Gegen die Verschwendung: Lebensmittel retten!
Foto: Jens Brehl / [Link] / CC BY-NC-SA 4.0
Zwei Einkaufswagen voll: So viele Lebensmittel werden in
Deutschland in privaten Haushalten pro Jahr und pro Person zu Abfall.
Fragen:
Welche Möglichkeiten gibt es, die Verluste und die Verschwendung von Lebensmitteln zu
reduzieren?
Was bedeutet es, wenn Lebensmittel weggeworfen werden?
Wie kann vermieden werden, Lebensmittel wegzuwerfen?
Ursachen und Folgen von
Lebensmittelverschwendung
Foto: Oliver Hallmann / [Link] / CC BY 2.0
Die Verschwendung von Lebensmitteln trägt in hohem Maße zum Klimawandel und zu vielen
weiteren Umweltbelastungen bei. Darüber hinaus ist sie ein großes ethisches Problem.
Lebensmittelverluste und -abfälle treten in der gesamten Herstellungskette auf, von der
ursprünglichen Erzeugung bis hin zu den privaten Haushalten. Es wäre leicht, einen großen Teil
davon zu vermeiden.
Etwa 17 Prozent aller konsumfertigen Lebensmittel weltweit werden laut Schätzungen des
Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) nicht gegessen, sondern weggeworfen- ein Drittel.
Die Welternährungsorganisation FAO unterscheidet zwischen Lebensmittelverlusten und
Lebensmittelabfällen. Für die Herstellung und den Transport der nicht konsumierten Lebensmittel
werden unnötig Energie, Wasser und Flächen sowie Dünge- und Pflanzenschutzmittel verbraucht. Acht
bis zehn Prozent der weltweiten Klimaprobleme im Zusammenhang mit Lebensmittelverlusten und -
abfällen stehen. Während derzeit rund 690 Millionen Menschen weltweit hungern, werden gleichzeitig
enorme Mengen an Lebensmitteln zu Abfall. Das belastet die Umwelt und das Klima, und es ist ein
großes ethisches Problem. Besonders belastend ist der weltweit steigende Fleischkonsum. Kaum ein
Lebensmittel verbraucht bei seiner Herstellung so viele natürliche Ressourcen wie Fleisch – gefolgt von
Milchprodukten. Der Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Tierfutter ist sehr groß.
Dafür werden immer wieder wertvolle Waldflächen – etwa im Regenwald – vernichtet
Die Produktion von Lebensmitteln beeinflusst also Ökosysteme, das Klima und unsere Gesundheit. Aus
diesen und weiteren Gründen ist es sehr wichtig, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen und sie
wertzuschätzen.
Die aktuellen Daten lauten: Weltweit landeten durch Verschwendung von Lebensmitteln in Haushalten,
Restaurants und Geschäften rund 17 Prozent aller Lebensmittel im Müll. Die Annahme, dass in ärmeren
Ländern weniger Lebensmittel weggeworfen werden, sei nicht richtig. Vielmehr seien die Abfallmengen
in allen Ländern überraschend ähnlich.
Lebensmittelabfälle in Deutschland
Betrachtet werden dabei folgende Bereiche: Produktion, Verarbeitung, Handel und private Haushalte.
Daraus ergibt sich, dass in Deutschland jährlich rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle
entstehen, der Großteil davon-52 Prozent (6,1 Millionen Tonnen pro Jahr) - in privaten Haushalten. Jede
Person wirft laut dieser Berechnung also etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg.
Wie kommt es zu den Lebensmittelabfällen und -verlusten?
Haushalte:
zu viel eingekauft (zu große Packungen, Sonderangebote),"unappetitlich" / "zu alt" / Mindesthaltbarkeit
überschritten / spezielle Zutaten, die nur selten benutzt werden
Herstellung: Fehlende Produkt- / Qualitätseigenschaften, beschädigte oder verdorbene Produkte,
Überproduktion, besonders bei verderblicher Ware, Nebenprodukte wie Knochen aus der
Fleischerzeugung
Gastronomie: falsche Lagerung, Schwierigkeiten bei der Planung der Nachfrage, zu große Portionen,
keine Möglichkeit für Gäste, Reste mitzunehmen, Wegwerfen nicht ausgegebener Speisen
Groß- und Einzelhandel
falsche Lagerung
ästhetischer Standard
Verpackungsmängel
Mindesthaltbarkeit überschritten
Überangebot
Eine besondere Rolle bei der Lebensmittelverschwendung spielen Konsumgewohnheiten und ihre
Wechselwirkungen mit Produktion und Handel. So werden im Handel große Mengen von Lebensmitteln
aussortiert, weil sie optisch nicht mehr einwandfrei sind oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bald
erreicht wird. Die Begründung lautet häufig, dass die Kundinnen und Kunden ein makelloses Aussehen
erwarten. Was nicht den Erwartungen entspreche, bleibe liegen. So müssen Kohlrabi beispielsweise oft
eine bestimmte Mindestgröße haben und sollen mit frisch aussehendem Blattwerk verkauft werden –
obwohl Verbraucherinnen und Verbraucher Letzteres meist bereits im Laden entfernen.
Das wirkt sich auch auf die Landwirtschaft aus. Auf vielen Äckern bleibt ein beträchtlicher Teil der Ernte
liegen, weil er nicht oder nur schwer verkäuflich ist.
Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?
Es gibt Supermarktketten in Deutschland, die auch Obst und Gemüse verkaufen, das äußerlich nicht
makellos ist, und die sogar gezielt damit werben.
Viele Handelsunternehmen arbeiten zum Beispiel mit den sogenannten Tafeln zusammen, die
Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen. Die Unternehmen spenden aussortierte, aber genießbare
Lebensmittel, und die Tafeln geben sie an Bedürftige weiter.
Was jede/-r gegen Lebensmittelverschwendung tun kann
Es gibt viele alltagstaugliche Tipps, die helfen können, die Lebensmittelverschwendung zu verringern:
Planvoll einkaufen: Bedarf prüfen, Einkaufszettel schreiben.
Maßvoll einkaufen, nur kleine Vorräte anlegen.
Vorräte regelmäßig prüfen und rechtzeitig verbrauchen – ältere Ware zuerst.
Prüfen, ob Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) noch genießbar sind.
Lebensmittel mit dem Hinweis "mindestens haltbar bis" können in der Regel auch einige Zeit nach dem
Datum noch gefahrlos verzehrt werden. Reste kühl stellen oder einfrieren und später essen.
Nicht benötigte Lebensmittel und Reste mit anderen teilen oder verschenken, zum Beispiel über die
Initiative "Foodsharing".
Falls doch Lebensmittelreste anfallen: soweit zulässig, in der Biotonne entsorgen.
Die Kinderseite des Bundesumweltministeriums