Enzyme
Im letzten Arbeitsauftrag habt ihr bereits Enzyme wie die Amylase, die an der Verdauung
von Kohlenhydraten beteiligt ist, kennengelernt. In diesem Arbeitsauftrag sollt ihr euch
weiterhin mit Enzymen auseinandersetzen.
Enzyme sind von lebenden Zellen gebildete Stoffe. Diese entstehen in der sogenannten
Proteinbiosynthese, ein Vorgang mit dem wir uns in der Klasse 12 im Bereich Genetik
noch einmal genauer beschäftigen werden.
Wir ihr bei der Verdauung bereits gelernt habt, regulieren sie biochemische Prozesse in
der Zelle. Sie kommen als Bausteine in Biomembranen oder frei in der Zelle vor.
Aufbau von Enzymen
Die meisten Enzyme sind Proteine (Eiweiße), also lange Ketten aus verschiedenen
Aminosäuren. Ihr könnt euch das Vorstellen wie eine Perlenkette, die aus verschiedenen
Perlen besteht, jede Perle mit einer anderen Farbe steht dabei für eine andere Aminosäure
und alle sind durch einen Faden verbunden.
Die Aminosäureketten liegen aber nicht einfach geradlinig vor, sondern gefaltet und bilden
dadurch eine räumliche Struktur aus. Also stellt euch einfach vor ihr nehmt die
Perlenkette und verknotet sie ineinander, dann entsteht ein Knäul mit einer „räumlichen“
Struktur.
Durch die vielfältigen Möglichkeiten der Aminosäurereihen (also in welcher
Reihenfolge Aminosäuren auf der „Perlenkette“ aufgeknüpft sind und welche
Aminosäuren überhaupt verwendet werden) und die vielen verschiedenen Möglichkeiten
der Faltung der Aminosäureketten entsteht eine unglaubliche Vielfalt an Enzymen.
Die räumliche Struktur von Aminosäuren besitzt des weiteren eine Besonderheit: an einer
Stelle des Enzyms findet man eine muldenartige Vertiefung. Diese Vertiefung wird als
aktives Zentrum bezeichnet. An dieser Stelle können Substrate binden (z.B. bei der
Verdauung die Stärke oder wie in der Abbildung unten Maltose).
Viele Enzyme sind erst aktiv, wenn die neben einem Proteinanteil (genannt Apoenzym)
aus einen Nicht-Proteinanteil (Coenzym) enthalten. Apoenzym und Coenzym
zusammen bilden das Holoenzym, also das erst funktionsfähige Enzym.
Coenzyme können locker und vorübergehend an das Enzym gebunden sein. Sie
geben im Verlauf einer Enzymreaktion Elektronen, Protonen und chemische Gruppen
an das Substrat ab oder nehmen sie vom Substrat auf.
Aufgabe 1:
Erstellen Sie aus den Angaben im Text einen Heftereintrag zu den Enzymen.
Hinweis: Grüne Sätze dienen nur der Erklärung und müssen nicht übernommen werden.
Aufgabe 2:
Beschreiben Sie mit Hilfe der Abbildung die Wirkungsweise von Enzymen in vier
Schritten. (beginnend oben in der Mitte, dann weiter im Uhrzeigersinn).
Erklären Sie, weshalb Enzyme substrat- und wirkungsspezifisch sind.