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Klaus Herold Der Langstwellensender GOLIATH bei CALBE an der Milde von 1941 bis 1945 Zusammenfassung Der Langstwellensender GOLIATH wurde im Frithjahr des Jahres 1943 fiir die deutsche Kriegsmarine in Dienst gestellt und in Betrieb genommen. Im Urstromtal der Elbe bei Calbe an der Milde, 14 km nérdlich von Gardelegen liegt das Gelande dieser Groffunkstelle. Die Leistung dieses Senders von cinem Megawatt, die in die Antennen cingespeist wurde, war fiir diese Zeit ungewéhnlich hoch. Der Wirkungsgrad der Antennenanlage lag zwischen 47% bei 15 kHz und 90% bei 60 kHz. Der GOLIATH hatte damit eine gréBere Leistung und einen besseren Wirkungsgrad ais jeder andere Langstwellensender der damaligen Zeit. 1. Vorgeschichte der Entstehung Die bisherige deutsche Sendestelle fiir Langstwellen, die Funkstation NAUEN, westlich von Berlin gelegen, war im Laufe der Jahre durch die wachsende Anzahl neu aufgestellter Sender und Antennen, besonders fiir die Kurzwellendienste, zu klein geworden. Aus verschiedenen Griinden, nicht zuletzt wegen der beabsichtigten groBflichigen Ausdehnung der damaligen Reichshauptstadt Berlin, war eine Erweiterung des Gelandes dieser Funksendestelle, die flr einen weiteren Langstwellensender ein Gelinde mit der Flache von etwa drei Quadratkilo- metern bendtigt hatte, nicht méglich. Ein Umbau der Antenne und der Ersatz der in Betrieb befindlichen drei Maschinensender, durch einen neuen und leistungsstarken Réhrensender hatte eine lingere Betricbsunterbrechung der Sendungen auf der Langstwelle und Beein- trichtigungen des Kurzwellenbetriebes bedeutet. 2. Allgemeines In den Jahren 1941 bis 1943 wurde im Auftrage der Kriegsmarine in der Altmark, nordéstlich der Stadt Calbe an der Milde, seit 1952 als Kalbe/Milde bezeichnet, ein Lingstwellensender errichtet. Im Friihjahr des Jahres 1943 erfolgte die Inbetriebnahme nach einer Bauzeit von nur 27 Monaten. Er war der einzige im Bereich von 15 bis 60 kHz durch- und abstimmbare, aber auch der leistungsstarkste Sender des zu diesem Zeitpunkt aus sieben Langstwellensendern bestehenden Netzes zur Fiihrung der deutschen Unterseeboote wahrend des Zweiten Welt- krieges. Er hatte eine Hochfrequenz-Leistung von 1000 kW. Alle bis dahin bekannten Funk- stationen dieser Art wurden von seiner Sende- und Strahlungsleistung um ein Mehrfaches iibertroffen. Aus diesem Grunde und wegen des fiir diesen Zweck erforderlichen hohen Aufwandes wurde er GOLIATH genannt. Die Technik des Senders und die Konstruktion der Antennenanlage war eine Entwicklung der Firma [Link] AG in Berlin-Tempelhof. Unter der Leitung von Dr.-Ing. Fritz Gutzmann wurde der GOLIATH entwickelt, gebaut, montiert und in Betrieb gesetzt. Leiter dieser Sendestelle war der Marine-Funkamtmann Karl Wrackmeyer, als dessen Mitarbeiter waren Portepee-Unteroffiziere und weitere Beamte der Kriegsmarine, aber auch zivile Krafte eingesetzt. 236 Mit Hilfe dieses Senders stellte man die Funkverbindungen zu den deutschen Kriegsschiffen und Unterseebooten her, die in fernen Weltmeeren operierten, aber auch zu den festen Funk- stellen der damals mit dem Deutschen Reich verbiindeten Staaten. Im Gegensatz zu den Kurzwellen, die in ihrer Ausbreitung stark von den Tages- und Jahreszeiten abhiingig sind, waren mit diesem Langstwellensender sichere, zuverlissige und weltumspannende Funk- verbindungen mdglich. Der GOLIATH arbeitete im Frequenzbereich von 15 bis 60 kHz, das entspricht den Wellen- Jangen von 20 bis 5 km, wobei die Hauptbetriebswelle des Senders 18.130 m war, analog der Frequenz von 16,55 kHz. Der Hauptzweck des Senders war damals die Ausstrahlung hand- getaster Morsezeichen zur Ubermittlung von Nachrichten an getauchte Unterseeboote, aber gleichzeitig wurde gefordert, da8 dieser Sender in der Lage sei bei eventuellen Ausfiillen den Dienst aller anderen Langstwellensender im Frequenzbereich von 15 bis 60 kHz zu tiber- nehmen, da er auch deren Versorgungsgebiete vollstindig erfaBte und abdeckte. Obwohl er vorwiegend fiir den Tastfunk oder die Morsetelegraphie vorgesehen war, konnte der Sender auf den Frequenzen tiber 30 kHz mit dem Hellschreiber (Faksimile), einer damals gebrauch- lichen besonderen Art des Funkfernschreibers, betrieben werden. Oberhalb von 45 kHz war Sprechfunk oder Telefonie, wenn auch mit eingeschrankter Sprachqualitit méglich, Er war sehr schnell abstimmbar fiir jede Frequenz in seinem Frequenzbereich. Motorische Steuerungen wurden im grofen Umfang eingesetzt. Daher stellte dieser Sender einen be- trichtlichen Fortschritt dar, nicht allein nur wegen der hohen abgestrahlten Leistung und des hohen Wirkungsgrades, sondern auch hinsichtlich der Flexibilitat des Betriebes. Bei ciner maximal abgestrahlten Leistung des Senders von 900 kW, war die Antennenkreis- Leistung 1000 kW, das entspricht einem Antennenwirkungsgrad von 90% bei 60 kHz, wahrend bei der lingsten Welle von 20 km (15 kHz) noch ein Wirkungsgrad von 47% erreicht wurde. Um diese Leistungen sicher zu beherrschen und die notwendige Effektivitit zu erreichen, war die Konstruktion der Antenne das Hauptproblem beim Bau des Senders. Sie sollte einen hohen Wirkungsgrad besitzen, also eine maximale Leistung bei méglichst wenig Verlusten abstrahlen. Das erforderte eine besondere Lésung, die sich grundlegend von den bisher Ublichen Antennenkonstruktionen unterschied. Es wurde das Konzept der mehrfach abge- stimmten Antenne gewihlt, wie es in den Grundziigen von E.F.W. Alexanderson bereits in den Anfangsjahren der Funktechnik vorgeschlagen worden war. Jedoch war bis dahin diese Art einer Sendeantenne noch nicht fir einen iiber ein derartig breites Frequenzband kon- tinuierlich abstimmbaren Langstwellensender realisiert worden, denn die bisher verwendeten Maschinensender liefsen sich in ihrer Sendefrequenz nur in relativ engen Grenzen variieren. Beim GOLIATH. wurden fir die Steuerung und Fembedienung der vier Antennenabstimm- mittel weitgehend fernbediente Motorantricbe (Servos) verwendet. 3. Technische Daten Der Sender war fiir die folgenden Betriebsarten geeignet: * Morse-Telegraphie im Bereich von 15 ... 60 kHz * Hellschreiber-Betrieb (Faksimile) von 30 ... 60 kHz * Sprechfunk mit geringer Sprachqualitat von 45 ... 60 kHz. Fir den Sprechfunkbetrieb arbeitete der Sender linear bei reduzierter Leistung. Der Endversturker hatte eine Ausgangsleistung vom 1000 kW, jedoch war es erforderlich, bedingt durch eine Spannungsbegrenzung an der Antennendurchfihrung, die Leistung fiir Frequenzen unter 19 kHz zu reduzieren. Die abgestrahlte Leistung lag zwischen 300 kW bei 237 15 kHz und 900 kW bei den héheren Frequenzen und der Wirkungsgrad der Antenne zwischen 45% und 90%. Der Sender wurde gesteuert und tiberwacht von einem zentralen Bedien- und Steuerpult. Es war mdglich mit zwei Mann in weniger als fiinf Minuten den Sender auf eine andere Frequenz abzustimmen. Bei kaltem Sender dauerte es 25 Minuten, bedingt durch die notwendige Vorheizzeit der Quecksilber-Dampf-Gleichrichter, bis die Geriite die volle Betriebsbereit- schaft erreichten. Zwolf quarzgesteuerte Frequenzen konnten mit einer Frequenzkonstanz von 1x10* eingestellt werden. Ein durchstimmbarer Steueroszillator, dessen Frequenzkonstanz eine GréSenordnung kleiner war , war auBerdem im Steuersender vorhanden. Die beim Betrieb des Senders abgestrahlten Oberwellen waren extrem niedrig. Fir die zweite harmonische Oberwelle wurden 1x10* Watt und fiir die dritte harmonische Oberwelle 1x10? Watt gemessen. Diese niedrigen Werte wurden durch Oberwellenfilter erreicht, die der Senderendstufe nachgeschaltet waren. Im normalen Betrieb wurde die Sendestelle aus dem éffentlichen Energieversorgungsnetz mit Strom versorgt. AuBerdem waren Haupt- und Reserve-Dieselgeneratoren vorhanden, die iiber eine Kraftstoffreserve fiir drei Wochen verfiigten. Diese Maschinen waren mit einer Fern- steuerung flr das Anlassen und die Synchronisation ausgeristet. Fir alle Gertite waren umfassende Sicherheitseinrichtungen, miteinander verbundene Schutzschaltungen und Warn- signale vorhanden. Mit einem Monitorempfinger, der an die letzte Stufe des Sendeverstiirkers angeschlossen war, konnten die gesendeten Signale kontrolliert und tiberwacht werden, 4. Beschreibung der Sendeanlage Der Steuersender, der in zwei Frequenzberciche unterteilt war, verfiigte ber zwélf quarz- gesteuerte Frequenzen und einen durchstimmbaren Steueroszillator zur wechselweisen Ansteuerung des Treibersenders. Der Modulationspegel wurde der Treiberstufe zugefihrt und linear verstarkt auf 600 Watt. Darauf folgte ein dreistufiger Sendeverstarker, dessen erste und zweite Stufe linear waren als Gegentaktverstirker Klasse B. Die dritte und letzte Stufe wurde fiir die Morsetelegraphie in Anoden-C- oder fur den Hellschreiber- und Telefonie-Betrieb in Anoden-B-Modulation geschaltet. Nach der Endstufe passierte die Leistung ein dreistufiges Tiefpass-Filter , um die Abstrahlung der harmonischen Oberwellen auf ein MindestmaB zu reduzieren. Dieses Filter war an eine Ubertragungsleitung mit einer Impedanz von 19,6 Ohm angeschlossen, die von drei parallel geschalteten 60-Ohm-Koaxialkabeln gebildet wurde. Diese Leitung konnte entweder an eine kiinstliche Antenne, die zum Testen des Senders seine volle Ausgangleistung aufnehmen konnte, oder an eine Antennen-AnpaBschaltung geschaltet werden, um die Antenne zur Erziclung einer gréferen Bandbreite zu bedimpfen. Die Leistungsverstirker, die Oberwellenfilter und das Antennen-AnpaBgerat wurden mit einem Schalter in vier Bereichen geschaltet. Der Sender wurde nur induktiv abgestimmt, dazu erfolgte der Antrieb aller Variometer motorisch ferngesteuert. Alle Abstimmungssteuerungen und deren Kontroll- und Uber- wachungsorgane waren zentral im Betriebsleitplatz zusammengefaBt. Fir den Gefahren- bzw. Storungsfall war die Méglichkeit der handbedienten Schaltung und Abstimmung des Senders vorgesehen. Die Antenne entsprach ihrem Prinzip nach dem Typ einer mehrfach abgestimmten Alexan- derson-Antenne in einer bis dahin nicht angewendéten Ausfiihrung. Sie bestand aus drei sechseckigen Dachkapazititen, die an insgesamt 18 Masten aufgehiingt waren. Jedes Sechs- eck hatte einen strahlungsgekoppelten Mittelmast, der etwas héher als die duBeren Maste war 238 und isoliert aufgestellt gegen Erde abgestimmt wurde. Die Antennenspeise-Leitung bestand aus sechs Drihten in Form eines Fachers, von denen je zwei von dem Turm des Antennen- Abstimmittels im Sendergebaude zu den inneren Seiten der Sechsecke fihrten. Das Erdnetz bestand aus vier Sektionen von je 204 radialen Leitern, je eine flr jedes Sechseck und eine fur den dreieckigen Mittelpunkt. Sie waren an den gemeinsamen Seiten verbunden und erstreckten sich iiber eine Linge, die der Héhe der Maste entsprach. 5. Das Geliinde Der Grundrif des Geldindes der Sendestelle hatte annahernd die Form eines gleichseitigen Dreiecks, jede Seite mit einer Lange von etwa 2,4 km und einer Flache von etwa 2,63 Quadratkilometer oder 263 Hektar. Es war fast villig eben und gleichférmig in der Flaiche und von Graben durchzogen und lag in der Meereshdhe von 29 m ilber N.N.. Strafen und Wege, die besonders angelegt und gebaut wurden, fllhrte zu dem Sendergebiude und den drei Anten- nen-Abstimmittelhdusern. Durch die Lage im eiszeitlichen Urstromtal der Elbe, das in diesem Bereich von den Gewassem der Milde durchflossen wird, ist die Feuchtigkeit des Erdbodens relativ hoch und dessen elektrische Leitfihigkeit gut geeignet fiir den Errichtung einer Sendestelle fiir Langstwellen. Trotzdem hat sumpfiges Land nicht immer eine konstant hohe Leitfihigkeit, seine elektrischen Eigenschaften sind abhingig von dem Wassergehalt nicht nur an der Oberflache, sondern auch in den tieferen Schichten des Erdbodens. Nach langerer Trockenheit wird die Erdoberflaiche trocken und damit sehr verlustbehaftet. Um die elektrische Leitftihigkeit des Gelandes weiter zu reduzieren und in einen stindigen definierten Zustand zu versetzen, wurde ein umfangreiches Erdnetz verlegt. 6. Die Antenne Bei jedem Langstwellensender erfordert aus physikalischen Griinden die Antennenanlage ein sehr groBes Gelande, das meist den Umfang von mehreren Quadratkilometern hat. Dem- zufolge muf der gréBte Teil der Gesamtkosten der Anlage fiir die Antennenanlage aufge- wendet werden. Der fiir die Antenne erforderliche Aufwand ist notwendig und maBgebend fir die Effektivitat des gesamten Senders, um so einen méglichst hohen Wirkungsgrad und eine hohe abgestrahite Leistung zu gewahrleisten. Die Aufgabe der Konstrukteure und Entwickler des GOLIATH war es, gegenilber friiheren Anlagen dieser Art, die Bedingungen und For- derungen zu erfilllen eine Senderleistung von 1000 kW iber einen Frequenzbereich von 15 bis 60 kHz auf die Antenne zu bringen. Das erzielte Ergebnis war so gut, daB nicht nur die Antenne Uber den gesamten Bereich angepafit werden konnte, sie erreichte auch den vierfachen Wirkungsgrad bisheriger Antennen, Die Entwicklung begann mit der Priifung bereits existierender Antennen. Die T-Antenne mit einer einzelnen Zuflhrung und einer langen Dachkapazitit, die von einer Reihe von parallel aufgesteliten Masten getragen wird, erwies sich als wenig effektiv. Damit konnte nur ein Wirkungsgrad von etwa 10 Prozent erreicht werden. Eine ahnliche asymmetrische Antennen- Konstruktion, wie die des Langstwellensenders NAUEN bei Berlin, schied wegen des geforderten grofen Frequenzbereiches bei den ersten Uberlegungen fiir den GOLIATH aus. Eine Antenne dieses Typs, deren Resonanz unter der oberen Grenzfrequenz, von 60 kHz lag, war fiir die volle Leistung bei den tiefen Frequenzen nicht betriebsftihig und hatte eine schr geringe Bandbreite. Abgesehen davon waren die fiir diese Antennenkonstruktion erfor- derlichen Maste doppelt so hoch wie die bisher tiblichen. AuRerdem hatte die Lingst- wellenantenne in NAUEN einen Erdyerlustwiderstand vom 1 Ohm. 29 Es war zu erwarten, daB die aus diesen Uberlegungen resultierende mehrfach abgestimmte Alexanderson-Antenne fiir den GOLIATH einen wesentlich hdheren Wirkungsgrad haben wide als eine cinfache, einzeln gespeiste Antenne bei einem Gelande von geringer Boden- leitPihigkeit. 7. Die Konstruktion der GOLIATH-Antenne Die Entwicklung der GOLIATH-Antenne wurde durch die folgenden Forderungen und Voraussetzungen bestimmt und beeinfluft: Als Grundform fur die Dachkapazitét der Antenne wurde das Dreieck gewahlt, denn mit dieser geometrischen Form war es méglich die Drahte gleichmaBig und mit wenig Durchhang zu spannen. Daraus ergab sich eine groBe cffektive Hohe und eine gleichmaBige Verteilung der Kapazitét zwischen den Drahten. Die Dreiecke wurden zu einem Sechseck zusam- mengefaBt, in dessen Mitte ein gegen Erde isolierter Mast als Zuleitung aufgestellt war. Die mechanischen Bedingungen der notwendigen Festigkeit und die Materialeigenschaften legten die Lange der Kanten der Dreiecke auf 400 m fest. Um eine méglichst grofe effektive Héhe der Antenne zu erreichen, war der mittlere Mast als Zuleitung héher als die auferen Maste. Dieser Rohrmast war 204 m hoch und erreichte zum Vergleich 2/3 der Hohe des Eiffelturms in Paris, gegeniiber einer Hdhe von 170 m der auferen Gittermasten, und war isoliert gegen Erde aufgestellt. Die auBcren Maste und ihre Pardunen waren geerdet und hatten keine unmit- telbare hochfrequenztechische Funktion. Eine einzelne Sechseck-Antenne von mittlerer Héhe und deshalb mit einem begrenzten Strahlungswiderstand, war fiir die geforderte hohe Sendeleistung, die mit extrem hohen Strémen verbunden ist, nicht geeignet. Es waren deshalb drei sechseckige Dachkapazitaten erforderlich, die symmetrisch zueinander angeordnet waren. Diese Antenne nach dem Prinzip von Alexanderson wurde, vom Mittelpunkt des inneren Dreiecks ausgehend, nach drei Seiten gespeist, das vereinfachte die Anordnung der Zuleitungen. Diese Speiseleitungen waren symmetrisch angeordnet, dadurch wurde eine gleichmaBige Stromverteilung erreicht. Das Ergebnis war eine Antenne mit einer statischen Kapazitat von 115.000 pF. Fiir das Dreieck im Zentrum war keine Dachkapazitat vorgesehen. Fiir die inneren Strahlen der Dachkapazitét der Antenne wurden jeweils sechs Stahl- Aluminium-Hohlseile mit einem Durchmesser von 25 mm verwendet. Die Randseile hatten einen Durchmesser von 36 mm. Diese Hohlseile waren mit speziellen Endverschlissen ver- sehen, die eine Bewegung des Seils in der vertikalen und horizontalen Achse erméglichten. Eine elektrolytisch verzinkte Kupferlitze stellte die elektrischen Verbindungen her. Die Koro- naringe waren aus Aluminiumrohren hergestellt, das gegen Korrosion eloxiert war. Die auBeren Maste, 170 m hoch, waren Stahl-Gittermaste, in drei Ebenen dreifach abgespannt in Winkeln von 120 Grad. Die mittleren Maste waren Rohrmaste aus feuerverzinktem Stahl als Niederflihrungen. Die FuBpunkt-Isolatoren dieser Maste waren aus Porzellan gefertigt und bestanden aus zwei Teilen zum kapazitiven Potentialabbau. Sie waren spannungsfest fur 300 kVeff bei Regenwetter. Die Abspannungen oder Pardunen der Maste waren durch aus- fallsichere Gurtband-Isolatoren an der Spitze und an den Mastenden sowie in der Nahe des Erdbodens unterteilt. 8. Die Antennen-Abstimmittel Die Konstruktion der Antennen-Abstimmspulen war von besonderer Art. Die Antenne wurde durch eine Spannung von 200 kVeff bei einem Strom von 2500 A gespeist. Der hoch- frequente Strom verteilte sich in 700 A flir jeden Mittelmast und 400 A flr den zentralen 240 Einspeisepunkt. Um die Antenne iiber den ganzen Frequenzbereich abzustimmen waren fiir die abgestimmten Mittelmasten 1-73 Induktivitatsnderungen erforderlich und 1-113 fiir die Einspeisung des Senders. Bei diesem Verfahren der induktiven Abstimmung wurde eine Tauchspule in die vertikal montierte Antennen-Abstimmspule hineingelassen und verringerte deren Induktivittit. Die Tauchspule bestand aus mehreren, getrennten Kurzschlu@windungen aus Hochfrequenzlitze. Die getrennten Kurzschlu8windungen teilten die Spannung iiber der Isolation und erméglichte einen Luftspalt zwischen der Antennen-Abstimmspule und der Tauchspule von 10 cm. In der Praxis zeigt es sich, da die erste Windung, die in die Spule eintauchte, zehnmal mehr Strom erhielt als die anderen Windungen. Dieser Effekt wurde durch eine Anpassung des Anfangs-Durchmessers der Tauchspule beseitigt. Die Antennen-Abstimmspulen fiir die Mastabstimmung hatte eine Wicklung aus 7 x 50 mm” Hochfrequenzlitze, bei einer Héhe der Spule von 5 m und einem Durchmesser von 3,50 m. Die Tauchspule, mit einem Durchmesser, von 3,2 m, hatte ein Gewicht von 5000 kg und trug 42 getrennte Windungen vom 5 x 50 mm? Hochfrequenzlitze. Die Spulen waren senkrecht auf dem Boden der Abstimmittelhduser aufgestellt. Hubmotore senkten oder hoben die Tauch- spule in der Abstimmspule. Der Hauptmotor bewegte die Tauchspule tiber ein Getriebe, eine elektrische Bremse hielt die Last fest. Ein stufenférmiger Antrieb, bestehend aus einem weiteren Motor und einem Untersetzungsgetriebe konnte in Serie mit dem Hauptmotor durch einen Magnetkupplung geschaltet werden. Fiir den Notfall war ein Handantrieb vorgesehen. Die Positionen der Abstimmspulen wurden iiber Leitungen und Drehmelder (Servomotoren) fernitbertragen auf das Bedien- und Uberwachungspult des Senders. Durch die Benutzung der Feinabstimmung konnte die Abstimmspule auf 0,1 mm genau eingestellt werden. Die Raume in denen die Antennen-Abstimmittel aufgestellt waren, hatten eine liickenlose elektrische Abschirmung, die aus Aluminiumblechen bestand. Beim Betrieb des Senders wurde aber festgestellt, daB die Verluste in dieser Abschirmung die Verluste in der Spule iibertrafen. Diese Verluste betrugen etwa 50 kW und die dadurch entstehende Warme wurde durch eine Kihlung der Luft abgefilhrt. Um den Raum in cinem gleichmaBig klimatisierten Zustand zu halten, wurde die Beliiftung und Heizung durch einen Thermostaten und ein Hygrometer Uberwacht und gesteuert. Um die Wirbelstromverluste zu vermindern, war am Ende der Spule, an der Hochspannung anlag, ein axial geschlitzter Aluminiumschirm ange- bracht. Dadurch wurde auch die Gefahr von Spannungsiiberschlagen verringert. Die Ab- stimmspule der Sender-Einspeisung war annihernd gleich, aber Kleiner (5 x 35 mm’ Litzen- kabel). Durch die Anordnung des Senders und der Antennenzuleitungen wurde die Spule von unten durch einen hydraulischen Antrieb abgestimmt. Bei der ersten Inbetriebnahme des Sender zeigte es sich, da8 der gesamte Frequenzbereich nicht von dem Antennenabstimmittel abgedeckt werden konnte, deshalb wurden Serien-Kon- densatoren verwendet, dadurch wurde es notwendig vier Frequenzbereiche zu schalten. Das Schalten der Kondensatoren erfolgte mit Messerschaltern. Als Durchfuhrungsisolatoren flir die Antennenzuleitung wurden dicke Spiegelglasscheiben verwendet, deren Oberflachen besonders vergiitet waren, an denen besondere Potentialringen angeordnet waren. Die Spannung von 200 kV wurde in zwei Stufen von 100 kV durch eine zylindrische Ringelektrode, die im Inner des Abstimmittelhauses montiert war, gegen das Erdpotential abgebaut. An der Aufenseite des Hauses war eine zusiitzliche Abschirmung angebracht, die auch als Regenschutz diente. Teilweise ereigneten sich Stérungen durch Spannungsiiberschlage, die bei schlechtem Wetter auftraten. Bei niedrigen Frequenzen bis zu 19 kHz muBte die Senderleistung wegen hoher Blindstréme an der Antennendurchfthrung re- duziert werden. 241 9. Das Erdnetz Jeder der drei sechseckigen Teile der Antenne sowie der Mittelpunkt der Anlage mit dem Betriebsgebaude und den Antennenzuleitungen hatte ein radiales Erdnetz von je 204 Leitern von 20 mm x 2 mm dicken feuerverzinkten Eisenbindem, die in Langen von 300 m geliefert wurden. Sie wurden im Geliinde zu leitenden Bandern von bis zu 900 Meter Lange zusammengeschweiBt, dabei wurden die Verbindungsstellen an Ort und Stelle mit einem tragbaren Zinkbad feuerverzinkt. Fir die Kreuzungen von StraBen, Wegen und Graben wurde stirkeres Material von 30 mm x 2 mm verwendet. Diese Verbindungen erfolgten mit Klem- men, die mit Bitumen vergossen wurden, Ton- oder Keramikrohre waren zur Aufnahme der Erdnetzleiter unter den StraBen und Wegen verlegt. Ein Spezialpflug, der von zwei 75-PS- Traktoren gezogen wurde, trug auf einer Kabeltrommel das Stahlband, schnitt eine Furche von 40cm Tiefe und 10cm Breite in den Erdboden, verlegte den Leiter und schob den gezogenen Graben in den gleichen Arbeitsgang wieder zu. Das Erdnetz erstreckte sich auBerhalb des Antennensystems bis zur Umzdunung der Sende- stelle und war lcitend mit dieser verbunden. Bei den Antennen-Abstimmittelhausem wurden dic Bander des Erdnetzes durch die Wand gefiihrt und mit den Abschirmungen der Spulen verbunden, Eine breite Erdungsplatte war unter der horizontalen Antenneneinspeisung zum Fundament des Fu®punktes des jeweiligen Rohrmastes verlegt. Um das Sendergebaude war ein breiter Leiter auBerhalb des Gebaudes verlegt, der mit starken Bandern mit dem Aluminiumschirm unter dem Sender und der Abschirmung des Antennen-Abstimmittel- Raumes verbunden war . Urspriinglich war beabsichtigt Kupfer flir das Erdnetz und die Abschirmungen der Raume zu verwenden, aber dieses Material war nicht verfligbar, seine Verwendung war wegen des Materialmangels wahrend des Krieges fiir diese Zwecke verboten. Man nahm an, daB die feuerverzinkten Eisenbinder wahrscheinlich in dem aggressiven Erdboden, der die Korrosion férderte, nicht mehr als flnf Jahre Uberdauern wiirden, dann sollte ein neues Erdnetz verlegt werden. Die Fundamente alfer Hilfsmaschinen und der sonstigen haustechnischen Einrichtungen so- wie Rohre und Kabel waren zum Potentialausgleich mit dem Erdnetz leitend verbunden. Die in den Bauten verwendeten Moniereisen wurden sorgfaltig und elektrisch leitend miteinander verbunden und ebenfalls an das Erdnetz angeschlossen. Der gemessene Widerstand des Erdnetzes war sehr gering, er bewegte sich zwischen 30 mQ und 65 mQ und hatte den geringsten Wert bei 25 kHz von 30 mQ. Die Fundamente der Antennenmasten und die Pardunenfundamente sowie die Maste der Randbefeuerung waren ebenfalls leitend mit dem Erdnetz verbunden. 10. Der Steuersender Der Steuersender bestand aus einem quarzgesteuerten und einem freischwingenden Oszillator. Zwilf quarzgesteuerte Frequenzen konnten geschaltet werden. Deren Frequenzkonstanz wat bei normalen Temperaturiinderungen 1x10°, und die des Steueroszillators 1 ,35x10", bei einer Einstellgenauigkeit von 5x10° flir den gesamten Frequenzbereich. Diese steuerten cinen 4- stufigen Treiberverstiirker, dessen erste und vierte Stufe im Gleichlauf abgestimmt wurden, wahrend die zweite und dritte Stufe tiber einen Breitband-Ubertrager mit Eisenkern gekoppelt waren. Die Abstimmung der ersten und vierten Stufe erfolgte mit Variometern. Mit dem Stator des Variometers der vierten Stufe erfolgte die Feinabstimmung. Der Treiberverstarker umfaBte den vollen Frequenzbereich in zwei Stufen von 15 bis 30 kHz und 30 bis 60 kHz. 242 Die Telegrafie- oder Morsetastung erfolgte in der ersten Stufe mit Hilfe eines sehr schnellen Relais. Die Modulation mit Tonfrequenz geschah als Gittermodulation in der vierten Stufe des Steuersenders. Der Treiberverstirkers erzeugte eine Ausgangsleistung von 600 W. 11. Der Sendeverstirker oder Hauptsender Die Leistungsverstirkung des Senders erfolgte in drei Stufen. Die erste Stufe erhielt die Ausgangsleistung von 600 W des Treiberverstarkers und verstarkte diese auf 5 bis 10 kW, die zweite Stufe erhéhte auf 60 bis 90 kW und die dritte Stufe erzeugte die maximale Aus- gangsleistung von 1000 kW. Die ersten beiden Stufen arbeiteten als Linearverstarker in der Betriebsart Anoden-B-Modulation um die Modulationsverzerrungen méglichst gering zu halten. Die letzte Stufe konnte fiir Telegrafie als C-Verstarker und fiir Telefonie mit ver- minderter Leistung als B-Verstirker geschaltet werden. In den Stufen 1 und 2 waren Reserve-Réhren vorhanden. Die erste Stufe hatte eine cinzelne Réhre mit einer parallelgeschalteten Reserverdhre (2 x RS 217, Anodenverlustleistung 12 kW), die zweite Stufe verfiigte tber vier Réhren in Parallel-Gegentaktschaltung und weitere zwei Réhren als Reserve (6 x RS 250, Anodenverlustleistung 12 kW). Die dritte Stufe war mit sechs Réhren vom Typ RS 301, Anodenverlustleistung 200kW, in Parallel- Gegentaktschaltung bestiickt und konnte, ohne die Ausgangsleistung zu reduzieren, mit nur vier Réhren arbeiten, obgleich normalerweise sechs Réhren in Betrieb waren. Die Reserverdhren wurden ebenfalls geheizt, damit eine schnelle Inbetriebnahme mdglich war. Alle Réhren der Leistungsverstirker waren wassergekiihlt und bendtigten eine Anoden- spannung von 12 kV. Die Quecksilberdampf-Gleichrichter-Rohren brauchten eine Vorheizzeit von 25 Minuten bis zur Herstellung der vollen Betriebsfihigkeit, Um eine sofortige Betriebsbereitschaft zu ge- wihrleisten, waren sie und die Heizfiden der Hochleistungsrshren normalerweise immer in Betrieb. Diese Thyratronréhren hatten einen 6-Phasen-Anschlu8 und bendtigten nominal 13 kV und 22 A. Das Potential der Heizfaden der Gleichrichterréhren wurde automatisch gesteuert und tiberwacht. Die Reserve-Gleichrichter waren stindig geheizt. Ein Hoch- geschwindigkcits-Relais schaltete innerhalb von 8 bis 10 ms die Gleichrichter im Falle einer Uberlastung ab. Diese Uberwachungsschaltungen waren ausgelegt fiir fiinf Rickschalt- versuche, bevor die endgiltige Abschaltung erfolgte. Alle Hochleistungs-Senderdhren hatten eine stabilisierte Heizstromversorgung mit Wechsel- spannung. Die Heizftiden waren mit ihrem Mittelpunkt geerdet und die Drahte verdrillt um die Streufelder zu vermindern. In der Stufe 3 hatte jede Réhre einen eigenen, getrennten Heiztransformator, der direkt unter ihr angebracht war. Die vorhergehenden Stufen wurden alle von einem Transformator versorgt. Die Réhren der letzten Stufe - TELEFUNKEN RS 301 -, die eine Anodenverlustleistung von jeweils 200 kW hatten, stellten eine beachtlicher technische Leistung dar. Zusammen mit dem Kithltopf hatte diese Réhre, bei einer Lange von 1,90 m, ein Gewicht von 90 kg und konnte nur mit einem besonders konstruierten Wagen transportiert werden, der mit einem Kran zum Einsetzen der Rohre ausgertistet war. Die Tantal-Kathoden dieser Réhren waren flr eine extrem lange Lebensdauer ausgelegt. Die Schaltung des Senders war ziemlich kompliziert. Fir die Gitter- und Anodenkreise waren Sperrkreise aus Induktivititen und Kapazititen vorhanden und Entkopplungskondensatoren zwischen Anode und Gitter der Rdhren. Kondensatoren mit groBer Kapazitat waren flir die Heizleitungen vorgesehen, die Gegentakt-Stufen waren neutralisiert. Besondere Konden- satoren waren fiir jedes Paar Rhren vorgesehen, sie wurden eingeschaltet wenn die Rohren in 243 Gebrauch genommen wurden. Der Wechsel des Frequenzbereichs, der Sender hatte vier schaltbare Bereiche, wurde durch das Schalten von Kondensatoren und Induktivitiiten. aus- geflihrt. Die kontinuierlich regelbaren Abstimmelemente waren Variometer, deren beide Halften des Stators und des Rotors parallel geschaltet waren. Widerstinde waren in den Anodenkreisen eingebaut, um im Falle eines Funkenilberschlags die Stréme in dem Schalt- kreis zu begrenzen. Alle Gitterzuleitungen hatten eine mdglichst geringe Induktivitat, es wurden dafiir Platten und Streifenleitungen verwendet. Die einzelnen Stufen waren unter- einander abgeschirmt. Der Sender war in der normalen halboffenen Rundfunk-Sender-Bau- weise der damaligen Zeit ausgeftlhrt. Dicke Glasplatten waren an der Bedienungsseite ange- bracht sowie Schutzvorrichtungen fiir die frei stehenden Teilen der Anlage. Die Gleichrichter fiir die Gittervorspannung hatten eine extrem niedrige Impedanz. Das Ein- stellen und Abgleichen der Endstufe flr den Betrieb mit Anoden-C-Modulation wurde sehr einfach vorgenommen durch die Einschaltung eines Serienwiderstandes in die Gitter-Zu- leitung. Wenn mit Morse-Telegrafie gesendet wurde, wurde die Gittervorspannung der letzten Stufe am Ende eines jeden Elementes durch cin Relais geschaltet, dadurch entstand eine positive Gitterspannung und erzeugte Gleichspannungsverluste an der Anode, d.h. die Sende- réhren der letzten Stufe des Senders wirkten in den Pausen der Morsezeichen als Ballast- Widerstinde. Auf diese Weise entstanden beim Hochtasten des Senders 1000 kW Verlust- leistung, das reduzierte die Lastschwankungen des Stromversorgungsnetzes beim Tasten des Senders auf 500kW. Andernfalls waren Riickwirkungen auf das éffentliche Netz der Energieversorgung nicht zu vermeiden gewesen und die Spannungsschwankungen hatten in den umliegenden Ortschaften ein Flackern der Gliihbimen in Rhythmus der gesendeten Morsezeichen erzeugt. Das auch bei diesem Sender angewandte phasenreine ,,Lorenz*-Abstimmverfahren erfolgte mit Hilfe der Methode der Abstimmung durch einen Phasenvergleich, dadurch erhélt man cinen sehr scharfen und eindeutigen Nullpunkt. Dieses Verfahren ist unter der Bezeichnung phasenreine Abstimmung bekannt geworden. Ein Anzeigeinstrument fur den Gegentaktstrom war in der Stufe 2 vorgesehen fiir den Wechsel vom einseitigen zum Gegentakt-Betrieb, dieses wiederum arbeitete als phasensensitives Instrument zur Anzeige der Anteile, die auf den beiden Seiten des Gegentaktverstirkers in Phase waren, Alle Spulen und Variometer waren mit Hochfrequenzlitze gewickelt. Die Anoden-Konden- satoren wurden von der italienischen Firma Ducatti geliefert. Alle Hochfrequenz-Konden- satoren waren Keramik-Kondensatoren, die aus einzelnen Einheiten von 5.000 nF fur die er- forderliche Kapazitit und die bendtigte Spannung aufgebaut waren. Diese Kondensatoren waren kleiner und spannungsfester als Glimmer-Kondensatoren. Verwendet wurden von Hescho 40-kVA-Einheiten, deren dielektrischer Verlustfaktor tg 8 = 628 x 10“ betrug, und 80-kVA-Einheiten von Stemag mit einem dielektrischen Verlustfaktor tg 8 = 1,5 bis 3 x 10°. Zur Aussiebung der Oberwellen wurde die Ausgangsleistung der letzten Stufe des Senders einem dreigliedrigen Filter zugefilhrt, das in vier Frequenzbereichen zu schalten war. Die Spulen des Filters waren als Toroidspulen ausgefiihrt, um die Streufelder zu vermindern und einen mdglichst engen Aufbau zu erzielen. An den Ausgang des Filters waren drei parallelgeschaltete 60-Ohm-Hochleistungs-Koaxialkabel angeschlossen, das ergab eine Impe- danz von 19,6 Ohm fiir die Leitung vom Sender zum AntennenanpaBgerit. In diese Speise- leitung war ein Wattmeter als Leistungsmesser und ein Reflektometer cingebaut. 244 12. Die kiinstliche Antenne Mit Hilfe eines Schalters konnte der Sender auf eine kiinstliche Antenne geschaltet werden, die die gesamte Leistung des Senders aufnehmen konnte und die es erméglichte, durch Messung der Menge des durchflieBenden Wassers und der Temperatur, die Bestimmung der Ausgangsleistung des Senders durch kalorimetrische Berechnungen vorzunchmen. Der Wasserwiderstand dieser kiinstliche Antenne, der aus vier parallelen Gruppen bestand, jede Gruppe bestand aus vier wassergekiihlten Drahtwiderstinden, wurde pro Sekunde von fiinf Litern destilliertem Wasser durchflossen. Neben der Verwendung als kiinstliche Antenne fir Test- und MeBzwecke, war es auch méglich die kiinstliche Antenne als Dampfungs- widerstand einzuschalten um die Bandbreite der Antenne zu vergréftern. Fiir diesen Zweck wurde sie parallel zu einem verinderbaren Kondensator in die Zuleitung zum Antennen- Abstimmittel geschaltet. Die Antennen-Abstimmittel bestanden aus schaltbaren Konden- satoren- und Spulen-Einheiten mit Variometern. 13. Das KiihIsystem Die Leistungsréhren des Senders wurden mit Wasser gekiihlt, dazu benutzte das Kthlsystem destilliertes Wasser fur den primaren Kihlkreislauf, der mit einem zweiten Kihlkreislauf in einem Gegenstrom-Kuhlkreislauf mit Oberflichen-Warmetauschern mit normalem Ge- brauchswasser gekithit wurde, Dessen erwarmtes Wasser wurde in cinem Kiihlturm, der neben dem Betriebsgebiude stand, mit Hilfe eines Geblase abgekiihlt. Der primare Kreislauf mit destilliertem Wasser bendtigte 100.000 Liter pro Stunde und der Sekundarkreislauf mit normalem Wasser 150.000 Liter pro Stunde. Die Pumpen fiir das destillierte und das normale Kithlwasser waren gekuppelt und wurden von einem gemeinsamen Elektromotor angetrieben. Um Ausfille zu iiberbriicken war ein Reserve-Pumpensatz vorhanden. . Das Gebluse des Kihlturmes, das zwei 5,2-kW-Geblasemotoren enthielt, war fiir die Ab- fithrung einer Warmemenge, die 1400 kW entsprach, ausgelegt. Ein gleicher Kiihlturm war flir die Riickkithlung des Kithlwassers der Dieselmotoren vorhanden. Das normale Ge- brauchswasser wurde aus zwei Tiefbrunnen gewonnen, die eine Kapazitat von 15 Kubikmeter pro Stunde hatten. Dieses Wasser wurde filtriert und chemisch enthirtet. Destilliertes Wasser konnte tiglich in einer Menge von 1200 Litern erzeugt werden. Dic Uberwachung der Kihlung der Réhren erfolgte im Bedien- und Steuerpult durch Wassermesser, Druck- und WasserfluBschalter und Relais sowie Thermometer mit Fernanzeige. Um im Falle eines Stromausfalles oder einer Notabschaltung die Anoden der Réhren des Endverstirkers noch 15 Minuten lang zu kihlen, war ein besonderer Sammeltank fiir das riickgekiihlte destillierte Wasser vorhanden. 14, Die Stromversorgung Die primére Stromversorgung der Sendestelle erfolgte aus dem éffentlichen Netz tiber zwei getrennte 15-kV-Kabel und Leistungsschalter mit einer Leistungsaufnahme von 2.500 kVA. Die Hochspannungsversorgung erfolgte ber einen Transformator direkt aus der Hoch- spannungsleitung. Der Diesel-Generator erzeugte 380 V, dreiphasig, die durch grofe Alu- minium-Stromschienen von dem Dieselhaus zur Schaltstelle gefthrt wurden. Das Hoch- und Niederspannungsnetz war durch doppelte Transformatoren verbunden. Das Dieselaggregat hatte eine Leistung von konstant 1.800 kW, ausreichend flr einen Betrieb des Senders mit voller Leistung. Der Treibstofivorrat reichte aus fr drei Wochen ununterbrochenen Betrieb. Weiterhin war ein 110-kW-Diesel-Generator vorhanden, um die fiir den Betrieb der Anlage notwendigen Gerdte zu betreiben, wenn der Sender nicht in Betrieb war. Der Dieselmotor wurde mit Druckluft angelassen. Dafir waren drei Vorratsbehilter vorhanden, die von einem zweistufigen, wassergekiihlten Kompressor aufgeladen wurden. Der Dieselgenerator wurde automatisch angelassen bei Ausfall der Stromversorgung aus dem 6ffentlichen Netz und wurde vom Bedien- und Uberwachungspult ferngesteuert synchronisiert. Die beim Tasten des Senders auftretenden Belastungsschwankungen von 500 kW konnten ohne Schwierigkeiten von dem Dieselaggregat aufgenommen werden. 15. Der Betrieb des Liingstwellensenders GOLIATH Zur Fithrung der Unterseeboote wurde der Sender von der Befehlsstelle des Befehlshabers der U-Boote, zuletzt aus Bernau bei Berlin (,,Koralle“), fergetastet. Eine Fernbedienung oder Femschaltung war damals nicht mdglich. Die Verfiigbarkeit und Zuverlassigkeit des Senders GOLIATH soll fiir den damaligen Stand der Technik sehr hoch gewesen sein. Durch zwei Mann konnte der Sender innerhalb von fiinf Minuten auf jede Frequenz des zur Verfiigung stehenden Bereiches abgestimmt werden. Die tagliche Betriebszeit soll zwanzig Stunden betragen haben fir einen Zeitraum von sechs Tagen, danach mufte der Sender fiir einen Tag abgeschaltet werden, um die erforderlichen Wartungs- und Erhaltungsarbeiten durchzufiihren. Aus Funkspriichen, die von Blentchly Park entziffert wurden, geht aber hervor, daB der Sender oft gestért war, besonders durch Ausfille in der Stromversorgung. Als Kosten fiir die gesamten Anlage, einschlieBlich aller technischen Einrichtungen, der Gebiude und des Geliindes, werden etwa 15 Millionen Reichsmark angegeben. 16. Die Reichweite des GOLIATH Von den deutschen Unterseebooten liegen aus den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges Unterlagen tiber Empfangsbeobachtungen des GOLIATH vor. Diese Ergebnisse wurden den Angaben zufolge mit dem Peilrahmen, also einer Rahmenantenne und dem Peilempfinger gewonnen, wobei auch orientierende Peilungen unter Wasser vorgenommen werden konnten. Diese Empfangsergebnisse wurden beim Tastfunkbetrieb (Morse) mit Lautstérken 2 bis 3, der damals fiinfstufigen Lautstirkeskala, und mit dem in das Empfangsmaximum gedrehten Peilrahmen erreicht. Das soll einer Feldstirke von 2 bis 5 1.V/m entsprochen haben, Als Empfiinger diente der seit 1938 bei der Marine eingesetzte TELEFUNKEN Peil-Uber- lagerungsempfinger T 3 PL La 38 mit der dazugehérigen ausfahrbaren Rahmenantenne, der eine wesentliche Verbesserung gegentiber den bis dahin benutzten sogenannten Geradeaus- Empfaingern darstellte. Fair den Empfang und die Peilung der Liingstwellen stand der Bereich von 15 bis 33 kHz zur Verftigung. Diese Beschriinkung des zu empfangenden Frequenz- bandes fiir die Langstwellen war offensichtlich ein Ergebnis der Uberlegung, daB die Funk- wellen mit zunchmender Frequenz weniger tief in das Seewassser cindringen. In der Geriite- beschreibung! wird fiir den Funkempfang, bei einer Feldstarke von 10 1V/m tiber Wasser, eine maximale Wassersdule iiber dem Peilrahmen von 17 m fiir 30 kHz und 25 m fur 15 kHz angegeben. Die Rahmenantenne war damals, wegen ihrer Richtwirkung und der Notwen- digkeit des Ausfahrens mit Druckluft bis etwa cinen Meter tiber die Oberkante des Briicken- schanzkleides des Unterseebootes, ein etwas schwierig zu handhabendes Geriit. Die spiteren } Beschreibung der Drehrahmen-U-Boot-Peilanlage 280 $ mit Peilrahmen-Anlage Spez.1000 N IX und Peil-Uberlagerungsempfinger T3 PL La 38 TELEFUNKEN Berlin-Zehlendorf FN/Lit-Nr.1404, Ausgabe 5910 IIf, 246 U-Boote mit hoher Unterwassergeschwindigkeit unterlagen beim Liingstwellenempfang einer taktischen Bindung, da auch die neue, élhydraulisch auszufahrende Rahmenantenne bei Unterwassergeschwindigkeiten von mehr als acht Knoten in starke Schwingungen geriet. Neue Antennen waren in der Entwicklung, jedoch kamen sie nicht mehr zum Einsatz.? Materialien, wie Ferrite, die heute fiir die Langstwellen-Empfangsantennen verwendet wer- den, waren damals technisch noch nicht verfiigbar. Tiefe der Empfangsantenne vunter Wasser Nordsee 15 bis 25 m bis Peterhead-Stavanger sul, Nordsee Nordatlantik Westkiiste-England Biskaya St-Lorenz-Golf New York Mittelatiantik Westlich Karibisches Meer Mittelmeer Ostlich : 13 bis 18m Westlich Eismeer Barents-See 13 bis 18m Sodatlantik 400 sm sud, Kapstadt 8bis 12m Indischer Ozean Golfvon Aden 8 bis 12m trafic von Malakka Tabelle der Empfangstiefe des Langstwellenseniders GOLIATH bei Calbe an der Milde. (Auswertung des Beobachtungsmaterials von 200 Unterseebooten.} ‘Ohne Angabe der Sendefrequenz, vermutlich fir die Hauptbetriebsfrequenz f = 16,55 kHz. Die abgestrahite Leistung des Senders war bei dieser Frequenz etwa 410 kW, bei einer der Antenne zugefhrten Leistung von etwa 780 kW. ‘Nach: Schulze-Herringen,£.; Heinecke, F., Gerth: Meilensteine der Funktechnik, in: Festcheif der C Lorene AG, Slutigart 1955, 69-72 und nach Dr. Pietzner: Bericht Uber Ltingstwellen sowie einer persnlichen Mitteitung an den Verfasser. Weil die Tauchtiefe eines Unterseebootes bezogen auf die Unterkannte des Kiels angegeben wird, so sind fir die ,.Empfangstauchtiefe" zu den angegebenen Werten fur die ,,Tiefe der Empfangsantenne unter Wasser" noch etwa 11 m (U-Boot Typ VIN) zu addieren. Demzufolge ware der Empfang des Lingstwellensenders GOLIATH iberall mindestens bei Fahrt ,,auf 2 Entwicklungsibersicht des Nachrichten- und Ortungswesens derKriegsmarine. Stand vom [Link] 1945. Anlage zu [Link]. WFM 320/45 GKdos/BA-MA TR/108/50 246 247 Sehrohrtiefe“, das entspricht einer Tauchtiefe von 14,5 m, des U-Bootes méglich gewesen. Die Betriebsart war Tastfunk oder Morsetelegraphie bei eben noch aufnehmbarer Lautstirke. Auch fiir kommerzielle Aufgaben soll der GOLIATH eingesetzt worden sein, so mit einer stdndigen und absoluten Ubertragungssicherheit fiir die Verbindung Berlin-Tokio, anstelle der oft durch das Nordlicht und durch andere ionospharische Hinflisse gestérten Kurz- ‘wellenverbindung dieses Verkehrskreises. Als Fernmeldeverbindungen des getauchten Bootes waren nur der Lingstwellenempfang und ein gewisses Peilen ohne Seitenbestimmung miglich. Es liefen aber Untersuchungen, um etwaigen physikalischen und technischen Losungsméglichkeiten auf die Spur zu kommen. Entwicklungen und Planungen von Funkbojen, Schleppantennen, Gerdten, die mit extrem langen Wellen arbeiten sollten, um Fernmeldeverbindungen der U-Boote untereinander her- zustellen, liefen und erledigten sich durch das Kriegsende von selbst. Die Ergebnisse dieser vorzeitig beendeten Arbeiten und Untersuchungen wurden spater von den Siegermichten ausgewertet und in vielen Fallen realisiert. Als maximale Tauchtiefe fir den Langstwellen-Empfang nahm man 20 bis 22 Meter bei starksten Langstwellensendern und guten Empfangsbedingungen an. Im Nordatlantik wurde mit einem Funkempfang bis etwa 18 bis 20 m Tauchtiefe gerechnet. Da auch bei diesem Tauchzustand der Peilrahmen fiir den Lingstwellenempfang ausgefahren werden mubBte, galten die gleichen Bedingungen wie beim schnorchelnden Boot, es war also eine Ver- minderung der Geschwindigkeit in der Unterwasserfahrt notwendig, die dadurch entstehende taktische Bindung des U-Bootes mufte notgedrungen toleriert werden. Auferdem erzeugte der ausgefahrene Peilrahmen bei héheren Fahrtstufen Gerdusche im Wasser, durch die die gegnerische Ortung aufmerksam wurde. 17. Das Ende des GOLIATH Kurz vor Kriegsende wurden wegen der heranriickenden amerikanischen Truppen Teile des Senders zerstért. Variometerwicklungen wurden zerschnitten, MeBinstrumente ausgebaut, der Steuersender mit den Stufen 1 bis 4 nachhaltig gelahmt und vor allen Dingen in dem Hauptsender die Réhren RS 301 der Endstufe unbrauchbar gemacht. Das Personal der Sendestelle wurde in den ersten Apriltagen des Jahres 1945 in die Gegend von Heide in Holstein kommandiert und soll dort den mobilen Lingstwellensender FELIX fiir die Fiihrung der Unterseeboote betrieben haben. Am 11. April 1945 besetzten amerikanische Truppen das Gelande des GOLIATH und nutzten es als Kriegsgefangenenlager, wahrscheinlich wegen der vorhandenen hohen Umzaunung. Nach Berichten von Beteiligten sollen auf dem freien Feld zwischen den Antennenmasten bis zu 85.000 Mann kampiert und gehungert haben. Nach wenigen Wochen wurden die Amerikaner durch eine britische Einheit abgeldst. Ende Juni 1945 riickte die sowjetischen Truppen der Roten Armee in die Altmark ein. Die sowjetische Besatzungsmacht lieS den Sender und die Antenne von den Firmen C. Lorenz AG. und Hein Lehmann & Co. reparieren, setzte die Anlage noch einmal in Betrieb und demontierte unter Aufsicht von Offizieren und Spezialisten der sowjetischen Marine den gesamten GOLIATH. In viele Kisten verpackt wurde das Material in die Sowjetunion abtransportiert und dort wieder aufgebaut. Wahrend amerikanische Quellen die Nahe von Nishni Nowgorod, dstlich von Moskau bei 56,2°N, 44°O, als neuen Standort nennen, behaupten andere es sei die Gegend um Charkow. Jedenfalls soll der wiederaufgebaute GOLIATH aber nie wieder seine hohe Leistung und den friheren Wirkungsgrad erreicht haben. Nach neuesten Informationen war Ende April 1947 die Demontage des besten und leistungsstirksten Langstwellensenders der Kriegsmarine beendet. Danach wurden von den 248 Sowjets alle Gebuude des GOLIATH gesprengt und das Geliinde spater wieder landwirt- schaftlich genutzt. Reste des Erdnetzes sollen spiter von den Bauern mit Traktoren aus dem Erdboden gezogen worden sein, weil die Stahlbander das Pfligen erheblich behinderten. Obwohl inzwischen auf den Triimmern der Gebiude des GOLIATH Baume gewachsen sind, kann man heute noch ganz deutlich die Lage und meist auch den Grundri8 der ehemaligen Bauten erkennen. Nur ein Fundament eines 170-m-Gittermastes (Mast Nr. 8) blieb nahezu unbeschadigt erhalten. Anscheinend wurde es bei den Sprengungen iibersehen oder auch vergessen. Der Kultur- und Heimatverein Johann Friedrich Danneil e.V. in Kalbe/Milde hat diesen Rest gesichert und wird ihn als Denkmal zur Erinnerung an diesen Meilenstein der Funktechnik erhalten. Quellen und Literatur: Erbe, H.: Der starkste Langstwellensender der Welt. In: Fernmelde-Praxis 1962 Giessler, H.: Der Marine-Nachrichten- und -Ortungsdienst. 1971, Miinchen Herold, K.: Probleme der Wirksamkeit und Zuverliissigkeit der Fernmeldemittel zur Fihrung von Unterseebooten. Truppenpaxis 1963, 8.640...643 und 726...728 Klawitter, G, und Herold, K.: Langwellen- und Langstwellenfunk 1993, Meckenheim, [Link]., Siebel Verlag Niewerth, H.: Die Marine-Funkstation ,,GOLIATH* in Kalbe (Milde) in: 1. Heft des Kalbenser Kultur- und Heimatvereins Johann Friedrich Danneil ¢.V. 1992, Kalbe (Milde) Schulze-Herringen, E.; Heinecke, E.; Gerth, F.: Meilensteine der Grofsendertechnik 1955, Stuttgé 75 Jahre Lorenz, Festschrift der [Link] AG. Thode, B.: Zur Inbetriebnahme des stirksten Lingstwellensenders der Welt fur die Fahrung der Polaris-U-Boote. In: Fernmelde-Impulse 3/1962 Watt, A.D.: VLF-Radio-Engineering. 1967 Oxford, Pergamon Pr. Persénliche Mitteilungen an den Verfasser durch die Herren ~ Breither / Lahnau - Wrackmeyer / Kalbe - Gutzmann / Pinneberg. - Dr. Kloepfer / Pforzheim ~ Wrackmeyer / Hamburg - Dr. Dietsch SEL / Berlin 249 Technische Daten des Lingstwellensenders GOLIATH Funksender Frequenzbereich: unterteilt in: Betriebsarten: Tastung: Bauweise des: Sendeverstarkers: Oberwellen: Rohren Treiberstufe: Leistungsstufe: 250 15 bis 60 kHz ( 4 = 20.000 bis 5.000 m ) Steuersender (2 Bereiche): 15 - 30 kHz und 30 - 60 kHz Steuersender: 12 Quarzfrequenzen, schaltbar Frequenzkonstanz: 1x10* Durchstimmbarer Oszillator Frequenzkonstanz: 1,35x10° Einstellgenauigkeit: 5x10 Sendeverstirker (4 Bereiche): 15,0 - 21,2 kHz 21,2 - 30,0 kHz 30,0 - 42,0 kHz 42,4 - 60,0 kHz Ausgangsleistung: Treiberverstarker: 600 W Sendeverstarker: Stufe 1; 5+ 10kW Stufe 2: 60 - 90 kW Stufe 3: max. 1000 kW Al (AIA) Telegrafie (Tastfunk) (15 - 60 kHz), Hart-und Weichtastung. ber 30 kHz: A4 (A3E) Faksimile/Hellschreiber (30 - 60 kHz) A3 (A3C) Telefonie mit Sprachqualitat (45 - 60 kHz) Telegraphie (Morse) in der ersten Stufe des Steuersenders durch schnelles Relais. Modulation mit Hochfrequenz als Gittermodulation in der Stufe 4 des Steuersenders. Halboffen, Bedienungsseite mit dicken Glasplatten geschiitzt. Zweite Harmonische: 1x10% Watt Dritte Harmonische: 1x10° Watt RL12T 15 Anodenverlustleistung 15 W RL 12 P35 Anodenverlustleistung 30 W RS 384 Anodenverlustleistung 450 W 2xRS 217 Anodenverlusticistung 12 kW 6x RS 250 Anodenverlustleistung 12 kW 6xRS 301 Anodenverlustleistung 200 kW Antenne und Erdnetz Gittermaste: Rohrmaste: Antennendach: Antennen-Einspeisung: Gesamtlange der mon- tierten Antennenseile: FuSpunktisolator der Rohrmaste: Abstimmspule: fiir Mastabstimmung: Tauchspule: Antennenkreis-Leistung: Gesamtwirkungsgrad: Strahlungsleistung: Antennenwirkungsgrad: Statische Gesamtkapazitat der Antenne: Gesamtscheinleistung der Antennen-Abstimmspulen: Gesamtstromstarke: Verluste pro Antennen- Abstimmittel-Haus: Anodenspannung der Rohren der Leistungsstufe: 12kV Transformator Réhren- heizung Stufe 1 und 2: 17,5 V/250A 6 Transformatoren Réhren- heizung Stufe 3: 15V/1,500 A 15 geerdete Stahl-Gitter-Maste von 170 m Hohe, Querschnitt: gleichschenkliges Dreieck, 3 m Kantenlinge, dreifach abgespannt im Winkel von 120°. 3 isolierte Rohr-Maste ber Abstimmspulen mit dem Erdnetz verbunden, Héhe 203 m und 1,70 m @, dreifach abgespannt im Winkel von 120° Stahl-Aluminium-Hohlseile, Innere Seile 25 mm ©, Randseile 36 mm @ Stahl-Aluminium-Hohlseile 36 mm @, zwei fiir jede Seite des Dreiecks tber dem Sendergebiude etwa 50 km Porzellan, 2-teilig zum Potentialabbau, spannungsfest fiir 300 kV bei Regenwetter Héhe 5 m, Durchmesser 3,5 m, Wicklung 7x50 mm? @ Hochfrequenzlitze Durchmesser 3,2 m, 42 getrennte Kurzschlu8windungen 5x50 mm? @ Hochfrequenzlitze maximal 1.000 kW bis zu 50% maximal 900 kW maximal 90 % bei 60 kHz, bei der langsten Welle (15 kHz) noch 47 % 115.000 pF 500.000 kVA 2.500 A etwa 50 kW 251 Betriebsspannung: Strom in der Antennen- Einspeisung: Strom in jedem Mittelmast (Rohrmast): Strahlungswiderstand der Antenne: Bandbreite der Antenne (- 3 dB): Erdnetz Material des Erdnetzes: Gesamtlange des verlegten Erdnetzes: Verlegeticfe: Widerstand des Erdnetzes: Gesamtstrahlungs- widerstand: Energieversorgung, 252 Aus dem éffentlichen Stromversorgungs-Netz: Leistungsaufnahme: Netzersatzanlage: Hauptdieselmotor: Kraftstoffvorrat: maximal 200 kV iy 400A 700 A von 15 kHz 75 mQ bis 60 kHz 1150 mQ 15 kHz 30 Hz 20 kHz 63 Hz 30 kHz 250 Hz 60 kHz 1230 Hz. Verzinktes Bandcisen 20x2 mm bzw. 30x2 mm etwa 350 km nach [Link] (rund 470 km nach anderen Quellen) etwa 20 bis 30 cm bei 1SkHz = 45 mQ bei 20kHz 32 mQ bei25kHz = 30mQ bei 30kHz 32 mQ bei 40 kHz 40 mQ bei50kHz 52 mQ bei 60 kHz 65 mQ bei 1SkHz 80mQ bei 30kHz 300 mQ bei 50kHz 850 mQ Durch zwei 15-kV-Kabel, 3-Phasen, 50 Hz, auf getrennten Wegen verlegt maximal 2500 A (380/220 V) Dieselgencrator 2.110 PS, (1.800 kVA) 380 V, dreiphasig G 6Z 52/70 2.110 PS, Notstromaggregat 150 PS, (110 kW) 120 Kubikmeter Dieselkraftstoff, ausreichend fiir 3 Wochen ununterbrochenen Betrieb Kihlanlage Kihlwasser: Primdrer Kreislauf: 100 m’/h Destilliertes Wasser Sekundarer Kreislauf: 150 m?/h Normales Wasser in Trinkwasserqualitat Destillierapparat: 1,2 m?/ Tag Wasserversorgung: Zwei Tiefbrunnen auf dem Gelande, mit einer Kapazitat von 15 m°/h. Gelinde GréBe: etwa 263 ha bzw. 2,63 km? Art: Weide- und Ackerland, 29 m tiber N.N., nahezu eben. Kosten der Anlage: Antennenanlage: ca. 5,0 Mio. RM Senderanlage: ca, 4,2 Mio. RM Stromversorgung einschl. Dieselaggregate: ca. 2,2 Mio. RM Gebiude und Gelande: ca, 3,5 Mio, RM Gesamtkosten;: ca, 15,0 Mio. RM Zusammengestellt von Klaus Herold, Wilhelmshaven (230398) Langstwellensender GOLIATH Stufe 1 aRancem RS 217 Stufe 2 ! | Stufe 3 6 Rohren RS 305 7] cusepenaog: CD ‘lelcahar wu Suto un 2 \ "hi Pa elle itt for Stale 1 und 2 | = Ry r eg GE | | \ i \ eet cae as ‘STelegrale, normal Ballas > ‘eTelefonie/ Hellchreiber © nung Abb.44: Prinzipschaltbild fiir die Senderstufen 1 bis 3 Nach [Link] AG / St 519 374 und D 2138 Langstwellensender GOLIATH | Antennen- | ste | eS ns | Ankoppiung | Siebkett: | 'SBiinat® |, Remuera | 2 von Stute states Pf sneer Betriebsarten: 64: KOnatliche Antenne Bedienungsteld =| + ohne i. Fernbatatigung samtlicher Oe ecto el 83: mit Bedimpfung L Abb.45: Prinzipschaltbild fiir die Siebkette und die Antennenkreise Nach [Link] AG / St 519 354 und D 2139 Bild 23: Antennenabstimmspule im Antennenhaus mit Bereichs- schalter (Von unten gesehen) 267 (€ eynzsuezyeYd) € eFNnZsSTepueszdney Tep [OE SH ueTYON 297% PITTA ete e Lad ri

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