Karma de
Karma de
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darauf achten, was wir tun: Entweder sind wir dabei zurückzufallen oder nach Hause
zu gehen.
Es gibt also drei Arten von Karma. Eine heißt Sanchit. Sanchit bedeutet: Was noch
auf Vorrat liegt und noch nicht Frucht getragen hat. Solches Karma liegt einfach aus
Hunderten früherer Geburten auf Vorrat und hat noch keine Auswirkungen gezeigt.
Zur Zeit der Pandavas lebte in Indien Dharitarashtra. Er war ein großer Yogi, doch
blind von Geburt an. Lord Krishna fragte ihn: „Aus welchem Grund bist du seit deiner
Geburt blind? Welches Karma hast du auf dich geladen, daß du dadurch von Geburt
an blind bist?” Er antwortete: „Durch Yogi-Kräfte kann ich mich an hundert Geburten
zurückerinnern – und ich habe keine Tat gefunden, durch die ich blind geworden sein
könnte.” Deshalb half ihm Lord Krishna, der ein Yogishwar war, weiter zurückzugehen.
Und er fand, daß er in seiner hundertsechsten Geburt die Tat begangen hatte, die der
Grund für seine jetzige Blindheit war.
Darum bedenkt, daß es Akash-Aufzeichnungen gibt. Was immer wir sagen und denken,
wird im Akash aufgezeichnet. Wer solche Aufzeichnungen lesen kann, kann euch
Aussagen wiedergeben, die Hunderte von Geburten zurückliegen.
Seit wir das Haus unseres Vaters verlassen haben, seit wir einst auf die Erde geschickt
wurden, sind wir am Kommen und Gehen. Taten und Auswirkungen setzen sich ständig
fort. Ein Teil davon wird durch das Pralabdh-Karma beglichen. Pralabdh-Karmas
sind die Karmas, die gerade Frucht tragen, die aufgegangen sind und auf denen unser
jetziges Dasein beruht. Als erstes haben wir dadurch den menschlichen Körper erhalten.
Das ist das Ergebnis sehr hohen Karmas, guten Karmas. Auch jetzt sind wir innerhalb
bestimmter Grenzen gebunden, solange, bis die Rückwirkungen nicht (alle)
ausgeglichen sind und keine Saaten neuer Taten gesät werden. Pralabdh ist also das
Karma, auf dem unser gegenwärtiges Leben beruht. Es ist das, was Schicksal oder
Bestimmung genannt wird. Schicksal oder Bestimmung ist die Auswirkung unseres
vergangenen Karmas, das jetzt Frucht trägt.
Die dritte Klasse, Kriyaman, entsteht durch unsere täglichen Handlungen.
Der Mensch ist also, wie ich dargelegt habe, innerhalb bestimmter Grenzen frei und
innerhalb bestimmter Grenzen gebunden. Nehmt als Beispiel einen Jungen, der einen
Drachen steigen läßt. Er hat dafür, sagen wir, fünf- bis sechshundert Meter Schnur,
mit der er den Drachen steigen läßt. Aber sein Vater steht hinter ihm und behält
vierhundert Meter Schnur unter seiner Kontrolle. Seinem Sohn hat er nur zweihundert
Meter überlassen, genug, damit der Drachen steigen kann. So kann er den Drachen
also nur bis zweihundert Meter und nicht höher steigen lassen.
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Die Karmas sind also von verschiedener Art. Ein Karma trägt sehr schnell Frucht,
das andere ein wenig später und ein weiteres nach sehr langer Zeit. Man kann es z.B.
mit den Gerichten vergleichen. Es gibt die kleinen Amtsgerichte, die obersten
Gerichtshöfe und den Bundesgerichtshof. Gewöhnliche Fälle werden innerhalb von
Wochen oder vielleicht einem Monat geregelt. Schwierige brauchen Monate, um von
den obersten Gerichtshöfen entschieden zu werden. Und andere Fälle sehr verwickelter
Art brauchen Jahre, ehe sie vor dem Bundesgerichtshof entschieden werden. Versteht
ihr? Entsprechend laden wir uns durch unsere täglichen Handlungen Rückwirkungen
auf. Sie tragen Frucht: einige schnell, andere später und weitere noch später. Wie im
Falle von Dharitarashtra, von dem ich euch erzählte: Er erntete die Frucht eines Karmas,
das hundertsech Geburten zuvor bewirkt wurde.
Einen Teil des Kriyaman-Karma ernten wir in diesem Leben – der Rest kommt zum
Sanchit-Karma hinzu. Karma ist die Ursache der Wiedergeburt; und jeder Geburt folgt
wiederum der Tod. Daher ergibt sich der Kreislauf von Freude und Leid. Manche
sind glücklich, manche nicht.
Somit gilt: „Wie ihr sät, so werdet ihr ernten.” Unkenntnis des Gesetzes ist keine
Entschuldigung, seid euch dessen bewußt. Wir sagen: „Wir haben es nicht gewußt”,
aber wir müssen ernten, was wir gesät haben. Ob wir gute oder schlechte Taten säen
– beide binden uns. Ob Handschellen oder Ketten aus Gold oder Eisen sind – gefesselt
ist man in jedem Fall.
Diese karmischen Gesetze sind schwer zu verstehen, aber wenn ihr euch an das haltet,
was ich euch sage, könnt ihr euer Leben retten und euch davor bewahren, wieder auf
die Erde zu kommen. Wir können also glücklicherweise lernen, wie man die Schulden
begleichen und von diesem Rad des Lebens loskommen kann. Wir säen täglich Saaten.
Sie werden aufgehen. Einige tragen gerade Frucht, andere werden dem Sanchit-Karma,
dem großen Lager an Karma, hinzugefügt. Unser Vorrat an Karma ist groß. Wenn
wir in dieser Lage einem Meister begegnen, der dieses Naturgesetz kennt, der weiß,
wie man es abwickelt und uns davon befreit, wird er den Abwicklungsprozeß aller
Karmas des Initiierten selbst übernehmen. Er nimmt das in seine Hand. Es ist eine
sehr schwere, sehr harte Arbeit, Meister zu sein. Was tut er als erstes? Er gibt euch
eine Verbindung mit dem Tonstrom im Innern, durch dessen Praxis die Sanchit- oder
Vorratskarmas verbrannt werden. Das ist ein großer Segen: Alle Sanchit-Karmas werden
verbrannt. Sie werden nicht Frucht in künftigen Leben tragen.
Dann schreibt er für das Kriyaman-Karma, das Karma, das wir täglich schaffen, das
Führen des Tagebuchs vor. Nun merkt euch, wofür das Tagebuch gedacht ist. Es hat
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eine sehr wichtige Aufgabe. Man muß ein reines Leben führen und mit Hilfe der
Selbstprüfung Tag für Tag die Schwächen in sich ausrotten. Dazu wird (der Schüler)
angehalten.
Das Pralabdh-Karma wird nicht angetastet, denn als Folge dieses Karmas erhielten
wir das gegenwärtige Leben. Wenn es die Heiligen anrühren, endet es – im gleichen
Augenblick, in dem ein Heiliger das Pralabdh-Karma anrührt, endet unser Leben!
So tastet er es nicht an, weil es die Ursache des physischen Körpers ist, der durch
diesen Eingriff in das Naturgesetz sich auflösen würde. Es bleibt also ein sehr kleiner
Rest von Karma, den der Initiierte während des gegenwärtigen Lebens ertragen muß.
Die Sanchit-Karmas, die auf Vorrat liegen, werden verbrannt, wenn man mit dem
Ton in Verbindung kommt. Je mehr ihr mit dem Tonprinzip in euch in Verbindung
kommt, mit Naam oder dem Wort, dessen zwei Aspekte Licht und Ton sind, desto
mehr von eurem Sanchit-Karma wird verbrannt. Das Pralabdh-Karma bleibt
unangetastet. Mit dem Kriyaman-Karma verhält es sich, wie ich euch sagte: Er (Meister)
hält euch an, in dieser Beziehung sehr streng zu sein. Schont euch nicht. Ihr solltet
euch selbst gegenüber so kritisch sein, wie ihr das gern bei anderen seid. Merzt Tag
für Tag eure Fehler aus. Einige der verbleibenden Karmas sind Kriyaman, auch sie
werden verringert, abgemildert durch den Meister und durch die Hingabe des Schülers.
Wenn ihr bei einem Meister sitzt, bleibt das Gemüt ein paar Minuten ruhig. Es macht
keine Schwierigkeiten. Als Ergebnis der Ausstrahlung des Meisters seid ihr frei von
Gedanken. Das Kennzeichen eines Meisters wird folgendermaßen beschrieben: Wenn
man in seiner Gegenwart sitzt, kommen eine Zeitlang keine Probleme im Gemüt auf.
Wie ich euch gestern sagte: Wenn ihr zu jemandem geht, der Parfüm verkauft, erhaltet
ihr allein schon etwas durch den Duft, der in der Luft liegt; er braucht euch gar nichts
zu geben. Ähnlich ist es, wenn ihr eine Zeitlang voll Empfänglichkeit in Seiner (des
Meisters) Gegenwart sitzt – euer Gemüt wird keinerlei Schwierigkeiten machen. Das
ist Seine Ausstrahlung. Und wenn ihr die Verbindung im Inneren erhaltet? Dann habt
ihr das Fläschchen Parfüm.
Die Pralabdh-Karmas werden nicht angerührt, weil wir keine Kontrolle über sie haben.
Sie müssen sich auswirken. Was geschehen muß, muß geschehen. Es gibt keine
Ausnahme von der Regel. Ein Ausweg ist jedoch möglich: Geführt von der Meisterseele
kann man sein inneres Selbst so entwickeln, daß man den bitteren Stachel des Karmas
nicht zu fühlen braucht. Nehmt das Beispiel einer Mandel oder Walnuß, die noch
unreif ist. Man kann sie mit einer Nadel durchstechen. Wenn sie aber reif ist, ist die
Schale vom Kern getrennt, und wenn man mit einer Nadel hineinsticht, kann sie die
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Schale nicht durchdringen.
Wenn ihr bei einem Meister sitzt, will Er euch einen Weg nach oben geben, Er will
euch über das Körperbewußtsein erheben. Auch wenn alle äußeren Dinge als Folge
des Pralabdh-Karmas eintreten, haben sie doch keine schmerzhafte Wirkung. Das
ist der Segen des Meisters. Wenn ein Kind operiert werden muß und die Mutter es
während der Operation auf den Schoß nimmt, ist es ganz ruhig. Jene, die initiiert und
dem Meister innerlich ergeben sind, werden auch Auswirkungen der Vergangenheit
erleben, die bitter sind. Aber sie bekommen sie nicht so zu spüren. Wenn man sich
täglich über das Körperbewußtsein erhebt, fühlt man sie nicht.
Es gibt das Beispiel eines gewissen Abdullah, der ein Ergebener von Mian Mir in
Indien war. Als Ergebnis des Pralabdh-Karmas hatte er sehr zu leiden, aber er erhob
sich an die Stelle hinter den Augen. Als sein Meister kam, sagte dieser jedoch zu
ihm: „Was tust du da? Du hast die Saat gesät, du mußt die Folgen auf dich nehmen.
Warum erhebst du dich nach oben? Komm herunter!” Aber das ist die Gnade des
Meisters, daß wir uns erheben können, wenn wir uns an Seine Anweisungen halten.
Was das Kriyaman-Karma betrifft, müssen wir mit Hilfe des Tagebuchs alle
Unvollkommenheiten ausrotten. Die Karmas, die auf Vorrat liegen, werden verbrannt,
je mehr ihr mit dem Licht- und Tonprinzip in Verbindung kommt. Neue Karmas,
wie sie täglich entstehen, werden also durch Selbstprüfung vermieden. Was noch bleibt,
wird durch die Liebe des Meisters abgemildert; die quälende Wirkung ist nicht mehr
dieselbe. Es ist wie bei einer Walnuß oder Mandel: Wenn sie noch unreif ist, kann
man eine Nadel hindurchstechen, aber wenn sie reif ist, hat sich die Schale abgetrennt;
ihr könnt versuchen, eine Nadel hineinzustechen, sie wird sie nicht durchdringen.
Ähnliches geschieht, wenn ihr an der Stelle hinter den Augen gesammelt seid. Ihr
werdet sehen, daß ihr entweder dort bleiben – oder willentlich auf der Ebene der äußeren
Sinne aktiv sein könnt. Dann laßt kommen, was will. Ob der Mensch stirbt, ob er
leidet; ob man operiert wird, oder dieses und jenes geschieht, aber welch großer Segen
ist euch zuteil geworden!
Wenn wir nun dies alles betrachten, gibt es noch eine weitere Art von Karma? Eine
Art ist Kriyaman, eine weitere Pralabdh und die dritte ist das Karma, das auf Vorrat
liegt – Sanchit. Aber es gibt noch eine weitere Form des Karma. Sie heißt Neh-Karma
– Karma, das mit keinerlei Verhaftetsein oder Verlangen nach seiner Frucht verbunden
ist. Diese Art steht über den anderen Karma-Formen, die mehr oder weniger eine
Quelle der Gebundenheit sind. Diese Form des Karma hilft einem ein wenig, sich
von den karmischen Rückwirkungen, von der Bindung zu befreien. Wenn man eine
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Arbeit tut, ohne sich irgendeinen Vorteil dabei zu wünschen, wird einen das nicht
binden. Das ist das eine. Aber solange das Ego da ist – wie kann man das vermeiden?
Ihr werdet nicht das Gefühl haben, nicht der Handelnde zu sein. Versteht ihr, was
ich meine? Solange ihr der Handelnde seid, ob ihr nun Gutes oder Schlechtes tut,
wißt ihr doch im Grunde eures Herzens: „Ich habe etwas Gutes getan”, nicht wahr?
Das zieht seine Auswirkung nach sich.
(Den Zustand) von Neh-Karma oder selbstlosem Karma erreicht man also erst, wenn
man ein bewußter Mitarbeiter wird. Ihr seht auch, daß in den Yoga-Systemen wie
beim Karma-Yoga gelehrt wird, daß man Neh-Karma werden kann, wenn man keinen
Lohn für seine Taten erwartet. Aber wie kann man Neh-Karma werden, wenn man
nicht bewußter Mitarbeiter am göttlichen Plan wird? Wenn man nicht erkennt: „Er,
(Gott) ist der Handelnde – nicht ich bin es?” Solange man der Handelnde ist, wird
man auch die guten Früchte ernten – den Himmel und auch andere Dinge, die noch
in diesem Leben eintreten. So werdet ihr begreifen, daß nur das aus Verlangen oder
Kam entstehende Karma zum Gebundensein führt. Deshalb sagte uns Moses: „Begehrt
nicht.” Buddha lehrte: „Seid wunschlos”, und der zehnte Guru der Sikhs lehrte: „Habt
keinen Wunsch nach Erfolg.” Das höchste von allem ist, Neh-Karma zu sein. Das
bedeutet, in Übereinstimmung mit dem göttlichen Plan, als bewußter Mitarbeiter der
Kraft Gottes zu handeln.
Es gibt also vier Arten von Karma. Für das gegenwärtige Karma wurde das Tagebuch
eingeführt. Was davon bleibt, wird abgemildert, wenn ihr dem Meister ergeben seid.
Das Pralabdh-Karma bleibt unangetastet – seine bitteren Früchte müßt ihr ertragen.
Aber wenn ihr zu Füßen des Meisters sitzt, Seinen Anweisungen nachkommt und
euch täglich über das Körperbewußtsein erhebt – täglich sterbt –, dann werdet ihr
im Äußeren die schmerzlichen, bitteren Folgen der Rückwirkungen aus der
Vergangenheit nicht spüren – wie in dem Beispiel, das ich euch genannt habe. Nun
werdet ihr verstehen, wie wichtig es ist, täglich euren Übungen nachzukommen.
Kurz gesagt, das Gesetz des Karma ist das unerbittliche und unausweichliche Gesetz
der Natur, das keine Ausnahme kennt. Sogar die Avatare müssen seine Auswirkungen
ertragen – von den Menschen ganz zu schweigen. Von Lord Rama wird erzählt, daß
er hinter einem Baum stehend den Bruder des Königs von Ceylon tötete – das steht
in unseren Schriften. Im Sterben sagte der Mann: „Rama, ich hatte nichts gegen dich
– warum tötest du mich? Du wirst leiden müssen.” Also geschah es, daß Rama in
seiner nächsten Verkörperung als Lord Krishna auf die Erde kam, während der Mann,
den er getötet hatte, die Gestalt eines „Bhil” (Angehöriger einer sehr niederen Kaste,
fast ein Wilder) im Dschungel annahm. Lord Krishna lag im Dschungel und hatte
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seinen linken Fuß über das rechte Knie gelegt. Auf seinem Fuß war ein Stern zu sehen,
wie er immer auf dem Fuß von Avataren oder Inkarnationen zu finden ist. Der Bhil-
Jäger sah das und dachte, es sei vielleicht das Auge eines Hirsches, schoß einen Pfeil
ab und traf damit den Fuß Lord Krishnas, der (an der Wunde) starb. Selbst Avatare
bilden keine Ausnahme von der Regel, von gewöhnlichen Menschen ganz zu schweigen.
Seid achtsam! Jeder Gedanke, der in euch aufkommt, hat eine Auswirkung. „Wie du
säst, so wirst du ernten.” Das ist die allgemeine Regel für die, die auf der Erde leben.
Versteht ihr? „Wie ihr denkt, so werdet ihr.” Wir sprechen aus der Überfülle unseres
Herzens. Jede Handlung hat eine Auswirkung, denn das ist das Gesetz der Natur –
Ursache und Wirkung. Man muß daher die Früchte seiner Taten ernten – es gibt keine
Ausnahme. Gibt es dagegen ein Mittel? Die Meister haben eines, wie ich euch gerade
dargelegt habe. Ich erwähnte den Fall Abdullahs, des Ergebenen von Mian Mir. Wenn
ihr im täglichen Leben eine Spritze bekommen müßt, könnt ihr eure Aufmerksamkeit
hierher (hinter die Augen) zurückziehen: „Gut, spritzen Sie jetzt!” Ihr werdet weit
weniger Schmerz spüren. Wenn ihr eure Aufmerksamkeit völlig zurückziehen könnt,
werdet ihr nichts mehr empfinden.
Es ist dies also ein ganz regulärer Weg, auf den uns der Meister stellt. Nur wenn man
das Körperbewußtsein überschreitet und Neh-Karma oder tatenlos im Tun wird wie
der bewegungslose Punkt in der Mitte des sich ewig drehenden Rades des Lebens,
wird die Bewegung des großen karmischen Rades zum Stillstand gebracht. Wenn
man bei einer laufenden Maschine das Rad anhalten will, schiebt man etwas dazwischen,
und die Maschine hört auf zu laufen. Entsprechend wirkt auch das Gesetz des Karma
im Falle derer nicht mehr, die sich wirklich über das Körperbewußtsein erheben.
Deshalb sagt Buddha: „Seid wunschlos.” Denn der Wunsch ist die Grundursache des
menschlichen Leids – allen Leids. Die einen sterben, andere kommen zur Welt, die
einen sind krank, andere wieder sind arm. Die Länge des Lebens, hoch oder niedrig,
arm oder reich – all das sind die Auswirkungen der Vergangenheit.
Der Geist, der im Körper wie in einem Wagen sitzt, wird von fünf mächtigen Rossen
(den nach außen gerichteten Sinneskräften), die vom berauschten Gemüt angetrieben
werden, blindlings fortgerissen und in das Feld der Sinnesfreuden hineingezogen.
Daher muß auch das Gemüt kontrolliert werden. Wenn es etwas erhält, das anziehender
und friedvoller ist als das, was es von den Sinnen her gewöhnt ist, kann es kontrolliert
werden – nicht anders. Weil aber die Zügel des Verstandes lose herabhängen und
die Rosse ungestüm dahinrasen, tun wir Dinge, die ihre Auswirkungen nach sich ziehen.
Wir machen so immer weiter, seit wir einst von unserem Vater zur Erde kamen. Seit
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wir auf der Erde sind, sind wir so ständig am Kommen und Gehen, wieder und wieder.
Durch sehr großes Glück haben wir immer wieder den menschlichen Körper erhalten.
Aber wir wußten ihn nicht zu nutzen, weil wir das Gesetz des Karma nicht verstanden.
Es gibt zwei Gesetze: Das eine ist das Gesetz des Karma und das andere das Gesetz
der Gnade. Wenn ihr zu Füßen der Meister kommt, wirkt dort das Gesetz der Gnade.
Auch euer jetziges Karma wird abgemildert – dafür geben sie euch ein Tagebuch.
Die Sanchit-Karmas werden verbrannt, indem sie euch eine Verbindung mit dem Ton-
und Lichtprinzip in euch geben. Und obgleich keine Kraft sich dem Pralabdh-Karma
widersetzen kann, gewährt euch der Meister, daß ihr euch täglich über das
Körperbewußtsein erheben könnt, so daß die schmerzhafte Wirkung verringert wird.
Wie begünstigt wir sind! Darum heißt es, daß es ein großer Segen ist, einen lebenden
Meister zu haben. Erkennt ihr das nicht? Sogar die Inkarnationen unterliegen dem
Gesetz – sie sind von dem Gesetz von Ursache und Wirkung nicht ausgenommen –
vom gewöhnlichen Menschen ganz zu schweigen.
Das sind also die Dinge, die die Meister vorschreiben. Seit sie in die Welt gekommen
sind, haben sie uns gesagt, was wir tun sollen. „Werdet von neuem geboren.” Versteht
ihr die Grundaussage, die dahinter steht? „Werdet wiedergeboren.” In meinen
Ansprachen habe ich euch erklärt, was mit „wiedergeboren werden” gemeint ist. Eine
Geburt ist die in diesen menschlichen Körper, die andere die ins Jenseits. Wenn ihr
täglich wiedergeboren werdet – täglich sterbt, täglich das Kreuz auf euch nehmt –
dann sollte sich das alles natürlicherweise daraus ergeben. Dann entgeht ihr den
karmischen Auswirkungen, dem Rad des Lebens. Seht ihr nun, wie wichtig es ist,
die Übungen einzuhalten, wie sie von den Meistern vorgeschrieben werden? Die Meister
machen bei niemandem eine Ausnahme.
Guru Nanak sagt: „Seht, Meister, was würde es helfen, zu Euren Füßen Zuflucht zu
finden, wenn das Gesetz des Karma nicht ausgeglichen würde?” Er sagt als Vergleich:
„Was hilft es, zu Füßen eines Löwen zu sitzen, wenn man weiterhin von den Schakalen
angeheult wird?” Es ist ein großer Vorzug, zu Füßen eines Meisters zu sitzen, möchte
ich damit sagen.
„Von neuem geboren zu werden” bedeutet also, sich über das Körperbewußtsein zu
erheben – und das gleiche ist mit „Zweimal geboren werden” gemeint. Im alten Indien
wurden diese Erfahrungen den Kindern im Alter von fünf, sieben oder neun Jahren
gegeben, wenn sie initiiert wurden. Was man in der Kindheit lernt, ja schon im
Mutterleib, das vergißt man nie. Wir sollten sehr darauf achten, wie wir unsere Kinder
erziehen, denkt daran – ob sie noch im Mutterleib oder schon auf der Welt sind.
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So heißt es also: von neuem geboren werden, täglich sterben. „Lernt zu sterben, damit
ihr zu leben beginnen könnt.” Dann erhaltet ihr ewiges Leben, ihr entkommt dem
Kreislauf der Geburten und Tode. Versteht ihr mich? Das ist ein sehr wichtiger, subtiler
Punkt, aber wir müssen ihn verstehen und entsprechend leben. Wie ist das möglich?
Durch die Gnade des Meisters. Wenn wir durch die Gnade des Meisters zu sterben
lernen, während wir leben, erkennen wir, daß das andere Gesetz (das Gesetz der Gnade)
wirkt. Wenn man Korn in die Mühle schüttet, werden die Körner, die ins Mahlwerk
geraten, gemahlen – aber wenn einige an der Kurbel der Maschine hängenbleiben,
werden sie verschont. Daher heißt es, daß es ein großer Segen ist, einen lebenden
Meister zu haben und nach Seinen Geboten zu leben. Das ist die Hauptsache.
Daher muß man „das Fleisch um des Geistes willen aufgeben”, wenn man dem ewigen
Rad des Lebens auf Erden entgehen will. Ich zitiere aus der Bibel – in anderen Schriften
finden wir ähnliche Zitate wie dieses. Aber wenn man unter der Führung eines Meisters
den praktischen Prozeß der Selbstanalyse willentlich erlernt und sich ins Jenseits erhebt
– den Tod im Leben erfährt –, dann ändert sich der ganze Blickwinkel. Das Ergebnis
ist, daß man von da an ohne Verhaftungen auf der Erde lebt. Wenn ihr euch täglich
über das Körperbewußtsein erhebt, lösen sich all eure Verhaftungen. Ob ihr
Hunderttausende von Dollars habt oder überhaupt kein Geld – es kümmert euch nicht.
Ihr werdet nicht versuchen, die Rechte anderer an euch zu reißen; ihr werdet nicht
versuchen, andere zu übervorteilen, weil ihr wißt, daß ihr Karma auf euch ladet und
ihr nicht mehr wollt, daß diese Handlungen mit euch gehen. Wenn ihr euch also täglich
über das Körperbewußtsein erhebt, ändert sich euer ganzer Blickwinkel. Ihr werdet
nichts Unrechtes mehr tun, weil ihr es nicht mit euch tragen wollt – „Unrecht Gut
gedeihet nicht.” Christus hat gesagt: „Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren ....”
Richtet euch einfach nach der Bedeutung: Das sind sehr klare, sehr einfache Worte.
Wenn ihr euch über das äußere Leben erhebt, werdet ihr ewiges Leben haben. „Lernt
zu sterben, damit ihr zu leben beginnen könnt.” „Wer sein Leben verliert um
meinetwillen, der wird es finden.” Welches Leben? Das äußere, von dem wir uns
zurückziehen. Das bedeutet nicht (wirklich) zu sterben, sondern die Aufmerksamkeit
von allem Äußeren zurückzuziehen und sich über das Körperbewußtsein zu erheben.
Er sagte: „Wenn ihr es tut um meinetwillen, werdet ihr es finden.”
Weiter könnt ihr in der Bibel lesen: „Wer mir will nachfolgen” – beachtet bitte, was
Er sagt – „der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich”. Was
bedeutet „täglich das Kreuz auf sich nehmen”? Das Kreuz ist ein Symbol für den
menschlichen Körper mit ausgestreckten Armen – wir müssen uns über ihn erheben.
Dann können wir Ihm folgen. Wenn wir uns einmal darüber erheben, hat sich unser
ganzer Blickwinkel verändert, wie ich gerade sagte: Ihr werdet niemandem etwas zu
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Leide tun, ihr werdet niemanden ausnützen, und eure ganze äußere Verbindung mit
der Welt wird ehrlich, anständig und rechtschaffen sein. Wie können wir erwarten,
jemals vom Rad des Kommens und Gehens frei zu werden, wenn wir nicht die Gebote
des Meisters befolgen? Es hilft nichts, wenn wir sagen: „Wir haben keine Zeit, wir
haben diese oder jene Verpflichtung” – schließlich säen wir so Tag für Tag weitere
Saaten.
Was muß man erkannt haben, um nichts mehr zu begehren? Man muß mit der
Gotteskraft im Innern in Verbindung gekommen sein. Deshalb sprechen alle Schriften
so hoch von den Meistern, die das fleischgewordene Wort sind, denn, wie Maulana
Rumi sagt: „Wenn ihr eine Stunde beim Meister sitzt” – wenn ihr empfänglich seid,
nicht, wenn ihr physisch dasitzt und selbst draußen umherwandert – „hat das eine
Wirkung auf euch, die ihr nicht durch hundert Jahre Bußübungen erlangen könnt.”
Wenn ihr bei jemandem sitzt, der Parfüm verkauft, erhaltet ihr den Duft durch die
Ausstrahlung umsonst. Wenn er euch aber ein Fläschchen Parfüm gibt – wenn er euch
ins Jenseits initiiert – dann? Von dem Tag an, an dem ihr zu Füßen eines Meisters
kommt und Er euch initiiert, übernimmt Er die Aufgabe, alle eure Handlungen
abzuwickeln – aber nur, wenn wir die Gebote des Meisters hundertprozentig befolgen.
Die Meister, die das fleischgewordene Wort sind, können mit einem Blick Karma
auslöschen; durch den Blick und das Wort des Meisters können alle Sünden und Karmas
des Initiierten vergehen. Die Augen sind die Fenster der Seele. Er, dessen Seele in
Gott eingetaucht ist, der diese Kraft ist, die Fleisch wurde, Er ist das „Brot des Lebens,
das vom Himmel herabgekommen ist”. – „Wer davon nimmt, der wird ewiges Leben
haben.” Und wie können wir dieses Brot zu uns nehmen? Durch die Augen – die
Augen sind die Fenster der Seele. Wenn ihr in empfänglicher Haltung sitzt und alles
andere vergeßt, empfindet ihr Frieden, euer Gemüt wird keine Schwierigkeiten machen,
alles ist ruhig. Wenn ihr in die Tiefen des Schweigens eindringt, werdet ihr merken,
wie dieses Schweigen zu Klang wird. Das sind unleugbare Tatsachen, die ich euch
darlege.
So fliegen die Karmas in der Gegenwart des Meisters davon wie die Herbstblätter
vor dem Wind. Eine Zeitlang taucht kein Gedanke in eurem Gemüt auf – es ist einfach
gebändigt. Solche Handlungen wirken sich (auf ihre Weise) aus. Überlegt einmal:
Haben die Augenblicke, die ihr mit dem Meister verbracht habt, sagen wir fünf oder
zehn Minuten oder ein Jahr, eine Wirkung oder nicht? Das ist auch eine Handlung,
aber sie wirkt sich nicht in der gleichen Weise aus (wie andere), nein. Die Zeit, die
auf diese Weise verbracht wird, bewirkt, daß ihr dabei keine mentalen Schwierigkeiten
habt – und das ist der Fall, wenn ihr empfänglich seid, ob ihr euch physisch in der
Nähe des Meisters aufhaltet oder fern von ihm seid. Die physische Gegenwart darf
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natürlich nicht unterschätzt werden - das könnt ihr selbst sehen. Doch sogar die, die
weit weg auf der anderen Seite des Ozeans leben, während der Meister auf dieser
Seite lebt, können ihre Aufmerksamkeit entsprechend ausrichten – geradeso, wie man
durch Radio und Fernsehen die Stimme von jemandem hören oder jemanden sehen
kann, der Tausende von Meilen entfernt spricht. Das ist ein Naturgesetz; die
Wissenschaftler entdecken verborgene Naturgesetze. Sie finden nicht alle heraus, aber
sie versuchen es.
So groß ist die Macht der Vergeltung, keiner kann ihrem Zorn entgehen – doch vor
dem Sturmwind des Wortes flieht sie in Todesangst. Dazu bringt euch der Meister
mit dem Wort in Verbindung.
Es gibt zwei Möglichkeiten, das gewaltige und grenzenlose Lagerhaus der Karmas
aufzulösen (und wir haben noch viele auf Vorrat). Es gibt zwei Möglichkeiten: Die
erste ist, sie sich selbst erschöpfen zu lassen. Aber ich habe euch ein Beispiel genannt
– und es gibt noch andere mehr – wie Handlungen, die mehr als hundert Geburten
zurücklagen, sich so auswirkten, daß der Betreffende in diesem Leben blind geboren
wurde. Wie lange würde sich das hinziehen? Es würde Millionen von Jahren dauern,
und dann wäre es noch völlig ungewiß. Das Gemüt sät weiter Saaten aus – ohne Ende.
Eine Möglichkeit ist also, das Lagerhaus im Laufe der Zeit zu leeren, was aber nahezu
unmöglich ist. Die andere Möglichkeit ist, von einer Meisterseele praktisches Wissen
und Erfahrung in der Wissenschaft des Lebens zu erhalten, auf der irdischen Ebene
wie auch auf den spirituellen Ebenen, und schon jetzt für den Übergang von der einen
zu den anderen zu arbeiten, während noch die Möglichkeit und Gelegenheit im
menschlichen Körper besteht; denn das können wir nur im menschlichen Körper und
in keinem anderen. Zwei Wege gibt es also: Der erste erfordert Millionen von Jahren,
um das Ziel zu erreichen, und selbst dann ist es ganz ungewiß, weil das Gemüt ständig
neue Saaten sät, die wieder weitere Früchte tragen. Schlägt man den zweiten Weg
ein, sucht man einen kompetenten spirituellen Meister, der die karmischen Rechnungen
des bankrotten Geistes begleichen kann. Wenn ein solcher Meister den Prozeß, die
endlose Kette vergangener Karmas zu begleichen, in Seine Hände nimmt, sind wir
sehr begünstigt.
Wie ich euch gerade erzählt habe, sagt ein Sikh-Meister: „O Meister, was hilft es,
zu Deinen Füßen Zuflucht zu finden, wenn unsere Karmas nicht beendet werden?
Was hilft es, zu den Füßen eines Löwen Zuflucht zu suchen, wenn uns die Schakale
weiter anheulen?” Wenn ihr zu einem Meister kommt, was sagt Er? „Bis hierher und
nicht weiter.” Er sagt: „Werdet ihr euch von heute an an meinen Rat halten? Führt
das Tagebuch, begeht keine Fehler mehr. Kritisiert euch selbst, wie ihr andere gerne
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kritisieren würdet und merzt eure Fehler aus.” Nur zu sagen: „Ich bin ein Sünder,
ich bin ein Sünder”, das hilft nichts. Achtet auf jeden Gedanken, der in euch aufkommt.
Und behaltet die Verbindung mit der Naam-Kraft bei, die ihr erhalten habt. Das wird
euch mehr Berauschung im Innern geben, und das Gemüt wird ausgelöscht werden.
Wenn ihr den Nektar des Lebens oder das Wasser des Lebens erhaltet und diese
Berauschung erfahrt, wird das Gemüt von allen äußeren Freuden ablassen. Wo kein
Wunsch ist, ist Gott. Was ist der Mensch? Gott plus Wünsche. Und was ist Gott?
Der Mensch ohne Wünsche. Diese Wünsche entstehen im Gemüt durch die nach außen
gehenden Sinneskräfte, (durch die man Eindrücke von außen aufnimmt).
Wenn wir also all das beachten, wird sich alles zum Guten wenden. Als erstes sagt
Er (der Meister): „Begeht keine Fehler mehr” und stellt den Schüler auf diesen Weg,
der wie eure Schnellstraßen hier ist, wo die Autos mit großer Geschwindigkeit fahren
– ihr habt auch in euch solche Straßen aus Licht und Ton. Fahrt schnell! Auf diesem
Weg gibt es keine Verzögerung – ihr könnt schnell nach Hause zurückkehren. Er bringt
euch auf die Schnellstraße in Richtung Gott.
Gewöhnlich greift der Meister nicht in das Pralabdh-Karma ein, weil euer Leben dann
enden würde; aber Er verbindet euch im Innern mit dem Geist, dem Licht- und
Tonprinzip. Diese Verbindung mit dem heiligen Wort läßt auch alle Sanchit-Karmas
und die neu entstandenen Karmas aus diesem Leben, die noch nicht Frucht getragen
haben, zu Asche werden und beendet sie.
Im „Jap Ji” führt Guru Nanak, nachdem er erklärt hat, wie man leben soll, zum Schluß
noch ein Beispiel an: „Wenn Hände, Füße und Körper schmutzig sind, werden sie
mit Wasser reingewaschen. Wenn die Kleider beschmutzt und fleckig sind, werden
sie mit Seife gereinigt.” Aber dann sagt er: „Ist das Gemüt von Sünden befleckt, kann
es nur durch die Verbindung mit dem Wort wieder rein werden, die euch der Meister
gleich am ersten Tag gibt (wenn Er den Schüler angenommen hat). Zwei Dinge gibt
Er euch: Einmal, euch über das Körperbewußtsein erheben zu können, täglich zu
sterben; und zweitens, die Verbindung mit dem Wort in euch. Er wäscht alle Sünden
der Vergangenheit weg.
Guru Nanak sagt: „Durch Worte allein werden die Menschen nicht zu Heiligen oder
Sündern, aber wohin sie auch gehen, werden sie von Taten begleitet. Wie man sät,
so erntet man. O Nanak, die Menschen kommen und gehen durch das Rad der Geburten
und Tode, wie es durch Seinen Willen bestimmt wurde.” Im Schlußteil des „Jap Ji”
sagt Er: „Unsere Handlungen, ob gut oder schlecht, werden vor Seinen Richterstuhl
gebracht, und unsere eigenen Taten werden uns aufsteigen lassen oder in die Tiefe
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stoßen.” Zwei Wege liegen also vor euch: Der eine ist, aufzusteigen und in die Heimat
eures Vaters zurückzukehren, der andere, nach unten zu gehen. Der menschliche Körper
ist ein Scheideweg. Ihr könnt den Weg zurück zu Gott gehen oder wiederkommen
– das ist alles. Aber den Weg nach oben können wir nur einschlagen, wenn wir das
Gesetz von Ursache und Wirkung verstehen und entsprechend handeln. Dann kümmert
sich der Meister um die (Folgen) unserer Taten. Dazu kommen wir zu Ihm, und Er
handhabt es auf zweierlei Weise: Als erstes ermahnt er uns: „Macht keine Fehler mehr!”
Als unser Meister noch lebte, stand manchmal unter Hunderten von Leuten einer
auf und sagte: „Ich habe diese Sünde begangen.” Unser Meister fragte dann: „Gut,
ist einer hier, der die Last dieser Sünde auf sich nehmen kann?” Wer würde das wagen?
Keiner. Dann sagte er: „Gut, tu’ es nicht wieder. Und halte dich daran.”
Gleich am ersten Tag wird uns gesagt: „Führt eure Tagebücher.” Ihr seid begünstigt.
In den alten Zeiten saßen die Menschen erst jahrelang bei ihrem Meister. Nur wenn
die Meister sahen, daß das Gefäß rein war, gaben sie etwas hinein. Heute bekommt
ihr gleich am allerersten Tag etwas. Zwei Dinge erhaltet ihr: euch über das
Körperbewußtsein erheben zu können und die Verbindung mit Naam in euch. Wenn
ihr euch täglich erhebt, werden die äußeren Auswirkungen weniger schmerzhaft sein,
ihr werdet „air-conditioned”. Auch das Pralabdh-Karma wird euch nicht mehr so
berühren wie jetzt – wenn man sich täglich über das Körperbewußtsein erhebt, ändert
sich der Blickwinkel. Ist das nicht ein Segen?
Guru Nanak beendet das „Jap Ji” mit den Worten: „Die sich mit dem Wort verbunden
haben, deren Mühen werden enden und ihr Antlitz wird voll Glanz erstrahlen. Nicht
nur sie werden erlöst sein, o Nanak, sondern viele andere werden mit ihnen die Freiheit
finden.” – nicht nur einer.
Das ist also notwendig, um uns aus dem Rad des Lebens und des Todes zu erretten.
Daher ist es so überaus wichtig, einen Meister zu suchen, der die Kompetenz hat,
den sonst endlosen Kreislauf der Geburten und Tode zu beenden, zu seinen Lotosfüßen
Zuflucht zu finden und von den zwingenden Einflüssen unserer Taten und Handlungen,
die das Gesetz des Karmas bilden, frei zu werden.
Euch wurde von den beiden Wegen der eine gegeben, der der einzige Weg zurück
ist. Das heißt, daß ihr eine Verbindung mit Naam oder dem Wort in euch erhieltet.
Und es wurde euch auch gezeigt, wie man sich täglich über das Körperbewußtsein
erhebt, „sein Kreuz täglich auf sich nimmt”. „Die nicht täglich ihr Kreuz auf sich
nehmen, sind nicht meine Schüler.” Das sagten Christus und alle anderen Meister.
Ihr solltet sehr darauf achten, was ihr denkt. Manchmal sagen wir leichtfertig so viele
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Dinge, und das zieht eine Wirkung nach sich. Ihr müßt sehr selbstdiszipliniert sein:
Denkt zweimal nach, ehe ihr sprecht, und wenn ihr sprecht, denkt nach, ob es anderen
nützt oder schadet. Wenn es zu ihrem Besten ist, sprecht es aus; wenn nicht, dann
schweigt.
Dies ist also das Gesetz des Karma, das unablässig weiterwirkt, von dem es kein
Entkommen gibt, nicht für den gewöhnlichen Menschen und auch nicht für
Inkarnationen – sie unterliegen ihm ebenso. Nur durch die Gunst oder Gnade des
Meisters werden wir gerettet. Wie ihr wißt, achten auch die Inkarnationen die Meister;
die Meister sind ihre Gurus. Lord Krishna hatte seinen Guru, Rishi Ingrish, der ebenfalls
genau diesen Weg lehrte; Lord Rama hatte seinen Guru, Vashisht. Ja, zu den Füßen
eines Meisters zu sitzen ist ein großer Segen. Er wickelt all eure Handlungen der
Vergangenheit ab. Wir müssen nur seine Gebote halten – nicht mehr. Er will dafür
keine Gegenleistung von euch, Er freut sich, wenn ihr gerettet seid. Darum hat unser
Meister noch im Alter von neunzig Jahren für das Wohlergehen der Menschheit
gearbeitet. In früheren Zeiten hätte Er sich ausruhen müssen – heute aber ruhen Sie
nicht, Sie machen ohne Unterlaß weiter – je mehr gerettet werden, desto besser. Sie
arbeiten nach den Anweisungen Gottes.
Nun seht ihr, wie gesegnet ihr seid – wie begünstigt ihr seid! Als erstes habt ihr den
menschlichen Körper bekommen, darüber hinaus habt ihr etwas erhalten, das euch
vom Kommen und Gehen errettet. Wenn ihr an die Meisterkraft in euch gebunden
seid, wohin werdet ihr dann gehen? Warum kommen wir wieder und wieder auf die
Erde zurück? Weil wir in der Welt verhaftet sind. Wenn wir wirklich mit der
Meisterkraft in uns verbunden sind, wird uns niemand in die Welt zurückbringen –
wir werden dahin gehen, wohin Er geht. Das Gesetz des Karma wirkt auf sehr einfache
Weise. Begreift ihr nun, wie gesegnet wir sind? Wir erkennen nicht, was für eine
große Gnade uns zuteil wurde. Bitte bleibt, wo ihr seid. Ihr müßt eure Tagebücher
ganz genau führen und Zeit finden, täglich zu sterben. „Nehmt das Kreuz täglich auf
euch.” Nur dazusitzen ist nicht genug, erhebt euch täglich über das Körperbewußtsein
und kommt damit in Verbindung. Nicht allein hier, sondern auch in den spirituellen
Ebenen. Es gibt so viele Ebenen – der Makrokosmos ist im Mikrokosmos.
Auch braucht man weitere Führung. Je mehr ihr den Geboten des Meisters innen und
außen ergeben seid, desto eher werdet ihr eure Heimat erreichen. Das ist der eigentliche
Sinn, den menschlichen Körper zu haben, dies sagen alle Schriften. Selbst die Rishis
der alten Zeit, deren Seelen sich des Glücks höherer Ebenen erfreuten, wählen den
menschlichen Körper, wenn sie auf die Erde zurückkehren – weil ihr nur in diesem
Körper nach Hause zurückkehren könnt. Wir haben Mitleid mit anderen – warum
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habt ihr kein Mitleid mit euch selbst und errettet euch vom Rad des Kommens und
Gehens? Nächstenliebe fängt bei uns selbst an, nicht wahr? Wenn wir mit uns selbst
kein Mitleid haben und uns vor dem Kommen und Gehen nicht retten, wie können
wir dann mit anderen Mitleid haben? Habt also Mitleid mit euch selbst – das ist alles,
was ich sagen kann.
Ihr habt als goldene Gelegenheit diesen menschlichen Körper erhalten. Aber wenn
sie einmal aus euren Händen gleitet? Kabir sagt: „Wer weiß, wann ihr diesen
menschlichen Körper wieder erhaltet und in der Lage seid, diese Arbeit zu tun.” Das
sollte man sich in aller Ruhe überlegen. Wenn ihr alles genau befolgt, könnt ihr sicher
sein, zu Gott zu gelangen. Ihr müßt nicht (in diese Welt) zurückkehren. Wenn ihr
unter der Führung eines Meisters seid, kann kein Gerichtsherr über euch urteilen –
es ist der Meister, der alle Karmas in seine Hand nimmt, um euch zu bestrafen oder
zu erretten. Diese Kraft hat Gott in seine Hand gegeben – auch Christus besitzt sie,
und alle anderen Meister sagen dasselbe. Sie sind Gott in Ihnen; sie sind das
fleischgewordene Wort.
Ich hoffe, ihr habt verstanden, was ich über dieses Gesetz des Karmas gesagt habe.
Versucht es. Darum sagen alle großen Menschen: „Denkt zweimal nach, bevor ihr
sprecht.” Guru Arjan sagt: „Hütet euch vor den Sünden, die ihr unbewußt begeht.”
Durch leichtfertiges Reden kommen so viele Dinge auf. Sprecht nur, wenn es
nötig ist. Hört auf, leichtfertig zu reden. Achtet auch darauf, ob das, was ihr sagt,
für jemanden etwas Gutes bewirkt oder jemandem schadet. Dann, glaube ich,
werdet ihr euch davor fürchten, wieviel Saaten ihr säen könntet.
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Fragen und Antworten zum Thema Karma
mit Sant Kirpal Singh
Frage: Weshalb müssen unsere früheren Leben für uns verborgen sein?
Antwort: Das hat seinen Sinn. Das ganze Leben des Menschen ist ein Schauspiel auf
der Grundlage des unerbittlichen karmischen Gesetzes, durch das die Seelen in
Verbindung gebracht und getrennt werden, um das gegenseitige Geben und Nehmen
auszugleichen. Wenn wir über die karmischen Schulden, die dabei eine Rolle spielen,
Bescheid wüßten und wir unsere Söhne und Töchter nur als unsere Schuldner aus
der Vergangenheit sähen, würde das den Zweck, zu dem wir sie großziehen, in Frage
stellen. Es ist eine der Hauptaufgaben der negativen Kraft, diese Wahrheiten vor den
Menschen geheimzuhalten, um das Leben auf der Erde in Gang zu halten.
Du wirst vielleicht erstaunt sein zu hören, daß Kal drei große Zugeständnisse vom
Allmächtigen erhalten hat, so steht es im Sar Bachan geschrieben. Es sind:
3. Der lebende Meister darf den Menschen die heilige Initiation nicht gewähren, indem
Er Wunder zeigt, sondern nur, indem Er Satsang hält. Wenn die Lieben von sich aus
kommen und nach der Initiation verlangen, nur dann dürfen sie initiiert werden.
Frage: Wenn Metaphysiker (Geistheiler) heilen, geschieht das durch die Kraft Gottes
oder durch Kal (negative Kraft)?
Antwort: Die Heilung durch „Metaphysiker” fällt in den Bereich der negativen Kraft;
dabei werden die bestehenden karmischen Schulden für einen (bestimmten) Zeitraum
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aufgehoben, müssen aber eines Tages mit Zins und Zinseszinsen wieder zurückgezahlt
werden.
Die gnädige Gotteskraft bestraft die Seelen nicht wirklich, sondern übt Gerechtigkeit,
die je nach unserem Karma durch Barmherzigkeit abgemildert wird.
Was der Himmel verfügt, ist in keinem Fall dem Irrtum unterworfen, und was von
Gott zugeteilt wird, enthält immer auch etwas von Seiner Gnade.
Frage: Kann sich das Karma bei Nationen wie bei Einzelpersonen auswirken?
Antwort: Ja. Die angehäuften Rückwirkungen der karmischen Schulden von Nationen
wirken sich in Kriegen, Epidemien und Zerstörungen durch Feuer oder Fluten usw.
aus.
Frage: Wie wirkt sich das Karma bei niederen Tieren aus?
Frage: Kann ein Sünder wie ich in dieser Lebensspanne Gott erreichen?
Frage: Gewährt Gott auch jenen von uns Gnade und Vergebung, die sich – wie ich
selbst – schwerer Verbrechen schuldig gemacht haben? Ich habe Hunderte von
Menschen im Kampfeinsatz getötet. Man kann in eine Position kommen, in der man
gezwungen ist, zu töten.
Antwort: Ja, ich erklärte es gerade. Es gibt ein Gesetz der Gerechtigkeit und ein Gesetz
der Gnade – beide existieren.
Wenn eine Kerze brennt, herrscht darunter immer Dunkelheit; wenn eine Lampe brennt,
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ist die Dunkelheit darüber. Beides sind Naturgesetze. Es gibt ein Gesetz der
Gerechtigkeit und es gibt ein Gesetz der Gnade. Das Gesetz der Gerechtigkeit lautet
– wie sagt ihr? „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Da gibt es für niemanden ein
Entrinnen. Aber es gibt auch ein Gesetz der Gnade, das wirksam wird. Ich werde
euch sagen, wie: Wenn ihr bewußt werdet – der Geliebte Gottes, Gott-im-Menschen
– denn Gott allein kann diese Verbindung mit Ihm geben. Er begegnet uns durch
eine Person – einen menschlichen Pol, in dem Er offenbar ist. Wenn ein Mensch Ihm
folgt und seine vergangenen Taten bereut, nimmt Er ihn unter Seine Obhut.
Erinnert ihr euch an die Stelle in der Bibel, in der berichtet wird wie eine Dirne auf
Christus zuging? Sie kam in das Haus, in dem er sich aufhielt, wusch seine Füße mit
ihren Tränen und trocknete sie mit ihrem Haar. Simon, der Pharisäer, der dabei war,
dachte: „Seltsam, wenn er ein Meister ist, dann ist er seinen Grundsätzen untreu
geworden. Ist es ihm nicht klar, daß diese Frau hier eine Dirne ist?” Christus erwiderte
– denn er konnte die Herzen der anderen lesen: „Nun Simon, sieh her.“ Dieser sagte:
„Ja?“ „Wenn jemand einem Mann 50 Pennies schuldet und ein anderer schuldet diesem
500 Pennies, und der Mann, dem sie das Geld schulden, erläßt es beiden, wem, glaubst
du, hat er einen größeren Gefallen getan?“
Und Simon dachte: „Vielleicht will er nur seine Sünde verbergen.” – Jeder Mensch
denkt eben so, wie es seinem eigenen Zustand entspricht. Er antwortete: „Demjenigen,
dem er die 500 erlassen hat.“ Da sagte Jesus: „Schau, ich kam in dein Haus und du
hast mich nicht willkommen geheißen. Du hast nicht meine Füße gewaschen und du
hast mir nichts angeboten. Sie aber ist gekommen und hat geweint, und mit ihren
Tränen wäscht sie meine Füße.“ Und zu ihr sagte er: „Ich vergebe dir alles, denn du
bist voller Liebe.“
Es gibt auch das Gesetz der Gnade. Wenn ihr bereut und Gott-im-Menschen zu Füßen
fallt, werden in diesem Fall, da es Gott ist, der im Menschen wirkt (und Gott konnte
die Welt erschaffen), eure Rückwirkungen aufgehoben. Wie ich euch eben erklärte
– wer ist fähig, Sünden zu vergeben? Nur Gott allein; Gott kann Sünden vergeben.
Ist es nicht so? Gott ist dazu in der Lage.
Es geht darum, daß wir uns an die Gesetze halten müssen, die der Ebene entsprechen,
in der wir wirken. Wenn wir uns über den Körper erheben und zum bewußten
Mitarbeiter am göttlichen Plan werden, wie ich euch schon sagte, werden alle
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Rückwirkungen, alle Karmas abgewickelt.
Es wirkt also ein Gesetz der Gnade oder Barmherzigkeit – für das wir uns würdig
erweisen müssen. Beides sind Gesetze; auch das Gesetz der Gerechtigkeit wirkt. Ich
sage euch: Eine Saat wird gesät. War die Henne vor dem Ei oder war das Ei vor der
Henne? Gibt es eine Lösung? Nein. Gab es zuerst den Samen oder gab es zuerst den
Baum? Man kommt so zu keiner Lösung. Wenn ihr über diese Stufen des Denkens
hinausgelangt und euch über die physische, astrale und kausale Ebene erhebt und
zum bewußten Mitarbeiter am göttlichen Plan werdet, werden alle Saaten verbrannt
und können nicht mehr keimen und wachsen. Das ist der Stand der Dinge.
Wenn ihr einen Sohn habt, und dieser hatte mit jemandem eine Schlägerei, würdet
ihr als Vater ihn etwa zur Polizei schicken? Ihr würdet ihm ein-, zweimal einen Klaps
geben – ihr selbst – aber ihr würdet ihn nicht der Polizei überlassen. So ähnlich ist
das.
Liebe ist das größte Gesetz. Liebe kennt – ? Haltet meine Gebote! Also greifen die
Heiligen im allgemeinen nicht (ins Karma) ein. Die aber alles Ihm übergeben, werden
gerettet.
Wie ich also sagte, beide Gesetze bestehen: Es gibt das Gesetz der Gerechtigkeit,
aber es gibt auch das Gesetz der Gnade.2
Was tun die Meister wenn sie in die Welt kommen? Sie wickeln alle Handlungen,
alle Karmas ab. Und wie? Die Karmas sind ohne Ende – Aktion und Reaktion gehen
immer weiter. Wir säen neue Saaten; einige tragen Frucht, andere liegen auf Vorrat:
So geht es immer weiter, wieder und wieder – ohne Ende. Selbst die Inkarnationen
(Fußnote: Unter „Inkarnationen” sind z.B.: Avatare wie Krishna oder Rama zu
verstehen) können nicht sagen: „Ich werde entkommen.“
Was tun die Meister? Für diejenigen, die zu ihnen kommen, legen sie eine Richtschnur
für die zukünftige Handlungsweise fest: Seid gegen niemanden feindselig, weder in
Gedanken, noch in Worten und Taten. Seid wahr in all eurem Tun: Kein Getue, keine
Show – nicht im Herzen etwas anderes haben als das, was man ausspricht; nicht andere
täuschen. Und seid rein in Gedanken, Worten und Taten. Liebt alle, und dient selbstlos.
Dieses Verhalten soll man für die Zukunft festlegen. Wenn man das einhält, nun, dann
sät man keine neuen Saaten mehr.
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Bemerkung: Das ist ziemlich hart ...
Meister: Doch es besteht Hoffnung. Sei unbesorgt. Das scheint alles hart zu sein, aber
dennoch besteht Hoffnung. Was die Rückwirkungen anbelangt, wird für den Schüler
noch mehr getan; nicht nur das. Die Meister geben ihm eine Verbindung mit Gott
im Inneren, mit dem Licht und Ton Gottes im Innern. Das führt dazu, daß die
Rückwirkungen aufgelöst werden und ihm von innen her geholfen wird. Sie (die
Meister) haben Liebe für alle, und natürlich werden die Dinge (dadurch) leichter. Das
ist die eine Sache. Die Karmas, die jetzt Frucht tragen und auf denen unser jetziges
Leben basiert, rühren sie nicht an. Würden sie diese anrühren, würde der betreffende
Mensch sterben, denn sie sind die Grundlage unseres (jetzigen) Lebens. Was aber
tun sie? Sie geben der Seele Nahrung – das Brot des Lebens. Sie gewähren eine
Verbindung mit dem Licht- und Tonprinzip im Innern: Das ist das Brot des Lebens
– und die Seele wird dadurch stark.
Was ist die Folge? Wenn die Auswirkung der gegenwärtigen Karmas eintritt –
manchmal in Form von Armut, manchmal in Form von Krankheit, ein anderes Mal
als dieses oder jenes –, dann verlieren all diese Rückwirkungen ihre schmerzhafte
Wirkung, weil die Seele stark geworden ist. Es ist genauso wie bei einem Kampf,
bei dem ein Schwacher dabei ist, während die anderen alle sehr stark sind. Wenn der
Schwache einen Schlag erhält, weicht er zurück und sagt: „Man bringt mich um!“
Die anderen, die stark sind, kümmern sich nicht einmal darum, auch wenn sie viele
Schläge einstecken müssen; einfach deshalb, weil sie stark genug sind.
Rückwirkungen kommen also sicher, aber ihr erhaltet diese Stärke der Seele, indem
ihr das Brot des Lebens zu euch nehmt, was bedeutet, mit dem Licht- und Tonprinzip
im Innern in Verbindung zu kommen. Das gegenwärtige Leben verläuft dann auf diese
Weise. Wenn ihr mit Gott in Verbindung kommt – wenn ihr zum bewußten Mitarbeiter
am göttlichen Plan werdet –, werden alle Karmas, die noch auf Vorrat liegen, verbrannt;
genauso, wie wenn ihr Samen im Ofen röstet – sie keimen nicht mehr. Auf diese Weise
wird das ganze Karma abgewickelt. Aus diesem Grund heißt es: „Was nützt es, zu
einem Meister zu gehen, wenn diese Rückwirkungen nicht beendet werden? Wenn
ihr zu Füßen eines Löwen kommt und vor den Schakalen Angst habt, welchen Sinn
hat es dann, zu einem Löwen zu gehen? So wird das Karma abgewickelt: Erstens,
indem eine bestimmte Lebensweise vorgeschrieben wird; und zweitens, durch eine
innere, eine höhere Verbindung.3
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Es treten immer Rückwirkungen ein, aber für die, deren Seele
stark ist, die das Brot des Lebens haben, verlieren sie ihre
schmerzhafte Wirkung. Für die Zukunft legt der Meister eine
Verhaltensrichtlinie fest.
Für die Gegenwart, in der wir die Früchte (unserer Taten) ernten,
gibt er der Seele Nahrung, so daß sie stark wird und die
Auswirkungen nicht schmerzhaft sind.
Für das, was noch nicht zur Auswirkung gekommen ist, gibt Er
den Schülern die Verbindung mit Gott im Innern. Wenn sein
inneres Auge geöffnet ist, sieht er, daß bei allem Er der
Handelnde ist und daß wir nur Marionetten in Seiner Hand sind.
Er wird so zum bewußten Mitarbeiter am göttlichen Plan.
Das Ergebnis ist, daß keine Ichheit zurückbleibt. und all die
Handlungen, die in der Vergangenheit gesät wurden und darauf
warten, Früchte zu tragen, verbrannt werden. Wer muß dann
noch Auswirkungen tragen?
Das ist also der Weg, wie ihr von den Auswirkungen der
Vergangenheit frei werden könnt.
Kirpal Singh
Das heutige Thema ist „Karma”. Es ist ein sehr wichtiges Thema, denn Karma ist
die Ursache unserer Existenz, der Grund, weshalb wir wieder und wieder in den
menschlichen Körper kommen und all die Leiden ertragen müssen. Es ist ein sehr
schönes Thema.
Karmas begleiten uns bis zu unserem letzten Atemzug. Unsere Gedanken sind sehr
mächtig, und jeder Gedanke, jede Handlung hat eine Auswirkung. Ich werde versuchen,
vier Punkte zu erklären – wir müssen wissen, daß es nicht nur den physischen Körper
gibt, sondern auch den astralen und den kausalen Körper, und darüber hinaus den
Bereich des Jenseits. Es ist ein sehr umfangreiches Thema, aber ich werde dennoch
versuchen, es darzulegen. Etwas muß ich Ihnen sagen: Ich bin kein Redner, ich möchte
mit Ihnen von Herz zu Herz sprechen.
Es geht nicht um eine neue Philosophie; der Mensch ist älter als alle Philosophien
der Welt. Diese Lehre hat sich nie geändert und wird sich auch nie ändern. In den
heiligen Schriften sind die Erfahrungen unserer kompetenten Meister aufgezeichnet.
24
Was in den heiligen Schriften geschrieben steht, ist auch im menschlichen Körper
zu finden, aber nicht alles, was im menschlichen Körper (zu erfahren) ist, finden wir
in den heiligen Schriften der Welt. Alle kompetenten Meister haben gesagt: „Tretet
ein, geht nach innen. Der Körper ist ein wundervolles Haus, in dem wir leben.” In
diesem Zusammenhang werde ich nicht nur von den heiligen Schriften sprechen,
sondern auch aus meinem praktischen Leben, mit dem mich mein Meister gesegnet
hat. Das Thema, das wir besprechen, ist ein Thema, das uns alle betrifft, weil wir ein
Ziel haben. Wir sind alle von ein und demselben Ursprung ausgegangen und müssen
wieder zu ihm zurückkehren. Unser Vater ist einer, und es gibt keinen zweiten
Handelnden in der Welt. Wer ist der Handelnde? Die Christuskraft, Meisterkraft oder
Gotteskraft ist der Handelnde. Wenn wir wissen, daß nicht wir selbst der Handelnde
sind, können wir uns von vielen Problemen befreien und in unsere ewige Heimat
zurückgehen.
Was bedeutet Karma? – Durch unsere eigenen Taten gebunden zu werden. Ich werde
versuchen, Ihnen zu erklären, was die Christuskraft, Meisterkraft oder Gotteskraft
ist. Man muß unterscheiden zwischen Jesus und Christus: Jesus war der Menschensohn,
der Pol, durch den die Christuskraft wirkte. Christus lebte vor Jesus. Christus ist die
Kraft ohne Anfang und Ende, die die ganze Schöpfung und uns alle erhält. Wir haben
eine direkte und unabhängige Verbindung mit dieser Kraft. Wenn wir das wissen,
wenn wir an diesem Punkt beginnen, kann es geklärt werden.
Wenn wir die Lehren aller kompetenten Meister nehmen, ob sie nun im Osten oder
im Westen lebten, stellen wir fest, daß sie übereinstimmend dieselbe Wahrheit lehrten,
obwohl sie an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten wirkten. Diese
Übereinstimmung besteht in allen heiligen Schriften der Welt. Alle kompetenten Meister
kamen von ein und demselben Ursprung und kehrten wieder dorthin zurück. Einst
kam diese Kraft als Christus, ein anderes Mal als Guru Nanak, einmal als Kabir, ein
anderes Mal kam sie als Sant Kirpal Singh. Was ist diese Kraft? Es ist die strahlende
Form des Meisters, sie gibt dem Körper Leben. Wenn diese Kraft uns verläßt, können
wir nicht mehr im Körper bleiben. Unsere Aufgabe, unser Karma, unser Ziel beginnt
mit der Lehre, denn – wie ich Ihnen sagte – es gibt nur einen Handelnden. Er ist die
Meisterkraft, Er ist die Gotteskraft. Auch in den heiligen Schriften wird gesagt: „Es
gibt keinen unter einer Million (Menschen), vielleicht einen unter einer Milliarde.”
Kamen damals Tausende von Meistern in die Welt, als Jesus, Guru Nanak oder ein
25
anderer kompetenter Meister kam? Sie waren die einzigen (zu ihrer Zeit). Aber wer
waren all die, die gleichzeitig mit ihnen kamen? Es heißt, daß sie direkt oder indirekt
für die negative Kraft arbeiteten. Kabir sagte: „Sie waren Übeltäter.” Die Auswirkungen,
die wir zu tragen haben, unsere Karmas, wurden weit mehr von ihnen verursacht als
von uns selbst. Wir wurden in der Welt irregeführt, und Unwissenheit und falsche
Führung sind die grundlegenden Ursachen allen Karmas.
Nun sagen überall in der Welt die Menschen, daß sie meditieren. Sie behaupten,
Christus zu sehen oder, in Indien, daß Guru Nanak ihnen erscheine. Wenn man dann
ihr Leben näher betrachtet – hat es sich geändert? Nein, sie sind dieselben wie zuvor.
Christus sagte: „Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.”
Wenn Christus wirklich jemandem erschienen wäre, so müßte derjenige zu einem
lebenden Beispiel in der Welt geworden sein. (Wir sagen das, aber) unser Leben hat
sich nicht verändert. Wir sind dieselben. Wir sind zerstreut auf der Ebene der Sinne.
Wir sind völlig fehlgeleitet durch das Gemüt und die nach außen gehenden Kräfte
des Gemüts. Das alles werde ich versuchen Ihnen zu erklären, und ich versichere Ihnen,
wenn Sie heimgehen, werden Sie ein Geschenk in Ihrer Hand haben, das Geschenk
des Lebens.
Der Zweck des menschlichen Lebens ist, ein gutes Ende zu haben, und um ein gutes
Ende zu haben, müssen wir die höheren Werte des Lebens erlangen. Diese höheren
Werte des Lebens zu erlangen, ist erst möglich, wenn man Unterscheidungsvermögen
und Bewußtsein in sich hat. Unterscheidungsvermögen und Bewußtsein sind in der
Seele verborgen und können nur auf einer bestimmten Ebene erlangt werden – wenn
wir die Kompetenz unseres Meisters kennen. Sonst bleiben sie verborgen, und wenn
wir gehen (den Körper verlassen), sind sie immer noch verborgen. Die Kompetenz
der Meisterkraft, Gotteskraft, Christuskraft ist ohne Ende, und es gibt kein Ende des
Lernens. Bei diesem Thema wird sehr einfach erklärt werden, wie die Karmas
überwunden werden können. Während Sie in der Welt leben, müssen Sie wissen, wie
man in der Welt leben muß. Sie müssen die Kunst des Lebens kennen. Es ist nicht
schwer, losgelöst zu bleiben in einer Welt voller Bindungen, wenn Sie wirklich wissen,
wie Sie in der Welt leben sollen, wie man bewußt lebt, wie man mit
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Unterscheidungskraft lebt.
Wie entsteht Karma? Diese Welt ist das Spielfeld der negativen und der positiven
Kraft, und ebenso der menschliche Körper. Diese beiden Kräfte sind die treibenden
Kräfte in der Welt, ihr Ziel ist genau festgelegt und sie tun ihr Äußerstes. Es ist wie
bei einem Feld: „Wie du säst, so wirst du ernten.” Wenn wir auf einem Feld Chilly-
Samen säen, werden wir Hunderte von Chillies ernten. Wenn man auf demselben
Feld einen Mangobaum sät, wird man Hunderte von Mangos ernten. Die Schärfe der
Chilly und die Süße der Mango entwickeln sich auf ein und demselben Feld. Genauso
hat jede Tat eine Auswirkung. Wir wissen nicht, was wir auf diesem Feld säen sollen
und wie wir von den Auswirkungen frei werden können. So sät der Mensch bewußt
oder unbewußt Saaten in sich, und diese wachsen dann von selbst. Es gibt keinen
Ausweg. Aber die Meister sagen uns: „So sicher, wie zwei und zwei vier ist, könnt
ihr das überwinden, wenn ihr euch dessen bewußt werdet.” Wie wird man sich dessen
bewußt? Darum wird es jetzt gehen.
Es gibt das Gesetz des Karma, aber es gibt auch das Gesetz der Gnade. Wenn das
Gesetz der Gnade wirkt, endet das Gesetz des Karma. Das bedeutet, daß man die
Ursache beseitigt und dadurch die Wirkung verschwindet. Selbst die Avatare unterliegen
den Auswirkungen (ihrer Taten) und können sich nicht von ihnen befreien*. Aber
der Mensch ist Gott am nächsten. Nur der Mensch kann von den Auswirkungen frei
werden, weil er das Erwachen hat, weil er Gott am nächsten ist. Es ist der Sinn des
menschlichen Lebens – für uns alle – zu Gott zurückzugehen. Unser Ziel ist es, zu
werden wie Er. So steht es in allen heiligen Schriften geschrieben.
All die Götter, Göttinnen, Avatare, Engel und übernatürlichen Kräfte sind Diener dieses
heiligen Körpers. Aber was tun wir? Wie schaffen wir Rückwirkungen? Das ist die
Frage. Jeder möchte in der Welt glücklich sein. Und um in der Welt glücklich zu
sein, müssen wir einen Wunsch schaffen. Wenn wir einen Wunsch schaffen, begehen
wir viele negative Dinge im Leben. Wir lügen, wir sprechen schlecht über andere,
wir verletzen ihre Gefühle. Menschen begehen sogar Morde, nur um ihre Wünsche
zu erfüllen. Was geschieht aber, wenn wir unseren Wunsch erfüllt bekommen? Er
wird zur Verhaftung. Dann sagt man: „Ich bin großartig, ich konnte mir meinen Wunsch
erfüllen. Ich habe es geschafft. Ich bin sehr stark.” So kommt das Ego auf. Durch
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einen Wunsch sind wir so von zwei Problemen betroffen: Verhaftung und Ego. Nach
einiger Zeit wird das, was wir uns gewünscht haben, schal und leer, und wir müssen
uns einen neuen Wunsch erfüllen, um in der Welt wieder glücklich sein zu können.
So geht es das ganze Leben lang. Wir haben einen Wunsch nach dem anderen und
werden dadurch gebunden.
Was geschieht? Durch die Verhaftung entstehen die Krankheiten des Gemüts, und
durch Ego die Krankheiten des physischen Körpers. Wenn die Krankheiten des Gemüts
und des Körpers zusammenkommen, gerät der Mensch in den Kreis der negativen
Kraft. Wenn der Mensch stirbt, wird er dann von den Engeln des Todes abgeholt.
Das ist sehr, sehr schrecklich. Es steht in den heiligen Schriften, daß es zwei Kreise
gibt: Der eine ist der negative Kreis, der andere der positive Kreis. Wer im negativen
Kreis ist, ist nicht im positiven Kreis. Wenn man im positiven Kreis ist, ist man nicht
im negativen Kreis. Im negativen Kreis entstehen Rückwirkungen, entsteht Karma.
Berge von Karma liegen in uns wie in einem Lagerhaus auf Vorrat. Aber bei einem
positiven Leben gibt es keine Rückwirkungen. Eine positive Handlung wird nie
irgendeine Rückwirkung haben. Wir müssen hier klar unterscheiden (und verstehen),
wie wir uns von diesen Problemen befreien können. Niemand kann ohne Wünsche
in der Welt leben, und dennoch sagen die Meister: „Wir können so leben.” Es ist nicht
schwer, losgelöst in einer Welt voller Verhaftungen zu leben. Unser Boot kann im
Wasser bleiben, doch es darf kein Wasser in unser Boot eindringen. Ohne die höheren
Werte des Lebens kann man nicht von den Karmas, den Rückwirkungen, freiwerden.
Es gibt so vieles dazu zu erklären, denn diese Rückwirkungen, das Karma, endet nicht
mit dem physischen Körper. Es wirkt sich im astralen Körper weiter aus und ebenso
im kausalen Körper, wenn wir den astralen Körper verlassen haben. Es bringt uns
wieder und wieder in die Welt zurück, weil weder in den physischen, noch in den
astralen, noch in den kausalen Regionen die Wahrheit zu finden ist. Die physische,
die astrale und die kausale Welt besteht aus Materie, und in ihnen gibt es keine Wahrheit.
Wir müssen uns über sie erheben. Die Meister sagen uns: „Dieser menschliche Körper
ist nicht fünffach, sondern achtfach.” Überall heißt es: „Der menschliche Körper ist
fünffach zusammengesetzt, er besteht aus Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther.” Aber
er ist achtfach. Was sind die drei weiteren Aspekte? Das Gemüt, der Verstand und
das Ego. Sie sind die grundsätzliche Ursache allen Karmas, weil Verstand und Ego
unserem Gemüt angeboren sind. Das Gemüt ist der König der drei Welten, und
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Verstand, Gemüt und Ego werden uns in den Körper zurückbringen.
Wie wird man von Ego und Gemüt befreit? Was ist das Gemüt? Das Gemüt besteht
aus Materie. Gemüt, Maya, negative Kraft – all das bezeichnet das Gemüt. Das Gemüt
hat keine eigene Kraft. Es nimmt die Kraft von uns, von der Seele selbst, und benutzt
dieselbe Kraft gegen uns, genau wie eine Parasitenpflanze, die selbst keine Wurzeln
hat, aber alle Nahrung vom Baum bekommt. Genauso wird unsere Seele vom Gemüt
beherrscht. Das Gemüt hat nichts in sich. Die Menschen unterscheiden zum Beispiel
nicht zwischen Gemüt und Seele. Wir sind der Geist, wir sind die Seele, wir sind
nicht das Gemüt, nicht der Verstand, nicht einmal der Körper. Wir sind die lenkende
Kraft darin. So mag mir z.B. mein Gemüt sagen: „Nun, mein Herr, schauen Sie, was
hinter Ihnen vorgeht!” Ich kann sagen: „Ich will jetzt nicht nach hinten schauen. Wenn
du die Kraft hast, dann schau doch selbst.” So wird das Gemüt nicht in der Lage sein,
etwas zu sehen. Das Gemüt ist Materie, doch es bekommt die Kraft von uns. Es hat
die Kontrolle. Wie das Feuer ist es ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Nicht
nur das: Das Gemüt ist der Herr der drei Welten. Es kann alles werden, es kann jede
Form annehmen und einem erscheinen.
Wenn die Meister in die Welt kommen, geben sie uns das rechte Verstehen. Sie geben
uns Erwachen. Sie geben uns höheres Bewußtsein und die Fähigkeit, alles und jedes
in unserem Leben klar zu erkennen. Wenn wir uns in dieses Leben mit den höheren
Werten des Lebens erheben, dann gibt es kein Problem. Alles wird sichtbar werden.
Wie wir sagen: „Laß die Sonne aufgehen, dann werde ich es sehen.” Wenn die Sonne
aufgeht, kann man alles in seinem eigentlichen Zustand sehen. Im Innern zu erwachen
ist wie der Sonnenaufgang.
Nun möchte ich Ihnen erklären, was die Täuschungen und Illusionen in dieser Welt
sind. Solange man das nicht genau versteht und sein Ziel nicht kennt, wirkt das Gesetz
der Gnade nicht. Das Gesetz der Gnade wird unmittelbar dann zu wirken beginnen,
wenn Sie sich über diese Dinge erheben, wenn Sie es kennen. Wie erkennt man es?
Wenn Sie etwas entscheiden und etwas festlegen. Sich zu entscheiden und etwas
festzulegen ist aber nur möglich, wenn Sie mit den positiven Dingen des Lebens
beschenkt werden. Solange man im negativen Kreis ist, kann man sich nicht entscheiden.
Wenn die Meister in die Welt kommen, helfen sie uns, der Wahrheit nahe zu kommen.
Die Wahrheit ist im Innern, aber von einem dichten Schleier verborgen. Die Meister
ziehen diesen Schleier der Unwissenheit beiseite und zeigen uns die Wahrheit im Innern.
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Was ist unsere Aufgabe? Das werden wir gleichzeitig mit dem Karma und dem Gesetz
der Gnade erörtern. Alle Karmas, alle Rückwirkungen sind die Folge unseres Mangels
an rechtem Verstehen. Wir sind fehlgeleitet, falsch geführt von den vielen sogenannten
Meistern in der Welt, und nun müssen wir Rückwirkung auf Rückwirkung ertragen.
Wir können ihnen nicht entgehen, uns erwartet ein schreckliches Leben und ebenso
wird unser Ende sein. Die Hölle, von der oft gesprochen wird, wurde nicht von der
Gotteskraft geschaffen. Meister fragte die negative Kraft: „Wie konntest du die Hölle
schaffen?” – Sie wissen, Himmel und Hölle befinden sich in der Astralebene. Dort
gibt es blendendes Licht im Übermaß, aber es ist das Licht aus der astralen Welt.
Diese ist voller Illusionen, voller Wunder, voll von anderen übernatürlichen Kräften.
– So sagte die negative Kraft: „Deine Kinder hatten Wünsche, und ich erfüllte diese
Wünsche. Dadurch stärkten sie meine Hand. So konnte ich Hölle und Himmel für
sie schaffen.”
Es gibt einen Himmel in der Astralebene, aber das ist nicht der Himmel, von dem
Christus sprach. Der Astralhimmel ist nicht der (wirkliche) Himmel, er wurde von
der negativen Kraft geschaffen; die frommen Egoisten leben dort und sind dort
gebunden. Hölle und Himmel in der astralen Ebene binden uns beide durch die
Rückwirkungen. Wie? Die frommen Leute haben sich selbst gebunden. Meister sagt
zu ihnen: „Ihr habt euch selbst gebunden, nun befreit euch auch wieder selbst.” Sie
können sich nicht selbst befreien. So ist die Situation in der astralen und kausalen
Ebene. Die Kräfte, die sich dort aufhalten, gehen aufgrund ihrer Wünsche dorthin.
Ihre Wünsche wurden erfüllt, nun sind sie in der astralen und kausalen Ebene gebunden.
Sie verlieren das Unterscheidungsvermögen und das Bewußtsein. In den drei Welten
– der astralen, der kausalen und superkausalen Welt – gibt es niemanden, der
unterscheiden kann. All diese Kräfte sind gebunden. Götter, Göttinnen und Avatare
unterliegen immer noch der Lust, dem Ego, der Habgier – alle diese Leidenschaften
gibt es dort. Die Götter, Göttinnen und Avatare kämpfen gegeneinander. Es wird
gesagt, es gibt dort Brahmapuri und Vishnupuri (Herrschaftsbereiche der Gottheiten
Brahma und Vishnu). Sie wurden sehr mächtig. Dort gibt es keine Wahrheit. Wir
müssen also diese Bereiche überschreiten. Was gibt es schon in der Astralebene?
Man kann in diesem Körper sehr gut unterscheiden. Was geschieht im menschlichen
Körper, wenn man sich zum Zeitpunkt des Todes über das Körperbewußtsein erhebt?
Die Leute sagen, hier (zwischen den Augenbrauen) ist der Sitz der Seele; jeder sagt
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das, aber wo ist der Sitz der Seele tatsächlich? Dort oben ist auch der Verstand, darüber
das Gemüt, und erst darüber liegt der Sitz der Seele. Solange man nicht frei ist von
Verstand und Gemüt, wie kann man da am Sitz der Seele sein? Nur wenn man durch
einen kompetenten Meister zum Sitz der Seele geführt wird, kann Er uns über die
kausale Ebene hinausbringen. Wenn man sich über die kausale Region erhebt, sieht
man dort Ursache und Wirkung von allem, was in der Welt geschieht. Gegenwart,
Vergangenheit und Zukunft werden dann eins und verschwinden sofort. Hier wird
man wiedergeboren. Man betritt den Himmel, von dem Christus sprach. Dieser Himmel
liegt weder in der astralen, noch in der kausalen Ebene, er liegt darüber.
Was geschieht nun in der Astralebene? Dort gibt es Licht im Übermaß. Die Geschichte
überliefert, daß viele Rishis und Munis Tausende von Jahren meditierten. Sie magerten
ab bis auf die Knochen, konnten aber das Rätsel des Lebens nicht lösen, weil dort
kein Ton ist. Das Licht ohne Ton führt nicht weiter. Es ist in Überfülle vorhanden,
doch sobald die Seele dorthin geht, wird sie von der negativen Kraft gefangen. Daher
wird sie Todesfalle genannt, und die, die dort hingehen, verlieren für alle Zeiten ihr
Bewußtsein. Es gibt keinen Ausweg, wenn man nicht durch Gottes Gnade von diesem
Ort befreit wird. Die Astralebene steht jedem offen. Es wird in den heiligen Schriften
berichtet, daß ein Meister und sein Schüler zusammen meditierten. Der Schüler war
empfänglicher, er konnte in die Astralebene leichter und schneller eintreten als sein
Meister. Diese negativen Leute, die den Anspruch erheben, Meister zu sein, sind
alle nur sogenannte Meister. In allen heiligen Schriften heißt es, daß der, der von Gott
beauftragt ist, niemals sagen würde, er sei der Meister, er wird sagen: „Ich bin ein
gekaufter Sklave des Meisters.” Denn der Handelnde ist der Eine, der einzig Handelnde
ist die Christuskraft oder Meisterkraft. Das müssen wir erkennen, und wir müssen
wissen, wie wir es erkennen können.
Was gibt es also in der Astralebene? Dort gibt es nur Wunderdinge. Es wird gesagt,
die Ridhis und Sidhis, die Wunderkräfte, sind dort verstreut wie schöne Blumen. Wenn
man sie nur anschaut, wird man davon angezogen, und man kommt (aus der Astralwelt)
mit diesen Wunderkräften zurück. Die Welt ist voll von solchen „Meistern”, die nur
mit uns spielen und uns ein bißchen Licht geben und sagen, daß wir „meditieren”.
Aber das hat mit wirklicher Meditation nichts zu tun.
Ich möchte Ihnen die Lösung für Ihr Leben näherbringen. Hüten Sie sich vor den
Leuten, die Ihnen voller Emotionen viele Dinge erzählen, so viele schöne
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„Erfahrungen”, die nie von Christus gelehrt wurden. Es gibt schöne Worte von Christus:
„Lerne zu sterben, so daß du zu leben beginnen kannst.” „Wenn die zehn Tore deines
Tempels geschlossen sind, wirst Du das himmlische Licht im Innern sehen.” Christus
legte Nachdruck darauf: „Stirb täglich!” Wenn man einmal wiedergeboren ist, warum
sollte man in die Welt zurückkommen? Es ist dieselbe Erfahrung wie zum Zeitpunkt
des Todes. Was bedeuten diese anderen Erfahrungen für Sie? Sie werden dadurch
einfach emotional und werden noch mehr an die Rückwirkungen des Lebens gebunden,
so daß Sie nie davon frei werden. Sie bleiben für alle Zeiten daran gebunden. Sie
verlieren Ihr Leben. Wer das tut (wer auf diese Weise meditiert), ist im Netz der
Seelenwanderung gefangen, sagt Kabir. Ganz sicher wird man in die Seelenwanderung
gehen, weil man nur im Astralen leben kann, und von dort geht man in die niederen
Schöpfungsformen. Es gibt dort kein Entkommen. Die Wohnstatt Ihrer eigenen
Prinzipien liegt in Ihnen. Sie müssen den besten Gebrauch davon machen.
Christus sagte, es ist dieselbe Erfahrung wie zum Zeitpunkt des Todes. Haben Sie
diese Erfahrung von einem Meister bekommen? Nein. Sie haben sie nicht erhalten.
Ich erkläre Ihnen, warum. Jetzt, in diesem menschlichen Körper, im physischen Körper,
ist unser Gemüt immer astral. Daher werden wir auch sofort sehr emotional – durch
das astrale Gemüt. Wenn wir uns hier oben konzentrieren, sind wir im Gemüt, das
uns sofort in die Chakras bringt, und dort ist ein Übermaß an Licht. Dieses Licht ist
nicht das heilige Licht, es macht uns emotional. Es ist nicht mehr als das. Was gibt
es nun dort? Nur die astrale Erfahrung, astraler Staub, der sich auf den physischen
Staub legt, und wir sagen: „Oh, das ist ein kompetenter Meister. Er hat ein Wunder
gezeigt.” Aber das ist nicht die Wirklichkeit. Das war niemals die Lehre irgendeines
kompetenten Meisters. Und die Auswirkung ist hier am größten – wenn man im Netz
der negativen Kraft gefangen ist, ist man dort gebunden.
Es ist allein das heilige Feuer, das alles verbrennt, was im Innern an Rückwirkungen
des vergangenen Karmas besteht. Nur das heilige Feuer kann das Karma verbrennen.
Es gibt riesige Vorräte an Karma. Wenn jemand z.B. krank ist und schreckliche
Schmerzen im Körper hat, möchte er von diesem Körper befreit werden, aber es geht
nicht. Er muß vielleicht zu einer Operation ins Krankenhaus, aber er kann den Körper
nicht verlassen, weil es eine sehr große, starke Barriere gibt – hart wie Stein. Das
sind die Rückwirkungen der Karmas der Vergangenheit. Sie sind dort gelagert, Zeitalter
über Zeitalter. Es ist einzig und allein das heilige Feuer, das diese Vorräte an Karma
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Karma
„Wo das Gesetz der Gnade wirkt,
endet das Gesetz des Karmas.”
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in Flammen aufgehen lassen kann, und Ihre Seele wird bei der allerersten (Meditations-
)Erfahrung sich ganz leicht über den Körper erheben, so leicht, wie man ein Haar
aus der Butter zieht. Es ist so einfach, sich zu erheben, wenn es durch die
Aufmerksamkeit des Meisters geschieht, und durch das, was Er Ihnen gibt.
Der Eine, der von der Gotteskraft beauftragt ist, kommt mit dem „Wort”. Das Wort
ist das heilige Feuer, das alle vergangenen Karmas verbrennt. Es gibt riesige Vorräte
von Karma, sie werden verbrannt, und die Seele kann den Körper verlassen, so wie
man ein Haar aus der Butter zieht. Es ist so leicht. Was braucht man dazu? Zuerst
braucht man rechtes Verstehen. Wenn man den Himmel betritt, erhält man dort zwei
Dinge: Unterscheidungskraft und Bewußtsein. Die Unterscheidungskraft ist im heiligen
Licht, und mit dem Wasser und Brot des Lebens erhält man Bewußtsein. Man erhält
Bewußtsein und Unterscheidungskraft. Wenn man nun über diese beiden Dinge verfügt,
Bewußtsein und Unterscheidungskraft, was wird man entscheiden im Leben? – Nur
für Ihn (Gott) zu leben und zu arbeiten, alles für Ihn zu tun. Wenn Meister in die
Welt kommen, leben sie 100 % für andere. Man muß mit jedem Gedanken auf Ihn
ausgerichtet leben, denn jeder Gedanke hat eine Auswirkung. Bei einem positiven
Leben ist es leicht, mit positiven Gedanken zu leben. Wenn man mit positiven Gedanken
lebt, gibt es keine Rückwirkungen. Wenn es keine Rückwirkungen gibt, warum sollten
wir dann in die Welt zurückkommen?
Es ist ein sehr, sehr schönes Thema, weil es uns unser Ziel vor Augen führt. Wir tun,
was wir fortan zu tun haben. Unser jetziges Leben ist durch das Pralabdh-Karma
(Schicksal) festgelegt, entsprechend den Rückwirkungen der Vergangenheit.
Niemandem steht überschüssige Zeit zur Verfügung. Wenn dieses Karma beendet
ist, müssen wir sofort den Körper verlassen. Die Meister bitten uns, ein positives Leben
zu führen, während wir im Körper sind. Ein positives Leben ist nur möglich, wenn
man sich über die Ebene der Sinne und die Fesseln des Gemüts erhebt; wenn man
sich in den Himmel erhebt, von dem Christus sprach.
Unterhalb des Sitzes der Seele ist alles voller Schmutz. Wo meditiert man? Der Verstand
ist verdorben, das Gemüt ist verdorben. Wo ist der Sitz der Seele? Wenn man sich
einmal über die Ebene der Sinne und die Fesseln des Gemüts erhebt, erhält man das
Brot und das Wasser des Lebens, man wird wiedergeboren, und das wird unser Leben
verändern.
Meister kommen in die Welt und lehren und lieben die Menschheit. Man muß den
geraden Weg gehen, so steht es in der Bibel. „Gerade und steil ist der Weg”, denn
man kann den Verstand und das Gemüt nicht mitnehmen. Das Gemüt ist wie eine
große Schlange, wie ein großer Elefant. Wie kann es durch das zehnte Tor
hindurchgehen, wenn das zehnte Tor nur so groß wie ein Zehntel eines Senfkorns
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ist? Nur die Seele kann dort eintreten. Der Weg ist sehr gerade, aber er ist eng. Nur
Sie selbst müssen ihn gehen, Sie können nichts mit sich nehmen. Sie können keinen
einzigen Wunsch dort mit hinnehmen. Diese Lehre wird Ihnen helfen, Ihr Leben zu
entscheiden.
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