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Exkursion Spätantike Trier

WiSe 2022
Referent: Ernst Kullmann, 3007 07 549 786
06.09.22

Die Trierer Römerbrücke

 Römerbrücke dient heute noch ursprünglichem Zweck


 Einzigartig für die römischen Monumente in Trier
 Sieben Pfeiler plus zwei Landpfeiler: Pfeiler sind 14m Hoch, ca. 7,40m breit und 20 m
lang
 Gesamtlänge der Brücke 200m
 1921 Pfahlrost einer älteren Brücke entdeckt, Vorgängerbau der heute erhaltenen
Steinpfeilerbrücke
 Dendrochronologische Datierung der Holzreste: 44 n. Chr. terminus post quem für
ältere Pfahlrostbrücke
 Bei dem Bau der Steinpfeilerbrücke, ältere Pfahlrostkonstruktion als Baurampe
genutzt
 Keramikfunde datieren Baubeginn der Steinpfeilerbrücke auf frühestens 140 n.
Chr.
 Fahrbahn bei beiden Brücken aus Holz
 Steinbögen mittelalterliche Anbauten, unklar wie lange Römische Fahrbahn überlebt
hat
 1689 Brückenbögen und Teile zweier Pfeiler von französischen Truppen gesprengt
 Kriegswirren verschieben Wiederaufbau auf 1716
 Im 19 Jhd. ändert sich wenig an der Brücke
 1931 kommt es zu Fahrbahnverbreiterung von 7m auf 10m
 Interesse lange Zeit rein praktischen Aspekten unterworfen, spät erst
archäologische Aufmerksamkeit erlangt
 1945 von zurückweichender Wehrmacht aus unklaren Gründen nicht gesprengt
 1957-67 im Zuge der Moselkanalisierungsarbeiten archäologisch untersucht unter
Leitung von Heinz Cüppers

Abb. 1: Rekonstruktionsansicht eines Steinpfeilers mit Spundwandsystem (Cüppers 1969, 152)


s

Abb. 2: Ausgeführter Entwurf zum Wiederaufbau der Römerbrücke von L’Eglise, 1716. Ansicht von Osten und Grundriss (Cüppers 1969, 22)

Num(ini) Aug(usti) et gen(io) proretar(um) /

Liboni Mettus et Cracuna Fr(atres) d(ono) d(ederunt)//

“Der Hoheit des Kaisers und dem Schutzgott der Vorschiffsleute haben
die Brüder Liboni Mettus und Cracuna das Weihegeschenk gegeben.“

Übersetzung nach (Büttner 1964, 139)

Abb. 3/4: Vorderteil eines Votivschiffes (prora) mit Inschrift aus dem Bereich des Pfeiler 3 der Steinpfeilerbrücke.
Literatur:

BÜTTNER 1964
A. BÜTTNER, Eine Bronzeprora aus der Mosel bei Trier. Trierer Zeitschrift für Geschichte und
Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete, 1964.
CÜPPERS 1969
H. CÜPPERS, Die Trierer Römerbrücken. Trierer Grabungen und Forschungen Bd. 5 (Mainz a. Rh.
1969).
FACHBACH 2011
J. FACHBACH, Der Wiederaufbau der Trierer Römerbrücke 1716-1718. Ein Beispiel für den
Umgang mit antiker Architektur in der frühen Neuzeit. Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier,
2011.
FAUST / MERTEN 2008
S. FAUST / J. MERTEN, Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes. Schriftenreihe
des Rheinischen Landesmuseums Trier 35 (Trier 2008).
SCHMIDTS 2011
T. SCHMIDTS, Akteure und Organisation der Handelsschifffahrt in den nordwestlichen Provinzen
des römischen Reiches. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums 97 (Mainz
2011).

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