten Beitrag zur Gesamtmasse der verbrannten Abfallmenge
auf, gefolgt von jener in Mitverbrennungsanlagen zur Energieversorgung und
mit geringem Abstand in Zementanlagen.
Quelle: Umweltbundesamt
Abfall nach Betrachtet man die Abfallarten nach dreistelligen Schlüsselnummern (Abbil-
Schlüsselnummern dung 3), dominiert naturgemäß insgesamt die SN-Gruppe 313 (Aschen und
Schlacken).
Quelle: Umweltbundesamt
Schlacken und Aschen Auf einzelne SN heruntergebrochen (Abbildung 4), sind die Outputs hauptsäch-
lich Schlacken und Aschen aus Verbrennungsanlagen (SN 31308), sowie Flug-
aschen und Stäube aus Verbrennungsanlagen (SN 31309) mit und ohne Spezifi-
kation. In den Daten sieht man einen neuen Trend ab 2013: Durch die Ände-
rung des § 17 der Abfallverbrennungsverordnung sind Aschen und Stäube aus
sonstigen Mitverbrennungsanlagen sowie Bettaschen aus der Wirbelschichtfeu-
erung der Schlüsselnummer 31301 „Flugaschen und -stäube aus sonstigen Feu-
erungsanlagen“ zuzuordnen.
Quelle: Umweltbundesamt
Abfälle nach Verfahren Für die Darstellung der Abfallimporte nach und -exporte aus Österreich wurden
R1 & D10 die Mengen aus eVerbringung mit dem Verfahren R1 (Hauptverwendung als
Brennstoff oder als anderes Mittel der Energieerzeugung) und D10 (Verbren-
nung an Land) ausgewertet, welche für den gesamten Zeitraum von 2009 bis
2018 vorliegen.
Abbildung 5: Verbringung
Verbringungen (Import Importe und Exporte zur Verbrennung (R1/D10)
und Export) nach Land
und Jahr.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
1
© EuroGeographics. Original product is available for free at [Link]
Terms of licence available at [Link]
data/topographic-data/
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Abbildung 9: Schadstoff-Frachten – CO
Gesamtfracht Kohlenmo- AVV-Anlagen
noxid (CO).
Quelle: Umweltbundesamt
Staub Die Emissionen aus Gesamtstaub nahmen von einem hohen Niveau in den Jah-
ren 2009 und 2010 von über 80 t/a auf rund 60 t/a und darunter ab (Abbil-
dung 10). Im Zeitraum 2011 bis 2018 verbleiben die Emissionen – ausgenom-
men leichte Schwankungen – dann auf vergleichbarem Niveau.
Quelle: Umweltbundesamt
Schwermetalle Die Entwicklung der Summe der Schwermetalle Antimon, Arsen, Blei, Chrom,
Kobalt, Kupfer, Mangan, Nickel, Vanadium, Zinn und deren Verbindungen (𝛴𝛴 Sb,
As, Pb, Cr, Co, Cu, Mn, Ni, V, Sn) zeigt im Betrachtungszeitraum einen deutlichen
Anstieg von rund 690 kg/a auf knapp 1.100 kg/a (siehe Abbildung 11).
Quelle: Umweltbundesamt
Schwermetalle nach Im Jahr 2008 stammte der Großteil der Emissionen aus Anlagen zur Energiever-
Anlagenkategorie sorgung und Müllverbrennungsanlagen, Zementanlagen lieferten nur einen ge-
ringen Beitrag von insgesamt knapp 85 kg/a (rund 15 %). Im Betrachtungszeit-
raum haben die Schwermetallemissionen aus Müllverbrennungs- und Zement-
anlagen allerdings deutlich zugenommen und lagen im Jahr 2018 bei ca.
580 kg/a. Die Emissionen aus Energieversorgungsanlagen in Höhe von rund
450 kg/a haben sich im gleichen Zeitraum kaum verändert.
Cadmium, Thallium Bei den Emissionen von Cadmium, Thallium (Cd, Tl) und deren Verbindungen ist
– ähnlich der Summe der Schwermetalle – insgesamt ein Anstieg der Emissio-
nen von 2009 bis 2018 von rund 48 kg/a auf rund 84 kg/a zu beobachten; aller-
dings zeigt der Verlauf hohe jährliche Schwankungen (Abbildung 12). Die
Schwankungen sind zum Teil auf die diskontinuierliche Erfassung der Emissio-
nen zurückzuführen, bei welcher im Mindestfall aus ein bis zwei Messwerten die
Jahresfracht abgeleitet wird.
Quelle: Umweltbundesamt
Des Weiteren lässt sich allerdings auch erkennen, dass die jährlichen Schwan-
kungen bei Müllverbrennungs- und Energieversorgungsanlagen ähnlich verlau-
fen, weshalb ein zusätzlicher Beitrag des eingesetzten Abfalls zu vermuten ist.
Quecksilber Der Verlauf der Quecksilberemissionen (Hg, inkl. dessen Verbindungen) zeigt im
Betrachtungszeitraum keinen erkennbaren Trend, die Emissionen verbleiben
mit leichten Schwankungen, ausgenommen ein Minimum im Jahr 2016, auf ver-
gleichbarem Niveau.
Quelle: Umweltbundesamt
Wie aus Abbildung 13 ersichtlich ist, stammt der Hauptbeitrag der Quecksilber-
Emissionen aus Zementanlagen. Im Rahmen der AVV-Novelle 2013 (BGBl. II
135/2013) wurden strengere Quecksilber-Grenzwerte festgelegt. Mitverbren-
nungs- und Müllverbrennungsanlagen müssen ab Mai 2013 einen Quecksilber-
Grenzwert von 0,03 mg/Nm³ (Tagesmittelwert) einhalten, Zementanlagen ab
2016 0,03 mg/Nm³ als Jahresmittelwert.
Dioxine und Furane Die Emissionen an Dioxinen und Furanen (PCDD/F; polychlorierte Dibenzo-p-Di-
oxine und Dibenzofurane, angegeben als 2,3,7,8-TCDD-Äquivalent) lagen im
Zeitraum 2009 bis 2016 im Bereich von rund 0,3 bis 0,4 g/a, mit einer Spitze im
Jahr 2013 von knapp 0,5 g/a. Ab 2017 lagen die Emissionen dann deutlich tiefer
um bzw. unter 0,2 g/a (Abbildung 14).
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
organisch gebundener Hierbei lässt sich im jährlichen Verlauf ein deutlicher Abwärtstrend erkennen.
Kohlenstoff So lagen die Gesamtemissionen im Jahr 2009 bei knapp 310 t/a und haben bis
2018 auf einen Wert von rund 235 t/a abgenommen.
2.2.5 Chlorwasserstoff
Chlorwasserstoff Bei den Gesamtemissionen an Chlorwasserstoff (HCl) zeigt sich innerhalb des
Betrachtungszeitraumes keine signifikante Tendenz. Die Frachten lagen zumeist
im Bereich von 50–60 t/a Jahr, wobei die Werte für die Jahre 2015 bis 2018 eher
im unteren Schwankungsbereich lagen (Abbildung 16).
Quelle: Umweltbundesamt
2.2.6 Fluorwasserstoff
Fluorwasserstoff Mit Ausnahme der Jahre 2009 und 2012 ist bei den Emissionen an Fluorwasser-
stoff (HF) eine abnehmende Tendenz zu erkennen, die hauptsächlich auf die
sinkenden Emissionen aus Mitverbrennungsanlagen zurückzuführen ist. In den
letzten beiden Jahren ist eine Zunahme der Emissionen aus Müllverbrennungs-
anlagen zu erkennen.
Quelle: Umweltbundesamt
Mit Ausnahme der Jahre 2010 und 2011 mit Emissionen in Höhe von bis zu 5 t/a
lagen die jährlichen Emissionen im Bereich von rund 3–4 t/a (Abbildung 17).
2.2.7 Ammoniak
Ammoniak Die Emissionsfrachten von Ammoniak (NH3) zeigen im jährlichen Verlauf eine
stark steigende Tendenz. Diese ist – wie aus Abbildung 18 ersichtlich – weitest-
gehend auf die Emissionen aus Zementanlagen zurückzuführen. Einer der
Hauptgründe für die stark steigenden Emissionsfrachten aus Zementwerken ist,
dass einige Großanlagen erst während des betrachteten Zeitraums begonnen
haben NH3-Emissionen zu melden.
Quelle: Umweltbundesamt
3 DETAILANALYSEN
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Siedlungsabfälle leicht Siedlungsabfälle und ähnliche Gewerbeabfälle (SN 91101) wurden im Betrach-
steigend tungszeitraum im Ausmaß von 1,0 bis 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr mit leicht stei-
gender Tendenz verbrannt (Abbildung 21). Einzelne Maxima in den Jahren 2010
und 2017 sind vor allem auf einen vermehrten Abfalleinsatz in einer Anlage zu-
rückzuführen, wobei es sich hierbei wiederum zum Teil um importierte Massen
handelt.
Quelle: Umweltbundesamt
Verbrennung von Die Verbrennung von Rückständen aus der mechanischen Abfallaufbereitung
Rückständen (SN 91103) zeigt über die Jahre hinweg einen Trend zu jeweils steigenden Ab-
fallinputmassen (Abbildung 22). Die Hauptursache liegt in sprunghaften Anstie-
gen in jeweils einzelnen Anlagen. Davon abgesehen ist in allen Abfallverbren-
nungsanlagen ein genereller Anstieg der verbrannten Massen dieser Abfallart
zu verzeichnen. Vor allem im Vergleich zur Verbrennung von Siedlungsabfällen
und ähnlichen Gewerbeabfällen (SN 91101) zeigt sich somit ein Trend hin zur
Verbrennung von aufbereiteten Siedlungsabfällen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Altpapierrückstände Die Verbrennung von Rückständen aus der Altpapierverarbeitung (SN 18407)
weist ebenfalls einen eher steigenden Trend auf (Abbildung 25). Im Jahr 2018
wurden mehr als zwei Drittel der Gesamtmasse in einer einzigen Anlage ver-
brannt.
Techniken zur Die Abfallverbrennungsanlagen verfügen über eine Kombination der folgenden
Abgasreinigung Techniken zur Abgasreinigung:
Gewebefilter zur Abscheidung von Staub und darin enthaltenen Schwer-
metallen
Aktivkohle zur Abscheidung von Quecksilber und PCDD/F
Wäscher zur Abscheidung saurer Gase (HCl, HF, SO2) und Quecksilber
Absorptionsmittel zur Abscheidung saurer Gase
S(N)CR zur Reduktion von NOX
3.1.3 Datengrundlage
Es liegt pro Anlage und Jahr nur der Mittelwert der beiden Messungen für die
Berechnung und Darstellung der Emissionskonzentrationen und -frachten vor.
Die im Vergleich zu den kontinuierlich gemessenen Schadstoffen sehr geringe
HF, NH3 werden vorwiegend diskontinuierlich gemessen. Daher wurde bei den
kontinuierlichen Messungen aus den vorhandenen Monatsmittelwerten ein Mit-
telwert gebildet und für die Berechnungen und Grafiken der Emissionskonzent-
rationen verwendet.
Etwa die Hälfte der Anlagen messen Hg kontinuierlich, die anderen diskontinu-
ierlich. Die Auswertungen der Konzentrationen wurden für die kontinuierlich
bzw. diskontinuierlich Messenden getrennt durchgeführt.
3.1.4 Staub
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Seit 2013 sind die emittierten Staubfrachten tendenziell gesunken. Im Jahr 2015
wurde entgegen der allgemeinen Tendenz eine deutlich höhere Menge emittiert
als in allen anderen Jahren.
In den Jahren 2012–2016 fällt eine Anlage durch eine hohe und stark schwan-
kende Staubfracht auf. So ist auch die entgegen dem Trend hohe Fracht in 2015
auf diese Anlage zurückzuführen. Seit 2017 ist die Fracht dieser Anlage gering.
spezifische Frachten Die spezifische Fracht (bezogen auf den Abfallinput) zeigt ein ähnliches Bild wie
die Fracht. Die Abhängigkeit von der verbrannten Abfallmenge ist folglich ge-
ring.
Betrachtet man die spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen, ist von 2014
auf 2015 ein deutlicher Sprung des Medians nach unten zu erkennen, gleichzei-
tig sticht eine Anlage durch eine besonders hohe spezifische Fracht im Jahr
2015 hervor. Da es sich bei dieser Anlage auch um eine der größten Anlagen in
Österreich handelt, führt das zu der oben beschriebenen hohen Staubfracht in
2015. Seit 2015 ist die spezifische Fracht der einzelnen Anlagen leicht sinkend.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Frachten Corg Bis 2013 sind die jährlichen Gesamtfrachten an organisch gebundenem Kohlen-
stoff gesunken. Danach sind sie tendenziell wieder gestiegen, mit einem Ausrei-
ßer im Jahr 2016. 2018 liegt die Gesamtfracht immer noch unter jener von 2009.
Während manche Anlagen ihre Fracht senken konnten, zeigt eine andere An-
lage durchgehend relativ hohe Frachten.
Quelle: Umweltbundesamt
spezifische Frachten Die spezifische Fracht zeigt teils ein ähnliches Bild wie die Fracht. Bis 2013 ist die
Corg spezifische Fracht stark zurückgegangen, danach ist sie leicht angestiegen, je-
doch deutlich schwächer als die Fracht. Das legt nahe, dass ein großer Teil des
Anstiegs nach 2013 auf die erhöhte verbrannte Abfallmenge zurückzuführen ist.
Quelle: Umweltbundesamt
spezifische Fracht pro Die spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen zeigen ein etwas anderes Bild.
Anlage Von 2009 bis 2011 ist der Median gesunken, bis 2017 im Bereich von 2 g/t Abfall
geschwankt und 2018 deutlich nach unten gesprungen. Eine Anlage mit zwei Li-
nien sticht durch hohe spezifische Frachten hervor. Das kann darauf zurückzu-
führen sein, dass es sich einerseits bei beiden Linien um die kleinsten der unter-
suchten Anlagen handelt, beide mit einer Kapazität unter 6 Tonnen Abfall pro
Stunde. Andererseits handelt es sich um eine Abfallverbrennungsanlage für ge-
fährliche Abfälle.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
niedrige Seit 2011 liegen jedes Jahr über 75 % der Monatsmittelwerte unter 1 mg/Nm³,
Monatsmittelwerte mehr als die Hälfte liegen unter 0,5 mg/Nm³. Der Median schwankt um
0,3 mg/Nm³. Die niedrigen MMW legen nahe, dass auch HMWs und TMWs deut-
lich unter den von der AVV geforderten 10 mg/Nm³ liegen.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
steigende Tendenz Seit 2009 zeigt die NOX-Fracht eine steigende Tendenz (Abbildung 35). Wie aus
NOx-Frachten Abbildung 36 zu erkennen ist, ist der Anstieg vor allem auf die steigende ver-
brannte Abfallmenge und somit das höhere Rauchgasvolumen zurückzuführen.
Quelle: Umweltbundesamt
Tendenz spezifische Auch die spezifische Fracht zeigt eine steigende Tendenz, allerdings mit einem
Frachten NOX deutlich schwächeren Anstieg. Während die Fracht um 62 % von 404 auf 653 t/a
gestiegen ist, ist die spezifische Fracht nur um 21 % von 188 auf 228 g/t Abfall
gestiegen.
Quelle: Umweltbundesamt
Median spezifischer Der Median der spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen ist schwankend
Frachten stabil. Auffallend ist eine Linie einer Anlage, die von 2009 bis 2011 eine sinkende
spezifische Fracht zeigt und danach eine stark steigende Tendenz aufweist.
Beide Linien der Anlage liegen in den meisten Jahren am oberen Ende der spezi-
fischen Fracht. Das kann man darauf zurückführen, dass beide Linien dieser An-
lage verhältnismäßig klein sind und jeweils eine Verbrennungskapazität unter
6 t/h haben und somit entsprechend der AVV deutlich höhere NOX-Grenzwerte
zulässig sind. Darüber hinaus sind beide Linien nur mit einer selektiven nicht-
katalytischen Reduktion (SNCR) ausgestattet, alle anderen Abfallverbrennungs-
anlagen mit einer selektiven katalytischen Reduktion (SCR).
[Link] Konzentrationen
Altanlagen
Anders als z. B. bei Staub oder Corg haben fast alle Anlagen die HMW AVV-
Grenzwerte als genehmigte Grenzwerte vorgeschrieben. Viele Anlagen haben
die 70 mg/Nm³ des TMW auch als HMW genehmigt.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
vorgeschriebene In 2018 hatten für den HMW zwei Anlagen den AVV-Grenzwert von 200 mg/Nm³
Grenzwerte (Neuanlage, < 2 t/h), vier Anlagen den AVV-Grenzwert von 100 mg/Nm³ (> 6 t/h),
zehn Anlagen einen Grenzwert von 70 mg/Nm³ und eine Anlage einen Grenz-
wert von 60 mg/Nm³ genehmigt; für den TMW hatten zwei Anlagen einen
Grenzwert von 150 mg/Nm³, eine Anlage den AVV-Grenzwert von 100 mg/Nm³
(Altanlage, > 6 t/h), zehn Anlagen den AVV-Grenzwert von 70 mg/Nm³ (Neuan-
lage, > 6 t/h), eine Anlage einen Grenzwert von 65 mg/Nm³ und eine Anlage ei-
nen Grenzwert von 55 mg/Nm³ vorgeschrieben.
NOX knapp unter Die Reduktion von NOX im Abgas kann durch den Einsatz von S(N)CRs sehr gut
Grenzwert geregelt werden und die Schwankungen sind gering. Dadurch können die Anla-
gen die Emissionen so regeln, dass sie nur knapp den Grenzwert unterschrei-
ten. Dadurch liegen auch viele Monatsmittelwerte relativ knapp unterhalb des
TMW-Grenzwertes. Aus demselben Grund sind die Konzentrationen über den
betrachteten Zeitraum hinweg leicht schwankend auf gleichem Niveau geblie-
ben. Mehr als die Hälfte der Monatsmittelwerte liegen zwischen 35 und
50 mg/Nm³.
Die Anlagen in Wien und Linz liegen im Vergleich aller Anlagen im unteren Be-
reich. Alle Anlagen mit Ausnahme der kleinsten setzen SCR zur NOX-Minderung
ein. Die zwei Linien der kleinsten Anlage (ABRG) liegen wegen des höheren
Grenzwertes und des Einsatzes von SNCR am oberen Ende.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Fracht CO Zwischen 2009 und 2012 schwankte die CO Fracht knapp über 100 t/a. Von
2012 bis 2016 ist die Fracht bis auf 130 t/a angestiegen und ist seitdem schwan-
kend stabil. Wie auch Abbildung 41 bestätigt ist der Anstieg vor allem auf die
steigende verbrannte Abfallmenge und somit das höhere Rauchgasvolumen zu-
rückzuführen. Eine Anlage hat eine besonders hohe CO-Fracht.
Quelle: Umweltbundesamt
spezifische Fracht CO Die spezifische Fracht war 2009 bis 2011 schwankend stabil und zeigte von 2011
auf 2012 einen deutlichen Rückgang. Seit 2012 ist die spezifische Fracht stabil
mit einem schwachen Trend nach oben.
Quelle: Umweltbundesamt
Der Median der spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen ist schwankend
stabil. Die höchsten spezifischen Frachten stammen von ein paar Anlagen. Wäh-
rend bei einer Anlage in den letzten Jahren die spezifische Fracht sinkt, zeigen
die anderen drei Linien eine steigende Tendenz. Eine Anlage ist seit 2009 immer
bei den niedrigsten spezifischen CO Frachten, meistens zeigt sie sogar die nied-
rigste spezifische Fracht.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
stabile Emissions- Die CO-Emissionskonzentrationen sind über die Jahre relativ stabil. Von 2010 bis
konzentrationen 2014 ist der Median der Monatsmittelwerte leicht gesunken, nach 2014 wieder
leicht gestiegen; er lag zwischen 6,7 und 8,3 mg/Nm³. Über 50 % der Monatsmit-
telwerte lagen zwischen 4 und 13 mg/Nm³.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
stark schwankende Die HCl-Frachten zeigen starke Schwankungen und keine eindeutige Tendenz
Frachten nach oben oder unten. Sie schwanken zwischen knapp 6 t/a und über 12 t/a.
Die einzige Anlage mit einer trockenen Rauchgasreinigung zeigt in allen Jahren
(Betriebsbeginn Ende 2009) vergleichsweise hohe HCl-Frachten.
spezifische Fracht und Die spezifische Fracht zeigt dieselben starken Schwankungen wie die Gesamt-
Rauchgasreinigung fracht. Die Emissionen scheinen nur wenig von der verbrannten Abfallmenge
abhängig zu sein, sondern viel mehr von der eingesetzten Abgasreinigungstech-
nik.
Die Anlage mit einer trockenen Rauchgasreinigung und die Anlage mit einer se-
mitrockenen Rauchgasreinigung weisen in den meisten Jahren die höchsten
spezifischen HCl-Frachten auf. Auch die beiden Linien der kleinsten Anlage wei-
sen häufig überdurchschnittlich hohe spezifische Frachten auf.
[Link] Konzentrationen
zusätzlich zu den vier Wiener Linien noch vier weitere Linien einen Grenzwert
von 10 mg/Nm³ genehmigt. Alle anderen Linien haben 7 mg/Nm³ als TMW vor-
geschrieben.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
stabile Emissions- Die HCl-Emissionskonzentrationen sind über die Jahre relativ stabil. Während
konzentrationen der Median der MMW von 2009 bis 2018 von 0,1 auf 0,2 mg/Nm³ gestiegen ist,
ist das 95er-Perzentil von 4,9 auf 3,0 mg/Nm³ gesunken. Alle Monatsmittelwerte
liegen deutlich unter 10 mg/Nm³, was nahelegt, dass auch HMW und TMW unter
den von der AVV geforderten 10 mg/Nm³ liegen. Über 75 % der Monatsmittel-
werte liegen sogar unter 1 mg/Nm³. Wie bei den spezifischen Frachten liegen
die beiden Anlagen mit (semi-)trockener Rauchgasreinigung in allen Jahren am
oberen Ende. Betrachtet man das sehr schmale Band, in dem die MMW der An-
lage mit trockener Rauchgasreinigung liegen, legt das die Vermutung nahe, dass
die Emissionen durch die eingedüste Menge des Absorbens gut gesteuert wer-
den können.
3.1.9 SO2
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
SO2-Frachten Von 2009 bis 2012 ist die jährliche SO2-Fracht gestiegen, danach bis 2016 gesun-
ken und seither wieder gestiegen. Eine Anlage hat mit Abstand die größte SO2-
Fracht. Das ist auf die Größe der Anlage zurückzuführen und darauf, dass
schwefelhaltige Abgase aus der angeschlossenen Faserproduktion mitverbrannt
werden.
Die spezifische Fracht zeigt ein identes Bild mit den Gesamtfrachten. Daraus ist
zu schließen, dass die verbrannte Abfallmenge einen geringen Einfluss auf die
emittierte Fracht hat.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
stabile Emissions- Die SO2-Emissionskonzentrationen sind über die Jahre relativ stabil. Auch bei
konzentrationen den Konzentrationen liegen zwei Anlagen am oberen Ende. Seit 2010 liegen
über 75 % der Monatsmittelwerte unter 4 mg/Nm³, was nahelegt, dass auch
HMWs und TMWs deutlich unter den AVV Grenzwerten liegen.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
stark schwankende Die Fracht schwankt starke über die Jahre hinweg mit besonders hohen Werten
Frachten in den letzten zwei betrachteten Jahren. 2017 und 2018 sticht eine Anlage durch
deutlich höheren Frachten als in den Vorjahren hervor. In den meisten Jahren
zeigt eine andere Anlage vergleichsweise hohe Frachten, was wie bei HCl auf die
trockene Rauchgasreinigung zurückzuführen ist.
Die spezifische Fracht zeigt dieselben starken Schwankungen wie die Emissions-
fracht. Daraus folgt, dass die Emission kaum durch die verbrannte Abfallmenge
beeinflusst wird.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
stark schwankende Die HF Emissionskonzentrationen schwanken über die Jahre deutlich, eine Ten-
Konzentrationen denz ist nicht erkennbar. In den meisten Jahren lagen zumindest 75 % der
Messwerte bei 0,1 mg/Nm³ oder darunter.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Entwicklung Die spezifische Fracht ist schwankend stabil, mit einem deutlichen Anstieg in
spezifische Fracht den letzten zwei Jahren. Der Anstieg ist im Vergleich zur Fracht geringer. Daraus
kann man schließen, dass der Anstieg der emittierten Frachten auf die höhere
verbrannte Abfallmenge und das damit verbundene höhere Rauchgasvolumen
zurückzuführen ist.
Quelle: Umweltbundesamt
Der Median der spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen ist schwankend
stabil. Eine Anlage weist in den meisten Jahren die höchste spezifische Fracht
auf. Bis 2014 ist die spezifische Fracht dieser Anlage jährlich angestiegen, seit
2015 jedes Jahr gesunken.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Median gesunken Der Median der NH3-Emissionskonzentrationen ist über die Jahre leicht gesun-
ken und lag in den letzten Jahren bei 0,8 mg/Nm³. Es ist zu beobachten, dass
eine Anlage in den meisten Jahren vergleichsweise hohe Emissionskonzentratio-
nen aufweist.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
stark schwankende Emissionsfrachten von Hg zeigen starke Schwankungen, da etwa die Hälfte der
Frachten Anlagen nur periodisch zweimal jährlich misst. 2013 wurde mit einer Novelle
der AVV der Grenzwert für den TMW von Hg auf 30 µg/Nm³ gesenkt. Die Emissi-
onsfrachten zeigen seit 2012 eine sinkende Tendenz mit starken Schwankun-
gen, seit 2016 ist die Fracht relativ konstant geblieben.
Die spezifische Fracht zeigt dieselben Schwankungen und dieselbe Tendenz wie
die Emissionsfracht. Der Einfluss der verbrannten Abfallmenge ist daher gering.
Auch der Median der spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen verhält sich
ähnlich der Emissionsfrachten.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Art der Da bei Hg die Anzahl der Anlagen, die kontinuierlich bzw. periodisch messen,
Datenauswertung ähnlich hoch ist, wurden die vorhandenen Daten wie folgt ausgewertet:
Auswertung der periodisch messenden Anlagen: Die Daten umfassen je-
weils den Mittelwert aus den zwei Einzelmessungen im Jahr.
Auswertung der kontinuierlich messenden Anlagen: Die Daten umfassen
bis zu 12 Monatsmittelwerte pro Jahr.
Quelle: Umweltbundesamt
kontinuierliche Bei den kontinuierlich messenden Anlagen stieg der Median der MMWs von
Messung 2009 bis 2012 von 3,8 auf 4,9 µg/Nm³ kontinuierlich leicht an. Von 2012 bis 2014
geht der Median der MMWs kontinuierlich auf 3,8 µg/Nm³ zurück. Von 2014 auf
2015 gab es einen deutlichen Rückgang auf 1,8 µg/Nm³, in den Folgejahren sinkt
der Median wiederum nur leicht und lag 2018 bei 0,6 µg/Nm³.
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
steigende Frachten Wie auch bei anderen periodisch gemessenen Schadstoffen gibt es starke
Schwankungen. Dennoch erkennt man eine deutlich steigende Tendenz, mit ei-
nem Einbruch in den Jahren 2015 und 2016.
Der Median der spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen schwankt deutlich,
eine Tendenz ist nicht zu erkennen. Eine Anlage weist in allen Jahren, in denen
sie in Betrieb war, die höchsten spezifischen Frachten auf.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Die Emissionskonzentrationen an Cd und Tl sind über die Jahre 2010 bis 2016
relativ stabil. 2017 und 2018 lag der Median höher als in allen Jahren davor. Ab-
gesehen von einer Anlage (Zistersdorf) liegen alle Werte bei maximal 3 µg/Nm³.
3.1.14 Schwermetalle
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
schwankende Frachten Wie auch bei anderen periodisch gemessenen Schadstoffen gibt es bei den
Schwermetallen (Summen von Sb, As, Pb, Cr, Co, Cu, Mn, Ni, V, Sn und deren
Verbindungen) starke Schwankungen. Dennoch erkennt man eine deutlich stei-
gende Tendenz mit einem Einbruch in 2016; auch lagen die Frachten im Jahr
2018 unter jenen des Vorjahres.
Wie auch die Frachten schwanken die spezifischen Frachten der Anlagen sehr
stark.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
großteils niedrige Bei den Emissionskonzentrationen zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der spe-
Emissionswerte zifischen Fracht. Zwei Anlagen zählen in den meisten Jahren zu denen mit den
höchsten gemessenen Konzentrationen. Generell sind die gemessenen Kon-
zentrationen relativ stabil und bei den allermeisten Anlagen weit unterhalb des
Grenzwertes. Der Median der Konzentrationen liegt unter 10 µg/Nm³, in vielen
Jahren sogar unter 5 µg/Nm³. Bis auf das Jahr 2017 liegen sogar mindestens
75 % der Messwerte unter 20 µg/Nm³.
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
schwankende Frachten Die PCDD/F-Frachten zeigen hohe jährliche Schwankungen, weswegen eine
deutliche Tendenz nicht erkennbar ist. 2009 bis 2012 war die Fracht ungefähr
konstant, 2013 bis 2015 war sie höher und ist seit 2016 wieder geringer. Die
niedrigsten Frachten waren 2017 und 2018 zu verzeichnen.
Der Median der spezifischen Frachten der einzelnen Anlagen schwankt stark.
Seit 2014 sinkt der Median der spezifischen Frachten und hat 2017 seinen
Tiefststand erreicht, jener von 2018 liegt nur gering über jenem von 2017.
[Link] Konzentrationen
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
sinkende Emissions- Wie bei der Fracht erkennt man auch bei den Konzentrationen, dass diese seit
konzentrationen 2015 zurückgehen. Insbesondere 2017 und 2018 lagen die Emissionen deutlich
niedriger als in den Vorjahren. So lagen 75 % der Messwerte in den beiden Jah-
ren unter 0,01 ng/Nm³ und die Maxima bei etwa 0,025 ng/Nm³. Zurückzuführen
ist das wahrscheinlich auf den gesenkten Hg-Tagesmittelwert 2013 und den
dadurch höheren Einsatz von Aktivkoks. Auch Hg zeigt einen Rückgang seit 2015
mit einem Tiefststand 2017 und 2018.
Entkoppelung Grundsätzlich wurden alle möglichen Beziehungen zwischen den Massen der in
Abfallinput – Emis- den Anlagen im entsprechenden Jahr verbrannten Abfallarten und den jeweili-
sionen gen Emissionen der Abfallverbrennungsanlagen (MVA) einer statistischen Unter-
suchung bezüglich möglicher Korrelationen unterzogen. Es konnten in diesem
Zusammenhang allerdings keine relevanten Korrelationen gefunden werden.
Diese Entkopplung von Abfallinput in die Abfallverbrennungsanlagen (MVA) und
aus dieser Verbrennung resultierenden Emissionen ist vermutlich auf die – im
Vergleich zu den Mitverbrennungsanlagen – höheren Standards in den Emissi-
onsminderungsmaßnahmen im Bereich der Abfallverbrennungsanlagen (MVA)
zurückzuführen.
BWL…Brennstoffwärmeleistung
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
schwankende Der Einsatz von Bau- und Abbruchholz (SN 17202) weist im Betrachtungszeit-
Abfallmassen raum stark schwankende Massen auf (Abbildung 79). Vor allem seit ab dem Jahr
2015 diese Abfallart in einer zusätzlichen Anlage verbrannt wurde, haben sich
die Massen im Vergleich bis zu 2014 so gut wie verdoppelt, wobei dieser Abfall
bis zum Jahr 2014 in dieser Anlage offenbar unter der SN 17202 01 ausgewiesen
wurde.
Quelle: Umweltbundesamt
Bau- und Abbruchholz (aus) behandeltes(m) Holz (SN 17202 01) wurde nur noch
in sinkendem Ausmaß verbrannt (Abbildung 80), zuletzt nur noch in einer An-
lage.
Quelle: Umweltbundesamt
Rinde abnehmend Auch Rinde (SN 17101) wurde nur noch im sinkendem Ausmaß, in den letzten
Jahren nur noch in einer Anlage, hier allerding bis zu 60.000 Tonnen pro Jahr
verbrannt (Abbildung 81). Vor allem 2009, 2010 und 2013 wurden relevante
Massen auch in weiteren Anlagen eingesetzt.
Messunsicherheiten Bei Schadstoffen welche diskontinuierlich erfasst werden, sind die Emissions-
frachten mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet, welche sowohl aus der
Messunsicherheit der einzelnen Messwerte sowie der Hochrechnung der Ge-
samtfracht auf Basis einzelner Messpunkte resultiert.
[Link] Abgasreinigung
Tabelle 4: Abgasbehandlung
Die am häufigsten einge- Staubabscheidung: Gewebefilter
setzten Abgasreinigungs-
Rauchgasentschwefelung: trockenes Verfahren
verfahren bei Mitver-
brennungsverfahren. Stickstoffoxidreduktion: selektives nichtkatalytische Verfahren (SNCR)
Herdofenkoksdosieranlage
Kalkhydratdosieranlage
Kalksteindosieranlage
Staubabscheidung: Elektrofilter
Innerhalb des Betrachtungszeitraumes wurde nur bei einer Anlage (Loacker) die
Abgasreinigung um eine SNCR-Anlage im Jahr 2013 erweitert.
[Link] Emissionsmessung
3.2.3 Staub
[Link] Fracht
schwankende Frachten Die jährlichen Staubfrachten zeigen deutliche Schwankung zwischen den einzel-
nen Jahren (Abbildung 82). Die Schwankungen werden dabei im Wesentlichen
durch die Emissionen einer Großanlage verursacht; aber auch bei den anderen
Anlagen sind teilweise starke jährliche Schwankungen zu erkennen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Hinsichtlich der einzuhaltenden Grenzwerte sind sowohl auf Basis der Halb-
stunden- sowie der Tagesmittelwerte keine wesentlichen Änderungen erkenn-
bar (Abbildung 84).
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
wechselnde Tendenz Die jährlichen Frachten an organisch gebundenem Kohlenstoff zeigen eine ab-
nehmende Tendenz in den Jahren 2009 bis 2015. Seit 2015 nehmen die Frach-
ten wieder deutlich zu (Abbildung 85). Der Rückgang wurde dabei wesentlich
durch die Emissionen einer Großanlage beeinflusst, der anschließende Anstieg
ist unter anderem auf eine erst seit 2016 berichtende Anlage zurückzuführen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Tendenz nach Anlagen Bei den gesamten Stickoxidemissionen aus Mitverbrennungsanlagen zeigt sich
innerhalb des Betrachtungszeitraumes eine Abnahme der Gesamtfrachten.
Diese lagen anfangs noch bei über 2.000 t/a und haben bis 2018 auf rund
1.600 t/a abgenommen (Abbildung 89). Hierbei haben zum Teil einzelne Groß-
anlagen einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtemissio-
nen. Zu den niedrigen Schadstofffrachten in den Jahren 2016 bis 2018 trägt zu
einem geringen Teil auch die Stilllegung einer Anlage bei. Die ab dem Jahr 2016
wieder steigenden Emissionen sind neben steigenden Emissionen aus einer
Großanlage auch auf die Emissionen einer seit dem Jahr 2016 erstmals berich-
tenden Anlage zurückzuführen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
kaum veränderte In Bezug zu den Emissionsgrenzwerten für Stickoxide zeigen sich im Jahresver-
Grenzwerte lauf keine wesentlichen Änderungen, ausgenommen zwei Anlagen in den Jahren
2016 bis 2018 (Abbildung 91). Bei einer Anlage haben sich die Emissionsgrenz-
werte als Tagesmittelwert von 270 mg/Nm³ auf 150 mg/Nm³ reduziert. Bei der
zweiten Anlage mit 300 mg/Nm³ als Tagesmittelwert handelt sich um eine An-
lage, deren Emissionen erst ab 2016 erfasst wurden.
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
schwankende Frachten Der jährliche Verlauf der Kohlenmonoxid-Frachten weist keinen erkennbaren
Trend (Abbildung 92) auf. Es zeigen sich deutliche Schwankung zwischen den
einzelnen Jahren, sowohl hinsichtlich der Gesamtfrachten sowie für die einzel-
nen Anlagen. Auch die Außerbetriebnahme einer Großanlage im Jahr 2016 führt
zu keiner erkennbaren Reduktion der Gesamtfrachten.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
In den Jahren 2009 bis 2013 erfolgte ein leichter Anstieg der jährlichen HCl-
Frachten. Von 2013 bis 2016 folgte anschließend ein Rückgang von über 25 %,
welcher vor allem auf eine Reduktion bei den zwei größten Verursachern zu-
rückzuführen ist. Nach 2016 steigen die Frachten wieder leicht.
Quelle: Umweltbundesamt
Messwerte Die Konzentrationen korrelieren nicht direkt mit den Schwankungen der Frach-
ten (Abbildung 96), allerdings liegen in den Jahren 2015 bis 2018 keine Mess-
werte über 7,5 mg/Nm³ mehr vor. Die hohen Emissionskonzentrationen in den
Jahren 2009 bis 2015 werden hauptsächlich von einer Anlage verursacht.
Quelle: Umweltbundesamt
Hinsichtlich der einzuhaltenden Grenzwerte sind sowohl auf Basis der Halb-
stunden- sowie Tagesmittelwerte keine wesentlichen Änderungen erkennbar
(Abbildungen 97, 98).
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Hinsichtlich der einzuhaltenden Grenzwerte sind sowohl auf Basis der Halb-
stunden- sowie der Tagesmittelwerte keine wesentlichen Änderungen erkenn-
bar (Abbildung 101).
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
starke Schwankungen Die HF-Frachten zeigen im jährlichen Verlauf deutliche Schwankungen (Abbil-
dung 82). Die Schwankungen werden dabei wesentlich durch die Emissionen ei-
ner Großanlage beeinflusst, aber auch die anderen Anlagen zeigen deutliche
jährliche Unterschiede. Eine mögliche Ursache für die stark variierenden Werte
könnte in der diskontinuierlichen Messung liegen.
Quelle: Umweltbundesamt
stabile Während einige wenige Anlagen größere Schwankungen zeigen, sind die Kon-
Konzentrationen zentrationen bei den meisten Anlagen relativ stabil (Abbildung 103). Der Groß-
teil der berichteten Emissionskonzentrationen liegt unter 0,2 mg/Nm³, nur zwei
Anlagen liegen regelmäßig höher.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
großteils niedrige Der Verlauf der jährlichen Emissionskonzentrationen zeigt leichte Schwankun-
Werte gen, eine direkte Korrelation mit den schwankenden Frachten ist allerdings
nicht erkennbar. Bis auf 2018 liegen die Messwerte bei maximal 10 µg/Nm³, wo-
bei der Großteil der Messwerte unterhalb 3 µg/Nm³ liegt. Im Jahr 2018 melden
zwei Anlagen Messwerte über 20 µg/Nm³ (Abbildung 110). Eine der Anlagen mit
einem berichteten Messwert in Höhe von 23 µg/Nm³ trägt in diesem Jahr aller-
dings auch maßgeblich zur Gesamtfracht bei. Bis auf zwei weitere Anlagen mit
Konzentrationen in Höhe von rund 3 µg/Nm³ lagen alle weiteren Messwerte im
Jahr 2018 unterhalb 1 µg/Nm³.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Ausnahmen bei Zwei Anlagen mit höheren Quecksilberemissionen setzen in relevantem Um-
Inhaltsstoffen fang Klärschlämme und Papierfaserreststoffe (SN 94802 und SN 94803) ein, für
welche eine Ausnahmeregelung hinsichtlich der Abfallinhaltsstoffe gemäß AVV
besteht (siehe Kapitel zu Cd-, Tl-Emissionen). Diese beiden Anlagen tragen rund
ein Viertel bis zur Hälfte der Quecksilberemissionen der Mitverbrennungsanla-
gen bei. Ohne Kenntnis der konkreten Abfallinhaltsstoffe ist eine Zuordnung
der für die Quecksilberfrachten verantwortlichen Abfallinputs nicht möglich.
[Link] Fracht
starke Schwankungen Die jährlichen Frachten von Cadmium und Thallium (sowie deren Verbindun-
gen) zeigen hohe Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren (Abbil-
dung 112). Die Schwankungen werden dabei wesentlich durch die Emissionen
einer einzigen Anlage verursacht, welche in den meisten Jahren auch den Groß-
teil emittiert. So lag die Fracht dieser Anlage im Jahr 2018 bei rund 24,8 kg/a,
was einem Anteil von rund 64 % der Gesamtfracht in Höhe von 38,7 kg/a ent-
spricht. Im Vergleich dazu lagen die Cd-Emissionen aller österreichischen Ener-
gieversorgungsanlagen im Jahr 2018 bei rund 280 kg/a (2). Bei den anderen An-
lagen sind die jährlichen Unterschiede zum Teil ebenfalls deutlich ausgeprägt.
Eine mögliche Ursache für die hohe Schwankungsbreite ist die diskontinuierli-
che Erfassung der Emissionskonzentrationen.
Quelle: Umweltbundesamt
leichte Schwankungen Der Verlauf der jährlichen Emissionskonzentrationen zeigt leichte Schwankun-
gen (Abbildung 113). Jene Anlage, welche maßgeblich zu den jährlichen Frachten
beiträgt, zeigt in diesen Jahren auch deutlich höhere Emissionskonzentrationen
als die restlichen Anlagen, mit einem deutlichen Anstieg bis zum Jahr 2017.
Quelle: Umweltbundesamt
großteils niedrige Die Emissionskonzentrationen der betroffenen Anlage liegen als einzige (mit
Emissions- Ausnahme einer weiteren Anlage im Jahr 2008) über 10 µg/Nm³ und erreichten
konzentrationen im Jahr 2017 mit knapp 39 µg/Nm³ ein Maximum. Bei den anderen Anlagen la-
gen die Emissionskonzentrationen im Jahr 2018 unter 6 µg/Nm³, wobei bei neun
Anlagen die gemessenen Konzentrationen den Wert von 2 µg/Nm³ nicht über-
schritten.
Hinsichtlich der einzuhaltenden Grenzwerte wurde bei zwei Anlagen der Grenz-
wert innerhalb des Betrachtungszeitraumes herabgesetzt (Abbildung 114). Bei
einer Anlage wurde der Wert von 63 µg/Nm³ auf 50 µg/Nm³ gesenkt, bei einer
zweiten Anlage im Jahr 2016 von 40 µg/Nm³ auf 30 µg/Nm³. Der Großteil der
Emissionsgrenzwerte liegt bei 50 µg/Nm³ bzw. 33 µg/Nm³ (entspricht 50 µg/Nm³
bei einem Bezugssauerstoffgehalt von 6 %). Mit Ausnahme einer Anlage liegen
die tatsächlichen Emissionskonzentrationen damit deutlich unter den Emissi-
onsgrenzwerten.
Quelle: Umweltbundesamt
Hinsichtlich der eingesetzten Abfallfraktionen zeigt sich, dass jene Anlagen, wel-
che maßgeblich zu den Schadstoffemissionen beitragen, in relevantem Umfang
Klärschlämme und Papierfaserreststoffe einsetzen (SN 94802 und SN 94803).
Abweichend zu Kapitel 1.1, 1.2 und 1.3 gelten für Klärschlämme und Papierfa-
serreststoffe (Abfälle der Schlüsselnummergruppe 943, 945 und 948 gemäß Ab-
fallverzeichnisverordnung, BGBl. II Nr. 570/2003, in der geltenden Fassung) für
die Parameter Cd und Hg folgende Grenzwerte:
Cd 0,8 0,95
Hg 0,15 0,25
3.2.13 Schwermetalle
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Entwicklung der Die Emissionsgrenzwerte der Anlagen weisen eine hohe Spannweite auf (Abbil-
Grenzwerte dung 117) und lagen im Jahr 2018 im Bereich von rund 34 µg/Nm³ bis ca.
658 µg/Nm³. Im Betrachtungszeitraum wurden bei zwei Anlagen die vorge-
schriebenen Grenzwerte im Jahr 2009 herabgesetzt; bei einer Anlage von
1000 µg/Nm³ auf 336 µg/Nm³, bei der zweiten Anlage von 880 µg/Nm³ auf rund
333 µg/Nm³ (500 µg/Nm³ bei 6 % O2). Die Emissionsgrenzwerte liegen damit für
alle Anlagen deutlich über den tatsächlichen Emissionswerten.
Quelle: Umweltbundesamt
keine Zuordnung In den Anlagen mit den höchsten Schwermetallfrachten bzw. den höchsten Kon-
aufgrund von zentrationen im Abgas werden in relevantem Umfang Klärschlämme verbrannt.
Abfallinputs Allerdings ist ohne Kenntnis der konkreten Inhaltsstoffe der eingesetzten Ab-
fälle eine Zuordnung der für die Schadstoffemissionen verantwortlichen Abfall-
ströme nicht möglich. In einer Anlage mit hohen Schwermetallemissionen wird
zudem Kohle als Regelbrennstoff eingesetzt, welcher ebenfalls Schwermetalle
enthalten kann.
[Link] Fracht
starke Schwankungen Die jährlichen Dioxinfrachten weisen starke Schwankung auf (Abbildung 118).
Von 2009 bis 2014 nehmen die Emissionen zu, im Zeitraum von 2014 auf 2015
erfolgt ein deutlicher Rückgang um fast 50 %, welcher auf eine einzelne Anlage
zurückzuführen ist. Nach einem leichten Anstieg im Jahr 2016, welcher im We-
sentlichen durch eine andere Anlage verursacht wird, nehmen die Emissionen
bis 2018 weiter ab. Ein möglicher Grund für die beobachteten Schwankungen
liegt in der diskontinuierlichen Erfassung der Emissionskonzentrationen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
3.3 Zementanlagen
3.3.1 Schadstoffquellen
In Österreich gibt bzw. gab es im Zeitraum 2009 bis 2018 insgesamt elf verschie-
dene Zementanlagen bzw. Produktionslinien, deren Abfalleinsatz über 2 t/h
liegt und die im Folgenden detailliert behandelt werden (Tabelle 6).
Erläuterungen Die Anlage “Peggau” war bis 2011 in Betrieb. Die Linien “Leube 1” und “Leube 2”
waren bis 2010 in Betrieb, 2011 ging “Leube 3” in Betrieb. Bei der Anlage
“Schretter & Cie” betrug die Nennkapazität zur Abfallverbrennung bis 2011
< 2 t/h. Die Emissionen in die Luft sind erst seit der Erhöhung der Nennkapazität
auf > 2 t/h gemäß Abfallverbrennungsverordnung meldepflichtig und daher im
Folgenden erst ab diesem Zeitpunkt dargestellt.
geringe Schwankungen Die Produktion von Klinker in den österreichischen Zementanlagen unterlag im
Betrachtungszeitraum nur relativ geringen Schwankungen, wie in Abbil-
dung 121 zu erkennen ist. Dies hat zur Folge, dass die Entwicklung der Schad-
stofffrachten in absoluten Zahlen und die Entwicklung der spezifischen Frach-
ten, bezogen auf die Klinkerproduktion, nahezu gleich verläuft. Anders ausge-
drückt können Veränderungen der Schadstofffrachten nicht durch eine stei-
gende oder sinkende Klinkerproduktion erklärt werden (siehe z. B. nachfolgen-
des Kapitel über Staub).
Quelle: Umweltbundesamt
Zumahlstoffe Drittens werden bei der nachfolgenden Verarbeitung des Zementklinkers mit
Zumahlstoffen zu Zement auch Abfälle als Zumahlstoffe in der Zementmühle
verwendet; diese Abfälle tragen jedoch nicht zu den Emissionen bei, die im vor-
liegenden Bericht dargestellt werden, da sie nicht in den Drehrohrofen gelan-
gen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Zunahme von Ersatzbrennstoffe, qualitätsgesichert (SN 91108) stellen massenmäßig mit Ab-
Ersatzbrennstoffen stand den größten Anteil der in Zementanlagen verbrannten Abfallmengen dar.
Ab 2010 ist ein stetiger Anstieg im Einsatz dieser Abfallart zu verzeichnen (Abbil-
dung 124), welcher vorwiegend auf steigende Einsatzmengen in drei Anlagen
zurückzuführen ist. Ersatzbrennstoffe, qualitätsgesichert (SN 91108) wurden – in
unterschiedlichem Ausmaß – ausnahmslos in allen betrachteten Zementanla-
gen verbrannt.
Quelle: Umweltbundesamt
Entwicklung Schlamm Schlamm aus der mechanischen Abwasserbehandlung der Zellstoff- und Papier-
aus Papier- und herstellung (SN 94802) ist jene Abfallart, die mit rd. 60.000 Tonnen im Jahr 2018
Zellstoffherstellung die zweithöchsten Einsatzmassen im gesamten Betrachtungszeitraum darstellt
(Abbildung 125). Im Zeitraum von 2009 bis 2013 wurde diese Abfallart lediglich
in zwei Anlagen, in den Folgejahren nur noch in einer Anlage verbrannt.
Quelle: Umweltbundesamt
zunehmender Einsatz Der Einsatz von Stoff- und Geweberesten, Altkleidern (SN 58107) weist im Be-
trachtungszeitraum eine steigende Tendenz mit einem Maximum im Jahr 2014
auf (Abbildung 126). Diese Abfallart wurde in den Jahren 2009 bis 2013 lediglich
in zwei Anlagen, in den Folgejahren allerdings in einer steigenden Anzahl von
Anlagen eingesetzt.
Es ist davon auszugehen, dass diese Abfallart – vor allem im Hinblick auf ihre
Verbrennung in der Zementindustrie – textile Bestandteile zur Verstärkung von
Reifen (Reifencordgewebe) beinhaltet.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Faulschlämme wurden vor allem in den Jahren 2013 und 2014 in überproportio-
nalem Ausmaß (in Summe jeweils über 60.000 Tonnen pro Jahr) in der Zement-
industrie verbrannt (Abbildung 128), wobei fast die gesamte Masse in einer ein-
zigen Anlage eingesetzt wurde. In den Jahren davor und danach wurden nur
noch vergleichsweise geringe Massen verbrannt.
Messunsicherheiten Bei Schadstoffen, welche diskontinuierlich erfasst werden, sind die Emissions-
frachten mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet, welche sowohl aus der
Messunsicherheit der einzelnen Messwerte sowie der Hochrechnung der Ge-
samtfracht auf Basis einzelner Messpunkte resultiert.
Die Produktion an Klinker und die Menge an verbrannten Abfällen war bei den
österreichischen Zementwerken von 2009 bis 2018 keinen besonders starken
Schwankungen unterworfen (Abbildung 121, Abbildung 122).
Die teils starken Unterschiede bei den Schadstofffrachten im Verlauf der Jahre
lassen sich daher nicht auf geänderte Mengen an verbrannten Abfällen oder
durch Veränderungen der Menge an produziertem Klinker zurückführen: Die
Zeitreihe beispielsweise für Staub stellt sich analog dar, wenn die Staubfracht
auf die Menge an verbrannten Abfällen (Abbildung 129) oder auf die produ-
zierte Klinkermenge (Abbildung 130) bezogen wird (jeweils linkes Bild: absolute
Staubfracht in Tonnen pro Jahr, rechtes Bild: spezifische Staubfracht pro Tonne
Abfall bzw. pro Tonne Klinkerproduktion).
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Abgasreinigung
[Link] Emissionsmessung
geringe Mess- Bei diskontinuierlich gemessenen Schadstoffen liegen pro Anlage und Jahr ein
häufigkeit Wert oder der Mittelwert weniger Messungen für die Berechnung und Darstel-
lung der Emissionskonzentrationen und -frachten vor. Die im Vergleich zu den
kontinuierlich gemessenen Schadstoffen sehr geringe Messhäufigkeit bei den
diskontinuierlich gemessenen Schadstoffen führt zu einer stärkeren Schwan-
kung der Werte. Davon sind insbesondere die Frachten betroffen, da für diese
der Konzentrationswert mit dem Jahresvolumenstrom multipliziert wird.
Erläuterungen Mess- Corg, HCl, HF, NH3 und Hg werden bei Zementanlagen teilweise kontinuierlich
häufigkeit und teilweise diskontinuierlich (meist zweimal jährlich) gemessen. Bei den konti-
nuierlichen Messungen liegen Emissionskonzentrationen und Emissionsfrach-
ten als Monatsmittelwerte vor.
In mehr als der Hälfte der Zementanlagen erfolgt mit Stand 2018 die Hg-Mes-
sung kontinuierlich. Dabei handelt es sich um jene Anlagen, in denen der weit-
aus größte Teil der Abfälle verbrannt wird. In den anderen Anlagen wird die Hg-
Emission diskontinuierlich gemessen. Die Corg-Messung erfolgt großteils konti-
nuierlich. Bei diesen Parametern wurden die Auswertungen der Konzentratio-
nen für die kontinuierlich bzw. diskontinuierlich messenden Anlagen getrennt
durchgeführt.
3.3.6 Staub
[Link] Fracht
Die Staubfracht aus Zementöfen ging von 2009 bis 2011 stark zurück. Seither
schwankt der Gesamtwert zwischen 20 und 30 Tonnen pro Jahr. Schwankungen
bei verschiedenen Werken in einzelnen Jahren gleichen sich zum Teil aus (Abbil-
dung 131).
Quelle: Umweltbundesamt
Maßnahmen zur Zwischen 2009 und 2012 fand bei vier Zementöfen, in denen bis dahin noch mit
Entstaubung Elektrofilter entstaubt wurde, eine Umstellung auf Gewebefilter, eine Verlegung
der Produktion auf einen neuen Zementofen mit Gewebefilter bzw. eine Außer-
betriebnahme eines älteren Ofens mit Elektrofilter statt. Seit 2012 sind alle au-
ßer zwei Zementanlagen mit Gewebefiltern zur Entstaubung ausgerüstet.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Die Stickoxid-Frachten der Zementanlagen waren von 2009 bis 2018 rückläufig
(Abbildung 138).
Gründe für Reduktion Die Reduktion ist vor allem auf einen Rückgang bei drei Werken zurückzufüh-
ren. In einem Werk wurde ein abgesenkter Emissionsgrenzwert durch verstärk-
ten Einsatz von selektiv-nichtkatalytischer Entstickung (SNCR) erreicht. In zwei
anderen Werken wurde die Entstickung von SNCR auf die wirksamere selektiv-
katalytische Entstickung (SCR) umgerüstet.
Für ein Werk (Vils) sind die Emissionsfrachten erst seit 2012 dargestellt. Dies be-
wirkt eine Erhöhung der abgebildeten Gesamtfracht ab diesem Jahr.
Quelle: Umweltbundesamt
Abbildung 139 zeigt die Stickoxid-Grenzwerte der einzelnen Anlagen. In der Ab-
fallverbrennungsverordnung sind die Emissionen im Tages- bzw. Halbstunden-
mittel mit 500 mg/Nm³ begrenzt. Es ist zu erkennen, dass im Laufe der Jahre die
Grenzwerte bei mehreren Anlagen abgesenkt wurden. Bei einem Großteil der
Anlagen betragen die Grenzwert im Tages- bzw. Halbstundenmittel jedoch nach
wie vor 500 mg/Nm³.
Quelle: Umweltbundesamt
Absenkung der Die gemessenen Monatsmittelwerte sind in Abbildung 140 zu sehen. Wie auch
Emissionsgrenzwerte bei den Jahresfrachten zeigt sich bei den Emissionskonzentrationen eine Absen-
kung im Verlauf der zehn Jahre von im Mittel 400 mg/Nm³ auf 300 Nm³. Das
Konzentrationsniveau ist zwar bei den einzelnen Anlagen weitgehend konstant,
reduziert sich aber bei einzelnen Anlagen, in denen entsprechende Maßnah-
men gesetzt wurden, unmittelbar von einem Jahr auf das nächste auf ein deut-
lich niedrigeres Niveau. Dadurch sinkt auch der Mittelwert über alle Anlagen.
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
schwankende Frachten Die Schadstofffracht von Chlorwasserstoff aus Zementwerken (Abbildung 144)
ist von 2009 bis 2018 angestiegen. Die Fracht unterliegt deutlichen Schwankun-
gen nach Anlagen und Jahren. Dabei ist anzumerken, dass bei den meisten An-
lagen die Emissionen nicht kontinuierlich, sondern diskontinuierlich gemessen
und auf die Jahresfracht hochgerechnet werden; daher sind stärkere Schwan-
kungen der ermittelten Frachten generell zu erwarten. Andererseits ist zu se-
hen, dass der weitaus größte Teil der Gesamtfracht in allen Jahren aus densel-
ben drei Werken stammt.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Bei den meisten Anlagen liegen die HCl-Emissionen unter 2 mg/Nm³ (Abbil-
dung 147). Es ist keine Entwicklung zu geänderten Emissionskonzentrationen zu
beobachten.
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Zunahme der Die Schwefeldioxid-Emissionen aus Zementanlagen haben sich im Zeitraum von
Emissionen 2009 bis 2018 um rund die Hälfte erhöht (Abbildung 148). Dies resultiert vor al-
lem aus starken Anstiegen bei einzelnen Anlagen. Die Beiträge der einzelnen
Anlagen sind dabei höchst unterschiedlich.
Obwohl ein Werk als einzige österreichische Zementanlage über einen SO2-
Wäscher zur Rauchgasentschwefelung verfügt (3), treten bei diesem Werk
durchwegs hohe Frachten auf, da hier der Schwefelgehalt im Rohstoff hoch
liegt.
Quelle: Umweltbundesamt
50 mg/Nm³, jedoch gab es in allen Jahren auch eine Anzahl Werten darüber,
meist bis 150 mg/Nm³, vereinzelt auch bis 250 mg/Nm³ im Monatsmittel.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Entwicklung der Die Schadstofffracht von Fluorwasserstoff aus Zementwerken (Abbildung 151)
Frachten war von 2009 bis 2016 relativ konstant, ausgenommen ein niedrigerer Wert im
Jahr 2010. Dabei könnte es sich um eine zufällige Schwankung handeln, die bei
Parametern, die diskontinuierlich gemessen werden, durch die Hochrechnung
auf eine Jahresfracht öfters zu beobachten ist. Auch wenn man einzelne Anla-
gen betrachtet, ist zu sehen, dass die gemeldete Fracht über die Jahre deutli-
chen Schwankungen unterliegt. Nach 2016 ist die Gesamtfracht an Fluorwasser-
stoff aus Zementanlagen rückläufig, was vor allem auf geringere Fracht aus ei-
ner Anlage zurückzuführen ist, unterstützt durch einen deutlichen Rückgang bei
einer weiteren Anlage seit 2015.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Entwicklung Emissions- Bei den Emissionskonzentrationen ist eine Entwicklung von einem eher homo-
konzentrationen genen Emissionsniveau hin zu etwas stärkeren Streuungen sowohl zu niedrige-
ren als auch höheren Konzentrationen zwischen den einzelnen Zementanlagen
zu beobachten.
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Erläuterungen zu Die Meldungen über die freigesetzte Fracht an Ammoniak (NH3) sind in Abbil-
Frachten dung 155 dargestellt. Wie zu sehen ist, liegen in den ersten Jahren des Betrach-
tungszeitraumes noch nicht von allen Zementanlagen Meldungen vor. Erst ab
2016 sind alle Anlagen erfasst, die in diesem Jahr in Betrieb waren. Allerdings ist
auch von 2016 bis 2018 ein Anstieg der Ammoniak-Fracht festzustellen. Neben
möglichen Beiträgen aus den Roh-, Brennstoffen oder Abfällen stammen Am-
moniak-Emissionen in der Zementindustrie vor allem aus der Entstickung des
Ofenabgases. Unterschiede bei den Ammoniak-Frachten der verschiedenen An-
lagen je nach verwendetem Entstickungsverfahren (selektiv-katalytisches oder
selektiv-nichtkatalytisches Verfahren) sind bei den vorliegenden Daten nicht zu
erkennen.
Quelle: Umweltbundesamt
Die Grenzwerte, die bei den einzelnen Anlagen gelten, sind sehr unterschiedlich
und variieren von 5 mg/Nm³ bis 75 mg/Nm³ (Abbildungen 156, 157).
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
große Streuung bei Die gemessenen Konzentrationen sind in Abbildung 158 dargestellt. Wie auch
Emissions- die geltenden Emissionsgrenzwerte unterscheiden sich die gemessenen Ammo-
konzentrationen niak-Konzentrationen erheblich. Die relative große Streuung reicht von unter
5 mg/Nm³ bis knapp 50 mg/Nm³.
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Erläuterungen zu den Die freigesetzte Fracht an Quecksilber (Hg) und seinen Verbindungen ist in Ab-
Frachten bildung 159 dargestellt. In den Jahren 2014 und 2015, in geringerem Ausmaß
auch 2012, wurde bei einer Anlage ein Abfall als Ersatzrohstoff eingesetzt, der
unter anderem stark mit Quecksilber belastet war. 2015 wurde bei dieser An-
lage eine Quecksilberreduktionsanlage in Betrieb genommen. Vor allem in den
darauffolgenden Jahren 2016 und 2017 war eine deutlich reduzierte Quecksil-
berfracht festzustellen, die sich jedoch 2018 wieder an das Niveau früherer
Jahre annäherte. Die anderen österreichischen Anlagen verfügen über keine
Quecksilberreduktionsanlage.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
Erläuterungen zur Da bei Quecksilber die Anzahl der Anlagen, die kontinuierlich bzw. periodisch
Datenauswertung messen, ähnlich hoch ist, wurden die vorhandenen Daten wie folgt ausgewertet:
Auswertung der periodisch messenden Anlagen: Die Daten umfassen je-
weils den Mittelwert aus den zwei Einzelmessungen im Jahr.
Auswertung der kontinuierlich messenden Anlagen: Die Daten umfassen
bis zu 12 Monatsmittelwerte pro Jahr.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Quelle: Umweltbundesamt
Die Grenzwerte der einzelnen Anlagen zeigt Abbildung 165. Es ist ersichtlich,
dass in allen Zementanlagen der in der Abfallverbrennungsverordnung festge-
legte Emissionsgrenzwert von 0,05 mg/Nm³ (50 µg/Nm³) gilt.
Erläuterungen zur Die Konzentrationsmessung erfolgt diskontinuierlich ein- oder zweimal pro Jahr,
Konzentrations- von diesen Werten wird dann auf die Jahresfracht hochgerechnet. Der Vergleich
messung der Fracht- und Konzentrationswerte bei einzelnen Anlagen und Jahreswerten
zeigt, dass hohe Frachten aus entsprechend hohen Konzentrationswerten resul-
tieren. Einzelne Sprünge von konstant niedrigen auf konstant höhere Werte
sind jedoch dadurch nicht erklärbar.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
3.3.16 Schwermetalle
[Link] Fracht
Die emittierte Fracht an Schwermetallen ist laut den gemeldeten Daten zwi-
schen 2009 und 2018 deutlich gestiegen (Abbildung 167). Auffällig ist, dass rund
die Hälfte der Anlagen fast die gesamte Fracht an Schwermetallen freisetzt,
während der Beitrag der restlichen Anlagen sehr gering ist.
Ebenso wenig ist der Anstieg der Schwermetallfracht durch einen gleichzeitigen
Anstieg der freigesetzten Staubmenge zur erklären, denn die Staubfracht ist in
den ersten Jahren zurückgegangen und seither mit einigen Schwankungen auf
gleichbleibendem Niveau verblieben (Abbildung 131).
Quelle: Umweltbundesamt
Die Grenzwerte der einzelnen Anlagen zeigt Abbildung 168. Es ist zu sehen, dass
in allen Anlagen der Grenzwert von 0,5 mg/Nm³ (500 µg/Nm³), wie in der Abfall-
verbrennungsverordnung festgelegt, gilt.
Die gemessenen Emissionen zeigen, dass bei Anlagen mit größeren Frachten
(Abbildung 167) auch eine höhere Schwermetall-Konzentration im Abgas vor-
liegt (Abbildung 169). Während bei etwa der Hälfte der Anlagen die gemessenen
Konzentrationen immer unter 10 µg/Nm³ liegen, werden bei mehreren Anlagen
deutlich höhere Konzentrationen beobachtet, die von der Größenordnung
50 µg/Nm³ im Jahr 2009 über zehn Jahre hinweg auf bis zu 150 µg/Nm³ anstei-
gen.
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
[Link] Fracht
Die Höhe der gemeldeten Frachten an Dioxinen und Furanen schwankt stark im
Zeitraum 2009 bis 2018, wie Abbildung 170 zeigt, sowohl bei den einzelnen Ze-
mentanlagen wie auch bei der jährlichen Gesamtfracht. Die angegebenen Ge-
samtfrachten stammen zum Großteil aus drei Zementanlagen, bei denen auch
in mehreren Jahren höhere Konzentrationen als bei den anderen Anlagen ge-
messen wurden (Abbildung 172). Ein möglicher Grund für die beobachteten
Schwankungen liegt in der diskontinuierlichen Erfassung der Emissionskonzent-
rationen.
Quelle: Umweltbundesamt
Die Grenzwerte der einzelnen Anlagen zeigt Abbildung 171. In fast allen Anlagen
gilt der PCDD/F-Grenzwert von 0,1 ng/Nm³ (0,001 µg/Nm³), wie in der Abfallver-
brennungsverordnung festgelegt. In einer Anlage wurde der Grenzwert 2012
auf die Hälfte abgesenkt und liegt somit bei 0,05 ng/Nm³.
Quelle: Umweltbundesamt
Die Emissionskonzentrationen von Dioxinen und Furanen liegen bei den meis-
ten Anlagen und Jahren unter 0,02 ng/Nm³, im Mittel bei 0,01 ng/Nm³ oder da-
runter (Abbildung 172).
Quelle: Umweltbundesamt
Quelle: Umweltbundesamt
4 ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
SN ....................................... Abfall-Schlüsselnummer
5 LITERATUR
Tel.: +43-(0)1-313 04
Fax: +43-(0)1-313 04/5400
office@[Link]
[Link]
ISBN 978-3-99004-594-7