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28 Deutsche Geheimwaffen des Zweiten Weltkriegs
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Teil
Serie
Deutsche Geheimwaffen
des Zweiten Weltkriegs
Heinkel Lerche und Wespe
e kuitischer die Lage im Zweiten Weltkrieg fur die
Luftwaffe wurde, desto kreativer - oder verawelfelter
= wurden die Projekte fur neue Flugzeuge, welche die
Luftfahrefirmen entwickelten, um die alllerte Ober
‘macht 2u brechen. Dabel wurden auch technische Losungen
in Betracht gezogen, die von den herkommlichen Wlegen im
Flugzeugbau abwichen. Eine der Firmen, die sich mit beson-
ders ungewohnlichen Entwlrfen hervortat, waren die Ernst
Heinkel Flugzeugwerke. Im Konstruktionsbire des Standortes|
in Wien entstanden Ende 1944 etliche neue Projekte. Beson-
ders fantastisch war dabei die Idee eines senkrecht startenden
tnd landenden Abfangjagers: dle Lerche.
Diisen- oder Kolbentriebwerk?
twa zur Zeit der Grundung des sogenannten Jagerstabes
beim deutschen Rustungsministerium am 1, Marz 1944
begannen die Entwurfsarbeiten bel Heinkel an einer neuen
Generation von Jagdfiugzeugen. Mit dem Projekt P.1073,
wurde ab Februar ein Jiger mit Straltriebwerken bearbeitet,
wenig spater die P.1074 mit Kolbenmotor untersucht. Diese
Parallelarbeit mit zavei unterschiedlichen Antriebssystemen
Ist kein Widerspruch. Adolf Hitler hatte bel Besprechungen
Uber die Luftristung immer darauf bestanden, dass bei
Flugzeug-Neuentwirfen nicht alle auf die neuen Strahltrieb
werke setzen sollten, Er wollte 2ur Sicherheit immer auch mit
Koltenmotoren ausgerlistete Maschinen in der Fertigung
haben. Nach dem Krieg wurde und wird heute noch diese Ein
stellung von einigen Historikern kritisiert. Hitler habe damit,
die Einfuhrung von modernen Strahiflugzeugen bei der Lut
waffe gebremst. Dach de Situation im Frahjahe/Fruhsommer
1944 gibt im Rect.
Die Strahltriebwerke Jumo 004 und BMW 003 waren seht
storanfallig und noch nicht fur eine Serienfertigt geeignet.
Drei Dusenflugzeuge hatte die deutsche Luftfahrtindustrie
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iDeutsche Geheimaffen des Zweiten Weltkriegs
Tels 9
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bis dahin herausgebracht. Der Heinkel-Dasenjiger He 280 war
‘Uber den Bau von einigen Prototypen nicht hinausgekommen,
Die Messerschmitt Me-262 musste von einer Spornadmaschi-
neu einem Flugzeug mit Bugrad umkonstruiet werden. Die
Erprobung der Prototypen lief gerade und es gab noch keine
Erfahrungen mit einem Einsatz im Luftkrieg. Beim Dasenauf.
Klirer Arado 234 war gerade der erste Prototyp mit einem
rnormalen Fahrwerk erstmals geflogen. Die wenigen vorher
{gebauten Maschinen landeten auf einer Kufe. Es gab also 2u
dieser Zeit noch keinerlei Belege dafur, dass Flugzeuge mit
Strahitriebwerken einen entscheidenden Vortell im Luftkrieg
bieten warden
Das Leistungspotenzial des kolbenmotorgetriebenen
Jagaflugzeugs war noch nicht véllig ausgeschoprt, Aerody-
‘namisch und beim Verhaltnis Motorlelstung zur Flugmasse
konnten noch Reserven aktiviert werden, Bel den neuen
Jagerentwurfen setzten sich bei Heinkel einige Entwurfspin
Zipien durch. Der Rumpf war schlank gehalten und der Pilot
wurde nahe am Bug untergebracht. Bel der He 280 und der
Me 262 sa der Flugzeugfuhrer noch wie gevohnt in der
umpfmitte,s0 ls ob er einen Kolbenmotor vor sich hatte. Bei
der zweistrahligen P.1073 wurden vorwarts- oder rckwarts-
‘gepfeilte Tragflichen untersucht und V-Leitwerke eingeplant,
Die P1074 war da etwas konservativer ausgelegt. Ole Trag-
flachen waren hier gerade gestreckt. Das besondere Merkmal
war hier der Kolbenmotor-Anteieb durch Schubpropeller. Von
den untersuchten vermutlich vier Vatianten hatte die vierte
einen Ringmantel um die beiden gegenlaufigen Propeller
Schon lange im Schiffbau bekannt, wurde der Ring um einen
Propeller in der Luftfahre lange ignoriert, Dabel kann ein ent
sprechend geformter Ring die Schubwirkung eines Propellers
signifikant erhhen und den Schraubenstrahl gleichformiger
richten. Als Aggregat war der starke Motor Daimler Benz
DB 603 eingeplant. Der arbeitete Uber eine lange Welle aut
die Heckpropeler. Ein weiteres Merkmal, welches sich bel
spateren Projekten wiederfindet, ist die Unterbringung der
Bewaffnung von 2wei Maschinenkanonen MK 108 in je einer
Beule rechts und links des Cockpits. Beide Projekte waren
mit einem Bugradfahrwerk geplant. Wahrend aus der P1073
letztlich die Heinkel He 162, der Volksjager, wurde, fuhrte
die P1074 in Richtung eines noch ungewéhnlicheren Jagers
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Fehlende Kapazita
Die kombinierte Bomberoffensive der Alliesten ab dem Juni
11943 mit massiven Angriffen in der Nacht durch die britische
Royal Air Force und am Tag durch die amerikanische US. Army
Alr Force setzten die deutsche Luftwaffe in zwei wichtigen
Bereichen stark unter Druck. Zum einen wurde nach und nach
die Produktionsbasis zerschlagen. Flugzeugwerke und die
Produktion von Zulieferern, wie Motoren oder Kugellagern
sowie die Teibstoffversorgung wurden bombardiert. Damit
Konnte die geplante Steigerung des Flugzeugausstoves
nicht erreicht werden, Zum anderen wurden Einrichtungen
der Luftwaffe selbst, hauptsichlich Flugplatze angegriffen,
Dies schrankte die Einsatztatigheit der Jagdabwehr stark ein,
Nach der erfolgreichen Landung der Westallierten in der
Normandie am 6, Juni 1944 wurden die Bombardievungen
noch gesteigert
Zwarkonnte die Luftwaffe im Spatherbst 1943 einige Erfo:
ge gegen die Bomberstrome erziclen. Am 14. Oktober 1943,
twa erltten die Amerikaner Uber Schweinfurt ein Desaster
Doch kamen die seit langem versprochenen Hochleistungs
flugzeuge der Luftwaffe nicht zum Einsatz. Die deutsche
Luftrustung war zersplittert, lag mit Stellen des NS-Staates
Im Streit oder wart immer neue Prototypen indie Erprobung,
Der Mangel an Produktionskapazitaten, an Material und
an Arbeitskraften lieG die notwendige Auftistung, um den
Bombern stark entgegentreten zu kdnnen, ilusorisch wer:
den. Noch bevor Hitler am 19. Juni 1944 mit dem ,Eeass 2ur
Konzentration der Rustung und Kriegsproduktion’ ein Macht‘wort sprach, wurde bei Heinkel in Wien an einem kleinen
Raketenjager gearbeltet, der die Luftwaffe mit einem schnell
verfligharen Jager ausstatten sollte
Verzicht auf Flugplatze
Die Heinkel P1077, mit dem Tarnnamen, Julia" war ein Kleines
Jagdflugzeug, welehes der sehwierigen Lage der deutschen
Luftfahrtindustrie Rechnung tragen salle. Die Entwicklung
von ,xKleinstraketenjigern* wurde vom RLM angeregt. Es
betelligte sich mit Junkers (EF-127), Messerschmitt (P.1104),
Erich Bachem (Natter) und Heinkel, die Creme der deutschen
Luftfahrtindustrie an dem Wettbewerb. Am 16, November
‘wurde das Heinkel-Projekt dem RLM vorgestelt. Der Rumpf
ds Flugzeugs war eine enge Rabe, in welcher der Pilot vorn
liegend untergebracht war. De Bewaflnung musste deswegen
auSerhalb des Rumpfes befestigt werden. Als Antrieb dien-
te ein Raketenmotor der Firma Walter. Oas Tiebwerk hatte
Zwei Brennkammern, eine fur den Start und eine kleinere
fur den stieckentlug. Der Start erfolgte senkrecht oder im
stellen Winkel von einem Startgestell aus und wurde durch
abwerfbare Feststoffraketen unterstutzt. Gelandet wurde aut
kleinen Kufen. Das Jageflugzeug sollte weitestgehend aus
Holz gebaut werden, um knappe Metal-Rohstoffe 2u sparen
lim September wurden vor Reicheluftfahrtministerium (RLM)
insgesamt 20 Prototypen und Vorserienmaschinen bestelt
Bis Kriegsende waren drei Prototypen im Bau und Modelle der
21077 Julia wurden im Windkanal und beim Senkrechtstart
exprobt.
Beim Senkrechtstart mit Raketenkraft der Julia konnte auf
Flugplatze verzichtet werden, Das war ein wichtiger Vortel
Die Fliegerhorste der Luftwaffe wurden immer mehr durch
Bombenabuiire in heer Funktion elngeschrankt und standig
von Tieffliegern angegriffen. Die kurze Reichweite des Rake-
tenflugzeugs durch die maximale Betriebszeit des Tiebwerks
‘von fan Minuten brachte andererseits grofle Nachteile beim
Einsatz mit sich
Ein €omberverband musste nahe an den Julia Stellungen
vorbelfliegen, um von den Raketenjagern bekimpft 2u wer-
den. Deswegen hitte eine groe Zahl von Julia-Stellungen
‘ingerichtet werden mussen, deren Flugzeuge und Piloten oft
in zu groBer Entfernung von den Bombern stationiert waren
tund untatig bleiben mussten. Die kurze Einsatzzeit des Rake-
tentriebwerks ermaglichte keinen Anflug auf einen Flugplatz
und eine Landung dort, sondern der nachste Acker oder die
ichste Wiese hitte angesteuert werden mussen. Dies hatte
Deutsche Geheimaffen des Zweiten Weltkriegs
Teg 31
2u einer hohen Zahl von Landeunfallen gefuhrt und einen
hhohen logistischen Aufwand der Bergung und Rackfuhrung
der Julia nach einem Einsatz bedeutet. Ein senkrechter Start
bot also Vortele fir die Luftwaffe, der Raketenantrieb und
ine Autlenlandung kehrte diese aber ins Negative um. Eine
andere Ldsung musste her. Gesucht wurde eine Kombination
aus Senkrechtstart langer Flugdauer und einer kontrollierten
Landung,
Heinkels Projektbiiro
Ernst Heinkel wid von denen, die thn kannten, als PersSnlich
keit beschrieben, die immer ihren eigenen Willen durchsetzen
wollte. Diese Eigenschaftfunrte dazu, dass der Unternehmer
In der Luftwaffe, im NS-Staatsapparat und bel anderen Luft-
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fahitfirmen wenig Freunde hatte, Ende 1942 eskalierte der
Streit um den missglickten Entwurf des Bombers Heinkel He
17 und um andere Themen, sodass Ernst Heinkel schlielich
als Chef seiner Firma abgesetzt und die Firmaim Sommer 1943,
ineine Aktiengeselschaft (EHAG) umgewandelt wurde. Ernst
Heinkel wurde zwar Vorsitzender des Aufsichtstats, der aber
Entscheidungen immer mit Mehrheit, oft gegen die Stimme
von Heinkel, beschloss.
Heinkel vere darauf seinen Stammsitz in Rostock/War
‘nemiinde und 209 mit seiner Familie nach Wien, wo die Firma
seit 1942 ein Zwelgwerk betrieb, Da er sich selbst immer als
Flugzeugkonstrukteur sah, Ist es nicht verwunderlich, dass
ler aus Rostock die Projektabtellung seiner Firma abzog und
direkt in seinem Wiener Domizl, der Villa Blum in der Anger:
‘mayergasse 1, einquartirte. Hiefir lie er sogar das Gebaude
lerweitern. Hier konnte er, fernab von den Burokraten des RLM,
an neuen Flugzeugprojekten arbeiten. Dabe! lagen Heinkel
die Strahiflugzeuge und Jagaflugzeuge besonders am Her:
zen, Ernst Heinkel férderte dabe! immer die Hinwendung zu
Uungewahnlichen technischen Losungen, Der Raketenjager
Julia war eine solche unkonventionelle Herangehensweise
an Probleme, Aber als die Schwachen dieses Entwurfs immer
mehr hervortraten, musste eine neue Idee als Lasung fur ein
Jagaflugzeug her.i
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Deutsche Geheimaffen des Zweiten Weltkriegs
Teil 9
Die Heinkel Lerche
Egal welches Start- und Landeverfahren far ein Jagdflugzeug
in Betracht gezogen witd, mit einem Raketentriebwerk st die
Maschine kurzzeitig sehr schnell, aber es fehlen ihr andere fur
tinen Luftkampf wichtigen Fahigkeiten, wie Reichweite fur
tinen Zielanflug, lange Flugdauer fir eine Absetzbewegung
vom Feind oder Wendigkeit wahrend der Betriebsphase des
‘Triebwerks. Der Oberingenieur Kurt Reiniger (1913 bis 2005)
machte sich vermutlich ab Dezember 194, spatestens zum
Jahresbeginn 1945, in Wien an einen [Link]
‘wurde er dabei von Dipl-ing. Gerhard Schulze (1931 bis 2008)
Der Chefkonstrukteur der Heinkelwerke, Siegfried Gunter, wat
nicht betellgt. Er kénnte die Arbeiten hachstens als Vorge-
setzter Uberwacht haben. Die beiden Ingenieure legten das
‘Antsiebskonzept der P1074 furihve neue Maschine2u Grunde.
Ein Mator Daimler Benz OB 603 E sollte beim ersten Entwurf
‘einen Sechs-BlattPropeller anteeiben der von einem Ring
tumgeben war. Dieser Ring diente der Schubverstirkung. Auch
‘wurde ein Tell des Teibstoffs im Ring beférdert.
Die Motor-Startleistung von 2400 PS fuhrte jedoch be!
der Arbeit auf einen einzelnen, schnell drehenden Propeller
7zuVerlusten im Bereich der Blatspitzen. Auch ware das Dreh-
moment bet dem kleinen Flugzeug schwer 2u beherrschen
‘gewesen, Die P1074-Losung mit zwei kurzen, gegenlaufigen
Propeller vermied alle diese Nachteile. Deswegen wurde fir
alle weiteren Lerche-Versionen ein Doppelpropeller vorgese-
hen. Aerodynamisch war der schlanke Rump der Julia mit i=
‘gendem Piloten ideal fr ein schnelles Flugzeug, Nur war ein
Fahrwerk dae
nicht unterzubringen. Gelang es, den Entwurt &
far einen Senkrechtstart auszulegen, war das Fahrwerk dabel
‘ohnehin Uberflussig, warum also eines fur die Landung mit-
schleppen? Der Anstol far die Uberlegung der senkrechten
Landephase soll von einem dritten Heinkel-Ingenieur gekom-
‘men sein. Dipl-ing. Walter Hohbach war damals ein enger
Mitarbeiter von Siegfried Gunter im Wiener Projektburo.
Reiniger und Schulze gelang es, ir Projekt sehr leicht,
auszulegen. Bei einer Startmasse von etwa 3500 kg war das
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Deutsche Geheimwaffen des Zweiten Weltktieg:
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Leistungsgewicht (Masse getellt durch PS) hier etwa doppelt
0 ginstig wie bei der herkémmlichen Focke Wulf Fw 190 8-8
Damit konnte [Link]" genannte Flugzeug senkrecht vor
Boden abheben. Eine Anbringung der Propelier am Heck, wie
bei der 1074, verbot sich hier jedoch. Im Propeller-Luftstrom
rmussten Ruder zur Steuerung angebracht werden. Bei den
niedrigen Geschwindigkeiten beim Start mussten diese Ruder
aber graf ausfallen, um wirksam 2u sein, Als beste LésungDeutsche Geheimwaffen des Zweiten Welt
DB-PTL 021
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bot sich an, die Propeller in die Rumpfmitte zu rucken. Damit|
tenifiel auch eine lange Welle vom Motor zu den Propellern
Andererseits gab es so keinen Platz, um eine groe Tragfliche
‘am Rumpf zu befestigen. Der Propellerring wurde so auch 2um
Ringflagel, eventuell unterstitet durch kurze Flugelstummel,
‘Wie schon bei der P.1074 wurde die Bewaffnung mit 2wei MK
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Bezeung lente tere
Einsatzaveck Toate Tower
Besatzung 1 1
Spanonete 375m 375m
tinge 115m 15m
Hone 375m 375m
stotmase 3556 1g 3750
Hochstein 204m 220m
eae 6500m 11500m
ante 1x08 603 108603
(2uoo ese a7e5. | (2800 5 = 2060;
Bewatoung axmki08 2k 108
Die amesangen indin loge ements ndshnngen enone,
108 in Geulen auf beiden Seiten des Cockpits aufen am Rumpf
platzier,
Der senkrechte Start konnte nur ohne das Gewicht eines
Fahrwerks durchgefuhrt werden. Zwangsweise musste die
Maschine also auch ohne Fahrwerk landen. Das erforderte
vor Flugzeugfuhrer ein gewagtes Manéver. Die Bugnase der
Entwurt¢ Entwurt
tect leche
Jagdoorber Nate
1 2
450m 00m
200m 11,00m
460m 520m
5690 kg 1518
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500m acon
208.6050 24086030
van) | (2x200085=2xauT0 KM | (2280005 25 20601)
2M 108 + Abwurtaten 3xMG 151
gs-Tel9 35,
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Jaguar Pope
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Maschine musste in niedriger Hdhe hochgezogen werden
bis das Flugzeug senkrechtin der Luft steht und dann wurde
die Motorleistung vorsichtig gedrosselt, bis die Maschine
wieder mit ihrem Heck auf dem Boden steht. Eine fliegerische
Leistung, die nach dem Krieg selbst erfahrene Testpiloten bei
hnlichen Flugzeugen ins Schwitzen brachte.
Eine Lerche fiir mehrere Zwecke
Vom ersten Entwur, Lerche Igenannt, wurden zweiVersionen
durchgerechnet. Der Entwurf A wurde vom DB 603 £ (2400S)
angetrieben, der Entwurf 8 vor DB 603 N mit 2800 PS. Beide
Maschinen soliten als Tagjager eingesetzt werden. Optimis-
tisch errechnete Kurt Reiniger eine Héchstgeschwindigkeit
von 820 km/h. Fr ein Schlachtflugzeug oder Jagdoomber
-musste die Motorleistung aber gesteigert werden. SchlieBlich
_mussten fr diesen Einsatz noch Bomben mitgefthet werden,
Dies war miteinem einzelnen Motor nicht méglich, So wurden
zwei DB605 D mit je 2000 PS Startleistung mit ihrem Getriebe
Stirnseite an Stimseite im Rumpf untergebracht. Die Lerche I
(Entwurf C) war damit Uber zuei Meter linger als hee Vorgin
sgerversion,
Noch grafer fil die Lerche Il (Entwurf D) aus. Als Nacht
Jager mit einer Zwel-Mann-Besatzung wurde sie von zwel
DB 603 N mit je 2800 PS angetrieben. Der Pilot biieb auf
seinem linken Platz In der legenden Position, wahrend der
Siebemas des Start- und Landlevorganges
rechts platalerte Funker vor seinen Geraten sa8, Die Bewatt:
nung wurde auf drei Bordkanonen verstirkt und wanderte in
eine groBe Wanne unter den Bug. Die grBBte Anderung war
jedoch die Verwendung einer kurzen Tragfliche auf beiden
Seiten des Schubringes,
Die néchste Variante (Entwutf €) unterschied sich durch
den Antrieb von den bisherigen Versionen der Lerche. Hier
wurde kein Kolbenmotor verwendet, sondern die geplante
Propellerturbine Daimler Benz PTL 021 sollte eingesetzt wer:
den, Deswegen ethelt dieser Entwurf dle neue Tarnbezech
rung .Wespe* Die kurze Einbaulinge der Turbine lief! auch
wieder einen kurzen Rumpf wie bei der Lerche | zu. Dieser
einsitzige Tagidger sollte dank der leichten Propellerturbine
eine Startmasse von nur etwa 3700 kg haben, Die PTL sollte
eine Leistung equivalent 2u 2000 PS abgeben. Durch den
2usatalichen Schub von 500 PS sollte die Wespe eine Héchst
‘geschwindigkeit von 860 kmh erreichen.
Die PTL war eine Modifikation des Strahitriebwerks
HeS 011 der Firma Heinkel. Die ersten Erprobungen dieses
sehr fortschritdichen Heinkel-Triebmerks waren erfolgreich
Einsatzawedk Tog
Besatung 1
Spannwete 500m
Lange 760m
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Statmasse 3690 ig
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Gipenane 10000"
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(2000 +5005 = 1670 +367
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De Neng sein Fuge gemeen nd ween edungen snoDeutsche Geheimwaffen des Zweiten Weltksiegs ~Teil9 37
verlaufen. Daimler Benz nahm sich deswegen die von Hans
Joachim Pabst von Ohain entworfene HeS 011 als Basis zur
Projektierung einer der ersten Propellerturbinen der Welt
Gleichzeitig musste die Firma auf Anweisung des RLM aber
alle eigenen Entwicklungen zu PTL abbrechen. Bevor aber
«in Prototyp dieser PTL 021 gebaut werden konnte, war der
Krieg fur Deutschland zu Ende und die PTL.021 bie nur ein
Projekt. Die Turbine sollte standardmilig einen einzelnen
Sechs-Blatt-Propeller antreiben. Der Rumpf der Wespe muss-
te zur Unterbringung des Lufteinlaufs des Tiebwerks einen
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‘grdBeren Durchmesser evhalten, Der Pilot lag nun auf dem steigerung von Otto-Jigern durch Verwendung eines Luft
Luftkanal, schraubenmantelringes als Tagflugel unter Ausnutzung des
Senkrechtstarts"tragt das Datum 8. Marz 1945. Bis Ende dieses
Projektbericht kurz vor Kriegsende Monats wurden noch Untersuchungen am Propellerring im
Die Zeichnungen der Lerche und Wespe wurden Ende Feb Windkanal durchgefahrt,
‘uar 1945 fertiggestellt, Der Projektbericht von Kurt Reiniger Am 2. April 1945 wurde Wien wegen der schnell der vor:
mit dem sperrigen Titel Vorschlage zur Geschwindigkeits- rickenden Roten Armee zum Verteidigungsbereich erklit.
Wakwscheinlich endeten 2u dieser Zeit schlagartig dle Ent
wurfsarbeiten des Projektbiros der Firma Heinkel. Am 6. April
erreichten sowjetische Truppen die AuBenbezirke Wiens. Bis
dahin wurden etliche Unterlagen der Firma Heinkel von der
Belegschaft [Link] die Projekte Lerche und Wespe lange
Jahre nach dem Krieg unbekannt blieben, werden auch diese
DDokumentationen weitestgehend verbrannt worden sein. Min
destens ein Exemplar des Berichtes von Kurt Relniger scheint
aberin einem Archiv Uberlebt zu haben, wurde aber erstin den
1980er-Jahren durch Skizzen und Zitate daraus bekannt.
Entgegen der bisherigen Gewohnheit der Heinkelwerke
ethieiten die Lerche und die Wespe keine Projekt-Nummern
lund wurden immer nur unter ihrem Cade-Namen gefubrt. Ob
dahinter eine Absicht steckte - und wenn ja welche ist bisher
nicht ermittelt worden. Bis zum Projekt P.1080, einem Jager:
Entwurf vom Frijahr 1945 mit zwei Staustrahtriebwerken
der Bauart nach Eugen Singer, wurden alle Entwurfsarbeiten
systematisch durchnummeriert. Dies diente einersets der
geordneten Ablage der Unterlagen sowie andererseits der
internen Abrechnung von Arbeitsstunden und sonstigen
Aufwendungen.
as ganze Senkrechtstarter-Projekt bei Heinkel wurde
nicht vom RLM angestoBen und war wohl bis in Berlin der
Bericht von Kurt Reiniger vorgelegt wurde, dort auch unbe-
kannt. Daher gibt es auch keine offizielle RLM-Bezeichnung
tnd keinen Hinweis auf dieses ungewahnliche Flugzeug in
den Protokollen der Rustungsbesprechungen. s kann aber
J vermutet werden, dass das ALM diesen Entwurf 2u dieser
3 Zeit im Krieg nicht genehmigt hatte. Viele, schon weiter
+E durchentwickelteFlugzeugprojekte wurden im Frahjahr 1945Deutsche Geheimaffen des Zweiten Weltkriegs
‘uf Befehl abgebrochen. Nur ein Flugzeug mit ahnlichem
Einsatzprofil wurde ~ nicht vom RLM, sondern von der SS,
weiterbetrieben. Es war die Bachem Natter, ein senkrecht
startender Raketenjiger. Hier brauchte sich der Pilot nicht um
‘le Landung 2u kimmern, Das Flugzeug zerfiel nach einem
“Angriff auf Bomber in zwei Baugruppen. Das Heck mit dem
Raketentriebwerk und der Plot landeten jeder an einem Fall-
Schirm, der Bug ging verlore.
Nachteile des Lerche/Wespe-Entwurts
Die senkrechte Stellung des Flugzeugs am Boden mit dem
Propeller in der Rumpfmitte hatte u erheblichen Schwierig-
keiten beim Einsatzgefuhrt. Entweder hatte der Pilot vor dem
Flug an Griffen am Rumpf nach oben klettern und sich dabel
durch den Propellerkreis hindurchawéngen missen oder ein
aufwendiges Wartungsgestell hitte ihm Zugang zum Cockpit
bieten mussen, Am Boden befindet sich der Flugzeugfuhrer
im Cockpit in stehender Position. Er steht also auf den Sei-
tenruderpedalen und muss sich von einem Wart an die jetzt
senkrechte Liege anschnallen lassen. Im Flug st de Sicht nach
hinten schlecht méglich. Dies ist ein Risiko im Luftkampf und
be! der Landung. Die Rettung des Piloten im Flug mit dem sich
hinter ihm drehenden Propeller it schwierig. Seine liegende
Position schlieft den Einsatz eines Schleudersitzes aus. Eine
abwerfbare Kanzel,ahnlich der bei dr DFS 346 verwendeten,
kann den Flugzeugfubrer aber in niedrigen Flughohen nicht
Die stehende Lage des Flugzeugs am Boden erschivert
naturlich die Aufrmunitionierung, Betankung oder Wartungs
~arbeiten. Ob bel der Jagabomber-Variante Lerche Il die Bom-
ben in senkrechter Stellung uberhaupt an ein Tragergerat
langehangt werden konnen, ist unkar. Auf kleinen Rader an
‘den Heckllossen stehend, wird das Flugzeug auch schwierig
zu beviegen sein, wenn es etwa nach der Landung in eine
Deckung gebracht werden soll
Fur die Wespe geben Reiniger/Schulze eine Landege-
schuvindigkeit von 193 km/h in ihtem Bericht an. Es erfordert
Schon Todesverachtung, ohne gute Sicht mit dieser Geschwin-
digkeit dem Boden entgegenzustirzen. Wahrscheinlicher
ist es, dass die Landegeschwindigkeit schrittweise auf ein
Minimum reduziert worden ware. Dies lenkt den Blick auf die
Schulung der entsprechenden Flugzeugfahrer. Die Pilate:
Ausbildung In der Luftwaffe war 1945 nahezu zusammen-
ebrochen. Flugzeuge wie der Volksjager He 162 solten von
Hitlerjungen mit minimaler fiegerischer Grundausbildung in
den Einsatz gehen. Woher sollten nun die erfahrenen Piloten
der Lerche oder Wespe kommen? Dies alles lasst den Autor
diese Heinkel Projekte zwar zu den technisch hichst inter
essantesten Entwirfen des Zweiten Weltkriegs zahlen, es ist
aber auch ein Zeichen fir einen qTunnelblick der damaligen
Ingenieute. Alle anderen Faktoren als rein technische fir den
Einsatz eines Kampfflugzeugs wurden ausgeblendet. ine in
der Stress Situation eines drahenden Einsatzes als Soldat im
Volksstuim wegen des schnellen ortickens der Roten Armee.
verstndliche Handlungsweise
Die Tatsache, dass dieses Ringflagel-Konzept nach dem
Krieg bet anderen Nationen nicht zum Einsat2 kam, zeigt, dass
€ sich bel Lerche und Wespe nicht um eine .Wunderwaffe”
agehandelt hat, welche das Kriegsglick fr Deutschland hatte
wenden kénnen, Die Entwirfe des Heinkel-Projektburos zur
Lerche und Wespe boten in der letzten Phase des Luftkrieges
1945 aber eine technisch héchst interessante Losung.
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