0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
230 Ansichten3 Seiten

Kraftwerk-Kennzeichensystem: Inhaltsverzeichnis

Das Kraftwerk-Kennzeichensystem (KKS) ist ein System zur einheitlichen und systematischen Kennzeichnung von Kraftwerksanlagen. Es besteht aus einer 15- bis 17-stelligen Buchstaben- und Ziffern-Kombination und gliedert sich in vier Hierarchieebenen, wobei von links nach rechts der Detaillierungsgrad steigt. Jede Ebene kennzeichnet einen anderen Bereich wie die Gesamtanlage, funktionale Systeme, Aggregate oder Betriebsmittel.

Hochgeladen von

Al
Copyright
© All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
230 Ansichten3 Seiten

Kraftwerk-Kennzeichensystem: Inhaltsverzeichnis

Das Kraftwerk-Kennzeichensystem (KKS) ist ein System zur einheitlichen und systematischen Kennzeichnung von Kraftwerksanlagen. Es besteht aus einer 15- bis 17-stelligen Buchstaben- und Ziffern-Kombination und gliedert sich in vier Hierarchieebenen, wobei von links nach rechts der Detaillierungsgrad steigt. Jede Ebene kennzeichnet einen anderen Bereich wie die Gesamtanlage, funktionale Systeme, Aggregate oder Betriebsmittel.

Hochgeladen von

Al
Copyright
© All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Kraftwerk-Kennzeichensystem

Das Kraftwerk-Kennzeichensystem (KKS) ist ein System zur einheitlichen und systematischen
Kennzeichnung von Kraftwerksanlagen. Es dient seit den frühen 1980er Jahren
Kraftwerksanlagenbauern und Kraftwerksbetreibern der eindeutigen Bezeichnung und Identifizierung
aller Bauteile eines Kraftwerkes. Das Kraftwerk-Kennzeichensystem wird vom VGB-Arbeitskreis
Anlagenkennzeichnung und Dokumentation betreut und laufend weiterentwickelt. Reglementiert
werden die KKS-Kennzeichen in der Richtlinie VGB B105 und B106.

VGB Technische Vereinigung der Großkraftwerkbetreiber

Inhaltsverzeichnis
• 1 Aufbau
o 1.1 Gliederungsstufe 0 - Gesamtanlage
o 1.2 Gliederungsstufe 1 - Funktionales Gesamtsystem
o 1.3 Gliederungsstufe 2 - Aggregat
o 1.4 Gliederungsstufe 3 - Betriebsmittel / Signalkennzeichen
o 1.5 Beispiel
• 2 Funktionsschlüssel (Hauptgruppen)
• 3 Funktionsschlüssel (Hauptgruppen und Untergruppen)
• 4 Aggregateschlüssel (Hauptgruppen)
• 5 Aggregateschlüssel
• 6 Betriebsmittelschlüssel (Hauptgruppe)
• 7 Betriebsmittelschlüssel
• 8 Durchführung der Kennzeichnung
• 9 Bedeutung
• 10 Normung und weitere Entwicklung
• 11 Quellen
• 12 Weblinks

Aufbau
Die Kennzeichnung nach dem KKS besteht aus einer 15- bis 17-stelligen Buchstaben- und Ziffern-
Kombination. Dabei werden die Buchstaben in der Regel zur Klassifizierung der Systeme und
Aggregate verwendet. Die Ziffern dienen in der Regel der Zählung.

Das KKS unterscheidet 3 Kennzeichnungsarten:

• Verfahrenstechnische Kennzeichnung, zur Verschlüsselung von Anlagen und Geräten im


Kraftwerksprozess
• Einbauort-Kennzeichnung, zur Verschlüsselung von Einbauorten und Einbauplätzen in
elektrotechnischen Systemen
• Raum-Kennzeichnung, zur Verschlüsselung der topographischen Lage von Anlagen und
Geräten in Bauwerken
Die Kennzeichnung nach KKS folgt einer festen Struktur, die sich an Gliederungsstufen orientiert.
Dabei steigt von links nach rechts der Detaillierungsgrad des Kennzeichens. Der Aufbau der
Gliederungsstufen ist alpha-numerisch. Im folgenden wird A für Buchstaben und N für Ziffern
verwendet. Zwischen den Gliederungsstufen wird jeweils eine Leerstelle gesetzt. Bei der Einbauort-
Kennzeichnung wird zwischen der Gliederungsstufe 1 und 2 das Gliederungszeichen "." (Punkt)
gesetzt.

Gliederungsstufe 0 Gliederungsstufe 1 Gliederungsstufe 2 Gliederungsstufe 3

Gesamtanlage Funktion Aggregat Betriebsmittel

A oder N (N)AAANN AANNN(A) AANN

Stellen die nur bei Bedarf verwendet werden sind in Klammern gesetzt.

Gliederungsstufe 0 - Gesamtanlage [Bearbeiten]

Die erste Gliederungsstufe bezeichnet die Gesamtanlage und hat zählenden Charakter. Sie besteht aus
einer Ziffer oder einem Buchstaben.

Gliederungsstufe 1 - Funktionales Gesamtsystem [Bearbeiten]

Die zweite Gliederungsstufe bezeichnet ein funktionales Gesamtsystem in der Gesamtanlage. Sie
besteht aus 3 Buchstaben und 2 Ziffern mit einer optionalen führenden Ziffer. Den Buchstaben sind
nach einem vorgegebenen Schlüssel Systeme in Kraftwerksanlagen zugeordnet. Dabei bezeichnet der
erste Buchstabe (von links) die Hauptsysteme (sogenannte Hauptgruppen); die nachfolgenden
Buchstaben bezeichnen dann die weitere Untergliederung in Untergruppen. Die nachfolgenden beiden
Ziffern haben zählenden Charakter und werden als FN-Zählung bezeichnet.

Gliederungsstufe 2 - Aggregat [Bearbeiten]

Die dritte Gliederungsstufe bezeichnet ein Aggregat in der Untergruppe. Sie besteht aus 2 Buchstaben
und 3 Ziffern. Den Buchstaben sind nach einem vorgegebenen Schlüssel Aggregate (zum Beispiel eine
Messung) in Kraftwerksanlagen zugeordnet. Dabei bezeichnet der erste Buchstabe eine Gruppe von
Aggregaten; der nachfolgende Buchstabe bezeichnet dann die weitere Untergliederung in
Untergruppen. Die nachfolgenden Ziffern haben zählenden Charakter.

Gliederungsstufe 3 - Betriebsmittel / Signalkennzeichen [Bearbeiten]

Die vierte Gliederungsstufe bezeichnet ein Betriebsmittel oder Signalkennzeichen im Aggregat. Sie
besteht aus 2 Buchstaben und 2 Ziffern. Den Buchstaben sind nach einem vorgegebenen Schlüssel
Betriebsmittel (zum Beispiel ein Antrieb) zugeordnet. Dabei bezeichnet der erste Buchstabe eine
Gruppe von Aggregaten; der nachfolgende Buchstabe bezeichnet dann die weitere Untergliederung in
Untergruppen. Die nachfolgenden Ziffern haben zählenden Charakter. Bei Signalkennzeichen gibt es
eine definierte Zuweisung, z.B. ist XB01 die "Auf"-Rückmeldung eines Antriebes. XB51 ist die "ZU"-
Rückmeldung eines Antriebes.
Beispiel

In einem Fließbild befindet sich die Bezeichnung: 1 2LAC03 CT002 QT12

Gliederungsstufe 0:

Der Block 1 eines Kraftwerksstandortes erhält in dieser Stufe die Kennzeichnung 1.

Gliederungsstufe 1:

Für die 3. Speisewasserpumpe im 2. Wasser-Dampfkreislauf gilt die Kennzeichnung 2LAC03. Darin


bedeutet:

• Hauptgruppe 2L: 2. Dampf-, Wasser-, Gaskreislauf


• Untergruppe (2L)A: Speisewassersystem
• Untergruppe (2LA)C: Speisewasserpumpenanlage
• Zähler (2LAC)03: dritte Speisewasserpumpenanlage

Gliederungsstufe 2:

Für die 2. Temperaturmessung gilt die Kennzeichnung CT002. Darin bedeutet:

• Hauptgruppe C: Direkte Messung


• Untergruppe (C)T: Temperaturmessung
• Zähler (CT)002: zweite Temperaturmessung

Gliederungsstufe 3:

Für die 12. Tauchhülse als Messwertgeberschutz gilt die Kennzeichnung QT12. Darin bedeutet:

• Hauptgruppe Q: Leittechnische Betriebsmittel


• Untergruppe (Q)T: Schutzrohre und Tauchhülsen als Messwertgeberschutz
• Zähler (QT)12: zwölftes Schutzrohr oder Tauchhülse

Mit dem obigen Beispiel wird die 12. Tauchhülse an der 2. Temperaturmessung an der 3. Speisepumpe
im Block 1 eines Kraftwerksstandortes bezeichnet.

Das könnte Ihnen auch gefallen