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Stämme Des Tierreichs: Arthropoda

Das Dokument beschreibt die Stämme des Tierreichs, wobei der Fokus auf den Ecdysozoa und insbesondere den Arthropoda liegt. Es werden die wichtigsten Merkmale wie die segmentierte Cuticula, die Häutung und die Ausbildung von Tagmata erläutert. Zudem werden die wichtigsten Gruppen wie Onychophora, Tardigrada, Myriapoda und Chelicerata vorgestellt.

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Stämme Des Tierreichs: Arthropoda

Das Dokument beschreibt die Stämme des Tierreichs, wobei der Fokus auf den Ecdysozoa und insbesondere den Arthropoda liegt. Es werden die wichtigsten Merkmale wie die segmentierte Cuticula, die Häutung und die Ausbildung von Tagmata erläutert. Zudem werden die wichtigsten Gruppen wie Onychophora, Tardigrada, Myriapoda und Chelicerata vorgestellt.

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Stämme des Tierreichs


Arthropoda

0

1

Ecdysozoa

Kinorhyncha

Loricifera

Priapulida

Ecdysozoa

Nematomorpha

Nematoda

(Pan-)
Arthropoda

nach: 
Purves 2006 Halanych
2004
2

Arthropoda im Detail

Ecdysozoa

Onychophora

Tardigrada

Panarthropoda

Euarthropoda

Pancrustacea
(inkl. Hexapoda)

nach:  Myriapoda



Purves 2006 Halanych
2004

Chelicerata

3

Onychophora (Stummelfüßer)

Peripatus

Verbreitung
!
Peripatidae in grün, Peripatopsidae in blau •  180 Arten

•  schlechter Verdunstungsschutz 
– benötigen hohe Lu4feuchtigkeit

•  ähneln evtl. ursprünglichen
Arthropoden

•  “lebende Fossilien”
4

Tardigrada (Bärtierchen)

Lebensraum Moospolster
Licht- und Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme

•  ca. 600 Arten



•  0,1 - 0,5 mm klein

•  Lebensräume: Meeresboden (Sand), Seen, Wasserfilme auf Pflanzen, Moos

•  Ruhestadien überleben 10 Jahre Austrocknung

5

Euarthropoda

Insekten
‘Krebse’
Tausendfüßer
Spinnen

• über 1 Million beschriebene Arten



• besiedeln alle Lebensräume

• sehr unterschiedliche Formen

• z.T. staatenbildend (z.B. Bienen, Ameisen, Termiten)

6

Fossile Arthropoda

Trilobiten:

•  marin, bis 70 cm lang, wichtige Leitfossilien für Paläozoikum



•  Blütezeit im Kambrium (ca. 490-540 Mio. J.)

•  ausgestorben im Perm (ca. 250 Mio. J.)

7

Ecdysozoa: Häutung der Cuticula.

Arthropoda: Häutung einer Libelle



Nematoda: 
Häutung von 
C. elegans

•  alle Nematoden häuten sich 4x (L1-L4+Ad.)



•  können nach Häutung noch wachsen, z.B. adulter Ascaris von wenigen
8

mm auf bis zu 40 cm

Cuticula



from: 
Hickman, Zoologie, Pearson 2008

• Exoskelett: vollständig von Cuticula umgeben



• aus Chitin und Proteinen ⇒ Sklerotin (Sklerotisierung)

• Gelenke nicht sklerotisiert

• Lipide und Wachsschicht gegen Verdunstung
9

•  Häutung hormonell gesteuert : 20-OH-Ecdyson

Eroberung des Landes

•  Sklerotisierte Cuticula schützt vor Austrocknung,
chemischen und mechanischen Einwirkungen

•  sehr widerstandsfähig

•  Atmung: Effektives Tracheensystem (Insekten, Myriapoden)

10

Merkmale der Arthropoda

•  Exoskelett & Häutung (Cuticula)

•  Unterschied zu Nematoda:

Arthropoda haben segmentiertes Exoskelett

Scolopendra cingulata (Myriapoda)


11

Segmentierung (Metamerie)

= Unterteilung des Körpers in


abgegrenzte Abschnitte
(Segmente)

⇒  Wiederholung von Baueinheiten

Modularität als wichtiges Prinzip


der Evolution

12

Hox-Gene

Homöotische Gene: Segmentspezifische Gene

Enthalten ca. 180 Bp, die Homöobox
⇒ bindet an regulatorische Bereiche, und ändert Expression.

13

Homöotische Mutationen

... führen zu veränderter Morphologie!


Ultrabithorax (ubx)
Mutation:

Wildtyp

14

Homöotische Mutationen

Antennapedia (antp) Mutation



Antp spezifiziert normalerweise das zweite,
beintragende Thoraxsegment

... ‘hopeful monster’?
15

Tagmata

• Heteronome Segmentierung

• Segmente bilden funktionelle Einheiten = Tagmata


• Organe sind auf bestimmte Körperabschnitte konzentriert


• Kopf mit hoch entwickelten Sinnesorganen und


Mundwerkzeugen (-> „hoher Cephalisationsgrad“)

16

Exoskelett und Extremitäten

• Starres Exoskelett ermöglicht Ansatz der Muskeln

• Sehr bewegliche Extremitäten

Schematisierter Querschnitt durch einen Arthopoden:


17

Exoskelett und Extremitäten

• Segmentiertes, hartes Exoskelett mit gegliederten Extremitäten

• Spezialisierung der Körperanhänge

18

Komplex- oder Facettenaugen

Auge aus dicht stehenden Einzelaugen (Ommatidien).

Bei Spinnentieren, Krebsen und v.a. Insekten.

19

Mixocoel

• Coelom löst sich während Embryonalentwicklung auf
Coelomreste: Gonaden mit ihren Ausführgängen und Sacculi der
Nephridien



Folge: Offenes Kreislaufsystem

• ⇒ „Hämolymphe“ statt Blut


• Respiratorische Proteine:
Hämocyanin, Hämoglobin,
Hämerythrin

• Dorsaler Herzschlauch mit Ostien


20

Hämolymphe: Immunsystem

Wundverschluss & Einkapselung von


Parasiten durch Sklerotisierung 
(⇒ Cuticula-Bildung)

Drosophila-Larve

Fettkörper und Haemocyten


(Blutzellen) produzieren
antimikrobielle Substanzen

Phagocytose von Bakterien durch


Haemocyten

21

Arthropoda – Apomorphien?

•  Cuticula -> Ecdysozoa



•  Cephalisation (Kopfbildung) mit Komplexgehirn
(Syncerebrum).

•  Mixocoel (Haemocoel) entsteht durch Vereinigung von
primärer mit sekundärer Leibeshöhle (Coelom)
Folge: offenes Blutgefäßsystem.

22

Myriapoda

Diplopoda (Doppelfüßer)


ca. 7200 Arten


Pflanzenfresser, leben in der Erde

und Moos


2 Beinpaare pro Segment (Name!)
Archisprostreptus gigas

Chilopoda (Hundertfüßer)


ca. 2800 Arten


Räuberisch


krä4ige Mandibeln, 

Gi4klauen (Maxillipoden)
Lithobius forficatus

23

Chelicerata
Marin: 
Merostomata


Pantopoda 
(Xiphosura: Pfeilschwanzkrebse)
(Asselspinnen)

Terrestrisch: Arachnida

24

Pfeilschwanzkrebs Limulus polyphemus
• lebendes Fossil (~ 250 Mio. Jahren)

• marin, bis 60 cm

• hufeisenförmiges Prosoma

• „Horseshoe crab“

• Median- und Komplexaugen

• „Limulus Amoebocyte Lysate” - Test
auf Endotoxine

Chelicere

Mund

Prosoma

5 Prosomabeine

Opitho- Opisthosoma-
extremitäten 
soma

mit Buchkiemen

25

Arachnida (Spinnentiere)

Skorpione
Spinnen

Geißelspinnen

Geißelskorpione

Weberknechte

Walzenspinnen

Milben

26

Arachnida (Spinnentiere)


ca. 80 000 Arten


terrestrisch, selten parasitisch (v.a. Milben)


Vorder- und Hinterkörper,

6 Extremitätenpaare


manche Arten sehr gi4ig


manche Arten bauen Netze

27

Grundbauplan Spinne

Opisthosoma:  Prosoma: 


unterschiedliche Segmentzahl
6 Segmente mit Extremitäten

28

Grundbauplan Spinne

Extremitäten:

weder Antennen noch Mandibeln

4 Paar Schreitbeine, Pedipalpen, Cheliceren
29

Grundbauplan Spinne

acht Augen
(Lateral- und Medianaugen)

30

Grundbauplan Spinne

Grammostola
rosea

Cheliceren mit Gi4drüsen



⇒ extraintestinale Verdauung

31

Grundbauplan Spinne

Atmung:
Buchlunge
(Fächerlunge)

Lu4

Hämolymphe

32

ektodermale Einstülpungen

Fortpflanzung

• immer getrenntgeschlechtlich

• Geschlechtsöffnung auf Ventralseite des 2. Hinterleibssegments 



→ komplizierte Paarung

• Spermatophoren-Übergabe mit Pedipalpen

• Weibchen haben Receptaculum seminis zur Sperma-Speicherung



33

Geschlechtsdimorphismus
Unterschiede in
Größe und/oder
Färbung

Bsp. Schwarze Witwe


(Latrodectus spec)

Sexueller
Kannibalismus

34

35

Porter et al 2013, Advanced Materials

Acari: Milben

36

37

Krill

‚Crustacea‘
• ca. 50 000 Arten, die meisten marin

• vorherrschende Arthropoden im Meer


• z.T. stark spezialisiert


Kellerassel
Copepode
Seepocken

38

Bärenkrebs
Hummer
Languste

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