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In diesem Kapitel

Dieser Text bietet eine Einführung in verschiedene Bereiche der Linguistik. Hier
sind die wichtigsten Punkte:

1. **Allgemeines zur Linguistik:**


- Die Linguistik ist die Wissenschaft der Sprache.
- Es gibt verschiedene Teildisziplinen wie Phonetik, Phonologie, Graphematik,
Morphologie, Semantik und Syntax.

2. **Phonetik und Phonologie:**


- Beschäftigen sich mit der Lautgestalt der Sprache.
- Grundeinheiten sind Phon, Allophon und Phonem.
- Minimalpaarbildung ist eine prominente Methode.

3. **Graphematik:**
- Untersucht die Schriftgestalt der Sprache.
- Grundeinheiten sind Graph, Allograph und Graphem.

4. **Morphologie:**
- Untersucht bedeutungstragende Bestandteile von Wörtern (Morpheme).
- Teilt sich in Flexionslehre und Wortbildungslehre auf.

5. **Semantik:**
- Untersucht die Bedeutung von Wörtern und Sätzen.
- Grundeinheiten waren lange Zeit Sem und Semem.
6. **Syntax:**
- Beschäftigt sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Kombination von Wörtern
zu Wortgruppen und Sätzen.
- Grundeinheiten sind Konstituente, syntaktische Funktion und Satzglied.

7. **Weitere Disziplinen:**
- Es gibt auch andere Disziplinen wie Textlinguistik, Psycholinguistik,
Soziolinguistik und Pragmatik.

8. **Pragmatik und Sprechakttheorie:**


- Die Pragmatik beschäftigt sich mit der Verwendung von Sprache in der
Praxis.
- Die Sprechakttheorie ist eine Teilmenge der Pragmatik, die sich mit der
Erforschung des kommunikativen Sinns von Äußerungen befasst.
- Sprechakttheorie bezieht sich auf die Ebenen der Bedeutung, einschließlich
der Sprecherbedeutung oder kommunikativen Sinn.
- Illokutionäre Akte sind Handlungen, die durch eine Äußerung vollzogen
werden, während perlokutionäre Akte die Effekte oder Reaktionen auf eine
Äußerung sind.

Der Text verdeutlicht, dass die Linguistik vielfältige Aspekte der Sprache
untersucht und dass unterschiedliche Teildisziplinen unterschiedliche
Schwerpunkte haben.

Über Sprechakttheorie

Die Sprechakttheorie ist ein zentraler Bereich in der Linguistik, der sich mit der
Untersuchung von sprachlichen Äußerungen im Kontext ihrer kommunikativen
Funktion befasst. Diese Theorie wurde maßgeblich von dem Philosophen J.L.
Austin entwickelt und später von John Searle weiterentwickelt. Der Fokus der
Sprechakttheorie liegt darauf zu verstehen, was ein Sprecher durch seine
Äußerung tatsächlich tut, nicht nur, was er sagt.

Ein Sprechakt ist mehr als nur die Übermittlung von Informationen; er ist eine
Handlung. Die Sprechakttheorie unterscheidet zwischen verschiedenen Arten
von Sprechakten, darunter:

1. **Illokutionäre Akte:** Dies sind Handlungen, die der Sprecher durch die
Äußerung vollzieht. Es geht darum, eine bestimmte Absicht zu verwirklichen,
wie zum Beispiel das Versprechen, die Aufforderung, die Warnung oder die
Zustimmung.

2. **Perlokutionäre Akte:** Dies bezieht sich auf die Auswirkungen oder


Effekte, die die Äußerung auf den Hörer hat. Es geht also darum, wie die
Äußerung den Hörer beeinflusst, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Beispiele
sind das Überzeugen, das Überreden oder das Beleidigen.

3. **Funktionswechsel:** Ein und derselbe Satz kann in verschiedenen


Kontexten unterschiedliche illokutionäre Akte haben. Zum Beispiel kann der
Satz "Kannst du mir das Salz reichen?" je nach Kontext eine Aufforderung, eine
Bitte oder eine höfliche Frage darstellen.

4. **Indirekte Sprechakte:** Hierbei wird etwas indirekt ausgedrückt. Zum


Beispiel kann die Äußerung "Es ist kalt hier drin" in bestimmten Kontexten als
indirekte Aufforderung verstanden werden, das Fenster zu schließen.

Die Sprechakttheorie berücksichtigt den Zusammenhang (den Kontext), in dem


eine Äußerung gemacht wird, und wie dieser den illokutionären Akt
beeinflusst. Sie erklärt, dass die Bedeutung einer Äußerung nicht nur in den
Wörtern selbst liegt, sondern auch in der Art und Weise, wie diese Wörter in
einem bestimmten Kontext verwendet werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sprechakttheorie einen tiefen
Einblick in die Dynamik der Kommunikation bietet, indem sie nicht nur die
sprachlichen Strukturen, sondern auch die Handlungen und Effekte der
Sprache analysiert.

Die Beziehung zwischen die zwei Akten und Beispiele


Die Beziehung zwischen perlokutionären und illokutionären Akten ist eng mit
der Sprechakttheorie verbunden. Hier sind die Schlüsselkonzepte:

1. **Illokutionäre Akte:** Diese beziehen sich auf die Handlungen oder


Absichten, die ein Sprecher durch seine Äußerung vollzieht. Beispiele für
illokutionäre Akte sind das Versprechen, die Aufforderung, die Warnung oder
die Zustimmung. Der Fokus liegt auf dem, was der Sprecher beabsichtigt zu
tun, indem er etwas sagt.

2. **Perlokutionäre Akte:** Diese beziehen sich auf die Auswirkungen oder


Effekte, die die Äußerung auf den Hörer hat. Es geht also darum, wie die Worte
des Sprechers den Hörer beeinflussen, sei es, um zu überzeugen, zu überreden
oder zu beeindrucken. Die Aufmerksamkeit liegt auf der Reaktion oder dem
Verhalten des Hörers.

Die Beziehung zwischen diesen beiden Arten von Akten besteht darin, dass der
Erfolg eines illokutionären Aktes oft an den perlokutionären Effekten gemessen
wird. Mit anderen Worten, die Wirksamkeit dessen, was ein Sprecher tun
möchte (illokutionär), wird daran gemessen, wie die Hörer darauf reagieren
oder beeinflusst werden (perlokutionär).
Die Beziehung verdeutlicht also, dass die Handlung des Sprechers
(illokutionärer Akt) oft darauf abzielt, eine bestimmte Reaktion oder Wirkung
beim Hörer zu erzielen (perlokutionärer Effekt).

Beispiele
Natürlich, hier sind Beispiele für illokutionäre und perlokutionäre Akte:

**Illokutionäre Akte:**

1. **Aufforderung/Befehl:**
- *Illokutionärer Akt:* "Schließe bitte das Fenster!"
- *Erwarteter perlokutionärer Effekt:* Der Hörer wird das Fenster schließen.

2. **Versprechen:**
- *Illokutionärer Akt:* "Ich verspreche, morgen vorbeizukommen."
- *Erwarteter perlokutionärer Effekt:* Der Hörer erwartet, dass der Sprecher
tatsächlich vorbeikommt.

3. **Warnung:**
- *Illokutionärer Akt:* "Pass auf, das Wasser ist heiß!"
- *Erwarteter perlokutionärer Effekt:* Der Hörer wird vorsichtiger beim
Umgang mit heißem Wasser sein.

**Perlokutionäre Akte:**

1. **Überzeugung:**
- *Illokutionärer Akt:* "Ich denke, Klimawandel ist ein ernsthaftes Problem."
- *Perlokutionärer Effekt:* Der Hörer wird möglicherweise überzeugt, dass
Klimawandel ein ernsthaftes Problem ist.

2. **Überredung:**
- *Illokutionärer Akt:* "Warum probierst du nicht dieses neue Restaurant
aus?"
- *Perlokutionärer Effekt:* Der Hörer lässt sich vielleicht überreden, das neue
Restaurant auszuprobieren.

3. **Beeindruckung:**
- *Illokutionärer Akt:* "Ich habe an der renommierten Universität X studiert."
- *Perlokutionärer Effekt:* Der Hörer könnte beeindruckt oder ehrfürchtig
gegenüber der Ausbildung des Sprechers sein.

In diesen Beispielen zeigt sich, dass der illokutionäre Akt die Absicht oder
Handlung des Sprechers beschreibt, während der perlokutionäre Effekt darauf
abzielt, wie der Hörer auf diese Äußerung reagiert oder beeinflusst wird.
Beachten Sie, dass der tatsächliche perlokutionäre Effekt variieren kann und
nicht immer genau vorhersehbar ist.

Beispiele Text
Im Text wurden Beispiele für Sprechakte und deren Illokutionen gegeben.
Hier sind einige davon:

1. **Beispiel für einen Illokutionären Akt:**


- Äußerung: "Er hat den König gezogen."
- Illokutionärer Akt: Feststellung oder Mitteilung einer Schachhandlung.

2. **Beispiel für einen Perlokutionären Akt:**


- Äußerung: "Er hat den König gezogen."
- Perlokutionärer Akt: Emotional gefärbte Reaktion des Sprechers
(Enttäuschung, Überraschung) beim Übermitteln des Schachzugs.
Die Sprechakttheorie versucht, solche Handlungen und Effekte zu
analysieren, um zu verstehen, wie Sprache in der Kommunikation
funktioniert.

Indirekte Akten
Indirekte Sprechakte sind eine wichtige Facette der Sprechakttheorie und
beziehen sich darauf, wie sprachliche Ausdrücke oft mehr bedeuten, als sie
wortwörtlich sagen. Hier sind einige Unterschiede und Beispiele:

**Direkter Sprechakt:**
- *Beispiel:* "Kannst du das Fenster schließen?"
- *Illokutionärer Akt:* Eine Aufforderung, das Fenster zu schließen.
- *Perlokutionärer Effekt:* Der Hörer schließt höchstwahrscheinlich das
Fenster.

**Indirekter Sprechakt:**
- *Beispiel:* "Es ist kalt hier drin."
- *Illokutionärer Akt:* Indirekte Aufforderung, das Fenster zu schließen.
- *Perlokutionärer Effekt:* Der Hörer schließt möglicherweise das Fenster, weil
er die implizite Aufforderung versteht.

**Unterschiede:**

1. **Wortwahl und Direktheit:**


- Direkte Sprechakte verwenden klare und direkte Worte, während indirekte
Sprechakte oft indirekte oder verschleierte Formulierungen verwenden.

2. **Kontextabhängigkeit:**
- Indirekte Sprechakte sind stark vom Kontext abhängig. Der Hörer muss den
Kontext und die impliziten Signale verstehen, um die eigentliche Bedeutung zu
erfassen.

3. **Höflichkeit und Umschreibung:**


- Indirekte Sprechakte werden oft aus Höflichkeit oder taktischen Gründen
verwendet. Anstatt direkt zu befehlen, wird indirekt um etwas gebeten.

4. **Mehrdeutigkeit:**
- Indirekte Sprechakte können mehrdeutiger sein, da die wahre Absicht des
Sprechers möglicherweise nicht sofort klar ist. Der Hörer muss auf Nuancen
achten.

**Beispiel für eine Indirekte Aufforderung:**


- *Direkt:* "Leih mir bitte 20 Euro."
- *Indirekt:* "Ich habe heute mein Portemonnaie vergessen."

In diesem Beispiel wird durch das indirekte Äußern einer Schwierigkeit die
implizite Aufforderung angedeutet, Geld zu leihen, ohne es direkt
auszusprechen.

Indirekte Sprechakte spielen eine große Rolle in der alltäglichen


Kommunikation und ermöglichen es den Sprechern, höflich, diplomatisch oder
taktvoll zu sein, indem sie ihre Absichten auf subtilere Weise ausdrücken.

Funktionswechsel
Der Funktionswechsel bezieht sich darauf, dass derselbe Satz in verschiedenen
Kontexten unterschiedliche illokutionäre Akte vollziehen kann. Hier sind
Beispiele für Funktionswechsel:
1. **Der Satz "Kannst du mir das Salz reichen?" kann je nach Kontext
unterschiedliche Funktionen haben:**
- *Funktion im Kontext eines formellen Abendessens:* Höfliche Aufforderung
oder Bitte.
- *Funktion im Kontext einer emotionalen Diskussion:* Herausforderung oder
skeptische Frage.

2. **Der Satz "Ich frage mich, ob du mir helfen könntest" kann je nach Kontext
unterschiedliche Funktionen haben:**
- *Funktion im Kontext einer Freundschaft:* Höfliche Bitte.
- *Funktion im Kontext einer Konfrontation:* Indirekte Aufforderung mit
einem Hauch von Unzufriedenheit.

3. **Der Satz "Könntest du das noch einmal erklären?" kann je nach Kontext
unterschiedliche Funktionen haben:**
- *Funktion im Kontext eines Lernumfelds:* Höfliche Bitte um Klärung.
- *Funktion im Kontext einer hitzigen Diskussion:* Herausforderung oder
Zweifel an der Erklärung.

4. **Der Satz "Das ist ja toll!" kann je nach Kontext unterschiedliche


Funktionen haben:**
- *Funktion im Kontext einer Überraschungsparty:* Ausdruck von Freude und
Begeisterung.
- *Funktion im Kontext einer sarkastischen Bemerkung:* Ironische Betonung
des Gegenteils.

Der Funktionswechsel verdeutlicht, dass die Bedeutung einer Äußerung nicht


nur von den Wörtern selbst abhängt, sondern stark vom Kontext beeinflusst
wird. Sprecher passen die Funktion ihrer Äußerungen an die jeweilige Situation
an, und Hörer müssen den Kontext berücksichtigen, um die beabsichtigte
Bedeutung zu verstehen.

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