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Julirevolution

Das Dokument beschreibt die Julirevolution von 1830 in Frankreich. Die Revolution führte zum Sturz von König Karl X. und zur Einsetzung des Bürgerkönigs Louis-Philippe. Sie löste auch revolutionäre Bewegungen in Belgien und Italien aus, die nach nationaler Unabhängigkeit strebten.

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Julirevolution

Das Dokument beschreibt die Julirevolution von 1830 in Frankreich. Die Revolution führte zum Sturz von König Karl X. und zur Einsetzung des Bürgerkönigs Louis-Philippe. Sie löste auch revolutionäre Bewegungen in Belgien und Italien aus, die nach nationaler Unabhängigkeit strebten.

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Enzyklopädie der Neuzeit Online

Julirevolution
(2,419 words)

1. Die »abgewürgte« Pariser Revolution


Article Table of Contents
1.1. Allgemein
1. Die »abgewürgte« Pariser
Revolution
Man hat den revolutionären Charakter der nur
achttägigen Pariser Vorgänge vom Juli/August 1830 2. Europäische
bezweifelt: Anders als die Französische Revolution Auswirkungen:
Revolutionäre
bedeuteten sie weder einen Umbruch des politisch-
Nationalbewegungen
sozialen Systems noch mobilisierten sie landesweit
vergleichbare Bewegungen der Bauern, Sansculotten und 3. »Durchbruch eines
Dammes« in Europa
Gegenrevolutionäre [4]. Gleichwohl wurden sie von
Anfang an als Revolution bezeichnet, weil sie die 1789
begonnene Demokratisierung mit Hilfe eines siegreichen
Volksaufstands fortsetzten.

1.2. Verlauf

Die Pariser J. war die Reaktion auf den Versuch König Karls X., gegen die wachsende bürgerlich-
liberale Mehrheit in Publizistik [17] und Parlament (Liberalismus) die Restauration zu
forcieren [5]; [15]. Seit der republikanischen Demonstration am 29. 4. 1827 in Paris folgten
Au ösungen der »unbotmäßigen« Abgeordnetenkammer, manipulierte Neuwahlen und
ultrakonservative Minderheitsregierungen in immer kürzeren Abständen, bis Karl X.
zusammen mit dem Fürsten Polignac, seinem letzten Premierminister, den kurzsichtigen
Versuch eines Staatsstreichs unternahm: Die geheim vorbereiteten, am 26. 7. 1830 im
Regierungsorgan Le Moniteur verö fentlichten Ordonnancen annullierten nicht nur die soeben
durchgeführten Wahlen und oktroyierten ein neues Wahlgesetz zugunsten der
Ultrakonservativen, sie verhängten v. a. eine strenge Zensur der Presse, die Polignac für alle
Schwierigkeiten verantwortlich machte [4].

Doch der beabsichtigte Überraschungse fekt schlug auf die Regierung zurück. Denn
ungeachtet der Polizei verö fentlichten die liberalen Journalisten mit Adolphe Thiers an der
Spitze in dessen neuer Zeitung Le National noch am selben Tag einen breitenwirksamen
/
Protest: Da die Ordonnancen gegen die verfassungsgemäßen Freiheitsrechte der Charte
constitutionnelle (»Verfassungsurkunde«) von 1814/15 verstießen Menschenrechte), sei die
Gehorsamsp icht gegenüber dem König erloschen.

Aus diesem »legalen Widerstand« der Journalisten [16] entwickelte sich in den »glorreichen
Kampftagen« (Trois Glorieuses) des 27.–29. 7. 1830 eine revolutionäre Massenbewegung,
beginnend mit Umzügen ausgesperrter Druckergesellen und Hochrufen der Studenten der
École Polytechnique auf die Charte. Den Freiheits-Forderungen der Bürger schlossen sich die
Arbeiter an – mobilisiert sowohl von ersten anonymen Toten, die demonstrativ durch die
Straßen getragen wurden, als auch vom plötzlichen Auftauchen verbotener Zeichen der
Revolution: von den Farben der Trikolore, den Uniformen der Nationalgarde und der
Marseillaise. In Erinnerung an die Terreur unternahmen sie spontane »Säuberungen« gegen
Symbole der Monarchie wie weiße Fahnen und königliche Lilien ( leurs de lis). Ihren schnellen
Sieg verdankten die Insurgenten hauptsächlich zwei Umständen: zum einen den Barrikaden,
die überraschend zu Tausenden die königlichen Truppen behinderten, zum anderen dem
Fehlverhalten und der Fehleinschätzung der Regierung.

Nicht nur, dass Karl X. in Saint-Cloud die Messe, Jagd und tägliche Whistpartie wichtiger nahm
als die Nachrichtenverbindung nach Paris; seine Regierung verkannte auch militärisch den
Ernst der Lage. Am 26.7. bezog unter Marschall Marmont eine bereits geschwächte Truppe von
12 000 Mann ihr Hauptquartier in den Tuilerien. Irritiert vom Läuten der Sturmglocken und
Fraternisierungen einzelner Abteilungen mit dem »Volk«, zudem demoralisiert durch fehlende
Verp egung und die Strapazen der Julihitze, zeigten sich die Soldaten weder im Rathaus am
Grève-Platz noch in den Tuilerien und im Louvre dem wiederholten Ansturm der Arbeiter und
Studenten gewachsen. Hatten sie nach drei Tagen 163 Tote und 578 Verletzte zu beklagen, so
zeugen 1 800 Tote und 4 500 Verletzte auf der Gegenseite (darunter viele Amputierte) vom
Kampfwillen und von der großen Opferbereitschaft der etwa 80 000 plebejischen
Barrikadenkämpfer.

Doch noch im Augenblick des revolutionären Sieges verstanden es die Vertreter des
Bürgertums um Thiers und eine Gruppe liberaler Abgeordneter um Jacques La tte, den Elan
der revolutionären Bewegung einzudämmen und ihren eigenen Zielen unterzuordnen.
Während eine breite Text-, Lied- und Bildpublizistik emphatisch den »heroischen Kampf« der
»Blusenmänner« (franz. blouse: schlichtes Arbeiterhemd) feierte und im Rathaus der populäre
General La Fayette, wie 1789 erneut Befehlshaber der Nationalgarde, unschlüssig
republikanische Pläne erwog, schufen La tte und Thiers harte Tatsachen, indem sie Karl X. die
Königswürde aberkannten und seinen Cousin Louis-Philippe aus dem Hause Orléans, der sich
im Palais-Royal bereithielt, in aller Eile zum Nachfolger au auten. Zunächst zum Lieutenant
général du royaume (Generalleutnant des Königreichs) ernannt, erwarb Orléans durch den
»republikanischen Bruderkuss«, den La Fayette am 31.7. auf dem Balkon des Rathauses vor
einer Trikolore demonstrativ mit ihm tauschte, die Akklamation der Volksmenge, sodass die
Abgeordnetenkammer ihn am 9.8. mit Mehrheitsbeschluss und ohne Krönungs-Zeremonie als
Louis-Philippe Ier inthronisierte – nicht ohne ihm zuvor den Eid auf die revidierte Charte
constitutionnelle abzufordern, welche die Pressefreiheit festschrieb (Presse- und
/
Meinungsfreiheit), die Wahlbeschränkungen lockerte und die Gesetzesinitiative des
Parlaments stärkte. 80 000 bis 100 000 Aktivisten der J. unternahmen einen »Volksmarsch«
nach Rambouillet, und drängten den abgedankten Karl X. zur Abreise nach Cherbourg und ins
Exil. Derweil erwarb sich Louis-Philippe den Ruf eines »Bürgerkönigs« (Roi Bourgeois), indem
er in bürgerlicher Kleidung mit Schirm und Melone durch Paris spazierte.

Im unmittelbaren Ergebnis führte die Pariser J. somit paradoxerweise zu einer


Bürgermonarchie, in der Großgrundbesitzer und eine gestärkte liberale Presse den Ton
angaben, die Arbeiter aber nach wie vor weder sich vereinigen noch streiken durften und von
der wieder eingeführten Nationalgarde (Gesetz vom 25. 3. 1831) in Schach gehalten wurden.
Mittelbar und im Untergrund allerdings wurde der revolutionäre Impuls von republikanischen
Vereinen – Amis de la Vérité (»Freunde der Wahrheit«), Société des droits de l’Homme et du
Citoyen (»Gesellschaft für Menschen- und Bürgerrechte«) –, von Arbeiteraufständen etwa in
Lyon (1831/34) und von dem Pariser Aufstand militanter Republikaner im Juni 1832
weitergetragen. In dem Maße, in dem Louis-Philippe auf diese Bewegungen nicht mit
Reformen, sondern mit erneuten Einschränkungen der Charte antwortete, bereitete er den Weg
für die Februarrevolution von 1848 und damit für seine Entmachtung und Vertreibung ins
englische Exil.

Rolf Reichardt

2. Europäische Auswirkungen: Revolutionäre Nationalbewegungen

Die Pariser J. fachte eine europaweite Krisen-Stimmung an, die bes. dort in revolutionäre
Bewegungen umschlug, wo sich unter einer Fremdherrschaft Ho fnungen auf nationale
Selbständigkeit aufgestaut hatten [11]; [18] ( Nationalismus).

2.1. Belgien

Das galt in erster Linie für die südl. Niederlande (Belgien). Auf dem Wiener Kongress – als
»Bollwerk« gegen das revolutionäre Frankreich – mit Holland zum Königreich der Vereinigten
Niederlande gezwungen, erhoben sie sich in der Belg. Revolution gegen das oranische
Regiment [6]. Ausgehend von Brüssel, wo am 25. 8. 1830 jugendliche Demonstranten das
Regierungsorgan Le National attackierten und gleichzeitig Arbeiter einen Maschinensturm
veranstalteten, erfasste die vom liberalen, [Link] Bürgertum angeführte Rebellion im
Zeichen der Trikolore binnen weniger Tage weite Teile des Landes.

Angesichts der unnachgiebigen Haltung Wilhelms I. in Den Haag radikalisierten sich die
patriotischen Proteste zum bewa fneten Aufstand, zwischen dessen Barrikaden die
einmarschierten niederl. Truppen in Brüssel eine Niederlage erlitten (20.–23. 9. 1830). Als dann
der belg. Nationalkongress am 18. 11. 1830 die Unabhängigkeit des Landes erklärte, schritten
Preußen, Österreich und Russland – vertragswidrig – immer noch nicht ein, weil Frankreich,
für das die Belg. Revolution die Befreiung von der europ. »Bewachung« bedeutete, mit der
Drohung, eigene Truppen einmarschieren zu lassen, wirkungsvoll an die Furcht vor neuen

/
Revolutionskriegen appellierte. Dass stattdessen die fünf Großmächte Belgien nur unter der
Bedingung »ewiger Neutralität« anerkannten (Schlussprotokoll der Londoner Konferenz, 19. 2.
1831), konnte die Schwächung ihrer Allianz durch die Revolution nicht ausgleichen.

2.2. Italien

Inzwischen regte sich die revolutionäre Nationalbewegung auch in den Stadtstaaten


Mittelitaliens [13] (Nationalismus). Vorbereitende Initiativen kamen aus dem Untergrund im
Pariser Exil, wo Enrico Misley und Celeste Menotti Ende 1830 ein Ital. Zentralkomitee
gründeten und Buonarroti ein jakobinisches Manifest (Jakobinismus) für eine »einige und
unteilbare ital. Republik« verö fentlichte (20. 1. 1831; Republikanismus). Als freilich im Februar
1831 ein über 3 000 Mann starkes Korps ital. Emigranten und franz. Freiwilliger von Lyon nach
Italien au rach, wurde es entwa fnet, weil Louis-Philippe, der »König der Barrikaden«, die
Revolution im Grunde ablehnte – auch im Ausland.

Derart auf sich allein angewiesen, handelten die ital. Patrioten in drei Phasen. Zunächst
bildeten sie Anfang 1831 eine Reihe konspirativer Aufstandskomitees (Bologna, Florenz, Parma,
Mantua etc.), die aber zu wenige Anhänger mobilisierten oder wie die Verschwörergruppe um
Ciro Menotti in Modena vorzeitig entdeckt wurden. Kurzfristig erfolgreicher waren
anschließend, während der ersten Februarhälfte, o fene Bürgerbewegungen in Bologna,
Modena und Reggio Emilia. Sie verjagten zwar vorübergehend die fremden Machthaber, und
ihre »Provisorischen Regierungen« fassten ähnliche Beschlüsse wie die Wortführer der J.
(Au ebung der Pressezensur, Aufstellung einer guardia nazionale, Übernahme der Charte),
blieben aber in lokaler Autonomie befangen. Die Bildung eines einigen Governo provvisorio
degli Stati di Modena e Reggio (»Vorläu gen Regierung der Staaten Modena und Reggio«, 18. 2.
1831) und Giuseppe Mazzinis bis März 1831 andauernder revolutionär-nationaler Aufstand für
die »Vereinigten ital. Provinzen« (Modena, Parma, Romagna) kamen dann zu spät und waren
zu schwach, um die Restauration des Status quo durch österr. Truppen zu verhindern.

2.3. Polen

Die internationale Fernwirkung der J. wird im Fall Polens bes. deutlich [7]; [12] – entstand der
Warschauer Novemberaufstand (29. 11. 1830) doch aus einer Meuterei von O ziersschülern
gegen angebliche Pläne des Zaren Nikolaus I., die revolutionären Zentren in Paris und Brüssel
auch mit poln. Truppen zu bekämpfen. Verstärkt durch Gutsbesitzer und deklassierte Adelige
sowie durch hauptstädtische Kleinbürger und Intellektuelle, vertrieben die Insurgenten den
Statthalter Großfürst Konstantin mitsamt der zaristischen Besatzung aus Polen, bildeten eine
provisorische Nationalregierung und beriefen einen Reichstag (Sejmy) ein, der den Romanows
die poln. Krone aberkannte (25. 1. 1831).

Gestützt auf die reguläre poln. Armee, kontrollierten sie anfangs weite Gebiete des Landes und
konnten einen ersten russ. Gegenschlag in der Schlacht bei Grochów abwehren (25. 2. 1831). Da
sie aber zwischen einem liberal-aristokratischen Flügel um Józef Chłopicki und einer
revolutionär-demokratischen Gruppe um den Wilnaer Historiker Joachim Lelewel gespalten
blieben und es daher in der Maiverfassung versäumten, durch eine Bauernbefreiung die breite
/
Bevölkerung für sich zu mobilisieren, wurden sie schließlich von einer russ. Armee unter
Paskevič blutig geschlagen (6./7. 9. 1831). Statt die erho fte nationale Wiedergeburt zu
erreichen, wurde Polen zur russ. Provinz ohne eigene Verfassung degradiert.

2.4. Deutschland

Verglichen mit Belgien, Italien und Polen löste die J. in Deutschland eher schwache politische
Erschütterungen aus. Von Hannover, Braunschweig und Göttingen über Kurhessen bis nach
Berlin ammte 1830/31 zwar eine ganze Reihe spontaner Volksunruhen und Bürgerrebellionen
auf [2]; wo sie aber genauer untersucht sind – wie im Fall der sächs. Septembererhebungen von
1830 –, erweisen sie sich als kurze, lokal begrenzte »tumultuarische« Proteste gegen
»ungerechte« Obrigkeiten [8]. Nur bei dt. Gebildeten und bürgerlichen Patrioten fand die J.
programmatische Resonanz auf nationaler Ebene: zum einen in der Begeisterung von
Intellektuellen wie Heinrich Heine und Ludwig Börne für die Pariser Revolution [3], zum
anderen in der Polenbegeisterung (Polenfreundschaft), die am 27. Mai 1832 auf dem
Hambacher Fest ihren Höhepunkt erreichte [14]. Doch schon die ersten Tumulte reichten aus,
um den Deutschen Bund so sehr zu alarmieren, dass er in Permanenz tagte, ein »Maßregeln-
Gesetz« für die innere Sicherheit (21. 10. 1830) beschloss und ab Sommer 1832 o fensiv die
Reaktion betrieb (Restauration).

Rolf Reichardt

3. »Durchbruch eines Dammes« in Europa

Die J., schrieb Staatskanzler Metternich am 31. 7. 1831 aus Wien an Baron Werner in Teplitz,
»wirkte auf Europa wie der Durchbruch eines Dammes. Die revolutionäre Fluth
überschwemmte die längst zur Aufnahme der Wässer vorbereiteten Staaten« [1. Nr. 1033,
S. 192]. In der Tat enthielt die J., im Ganzen gesehen, Ansätze einer europ. Revolution – nicht
durch zentrale Pariser Lenkung, wie Metternich argwöhnte, wohl aber durch eine gewisse
Vorbildwirkung der revolutionären Bewegung in der franz. Hauptstadt. Verbunden mit der
kollektiven Erinnerung an die Revolution von 1789 weckte die franz. J. bei vielen Zeitgenossen
ein akutes Bewusstsein einer »europ. Revolution«. Davon zeugen »internationale«
Bild ugblätter (vgl. Abb. 1) ebenso wie die dutzendfachen Übertragungen und
Weiterverwendungen des neuen Revolutionsliedes La Parisienne von Delavigne in Belgien,
Deutschland und England [19].

Im Grundsätzlichen hatte die J. eine doppelte, zweiseitige politische Wirkung. Für die
konservativen Mächte bedeutete sie mit der Verselbständigung Frankreichs und Belgiens sowie
durch wiederholte Verstöße gegen das dynastische Prinzip (Dynastie) eine nachhaltige
Schwächung des Systems der Heiligen Allianz. Metternich erkannte das sofort und versuchte,
die Armeen des Deutschen Bundes gegen Paris und Brüssel zu mobilisieren – vergeblich: Aus
Furcht vor dem »revolutionären« Frankreich verständigten sich England, Preußen und
Russland auf das Prinzip der non-intervention und taktierten auf internationaler Ebene
defensiv [9]. Die Revolutionäre und Patrioten dagegen sahen sich durch die J. – wie auch durch
die engl. Reformbill von 1832 – in ihren Forderungen nach freier Meinungsäußerung,
/
demokratischen Verfassungen und nationalen
Parlamenten bestärkt. Und wo diese Bestrebungen 1830–
1832 noch einmal unterdrückt wurden, sollten sie sich in
der Februarrevolution umso revolutionärer äußern.

Verwandte Artikel: Französische Revolution |


Nationalismus | Protest | Republikanismus | Restauration
| Revolution | Unabhängigkeit

Rolf Reichardt

Bibliography
Abb. 1: »Gedächtnistafel. Die
Quellen denkwürdigsten Tage des Jahres
1830« (kolorierte Radierung,
[1] R. M -W (Hrsg.), Aus Metternich’s
Nürnberg 1830). Der populäre
nachgelassenen Papieren, Teil II, Bd. 3, 1882.
Bilderbogen stellt die
Sekundärliteratur Julirevolution als europ.
Kettenreaktion vor Augen –
[2] H. B , Die Illusion der Freiheit: Dt. Klassenkämpfe ausgehend von der größer
zur Zeit der franz. Julirevolution 1830 bis 1831, 1980 dargestellten Pariser
»Initialzündung« in der Mitte,
[3] R. B , Ansichten der Revolution: Paris – Berichte einer Barrikadenszene, an deren
dt. Schriftsteller nach der Julirevolution 1830, 1977 Seiten Trikoloren wehen und mit
Jakobinermützen bekleidete
[4] J.-L. B , 29 juillet 1830: La Révolution de Juillet, 1972 »Sansculotten« agieren. Die
obersten Bildfelder rufen die
[5] M.-B. C , La deuxième Révolution française:
Vor- und Nachgeschichte der
juillet 1830, 2005
franz. Julirevolution auf: Von
[6] H. W. D , Der deutsche Vormärz und dem Versuch der alten
Belgien 1830–1848, 1966 Regierung, mit der Eroberung
von Algier von der inneren Krise
[7] A. G , Freiheitskämpfe der Polen im 19. Jh.: abzulenken, über den Ritt Louis-
Erhebungen – Aufstände – Revolutionen, 1997 Philippes durch die Reihen der
Aufständischen bis hin zur
[8] M. H , Volksbewegung und Obrigkeiten: Abdankung Karls X. Die zweite
Revolution in Sachsen 1830–1831, 1994 Bildzeile stellt die Brüsseler
Barrikadenkämpfe dar; die vier
[9] K. H , Julirevolution 1830 in Frankreich: Szenen darunter erinnern
Franz. Klassenkämpfe und Krise der Heiligen Allianz seitlich des Mittelbildes
(1830–1832), 1990 exemplarisch an die
Auswirkungen der Julirevolution
in Deutschland: Unruhen sächs.
/
[10] M. J , Der polnische Novemberaufstand in Handwerker und Arbeiter, Brand
der zeitgenössischen dt. Literatur und Historiographie, des Braunschweiger Schlosses
1992 nach der Flucht Herzog Karls II.,
Erstürmung von Zollhäusern in
[11] M. K / W. L (Hrsg.), Die franz. Julirevolution der kurhess. Protestbewegung.
von 1830 und Europa, 1985 Die untere Bildzeile schließlich
kommt noch einmal auf die belg.
[12] R. F. L , Polish Politics and the Revolution of
Revolution zurück und schildert
November 1830, 1956
außerdem den poln.
[13] C. M. L , The Democratic Movement in Italy, Novemberaufstand. Eine ital.
1830–1876, 1982 Szene, die diesen »europ.
Revolutionszyklus«
[14] W. M et al. (Hrsg.), Polenbegeisterung: Ein vervollständigt hätte, war Ende
Beitrag im »Dt.-Polnischen Jahr 2005/2006« zur 1830 noch nicht in Sicht. Ohne
Wanderausstellung »Frühling im Herbst. Vom polnischen auf die Repression einzelner
November zum Dt. Mai. Das Europa der Nationen 1830– Aufstände einzugehen, entwirft
1832«, 2005 das Blatt ein eher positives
Gesamtbild siegreicher
[15] P. M. P , The 1830 Revolution in France, 1991 Volksbewegungen, zu denen sich
Patrioten aus allen Ständen
[16] D. L. R , The Journalists and the July Revolution vereinigen.
in France, 1973

[17] W. M. R , Condottieri of the Pen: Journalists and the Public Sphere in Postrevolutionary
France (1815–1830), in: American Historical Review 44, 1994, 1546–1570

[18] H. R (Hrsg.), Demokratische und soziale Protestbewegungen in Mitteleuropa


1815–1848/49, 1986

[19] H. S , Das Revolutionslied La Parisienne von Casimir Delavigne, in: Lendemains


57, 1990, 32–54

[20] T. W (Hrsg.), La Belgique – la Pologne & la Révolution française 1780–1830, 1990.

Cite this page

Reichardt, Rolf, “Julirevolution”, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit
den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger. Copyright © J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag
GmbH 2005–2012. Consulted online on 14 May 2020 <[Link]
First published online: 2019

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