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Schellingiana
Hetausgegeben von Walter E. Ehrhardt
im Auftrag der
Internationalen Schelling-Gesellschaft
Band 4
FW. J. Schelling
»Limaeus.“ (1794)
Herausgegeben von Hartmut Buchner
Mit einem Beitrag von Hermann Krings:
Genesis und Materie — Zur Bedeutung
der ,,Timaeus“*Handschrift
fiir Schellings Naturphilosophie
frommann-holzboogpeorotore. Gy
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Verkleinertes Faksimile Hs. $.1
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Timaeus vol. IX. ed. Bip ®
"Den Grundsaz nach dem man die Darstellungsare im Timitus
beurteilen mnuB giebt Platon p. 303.°
selbst an: voy xounmmy va
area toubs tov navzos eégety
5E EQYOV, nat edgoven erg navras
aSovatov Aeyenw7
Als Hauptsatz wird p. 301.° der vorausgeschikt »Eow ~ duaigetcov ta:
fe 120 ov Mov act, yeveoty Be ovx Exov- xai tro y1YVOKEVOY
hev, ov 8s ovdexore. 10 Nev 5, VonoEI Leta RoyoU neguinntoy, aet
vata tavta ov t0 8 av 50hq Mer a1eSnsews ahoyov bokactov,
YUIVOHEVOY ua GROMALUEVOV, OVT@s be OvdEenote ov,« Hier
erklirt also Plato selbst das ov Air etwas, das Gegenstand des reinen
Verstandes (even [Link]) sei, was rein u, vollkommen erkennbar
& nicht nar Gegenstand einer ungewisien, u. unvellkommnen Meinung
(Boga) ist." Di alles sind Metkmale, die auf dic Ideen des reinen Ver.
standes u, der reinen Vernunft paBen. Das yryvouevov aber (d.h., das
empirische, durch Erfarung entstandne) erklirt er selbit durch
das, was nur Gegenstand der Meinung u, ciner von [deen unabhingigen,
Ja vielmehr den Ideen widersprechenden (ahoyov) Anschauung ist. (Die
Idecn “worunter Plato alle reine Begriffe des VorstellungsVermagens ver~
steht” widersprechen der Anschauiung, insofern sie auBer allem Kreis der
Anschauung liegen, sic gehéren aber alle wenigstens nicht unter die
Gegenstinde der Anschauung, u. die Anschauung selbst, blo als solche
betrachtet, ist von allen {deen unabhiingig). Vgl. Rh(apsodien) 1, p. 3.
“Mit Boa scheint sonst bei Plato mong analog zu scyn, pag. 304.°
heift es, 6 1 yaq xQOG Yeveory ovata, coUI0 RQGe RLO THY a=
An Sera. Wie sich yeveag zur ovoid verhiilt, so mtotig aur @knSeia.
Nun erhelle aus der angefiihrten Stelle was ihm. yeveatc ist, nimlich
etwas was nur 0G [Link] ist, ova aber was hov@ mar
Pgovncer RepLhyrroy ist. ainBera aber ist was et z.B. im Menon u.
Gorgias exictmun heiBt. (yeveois : (oveva) = 808n : émiornyn). °
25Dea
eyew.] et ohne Verveismgessichon ant Rand Z. 6-12
Timseus
2 Tims] mph.
15 cas] nace. 20 sie} zuers sie ber
23Der andre Satz ist: nav ro y17vomevoy xat anohhuppevov, be
avzt0v twos of avryoms [Link].*°
Da Plato nur dem, was, unabhingig von aller Erfarung, von aller
Sinnlichkeit existise, Vollkommenheit (to xaov) zuschreibt, so ergiebt
sich daraus von selbst der Satz 8,302 ° admov av 6 Bptovgyos Q05 £0
ara Paved ezov Bherov at, to1ovr TL KQOSZQ@MEVOS RugaBELYNCN,
‘any weav xar Svvayty aneg- | yatntat, xarov € avayyng odtas azo-
wehowtiar ray. ob 8 ay eg x0 yeyovos YEVITO RaQadELyHATL nQOTZOO
HevOs, Ov vahov.«
Hier wird also gleichsam schon vorausgesezt, daB der Demiurg cin
Ideal vor Augen gehabt habe, nach dem er die Welt hervotbrachte, War
iB Ideal ein ewiges, unerzeugtes, dh. war es ein reines, von aller Sinn-
lichkeit unabhiingiges Ideal, so mute das Werk, das er ihm nachbildete,
vollkommen werden, denn alle Vollkommenheit ist iibereinstim-
mung mit Idealen, War hingegen die Welt einem sinnlichen Bild
nachgeahmt, so mufte es etwas durchaus unvollkommnes, . unregel-
miBiges werden: denn der Charakter des sinalichen ist Regellosig-
keit
Die niichste Frage p. 302. ° ist:
nist die Welt ewig oder hat sie einen Anfang?e Antwort, »yeyovev.
Sont0s yaQ, dros te cot xan Goa exoV. Rave BE ta TOLaDtE aIoSZa,
ta bs moSnsa, Sofq negrhnnra wera atoSoEas yryVouEVe, xat yEVHITO
epavn.«
Dif folgt aus oben schon aufgestellten Begriffen denn alles durch
Brfahrong u. Wahmchmeng (Sofn, ateSneei) erkennbare ist yovns6v (6.
oben.)
(Man sieht hicraus iibrigens, warum Plato die urspriingliche Materie
fir cowas unsichtbares erkkirt,)
p. 303. ° wto8e 8 uv nokiv eniexenteov megi avzov, ngo¢ noTEgOV tov
mugadsryatov 6 texravopevog avrov axsigyateto.x (Hier wird also
wieder vorausgesezt, daB der Welturheber nach cinem Ideal ge~
arbeitet haben miBe, denn die Frage ist nur: no0g RozeQov usw.)
omoregov mgog to xara sata xat| Goavt@s exov, n RQOS TO
Wes] zwar os 9
18 muie] erst mute fiellich 24alles] aut das
24
YETOVOS. st wav dn] xahOs eorLy d8e 6 xooHOs, 6, te SrLODvgyOs ayadog,
Smdov, 5 mQog x0 aiSioy oPheney- ex Be pm (6 ymB eveew cwv1 Sopig)
RQOS tO YEVOVOS. Rave Bs cages, St ngQOG <0 aibiov. 6 tev yg nah-
dors tov yeyovoray, 6 5° UgiETOS TeV artiwy.< obtw Sy yEYEV-
* Dib felt zwar in der Zweibriicker Ausgabe allein es ist zum Sinn
_ nothwendig erforderlich auch ibersetzt es Ficin. ©
“Anm. Man wird im Timius durchweg Hinweisangen genug auf die
Idce eines einigen Welturhebers entdeken. Auch diese Stelle weiBt
darauf hin. Platon redt immer nur von Im. Smyiioveyos, nie von
Snwovgyors, Warum er so behutsam, so dunkel u. zweideutig sich
dariiber ausdriikte, lit sich leicht begreifen. Wie dngstlich sucht et
sich nicht auch nuF der dankeln AuBrungen wegen, die er im Timdus
gethan hat, S.304. ° zu verwahren, Er redt gerade in dem Tone, den
noch jezt der unterdriikte Freund der Wahrheit annchmen muB. »Eav
owv, heiBt es, nokAa nokhov sixoveoy xegt Sewv xaL tg tod maveos
‘yeveceds, un Sovat01 yiyvoqsSa maven Ravr@s AV TOV Gdz006 aDLOLe
[Link] Kar amnxeiBouevong Loyous axoBouvat, yn Gav
haonc, aid, eav aoa undevos Hrzov nagezmpeda sixorac, «yanay Zon,
(Bs ist genug, wenn wir nur nicht mindere Wabrscheinlichkeit als
andre auf unsrer Seite haben), pejvnpievov, dg 6 Levey, Sucre ve of
xgitar puow avBgorivAY sxoueV' dove Regt cobTOW TOV excota HL9OV
aroBexouevons, Roencr unde evi nega Cntetv.e —
“So schiichtern spricht Plato auch p. 324.° von den Diimonen.
oTlegi 8 tov — Satpovey exrew xat yovar my yeveowy, peiCov 1 xaS"
has. etoteoy Se voice eigmxoiy cyngocSey, cxyovor EY
Seav ovow, ds epacav, capas 5¢ mov tovs aitav xoOyoVOUE ELOeW
advvatov ovv Yeov narciy amoteiv, xaineg aved te ct.
KoTOV KUL avayHeN axoder~emY ReyoUct, GAN’, Os (quia)
OLeELa gaoxovaLy ancyyEhAsty, éRoUEVOLS tO VouW TLOTEUTEOV.«
Crest tout comme chez nous.”
Wie sich doch die Sprache der Wahrheit in allen Zeiten so gleich
ist! —~ Ich habe das bisherige deBwegen bemerkt, weil man so hiufig
der Offenbarung einen (gewi8 nicht gut angebrachten) Dienst, (det
cher Schmeicheln heifen konnte) zu erweisen glaubt, wenn man
allen Philosophen des Altertums so viel als méghich Kennenib des
einigen Gottes entweder abzusprechen sucht , oder, wenn man dB
nicht kann, das alte Geschwiz der Kirchenviter wiederholt, da® sic
aus der Offenbarung geschépft haben, Allein weder die eine noch die
2unt] ache, Dimmer] zest immer vo.
$2nur] averse nur seiner 23-30 So... nous] steht ohne Verweisuagsceten ane liken
Rand von Z,20-22 bis $.26, Z.1215 29 aptiche} suerat spriche (an) oder (ou)
3A Sprache der] folgen 1-2 amish getire Werler 36 Goues| aucrt Gort a>
sucht] nace
10 behutsam) suert beaten wHeVOS, me0g TO Loy@ xal EQovNGE ReQLhnRtOV nat xara sav-
4 exov Bebnuiovgyytar« (Hier ist also wieder to xata r'avta eyo
parallel mit Loy xa pgovncsr meptdaperov. Das lezzere ist auch wegen
dem Platonischen voug merkwiirdig.)
ib. ° tovray de Undgzovrav av, xa Rada avayyn TOvBE TOV KOsHOV
exova tivos ewaie Nun kommt Plato erst auf den Satz, daB die Welt
Nachbild itgend eines Urbilds seyn miiBe. Da Platon die Welt, insofern
sic sichebar war (mundum materialiter spectatum *) so weit herabsezte,
ihr sogar cine nur in den Sinnen (aio9nox1, 8089) vorhandne Existenz
‘auschrieb, da er sic also (als bloBen Gegenstand der Sinnlichkeit) so ganz
andre Meinung wird man durch diesen Dialogen Platons bestitigt
finden. Ubrigens ist jene ganze Verfahrungsart nichts anders als eine
Erhebung der Offenbarung auf Kosten der Vernunft, was niemnals fir
diese oder fir jene vorteihate auschlagen kann, cs it ene Unibet,
ligkeit, die ach mit der Aufrichtigkeit eines’ un-[betangnen Ge-
schichtforscher’s nicht vertrigt, “eine Unbilligkeit" die ganz das ver~
gift, was sie doch tiglich vor Augen sicht, wie hiufig "nimlich” niche
Uberzeugung durch achte BeweiBe sondemn politische Uber.
macht, dic cine gewie Meinung nun einmal privilegirt hat, dic
“Stimme des Widerspruchs" zum Schweigen oder wenigstens zum lei-
sen kaum hérbaren Reden zwingt, eine Unbilligkeit, die eben nicht
gr0f ist, als das triumphirende Spotten privilegirter Echrer tiber Ane
Gersdenkende, die keine andre Macht auf ihrer Seite haben, als die
Macht der Wahrheit oder wenigstens der Uberzeugung, . deren
Gest durch den eigliien Anbu der Herrschatt solchet Size, die,
ihrer gewiBenhaftesten iberzcugung nach, falsch sind, schon 20
viel é¢é, als dab man néthig hitte, ihn (noch) mit eimem héhnenden
‘Tror, auf Privilegien in den Staub zu driiken. Wie "wiirde es um die
Geschichte aussehen, wenn jenes Verfahren allgemeingeltend wiirde,
whe" unbillig wire es z.B, zu behaupten, da vor Luther niemand so
weit (oder wobl noch weiter) geschen habe, als er, weil vor ihm
keiner es wagte, das politische Joch der Hierarchie abzuwerfen? Und
ywas miBte, unter jener Voraussezung, dic Nachwelt von unstein
Zeitalter urveilen??
Zegov| swent cxov Sqm Tseyn) angst seyn sole
32 Verihrongsar| suet Veraheungsane mie
Woche} cues nicht Beveibe u, 19 de sweet die Watsheit folgen 2-3 unfeserlh
sstichene Witer "20-2 lesen} avert sen Reden bringt 22-43 Anderslenkende |
aent Andersienkende, deren Gest 24 den) suert der « Wabsheit 6 betray
26-B7 schon 2a viel] sata schon geil es leer I°S unlaerlih getige Wires ZT mas]
ati man noch (noch) mi ach (noch) fog vermuich ein rch Recs enlesereh
gewordneshurzes Wort 28 Wie} 2uert gexrihen, dann wieder gig gemacht
{ener Vormseezung] zuers: wenn jene Verfahrungia:giltig ware
S sogar] suerst saga mir
‘38 unter
28
heterogen mit allem Formalen ansah, so konnte er unméglich die
Form der Welt, ihre Regelmiligkeit, u. GesezmiiBigkeit als eine der
Materie inhdrirende, oder von der Materie selbst hervorgebrach-
te Form betrachten, Er mufite diese Form der Welt als in etwas ganz
andrem “von aller Materie seinem Wesen nach verschiednen” vorhanden
annchmen; er sezte sic demnach in den Verstand, er beschrieb sic als
etwas nur dem Verstande faBbares (Love xa pgovnost negtantroy) u.
weil er “die Ursache" dieser Verbindung der Form (nega) mit der Ma~
‘erie (aneigov) weder in jener noch im dieser allein, noch in beiden
zugleich finden konnte (denn er sah sie als 2. einander bestindig ent-
gegenstrebende Dinge (Regelmahigkeit u. Regellosigkeit) an) so war
GGiehe Philebus °) ein 3tes nothwendig, das beide mit | cinander ver
cinigte, oder sder Welt eine Form gab, die ein Nachbild der urspring-
lichen, reinen Verstandesform war.e®
| >Was bewog den Urheber der Welt dazu, diese hervor-
zubringen«?
“pag. 305. *" »Ayados nv, ayaSo Be ovseis neg ovdev0s overote ey
‘raverar @Bovos, vourov 8° extos ov, mavta Sripokiota eBoudndy
yeveo9at raganinota adto — (Pine Idee auf die kein Moses u.
kein Jude gekommen ist ~)" Pounders yug 6 Seog ayuSa pev moved,
@havooy Se ymdev swvar xava Sovanv, obto y Rav, Scov yy Soatov,
ragahafiev, vs [Link] ayov, ahha savovuevoy RAnmuchog xa.
araxtans, ets taEW aut nyayeV ex TMs aTaELUG, AyHEALEVOs evewo ToD.
Tov naVTOg apEwvov.«
Die reinste, herclichste Idee von Gottes Absicht bei der Weltschéip-
fing. — Die priexistirende Urmaterie der Welt wird hier vorausgesezt.
Sie wird als etwas unruhiges, ohne Ordnung u. Regelmibigkeit be~
vwegtes dargestellt, weil sie damals noch nicht der Form des Verstandes
teilhaftig geworden war, Sollte wohl das ouz ounay @yav, xivoupevo
eraxtag usw. nur eine versinnlichte Darstellung der Regel-
losigkeit Unsravrr seyn?
Semis 66 ove’ ny, ovt? eott to agiat Sagv GAAO whnY to xOh-
iotov.e®
1 Formalen] suerst Formalen a(b) 4 multe] sivrst mabe eur Verbi
5 ander]
‘wert andrem aufler der Welt 10 konnte] aus kennten
276
vahoy driikt nicht nur Schénheit, sondern tiberhavpt Voll-|kom-
menheit, vollkommne RegelmaBigkeit aus. DiB sieht man deutlieh aus
dem folgenden, da er das vakov cinzig u, allein in die Theilnahme an det
Form des Verstandes sezt. Er sagt vom Demiurg, shonoayevos ov
sbgloxey ex Tov xata gow Sgatev ovfEv avontoV Too voDY ExovEOS
Shov bhov wakAtov eseadar Rov egyov —«°
Der Sinn ist nimlich der: Der Demiurg bedachte, daB keine sichtbare
Wel, (ex tov xaza guow dgazev doy), die der Verstandesform un-
ceilhaftig wire, ein schinres Werk seyn wiirde, als eine mit dieser ver-
einigte Welt (voov exov ddov.)?
* = vouv 8 wv zog1s wouns advvatov xagayeveadat xo. bia Bn TOY
Dojropov tovde, vouv cv ev WR, WoRNY Be ev copan cvvictac, to RAV
Govewtaivero, nee Oxi xahALotOV cin Hata @UGLY agictov +e eQyov
ansigyaouevog.
Den ersten Satz findet man auch im Philebus Vol. 1V. p. 248, ° Plato
sezt hier also die urspriingliché: Weltseele schon voraus, Nach allen den
Stellen, dic PleBing Bd. 1. §. 26. 27. 28. gesammelt hat ° heiBt yoxn,
bei Plato nichts als: urspriingliches Princip der Bewegung,
oun mvyoems, Vgl. Tennemann in den Memorabilien.® Plato hatte,
weil er die Materie fir etwas ganz heterogenes vom gittlichen Wesen.
fir ctwas der reinen Form der Gesezmifigkeit im gétilichen Verstande
widersprechendes hielt, vorausgesezt, daB die gegenwartige Welt von
Gott nichts als die Form ethalten habe. Insofern sich nun die Form,
die Gott der Welt mitteilte, nur auf die Form der Bewegung det
Welt bezog, so multe die Welt auch urspriinglich, unabhingig von
Gore ein eigenthiimliches Princip der Bewegung haben, das als Princip,
das der Materie angehért, aller Regel- u. GesermiBigkeit wiedersprach
1 erst durch die Form (nogac) die der giteiche Verstand ihm gab, in die
” Deutlicher wiire es, wenn es hieBe ~ sou8ev avontov tov voov exovr0s
Shov dhov xakh1o(s) eoeoSai« Allein Plato liebt solche Metathesen,
Ficinus scheint seiner Ubersetzung zufolge diesen Satz nicht verstanden
zw haben. ®
Ban] auram — Gegrov—<) ng. egrom—
Sein schinres Werk seyn wirde] 2uert
schduer seyn kine
28
8
Schranken der GesczmiiBigkcit gebracht wurde. — Der Ausdruk Bewe-
gung ist selbst nur cine cinzelne Bezeichnungsatt fiir die Form der
Verindrungen der Welt tiberhaupt (species propria). Yoyn ist
demnach nichts anders als Princip der Verindrungen in der Welt
liberhaupe. ~ Was den Satz bettifft: voov yogis yuzns ovderore naga-
THyveaSai x, so heiBt diB soviel: Ver~|stand hat fiir sich allein
keine CauBalitat, soll et also an irgend etwas sichtbar werden, so
kann diB nicht anders geschehen, als wenn er mit einem Princip der
Wirksamkeit verbunden ist, Vgl. die angofidhrie Stelle des Philebus. ©
Da nach Plato die Weltseele urspriinglich in der Materie vorhanden
war, so muB in den Worten: yoxny Se ev cwpar 119et, “yon” niche
von der urspriinglichen sondern von der schon der Verstandesform teil-
haftigen Secle verstanden werden. »Er vereinigte mit det (urspriingli-
chen) Weltsecle den Verstand, diese (nun verstindige) Weltsecle mit der
Materie u.s.w.e®
Plato schlieBt nun weiter
"p. 306. “sods0¢ ovv 8n, xara hoyov tov eixora, Sct ReyEWv, tovSe tov
xoouoy Cov sHyDzov, evvovv te TH aknSerg Bia THY tov Ieov yeveoSar
[Link].s
‘Was Plato unter wov versteht kann nun nach dieser Stelle nicht
schwer zu beurteilen seyn, Geov ist hm, was tiberhaupt urspriingliche
Bewegungskraft (yuznv.) besizt. (Denn vous ist nicht nothwendige
Bedingung der yoxn, wohl aber umgekehr.) Die Wele aber heifit
ewvous, insofern sie der Verstandesform teilhaftig ist. Ebenso heift es
P. 305. * Sov avontov u. SKov voUV exov. wa
Da nun die sichtbare Welt Nachbild einer idealen Welt ist, so folgt,
daB dieser auch die Idee eines Cov {ein Goo vontov) zu Grunde
liegen miBe
Einer einzelnen Thierart kann die Welt nicht nachgeahmt seyn
(denn diese ist yevntov 11) die Welt aber ist Nachbild eines reinen,
idealen Urbilds, also Nachbild Biner Idee von Thier, die jeder cinzel-
110 mu in den Wortes] vert s0 ist
Sinn der Woree nw] nach,
‘Weltseele,| Hs. Welsele)
2yuynv.| steht mm He. aber Bewegungskratt
27 dab] awerse dal) auch ihr Gwov (ein aov vorov] suerst Gwov vontor
31 Nachbild] 2uerst Nachbild eines "318,30, 2.2 die jeder .. befae] suerst die alle
Garmangen u, Arcen von Thisren befi6e, dic jet cineelnen Gattung und Art 24 Grunde
liege
29nen Gattung und Art zu Grunde liegt, die alle Gattungen u. Arten von
‘Thieren befalit so wie die sichebare Welt gleichfalls alle Arcen von Thie-
ren enthiit.!
Plato nimme namlich an, daB jedem Gegenstand, der erscheint
(vevnr@) cine Idee zu Grunde liege, deren Nachahinung er gleichsam ist.
Diese Idee liegt der ganzen Gattung zu Grunde, sie befaBt alle einzene
Arten, unerachtet sie keine einzclne cereicht. Der sichtbaren Welt also
liegt ein xoopos vontog° dab, cine Welt zu Grunde, die nicht phy isch
existirt, wie die sichtbare, denn sonst wire auch sie etwas Ent-
standnes, empirisches, durch Erfahrung erkennbares, son-
dem cine Welt, insofern sic in der Idee existirt (insofern sie vontos ist)
Disse ideale Welt muB alle cinzelne Bestimmungen u. Teile der sicht-
paren befaben, In ihrer [dee mu also auch ein urspriingliches Princip
der Bewegung enthalten seyn, sie muB auch in der Idee als cin Coov
suyezoy vorhanden seyn. Zugleich mus sie alle einzelne Gattungen u.
Arten von Geschipfen, welche die sichtbare Welt enthil, in sich faGen,
us. diesen als Idee 7 Grunde liegen. Sie muf | alle oa als vonta dh. in
sich (als Idee) enchaleen.
Wer diese Stelle im Zusammenhang liest wird leicht einsehen, da sie
in PleBings Darstellung §. 31. giinzlich verstellt ist. ° Denn Plato ver-
stcht unter den tog vontots nicht die Ideen tiberhaupt (2.B. die Ideen
von Quantitit, Ursache u.s.w.) sondern namentlich die Ideen, die
den Geschipfen (oor) der sichtbaren Welt zu Grunde liegen, er
“Tiwi cov Goay avrov (covbe tov xoo}ov) e1g 6-|potomta 6 Eonistad
Soveotnas; rv uev ovy ev egors edt xegoxoray under xarakwooo.
Hoy. arehet yag eornos ovdev zor” av yevoito wahov. 06 8 cout Y ahha
Soa xa" év xa1 wava yevm Hood Ravtey Syoiotatov auto eWvar t190-
Hey. [Link] bn vontu Goa navta exetvo ev Santo megrhaBov cxet, aa.
72g 886 6 xoopos Has, boa te ahha Sgcyyata Sgata. cH yag TOV
Yoounevov xakMOTY nat HUTA RaVIa TACO HUkIGe UUTOV SEOs
Suowsn [Link], Gooy &v dgatov, nav’ dow xata puow ator
oorrevn Soa evies éxov éavrov Evveomnos. °
13-14 ihrer Idee muB .. enthalten seya] zuent Sie mul
15 euyuyov] vert yuo exschei
ache,
in sich enthalen
2 Ideen,] suerst iden, von 23 (woors)]
30
®
verstcht darunter Con, Geschipfe, insofem sie vonta, dh. insofer sie in
dex Idee vorhanden sind, so wie er unter 200}105 vontog die Idee der
Welt, die Welt insofern sie vontos ist dh. insofern sie in der Idee
vorhanden ist, versteht, Man mu namlich (was bisher, sovicl ich weiB
noch nicht geschehen ist) bei Plato 2. Arten von Ideen unterscheiden.
1) Digjenige Ideen, die der Welt in materialer Riiksicht a Grande
liegen.
2) solehe, die ihr in formaler Riiksicht zu Grunde liegen, oder die
berhaupr auf keinen cinzelnen Gegenstand, ats soxcuen sich bezie~
hen. (Wie 2.B. die Idee des Guten, der Quantitit, der Qualitit, det
Causalitit u.s.w.}
Der SchliiBel zur Erklirung der ganzen Platonischen Philosophie ist die
Bemerkung, da8 cr iiberall das subjektive auf’s objektive
bertrigt. Daher entstund bei Plato der (aber schon lange vor ihm
vorhandne) Satz, daB die sichtbare Welt nichts als ein Nach-
bild dex unsichtbaren sei. Aber auf diesen Satz wire keine Phi-
losophic gekommen, wenn er nicht seinen philosophischen Grund in uns
selbst hatte. Insofern nimlich die ganze Natur, so wie sie uns | erscheint,
nicht nur ein Produkt unster empirischen Receptivitat, sondem
cigentlich ein Werk unstes Vorstellungsvermbgens ist, insofern es reine,
urspriingliche in sich selbst gegriindete Formen (der Natur) enthilt, in~
sofern gebirt die Welt in der Vorstellung Im, héhern Vermigen, als
der bloBen Sinnlichkei¢ an, u. die Natur wird als Typus ciner h8hern
Welt dargestellt, welcher die reine Geseze dieser Welt ausdriikt. Durch
Bemerkung jener durch den reinen Verstand vorgeschricbnen Gesezge
bung der Natur konnte man demnach frithzcitig auf die Idee geleiset
werden, da die sichtbare Welt Typus einer unsichtbaren sci, was inso-
fern man es bloB in Bezug auf die Gesczmiligkeit der Natur iberhaupt
glaubte seinen Grund im Menschen selbst hatte, sobald man es aber auch
auf die Anschauungen (ihrem Stoff nach) ausdehnte zur Schwirmerei
fAihrte,
102] awe 2D. Gu th wbercrigt.] Jolt gest Aber man wind iberall auch
bemerien 15 vochandne) Satz] z1emt vorhandae Satz)
vermégens ist, insofers .. eatil] stent Vortellangevecmgens (i
22in dex Vorsiellang 1m.] suet elven in der Vorstlang
20-21 Vorstellungs-
sofern .. enthilt)
28-29 man. glaubte]
ian blod dic GeseamaBigkeit der Natur Uberbaupye a betsa b glaubte wabe
3
10.Plato nahm nun
1) an, daB die Welt in Ritksicht auf ihre Gesezmifigkeit Ausdruk einer
hohern GesezmaBigkeit sei.
2) ex nahm an, daB jedem lebenden Wesen der Welt cine Idee zu
Grunde liege, die den Charakter der ganzen Gattung enthalte, ohne da
sie dock je durch eine einzelne Art von Wesen ganz errcicht weed,
Hiitte Plato angenommen, da jedem Weltwesen objektiv cin un-
sichtbar, aber physisch cxistitendes | Grundwesen, das den Charakter
seiner ganzen Gattung enthiclte, zu Grunde liege, so wire dif Schwir-
merci, dh, ¢s ware Ubertragung des blo8 sinnlichen, des blo8 der
“cmpitischen” Anschauung zugehirigen auf’s iibersinnliche gewesen.
Allein gerade gegen diese Meinung protestiet ja Plato bestindig u. es ist
sondecbar, daB man ihm so lange getade da den Begriff einer physischen
Existenz unterschieben wollte, wo er sich am stirksten, nachdriiklichsten,
uu, deutlichsten dagegen erklirt hatte.
Plato nahm nur insoweit Ideen, die den Weltwesen zu, Grunde
Tegen an, als diese deen Gegenstand des reinen Denkens, Ausdruk der
seinen Form des VorstellungsVermigens seyn konnten, Er mub also Ideen,
dic den Gegenstinden, als solchen, zu Gronde liegen, nar insofern
angenommen haben, als auch diese von der reinen Form des Verstandes
mittelbar oder unmittelbar abhingig sind, Erinnem wir uns nun seiner
‘Theorie vom Ursprung der Welt, so wird uns diB alsobald deutlich
werden, Plato nah niimlich eine priexistirende Materie an, die aber
schlechterdings keine empirischbestimmte Form hatte. "Binen Beleg hic~
2u siche unten p. 54, 55.” Insofern also waren nach seiner Theorie denn.
doch alle Weltwesen Werk des Demiurgus, sic gehdrten nicht der Ma~
terie an, sondem der Form, die der Demiurg mit thr vereinigte. Die
Materie an wu, fiir sich konnte keine Goa hervorbringen, dif war Werk
des Weltbaumeisters, der die Form des Verstandes mit der Materie
vercinigte, | u. dadurch nicht nur die allgemeine GesezmiBigkeit der
Natur, sondem auch die Gesczmiifigkeit cinzelner Produkte derselben
Ajodent] zuest jedem Gegen 18 muB also} flee gexr. aac ixgend einen Grand im
VorsellongsVermégen gefunden haben die ihm a daauf b auf diese Meinung leitete, odet et
sal 2-25 Finen .. $5] stehe ohne Verweisungsseichen am Rand Z, 25-26
2 Verstandes] aus éstandes
32
au Stande brachte, oder "um es anders auszudriiken” die allgemeine
Geseze der Natur zur Hervorbringung einzelner, regelmiBiger Produk-
te zusammenlaufen licB. Jedes einzelne Weltwesen war also nicht Werk
der Materic, sondern eigentlich eine Zusammenstimmung ¢in-
zeluer seiner Geseze za Einom Ganzen, dih. es war Werk einer
Idce, “einer Vorstellung von der Zusammenstimmung cinzelner
reiner Geseze zu Einem Ganzen.” Uberdi war diese Zusammenstim-
mung teiner Geseze zur Hervorbringung Eines Ganzen wieder nach
Regeln geschehen, die Zusammenstimmung dieser Geseze selbst also
war wieder Werk (nicht der Materie) sondem einer reinen Form der
Einheit, Werk einer Intelligenz.
Wir mien uns ferner erinnem, daB Plato die ganze Welt als cin
Goov, ah. als ein organisirtes Wesen ansah, also als ein Wesen, defen
‘Toile nur durch ihre Beziehung auf das Ganze moglich sind, deBen Teile
wechselseitig sich gegen cinander als Mitel u. Zwek verhalten, u. sich
also einander ihrer Form sowol als Verbindung nach wechselseitig, her
vorbringen.® Wir mien bedenken, daB wir, nach der subjektiven Ein
richtung unsres Erkenntnifivermégens, uns die Entstehung eines orga-
nisirten Wesens schlechterdings nicht anders denken kénnen, als durch
CauBalitat eines Begrifis, einer Idee, die alles, was in dem Wesen ent-
halten ist, 2 priori bestimmen mu, daf, so wie die einzeine Teile des
onganisirten Wesens sich unter einander wechselseitig u. so das Ganze
heevorbringen, umgekelrt die Idee des Ganzen wiederum als vo-| raus-
gchend, u. a priori die Form u. dic Toile in threr Harmonic bestimmend
gedacht werden mul.
Insofern also konnte Plato, ja er mubte sogar Ideen, die den Na-
turwesen 20 Grunde liegen, annchmen, aber auch nur Ideen, nur Goxt
vonta, nur die Usbilder, der Naturwesen, insofern die Vernunft ihre
Form als zu Einem Ganzen, zu Einem Zwek zusommenstimmend ver
zeichnet sich denken kann,
* Siehe Kants Critik der Unteilskrajt §. 65.°
aa.0.°
2Gesexe] aus Gosezmigheit 17 dail suet daft cin. jedes organ
18519 organsirtn] ais (ac) 20dom] aw © 28 wiederuni] avert wiederam ver
27-28 Gon vonra,] suerd Gon vonra, Verzichaungen 28itsofem diel zw
inf se dar 31 Unelikeg] zuert Uneiskea? 8.2(8)6
33
20,Plato aim aun
1) an, daB die Welt in Ritksicht auf ihre Geseemiltigkeit Ausdeuk einer
hohern GesezmiBigkeit sei
2) er nahm an, daB jedem lebenden Wesen der Welt cine Idee zu
Grande liege, dic den Charakter der ganzen Gattung enthalte, ohne dab
sie doch je durch eine einzelne Art von Wesen ganz errcicht werde.
Hite Plato angenommen, dai jedem Welewesen objektiv cin un
sichtbar, aber physisch existirendes | Grundwesen, das den Charakter
seiner ganzen Gattung enthielte, 2n Grunde liege, so wire di Schwir-
merci, d.h, ¢s wire Ubertragung des bloB sinnlichen, des bloB der
Tempirischen” Anschauung zugehirigen auf's iibersinnlicke gewesen.
Allein gerade gegen diese Meinung protestie ja Plato bestindig u. sist
sonderbar, da man ihm so lange gerade da den Begriff einer physischen
Existenz unterschieben wollte, wo er sich am stirksten, nachdriklichsten
u deudichsten dagegen erklirt hatte.
Plato nahm nur insoweit Idcen, die den Weltwesen 2u Grunde
liegen an, als diese Ideen Gegenstand des reinen Denkens, Ausdruk det
reinen Form des VorstellagsV ermogens seyn konnten, Er muf also Ideen,
dic den Gegenstiinden, als solchen, Grunde liegen, nur insofem
angenommen haben, als auch diese von der reinen Form des Verstandes
mittelbar oder unmittelbar abhingig sind. Erinnem wir ans nun seiner
Theorie vom Ursprung der Welt, so wird uns dil alsobald deutlich
werden. Plato nahm niimlich eine priexistirende Materie an, dic aber
schlechterdings keine empirischbestimmte Form hatte. “Einen Beleg hie-
24 sieke unten p, 54, 55." Insofern also waren nach seiner Theorie denn
doch alle Weltwesen Werk des Demiurgus, sie gehiirten niche der Ma—
terie am, sondem der Fors, die der Demiurg mit ihr vereinigte. Die
Materie an u, flir sich konnte keine Goa hervorbringen, di8 war Werk
des Weltbaumeisters, det die Form des Verstandes mit der Materie
vercinigte, | u. dadurch nicht nur die allgemeine Gesermaigkeit det
Natur, sondern auch die GesezmilBigkeit cinzelner Produkte derselben
Ajstem) zuentjedem Gegen 18 mua alas] flgt gesr. auch irgend einen Grund ina
VontellangsVermégen gefunden haben die tan a darsuf b auf diese Meinung leitere,odet ot
wut 2-25 Riven 551] steht okee Verweiumgszeichen om Rand Z 25-26
29 Verstandes] aus éstandes
32
”
2u Stande brachte, oder "um es anders auszudriiken” die allgemeine
Geseze der Natur zur Hervorbringung einzelner, regelmiBiger Produk-
te zusammenlaufen lieB. Jedes cinzelne Weltwesen war also nicht Werk
der Materie, sondern eigentlich cine Zusammenstimmung ein-
zelner reiner Gescze zu Bincm Ganzen, d.h. es war Werk einer
Idee, Feiner Vorstellung von der Zusammenstimmung einzclner
einer Geseze zu Finem Ganzen.” Uberdi8 war diese Zusammenstim-
mung reiner Geseze zur Hervorbringumg Eines Ganzen wieder nach
Regeln geschchen, die Zusammenstimmung dieser Geseze selbst also
‘war wieder Werk (aicht der Materie) sondern ciner reinen Form der
Einhcit, Werk ciner Intelligenz
Wir miifen uns ferner erinner, da® Plato die ganze Welt als cin
Gov, dh. als ein organisirtes Wesen ansah, also als cin Wesen, defen
Teile nur durch ihre Bezichung auf das Ganze méglich sind, deflen Teile
weehselseitig sich gegen cinander als Mittel u. Zwek verhalten, u. sich
also einander ihrer Form sowol als Verbindung nach wechselscitig her-
vorbringen.* Wir mii6en bedenken, daB wir, nach der subjektiven Ein-
richtung unsres ErkenntniBvermdgens, uns die Entstchung eines orga-
hisirten Wesens schlechterdings nicht anders denken kénnen, als durch
CauGalitit eines Begriffs, ciner Idec, die alles, was in dem Wesen ent-
halten ist, a priori bestimmen mul, dab, so wie die cinzelne Teile des
organisirten Wesens sich unter cinander wechselseitig u. so das Ganze
hervorbringen, umgekehrt die Idee des Ganzen wiederum als vo- | raus-
gehend, u. a priori die Form u, die Teile in ihrer Harmonic bestimmend
gedacht werden muB.©
Insofern also konnte Plato, ja er muBte sogar Ideen, die den Na-
turwesen zu Grande liegen, annehmen, aber auch nur Ideen, nur Coa
Vonta, nur die Usbilder, der Naturwesen, insofern die Vernuntt ihre
Form als zu Einem Ganzen, zu Einem Zw zusammenstimmend ver
zeichnet sich denken kann.
* Siche Kants Critik der Urteilskraft §, 65. ©
22.0."
2Geee] us Gescemiighet Waal] wet daB ein jedss ongani
18-19 organisinen} aus (ae) 20-dem!] aay @28-wiederum] ers wiser or
27-2800 vonva,] zw Gon voqea, Verzcichnsngen 28insofee dhe] vent
insofern sie der" 31 Uceiskeaf] suet Ureiseaft §.2(8)6
33
124,18
Es war cine grofe Idee Platos, die ihn leicht cur Begeisterung hinrei-
Ben konnte, da er die Harmonie der Naturwesen, nicht nur unterein-
ander sondem auch jedes einzelnen mit sich selbst, nicht auf dem Wege
der empirischen Nachforschung, sondern in der Untersuchung der rei-
cn Form des Vorstellungsvermégens selbst suchen wollte. Kein Wan-
der, daB ex sich diber diese cthabne [dee in ciner Sprache ausdriikte, die
einen der sonstigen Philosophischen Sprache ungewohnten Flug nimmt,
da8 selbst seine Sprache Werk einer philosophischen Begeisterung ist, die
durch eine solche Entdckung cines tibersinnlichen Princips der Form u,
Harmonie der Welt in uns selbst nothwendig entstehen muBte. Aber
eben diese begeistemde Anschauung cincs iiber alle Sinnlichkeit erhab-
nen Princips war die Ursache, da8 er sich aber das Wesen deBelben, tiber
seine so weit yon allem Materiellen entfernte Reinheit, so statk u. so
michtig ausdriikte, da man unméglich begreiffen kann, wie man ihm.
so hiiufig die Behauptung einer physischen Existenz dieser Ideen unter
schieben konnte, da er gerade die Form ihrer Existenz als der Form aller
physischen Existenz geradezu entgegengesezt darstellte.
| Ebenso auffallend mufite ihm die Beobachtung seyn, daB allen Na-
turwesen, in uns ein Begriff zu Grunde liege, der die Form jedes ein
zelnen, zu ihm gehdrigen Gegenstands, ausdritke, doch aber durch kei
nen cinzelnen, sondern nur durch die Gattung erreicht werde. Hine
solche Zusammenstimmung aller Wesen in Einem Begrisf konnte er sich
nicht anders als méghich denken, denn nur durch dic Causalitit eines
Begriffs, der der Technik des Weltbaumeisters absichtlich zu Grunde
gelegen habe, u, der allein eine Allgemeinheit enthalten kénne, dic fiir
alle cinzelne Darstellungen deBelben in concreto zureicht, ohne doch
yon cinem cinigen ganz ausgedritkt zu werden. Bin solcher Begriéf
konnte nicht Werk der Materie seyn, er mute Produkt der reinen Ver-
standesform seyn, durch die die Materie zuetst fihig wurde, Begriffe
darzustellen. Hieraus erliutert sich die von PleBing §. 46. angefidhrie Stel-
fe,* Denn, wenn dic Form der Einheit, in der zulezt alle Gegenstinde
2Harmonie] set Harmonie alee b jede(s) 4 in dee] anes in der Exkeae)
9 er] zuest der Wet 10 mute] aus mub A begedterade eines] cuert
egenrerte. dieses 12 Pencps] suena! Princips bewo man | zuelst una nicht
Wee] 2uet dis dee allen] er allen unseen 24 der, J aus den devs | Jie
este & ~W-31 Stle|folt geste bsaiz Hlcher gece auch Se Sle im Philebus ol
IV. p. 216. 98.°), wo die Rede auch von allgemeinen Begrisfen is, insofer se dea
Individuen mi Grande legen, ohne dal sie doch durch cin Ideal ecrichs werden. Dieser
‘Sasi wird p. 215." so auspedrae: av xoida evo, wan so 69 noha
M4
‘cusammentauffen, urspriingliche Form des gértlichen Verstandes war, so
mubten auch die Begriffe einzelner Gegenstinde in ihrer Allgemeinheit
im gottlichen Vérstande vorhanden seyn, che die Gegenstinde selbst her-
vorgebracht warden.
"Bin allgemeiner Begriff kann, so wie er im menschlichen Verstande
vorhanden ist, nur empirisch (wiewol auch da nach reinen, von Er~
farung unabhingigen Regeln) entstanden seyn, aber insofern Plato alle
Begriffe in Bezug auf eine oberste Intelligenz, als aus der Form cines
héchsten Verstandes, in dem das Ideal der Welk lige, abstammend be-
trachtete, mufite er diese aligemeine Begriffe doch als urspriingliche
vor aller Erfarung vorhandne Begriffe betrachten, die nicht cest durch
die Gegenstinde der sinnlicken Anschauung entstanden scien, sonder
dicse selbst erst maglick gemacht haben, weil nur durch CauBalitit schon
vothandner Begriffe die cinzelne Gegenstiinde det Welt so entstehen
Konnten, daB ein empirischer Verstand sie wieder in ihnen durch Ver~
gleichung u. Abstraktion entdeken konnte, Die Begriffe muBten vor=
handen seyn, um allen | Gegenstiinden das Zeichen ihrer Abkunft mit-
geben u, das Gepriige ihres Ursprungs auf(driiken) zu kénnen. Die
allgemeine Begriff muben in tr, héhern Intelligenz vorhanden seyn,
weil sie Bedingung der Méglichkeit des allgemeinen Gesezes war, nach
dem die Menschen ihre cmpirische Untersuchungen anstellen. Di8 sagt
Plato selbst deutlich genug Philebus p. 217.° »Wir bemerken, sagt er,
dab diese Form, der Einheit in der Mannigfaltigkeit, iberall in
allen Reden u. Untersuchungen von jeher bis auf unste Zeit geherrscht
hhat. Diese Form zu denken wird niemals aufhéren, w, hat auch nicht jeze
erst angefangen, sondem sie ist eine ewige niemals alternde Figenschaft
jeder Untersuchung. Der Jiingling, der auerst diese Form des Philoso-
phirens findet, freut sich als ob er einen Schaz von Weisheit gefunden
10] suet so waten eb 5-6 Ein. empivisch)] caer Bin solcher Begriff konnte, 0
wie er im menschlishen Verstande vorhanden war, empicisch 8 der) aus de(ma)
48 Caubatde| erst Caubaliit (ei) 19 say] suet sey, um dem 27 Fors}
zen Form det Untemuchang. 28 als] ver ah ter
35
141.
hitte; seine Freude begeistert ihn, gerne macht er sich an jede Unter=
suchung, bald alles, was ihm vorkommt in Einen Begriff zusammenfa-
fend, bald alles wieder auflésend u. zerteilend.« Demnach wire nach
Plato die Form dieser Untersuchung cine reine, urspriingliche
Form, ohne die keine empitische Untersuchung méglich seyn wiirde, also
cine Form, die auch im géttlichen Verstande urspriinglich vorhanden
war, u. vom Demiurg alsdann auf die Materie angewandt u. dem
menschlichen Verstand als reine urspriingliche Form mitgeteilt wurde,
DiB wird noch deutlicher durch dic folgende | Stelle p. 219.° — »Diese
Form ist eine Gabe der Gétter an die Menschen, die ihnen einst durch
Prometheus zugleich mit dem reinsten Feuer des Himmels zugesand?
wurde, DeBwegen auch dic Alten, (gréfre Menschen a. niher den Gat-
tern als wit) uns die Sage hinterlaBen haben, daB aus Einheit u. Man-
nigfaltigkeit (Vielheit) alles, was je vorhanden war entstand, indem
er das Uncingeschrankte (aneigov, Allgemeine) u, dic Grinze (10
‘megas, die Einheit) in sich vereinigte: daG also auch wir bei dieser Ein-
richtung der Dinge, von jedem Gegenstand Eine Idee voraussezen,"
ve. suchen sollen, ~ Die Girter wiiren es demnach, dic uns Iehrten, so zu
denken, au lemen u. zu lehren.« Die Idee von Verbindung der Einheit
u. der Mannigfaltigkeit oder Vielheit ist Inc bei Plato durchaus
hherrschende Idee, die er nicht nur logisch, sondern (im nimlicken
Disloge 2.B. aus dem die obige Stelle angefiihrt ist °) auch als Natur-
begriff anwendet, u, dberall als Ine Form betrachtet, die die ganze
“Eben dif ist die Hauptsache, Wir miiflen bei allen unsern | em=
Pirisch-logischen Untersuchungen schon cine allen Gegenstinden zu
Grund licgende lezte Idee voraussezen um sic aufsichen 2a kin
hen — nach Plato also voraussezen, dab im géctlichen Verstande
eine solche vorhanden sei, die bei Hervorbringung der cinzelnen Ge-
genstdnde ra Grunde gelegen habe.
SDemaach wire mach] suert (Demnach wire auch 6 urspriingl
‘Tangewande] avers angewandt wurde 10 Form] zuerst Form ist dann fol gst, dis
Semnach im gitdichen Verstande urspriinglizk vorhanden war, u. urspeiuglck vorhaaden
sey mute, wenn er die Form der Wele hervovbringen wollte) 12 Aleem] rac! Alter,
beBere 1S] [Link] 15-16 ro negus] seh ilir die Einheic 16 vereinigte] Hi
‘vercitgte) 26-17 Finrichtung] 2uerst ineiehtang, immee 17 Eine] aus cine
36
Natur umfafe, durch deren Anwendung auf die formlose Materie niche
nur einzelne Gegenstinde hervorgebracht, sondern auich das Verhiltni
der Gegenstinde | ewlnander, u. ihre Unterordnung unter Gattungen u.
Arten méglich geworden sci.”
[In allen diesen Riiksichten also multe Platon annehmen, daB jedem
Gegenstand eine urspriingliche Idee im gécilichen Verstande entspreche,
die alle einzelne Axten befafe, u. dic, insofern sie im géttlichen Verstan-
de nicht erst durch Abstraction aus einzelnen Gegenstinden entstanden
war, sondern vielmehr diese erst méglicéh machte, auch nichts Ent-
standnes u, nichts Zerstirbares, tiberhaupr nichts der Zeitform
unterworfenes, seyn konnte.!
Der Welt demnach als Binem groften Coov multe Eine Idee im géttli-
chen Verstande 2u Grunde liegen, die nicht nar eine besondre Gattung
‘sTloctoy pev axextcov, sage Plato im Philebus p. 216.*, et twvog Bet
TouMwTas cwat yovabas bro)anBaver, aS ovauc erta nag a ra
viuc, wav éxtotqy, ovoaY aet =nV GUY, st NTE 7evEOW, TCE ORE
Seovmeosiexouevny, Spax, ewor BeBuormra wry tuvrV;« Uberall aber
seat er diese reine Monade(n) mut in den gittlichen Verstand "weil sie
nur in diesem urspriinglich w. vor allen Gegenstinden vorhanden seyn
(muBten)", dem menschlichen aber schreibt er nur die allgemeine
Form solcher logischen Unterscheidung 2u, die allgemeine Begriffe
selbst aber lift ex (siehe die oben angegebene Stelle p. 220, °) auf em-
Pirischem Wege (durch Lemen u. Lehren) entstchen. (Vgl. auch
P. 219.° snavra, dou texyns exoueva av sigedn nonore, dia xavine
(@50v) gaveoa yeyove.s) Uberhaupt muB man | bei der ganzen Un=
tersuchung iiber die Platonische Ideenlehre immer das vor Augen be~
halten, daB Plato von ihnen immer als Ideen cines gittlichen Verstan-
des spricht, die mur durch intellektuelle Gemeinschaft des Menschen
mit dem Ursprunge aller Wesen in seinem Verstande miglich gewor-
den wiren.
4 die] zuerst die Materie
Sihee] snort ihe weehsclei- —§ aso] zuerst also ko
7 sie] 2uertt sie niche erst
9-10 Enescandnes u] aunt Entstandacs eder
Verlohrengehendes ibechaupt Abeine] suet eine Gating ede cine Art
19nur] mack. [Link]) erst Porm dieser
37
4.
1s.oder Art organischer Wesen darstellte, sondern als allgemeine Idee aller
dienen konnte, So wie es nur Eine Idee von Welt giebt, so konnte es
auch nur cine cinige sichtbare Welt geben. (rip yug tiv Voovyevoy xuh-
Dore nar nase ravea Thaw LahIGr avtov Seog Spot | cat PovknSerg
Lov éy ogaroy, avd" doa xata guar avrav Evyyevn Goa evtos xo
tavrov tuvsornoev.)° Hier sicht man recht deutlich, was Plato unter
dem Usbild versteht, das der Welt zu Grunde gelegen habe, Nichts
anders niimlich, als eine Idee. Denn nur die Idee der Welt ist noth-
wendig Eine. Nun sagt aber Platon, die sichtbare Welt sci Nachah-
mung des vollkommensten Urbilds, u. miiBe deBwegen nur Bine
seyn. Michin sagt er, schon voraus, daB das Urbild der sichtbaren Welt
nur Bines sei. Fit’ er aber nicht eine [dee darunter verstanden, so hiitte
er es nicht voraus sagen kénnen. Denn nur die Idee der Welt dringt
sich nothwendig unter der Form der Einheit auf, deBwegen, weil sie
selbst eigentlich nur durch die im Vorstellngsvermégen gegtiindete
Form der absoluten Einheit entsteht, — Eben dadurch aber wird auch
hier wieder die | in der ganzen Platonischen Philosophie so durchaus
herrschende Ubertragung des subjektivien aul’s objektive wieder sichtbar.
Denn die Welt ist cigentlich nur als Vorstellung in uns — Finheit,
deBwegen weil die subjektive Form der Vernunfi tiberall auf absolute
Einheit geht, u. also jeder Teil der Welt, den man als cine besondre
‘Welt betrachten kénnte, von der Vernunft, die unhintertreiblich aufs
unbedingte geht, sogleich zur Vorstellung des ganzen geschlagen wicd.
Dab Plato’s Raisonnement von der Bemerkung dieser bestimmten Ver
fabrungsart unsrer Vernunft ausgegangen sei, sieht man deutlich p. 306.
307. ° Hier sagt er: To yag neguezov navea docu vonta Cou web" éxcgo0
Sevteg0v ous av nov’ ein. (DIB kann aber nur von der intelligibeln Welt,
insofern sie in der Form des VorstellungsVermégens vorhanden ist ~ also
nur von der Idee der Welt ~ gesagt werden.) nahtv (alioquin) yag av
Exegov “ewvar vo negt exewve S200" Coov, ob ueg0¢ av EY exewe (Eine
ganz simple Beschreibung der Verfabrungsart der Vernunft, zum deut-
lichen Bewei®, da Plato nur von der Idee der Welt redt.) xax ove av
Mage en] zuent gt er, ohne es lange 2a beweisen
gendcza " 20-de] ert die Vernuaft
2 ceser| suert discs
13 niche] uert niche
‘2die| wert die a(n) oer au)
27 ean.) zuers em, (Nach der
38
FUL Exewvowy, ah), excivey Tp negtexove,, tod" av aQwHOLOUEVoY eyoLtO
eQSoregov. (ganz wieder Beschreibung det Art,
die Idee der Welt subjektiv erzcugt,) ~ —
“(Mit der aligemeinen Idee der Wele iibethaupt konnten aber
alsdann doch die einzelne Idecn Inzelner Gattungen noch ver-
bunden seyn. Platon driikt sich hieriiber p. 322.° so aus: sGott
habe mehrere Ideen in der Idec des (wov iiberhaupt ange-
schaute. Allein Plato behauptet niemals, daB jedes Individaum in
der Welt seine cigne individuelle Idee habe, sondern nur jeder
besondern Gattung von Gegenstinden gab er cine 2u Grund lic-
gende Idee, die ebendadurch aber weil sie Idee der Gattung wurde,
auch jedem einzelnen Gegenstand (Individuim) |als Idee 2u Grund
Jag. Am deutlichsten sicht man seinen Sinn p. 322, ° Hicr sage er
wiineg ovv vove evovous tens ti £61 Laov, oat te everot vat
dour uaSope, toravias nat roouvtag Btevon dn dew nau toBe (co
‘Yevi|tov Cov) oxew.« (Insofern nun der Verstand tiberhaupt
die Ideen, die in dem idealen (xp ova) Gwov enthalten waren,
anschaute, u. so viel u, von so mannigfiltiger Art er sie anschaute,
insofern, u. von eben der Art u. Zahl sollte auch das sichtbare
Swov dic Nachahmungen jener Urbilder enthalten,) Hieriiber er
kklivt er sich nun nther so: evat de cevcages (\Bcat) ace wey ovgamiov
Seav yevos (Gestirne) akan Se mtmvov xat aegoxogov, zotn Be
ewdgoy yevoc’ netov Be wai xeooutoy ceragrov.° Hier sieht man
alo daf nur von Gattungen, nur von Ideen als
begriffen die Rede ist)”
wie die Vernunft
Gattungs-
Da nun nichts sichtbar und beriibrbar wird ohne Feuer u, etwas
Dichtes (avev tivog oregeov), so sind die materielle Grundbestandtcile
der Welt Feuer u, Erde. p. 307.° Als verbindende Mittel beyder go
brauchte er das Feuer u, das WaBer. p.308.° »gidiay ce coxev ex
425 (Mi. is)] steht ome Verweiningszichen an de Random $.36, 2. 24-29; 8.39, Z.3,
26-29; 8.40, Z.1-13 ‘Titberhaups] zuere liberhaupt entéckt
IO Gegenscnden] 2uerst Gegenstinden sch 15 vadous.] Zuerst xaoos, coaovr 19
von» Zahl] sucks get, dann wieder als gutig unterpuntiet [von sth! stat cioes verse.
Denil niht wieder get. mm] 20 Gov} folg gest. ebensoviele ta u. von eben de Art
‘wie jenes enthalten) 28 verbindende] ans verbindendes
39routwY (to nay), dbo aig tadtOv dot EdvEABOY, anuToV bo TY aRov,
Thy Oxo tov Eovéqeuvtos (Beov) yeveoSun. p. 309. °~ Gott nahm diese
Elemente ganz in die Welt auf, pegog ovBev ovfevos ovfe Suvaynv
§odev Onoernav, 1) weil die Welt das vollkommenste, alles um-
faflende Gov 2) weil es nur Fine geben (u. also nichts zuriikgelaGen
werden sollte, woraus Ine neue entstehe) 3) damit die Ordnung der
Welt nicht durch auBerhalb ihres Umfangs liegende Kriifte gestért oder
zerstirt werde. d1a 81 THY attay avy xaL tov Aoytopiov Tovée BV
Shov && dnavrov, teheov xa ayne@V xa avooov etexcqvaro.
p. 309. °
eKax oxnpa (ormam) be edwxev avt@ 20 ngenov xan Evyyeves.
yee TH rave’ ev ait Goa negiezetv LERAOVT Low, ROBTOY av aN oZNNE
10 MEQLELANODS EV abxp Ravra SrogU oYMBATU. Bio Hm GOaIQOELBES,
®% Meson Zavm xQOg Tas TehEDTUS IeoV aNEZOV xa xOXLOTEDES AUTO
sTOQVEDGUTO, RAVIOY TEAE@TUTOV dpototatOY te avto savtm
‘oxnuarav.« p. 309. 310. °
Was die Bewegung der Welt betrfft, so gab or ihr cine, “p. 311. 7
Tov éxca (avageav) tHY REEL VODY xa1 EQOVTOLY HalLota CDGUV,
duh. digjenige Art der Bewegung, die unter den 7. Arten von Bewe-
gung, die dem Verstand am meisten verwandte. (Wie kommt Plato
dazu, die verschiedne Formen u, Verbiiltnibe im Raum immer in
Bezug auf eine Idee 2u betrachten, z.B. die sphiirische Gestalt als| die der
Gottheit ahnlichste, “(daher (sind) die (Gesichter) auch den Menschen
(®. 33(8).*) ex(funden)).” die Kreisbewegung als die dem Verstande
verwandteste? ~ Ohne Zweifel weil ihm alle Constructionen im Raum
als auf Iden beruhend vorkamen, weil er so ethabne Ideen von einer
‘WiBenschaft hatte, die ganz blof aus dem VorstellungsVermdgen selbst,
ohne Leitung aller Erfarung geschépfe werden kann u. weil er alle
Ideen als unter einander verwandt betrachtete® “also auch die Formen
) Siche Kants Critik d. Urteilskaft 8. °
* Menon p.®
3 ganz] auerst ganz anf 22 die] 2uers die (sch) 25-24 (dahee
recht. woud 2.7 fst unleserlich uber [Link] vom He, S.18 gezwvdngt
Verstande 8
ex(Sandea)),]
24 Verstande) zuerst
40
des Raurnes als etwas in formaler Riiksicht mit der Gdttlichen Natur u
‘Sberhaupt mit allem Idealen (vous, ggovnox) verwandies betrachtet») —
vtag 5 & Gases zavqocis (to xave) agethev wa anhaves aneigyacaco
aucovs (ab eorum errore et pervagatione penitus liberavit, Ficin.) °
Was nun die Weltsecle betrffi, so war diese ‘ilter, als der Corper der
Welt, u. der Demiurg verband sie mit diesem, um ihn zu beherrschen
*p.312.° (env) mar yeveost xm agery maoregay xar tgecBorcgav
YoANY d@UAros &s Seororv nat agEOUoY aggopevov Gvvectnearos (6
Snurovayes)). Die Art nun, wie beide verbunden worden seien, stellt
er so dar: "p. 312. “ »Aus der unteilbaren u, unwandelbaren oveta (der
Weltseele) u. der ceilbaren cérperlichen Materie, mischte er (der De-~
miurg) cine 3tc, zwischen beiden mitten inne stehende Art von Sub
stanz, Da beide cinander widerstrebten, weil die eine tiberall daBelbe,
dic andre durchaus verschiedenartig (so aueges ~ 10 weototov - r
auto Svopuetow) ist, so zwang er sie mit Gewalt zusammen, u. mischte
dicse zusammengezwungne Materie wieder mit dem wegictov u. dem
aweges u. brachte auf diese Art Ein Ganzes hervor.«"
Nan beschreibt er fermer die verschiedne Proportionen, nach denen
Gott die Wele baute, cine fiir uns nimmer verstindlicke Harmonia!
| Die Weltseele wurde im ganzen Universum zerteilt. Er seate sie in
die Mitte von wo aus se sich tiber das Ganze ausbreitete.“p. 315, °"— sex
eGOv mQ0g tov EoZUTOV ovoaveY nuvEH Biarhaxeiom, WxMy Te AvTOV
(cov ovgavos) stwBev negixahvyaca, oven ze ev abty oveegoHeN, Selav
AERA naéaxe anavotoD xal eupQovES Plow nQOG TOY EDjRavEa Zeovov
~sSerave, so auch p,312.° dia nave 8m raved evdarpova Seov
(viov 860(v)2) avtov (cov rooney) eyavvnoe.«
Uber dic Mittcilung der Verstandesform an die Weltseele
driikt sich nun Plato so aus:
“sldeo forte bis haec philosophus putauit miscenda, quod materia co
pularisese materiae simplici, nisi accuratissime misceatur et proportio
adhibeatur optima, non patiturs Tiedemann Argumenta Platonis
p. 315.
Gu] avers user 123%] suena Ste 9(6)i
15 zusemmen,] suet rugemmen«
20 Die] Hs. Die {Anfibrangszsichen slleBen vic! |
a
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