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Mündliches Argumentieren

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6  Argumentieren

verstehen
In diesem Kapitel wiederholst du zunächst, wie du eine Argumentation aufbaust.
Du erfährst,
• wie ein einfaches Argument aufgebaut ist,
• wie du einen Kausalsatz bildest, den du für die Begründung brauchst,
• wie du eine Stoffsammlung anlegst,
• wie du stilistische Fehler vermeidest.

Mündliches Argumentieren

Wandertagsvorschläge: Der Wandertag steht vor der Tür und der


Lehrer hat ein paar Vorschläge für mögliche
• Bowling im
Unternehmungen an die Tafel geschrieben.
Sportcenter
Nun diskutiert die Klasse über diese Vor-
• Besuch des Hochseilgartens
schläge, sie tauschen ihre Meinungen zu den
• Moorwanderung
verschiedenen Aktivitäten aus und wollen sich
• Stadtführung: „Von Hexen
dann auf ein Ausflugsziel einigen, das für die
und Henkern“
meisten Schüler akzeptabel ist.

Natürlich will jeder die anderen von seinem Lieblingsziel überzeugen und um
erfolgreich zu sein, muss jeder Schüler gute Gründe für seinen Favoriten hervor-
bringen, damit die anderen überzeugt sind.

Diesen Vorgang nennt man einen Meinungsaustausch, eine Diskussion oder


auch eine Aussprache. Er geschieht mündlich.

Schriftliches Argumentieren

Auch beim schriftlichen Argumentieren ist es das Ziel, den Leser von deiner eige-
nen Meinung zu überzeugen. Jedoch musst du zusätzlich zunächst das Thema
oder eine Frage vorstellen, zu dem oder zu der du Stellung nimmst. Auch hier
solltest du nun schriftlich gute Gründe finden, die deinen Leser überzeugen.
Dabei musst du sehr strukturiert arbeiten. Bei einer mündlichen Diskussion kann
der Zuhörer nachfragen, wenn er etwas nicht verstanden hat. Aber bei einer
schriftlichen Argumentation kann der Leser nicht nachfragen, deshalb ist der
Aufbau deines Textes wichtig.

Schon als kleines Kind hast du gelernt: Wenn du einen Wunsch hast, dann solltest
du ihn begründen und nicht nur „darum“ sagen.

Folgendermaßen könntest du sagen, dass du mehr Taschengeld brauchst: „Ich


brauche mehr Taschengeld!“

77
6 Argumentieren

verstehen Nur diese eine Behauptung reicht den meisten Eltern allerdings nicht aus, um sie
davon zu überzeugen, dass die monatliche Zuwendung erhöht werden soll. Du
solltest dir eine gute Begründung dafür einfallen lassen, dass du mehr Taschen-
geld brauchst, beispielsweise: „Ich brauchte mehr Taschengeld, weil ich nach der
Schule mit meinen Klassenkameraden etwas unternehmen möchte.“

Nun werden vielleicht einige Eltern zufrieden sein und das Taschengeld erhöhen.
Aber es gibt bestimmt ebenso Eltern, die nachfragen, was genau denn diese
Unternehmung sein soll und wofür genau das Kind das zusätzliche Geld braucht.
Also wäre eine Argumentation mit einer Behauptung, einer Begründung und
einem ganz konkreten Beispiel noch überzeugender: „Ich brauchte mehr Taschen­
geld, weil ich nach der Schule mit meinen Klassenkameraden etwas unternehmen
möchte. Diese Woche wollen wir beispielsweise bei gutem Wetter zum Minigolfen
und ich möchte mitspielen und nicht nur zugucken. Dafür brauche ich aber Geld, um
die Platzmiete zu bezahlen.“

Ein Argument besteht also aus drei Teilen – der Behauptung, der Begründung
und dem Beispiel. Das Wort Argument kommt ursprünglich von dem lateinischen
„arguere“, was „erhellen“, „beweisen“ oder „veranschaulichen“ bedeutet. Und ganz
genau das sollst du in einer schriftlichen Argumentation machen: Du sollst deine
Meinung veranschaulichen, du sollst beweisen, dass deine Einstellung die rich-
tige ist oder du sollst deinen Leser „erhellen“, indem du ihm die Zusammenhänge
eines Sachverhalts erklärst und er dann auch deiner Meinung ist.

Es ist immer besser, in einer schriftlichen Argumentation mehrere Argumente


aufzuzählen. Je mehr gute Argumente du hast, desto leichter bringst du deinen
Leser auf deine Seite.

Die einfache Argumentationskette


Die Klasse entscheidet sich für den Besuch des Hochseilgartens. Und da nun
Eintrittsgelder von den Eltern erwartet werden, soll die Klasse gute Argumente
für den Besuch des Hochseilgartens ausformulieren, die dann in den Elternbrief
aufgenommen werden sollen. Schließlich müssen die Eltern überzeugt werden, die
Eintrittsgelder zu zahlen.

Regeln für die Ausformulierung einer einfachen Argumentationskette


Zunächst sollte die Ausformulierung deiner Behauptung kurz und knapp sein.
Also rede nicht lange um den heißen Brei herum, formuliere deine Behauptung klar
und gut verständlich: Der Besuch im Hochseilgarten verbessert unsere Klassen­
gemeinschaft!

Manchmal können solche Behauptungen fast wie Werbeslogans klingen,


denn auch diese sind dazu da, den Käufer von einem Produkt zu überzeugen:
­„Bayerische Milch unterstützt die hiesigen Bauern!“
Aber auch hier möchte der Käufer darüber informiert werden, wie die Bauern
unterstützt werden.

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Deshalb sollte nun die Begründung folgen und die leitet man am einfachsten mit verstehen
einem Kausalsatz ein.

Exkurs: Kausalsatz

Im Deutschen kann man Sätze u. a. mit Konjunktionen verbinden. Dadurch


stellt man einen bestimmten inhaltlichen Zusammenhang zwischen ihnen
her. Diese Zusammenhänge können u. a. der Grund, die Folge oder eine
Bedingung sein.
Für die Angabe des Grundes kann man die Konjunktionen weil und da (im
Nebensatz) und denn (im Hauptsatz) verwenden: Diese Sätze nennt man
­Kausalsätze.

Der Wandertag war klasse. Wir haben viel erlebt.


Kausalsätze:
Der Wandertag war klasse, … weil wir viel erlebt haben.
… da wir viel erlebt haben.
… denn wir haben viel erlebt.

Für die Angabe der Folge kann man die Konjunktionen dass und sodass
(Nebensatz) verwenden: Diese Sätze nennt man Konsekutivsätze.
Aber: Die beiden Sätze „Der Wandertag war klasse. Wir haben viel erlebt.“
können nicht mit dass oder sodass verbunden werden, weil sie dann keinen
Sinn ergeben.
Der Wandertag war klasse, sodass wir viel erlebt haben. FEHLER!!!
Hier soll ja auch nicht der Grund, sondern eine Folge ausgedrückt werden,
also brauchen wir einen inhaltlich anderen Nebensatz.
Der Wandertag war klasse, sodass wir glücklich nach Hause gingen.

Für die Angabe der Bedingung brauchen wir die Konjunktionen wenn und
falls (Nebensatz): Diese Sätze nennt man Konditionalsätze.
Auch hier können wir nicht den ursprünglichen Nebensatz an den Hauptsatz
binden, ohne dass es inhaltlich schief klingt:
Der Wandertag war klasse, falls wir viel erlebt haben. FEHLER!!!

Der Besuch im Hochseilgarten steigert unsere Klassengemeinschaft, …


… weil wir gemeinsam Aufgaben in einem Parcours bewältigen müssen.
… da wir gemeinsam Aufgaben in
einem Parcours bewältigen müssen.
… denn wir müssen gemeinsam MERKE: Für die Behauptung in einer Argumenta-
Aufgaben in einem Parcours tion kannst du nur die Konjunktionen weil, da und
denn verwenden! Du brauchst einen Kausalsatz!
­bewältigen.

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Test 1: Stoffsammlung und Teile des Arguments

üben
Volleyball-Camp
Wann: In den Osterferien 2019
Für wen:  für Mannschaften, in denen Jugendliche zwischen
12 und 16 Jahren spielen
Wie lange: 24. bis 31. März 2019
Preis: 220 Euro
Unterkunft:  jeweils ein Team in Ferienbungalows mit eigenem
Wohnzimmer und Waschräumen
Verpflegung:  Vollverpflegung aus der Bioküche, Bio-Gemüse- und
Kräutergarten befinden sich auf dem Gelände
Sportstätten:  dreiteilige Sporthalle, Hallenschwimmbad, Sportplatz
und Fitnessraum
Trainer:  Volleyballtraining bei professionell ausgebildeten
Trainern mit langjähriger Erfahrung
Training:  Konditionstraining, Taktiktraining und Schlag­
techniken
Turniere und Spiele:  Trainingsspiele gegen Mannschaften aus aller Welt,
Abschlussturnier
Abendveranstaltungen: Abwechslungsreiches Abendprogramm:
 Fackelwanderung, Lagerfeuer mit Stockbrot, Spiel
ohne Grenzen, Disco

Mehr Informationen unter [Link].


Anmeldung bis zum 31.01.2019 möglich.

1 Erstelle eine Mindmap mit mindestens fünf Behauptungen, die für den
✷ Besuch des Volleyball-Camps sprechen.

Vorteile des
Volleyball-
Camps

83
Test 1: Stoffsammlung und Teile des Arguments

üben 2 Entscheide, ob es sich bei den Aussagen in den Sprechblasen um eine


✷ Behauptung, eine Begründung oder ein Beispiel handelt. Schreibe deine
✷ Entscheidung auf die Linie.

2 Die Trainer haben beispiels-


1 Eine Woche mit allem kostet
weise langjährige Erfahrung
nur 220 Euro.
und sie wurden vom Veranstal-
_________________________ ter professionell ausgebildet.
_________________________

3 Viele Mannschaften aus 4 Das ist ein günstiger Urlaub.


verschiedenen Ländern sind da.
_________________________
________________________________

6 Man kann gegen andere


Mannschaften spielen!
5 Man kann sich z. B. in der Disko beim
_______________________
Tanzen kennenlernen oder auch beim
Training, wenn man miteinander Übun-
gen im Fitnessraum absolviert.
______________________________

8 Hier gibt es natürlich


Sporthallen, aber auch ein
7 Es sind nämlich viele Gleichalt- Hallenschwimmbad und einen
rige im Camp, die sich auch für Fitnessraum. Da können wir
Volleyball interessieren. prima auch Kraft und Beweg-
_______________________ lichkeit trainieren.
_________________________

3 Trage passende Begründungen und Beispiele aus dem Plakat (Seite 83) in
✷ die Tabelle ein.
✷ Behauptung Begründung Beispiel

gesunde
1. Argument
Ernährung

abwechslungs-
2. Argument
reiche Abende

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Klassenarbeit Nr. 8

können 1 Die Schüler der Klasse 9 a diskutieren über eine Klassenfahrt nach Dres-
den. Sie versuchen Argumente für die Fahrt zu finden. Bei den folgenden
Aufzeichnungen ist entweder A oder B inhaltlich eine Begründung.
✷ a) 
Kreuze die richtige Lösung an! Verfasse dann eine Behauptung und eine
✷ passende Begründung nach den Vorlagen!

Behauptung Begründung (da, weil, denn)


0. Mehr Zeit für die Mitschüler A intensive Gespräche führen
B länger auf engem Raum zusammen sein
Bei einer Klassenfahrt hat man mehr Zeit für die Mitschüler, da man länger auf engem
Raum zusammen ist.

Behauptung Begründung
1. Neue Eindrücke A eine unbekannte Stadt bereist
B Erlebnisse aus Dresden erzählen kann

Behauptung Begründung
2. Stärkung der Klassenge- A hinterher versteht man sich besser
meinschaft
B man teilt Erlebnisse miteinander und der Team-
geist ist gefordert

Behauptung Begründung
3. F
 örderung der Selbststän- A besseres Zurechtfinden im späteren Leben
digkeit
B Übernahme von Verantwortung für sein eigenes
Handeln

Behauptung Begründung
4. I ntegration von neuen A Schüler lernen sich untereinander besser kennen
Mitschülern
B Teil der Klassengemeinschaft sind

Behauptung Begründung
5. Anschauliche Gestaltung A auf den Spuren von heimischen Dichtern wandeln
des Literaturunterrichts kann.
B die Werke von Dichtern werden besser verstanden

86
Klassenarbeit Nr. 8

Behauptung Begründung können


6. Geschichtsunterricht an A alte Bauwerke zeugen von historischen Handlun-
Originalschauplätzen gen
B Ereignisse und Jahreszahlen kann man sich
besser merken

✷ b) O
 rdne die folgenden sechs Beispiele den unter a) angefangenen Argumen- 12
ten zu.

A So könnte man sich in Dres-


G 0 So sitzt man während der
den beispielsweise das Schloss
Busfahrt zum Reiseziel schon bei-
und die Kunstsammlung von
sammen und kann sich unterhalten,
August dem Starken anschauen
ohne dass man durch den Unterricht,
und so einen Einblick in das höfi-
die Lehrer oder den Pausengong
sche Leben erhalten.
gestört wird.

B Meist teilen sich die Schüler ein C So kann D Schüler


Mehrbettzimmer und neue Schüler man bei- sind bei einer
werden dort mit den „Alteingesesse- spielsweise im Fahrt z. B.
nen“ in Kontakt kommen, allein schon Sommer auf den selbst für die
um Abläufe, wie z. B. den Weckdienst, Elbwiesen erle- Einteilung ihres
im Zimmer zu organisieren. ben, wie beein- Taschengeldes
druckend es ist, verantwortlich
im Open-Air-Kino und sollten so
E In Dresden lebte beispiels- zu sitzen, einen haushalten,
weise Erich Kästner. Ein kleines spannenden Film dass sie sich
Museum widmet sich dem Leben zu schauen und auch am letzten
und dem Werk des Dichters, wel- dabei über die Tag noch ein
ches man mit der Klasse besuchen Elbe auf die Stadt Getränk leisten
könnte. zu schauen. können.

F Bei einem Stadterkundungsspiel in kleinen Gruppen könnten


beispielsweise die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler gefragt
sein. Einer kann eine Karte gut lesen, ein anderer traut sich eher Pas-
santen anzusprechen und nach Informationen zu fragen. Zusammen
sind sie dann ein unschlagbares Team. 6

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