S10VT
S10VT
7 - D-15344 Strausberg
WARTUNGSHANDBUCH
Motorsegler STEMME S10-VT
Unterlagennummer: A40-11-120
Ausgabe: 01. 01. 1998
Einige Angaben, die von der FAA für US-registrierte Motorsegler gefordert werden, sind in diesem
Wartungshandbuch enthalten. Diese sind gekennzeichnet und müssen nicht notwendigerweise
außerhalb der USA berücksichtigt werden. In jedem Fall sind die nationalen Gesetze und Regeln
verbindlich.
Zelle: Motor:
Baureihe: STEMME S10-VT Baureihe: ROTAX 914 F2/S1
Kennblatt: EASA.A.054 (ehem. LBA 846) LBA - Datenblatt Nr.: 5006
Werknummer: 11- Motornummer:
Kennzeichen:
Druck-Info: Gesamt 153 Seiten, davon Abschn.:Seiten: 1:2, 2:3, 3:55, 4:3, 5:10, 6:13, 7:34, 8:7, 9:5, 10:1, 11:1
Alle Berichtigungen dieses Handbuches müssen in der folgenden Tabelle erfaßt sein. Ausgenommen sind:
• Angaben über Aus- und Einbau von Ergänzungsausrüstung, Zusatzausrüstung oder optionalen Systemen
(siehe Kapitel 9)
• Berichtigungen des original ROTAX Wartungshandbuches für den Motor ROTAX 914 F (siehe Anhang E).
Berichtigungen der anerkannten Kapitel bedürfen der Gegenzeichnung durch das Luftfahrtbundesamt.
Informationen darüber, welche Berichtigungen in das vorliegende Handbuch eingearbeitet werden müssen,
können der aktuellen "Übersicht über Lufttüchtigkeitsanweisungen und technische Mitteilungen" entnommen
werden (siehe Anhang B).
Neuer oder geänderter Text der letzten Berichtigung wird auf der überarbeiteten Seite durch eine senkrechte
schwarze Linie am rechten Rand gekennzeichnet. Die Nummer letzten Berichtigung sowie das Datum der
letzten Berichtigung erscheinen rechts in der Kopfzeile der Seite.
Das original ROTAX Wartungshandbuch für den Motor ROTAX 914 F (siehe Anhang E) unterliegt dem
separaten Änderungsdienst durch ROTAX.
Mit seiner Unterschrift bestätigt der Prüfer
• die korrekte Einarbeitung von Berichtigungen.
3 ii, iv, v, viii, 5-5, 7-10···7-18 ii, iv, v, viii, 5-5, 7-10···7-18 22.07.1998
4 ii, iv, 3-9, 3-10, 3-14 ii, iv, 3-9, 3-10, 3-14 12.08.1998
5 ii, iv, 3-19, 5-6, 7-13 ii, iv, 3-19, 5-6, 7-13 29.10.1998
8 i, ii, iv, v, vi, vii, viii, 2-2, i, ii, iv, v, vi, vii, viii, 2-2, 11.11.1999
3-16, 3-24...27, 3-55, 4-1, 3-16, 3-24...27, 3-55, 4-1,
4-2, 5-6, 5-9, 5-10, 6-9, 4-2, 5-6, 5-9, 5-10, 6-9,
6-13, 7-5, 7-11, 7-19, 6-13, 7-5, 7-11, 7-19,
7-20, 7-21...23, 7-28, 7-20, 7-21.1, 7-21.2, 7-22,
7-29, 9–3, 11-1, Deckblatt 7-23, 7-28, 7-29, 9-3,
Anhang A, Deckblatt 11-1, Deckblatt Anhang A,
Anhang C Deckblatt Anhang C
9 ii, iv, v, 4-1, 4-2 ii, iv, v, 4-1, 4-2 06.12.2000
10 i, ii, iv, v, 3-15, 3-32, 3-44, i, ii, iv, v, 3-15, 3-32, 3-44, 14.12.2001
3-45, 4-1, 4-2, 5-3, 5-4, 3-45, 4-1, 4-2, 5-3, 5-4,
5-5, 5-8, 5-9, 8-7, 9-1, 9-2 5-5, 5-8, 5-9, 8-7, 9-1.1, 9-
1.2, 9-2
12 iii; iv; 4-1; 4-2; 4-3 iii; iv; 4-1; 4-2; 4-3 16.03.2005
18 iii, iv, v, vii, 5-1, 5-2, iii, iv, v, vii, 5-1, 5-2, 07.06.2011
Deckblatt Annex E Deckblatt Annex E
19 iii, iv, 4-1...4-3 iii, iv, 4-1...4-3 04.04.2012
21 iii, iv, vi…viii, 4-1…4-3, iii, iv, vi…viii, 4-1, 4-2, 15.10.2012
5-1…5-10 5-1…5-11
Der Halter des Motorseglers STEMME S10-VT ist verpflichtet, die Instandhaltung des Luftfahrzeuges
entsprechend der nationalen Betriebsordnung für Luftfahrzeuge (in Deutschland Luft-BO) und den
Anweisungen dieses Handbuches sicherzustellen. Hierzu zählen unter anderem:
• Regelmäßige Kontrollen
• Nachjustierungen
• Austausch von Betriebsstoffen
• Austausch von Teilen nach Ablauf der zulässigen Betriebszeit
• Kleine Reparaturen
Über alle Wartungsarbeiten sind Angaben in die Betriebsaufzeichnungen aufzunehmen (Bordbuch).
Eine Änderung der Halterschaft ist dem Hersteller umgehend mitzuteilen und von ihm bestätigen zu lassen,
damit Mitteilungen zur Lufttüchtigkeit (TM, LTA) sofort an den Halter gegeben werden können.
Für die Wartung sind insbesondere folgende Unterlagen zu beachten:
1. STEMME - "Wartungshandbuch für den Motorsegler STEMME S10-VT" (vorliegendes Dokument)
2. STEMME - "Flughandbuch für den Motorsegler STEMME S10-VT"
3. ROTAX - "Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie"
4. ROTAX – “Wartungshandbuch (Heavy Maintenance) für ROTAX Motortypen ROTAX 912 und 914
Serie“
5. ROTAX - "Betriebshandbuch für ROTAX Motor Type 914 Serie"
6. ROTAX - "Einbauhandbuch für ROTAX Motor Type 914 Serie"
7. ROTAX - "Grundüberholungshandbuch für ROTAX Motortypen 912 und 914 Serie"
8. ROTAX - "Ersatzteileliste für ROTAX Mototypen 912 und 914 Serie"
9. STEMME - Unterl. Nr. A26-11AM-M: "Technische Spezifikation ROTAX 914 F2/S1"
10. Wartungsinstruktionen für "L´Hotellier"-Schnellverbindungen in der Steuerung
11. Unterlagen der Hersteller der im Ausrüstungsverzeichnis aufgeführten Geräte
12. Technische Mitteilungen der Firmen STEMME , ROTAX und gegebenenfalls der Hersteller weiterer
eingebauter Geräte
13. Wartungsanweisungen der Firma STEMME
14. Service Informationen der Firma ROTAX
Der Wartungsbedarf richtet sich, unabhängig von den regelmäßigen Kontrollen, nach der flugbetrieblichen
Inanspruchnahme, dem Klima, der Beschaffenheit der Start- und Landeplätze, den Unterstellmöglichkeiten
und ähnlichen Faktoren. So kann z.B. in sandreichen Gegenden eine Reinigung der Filter vor jeder
Inbetriebnahme notwendig werden, während in küstennahnen oder regenreichen Gebieten der
Konservierung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muß. Die Anweisungen dieses Handbuches
gelten für normale Betriebsbedingungen und Beanspruchungen.
Es sind nur Ersatzteile der Hersteller oder Fremdteile entsprechend dessen Angaben zu verwenden.
Anmerkung: Angaben zu Materialien und Vorgehensweisen bei kleinen Reparaturen an Faserverbund -
Teilen können dem Reparaturhandbuch "Kleine Reparaturen an Faserverbundbauteilen" in
Anhang A dieses Wartungshandbuches entnommen werden.
Bei Störungen, die die Betriebssicherheit gefährden, ist sofort der Hersteller zu benachrichtigen.
Die Durchführung der Wartung hat durch sachkundiges Personal zu erfolgen.
Anmerkung: Dieses Wartungshandbuch beinhaltet keine Anweisungen für Montage, tägliche Kontrolle und
Vorflugkontrolle. Angaben hierzu sind dem Flughandbuch, Kapitel 4 - Normale
Betriebsverfahren, zu entnehmen. Bei Durchführung dieser Arbeiten muß dem
Wartungspersonal das Flughandbuch verfügbar sein.
1.1 Umrechnungstabelle
3.1.1 Tragflügel
3.1.2 Rumpf
Der Rumpf ist modular aus drei verschraubten Baugruppen aufgebaut: Vorderrumpf (CFK-Kevlar-Glas
Bauweise), zentraler Stahlrohrrahmen und Leitwerksröhre (CFK-Bauweise).
Die Lasten von Vorderrumpf, Tragflügel, Fahrwerk, Triebwerk und Leitwerk werden vom zentralen
Stahlrohrrahmen übertragen. Der zentrale Rahmen ist mit selbsttragenden Verkleidungen aus GFK-
Sandwich abgedeckt. Sie sind mit Schnellverschlüssen (Camlocks) mittels Schraubendreher leicht
abnehmbar. Das obere Verkleidungsteil enthält einen Deckel zur Ölstandskontrolle, der ohne Werkzeug
bedient werden kann.
Höhenleitwerk
• T-Leitwerk, einfach zu demontieren (einfache Feder-Bolzenverbindung)
• Flosse aus CFK, Höhenruder aus CFK
• Spalte am Höhenruder mit elastischem Abdeckband abgedichtet
• Grenzschichtturbulator (selbstklebendes 60° Zackenband; 12 x 0.5 mm / 0.47 x 0.02 in., Vorderkante bei
65% der Flügelsehne)
Seitenleitwerk
• Flosse aus CFK, Seitenruder aus GFK
• Spalte am Seitenruder mit elastischem Abdeckband mit integriertem Turbulator (Kombiband) abgedichtet
• Funkantenne in Seitenruder integriert
3.2 Cockpit
3.2.1 Allgemeines
Die beiden Sitze mit mehrfach verstellbaren GFK Rückenlehnen sind nebeneinander angeordnet und mit je
einem Vier-Punkt-Gurt ausgerüstet.
Das Cockpit ist mit Doppelsteuerung ausgerüstet. Zwischen den Sitzen befindet sich eine Konsole, die
Steuergestänge, Kabelbäume und Wellentunnel abdeckt. Das pilzförmige Instrumentenbrett ist in drei Felder
aufgeteilt: linke Seite, rechte Seite und Mitte.
Die einteilige Cockpithaube ist vorne eingehängt und wird im geöffneten Zustand von Gasdruckfedern
gehalten. Je drei Verriegelungspunkte links und rechts werden mit je einem Verriegelungshebel betätigt. Am
hinteren oberen Haubenrahmen befindet sich eine weitere Verriegelung durch einen Röger-Haken, der den
Notabwurf der Haube unterstützt. Diese Verriegelung wird durch den Handgriff neben dem Röger-Haken
bedient.
Haubennotentriegelung: Nach dem Entriegeln beider seitlicher Verriegelungen den roten T-Griff am
Instrumentenbrett ziehen um die Haubennotentriegelung auszulösen. Die vordere Aufhängung wird geöffnet
und die Haube mit einer Gasdruckfeder um etwa 100 mm / 4 in. aufgestoßen. Der Röger-Haken muß
geschlossen bleiben, weil die Haube beim Abwerfen um diesen Punkt dreht.
Das Cockpit wird durch zwei Düsen rechts und links im Instrumentenbrett belüftet, die Cockpithaube mittels
Öffnungen im Haubenrahmen. Das Cockpit wird mittels Triebwerksabwärme beheizt (optionale Ausrüstung).
2. Seitenruderpedale Für jeden Sitz und einstellbar. Die Seitenruderpedale lenken über einen
Federmechanismus auch das Spornrad.
3. Bremsklappenhebel Für beide Sitze auf der linken Seite. Blauer Hebel an der linken
Cockpitseite bzw. an der Mittelkonsole entsprechend der Sitzposition.
4. Wölbklappenhebel Für beide Sitze auf der linken Seite. Schwarzer Hebel an der linken
Cockpitseite bzw. an der Mittelkonsole entsprechend Sitzposition.
Anzeige der Klappenstellung (-10, -5, 0, +5, +10, L) auf der
Mittelkonsole. Entriegelung durch drücken nach rechts gegen
Federkraft, Verriegelung durch Federkraft.
5. Pedalverstellgriff Mittig vor jedem Sitz. Entriegelung durch ziehen des Handgriffes
6. Haubenverriegelungsgriffe Zwei weiße Griffe mit rotem Ring links und rechts am Haubenrahmen
zum Ver- und Entriegeln der Cockpithaube. Ein weißer Handgriff hinten
oben in der Mitte am Haubenrahmen, der zu Beginn des
Haubennotabwurfes die Haube hinten festhält (Röger-Haken).
8. Trimmhebel Ein grüner Griff auf der Mittelkonsole. Entriegelung durch Drücken nach
unten gegen eine Federkraft, zum Trimmen nach vorne oder hinten
schieben, Verriegelung durch Federkraft.
9. Gashebel Ein schwarzer Griff auf der Mittelkonsole mit zwei Anschlägen (max.
Dauerleistung und Startleistung). Der Hebel wird von einer Feder nach
vorne in Richtung VOLLGAS gedrückt und von Bremsscheiben
gehalten, die mit einer Rändelmutter links an der Mittelkonsole
eingestellt werden können.
10. Chokehebel Schwarzer Griff auf der Mittelkonsole, rechts neben dem Gashebel. Der
Hebel wird von einer Feder nach hinten in Richtung CHOKE AUS
gedrückt und von Bremsscheiben gehalten, die mit einer Rändelmutter
rechts an der Mittelkonsole eingestellt werden können.
11. Propellerverstellung Kippschalter auf der Mittelkonsole. Die vordere Position ist die START
Position. Befinden die Propellerblätter in Startposition, so wird dies
durch eine grüne Lampe neben dem Schalter, und nicht durch die
Schalterstellung selbst angezeigt.
12. Brandhahn Roter Handgriff hinten auf der Schräge der Mittelkonsole. Durch drehen
des Griffes in horizontale Stellung (Position ZU) wird die Verbindung
zwischen Tanks und Vergasern unterbrochen.
Anmerkung: Die Leistungseinstellungen 100% und 115% lassen sich ohne Sichtkontrolle einstellen. 100%
Leistung sind gewählt, wenn der Gashebel bis zum ersten Anschlag vorgeschoben wird. Um
115% Leistung zu setzen, muß der Gashebel leicht nach links verschoben und über den ersten
Anschlag hinaus zum zweiten geschoben werden.
7. Haubenbelüftung Knopf rechts neben dem Zündschalter zur Belüftung der Cockpithaube.
Die gezogene, hintere Stellung heißt Cockpitbelüftung AUF.
[Link] Instrumentenbrett
Die nachfolgende Beschreibung gibt einen Überblick über die Instrumente, Bedien- und Kontrolleinrichtungen
und Sicherungen, die auf dem Instrumentenbrett untergebracht sind. Die genaue Anordnung aller Elemente
ist ersichtlich aus der bildlichen Darstellung des Instrumentenbrettes Abb. 3.2.a: "Anordnung der
Bedienelemente am Instrumentenbrett“, gültig für die auf dem Titelblatt dieses Wartungshandbuches
angegebene Werknummer.
Die Flugüberwachungsinstrumente bestehen mindestens aus:
1. Einem Fahrtmesser (Geschwindigkeitsbereich von 50 - 300 km/h / 27 - 162 kts)
2. Einem Höhenmesser
3. Einem Magnetkompaß.
Diese Instrumente liegen genau im Blickfeld des ersten Piloten (vor dem linken Sitz). Doppelte
Instrumentierung ist möglich, um optimale Sicht auf die Flugüberwachungsinstrumente auch vom rechten
Sitz aus zu ermöglichen (z.B. für Einweisungsflüge).
Zusätzliche Instrumente können auf Kundenwunsch hin eingebaut werden. Zusammen gehörende Schalter
und Schutzschalter sind immer im selben Bereich des Instrumentenbrettes angeordnet.
Die Motorüberwachungsintrumene bestehen mindestens aus:
• Drehzahlmesser,
• Öldruck- und Öltemperaturanzeige,
• Zylinderkopf-Temperaturanzeige („rechts“ und „links“ als Kombiinstrument),
• Volt- und Amperemeter
• Kraftstoff-Vorratsanzeiger für rechten und linken Flügeltank,
• Motorbetriebsstunden-Anzeige
Diese Instrumente liegen alle, außer der Motorbetriebsstunden-Anzeige, im rechten Bereich des
Instrumentenbrettes, wenn sie sich nicht (bei doppelter Instrumentierung) im mittleren Bereich befinden. Die
Motorbetriebsstunden-Anzeige befindet sich hinten an der Mittelkonsole zwischen den Sitzen.
Die rote Feuerwarnleuchte (durch Drücken der Lampe testen auf akustische und optische Funktion) befindet
sich neben den Motorüberwachungsinstrumenten.
Die folgenden Warn- und Kontrolleuchten sind in einer Gruppe zusammengefaßt, die unabhängig von ihrer
Position auf dem Instrumentenbrett immer gleich geordnet ist. Sie Informieren den Piloten auf einen Blick
über den Zustand des Motorseglers. Diese Gruppierung der Lampen befindet sich immer oben am
Instrumentenbrett unter der Sonnenblende, um sie ablesen zu können ohne geblendet zu werden.
Anordnung von links nach rechts:
A) rote Warnleuchte für Kraftstoffdruck,
B) grüne Anzeigeleuchte für Betrieb der Hilfskraftstoffpumpe,
C) rote Warnleuchte für Ladedruck (Boost-Prssure),
D) gelbe Warnleuchte für Fehlfunktion der TCU (Turbo Control Unit),
E) rote Warnleuchte für Fehlfunktion des externen Generators (Ladekontrolleuchte),
F) gelbe Warnleuchte für Fehlfunktion des internen Generators.
Die Fahrwerks Positions- und Warnanzeige, bestehend aus zwei Lampen, befindet sich ebenfalls unter der
Sonnenblende. Die Zustände werden mit rotem oder grünem Blink- oder Dauerlicht angezeigt.
3.3 Steuerung
3.4.1 Motor
3.4.2 Schmierstoffanlage
3.4.3 Kühlsystem
Allgemeines
Der Motor wird von zwei Flügeltanks und einem elektrischen Pumpensystem im Rumpf mit Kraftstoff
versorgt. Zu jedem Treibstofftank gehören zwei Pumpen (Haupt- und Hilfspumpe). Die Pumpen werden mit
einem elektrischen Tankwahlschalter (Zwei-Ebenen Schalter) geschaltet und ermöglicht die Kraftstoffzufuhr
aus entweder dem linken, dem rechten oder aus beiden Flügeltanks. Mit dem Hilfspumpenschalter können
zusätzlich zu den gewählten Hauptpumpen die entsprechenden Hilfspumpen eingeschaltet werden.
Aufbau des Kraftstoffsystems
Es ist je ein Kraftstofftank im äußeren Teil des Innenflügels im Bereich zwischen Holm und Flügelnase
eingebaut. Die Tanks bestehen aus einem Hybridlaminat. Zur Sicherung der Langzeitbeständigkeit sind die
Tanks innen mit einer kraftstoffbeständigen Schutzschicht aus „Scotch-Clad 776“ versehen (Hersteller 3M;
erfüllt Spezifikation: MIL-D-1795-B). Beide Flügeltanks haben je einen mit Federkraft verriegelnden
Tankdeckel, der mit einem Schraubendreher geöffnet werden kann.
Die beiden Tanks haben je eine Belüftungsleitung (Aluminiumrohr). Sie verläuft von einer Stelle im Tank in
Nähe des Tankdeckels in Richtung Rumpf, durch die Wand des Tanks und von dort wieder nach außen zur
Endrippe des Innenflügels, wo sich die Belüftungsöffnung befindet. Die Belüftungsöffnung liegt an der
Unterseite der Tragfläche, an den Trennstellen zwischen Innen- und Außenflügeln.
Eine gemeinsame Drainage- und Kraftstoffzuleitung (Aluminiumrohr ∅ 20 x 1 mm / 0.79 x 0.04 in.) vom
Tiefsten Punkt jedes Tanks zur Wurzelrippe des Innenflügels verbindet die Flügeltanks mit dem
Kraftstoffsystem im Rumpf. Am Ende der Leitung, je an der linken und rechten Wurzelrippe, ist eine
Schnelltrennkupplung mit einem kurzen Schlauch befestigt, der auch den Grobfilter beinhaltet. Die Schläuche
sind durchsichtig und leicht zu entfernen (Schraubschellen), um das Prüfen und Reinigen der Grobfilter zu
ermöglichen.
Die Gegenstücke der Schnelltrennkupplungen (links und rechts) sind an Kraftstoffleitungen zu den
Wasserabscheidern angeschlossen, die Wasser und Kraftstoff aus den entsprechenden Tanks trennen. Die
Drainageleitungen für das abgeschiedene Wasser verlaufen zu den entsprechenden, selbstschließenden
Ablaßventilen (eins je Tank), die zwischen den unteren Befestigungen der Knickstreben des Fahrwerks
eingebaut sind.
Die Versorgungs-Saugleitung vom linken und rechten Tank, die einen Feinfilter und ein Rückschlagventil
enthält, verläuft vom zugehörigen Wasserabscheider zum entsprechenden Pumpenpaar. Die
Rückschagventile vermeiden, daß Kraftstoff in die Tanks zurückgepumpt wird. Die Pumpenpaare sind links
und rechts im Fahrwerksschacht eingebaut. Sie bestehen je aus einer Haupt- und einer Hilfspumpe, die
gegenüberliegend an GFK-Winkeln befestigt sind und bezüglich des Kraftstoffflusses in Serie geschaltet
sind. Um die Funktion der Serienschaltung zu gewährleisten, wenn nur eine der Pumpen (Haupt- oder
Hilfspumpe) in Betrieb ist, sind parallel zu den Pumpen zwei Rückschlagventile eingebaut. Die
Druckleitungen vom linken und rechten Pumpenpaar werden mit einem Y-Stück zu einer Leitung
zusammengeführt, die weiter zum Brandhahn an der Mittelkonsole zwischen den Sitzlehnen, zurück zu
einem Brandschottdurchbruch oben am hinteren Brandschott und von da zum Druckregler im Motorraum
geführt ist. Die Rücklaufleitung für überschüssigen Kraftstoff verläuft vom Druckregler durch den
Brandschottdurchbruch, wird in einen linken und rechten Zweig geteilt und mit Y-Stücken mit den
Ansaugleitungen verbunden. Beide Rücklaufleitungen enthalten Rückschlagventile, um zu vermeiden, daß
ein Pumpenpaar von mehr als einem Tank versorgt wird.
Die Hauptpumpen sind an den internen Generator angeschlossen und daher unabhängig vom elektrischen
System, vorausgesetzt der Motor läuft. Die Hilfspumpen sind an den externen Generator bzw. an die Batterie
angeschlossen. Für jede Pumpe gibt es einen separaten Sicherungsautomat am Instrumentenbrett.
Kraftstoffanzeige- und Warnsystem
Das Kraftstoffsystem wird mit zwei Lampen und zwei Füllstandanzeigen überwacht. Die grüne
Hilfspumpenlampe leuchtet, wenn die Hilfspumpen (eine oder beide) in Betrieb sind. Die rote
Kraftstoffdrucklampe leuchtet dauernd, wenn der Kraftstoffdifferenzdruck (zwischen Ausgang Druckregler
und Airbox) unter den Wert von 150 hPa fällt, und blinkt, wenn der Kraftstoffdifferenzdruck über den Wert von
350 hPa ansteigt. Je ein Sensor in den Flügeltanks ist mit den Füllstandanzeigen (Kombiinstrument für beide
Tanks) verbunden.
Abb. 3.4.6 zeigt eine Übersicht über das Kraftstoffsystem, inklusive Instrumente.
Belüftungsleitung
Füllstandgeber Füllstandgeber
linker Tank rechter Tank
Schnelltrennkupplung
Feinfilter
Wasserabscheider
und Sumpf
Rückschlag-
Drainer ventil
Rückschlag-
ventil
M M
Elektrische Elektrische
Hauptpumpe links Hauptpumpe rechts
M M
Elektrische Elektrische
Hilfspumpe links Hilfspumpe rechts
Rücklaufleitung
Airbox Drucksensor
Airboxdruck
Motorraum
3.4.8 Brandschutz
Der Motor mit Ansaug- und Abgasanlage ist nach vorne, oben und hinten mit Brandschotts abgegrenzt. Die
Brandschotts bestehen aus korrosionsbeständigen Stahlblechen (Dicke: 0.38 mm / 0.015 in).
Die Innenseiten der rechten, linken und unteren Motorabdeckungen sind mit Brandschutzlack behandelt
(Hersteller: Courtaulds Aerospace). Der Brandschutz besteht aus drei Schichten weißen Brandschutzlacks
(type N 56582/T508) und einer Schicht Klarlack (Typ 4232-0303, Härter N39-1327 oder N50/2509, Verdünner
N39-3091).
Kraftstoff- und Ölleitungen im Motorraum sind mit Brandschutzschläuchen ummantelt (Aeroquip).
Die Feuerwarnung wird von zwei Bimetall-Temperatursensoren über den Vergasern ausgelöst. Die Warnung
geschieht dann mittels einer roten Leuchte (zum Testen Leuchte drücken) am Instrumentenbrett und einem
akustischen Signal über den Lautsprecher.
3.4.9 Motorverkleidungen
Der Gelenkpropeller besteht aus einem Zentralteil und zwei an diesem Zentralteil gelenkig aufgehängten
Propellerblättern. Die Gelenkachse ist derart gerichtet, daß die Propellerblätter in der Drehebene des
Propellers beweglich sind. Dreht sich der Propeller nicht, so werden die Propellerblätter von Federkräften
nach innen eingefaltet. Das Zentralteil des Propellers ist aus hochfestem Aluminium gefertigt. Die
Propellerblätter sind aus Carbon/Kevlar/Glaslaminat hergestellt.
Beim Anlassen des Triebwerkes entfalten sich die Blätter selbsttätig durch Fliehkraft. Für ein eventuelles
Überschwingen der Blätter beim Entfalten sind weiche Gummianschläge für die Blätter eingebaut. Auch die
Endstellung beim Einfalten der Blätter wird durch Gummianschläge begrenzt. Die Blätter können in jeder
möglichen Stellung innerhalb des Verstellbereichs einklappen.
Nach dem Abschalten des Motors im Flug muß der Propeller mit der Propellerbremse abgebremst werden,
damit die Propellerblätter einklappen können. Die Propellerbremse wird mit dem Bremsgriff am
Instrumentenbrett bedient. Der eingeklappte Propeller kann dann mit der Propellerpositionierung, ebenfalls
ein Griff am Instrumentenbrett, positioniert werden, damit der Propellerdom, der die Rumpfnase bildet,
geschlossen werden kann. Dies geschieht mit einem Griff in der Mitte des Instrumentenbrettes. Ist der Dom
geschlossen, liegt der Propeller vollständig innerhalb der Rumpfkontur und ermöglicht so optimale
Leistungen im Segelflug.
Die Verstellung des Propellers erfolgt elektrisch mit einem Schalter am Gasbock und ermöglicht zwei
Stellungen: Startstellung (kleine Steigung) und Reisestellung (große Steigung). Befindet sich der Propeller in
Startstellung, so leuchtet die Startstellungsanzeige neben dem Schalter grün auf.
Aufbau des Verstellpropellers
Die Nummern im folgenden Text beziehen sich auf das Prinzipbild des Propellers (siehe Abb. 3.4.10 a/b).
Die Propellerblätter (1) sind in einer gabelförmigen Halterung (4) gelenkig aufgehängt. Zur Verstellung des
Blatt-Einstellwinkels wird die komplette Einheit Gabel-Blatt in der Nabe verdreht. Die Hohlachse (3) nimmt
eine Schrauben-Drehfeder (23) zum Einklappen des Blattes auf. Die Kraftübertragung auf das Blatt erfolgt
über einen Mitnehmerhebel (22), der in das Auge zur Aufnahme des Anschlagpuffers im Blatt eingreift. Als
Aktuatoren für die Verstellung dienen elektrisch beheizte Dehnstoff-Arbeitselemente (15). Oberhalb seiner
Arbeitstemperatur verrichtet das Dehnstoffelement Arbeit an einem Kolben, der die Propellerverstellung
bewirkt. Alle Elemente zur Blattverstellung sind zweifach redundant ausgeführt und über einen Kopplungsring
(12) mechanisch gekoppelt, so daß beide Blätter stets die gleiche Verstellbewegung ausführen.
Propellerblätter
Die Propellerblätter sind aus Faserverbundwerkstoff in zweischaliger Bauweise gefertigt. Die Schalen
bestehen aus Hybrid-Laminat (Glas, Kohle, Aramid). Für verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen
Steinschläge ist auf die Eintrittskante ein PU-Band aufgeklebt.
Zum Druckausgleich sind sämtliche Hohlräume des Blattes durch Öffnungen miteinander verbunden, zum
Umgebungsdruck besteht eine Verbindung durch eine Bohrung ∅1 mm in der Blattspitze. Diese Bohrung
dient gleichzeitig dazu, daß im Blatt entstehendes Kondenswasser durch Fliehkraftwirkung
herausgeschleudert wird.
Propellerblatt Verstellmechanismus
Im stromlosen (nicht beheizten) Zustand wird der Kolben des Arbeitselementes (15) durch die Feder (20)
über die Schwinge (14) in die eingeschobene Lage und damit das Propellerblatt über den Stößel (13), den
Synchronisierungsring (12) und das Verbindungsstück (11) in die Startstellung gedrückt.
Die Aufheizung des Arbeitselementes durch die Heizwicklung (16) bewirkt eine Druckkraft des Kolbens, die
das System Schwinge-Stößel nahezu in die gestreckte Lage bringt und so das Propellerblatt gegen die
Federkraft in Richtung großer Steigung dreht. Das Fliehgewicht (19) erzeugt eine mit steigender Drehzahl
zunehmende Kraft, die in der gleichen Richtung wirkt. In keinem Fall ist jedoch die Wirkung des
Fliehgewichts alleine so groß, daß sie die Wirkung der Gegenkräfte (Feder und aerodynamisches
Rückstellmoment) übersteigt. Damit ist sichergestellt, daß sich bei Ausfall der Heizung unter allen möglichen
Betriebszuständen die Startstellung selbsttätig einstellt.
Die Übertragung der Verstellkraft auf die Gabeln erfolgt durch den Mitnehmer (10), der mittels eines
Exzenters so auf der Gabel befestigt ist, daß eine Feinjustierung des Einstellwinkels beider Blätter
zueinander möglich ist.
1 Propellerblatt
2 Quernadellager
3 Hohlachse
4 Propellergabel
5 Anlaufscheibe
6 Nabe
7 Rillenkugellager
8 Axialnadellager
9 Rillenkugellager
10 Mitnehmer
11 Verbindungsstück
12 Synchronisierungs-
ring
13 Stößel
14 Schwinge siehe
15 Arbeitselement Abb. 3.4.10.b
16 Heizwicklung
17 Schleifring (+)
18 Schleifring (-)
19 Fliehgewicht
20 Druckfeder
21 Gummipuffer
22 Mitnehmer
23 Schrauben-
Drehfeder
24 Anschlag
25 Justierschraube
26 Dehnschraube
27 Unterlage
28 Mutter
29 Kugelscheibe
Abb. 3.4.10.a: Verstellpropeller
Anmerkung: Damit bei der Montage keine Verwechslungen auftreten, sind alle doppelten Teile, die für die
Verstellung des Propellers verantwortlich sind, für eines der Blätter mit einem roten Punkt
gekennzeichnet. Alle Teile für das andere Blatt sind ohne Kennzeichnung.
Referenzpunkt
Propellereinstell-
winkel
„Rote“ Seite
Warnung: Der Verstellpropeller oder seine Baugruppen dürfen nur vom Hersteller oder von einem
autorisierten und lizensierten luftfahrttechnischen Betrieb entsprechend den speziellen
Anweisungen und unter Verwendung geeigneter Anlagen ausgewuchtet werden. Lage, Anzahl
und Massen der Auswuchtgewichte des betreffenden Propellers müssen im Propeller
Einstellbericht eingetragen werden. Siehe "Propeller Einstellbericht" (Anhang D).
3.4.11 Fernwellenanlage
3.4.12 Frontgetriebe
Das Frontgetriebe ist ein weitgehend wartungsfreies, schrägverzahntes Zahnradgetriebe mit Aluminiumguß-
Gehäuse und einem Übersetzungsverhältnis von 1,109. Zur Ölstandskontrolle ist ein Schauglas mit Min/Max-
Markierung angebracht. Am unteren Antriebsflansch des Getriebes ist die Fernwelle mit Hilfe einer
Gelenkscheibe, am oberen Abtriebsflansch der Verstellpropeller montiert.
Das Getriebe ist an einem gefrästen Aluminium-Träger befestigt, der wiederum am vorderen Rumpfspant in
vier Punkten an Getriebe-Aufhängungselementen, zur Reduktion von Vibrationen in Gummischeiben,
gelagert ist. Die Abdichtung der Aufhängungselemente zum Rumpfspant erfolgt mit Faltenbälgen.
[Link] Propellerdom
Der Propellerdom bildet die Rumpfnase, die in Segelflugkonfiguration den eingeklappten Propeller verdeckt.
Um vom Segelflug zum Motorflug überzugehen, wird der Dom nach vorne geschoben und der Propeller kann
sich entfalten und drehen wenn der Motor gestartet ist. Ver- und Entriegeln des Propellerdom-Bediengriffes in
der ausgefahrenen Position schaltet gleichzeitig den Motorhauptschalter ein bzw. aus (siehe Abschnitt
3.7.11).
Der Dom besteht aus einer CFK Schale mit GFK Spant und einem Aluminiumrohr, das die Befestigung des
Domes am vorderen Rumpf herstellt. Das Aluminiumrohr führt durch die Hohlwelle des Propellers in eine
Aluminium-Führungsbuchse mit Teflon-Gleitringen, die eine axiale Beweglichkeit des Dom-Rohres
ermöglichen. Die Führungsbuchse ist fest mit einem GFK-Bock im Vorderrumpf verbunden.
Der Dom wird mit einem Propellerdom Bedienhebel, der sich unten in der Mitte am Instrumentenbrett
befindet, bewegt (siehe Abb. 3.2.a). Die Schubstange des Handriffes ist mittels einer gefrästen
Aluminiumklammer mit dem Domschieberohr an dessen Ende verbunden. Die Klammer wird in einer Nut im
Führungsbock geführt, um ein Drehen des Domes zu vermeiden. Am Griff ist eine Feder eingebaut, die nach
unten, in Richtung verriegelter Stellung, wirkt.
[Link] Propellerpositionierung
Die Propellerpositionierung ermöglicht es, nach dem Abschalten des Motors und dem Abbremsen des
Propellers den Propeller so zu drehen, daß er in die Domkontur paßt. Sie wird mit einem Zuggriff, unten am
Instrumentenbrett neben der Propellerbremse, bedient (siehe Abb. 3.2.a).
Die Propellerpositionierung wird mit einem Bowdenzug angetrieben. Das Bowdenzugkabel ist vom Griff zu
einer Aluminium Scheibe und um sie herum gelegt. Die Scheibe ist drehbar am Führungsbock des
Domschieberohres gelagert. Durch ziehen des Griffes dreht sich die Scheibe gegen eine Federkraft bis zu
einem, die Endposition des Propellers definierenden, einstellbaren Anschlag. Die Feder ist um den
Führungsbock gewickelt und dreht nach dem Loslassen des Griffes die Scheibe in ihre Ausgangslage
zurück.
An der Scheibe ist eine federbelastete Klinke befestigt, die mit dem Bowdenzugkabel, das die Scheibe dreht,
verbunden ist. In Ruhelage wird die Klinke durch die Feder von der Propeller Bremstrommel (Beschreibung
siehe unten), die hinten an der Abtriebswelle des Frontgetriebes montiert ist, fern gehalten. Beim Betätigen
der Propellerpositionierung wird die Kraft der Klinkenfeder von der Kraft der Rückstellfeder der Scheibe
überkompensiert, die Klinke rastet in eine von zwei Nuten auf der Bremstrommel ein und dreht somit die
Abtriebswelle bis zum Anschlag der Scheibe mit. Die beiden Nuten auf der Bremstrommel sind gegenüber
angeordnet, wodurch der Propeller beim Ziehen des Griffes bis zum Anschlag um maximal 180° gedreht
wird.
[Link] Propellerbremse
Mit der Propellerbremse kann der rotierende Propeller nach Abschalten des Motors bis zum Stillstand
gebremst werden, so daß die Propellerblätter mittels Federkraft einfalten können. Sie wird mit einem Zuggriff
unten in der Mitte des Instrumentenbrettes bedient (siehe Abb. 3.2.a).
Die Propellerbremse wird mit einem Bowdenzug, der vom Handgriff durch den Getriebespant zur Bremse
führt, betätigt. Die Bremse ist am hinteren Gehäuseteil des Frontgetriebes montiert.
Das Bowdenzugkabel ist an einem federbelasteten Hebel befestigt, der unten am Gehäuse des
Frontgetriebes befestigt ist. Mit diesem Hebel wird das eine Ende des Bremsbandes, ein Stahlband mit
aufgenietetem Bremsbelag, beim Betätigen der Bremse nach unten gezogen. Das Bremsband ist um eine
Bremstrommel gelegt, die hinten an der Abtriebswelle des Getriebes befestigt ist. Das andere Ende das
Bremsbandes ist gegenüberliegend zum beweglichen Ende am Getriebegehäuse befestigt. Der Abstand
zwischen Bremsbelag- und Trommel kann begrenzt eingestellt werden, indem die Schraube an der
Bowdenzughalterung gelöst und die Führung etwas verschoben wird.
3.4.14 Betriebsstoffe
[Link] Kraftstoff
Als Kraftstoff sollte unverbleites Tankstellen Superbenzin, minimum ROZ 95, verwendet werden. Zulässige
Kraftstoffe sind:
• EN 228 Super
• EN 228 Super Plus
• Nach DOT: Gasoline min. grade 1, AKI 90.0, acc. to Canadian General Standard Board CAN/CGBS-3.5
(Unverbleites Autobenzin)
• Nach FAA: Standard Specification for Automotive Spark-Ignition Engine Fuel, ASTM D 4814
• AVGAS 100LL.
AVGAS 100LL belastet durch den hohen Bleianteil die Ventilsitze und bildet erhöhte
Brennraumablagerungen. Es sollte daher nur im Falle von Dampfblasenproblemen, oder wenn die anderen
Benzinsorten nicht verfügbar sind, verwendet werden.
Wichtiger Hinweis: Der Hersteller empfiehlt, AVGAS nicht über einen längeren Zeitraum zu verwenden, da
sich ansonsten vermehrt Ablagerungen im Motor bilden.
Wichtiger Hinweis: Gefahr von Dampfblasenbildung bei Verwendung von Wintertreibstoffen im
Sommerbetrieb.
Wichtiger Hinweis: Nur den Klimazonen entsprechenden Treibstoff verwenden.
[Link] Kühlflüssigkeit
80% Frostschutzkonzentrat mit Antikorrosionszusätzen und 20% Wasser. Gefrierpunkt dieser Mischung ist
ca. -38°C / -34°F. Ausreichend positive Ergebnisse liegen mit "BASF Glysantin Antikorrosion" vor. Diese öder
ähnliche Kühlflüssigkeiten verwenden.
Wichtiger Hinweis: Wegen möglicher Ablagerungsbildung sollte reines Frostschutzkonzentrat ohne
Wasserzusatz nur im Fall von Kühlmittelverdampfung nach dem Abschalten verwendet
werden. Reines Frostschutzmittel stockt bei -18°C / 0°F.
Wichtiger Hinweis: Kühlflüssigkeitskontrolle: Der Stand im Überlaufgefäß (links unten im
Fahrwerksschacht) soll zwischen den min. und max. Markierungen stehen. Fehlende
Kühlflüssigkeit im Überlaufgefäß ist durch Auffüllen des Überlaufgefäßes zu ergänzen.
Wichtiger Hinweis: Befindet sich der Kühlflüssikeitsspiegel im Überlaufgefäß unterhalb der min. Markierung,
so ist eine ausreichende Funktion des Schnüffelventils nicht mehr gewährleistet.
Deshalb ist zusätzlich zu prüfen, ob sich bereits Luft im Kühlflüssigkeitssystem befindet.
Dazu Deckel des Einfüllgefäßes, (vorne links auf dem Brandschott) öffnen und ggf.
nachfüllen.
Warnung: Deckel des Einfüllgefäßes nicht bei warmem Motor öffnen. Das Kühlflüssigkeitssystem steht unter
Überdruck. Verbrennungsgefahr durch siedendes Spritzwasser.
Anmerkung: Bei warmem Motor steigt der Kühlflüssigkeitsstand im Überlaufgefäß deutlich an. Ein zu hoher
Flüssigkeitsspiegel im Überlaufgefäß ist zwar unbedenklich, führt aber zu
Kühlflüssigkeitsaustritt aus dem Überlaufgefäß in den Fahrwerksraum hinein.
Wichtiger Hinweis: Die Getriebezusätze nach Spezifikation GL4 oder GL5 ist für die sichere
Zahnradschmierung im eingebauten Getriebe erforderlich. Keine anderen Ölzusätze
verwenden!
Anmerkung: Voll- oder teilsynthetische Öle sind wegen ihrer Temperaturbeständigkeit und geringeren
Rückstandsbildung vorzuziehen.
Wichtiger Hinweis: Vollsynthetische Öle führen bei gleichzeitiger Verwendung von AVGAS zu übermäßigem
Verschleiß und/oder Ablagerungen. Für den Betrieb mit AVGAS wird dringend die
Verwendung von teilsynthetischen Ölen empfohlen.
a) Viskosität:
Es wird die Verwendung von Mehrbereichsölen empfohlen.
Bei Mehrbereichsölen ist die Viskosität weniger stark von
der Temperatur abhängig als bei Einbereichsölen. Sie sind
ganzjährig einsetzbar und sorgen beim Kaltstart für
schnellere Schmierung aller Motorenteile und werden bei
höheren Temperaturen weniger dünnflüssig. Da sich die
Temperaturen benachbarter SAE- Klassen überschneiden,
braucht bei kurzfristigen Temperaturschwankungen das Öl
nicht gewechselt zu werden. Zur Auswahl der geeigneten
Klasse siehe nebenstehende Schmierstofftabelle.
Schmierstofftabelle
Frontgetriebe
Getriebeöle verwenden, spezifiziert nach MIL-L-2105C (Qualität 90) z.B. Auto Getriebeöle HYP 80W, HYP
85W-90, HYP 85W-140 entsprechend API-GL5, oder Shell Luftfahrtöl S 8350 entsprechend DTD 900/4981.
3.5 Fahrwerk
Das Fahrwerk besteht aus einem Spornrad und zwei einziehbaren Hauptfahrwerksbeinen, die am
Mittelrumpfrahmen mit den Drehachsen in Flugrichtung gelagert sind. In ausgefahrener Position werden sie
mit Knickstreben ("Verknieungen") für jedes Fahrwerksbein verriegelt. Die Räder sind an je einer
nachlaufenden Schwinge aufgehängt, die sich, über vorbelastete Gummi-Federelemente zur Stoßdämpfung,
am Rahmen des Fahrwerksbeines abstützt.
Die Fahrwerksbeine und die Fahrwerksklappen werden mit einem elektrischen Linear-Spindelantrieb je
Fahrwerksbein ein- und ausgefahren. Die Spindelantriebe sind oben am Rumpfrahmen aufgehängt und
unten an den jeweiligen Knickstreben in einem Verriegelungsmechsnismus, der zum Notausfahren des
Fahrwerks mit einem T-Griff für jedes Bein vom Cockpit aus entriegelt werden kann, gelagert.
Die Spindeln werden von Endabschaltern gesteuert. Die Endabschalter für AUSGEFAHREN sind in den
Knickstreben angebracht und registrieren deren Verknie-Position, die für EINGEFAHREN sind am
Rumpfrahmen befestigt und registrieren die obere Position des Fahrwerkes. Die Endabschalter sind alle
doppelt vorhanden, wobei der jeweils zweite das Signal für das Anzeige- und Warnsystem liefert, das in einer
TTL (Transistor-Transistor-Logik) geschaltet ist und zur Anzeige zwei fokussierte Leuchtdioden im rechten
Instrumentenbrett verwendet (siehe „Flughandbuch für den Motorsegler STEMME S10-VT“).
Die Fahrwerksklappen werden beide von den Fahrwerksbeinen betätigt. Die rechte Klappe ist gefedert direkt
mit dem rechten Bein verbunden. Die linke Klappe wird durch eine Seilzugmechanik gesteuert. Beim
Einfahren nimmt das linke Bein über einen Seilzug die linke Klappe zunächst nur so weit mit, daß das rechte
Bein noch einfahren kann. Das rechte Bein zieht die linke Klappe auf dem letzten Stück des Einfahrweges
über den Seilzug noch um den Restweg ein. Das Öffnen der linken Klappe erfolgt durch eine federbelastete,
auf der Klappe abrollende Strebe. Diese drückt die Klappe gegen das Seil nach außen, um ein Wehen der
Klappe zu verhindern, und wird bei ausgefahrenem Fahrwerk blockiert, so daß die Klappe feststeht. Die
geschlossene Position der Fahrwerksklappe wird hinten zusätzlich von Magneten gehalten.
Die Scheibenbremsen werden hydraulisch betätigt. Der Hauptbremszylinder für beide Radbremsen ist an der
Vorderwand des Fahrwerksschachts angebracht. Die Druckübertragung vom Hauptbremszylinder zu den
Radbremszylindern erfolgt über eine kurzes Rohr, einen T-Stück-Verteiler und metallummantelte
Bremsschläuche. Vom Hauptzylinder führt ein einstellbarer Bowdenzug zu dem Bremsgriff am linken
Knüppel. Dieser kann zum Feststellen der Bremse mit einem Stift verriegelt werden, so daß die Bremse auch
zum Parken verwendet werden kann. Optional ist ein zweiter Bremsgriff am rechten Knüppel angebracht, der
über einen eigenen Bowdenzug den Hauptbremszylinder betätigt.
Die Bremskraft wirkt gleichmäßig auf beide Räder des Hauptfahrwerkes. Das System ist für maximal
115 bar / 1668 psi ausgelegt, der maximal zulässige Druck ist 200 bar / 2900 psi.
Hauptfahrwerk- Notausfahren
Durch Ziehen zweier T-Griffe nacheinander im Cockpit werden die Fahrwerksspindeln über Bowdenzüge von
den Knickstreben gelöst und die Fahrwerksbeine fallen durch Schwerkraft in ihre ausgefahrene Position,
wobei Federn die Knickstreben in die Verknieung drücken.
Im Falle eines Notausfahrens sollten die Fahrwerksbeine in der auf den Griffen angegebenen Reihenfolge
(Beschriftet mit 1 & 2, falsche Reihenfolge ist unkritisch) entriegelt werden. Das rechte Fahrwerksbein ist mit
einem Mechanismus ausgestattet, der ein Verklemmen bei Bedienung in falscher Reihenfolge verhindert.
3.5.2 Spornrad
Das ungefederte Heckrad ist in einer geschleppten Gabel eingebaut, die unten in einem Kugellager und oben
in einem kombinierten radial/axial-Gleitlager gelagert ist. Das Gleitlager ist so konstruiert, daß es unter
Axiallast eine Reibung erzeugt, die beim Rollen ein Flattern der Gabel vermeidet. Zur Steuerung des
Heckrades ist es über vorgespannte Federn mit dem Ruder gekoppelt.
3.7.1 Allgemeines
Der Motorsegler STEMME S10-VT hat ein 12-Volt-Bordnetz. Spannungsquellen sind eine Hauptbatterie mit
26 Ah und eine optionale Zusatzbatterie mit 7,2 Ah Kapazität, sowie ein 600 W Generator (Nippon Denso).
Dieser Generator („externer Generator“) wird vom Motor über einen Keilriemen angetrieben. Die
Keilriemenscheibe ist am Propellerflansch des Motors montiert. Ein zweiter, in den Motor integrierter
Generator (interner Generator“), speist ausschließlich die für den Motorbetrieb unmittelbar notwendigen
Verbraucher (Haupt-Kraftstoffpumpe und TCU). Dieser Lastkreis stellt eine eigenständige Masche dar und ist
an der Masse mit dem Bordnetz verbunden.
3.7.2 Leitungsführung
Die Leitungsführung ist durch einen Formkabelbaum, ein Hauptstrang mit verschiedenen Abzweigungen,
gestaltet. Der im Flugzeug verlegte Hauptstrang beginnt an der Batterie und endet an der rechten
Strukturseite des Instrumentenpilzes (Elektronikplatte rechts) im Fußbereich des Cockpits. Die Hauptbatterie
ist vor dem vorderen Spant der Rumpfröhre eingebaut. Von der Hauptbatterie ist der Hauptstrang wie folgt
verlegt:
• von der Batterie zum Schaltkasten (E-Box), der im oberen Bereich des Stahlrohrrahmens befestigt ist,
• vom Schaltkasten am oberen linken Gurtrohr entlang bis zum vorderen oberen Querrohr des Rahmens,
• vom vorderen oberen Querrohr des Rahmens auf dem Wellentunnel bis zum Fuß des Instrumentenpilzes,
• vom Fuß des Instrumentenpilzes bis zur Elektronikplatte rechts.
Der Formkabelbaum ist durch Spiralwickelband vor mechanischer Beschädigung geschützt und mit
Kabelbindern in ausreichendem Abstand zu Heißteilen befestigt.
Die Bauteile zur Spannungsverteilung und zur Propellersteuerung befinden sich nahe der Hauptbatterie in
einem Schaltkasten (E-Box), hinten oben am Rahmen, außerhalb des Brandschotts. Zur mechanischen
Entlastung der Batteriepole gibt es am Ringspant der Leitwerksröhre an der rechten Rumpfseite
Verteilerschienen. Über sie ist die Batterie mit dem Schaltkasten, dem Starterrelais und dem Motorblock
verbunden.
Segelflug und Motorflug stellen unterschiedliche Anforderungen an das elektrischen System. Um diesen
Anforderungen zu entsprechen sind für die Spannungsverteilung 5 Verteilerschienen (Busse) zuständig.
• Batterieschiene 1VV (1VV-1 und 1VV-2)
Diese Schiene stellt Dauerplus der Batterie zur Verfügung. An 1VV-1 liegt der Anlasser. Von 1VV-2 geht
die weitere Verteilung ins Bordnetz aus. Ein Shunt zwischen beiden Teilschienen ermöglicht eine
Überwachung des Batterie-Ladungszustandes. Der Anlasserstrom wird wegen des sehr hohen Betrages
nicht gemessen.
• Hauptschiene 2VV (2VV-1 und 2VV-2)
Mit dem Einschalten des Hauptschalters wird diese Schiene über das Hauptrelais von 1VV versorgt.
• Motorschiene 3VV (3VV-1 und 3VV-2)
Im Motorflug wird diese Schiene über ein Relais von 2VV versorgt. Durch Ausfahren und Verriegeln des
Propellerdoms wird dieses Relais geschlossen.
• Haupt-Avionikschiene 4VV-1
Diese Schiene wird wahlweise von der Hauptschiene 2VV oder von der Zusatzbatterie versorgt. Die
Wahl erfolgt mit dem „Batteriewahlschalter“.
• Neben-Avionikschiene 4VV-2
Diese Schiene wird wahlweise von der Hauptschiene 2VV versorgt oder ist abgeschaltet. Die Wahl
erfolgt mit dem „Batteriewahlschalter“.
• Generatorschiene 5VV
Ist der Generator in Betrieb, wird diese Schiene mit dem Generator-Ausgang verbunden.
A4011120_B18_97.doc-3-35/09.06.11 15:31/28.09.11 15:34 Unterl. Nr. A40-11-120
Die zentrale Masse für das elektrische System ist der Motorblock im Verbund mit dem Rahmen. An
verschiedenen Stellen des Flugzeuges gibt es weitere Masse-Sammelschienen, welche die
Masseverbindung der einzelnen Verbraucher örtlich zusammenfassen.
• Schiene 1VN
Schiene 1VN dient zur mechanischen Entlastung des Batteriepols. An ihr werden der Minuspol der
2 2
Batterie und der Motorblock über Kabel von 16 mm / 0.025 in Querschnittsfläche miteinander
verbunden. Weiterhin erfolgt hier der Masseanschluß des Starterrelais sowie der Schiene 2VN-1.
• Schiene 2VN-1
Schiene 2VN-1 befindet sich in der E-Box und ist mit 1VN verbunden.
• Schiene 2VN-2
Schiene 2VN-2 befindet sich auf der rechten Elektronikplatte im Cockpit und stellt den Massepunkt für
die von der Hauptschiene gespeisten Verbraucher im Cockpit sowie für die Relais in der E-Box dar, die
über ihre Masseverbindung vom Cockpit aus geschaltet werden. Sie ist mit dem Rahmen verbunden.
• Schienen 2VN-3 und 2VN-4
Schienen 2VN-3 und 2VN-4 stellen den Massepunkt für die Fahrwerkssteuerung dar und befinden sich
auf der Relaisplatte. Sie sind mit dem Stahlrohrrahmen verbunden.
• Schiene 3VN-1
Schiene 3VN-1 faßt die Masseverbindungen aller Verbraucher der Motorschiene 3VV zusammen und
befindet sich auf der rechten Elektronikplatte. Sie ist mit dem Stahlrohrrahmen verbunden.
• Schiene 3VN-2
Schiene 3VN-2 faßt alle Masseverbindungen der Motorüberwachungsinstrumente zusammen und
befindet sich auf der Rückseite des rechten Instrumentenbretts. Sie ist mit dem Rahmen verbunden.
• Schiene 4VN
Schiene 4VN stellt den Masseanschluß für alle Avionikgeräte einschließlich der Headsets dar und
befindet sich auf der rechten Elektronikplatte. Sie ist mit dem Stahlrohrrahmen verbunden.
3.7.5 Stromerzeugung
Als Spannungsquellen dienen eine Hauptbatterie von 26 Ah und eine optionale Zusatzbatterie von 7,2 Ah zur
Versorgung der Avionik im Segelflug, sowie bei Motorbetrieb zwei Generatoren von 600 W bzw. 250 W. Der
externe, riemengetriebene Generator (600 W) stellt die Versorgung des Hauptstromkreises sicher. Er wird im
Motorbetrieb mit einem Schalter auf dem Instrumentenbrett und einer Relaisschaltung ein- und
ausgeschaltet. (Schalterbeschreibung, Abschnitt 3.7.11) Die Ausgangsspannung wird über einen internen
Reglergleichrichter geregelt. Der Generatorausgang ist gemäß Herstellerempfehlung mit einem 22000 µF
Kondensator gepuffert.
Der interne Generator wird direkt von der Kurbelwelle angetrieben und bildet eine konstruktive Einheit mit den
Wicklungen für die Stromversorgung der Motorzündanlage und den Gebern für die Zündzeitpunkte. Wegen
seiner geringen Leistung von 250 W ist er für die Versorgung eines eigenständigen Stromkreises
vorgesehen, aus dem die für den Motorbetrieb nötigen Verbraucher (Zündung, Hauptkraftstoffpumpe und
Turboladersteuerung) gespeist werden. Der Generator hat keinen separaten Ein/Aus-Schalter sondern nimmt
seinen Betrieb bei laufendem Motor sofort auf. Die Regelung der Ausgangsspannung erfolgt über einen
separaten Reglergleichrichter. Der Generatorausgang ist gemäß Herstellerempfehlung mit einem 22 000 µF
Kondensator gepuffert.
Da der Reglergleichrichter des internen Generators im Einschaltmoment eine Referenzspannung zur
Einregelung der Generatorausgangsspannung benötigt, besteht eine elektrische Verbindung zwischen dem
Hauptstromkreis und dem Stromkreis des internen Generators. Ein Sicherungsautomat 10 A und eine Diode
verhindern eine Überlastung dieses Zweiges sowie das Fließen eines Rückstromes vom internen Generator
zum Hauptstromkreis. Somit ist die eigenständige Funktion jedes der beiden Stromkreise im Fehlerfall des
jeweils anderen gewährleistet. Außerdem sichert diese Anordnung die Versorgung von KS-Hauptpumpe und
TCU, solange die Ausgangsspannung des internen Generators nicht den Sollwert erreicht hat.
3.7.6 Motorelektrik
Das Layout der elektr. Systeme zur Motorsteuerung- und überwachung ist durch den Einsatz des ROTAX
914 F2 als Basismotor weitgehend festgelegt. Der Anschluß des Generators an das Bordnetz, die
Verschaltung der Kraftstoffpumpen, der Aufbau des Starterstromkreises (ausgenommen Zündverzögerungs-
Modul) und der Anschluß der Turboladerelektrik sind nach dem Einbauhandbuch des ROTAX 914 F2
ausgeführt.
Alle nicht direkt am Motor befestigten Elektronikbauteile sind außerhalb des Brandschotts eingebaut. Die
Verkabelung ist gemäß Einbauanleitung von ROTAX durchgeführt. Soweit möglich kommen die von ROTAX
bereitgestellten Kabel zum Einsatz.
Das Relais für den Anlasser befindet sich direkt bei der Batterie am Ringspant der Leitwerksröhre. Die
Kraftstoffpumpen befinden sich rechts und links im Fahrwerksschacht, die Turboladerelektronik ist auf einer
eigenen Trägerplatte im hinteren, rechten Teil des Rahmens außerhalb des Brandschotts angebracht.
Die Versorgung aller motorseitigen Verbraucher erfolgt über die Motorschiene 3VV, die bei geöffnetem und
verriegeltem Propellerdom an das Hauptnetz geschaltet wird. Ein sogenannter Motor-Backup-Schalter auf
dem Instrumentenbrett ermöglicht das Überbrücken dieser Sicherheitsschaltung und stellt eine
Direktverbindung zwischen Haupt- und Motorschiene her. Ausgenommen von der Speisung durch die
Motorschiene sind die Hauptkraftstoffpumpen. Diese sind an den Kreis des internen Generator des Motors
angeschlossen. Der Regler für diesen internen Generator befindet sich an der Unterseite der E-Box.
3.7.7 Motorüberwachung
3.7.12 Verstellpropeller
3.7.13 Hauptfahrwerk
Der Fahrwerksschalter für die Bedienung des Fahrwerks ist als Dreistufenschalter ausgeführt und befindet
sich in der Schalterleiste im Instrumentenbrett. Die Schalterstellungen bedeuten:
• Fahrwerksschalter UNTEN: Das Fahrwerk fährt aus
• Fahrwerksschalter in MITTE: Die elektrischen Systeme des Fahrwerks sind abgeschaltet.
Die Fahrwerksbetätigung kann jederzeit unterbrochen werden.
• Fahrwerksschalter OBEN:: Das Fahrwerk fährt ein.
Die Steuerung der elektr. Spindelantriebe der Fahrwerksbeine erfolgt über eine Relaislogik unter Auswertung
der Signale von 6 Endschaltern (Mikroschalter). Je zwei in beiden Knickstreben des Fahrwerks melden die
Position „Ausgefahren“. In Position „Eingefahren“ wird von der linken und rechten Fahrwerksstrebe je ein
Endschalter betätigt. Die Signale der Endschalter werden vom Fahrwerksanzeige/ Warn-Modul ausgewertet.
3.7.14 Fahrwerkswarneinrichtung
Ein Fahrwerksanzeige/Warn-Modul befindet sich rechts hinter dem Instrumentenbrett. In diesem Modul sind
die Anzeigelampen für die Fahrwerksstellung und eine Warnhupe integriert. Ist das Fahrwerk ausgefahren
und verriegelt, leuchten die Lampen grün. Beim Fahren des Fahrwerks blinken sie in roter Farbe. Werden bei
nicht ausgefahrenem und verriegeltem Fahrwerk die Bremsklappen entriegelt, ertönt das Warnsignal.
Die Avionik-Ausrüstung und die zugehörigen Sicherungsautomaten befinden sich Im Mittelteil des
Instrumentenbretts. Die Geräte der Avionik sind gemäß Herstellerangaben eingebaut und an den
beschriebenen Schienen angeschlossen. Die Spannungsversorgung der Avionik-Ausrüstung erfolgt über
zwei gesonderte Verteilerschienen (siehe Abschnitt 3.7.11):
• Haupt- Avionikschiene 4VV-1
• Neben- Avionikschiene 4VV-2
/ &0
&*.- % 6 , % $) %
33 ! $ 33/
3 8 9 3 8 9
<A
<
<
< <
<
<
; % %
< < < < :$ 7 5 2" " *1&) %
" )-; " # $% & " #+ ! :$ $
4
<A
<+
<
<
,
<
<
<
<
, ,! % &
" 2" % !
<
% 4 & $
! ' &( ,
$)- *%& <
7 =% / &%1 / !1% 7
,
<A
<A
<+
<A
,! % & / % % / '
4
4
2
< :
2
<
<
7 4 %
<
<
::
,
3 8 9 3 8 9
<+
7
<A
<A
:$ $ 3
&%1
< 3 4 & $
% % % % ;;; *
$0; $)- 8 9
&*.- % 6 , % $) % '
&*.- % 6 , % $) %
3 8 9 8 9 8 9 / &0
*.9
*.9
% %&
9
9
9
,
8
8
&(
8!
(1 %
<
<
<
<
)-1 & 7
!
! &)- %) %
762 62
7 !4 &)- %) % 3 ,! % & ,! % &
& $ & $
+
<+ 3 ( = &) ( %& %1 * -% * ;
:$ $
762 $0 <
< 62 $0
" # % %&
/ &0 ) ! *'
3 3 3 / # /
" )- 762 2" 62 2"
33
<
3
, ,
<
<
<
<
<A
762 , + ! 62 , + !
<A
<A
4 &$ % "$ : ) "$ & 1 ! & % & # % 8" #9 3 ( = &) ( %& %1 - $!;
3 7 =%/"&-/: & % ,3 !1%/"&-/: & %
! &)- %) % % %& 5 =& *& *%&
( %1 == % $) &= - %&&;
&*.- % 6 , % $) %
&% B :$ : &( , * %& % &-% & ;
33/ + ! - - ' %1 ) $= *%$ &= %1 :$ : &( * %& ;
) $ &= :$ : &( * %& =& ( ! % ;
+4
&% B " # ( ! - - ' " A;
! &)- %) %
: + ! ! ) $ =& ( ! % ;
+4
+4
+4 >
+4
+4
+4 +4 4 +4
+4
3 8 9
2& @
? ?
3 /
/
/ &0
+4 2 +4 4 +4 :
+4
+ ! 7 !1% " % $%%& 762 : & 62 : & Abb. 3.7.c u. 3.7.d.: Schaltplan Motorelektrik Steuerung und Überwachung
Leerseite
reserviert
Als Einbauort für Funk- und Navigationsausrüstung ist der mittlere Teil des Instrumentenbrettes.
Der Bordlautsprecher ist an der Cockpit-Rückwand oberhalb des linken Gepäckfaches eingebaut. Das
Schwanenhalsmikrofon ist an der Mittelkonsole zwischen den Rückenlehnen befestigt. Es kann abgeschaltet
werden, um die Hintergrundgeräusche beim Verwenden von Headsets zu reduzieren.
Antennen und Einbauorte:
• Die UKW- Funkantenne ist im Seitenruder eingebaut,
• Die VOR-Antenne ist auf dem Cockpitboden (Aramidschale) eingebaut
(optional, Nachrüstung nicht möglich).
• Die Transponderantenne ist am vorderen Ende der Leitwerksröhre oder am Propellerdom eingebaut.
Bei Änderung der Ausrüstung dürfen ohne weiteren Nachweisaufwand nur Geräte eingebaut werden, die in
den Gerätelisten im Abschnitt 9 dieses Handbuchs enthalten und somit in Verbindung mit dem Muster
STEMME S10-VT zugelassen sind. Nur hierfür kann vom Zellenhersteller die Gewähr für einwandfreie
Funktion im Sinne der Bauvorschriften übernommen werden. Ferner dürfen Änderungen nur unter
Verwendung der Original-Kabelsätze und nach einer Einbauanweisung des Zellenherstellers vorgenommen
werden. Wegen der möglichen Auswirkungen auf die Energiebilanz, die elektromagnetische Verträglichkeit
(EMV) oder die strukturellen Eigenschaften der Instrumentenkonsole gilt dies auch für Geräte, die allgemein
für den Betrieb in Motorsegelflugzeugen zugelassen sind oder keiner eigenen Zulassung bedürfen.
Außerhalb Deutschlands ist zu prüfen, ob das jeweilige Gerät auch in dem Land zugelassen ist, in dem der
Motorsegler registriert ist.
Die Massengrenze für die Ausrüstung im Instrumentenbrett (ohne strukturelle Zusatzmaßnahmen max.
10 kg / 22 lbs zusätzlich zu den Motorinstrumenten) sowie die Auswirkungen auf die Schwerpunktlage des
Motorseglers sind zu beachten. Bei Änderungen ist das Ausrüstungsverzeichnis zu ergänzen und die
Gewichtsübersicht zu aktualisieren.
Nach Änderung der Ausrüstung ist in einer Nachprüfung (in Deutschland durch eine nach § 31 LuftGerPO
dafür anerkannte Stelle) die Übereinstimmung mit dem Muster festzustellen und zu bescheinigen. Wurden
andere als die in diesem Wartungshandbuch aufgeführten Geräte eingebaut, muß zuvor gegenüber der
zuständigen Behörde der Nachweis erbracht werden, daß die geltenden Lufttüchtigkeitsforderungen weiterhin
erfüllt sind („Änderung am Stück“).
3.9 Sauerstoffanlage
Eine bis maximal zwei Sauerstoffhalterungen (optionale Ausrüstung) sind für die Aufnahme von je einer
Sauerstoffflasche im oberen Gepäckfach eingebaut. Die Halterungen eignen sich für Flaschen verschiedener
Hersteller mit einem Durchmesser von mindestens 132 mm / 5.2 in. und einer Gesamtlänge von ca.
450 mm / 17.7 in. bis maximal 520 mm / 20.5 in. einschließlich Ventil.
Die Ausrüstung des Motorseglers mit einer bestimmten Sauerstoffanlage war nicht Gegenstand der
Musterprüfung. Die Erfüllung der Bauvorschriften ist ggf. vom Ausrüster gegenüber der Luftfahrtbehörde
nachzuweisen (i. d. R. durch „Änderung am Stück“).
Kontrollen, vorbeugende Wartungsarbeiten und Reparaturen dürfen nur von qualifiziertem Personal
durchgeführt werden. In jedem Fall sind die nationalen Gesetze und Regeln einzuhalten.
In den USA sind die Bestimmungen der FAR 43 einzuhalten. Nach der Typ 3 Kontrolle muß der Motorsegler
zur Wiederinbetriebnahme von einem nach FAR 43 und 65 autorisierten Prüfer geprüft werden. Große
Reparaturen, große Änderungen und Umbauten (nach FAR 43) müssen von entsprechend zugelassenen
Mechanikern oder Wartungsbetrieben vorgenommen und vor Wiederinbetriebnahme geprüft werden.
5.1 Lebensdauerbeschränkungen
Die Betriebszeitenbeschränkungen und vorgeschriebenen Intervalle von installierten laufzeitbegrenzten
Komponenten sind der Übersicht der zulässigen Betriebszeiten in der Dokumentation des jeweiligen
Herstellers (gültiges Wartungshandbuch, Technische Mitteilung etc.) zu entnehmen. Die Geräte müssen in
das zur Werknummer gehörende Formblatt "Betriebszeitenübersicht" eingetragen werden.
5.2 Vorflugkontrollen
• Die Vorgehensweisen beim Aufrüsten, Betanken, der täglichen Kontrolle und der Vorflugkontrolle sind im
Flughandbuch, Dokument Nr. A40-11-110, Abschnitte 4.2 bis 4.4. beschrieben.
5.3.1 Wartungsintervalle
Die Zeitabstände der allgemeinen Wartung richten sich nach der flugbetrieblichen Inanspruchnahme, dem
Klima, Unterstellmöglichkeiten u.ä. Die mindestens vorzunehmenden Kontrollen und deren Intervalle für die
S10-VT sind in der untenstehenden Tabelle aufgeführt.
In den USA muss zwischen privat und gewerblich betriebenen Motorseglern unterschieden werden, um
FAR pt. 91.409 and FAR pt. 43 zu genügen
Typ 1: nach den ersten 25 Motorbetriebsstunden, spätestens jedoch nach 100 Flugstunden
Typ 2: (In den USA: nicht anwendbar, wenn der Motorsegler gewerblich betrieben wird)
Typ 2.a: alle 100 Flugstunden
Typ 2.b: zusätzlich zur 2.a Kontrolle, alle 100 Motorbetriebsstunden
Typ 2.c: zusätzlich zu den 2.a und 2.b Kontrollen, alle 200 Motorbetriebsstunden
Typ 2.d: zusätzlich zu den 2.a, 2.b und 2.c Kontrollen, alle 600 Motorbetriebsstunden
Typ 3: In den USA: jährlich und alle 100 Flugstunden bei gewerblichem Betrieb
Wichtiger Hinweis: (Für USA) In den USA sind die Typ 2 Wartungsarbeiten und Intervalle nicht
anzuwenden, wenn der Motorsegler gewerblich genutzt wird. Um FAR pt. 91.409
and FAR pt. 43 zu genügen, müssen Typ 3 Kontrollen alle 100 Flugstunden, unabhängig
von der Motorbetriebszeit, durchgeführt werden.
Um einige Punkte der vorbeugenden Wartung zu berücksichtigen, die in Kontrollen Typ
2.c für alle 200 und Typ 2.d für alle 600 Motorbetriebsstunden enthalten sind, aber in der
Typ 3 Wartungsliste für die jährliche oder die 100 Flugstunden Kontrolle nicht
zwangsläufig berücksichtigt sind, wurden bedingte Wartungsarbeiten in die Typ 3
Wartungsliste aufgenommen. Diese sind mit einem "⊗" gekennzeichnet und gelten für
Motorsegler, die nicht nach Typ 2 gewartet werden, wenn die Motorbetriebszeit eine 200
oder 600 Stunden Kontrolle erforderlich macht.
Über die oben beschriebenen Kontrollen hinaus können, z.B. aufgrund von bekanntgewordenen Störungen,
vom Hersteller oder vom Gesetzgeber Sonderkontrollen und weitere Maßnahmen vorgeschrieben werden.
Diese werden i.d.R. durch TM (Technische Mitteilungen des Herstellers, auch Hersteller von eingebauten
Geräten) oder LTA (Lufttüchtigkeitsanweisung der Luftfahrtbehörde) unter Angabe von Fristen für die
Durchführung bekanntgegeben. Beide haben bindenden Charakter, wobei im Falle der LTA zu beachten ist,
daß nach Ablauf der Frist die Betriebserlaubnis für den Motorsegler erlischt.
Die Typ 3 Kontrollen müssen von einem den geltenden Gesetzen entsprechend autorisierten Prüfer
vorgenommen werden. In den USA ist es laut FAR pt. 91.409 erforderlich, daß sowohl die 100-Stunden-
1)
Kontrolle , als auch die Typ 3 Kontrolle den Anforderungen nach FAR pt. 43 genügen. Die Typ 3 Kontrolle
genügt der "FAR 43 pt. 43 Annex D" in allen Punkten.
1)
bei gewerblicher Nutzung
• Sämtliche Schrauben und Muttern müssen sauber sein. Wurde eine Schraubverbindung gelöst, sind
Auflageflächen und Gewindegänge auf Beschädigungen zu überprüfen und ggf. zu ersetzen.
• Einmal gelöste, selbstsichernde Muttern müssen ersetzt werden.
• Die vorgeschriebenen Anzugsdrehmomente sind einzuhalten:
- Für die Zelle laut Wartungshandbuch Abschnitt 6.8,
- für den Motor laut Wartungshandbüchern (Line und Heavy Maintenance) für ROTAX 914 Serie
• Ausgebaute Dichtringe, Dichtungen, Sicherungen, O-Ringe und Wellendichtringe beim Zusammenbau
erneuern.
• Zustand elektrischer Kabel: Die Prüfung des Zustandes von Kabeln enthält stets die Prüfung auf
Scheuerstellen, Versprödung der Isolation und Verschleiß der Endstücke oder der Verbindung zum
Endstück. Bei jedem dieser Mängel das Kabel ersetzen oder instand setzen, zumindest das betroffene
Endstück ersetzen. Die Ursache der Beschädigung ist zu untersuchen und zu beseitigen.
• Zustand flexibler Schlauchleitungen: Die Prüfung des Zustandes von flexiblen Schlauchleitungen enthält
stets die Prüfung auf Scheuerstellen, Lecks, Versprödung durch thermische oder chemische
Einwirkungen und Beschädigungen der Enden (insbesondere Risse an Verschellungen). Bei jedem
dieser Mängel ist die Schlauchleitung zu ersetzen. Die Ursache der Beschädigung ist zu untersuchen und
zu beseitigen.
WARNUNG: Vor sämtlichen Wartungsarbeiten ist der Hauptschalter und die Zündung AUS zu schalten!
Anmerkung: Bei allen Einstellarbeiten sind die Wartungsanweisungen in den Kapiteln 6 und 7 zu
berücksichtigen! Zusätzlich zu Wartungsanweisungen geben diese Kapitel auch spezielle
Intervalle (2 Jahre) für einige Checkpunkte von Typ 3 aus der folgenden Checkliste an.
WARNUNG: Vor sämtlichen Wartungsarbeiten ist der Hauptschalter und die Zündung AUS zu schalten!
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
5.4.1 Allgemein
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
5.4.3 Vorderrumpf
5.4.4 Cockpit
5.4.6 Leitwerksröhre
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
5.4.7 Leitwerke
1. Motorreinigung X X X [Link]
2. Sichtkontrolle des Motors und Zubehör X X X [Link]
3. Dichtheitskontrolle des Motors X X X [Link]
4. Prüfen der Motoranbauteile X X X [Link]
5. Kontrolle der Waste-Gate-Betätigung X X X [Link]
6. Prüfen des Motorgetriebes X X X [Link]
7. Prüfen der Magnetschraube am Motor auf Metallspäne und Fremdkörper X X X [Link]
8. Kontrolle des Zahnradsatzes X X [Link]
9. Vergaser kontrollieren X X X [Link]
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
10. Zustand der Kraftstoffleitungen, Druckverbindungsleitung und der X X X [Link]
Druckausgleichsleitung an Vergaser und Airbox kontrollieren.
11. Verkabelung der Motorelektrik kontrollieren. X X X [Link]
12. Keilriemenspannung kontrollieren X X X [Link]
13. Zündkerzen kontrollieren ggf. erneuern. Dazu kann der Kühler entfernt X X [Link]
werden (Schnellverschlüsse).
14. Zündkerzenstecker auf festen Sitz überprüfen X ⊗ [Link]
15. Kompressionsdruck überprüfen X X [Link]
16. Aufhängung von Turbolader und Schalldämpfer kontrollieren. X X X [Link]
17. Zustand der Krümmerrohre (incl. Befestigung und Federn) kontrollieren X X X [Link]
18. Wärmeisolation (Krümmerrohre, Abgastopf, Strahlschutzblech) X X X [Link]
kontrollieren und ggf. erneuern.
19. Wärmeisolation der Krümmerrohre erneuern X X [Link]
20. Aufhängungspunkte am Motorgehäuse kontrollieren X X X [Link]
21. Obere und untere Motorträger kontrollieren. X X X [Link]
5.4.10 Schmierstoffanlage
5.4.12 Ansaugsystem
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
5.4.13 Motorbedienung und –überwachung
5.4.15 Propeller
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
5.4.16 Fernwelle und Frontgetriebe
1. Frontgetriebe auf Laufgeräusch und Spiel prüfen (Propeller von Hand X X X 7.4.12
drehen)
2. Zustand der Getriebeaufhängung und der Befestigung in den Gummi- X X X 7.4.12
Elementen am Vorderrumpfspant kontrollieren.
3. Befestigung und Zustand der unteren Getriebeverkleidung prüfen. X X X 7.4.12
4. Funktion der Fliehkraftkupplung prüfen. X X X 7.4.11
5. Befestigung der Fliehkraftkupplung am Motorflansch kontrollieren. X X X 7.4.11
6. Zustand und festen Sitz der Gummi-Gelenkscheibe an der X X X 7.4.11
Fliehkraftkupplung prüfen.
7. Zustand und festen Sitz der Gummi-Gelenkscheibe am Frontgetriebe X X X 7.4.11
prüfen.
8. Zustand der Faserverbund-Welle prüfen. X X X 7.4.11
9. Sichtprüfung des Frontgetriebes auf allgemeinen Zustand und Lecks (für X X X 7.4.12
Kontrollen Typ 1 und 2.a mit montiertem Getriebe).
10. Ölstand des Frontgetriebes kontrollieren.. X X X 7.4.12
11. Magnetschraube des Frontgetriebes kontrollieren. X X 7.4.12
12. Ölwechsel beim Frontgetriebe. X ⊗ 7.4.12
5.4.17 Hauptfahrwerk
Typ 2.a
Typ 2.b
Typ 2.d
Typ 2.c
siehe
Typ 1
Typ 3
Art und Gegenstand der Kontrolle
Kapitel
5.4.18 Heckfahrwerk
5.4.23 Abschlußarbeiten
Nach harter Landung oder Drehlandung ist eine umfassende Prüfung des Motorseglers vorzunehmen. Sie
kann von einer sachkundigen Person, im Falle erkennbarer Strukturschäden muß sie von einem lizensierten
Prüfer mit entsprechender Berechtigung vorgenommen werden. Das Prüfprogramm ist beim Hersteller
anzufordern.
Wenn der laufende Propeller den Boden oder sonstige Hindernisse berührt hat, ist dieser zunächst einer
eingehenden Sichtprüfung zu unterziehen.
Bei leichten Schäden an den Propellerblättern (d.h. z.B. Kürzung eines Propellerblattes um weniger als
30 mm / 1.18 in. –beidseitig grau lackierte Flächen an den Spitzen der Propellerblätter sind noch erkennbar-)
ist wie folgt zu verfahren:
1. Von entsprechend berechtigtem Personal ist festzustellen, ob die Propellerblätter repariert werden
können. I.d.R. ist dies nicht der Fall und die Propellerblätter müssen getauscht werden.
2. Der Antriebsstrang muß mindestens einer Kontrolle Typ 2.b, entsprechend Abschnitt 5.4.16 (soweit
betroffen), unterzogen werden.
3. Nach erfolgter Reparatur bzw. nach dem Austausch der Propellerblätter muß eine dynamische
Auswuchtung des Antriebsystems entsprechend A17-10AP-V/2 „Dynamisches Auswuchten Propeller
Stemme S10“ (Wartungshandbuch Anhang A) durchgeführt werden.
Bei schweren Schäden an den Propellerblättern (d.h. z.B. Kürzung eines Propellerblattes um mehr als 30
mm / 1.18 in. –beidseitig grau lackierte Flächen an der Spitzen der Propellerblätter sind nicht mehr
vorhanden-) ist wie folgt zu verfahren:
1. Die Propellerblätter müssen getauscht werden.
2. Der Propeller muß beim Hersteller oder bei einer autorisierten Werkstatt einer Kontrolle unterzogen
werden.
3. Der Antriebsstrang muß beim Hersteller oder bei einer autorisierten Werkstatt einer Kontrolle unterzogen
werden (siehe Kapitel 4, Anmerkungen 3 und 6).
4. Nach erfolgter Kontrolle und dem Austausch der Propellerblätter muß eine dynamische Auswuchtung
des Antriebsystems entsprechend A17-10AP-V/2 „Dynamisches Auswuchten Propeller Stemme S10“
(Wartungshandbuch Anhang A) durchgeführt werden.
Eine sonst übliche Shock-Loading-Untersuchung des Motors erübrigt sich in beiden Fällen, da dieser über
einen eingebauten Überlastschutz verfügt und die Fliehkraftkupplung im Antriebsstrang eine weitere
Sicherung darstellt. Ferner wirken bei Hindernisberührung des Propellers durch die Zwischenschaltung des
Fernwellensystems keine Biegemomente auf den Motorflansch.
Dieses Kapitel beinhaltet Wartungsanweisungen, Toleranzen und Justierungen, die den gesamten
Motorsegler betreffen, bzw. hier zusammengefaßt sind. Anweisungen in Kapitel 7, die davon betroffen sind,
enthalten Verweise auf dieses Kapitel. Die in diesem Kapitel zitierten Formblätter (Gewichtsübersicht,
Steuerungs-Einstellbericht, Steuerflächenmassen- und momente, Propeller Einstellbericht) befinden sich in
Anhang D dieses Wartungshandbuches. Sie beinhalten auch weitere Anweisungen zur Durchführung.
Das Schleppen der S10-VT mittels Fahrzeug ist nur in Flugrichtung erlaubt, da das Spornrad in einer
Nachlaufgabel geführt wird. Ihr Ausschlag ist beidseitig auf etwa 30° begrenzt.
Zum Schleppen werden zwei aus textilem Material bestehende Seile von mindestens 10 m / 33 ft. Länge
benötigt, die möglichst tief an den beiden vorderen Rohrstreben des Hauptfahrwerkes zu befestigen sind
(Bremsleitungen beachten). Das Cockpit ist mit einer eingewiesenen Person zu besetzen. Das Schleppen
erfolgt in Schrittgeschwindigkeit.
Zum Rangieren bietet der Hersteller einen Spornrad-Kuller an. Der Motorsegler kann auf ebenem Grund über
kurze Strecken rückwärts ohne Kuller geschoben werden, wenn dabei das Seitenruder geführt wird.
Die Auflagepunkte beim Heben des Motorseglers sind beidseitig an der Flügelunterseite unter dem Holm in
etwa 1 m / 3.3 ft Abstand vom Rumpf (Holmposition leicht durch Abklopfen zu ermitteln). Das Rumpfende
wird, am Spornrad unterstützt, angehoben um ca. 0.5 m / 1.6 ft.
Die Auflage beim Heben muß mindestens über eine Fläche von 200 x 300 mm / 9 x 12 in (die längere Seite
in Spannweitenrichtung) erfolgen. Es ist eine Sperrholzplatte 50 mm / 2 in. dick mit 15 bis 20 mm / 0.6 bis
0.9 in. Filzauflage zu verwenden oder ein adäquates Mittel. Die Unterstützung in der Mitte der Platte muß
gelenkig sein, so daß die Platte den Flügel gleichförmig unterstützt.
Die Aufstellböcke müssen mit Sicherheit die Last des Flugzeuges aufnehmen und genügende Standfestigkeit
aufweisen. Auf Rutschfestigkeit der Platten unter dem Flügel achten.
Warnung: Unbedingt auf gleichmäßiges Anheben und richtige Positionierung der Auflagen achten, um
Deformation oder schwere Schäden an Flügelschale und Holm zu vermeiden.
Das Absenken des Flugzeuges muß ebenfalls gleichmäßig erfolgen, die Flügelprofilsehne sollte während
beider Vorgänge immer in annähernd waagerechter Position bleiben.
Der Rumpf ohne Tragflügel kann
• durch eine mit Filz ausgekleidete, angepaßte und steife Wanne von 1 m / 40 in. Breite und 0.4 m / 16 in.
Länge direkt vor den Fahrwerksklappen unterstützt werden, oder
• die vorderen Flügelverbindungsbolzen sind herauszuziehen und durch Rundstäbe , Ø 19.8 ± 0.1 mm /
0.78 ±.004 in., 300 mm / 12 in. lang; St 37 oder ähnlich, zu ersetzen. Die Stäbe sind 150 mm / 6 in. weit
einzuschieben und gegen Verrutschen zu sichern. An ihnen kann der Rumpf aufgehängt oder unterstützt
werden.
In diesem Abschnitt werden die Verfahren zur Bestimmung der Leermasse, der Einzelmassen und der
Leermassen-Schwerpunktlage beschrieben. Ferner werden die zulässigen Grenzen für Masse und
Schwerpunktlage angegeben. Bei der Nachprüfung sollte stets das STEMME-Fornblatt "Gewichtsübersicht"
(siehe Formblatt in Anhang D) verwendet werden.
Das der Wägung zugrunde liegende, geprüfte Ausrüstungsverzeichnis muß in der Gewichtsübersicht
eingetragen werden und mit dem im gültigen Prüfbericht übereinstimmen. Alle Prüfdokumente befinden sich
im Anhang C dieses Wartungshandbuches.
Wichtiger Hinweis: Geänderte Werte für die Leermasse sowie für Maximal- oder Minimalzuladung müssen
vor Wiederinbetriebnahme des Motorseglers in die Tabelle "Logblatt der Wägungen und
zulässiger Zuladungsbereich" in Abschnitt 6.2 des "Flughandbuch STEMME S10-VT"
eingetragen und durch einen lizensierten Prüfer bestätigt werden. Ferner ist das
Hinweisschild auf der Mittelkonsole im Cockpit entsprechend zu ändern.
Definition: Bezugsebene ist die Ebene durch die gerade Vorderkante des Innenflügels, die senkrecht
zur Oberkante eines auf die Leitwerksröhre gelegten Keils 1000 : 84 ist (Abb. 6.3.a).
Bei der Bestimmung von Leermasse und Schwerpunkt müssen folgende Posten enthalten sein:
Bordbuch, Flughandbuch, Sitzkissen und Rückenlehnen mit Rückenkissen oder entsprechender
Aufpolsterung, der Standard-Werkzeugsatz (im Gepäckfach hinter den Rückenlehnen), 3.5 l / 0.92 US
gal / 0.77 [Link] Motoröl, Kühlflüssigkeitsspiegel bei Markierung "max" und die nicht ausfliegbare
Kraftstoffmenge in den Flügeltanks (3 l / 0.79 US gal / 0.66 [Link]). Zu Definition der Lage und der
übrigen Randbedingungen siehe "Gewichtsübersicht" (Anhang D).
Die Mindestzuladung infolge Veränderungen kann 6.3.b und Tabelle 6.3. entnommen werden.
Wichtiger Hinweis: Generell sind bei allen rechnerischen Verfahren die Hebelarme vor der Bezugsebene
negativ, und hinter der Bezugsebene positiv einzusetzen.
Ist ein rechnerisches Verfahren nicht anwendbar (i. d. R. bei Lackierungen oder Reparaturen an der FV-
Struktur), muß eine neue Wägung durchgeführt werden.
Gegebenenfalls ist das Flugzeug durch fest eingebauten Ballast an Getriebespant bzw. Rückwand des
Spornradkastens (Seitenflossen-Abschlußsteg) so zu trimmen, daß der Leermassenschwerpunkt bei
unveränderter Mindestzuladung wieder in den zulässigen Bereich kommt. Bestimmung der Ballastmasse mit
folgender Formel:
xneu − xalt
mBallast = malt
x Ballast − xneu
hierin sind malt und xalt Leermasse und Schwerpunkt vor der Änderung, xneu der Zielwert für die Leermassen-
Schwerpunktlage und xBallast der Hebelarm der Ballastmasse (vor/hinter Bezugsebene). Es ist zu beachten,
daß die am Seitenflossen-Abschlußsteg angebrachte Ballastmasse aus Festigkeitsgründen maximal 2.7 kg /
5.95 lbs betragen darf.
Dieses Verfahren kann auch angewendet werden, um gezielt die Schwerpunktlage so einzustellen, daß auch
bei hohen Zuladungen im Cockpit gute Segelflugeigenschaften in der Thermik erzielt werden. Hierfür muß
dann allerdings eine erhöhte Mindestzuladung in Kauf genommen und ggf. der Seitenflossen-Abschlußsteg
angemessen verstärkt werden.
Hat die Überprüfung ergeben, daß der Motorsegler "schwanzlastig" ist, kann alternativ die
Mindestzuladung mP, min bei unveränderter Leermasse mleer und Schwerpunktlage xleer nach folgender Formel
neu festgelegt werden:
xleer − x flug ,h
mP ,min = mleer ⋅
x flug ,h − x P ,h
mit: hinterste Fluggewichts-Schwerpunktlage: xflug,h = 420 mm / 16.54 in (hinter Bezugsebene)
Hinterste Sitzposition des Piloten xP,h = - 545 mm / 21.46 in (vor Bezugsebene)
Die Differenz von Gesamtzuladung und max. Abflugmasse muß die Zuladung von Kraftstoff für einen
Flug von 30 min. Dauer bei max. Dauerleistung zulassen (13.6 l / 3.6 US gal / 3 [Link], 10 kg / 22 lbs.).
560
schwanzlastiger Bereich
550
Zulõssiger Leermassen-Schwerpunkt hinter Bezugsebe
90 kg / 198 lbs
540
85 kg / 187 lbs
80 kg / 176 lbs
530
75 kg / 165 lbs
520
hinterste SP-Lage für
Mindestzuladung:
70 kg / 155 lbs
510 zulässiger Schwerpunktbereich
500
kopflastiger Bereich
490
vorderste SP-Lage
480
635 640 645 650 655 660 665 670 675 680 685 690
Leermasse [kg]
Warnung: Die Zusatzbatterie hat erheblichen Einfluß auf die Schwerpunktlage des Motorseglers. Die
Dokumente "Aktuelles Ausrüstungsverzeichnis" und "Gewichtsübersicht" müssen dem
Motorsegler in Bezug auf die Zusatzbatterie entsprechen, andernfalls verfällt die Lufttüchtigkeit
aufgrund einer nicht dokumentierten Schwerpunktlage. Ein- oder Ausbau der Zusatzbatterie
erfordern eine Aktualisierung der Dokumente "Aktuelles Ausrüstungsverzeichnisses" und
"Gewichtsübersicht" vor erneuter Inbetriebnahme.
6.4 Steuerung
Mindestens alle 2 Jahre müssen die Ausschläge der Steuerflächen, die Steuerreibung und die
Betätigungskräfte gemessen werden. Zu Vorgehensweisen siehe „Einstellbericht“ (Anhang D). Sollwerte:
Seitenruder: Referenzpunkt: hintere untere Ecke der Steuerfläche (420 mm / 16.5 in. hinter Scharnierlinie)
[Link] Steuerreibung
Referenzpunkt: am Steuerknüppel/Bedienhebel, an der Mitte des Griffes
[Link] Betätigungskräfte
Die folgenden Nennkräfte gelten für 20°C, gemessen am Boden. Referenzpunkte für die Messung der Bremsklappen-
und Wölbklappenkräfte sind die jeweiligen Griffe der Bedienhebel. Der Referenzpunkt für die Messung der
„downspring“- und Trimfederkraft ist die oberste Fingermulde des Steuerknüppels.
Bremsklappen: Kraft über Verriegelungstotpunkt 150 + 50 N (34 + 11 lbf)
Wölbklappen: Rückstellkraft in Stellung L 125 ± 25 N (28 ± 6 lbf)
Höhenruder: Downspring / Trimfederkraft an oberster 40 ± 5 N (9 ± 1.1 lbf)
Steuerknüppel-Fingermulde, voll gedrückt, Trimmung voll
kopflastig.
Höhenruder: Downspring / Trimfederkraft an oberster Knüppel- 60 ± 5 N (13.5 ± 1.1 lbf)
Fingermulde, voll gezogen, Trimmung voll schwanzlastig
Nach der Reparatur und Neulackierung der Steuerflächen muß überprüft werden, ob die Massen und
rücklastigen Momente innerhalb der zulässigen Grenzwerte liegen. Werden die Grenzwerte überschritten, ist
der Hersteller zu kontaktieren.
Das Formblatt „Massen und Rudermomente der Steuerflächen“ (Anhang D) beinhaltet Beschreibungen zum
Bestimmen von Massen und Momenten. Sollwerte sind:
Steuerfläche Masse der Steuerfläche Rudermoment der Steuerfläche Kraft an der Hinterkante
kg (lb) Ncm (lbf ft) N (lbf), Referenzpunkt
Querruder 3.3 (7.28) bis 4.5 (9.92) 132 (0.97) bis 175 (1.28) 9.2 (2.07) bis 12.2 (2.74),
an innerer Steuerstange.
r = 14.3 cm (5.63 in.)
Wölbklappen 3.5 (7.72) bis 4.7 (10.36) 200 (1.47) bis 272 (1.99) 11.6 (2.61) bis 15.8 (3.55),
an Steuerstange
r = 17.2 cm (6.77 in.)
Höhenruder** 0.75 (1.65) bis 0.92 (2.0) 28 (0.21) bis 32.5 (0.24) 2.0 (0.45) to 2.7 (0.61),
innere Rippe
0.92 (2.0) bis 1.15 (2.5) 28 (0.21) bis 37.5 (0.27) r = 14.0 cm (5.51 in.)
Seitenruder 2.6 (5.73) bis 4.0 (8.82) 182 (1.33) bis 224 (1.64) 4.3 (0.967) to 5.3 (1.19),
hintere untere Ecke
r = 42.5 cm (16.7 in.)
** links und rechts einzeln messen
Für jede Steuerfläche ist ein maximal zulässiges Spiel zwischen Betätigungsorgan und Steuerfläche
festgelegt. Es wird an denselben Meßstellen ermittelt, an denen die Einstellung der Steuerung gemessen
wird (siehe „Einstellbericht“). Die Steuerung wird dabei an den Betätigungsorganen im Cockpit fixiert.
Zulässiges Spiel
Querruder 2.5 mm / 0.1 in.
Wölbklappen 2.5 mm / 0.1 in.
Höhenruder 2.5 mm / 0.1 in.
Das Axialspiel von Wölbklappen, Höhen- und Querruder muß auf ein Minimum beschränkt sein, jedoch ohne
daß sie dabei verklemmen. Falls erforderlich können dazu passende Unterlegscheiben benutzt werden.
6.5 Schmierung
Schmiermittel:
Für Gleitlager mit Stahl/Stahl-Paarung und Wälzlager Fette und Öle auf MoS2-Basis verwenden. Für Lager
mit Messing-, Bronze- oder Kupferkomponenten nur MoS2-freie Fette und Öle verwenden.
Motor:
Für den Motor sind die Schmieranweisungen laut „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor
Type 914 Serie“, Kapitel 12-00, (siehe Anhang E) zu beachten.
Lager der Steuerung und der Steuerflächen:
Die Lager der Steuerung im Rumpf und in den Tragflächen sind mit einer Dauerfettfüllung versehen und
benötigen über lange Zeit keine Pflege.
Die Lager der Steuerflächen (Ausnahme: Seitenruder) sind beschichtet und benötigen normalerweise kein
Fett, es sei denn, daß in sehr aggressiver Umgebung die Bolzen Rostanflug zeigen. Dann MoS2-freies Fett
verwenden.
Die Seitenruderlager sind zu fetten abhängig von der Belastung durch Verschmutzung (insbesondere das
untere Lager).
Kerbverzahnung der Fernwelle zur Motorseitigen Kupplung („Schiebestück“):
Wellen ohne Hartfilmbeschichtung
(Glaencer Spicer, MAN teilweise): Fetten (MoS2-frei) bei Sonderkontrolle.
Wellen mit Hartfilmbeschichtung: Bei leichten Beschädigungen der
Hartfilmbeschichtung kann mit handelsüblichem
Teflonspray oder säurefreiem Fett geschmiert
werden.
Wichtiger Hinweis: Kerbverzahnungen von Fernwellen ohne Hartfilmbeschichtung sind metallisch blank.
Haubenverriegelung:
Immer für gute Schmierung sorgen. MoS2-freies Fett verwenden, da die Stangenlagerung im Haubenrahmen
aus Messing ist.
6.5.2 Schmierplan
Die Schmierstellen in der folgenden Abb. sollten bei Wartungsarbeiten, beim Aufrüsten und darüber hinaus
wenn es erforderlich ist, entsprechend der untenstehenden Tabelle geprüft und geschmiert werden.
Zusätzliche Ausrüstung kann weitere Schmierungen erforderlich machen. Siehe Wartungsanweisungen in
Anhang A.
Lfd. Nr. Beschreibung Schmiermittel, Zeitpunkt, Bemerkungen (s. Abschnitt 6.5.1)
(1) Haubenverriegelung fetten (bei allen regelmäßigen Kontrollen)
(2) Haubenverr. hinten („Roeger Haken“) ölen (bei allen regelmäßigen Kontrollen)
(3) T-Griffe, Verriegelungsklammern von fetten (bei allen regelmäßigen Kontrollen)
Hauben-Notabwurf-Griff, Prop.-Bremse,
Prop.-positionierung
(4) Flügel/Rumpf Beschläge fetten (bei jedem Aufrüsten und jeder Kontrolle Typ 3)
(5) Innen-/Aussenflügel Verbindungsbolzen fetten (bei jedem Aufrüsten und jeder Kontrolle Typ 3)
(6) Querkraftbeschläge Innen/Außenflügel fetten (bei jedem Aufrüsten und jeder Kontrolle Typ 3)
(7) Höhenruderbeschläge vorn/hinten fetten (bei jedem Aufrüsten und jeder Kontrolle Typ 3)
(8) L´Hotellier Verbindung in Nur Kugel fetten (bei jedem Aufrüsten und jeder Kontrolle Typ
Querruderstange 3), siehe auch Anweisungen des Herstellers(Anhang A)
(9) Federelemente der Fahrwerksklappen ölen (bei allen regelmäßigen Kontrollen)
(10) Fahrwerk: Knickstrebe, Radlager, fetten (Kontrolle Typ 2.c, Klappenlager Kontrolle Typ 3)
Klappenlager
(11) Lagerbolzen, untere Abdeckungsklappe fetten (Kontrolle Typ 3)
(12) Steuergestänge im Rumpf, Gelenkköpfe fetten (Kontrolle Typ 2.c, alle 2 Jahre)
(13) Augenbolzen der Bremsklappen fetten (Kontrolle Typ 2.c, alle 2 Jahre)
(14) Querruder/Wölbklappenantriebe fetten (Kontrolle Typ 2.c, alle 2 Jahre)
(15) Seitenruderlager, Steuerseil Anschlüsse fetten (Kontrolle Typ 2.c, alle 2 Jahre)
(16) Spornrad, untere axiale Führung fetten (Kontrolle Typ 2.c, alle 2 Jahre)
(17) Wölbklappen- und Höhenruderlager fetten, nur wenn Korrosion aufgetreten ist
Bei jeder Kontrolle Typ 2.b oder höher (alle 100 Motorstunden bzw. jährlich) soll die gesamte Oberfläche des
Motorseglers auf Beschädigungen und Risse untersucht werden. Dabei ist insbesondere auf Anzeichen für
verborgene Strukturschäden zu achten. Die Unterseite des Rumpfs, des Flügels und des Höhenweitwerks ist
auf Steinschlag zu untersuchen. Alle Beschriftungen kontrollieren und bei Bedarf ausbessern oder erneuern
(insbesondere Nationalitäts- und Registrierungskennzeichen).
Weitere Angaben bezüglich der Identifikation von Strukturschäden, insbesondere an Krafteinleitungspunkten
etc. finden sich im Abschnitt 7.1 unter den entsprechenden Baugruppen.
Laut Geräte-Kennblatt darf die Oberfläche außer an den für die Kennzeichen und für Warnlackierungen
vorgesehenen Stellen nur weiß lackiert sein. Warnlackierungen können an den Flügelspitzen in einem
Bereich bis 30 cm / 1 ft rumpfwärts sowie am Propellerdom und an den Fahrwerksklappen angebracht
werden. Verwendung von Weißlack nur entsprechend den Angaben im „Reparatur-Leitfaden für FV-Bauteile“
(Anhang A).
Der folgende Lageplan zeigt die Positionen von Drainage- und Belüftungsöffnungen (außer am Propeller).
Alle Drainage- und Belüftungsöffnungen bei regelmäßigen Kontrollen auf Durchgängigkeit prüfen.
Motor:
Anzugsmomente des Motors sind dem „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914
Serie“ (siehe Anhang E) und Wartungshandbuch (Heavy Maintenance) zu entnehmen.
7.1 Zelle
7.1.1 Tragflügel
[Link] Flügelbeschläge
Prüfen des Spiels der Flügelbeschläge durch Bewegen der Flügelspitzen vor und zurück und auf und ab. Bei
erheblichem Spiel oder im Zweifelsfall sind die Bolzen und Beschläge mit einem Mikrometer zu überprüfen.
Bei den angegebenen Maßen handelt es sich um die maximal zulässigen Verschleißspiele. Bei
Überschreitung müssen die entsprechenden Bolzen ausgetauscht werden (die Querkraftbolzen an der
Flügelteilung sind mit Einschraubgewinde versehen). Die Buchsen sind auf Maß, Rundheit und
Oberflächengüte zu prüfen. Gegebenenfalls müssen die Buchsen aufgerieben und Übermaßbolzen, die nur
über den Hersteller zu beziehen sind, verwendet werden.
Wichtiger Hinweis: Verschraubte Bolzen müssen bei Austausch mit LOCTITE 638 gesichert werden.
7.1.2 Rumpf
[Link] Entwässerungsöffnungen
Die Öffnungen auf Verunreinigungen überprüfen und, falls erforderlich, reinigen.
Lage der Öffnungen: Siehe Lageplan in Abschnitt 6.7.
[Link] Propellerdom
Korrekten Sitz des Propellerdomes an der Flugzeugzelle überprüfen. Die Faserverbund-Struktur, besonders
die Hinterkante und an der Verbindung zum Domrohr, prüfen. Feststellen, ob der Propellerdomhebel in aus-
und eingefahrener Position einwandfrei verriegelt. Die zum Entriegeln benötigte Kraft muß gewährleisten,
daß der Propellerdom auch bei Vibrationen, Start- und Landestößen und Fluglasten verriegelt bleibt. Den
Zustand und das Spiel des Domschieberohres überprüfen.
Zulässiges Spiel des Domschieberohres: In ausgefahrenem Zustand an der Spitze des Domes,
senkrecht zur Flugrichtung: 3 mm / 0.12 in.
Einstellen der Propellerdom-Betätigung:
• rechte und linke Abdeckung des Instrumentenbrettes entfernen
• Verbindung von Handgriff und Domschieberohr lösen
• Kontermutter lösen und Augenbolzen einstellen
• Augenbolzen durch anziehen der Kontermutter wieder sichern
Austausch der Verschlußfeder der Propellerdom-Betätigung:
• die Propellerdom-Betätigung demontieren
• beide Verschlußfedern austauschen und Betätigung wieder montieren
Einstellen des Motorhauptschalters:
• rechte und linke Abdeckung des Instrumentenbrettes entfernen
• elektrische Kontakte zurechtbiegen oder falls nötig ersetzen
7.1.3 Leitwerke
[Link] Seitenleitwerk
Ruderaufhängung und Freigängigkeit:
Zustand der Seitenruderbeschläge (rostfreier Stahl), insbesondere den unteren Beschlag auf Risse und
Verformungen prüfen. Festen Sitz der Schraubverbindungen der Beschläge und Vernietung der Lager
prüfen. Lager auf Reibung und Spiel prüfen (beachte Abschnitt 6.5 "Schmierung"). Das axiale Spiel des
Seitenruders sollte minimal sein (zwischen unterem Lager und unterem Gelenkbolzen muß eine
Unterlegscheibe D125-08 montiert sein). Zustand des Splintes prüfen. Das Seitenruder rechts und links bis
zu den Anschlägen bewegen und Freigängigkeit kontrollieren. Insbesondere darf die Kopplung zum Spornrad
die Bewegung des Seitenruders nicht behindern, wenn die Bewegung des Spornrades blockiert ist.
Funkantenne:
Zustand der Steckkontakte und der Schutzummantelung (Schrumpfschlauch) prüfen. Befestigung am
unteren Seitenruderbeschlag (Kabelführung) prüfen. Sicherstellen, daß sich das Seitenruder frei bewegen
kann, ohne daß das Koaxialkabel die Steuerseile oder die Koppelstangen zum Spornrad behindert.
Halterung der Zusatzbatterie (optional) im Seitenruder:
Zustand der Faserverbund-Batteriehalterung, ihre Verbindung zum oberen Spant, Drainageöffnung und
Zustand des Schaumgummis prüfen. Zustand der Kabel und Verbindungen prüfen.
Prüfen, ob die Dokumente "Aktuelles Ausrüstungsverzeichnis" und "Gewichtsübersicht" dem Motorsegler in
Bezug auf die Zusatzbatterie entsprechen.
Warnung: Die Zusatzbatterie hat erheblichen Einfluß auf die Schwerpunktlage des Motorseglers. Die
Dokumente "Aktuelles Ausrüstungsverzeichnis" und "Gewichtsübersicht" müssen dem
Motorsegler in Bezug auf die Zusatzbatterie entsprechen, andernfalls verfällt die Lufttüchtigkeit
aufgrund einer nicht dokumentierten Schwerpunktlage. Ein- oder Ausbau der Zusatzbatterie
erfordern die Aktualisierung der Dokumente "Aktuelles Ausrüstungsverzeichnisses" und
"Gewichtsübersicht" vor erneuter Inbetriebnahme.
7.2 Cockpit
7.2.1 Cockpithaube
Warnung: Wird die Gasdruckfeder nicht wie oben beschrieben eingebaut, wird die Haube beim Auslösen
des Haubennotabwurfes im Flug nicht aufgestoßen.
[Link] Anschnallgurte
Zustand und Funktion der Anschnallgurte prüfen. Sachgemäße Befestigung der Anschnallgurte an den
entsprechenden Beschlägen kontrollieren und die Beschläge auf Risse und Korrosionsstellen untersuchen.
Wichtiger Hinweis: Betriebszeiten der Anschnallgurte prüfen. Siehe Kapitel 4, "Angaben über
Betriebszeiten".
[Link] Luftschläuche
Zustand (Löcher, Knicke) der Belüftungsschläuche und deren Befestigung an den Luftdüsen und am Luftein-
laß, unten am Vorderrumpf (NACA-Einlaß), prüfen.
Heizluftschläuche (optional): reserviert
[Link] Sitze
Die Oberflächen der Sitzmulden auf Beschädigungen (z.B. punktuelle Überbelastung durch Schnallen der
Fallschirme) untersuchen. Die GFK-Rückenlehnen auf Strukturschäden (Delaminierung) untersuchen.
Zustand und festen Sitz der Metallteile prüfen. Funktion des oberen und unteren Verstellmechanismus
prüfen.
7.3 Steuerung
Steuergestänge, Allgemeines:
Die Steuerstangen müssen unter besonderer Beachtung der Endstücke geprüft werden. Die eingerollten
Enden aller Steuerstangen müssen auf Längs- und Radialrisse, die Gabelköpfe, besonders im Bereich des
Überganges von der Gabelwurzel in die Wangen, auf Risse geprüft werden.
Funktion der Steuerung, Allgemeines:
Steuerknüppel, Pedale, Wölbklappenhebel, Trimmhebel und Bremsklappenhebel auf ungehinderte und
leichtgängige Bewegung prüfen. Die Federkräfte in den Steuerungen prüfen sowie das sichere Ver- und
Entriegeln der Bremsklappen prüfen. Korrekte Anzeige für Wölbklappenstellung auf der Mittelkonsole prüfen.
Vollausschläge von Steuerknüppel und Pedalen bis zu den Anschlägen und die Symmetrie der
Neutralstellungen prüfen.
Zur Kontrolle und Wartung der L`Hotellier Verbindungen (Querrudergestänge an den Übergängen von Innen-
zu Außenflügeln) siehe Anhang A.
Um die Winkelhebel und die angrenzenden Teile der Wölbklappen- und Querrudersteuerung zu kontrollieren,
die Verkleidungen der Wölbklappen und Querruder-Anlenkungen entfernen. Dann mit einem Endoskop und
Spiegel die Kontrollen durchführen.
Die Bremsklappen sollten, wenn geschlossen, sauber mit der Flügeloberfläche abschließen. Weil sich die
Tragflächen im Fluge durchbiegen, müssen zwischen den Enden der Bremsklappendeckel und
Flügelaussparung in Spannweitenrichtung Spalte von mindestens 1.5 mm / 0.06 in. sein. Festen Sitz und
Sicherung der Schraubenverbindungen oben und Zustand und Festsitz der Bolzen unten an den
Bremsklappen prüfen.
Sollwerte für Ausschläge, Reibung und Kräfte in der Steuerung von Querrudern, Wölbklappen, Höhenruder,
Seitenruder und Bremsklappen sind in den Abschnitten [Link], [Link] und [Link] angegeben. Zur
Vorgehensweise siehe auch "Einstellbericht" (Anhang D).
7.4 Triebwerksanlage
7.4.1 Motor
[Link] Allgemeines
Mit Ausnahme der in Kap. 5 bereitgestellten Inspektionslisten erfolgt die Wartung des ROTAX 914 F2/S1
prinzipiell nach den Angaben im „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“
(siehe Anhang E) und „Wartungshandbuch (Heavy Maintenance) für ROTAX Motortypen ROTAX 912 und
914 Serie“. Wartungsanweisungen, die von Modifikationen am Motor für die S10-VT betroffen sind, werden in
diesem Abschnitt angegeben. Andernfalls wird auf die entsprechenden Kapitel in den oben genannten
ROTAX-Wartungshandbüchern verwiesen.
Die technische Betreuung, insbesondere die Wartung des Motors ROTAX 914 F2/S1, kann sowohl durch
STEMME, als auch durch die von ROTAX angegebenen autorisierten Vertriebs- und Servicepartner (unter
[Link]) erfolgen.
Die Betreuung der durch STEMME durchgeführten Modifikationen erfolgt ausschließlich durch STEMME
selber. Ersatzteile, die modifizierte Teile des Motors betreffen, können nur durch STEMME bezogen werden.
Für Rückfragen hinsichtlich der Identifikation modifizierter Komponenten und im Zweifelsfall wird empfohlen,
sich mit STEMME in Verbindung zu setzen:
STEMME AG
Flugplatzstrasse F2 Nr. 7
D - 15344 Strausberg
: ++49 - (0)3341 - 3612 - 0
: ++49 - (0)3341 – 3612-30
e-mail: service@[Link]
b) Ausbau
• Batterie abklemmen
• Brandschottbleche ausbauen
• V-Streben des Rahmens unter dem Motor ausbauen
• Motorseitige Kupplung lösen und auf Schiebestück nach vorn schieben
Anmerkung: Hülsen der Schraubverbindungen nicht verlieren!
• Elektrische Verbindungen, Kraftstoffschläuche unterhalb des Brandschotts, Bowdenzüge, Öl- und
Schmierstoffschläuche am Motor und Luftansaugschläuche lösen.
• Motor abstützen, dann vordere Motoraufhängung zum Rahmen lösen, obere Aufhängung am Rahmen
lösen.
Anmerkung: Distanzbuchsen links/rechts kennzeichnen für Montage!
• Motor nach unten ablassen
c) Einbau
In umgekehrter Reihenfolge wie Ausbau.
[Link] Motorreinigung
➾ Siehe „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“, Kapitel 12-00,
Abschnitt 2.1, (im Anhang E)
[Link] Dichtheitskontrolle
Besondere Aufmerksamkeit bei der Dichtheitskontrolle ist u.a. den Hartlötstellen der Saug- und
Druckölleitungen zwischen Turbolader und Ölpumpe zu widmen.
➾ Weitere Angaben siehe „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“,
Kapitel 12-00, Abschnitt 2.3 (im Anhang E).
[Link] Motoraufhängung-Kontrolle
Die oberen und den unteren Motorträger auf Beschädigungen prüfen. Lackschäden sind auszubessern und
Korrosionsstellen zu entfernen. Bei Scheuerstellen ist deren Ursache festzustellen und zu beseitigen. Die
Motorträger besonders in der Nähe der kraftübertragenden Beschläge und die Schweißnähte auf Risse
untersuchen. Festsitz der Schrauben prüfen. Zustand der Dämpferelemente prüfen (Versprödung).
➾ Siehe auch „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“, Kapitel 12-00,
Abschnitt 2.4, (im Anhang E)
7.4.2 Schmierstoffanlage
[Link] Ölstandskontrolle
Ölspezifikation: Siehe Abschnitt 3.4.14
➾ Siehe auch „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“, Kapitel 12-
00, Abschnitt 5.1, (im Anhang E)
Wichtiger Hinweis: Wenn der Motor mit AVGAS betrieben wird, kein vollsynthetisches Motoröl verwenden.
[Link] Ölwechsel
Zusätzlich zu der im „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“
beschriebenen Vorgehensweise, den Ölkühler hochklappen (untere Camlocks lösen) um das Öl abzulassen.
Zusätzlich zur Ölablaßschraube des Öltanks eine Ablaßschraube an der Unterseite des Kurbelgehäuses
(hintere Verschlußschraube) entfernen, um das gesamte Öl abzulassen. Beide Schrauben auf Metallpartikel
oder andere Fremdkörper untersuchen. Die Schrauben reinigen, wieder einschrauben und mit Draht sichern,
bevor das neue Öl eingefüllt wird.
Ölspezifikation: Siehe Abschnitt 3.4.14
➾ Siehe auch „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“, Kapitel 12-
00, Abschnitt 5.2, (im Anhang E) und „Betriebshandbuch für ROTAX Motor Type 914 Serie“
Wichtiger Hinweis: Wenn der Motor mit AVGAS betrieben wird, kein vollsynthetisches Motoröl verwenden.
7.4.3 Kühlsystem
Kühler, Expansionsgefäß, Einfüllgefäß und Überlaufgefäß auf Zustand, Befestigung und Dichtheit prüfen.
Zustand und Dichtheit der Kühlmittelschläuche, besonders in Nähe von Schlauchschellen, und deren
Befestigung auf festen Sitz an den Verbindungsstellen (siehe Abschnitt 5.2.4) prüfen. Festsitz der
Verbindungen von flexiblen Schläuchen und Aluminiumrohren prüfen. Die Leitungsführung auf
ausreichenden Abstand von heißen Teilen und auf ausreichende Stützung prüfen. Zustand, Befestigung und
Verlegung der Drainageleitung vom Überlaufgefäß im Fahrwerkschacht prüfen.
Wichtiger Hinweis: Betriebszeiten der Kühlmittelleitungen beachten. Siehe Kapitel 4, "Angaben über
Betriebszeiten".
➾ Siehe auch „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“, Kapitel 12-
00, Abschnitt 3.1, (im Anhang E)
Der Kühlmittelstand im Überlaufgefäß muß zwischen den Markierungen „min“ und „max“ liegen. Liegt der
Kühlmittelstand unter der Markierung „min“, das Einfüllgefäß auf dem linken Brandschott ganz füllen und das
Überlaufgefäß bis zu „max“ auffüllen. Nach kurzem Motorlauf erneut Kontrollieren und ggf. wiederholen.
Warnung: Das Einfüllgefäß niemals öffnen, wenn das Kühlsystem heiß ist! Zur Sicherheit den Deckel mit
einem Tuch abdecken und langsam öffnen. Plötzliches öffnen des Deckels kann das Austreten
von kochender Kühlflüssigkeit und damit Verbrühungen zur Folge haben.
[Link] Stauluftkühlung
Zustand des Faserverbund-Verteilers auf den Zylindern prüfen. Festsitz, Zustand und Verlegung des
Luftschlauches vom Verteiler zum Aluminium-Koppelblech prüfen. Zustand und Befestigung des
Koppelblechs am Rumpfrahmen und Zustand der Gummidichtung zur rechten Verkleidung prüfen.
7.4.4 Ansauganlage
[Link] Luftfilter
Zusätzlich zu den Anweisungen im „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914
Serie“ den Zustand und Festsitz der Luftschlauch-Installation zwischen Filter und Turboladereinlaß,
einschließlich der Faserverbund Dichtplatte, prüfen.
➾ siehe „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor Type 914 Serie“, Kapitel 12-00,
Abschnitt 2.5, (im Anhang E)
7.4.5 Abgasanlage
[Link] Krümmerrohre
Das Wärmeisolationsband entfernen. Sichtprüfung der Krümmer (Verformungen, Risse, besonders an den
Endverbindungen mit Federn und Flanschen). Zustand der Schraubverbindungen an Motor und Sammler
(Muttern M8, Anzugsmoment 20 Nm / 14.7 lbf ft) bei kaltem Motor prüfen. Zustand der Federn und
Überlappung der Endverbindungen der Krümmer (min. 5 mm / 0.2 in.) prüfen. Zustand der
Krümmerabstützung an der unteren Motoraufhängung und Festsitz der Verbindung des Krümmers zur
Abstützung prüfen.
[Link] Wärmeisolation
Wärmeisolationsband an Krümmerrohren prüfen
Zustand des wärmeisolierenden Glasfaser-Gewebebandes an den Krümmerrohren, besonders in der Nähe
der federbelasteten Schellen, prüfen. Das Gewebeband erneuern, wenn es spröde (Fasern fallen bei
Berührung ab), löchrig oder ausgefranst ist. Zustand der federbelasteten Schellen prüfen.
Erneuern des Wärmeisolationsbandes
Bei Bedarf, aber mindestens alle 100 Motorbetriebsstunden, muß das Wärmeisolationsband (Spezifikation
siehe Abschnitt 3.4.5, erhältlich bei STEMME) erneuert werden:
• Federbelastete Schellen und altes Isolationsband entfernen
• Den Anfang des neuen Bandes mit geeignetem Kleber fixieren
• Das Krümmerrohr mit dem neuen Band bei Überlappungen von ca. 50% mit etwas Spannung umwickeln.
• Die Enden des Bandes mit den federbelasteten Schellen fixieren. Die Krümmerrohre von Zylinder 1 und 2
haben in der Mitte des Rohres je eine zusätzliche Schelle.
Wärmeisolation des Schalldämpfers prüfen
Zustand der wärmeisolierenden Ummantelung und ihrer Befestigung prüfen. Festsitz der Federn und
Zustand des Sicherungsdrahtes zum Befestigen der seitlichen Isolation prüfen. Die Wärmeisolation erneuern,
wenn die Oberfläche spröde ist, oder sich die seitlichen Isolation gelöst hat (Typ siehe Abschnitt 3.4.5,
erhältlich bei STEMME).
Erneuern der Wärmeisolation des Schalldämpfers
• oberes Strahlungsschutzblech entfernen (M5 Schraube)
• Seitliche Isolierung entfernen (Sicherungsdraht abtrennen)
• Federn an der Wärmeisolation des Schalldämpfers entfernen
• Wärmeisolation des Schalldämpfers nach hinten abnehmen
• in umgekehrter Reihenfolge mit neuer Wärmeisolation wieder einbauen
A4011120_B18_97.doc-7-14/09.06.11 15:31/28.09.11 15:34 Unterl. Nr. A40-11-120
7.4.6 Kraftstoffanlage
Schnelltrennkupplungen
In den Kraftstoffzuleitungen sind Schnelltrennkupplungen eingebaut, um beim Aufrüsten das Verbinden der
rumpf- und flügelseitigen Kraftstoffanlage zu erleichtern. Die Kupplungen sauber halten, auf Dichtheit und
sicheres Verriegeln und den Zustand der Gummidichtungen prüfen. Die Kupplungen erneuern, wenn sie
Mängel aufweisen.
7.4.8 Brandschutz
[Link] Cowling-Brandschutzfarbe
Zustand der weißen Brandschutzfarbe prüfen. Falls erforderlich ausbessern. Bei Anzeichen übermäßiger
Erhitzung und im Zweifelsfall ist der Hersteller zu kontaktieren.
Ausbessern der Brandschutzfarbe (Anweisungen des Herstellers beachten):
• beschädigte Farbe komplett abschleifen
• Brandschutzfarbe in drei Schichten auftragen. Minimales Flächengewicht:300 g/m² / 0.06 lb/ft²
• mit einer Schicht Klarlack abdecken
Spezifikation der Brandschutzfarbe: Siehe Abschnitt 3.4.8
[Link] Brandschutzschläuche
Zustand der Brandschutzschläuche prüfen. Sie müssen die gesamten Flüssigkeitsleitungen abdecken. Die
Verlegung, besonders auf Knicke in den Brandschutzschläuchen, die den Fluß in den ummantelten
Schläuchen stören könnten, prüfen.
[Link] Brandschott
Zustand (Verformungen, Risse) und Befestigung der Brandschottbleche untereinander und am
Rumpfrahmen prüfen. Den Kantenschutz prüfen und ggf. erneuern. Den Rumpfrahmen, Kabel, Schläuche
usw. auf Scheuerstellen von den Kanten der Brandschottbleche überprüfen. Befestigung der
Brandschottdurchbrüche für die Ölleitungen prüfen.
7.4.9 Verkleidungen
Camlockverschlüsse, Allgemeines
Zustand, Festsitz und Funktion der Camlockverschlüsse an der oberen Rumpfverkleidung und den seitlichen
Motorverkleidungen prüfen. Festsitz der Camlock-Beschläge in der Faserverbund-Struktur der Verkleidungen
und der Gegenstücke an der Zelle prüfen.
Obere Rumpfverkleidung
Zustand und guten Sitz der oberen Rumpfverkleidung prüfen. Zustand, Funktion und festen Sitz der
Öleinfüllklappe prüfen.
Motorverkleidungen
Zustand und guten Sitz der linken und rechten sowie der unteren Motorverkleidung prüfen. Zustand der Luft-
kanäle und deren Sitz zu Ölkühler, Ladeluftkühler und Wasserkühler prüfen. Passung und Dichtung zur
Faserverbund-Dichtplatte des Ansaugkanals und die Gummidichtung zum Koppelblech des Luftschlauches
zur Zylinderschaft-Kühlung prüfen. Auf Anzeichen von Scheuern zwischen Luftkanälen und
Motorkomponenten oder Feuerschotts achten.
Zu- und Abluftklappen
Zustand und Sitz der Zu- und Abluftklappen prüfen. Scharnierbolzen der Abluftklappe fetten (beachte
Abschnitt 6.5). Bowdenzüge und Verbindungen zu den Klappen prüfen. Funktion der Zu- und Abluftklappen
beim Betätigung des Propellerdomes und der Kühlluftklappenverstellung prüfen. Besonders darauf achten,
daß die Klappen durch die Federn ganz geöffnet werden. Zustand und Befestigung der Verkleidung im
Bereich hinter der Abluftklappe, sowie deren Abdichtung zum Brandschott prüfen.
Sauberes Schließen der Zu- und Abluftklappen bei geschlossenem Propellerdom prüfen. Öffnungen der
Zuluftklappen entsprechend der Positionen der Kühlluftklappenverstellung „AUF“ und „ZU“ (fünfte Raste) mit
geöffnetem und verriegeltem Propellerdom prüfen.
Öffnungen der Zuluftklappen, von der Vorderkante der Klappe zur Abdeckung:
ganz geöffnet: 12 ± 0.5 cm / 4.7 ± 0.2 in.
ganz reduziert (fünfte Raste) 3 ± 0.5 cm / 1.2 ± 0.2 in.
7.4.10 Propeller
Die Zahlenangaben im folgenden Text beziehen sich auf die Abbildung des Propellers, Abb. 3.4.10 a/b/c).
[Link] Allgemeines:
Der gesamte Verstellmechanismus (alle mechanischen und elektrischen Komponenten) ist zweifach
ausgeführt und für jedes der beiden Propellerblätter separat funktionsfähig. Über einen mechanischen
Koppelring und über eine elektrische ODER-Verknüpfung sind die beiden Systeme miteinander gekoppelt.
Dadurch ist der Mechanismus voll redundant. Damit bei der Montage keine Verwechslungen auftreten,
sind alle doppelten Teile, die für die Verstellung des Propellers verantwortlich sind, für eines der
Blätter mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Alle Teile für das andere Blatt sind ohne Kennzeichnung.
Zu Prüf- und Wartungszwecken kann der Propeller von Hand verstellt werden, indem die Blätter ca. 90°
ausgeschwenkt und, im äußeren Drittel des Blattes gefaßt, in Flugrichtung (Richtung kleine Steigung) bzw.
gegen Flugrichtung (Richtung große Steigung) gedrückt werden. Siehe hierzu auch die Angaben im
„FLUGHANDBUCH für den Motorsegler STEMME S10-VT“, Kapitel 4, „Tägliche Kontrollen“.
Justierungen am Propeller oder dessen Elektrik dürfen nur vom Hersteller oder von sachkundigem und
autorisiertem Personal vorgenommen werden. Alle Ergebnisse einer Nachprüfung von Einstellwerten sowie
deren Änderung müssen in den Einstellbericht entsprechend dem Formblatt „Propeller-Einstellbericht“
(Anhang D) eingetragen werden. Der letzte gültige Bericht ist in den Betriebsaufzeichnungen (Anhang C)
abzulegen.
Reparaturen von strukturellen Beschädigungen des Verstellpropellers oder einer seiner Baugruppen, sowie
Grundüberholungen und Nachprüfungen nach Störungen im Betrieb können nur durch den Hersteller selbst
oder durch von ihm autorisierte Einrichtungen erfolgen.
Das Auswuchten des Propellers oder seiner Baugruppen darf ebenfalls nur durch den Hersteller
selbst oder durch vom Hersteller autorisierte Luftfahrttechnische Betriebe unter Verwendung der
entsprechenden Anweisungen und Vorrichtungen erfolgen. Die statische bzw. dynamische
Auswuchtung erfolgt durch Anbringen von Ausgleichsmassen. Ihre Anordnung ist im Einstellbericht
entsprechend dem Formblatt „Propeller-Einstellbericht“ (Anhang D) bzw. A17-10AP-V/2 (Anhang A)
einzutragen.
7.4.11 Fernwellenanlage
Wichtiger Hinweis: Die Freilaufkupplung bleibt am Motor. Ausbau durch Lösen der Befestigungsschrauben
am Motorflansch.
Einbau der Fernwelle:
In umgekehrter Reihenfolge wie Ausbau. Anzugsmomente in Abschnitt 6.8 beachten.
Wichtiger Hinweis: Kerbverzahnung reinigen und Zustand der Oberflächenbeschichtung prüfen. Im Bereich
der Verzahnung sollten keine Anzeichen von Korrosion erkennbar und die Färbung der
Zahnflanken muß einheitlich sein. (siehe Kapitel 6.5.1)
7.5 Fahrwerk
7.5.1 Hauptfahrwerk
[Link] Allgemeines
Fahrwerk
Zustand (besonders die Schweißnähte, Risse im Lack deuten auf Überlastung hin) von Fahrwerksbeinen und
Schwingen prüfen. Zustand und feste Verbindungen der Knickstreben („Verknieung“) und der
Fahrwerksspindeln (besonders die oberen Gelenkkopfverbindungen zwischen Spindeln und Rumpfrahmen)
prüfen. Fünktionstüchtigkeit der Schwingenfederung prüfen, indem sie durch Bewegen der Flügelenden be-
und entlastet werden. Durch Drehen der Räder und wackeln Gängigkeit und Spiel der Radlager prüfen
(beachte Abschnitt 6.5).
Fahrwerksklappen
Zustand der Faserverbund-Struktur der Fahrwerksklappen, besonders auf Delaminationen an den
Scharnieren, prüfen. Die Anschlüsse an den Fahrwerksklappen lösen und Gängigkeit der Klappen prüfen.
Scharniere der Fahrwerksklappen nach Bedarf (siehe Abschnitt 6.5) reinigen und fetten. Die Anschlüsse
wieder schließen (Federsicherung am rechten Kugelkopfanschluß). Zustand und Funktionstüchtigkeit der
gefederten Anlenkung der rechten Klappe prüfen. Seilmechanik der linken Klappe auf Zustand und korrekte
Installation der Seile, der Vorspannfedern, der Rollen und Rollenführung sowie der Rollenstrebe prüfen. Bei
ausgefahrenem Fahrwerk muß das Schließseil eine minimale Vorspannung haben, so daß es gerade nicht
durchzuhängt. Falls erforderlich, die Vorspann-Druckfeder des Schließseils nachstellen. Abstand von
mindestens 10 mm / 0.4 in. zwischen Reifen und Klappen prüfen. Falls erforderlich, an der rechten Klappe
am Kugelkopf, an der linken Klappe an der Rolle der Rollenstrebe nachstellen.
Radbremsen
Zustand der Bremsanlage im Fahrwerkschacht prüfen (Führung, Scheuerstellen und Lecks von
Hauptbremszylinder, Radbremszylindern, Bremsleitungen und Schraubanschlüssen). Zustand der
Bremsscheiben (Abnutzung, Kratzer, Risse) und Bremsbeläge prüfen.
Minimale Bremsbelagdicke 1.5 mm / 0.06 in.
Bremsflüssigkeit
Zum prüfen des Bremsflüssigkeitsspiegels das Oberteil des Bremszylinders abnehmen. Falls erforderlich
durch die Belüftungsventile an den Bremsbacken auffüllen (siehe Abschnitt [Link]).
Warnung: Schneller Verlust von Bremsflüssigkeit deutet auf Lecks im System hin. Die Ursache muß
gefunden und beseitigt werden, bevor der Motorsegler wieder in Betrieb genommen wird.
Funktionstüchtigkeit der Bremsen prüfen, bevor der Motorsegler wieder in Betrieb genommen wird.
Bremsflüssigkeit bei jeder regelmäßigen Kontrolle nach Typ 2.c (alle 200 Motorbetriebsstunden) wechseln,
mindestens aber alle 2 Jahre. Siehe Abschnitt [Link].
Bremsflüssigkeitsspezifikation: DOT 4
7.5.2 Heckfahrwerk
Funktionstest am Boden:
• Den pneumatischen Druckschalter, der die Überziehwarnung ab etwa 60 km/h / 33 kts aktiviert,
überbrücken (Gerät an + 12 V an Hauptschiene anschließen).
• Die Justierschraube im Instrumentenbrett (Beschriftung "Überziehwarnung") drehen, bis die akustische
Warnung ertönt.
Eichung im Fluge:
• Im hinteren Schwerpunktbereich mit etwa 850 kg / 1874 lb. Flugmasse fliegen.
• Konfiguration für Eichung: Wölbklappenstellung +5, Fahrwerk und Bremsklappen eingefahren,
Motorleistung 100%, Propellerstellung "START", Flügel horizontal, nicht über 1000 m / 3300 ft. MSL,
Geschwindigkeit 83 km/h / 45 kts.
• Justierschraube drehen, bis akustische Warnung eintritt. Mehrmals nachprüfen.
• Konfiguration zur Kontrolle: Wölbklappenstellung L, Gashebelstellung Leerlauf, die Warnung muß bei
83 km/h ± 3 km/h / 45 ± 1.5 kts. erfolgen.
Beschreibung: Siehe Abschnitt 3.7 und „Wartungshandbuch (Line Maintenance) für ROTAX Motor
Type 914 Serie“ (im Anhang E)
7.7.1 Allgemeines
Verkabelungen der gesamten elektrischen Anlage prüfen (beachte Abschnitt 5.2.4). Besonders die
Verlegung der Kabel auf ausreichende Befestigung prüfen, und auf Abriebstellen in der Nähe von
Durchführungen (z.B. am Brandschott) und Anzeichen von Überhitzung achten. Zustand der
Sicherungsautomaten prüfen, ggf. ersetzen.
Sämtliche elektrischen Geräte und Schalter auf sachgemäßen Einbau, festen Sitz und ordentliche
Anschlüsse der Kabel prüfen.
Sämtliche Schalter im Cockpit auf ihre zugedachte Funktion prüfen. Diese Prüfung während eines
Motortestlaufes durchführen, siehe Abschnitt [Link].
7.7.2 Batterien
Zustand der Hauptbatterie (Gehäuse, Kontakte, Ladungszustand) und der Zusatzbatterie (falls eingebaut)
prüfen. Batteriehalterung der Hauptbatterie in der vorderen Leitwerksröhre prüfen.
Spannungsabfall während Starterbetätigung bei neuer oder ganz aufgeladener Batterie bei 15°C : 2V.
Für Wartung und Pflege der Hauptbatterie siehe auch Anweisungen des Herstellers (Anhang A).
Warnung: Bei allen Wartungsarbeiten an der elektrischen Anlage sollte die Batterie, sofern sie für die
Arbeiten nicht benötigt wird, am negativen Pol abgeklemmt werden. Zum Ausbau der Batterie den
negativen Pol zuerst abklemmen. Beim Einbau den positiven Pol zuerst anklemmen, dann erst
den negativen.
Auf keinen Fall darf der Motor bei ausgebauter Starterbatterie über die Außenbord-Steckdose
(falls eingebaut) gestartet werden.
Zustand der Kabel und ihrer Anschlüsse sowie festen Sitz des Hauptmassekabels von der Batterie an den
Rumpfrahmen, des Massekabels an der linken Aufhängung des unteren Motorträgers und der Massekabel
zu den Befestigungsschrauben der Fahrwerksspindeln prüfen. Zustand und Festsitz der Massekabel an den
Kraftstoffpumpen prüfen.
Zustand der Elektrik-Verteilerbox, hinten am Rumpfrahmen, prüfen. Festen Sitz der Kabelverbindungen und
des Zubehörs (Kondensator, Regler) sowie der Sicherungsautomaten prüfen.
Die E-Box öffnen (Frontplatte mit Regler lösen, nach unten klappen und Abdeckung nach vorne abnehmen)
und Kabel, Anschlüsse und Einzelteile auf Beschädigungen, Befestigung, Fremdkörper und Feuchtigkeit
prüfen.
Bei der Nachprüfung bzw. den periodischen Kontrollen sind folgende Punkte zu beachten:
• Eingebaute Funk- und Navigationsausrüstung mit Ausrüstungsverzeichnis vergleichen.
• Korrekte Installation und sichere Befestigung prüfen.
• Zustand, Funktion und - falls zutreffend - zulässige Betriebszeit der Funk- und Navigationsausrüstung
prüfen.
• Sämtliche eingebauten Antennen auf guten Zustand und einwandfreie Funktion, sowie auf sichere
Befestigung prüfen.
Wartung, Prüfung und Einstellung der nach Ausrüstungsverzeichnis eingebauten Geräte erfolgen nach den
Angaben der Hersteller (Unterlagen siehe Anhang A).
Anmerkung: Bei Änderungen der Ausrüstung sind die Anweisungen in Abschnitt 3.8 und Kapitel 9 zu
beachten.
Bei Änderung der Ausrüstung dürfen ohne weiteren Nachweisaufwand nur Geräte eingebaut werden, die in
den Gerätelisten in Kapitel 9 aufgeführt sind. Nur diese Geräte waren Gegenstand der Musterprüfung, so daß
nur hierfür vom Zellenhersteller die Gewähr für einwandfreie Funktion im Sinne der Bauvorschrift
übernommen werden kann. Ferner ist außerhalb Deutschlands zu prüfen, ob das jeweilige Gerät in dem
Land zugelassen ist, in dem der Motorsegler registriert ist.
Nach Änderung der Ausrüstung und vor der Inbetriebnahme muß das Ausrüstungsverzeichnis und ggf. die
Gewichtsübersicht geändert werden. Anschließend ist in einer Nachprüfung (in Deutschland durch eine nach
§ 31 LuftGerPO dafür anerkannte Stelle) die Übereinstimmung mit dem Muster festzustellen und zu
bescheinigen. Wurden andere als die in diesem Wartungshandbuch aufgeführten Geräte eingebaut, muß
zuvor gegenüber der zuständigen Behörde der Nachweis erbracht werden, daß die geltenden
Lufttüchtigkeitsforderungen weiterhin erfüllt sind ("Änderungen am Stück").
7.9 Sauerstoffanlage
Sauerstoffflaschenhalterung:
Die Sauerstoffflaschenhalterung ist, falls optional eingebaut, auf Zustand und Festsitz aller Komponenten zu
prüfen.
Sauerstoffanlage:
Die Wartung der Sauerstoffanlage selbst ist nach Angaben der Hersteller (siehe Anhang A) durchzuführen.
9 Ausrüstung
9.1 Mindestausrüstung
Anmerkung: Für die USA: Diese Liste der Mindestausrüstung für die S10-VT entspricht nicht der von der
FAA veröffentlichten "Master Minimum Equipment List".
9.2 Ergänzungsausrüstung
In Abhängigkeit von den Betriebsarten, in denen der Motorsegler betrieben werden darf, oder den äußeren
Bedingungen, unter denen er betrieben werden soll, kann über die Mindestausrüstung hinaus weiteres Gerät
vorgeschrieben sein. Eine Auswahlliste der zum Einbau in die STEMME S10-VT freigegebenen
Ausrüstungen und Geräte ist in der folgenden Tabelle gegeben.
Vorläufig gilt die Zulassung ausschließlich für VFR-Flüge bei Tag. Flüge ab 30 min. vor SR und bis 30 min.
nach SS dürfen jedoch nur mit einer Beleuchtungsanlage bestehend aus Positionslichtern, Heckleuchte und
Zusammenstoßwarnlicht durchgeführt werden.
Nach Durchführung der Technischen Mitteilung A31-10-072 können auch VFR-Nachflüge durchgeführt
werden.
Der Motorsegler STEMME S10-VT kann mit verschiedenen Ausrüstungen und Systemen ausgestattet
werden, die nicht Bestandteil der Mindest- oder Ergänzungsausrüstung und i. A. auch nicht der
Serienausführung sind. Hierbei sind grundsätzlich die zwei Fälle „Zusatzausrüstung“ und „Optionale
Systeme“ zu unterscheiden, die unterschiedlich gehandhabt werden.
9.3.1 Zusatzausrüstung
Zusätzlich zur Mindest- bzw. Ergänzungsausrüstung sind für die S10-VT die folgenden Gerätetypen zum
Einbau freigegeben. Voraussetzung für den Einbau ist, daß in der Energiebilanz die zulässigen Grenzen nicht
überschritten werden, sowie die Einhaltung der Massegrenzen für das Instrumentenbrett. Insgesamt sind
maximal 11 kg / 24 lbs Instrumente, davon 1 kg / 2.2 lbs Motorüberwachungsinstrumente, zulässig.
Zusätzlich ist ein Bodentest und ein Prüfflug erforderlich, worin die Funktion und die gegenseitige
Verträglichkeit der Instrumente untereinander (EMV) überprüft wird. Änderungen der Instrumentierung dürfen
nur von sachkundigem Personal durchgeführt werden. Ein Prüfer bestätigt die ordnungsgemäße
Durchführung der Arbeiten durch einen Eintrag im Bordbuch. Ferner bestätigt er die Durchführung des
Prüffluges, die Einhaltung der vorgegebenen Grenzen laut Energiebilanz sowie die Änderungen im
Ausrüstungsverzeichnis und in der Gewichtsübersicht. Die o.g. Prüf- und Betriebsaufzeichnungen sind
daraufhin im Anhang C dieses Wartungshandbuches abzulegen.
Optionale lieferbare Systeme sind i. d. R. nicht Gegenstand des Wartungshandbuchs. Zu jedem solchen
System, sofern es von STEMME angeboten wird, gehört eine vom LBA anerkannte Technische Mitteilung,
die alle für die Prüfung des ordnungsgemäßen Einbaus und die Nachprüfung erforderlichen Angaben (z. B.
welche Werknummern, zugehörige Unterlagen, ergänzende Maßnahmen) enthält. Sofern sich der Einbau
nicht ohne zusätzliche Angaben bewerkstelligen läßt, wird eine Einbauanweisung zur Verfügung gestellt;
wenn Angaben zum Flugbetrieb erforderlich sind, werden diese in Form einer Flughandbuch-Ergänzung
herausgegeben. Evtl. erforderliche Angaben zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit werden als
Wartungsanweisung veröffentlicht, die ggf. im Anhang A in das vorliegende Wartungshandbuch einzufügen
und auf dem Deckblatt zu Anhang A in die Liste der eingefügten Wartungsanweisungen einzutragen ist.
Die Unterlagennummern der Technischen Mitteilung und der zugeordneten Unterlagen sind bis auf das Präfix
stets identisch (A31- Technische Mitteilung, A34- Einbauanweisung, A36- Flughandbuch-Ergänzung).
In der folgenden Liste sind Werkzeuge aufgeführt, die zur Wartung der S10-VT ggf. zusätzlich zu den bei
Betrieben, die leichte Flugzeuge warten, üblicherweise verfügbaren Werkzeugen benötigt werden.
• Präzisions- Winkelmesser für Propellerblatt-Einstellwinkelmessung
• Drehmomentschlüssel
• Meßgerät für Zündzeitpunkt
• Fühlerlehre für Ventilspiel
• Zündkerzenschlüssel
• Endoskop
• Mikrometerschraube
• Federwaage (bis ca. 250 N / 56 lbf)
• TCU Kommunikations-Programm (ROTAX Monitoring Set, siehe „Wartungshandbuch (Heavy Maintenance)
für ROTAX Motortypen ROTAX 912 und 914 Serie“, Kapitel 76, Abschnitt 3.1.1
• Weitere Spezialwerkzeuge und Vorrichtungen für die Motorwartung:
➾ Siehe „Wartungshandbuch (Heavy Maintenance) für ROTAX Motortypen ROTAX 912 und 914 Serie“,
Kapitel 00, Abschnitt 10.6
Diese Gewichtsübersicht wurde ohne Durchführung einer Wägung erstellt. Sämtliche Wägedaten wurden aus
der Gewichtsübersicht vom __________________ übernommen, und ggf. korrigiert entsprechend Punkt 4.2.
* Zur Kontrolle mit Leermasse aus 3. vergleichen. Abweichungen bis 2 kg / 4.4 lbs aus Meßfehlern sind zulässig.
** LNT: Leermasse der "Nichttragenden Teile":
Spornmasse ms kg / lbs
Σ = Leermasse me kg / lbs
Hebelarm a mm / in.
Hebelarm b mm / in.
mS ⋅ b
xS = +a [mm / in.] ⇒ xS = _______________ + mm / in.***
me
Anmerkung: Massen bei Einbau mit positivem, bei Ausbau mit negativem Vorzeichen einsetzen.
Hebelarme hinter Bezugsebene mit positivem, vor BE mit negativem Vorzeichen einsetzen.
11-
1. Einstellwinkel
Die nachfolgend genannten Soll- und Ist-werte für die Flächen-Einstellwinkel sind bezogen auf die Oberkante eines
Keils 1000:84, der mit der Keilspitze in Flugrichtung auf den geraden Teil der Leitwerksröhre gelegt ist.
Die Prüfung der Einstellwinkel ist vorgeschrieben bei der Stückprüfung und bei der Nachprüfung nach harter Landung,
ferner nach einer großen Reparatur, wenn Flügel- oder Leitwerksaufhängungen betroffen waren.
Nebenbedingung: Die Differenz der Ist-Einstellwinkel muß zwischen 3,7° und 4,4° liegen ° °
2. Steuerausschläge
Positive Werte (+) kennzeichnen Steuerflächen-Vollausschläge nach unten bzw. links, negative Werte (-) Ausschläge
nach oben bzw. rechts.
Höhensteuerung: Meßpunkt an der Hinterkante der inneren Endrippe des Höhenruders (140 mm / 5.51 in. Abstand
zur Scharnierlinie).
+2 +5
Vollausschläge - 48 /-5 mm [mm / in.]* + 48 /-2 mm [mm / in.]*
+0.08 +0.2
(-1.89 /-0.2 in.) (+1.89 /-0.08 in.)
Seitensteuerung: Meßpunkt an der unteren hinteren Ecke des Seitenruders (420 mm / 16.5 in. Abstand zur
Scharnierlinie)
3. Reibung im Steuersystem
Die statische Reibung wird wie folgt gemessen: Messung der Kraft in Betätigungsrichtung in der Mitte des
jeweiligen Betätigungsgriffes. Gemessen wird die maximale Kraft („Losbrech-Kraft“), kurz bevor die
Steuerung beginnt, sich zu bewegen. Drei Messungen in jeweils beide Betätigungsrichtungen werden
durchgeführt. Aus den jeweils höheren Werten der drei Meßwertpaare wird der Mittelwert gebildet und
eingetragen.
Vor der Messung der Reibung in der Höhenrudersteuerung ist die Trimmung so zu stellen, daß der Knüppel
in etwa in seiner Mittelstellung steht. Dazu ist die Trimmung nahezu vollständig „schwanzlastig“ zu stellen, um
die Kraft der Downspring auszugleichen, die den Knüppel permanent nach vorne drückt.
Höhensteuerung 5 ± 2 N (1.1 ± 0.45 lbf) [N / lbf]*
+5 +1.1
Quersteuerung 15 /-8 N (3.4 /-1.8 lbf) [N / lbf]*
+5 +1.1
Seitensteuerung (Spornrad frei drehbar! 25 /-8 N (5.6 /-1.8 lbf) [N / lbf]*
4. Handkräfte
Die folgenden Betätigungskräfte werden am Boden gemessen. Meßpunkte für Bremsklappen- und Wölbklappenkräfte
sind die entsprechenden Griffe, für Downspring und Trimmfeder die oberste Fingermulde der Hebel.
11 -
11 -
1. Schwerpunktlage [mm / in.]*, Masse [g / dr.] und radiales Massenmoment [g⋅mm / dr. in.]:
Propellerblatt 1: roh
11AP-VB/______/___ fertig
Propellerblatt 2: roh
11AP-VB/______/___ fertig
Das Blatt Nr. 2 wurde mit einer roten Farbmarkierung versehen und auf der entsprechenden
Seite eingebaut.
3. Massenausgleichsscheiben
[Anzahl und Typ]: Pos: Anzahl Erz. Nr. Masse (ges)
g / dr.
A:
B:
C:
D:
E:
F:
G:
H:
J:
„Rote“
K:
Seite
L:
M: