„Nikâh“ bedeutet wörtlich so viel wie „zusammenschließen“, „zusammenbringen“,
aber auch „heiraten“ und „Intimität“. Im Islam ist mit „Nikâh“ ein Ehevertrag gemeint,
der gewisse Bedingungen hat. Der Ehevertrag ist das Fundament der
Familiengründung und gilt sogar als Ibâda.
Außerdem räumt er den Eheleuten eine nur für beide bestimmte Privatsphäre ein.
Im Koran heißt es: „Verheiratet die Ledigen unter euch und eure Diener und
Dienerinnen. Wenn sie arm sind, wird Allah sie aus seinem Überfluss reich machen;
denn Allah ist großzügig und wissend.“
Mit den folgenden Worten macht uns der Gesandte Allahs ﷺauf die Wichtigkeit
der Eheschließung aufmerksam: „Die Eheschließung gehört zu meiner Sunna. Wer
nicht nach meiner Sunna handelt, gehört nicht zu mir.“
Der Ehevertrag darf also nicht unterschätzt werden, denn er schützt die
kommenden Generationen. Er bewahrt den Muslim außerdem davor, Unzucht zu
begehen. Unser Prophet ﷺsagte: „Wer immer in der Lage dazu ist, sollte
heiraten, denn so ist es einfacher, den Blick zu senken und die Keuschheit zu
bewahren. Wer das nicht vermag, soll fasten, um Schlechtes zu verhindern.“
Eine Gesellschaft verfällt, wenn die Familien zerbrechen. Nur wenn die
Familienstruktur intakt ist, kann der Verfall aufgehalten werden. Die
Familiengründung auf Grundlage des Nikâh gilt deshalb als heilig. Eine Frau und ein
Mann, die sich gegenseitig das Ja-Wort geben und den Ehevertrag eingehen,
nehmen gleichzeitig auch eine große Verantwortung auf sich und verpflichten sich
zu den Aufgaben einer Ehe.
Wichtig ist, dass beide Seiten wissen, zu was sie „Ja“ sagen. Sie sollten sich bewusst
sein, dass sie einen wichtigen Schritt gehen.
Mögen wir zu jenen gehören, die die Bedeutung und den Wert der Eheschließung
wahrhaftig verstehen. Âmîn