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Soldatengesetz

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de

Gesetz ber die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz - SG)


SG Ausfertigungsdatum: 19.03.1956 Vollzitat: "Soldatengesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Mai 2005 (BGBl. I S. 1482), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 31. Juli 2010 (BGBl. I S. 1052) gendert worden ist" Stand: Neugefasst durch Bek. v. 30. 5.2005 I 1482 Zuletzt gendert durch Art. 2 G v. 31.7.2010 I 1052

Funote Textnachweis Geltung ab: 1.6.1980

Buchstabenabkrzung: Eingef. durch Art. 1 Nr. 1 G v. 19.12.2000 I 1815 mWv 24.12.2000

Inhaltsbersicht
Erster Abschnitt Gemeinsame Vorschriften 1. Allgemeines 1 Begriffsbestimmungen 2 Dauer des Wehrdienstverhltnisses; Dienstzeitberechnung 3 Ernennungs- und Verwendungsgrundstze 4 Ernennung, Dienstgradbezeichnungen, Uniform 4a Berechtigung zum Tragen der Uniform auerhalb eines Wehrdienstverhltnisses 5 Gnadenrecht

2. Pflichten und Rechte der Soldaten 6 Staatsbrgerliche Rechte des Soldaten 7 Grundpflicht des Soldaten 8 Eintreten fr die demokratische Grundordnung 9 Eid und feierliches Gelbnis 10 Pflichten des Vorgesetzten 11 Gehorsam 12 Kameradschaft 13 Wahrheit 14 Verschwiegenheit 15 Politische Bettigung 16 Verhalten in anderen Staaten 17 Verhalten im und auer Dienst 18 Gemeinschaftsunterkunft und Gemeinschaftsverpflegung 19 Verbot der Annahme von Belohnungen oder Geschenken, Herausgabe- und Auskunftspflicht 20 Nebenttigkeit 20a Ttigkeit nach dem Ausscheiden aus dem Wehrdienst 21 Vormundschaft und Ehrenmter 22 Verbot der Ausbung des Dienstes 23 Dienstvergehen 24 Haftung 25 Wahlrecht; Amtsverhltnisse -1-

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26 27 28 28a 29 30 30a 30b 31 32 33 34 35 35a 36 Verlust des Dienstgrades Laufbahnvorschriften Urlaub Urlaub bis zum Beginn des Ruhestandes Personalakten Geld- und Sachbezge, Versorgung Teilzeitbeschftigung Zusammentreffen von Urlaub und Teilzeitbeschftigung Frsorge Dienstzeitbescheinigung und Dienstzeugnis Staatsbrgerlicher und vlkerrechtlicher Unterricht Beschwerde Beteiligungsrechte der Soldaten Beteiligung an der Gestaltung des Dienstrechts Seelsorge

Zweiter Abschnitt Rechtsstellung der Berufssoldaten und der Soldaten auf Zeit

1. Begrndung des Dienstverhltnisses 37 Voraussetzung der Berufung 38 Hindernisse der Berufung 39 Begrndung des Dienstverhltnisses eines Berufssoldaten 40 Begrndung des Dienstverhltnisses eines Soldaten auf Zeit 41 Form der Begrndung und der Umwandlung

2. Befrderung 42 Form der Befrderung

3. Beendigung des Dienstverhltnisses a) Beendigung des Dienstverhltnisses eines Berufssoldaten 43 Beendigungsgrnde 44 Eintritt und Versetzung in den Ruhestand 45 Altersgrenzen 45a Umwandlung 46 Entlassung 47 Zustndigkeit, Anhrungspflicht und Fristen bei der Entlassung 48 Verlust der Rechtsstellung eines Berufssoldaten 49 Folgen der Entlassung und des Verlustes der Rechtsstellung eines Berufssoldaten 50 Versetzung in den einstweiligen Ruhestand 51 Wiederverwendung 51a (weggefallen) 52 Wiederaufnahme des Verfahrens 53 Verurteilung nach Beendigung des Dienstverhltnisses b) Beendigung des Dienstverhltnisses eines Soldaten auf Zeit 54 Beendigungsgrnde 55 Entlassung 56 Folgen der Entlassung und des Verlustes der Rechtsstellung eines Soldaten auf Zeit 57 Wiederaufnahme des Verfahrens, Verurteilungen nach Beendigung des Dienstverhltnisses

58

Dritter Abschnitt Rechtsstellung der Soldaten, die nach Magabe des Wehrpflichtgesetzes Wehrdienst leisten Regelung durch Gesetz; -2-

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Form der Befrderung

Vierter Abschnitt Dienstleistungspflicht

1. Umfang und Arten der Dienstleistungen 59 Personenkreis 60 Arten der Dienstleistungen 61 bungen 62 Besondere Auslandsverwendungen 63 Hilfeleistungen im Innern 63a Hilfeleistungen im Ausland

2. Dienstleistungsausnahmen 64 Dienstunfhigkeit 65 Ausschluss von Dienstleistungen 66 Befreiung von Dienstleistungen 67 Zurckstellung von Dienstleistungen 68 Unabkmmlichstellung

3. Heranziehungsverfahren 69 Zustndigkeit 70 Verfahren 71 rztliche Untersuchung, Anhrung 72 Heranziehung von ungedienten Dienstleistungspflichtigen 73 Heranziehung von gedienten Dienstleistungspflichtigen

4. Beendigung der Dienstleistungen und Verlust des Dienstgrades 74 Beendigung der Dienstleistungen 75 Entlassung aus den Dienstleistungen 76 Ausschluss von Dienstleistungen und Verlust des Dienstgrades

5. berwachung und Durchsetzung der Dienstleistungspflicht 77 Dienstleistungsberwachung; Haftung 78 Aufenthaltsfeststellungsverfahren 79 Vorfhrung und Zufhrung

6. Verhltnis zur Wehrpflicht 80 Konkurrenzregelung

81

Fnfter Abschnitt Dienstliche Veranstaltungen Zuziehung zu dienstlichen Veranstaltungen

Sechster Abschnitt Rechtsschutz

1. Rechtsweg 82 Zustndigkeiten

2. Rechtsbehelfe und Rechtsmittel gegen Verwaltungsakte nach dem Vierten Abschnitt -3-

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83 84 85 Besondere Vorschriften fr das Vorverfahren Rechtsmittel gegen Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Besondere Vorschriften fr die Anfechtungsklage

86 87 88 89 90 91 92 93 94

95 96 97 98

Siebter Abschnitt Bugeldvorschriften; bergangs- und Schlussvorschriften Bugeldvorschriften Einstellung von anderen Bewerbern Entlassung von anderen Bewerbern Mitteilungen in Strafsachen Organisationsgesetz Personalvertretung der Beamten, Angestellten und Arbeiter bergangsvorschrift fr die Laufbahnen Zustndigkeit fr den Erlass von Rechtsverordnungen bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 24. Februar 1983 (BGBl. I S. 179) bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 6. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2588) bergangsvorschrift aus Anlass des Dienstrechtsneuordnungsgesetz bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 19. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1815) bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 22. April 2005 (BGBl. I S. 1106)

Erster Abschnitt Gemeinsame Vorschriften 1. Allgemeines


1 Begriffsbestimmungen
(1) Soldat ist, wer auf Grund der Wehrpflicht oder freiwilliger Verpflichtung in einem Wehrdienstverhltnis steht. Staat und Soldaten sind durch gegenseitige Treue miteinander verbunden. (2) In das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten kann berufen werden, wer sich freiwillig verpflichtet, auf Lebenszeit Wehrdienst zu leisten. In das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit kann berufen werden, wer sich freiwillig verpflichtet, fr begrenzte Zeit Wehrdienst zu leisten. Zu einem Wehrdienst in Form von Dienstleistungen kann auer Personen, die in einem Wehrdienstverhltnis nach Satz 1 oder 2 gestanden haben, auch herangezogen werden, wer sich freiwillig zu Dienstleistungen verpflichtet. (3) Vorgesetzter ist, wer befugt ist, einem Soldaten Befehle zu erteilen. Durch Rechtsverordnung wird bestimmt, wer auf Grund seiner Dienststellung, seines Dienstgrades, besonderer Anordnung oder eigener Erklrung befehlen kann. Auf Grund des Dienstgrades allein besteht keine Befehlsbefugnis auerhalb des Dienstes. Durch eigene Erklrung darf eine Befehlsbefugnis nur zur Hilfeleistung in Notfllen, zur Aufrechterhaltung der Disziplin oder Sicherheit oder zur Herstellung einer einheitlichen Befehlsbefugnis in kritischer Lage begrndet werden. (4) Disziplinarvorgesetzter ist, wer Disziplinarbefugnis ber Soldaten seines Befehlsbereichs hat. Das Nhere regelt die Wehrdisziplinarordnung.

2 Dauer des Wehrdienstverhltnisses; Dienstzeitberechnung


(1) Das Wehrdienstverhltnis beginnt

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1. bei einem Soldaten, der auf Grund des Wehrpflichtgesetzes zum Wehrdienst einberufen wird, mit dem Zeitpunkt, der nach Magabe des Wehrpflichtgesetzes fr den Diensteintritt festgesetzt wird, 2. bei einem Soldaten, der nach dem Vierten Abschnitt zur Dienstleistung herangezogen wird, mit dem Zeitpunkt, der im Heranziehungsbescheid fr den Diensteintritt festgesetzt wird, 3. bei einem Berufssoldaten oder Soldaten auf Zeit mit dem Zeitpunkt der Ernennung, 4. in allen brigen Fllen mit dem Dienstantritt. (2) Das Wehrdienstverhltnis endet mit dem Ablauf des Tages, an dem der Soldat aus der Bundeswehr ausscheidet. (3) Als Dienstzeit im Sinne dieses Gesetzes oder der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen kann zu Gunsten des Soldaten auf Zeit vom 1. oder 16. eines Monats an gerechnet werden, wenn wegen eines Wochenendes, gesetzlichen Feiertages oder eines unmittelbar vorhergehenden Werktages ein anderer Tag fr den Beginn des Wehrdienstverhltnisses bestimmt worden ist und der Soldat den Dienst an diesem Tag angetreten hat. 44 Abs. 5 Satz 2 bleibt unberhrt.

3 Ernennungs- und Verwendungsgrundstze


(1) Der Soldat ist nach Eignung, Befhigung und Leistung ohne Rcksicht auf Geschlecht, sexuelle Identitt, Abstammung, Rasse, Glauben, Weltanschauung, religise oder politische Anschauungen, Heimat, ethnische oder sonstige Herkunft zu ernennen und zu verwenden. (2) Von einem Soldaten, der sich ohne grobes Verschulden 1. eine Wehrdienstbeschdigung durch eine Wehrdienstverrichtung oder durch einen Unfall whrend der Ausbung des Wehrdienstes im Sinne des 81 Abs. 1 des Soldatenversorgungsgesetzes, 2. eine Wehrdienstbeschdigung im Sinne des 81 Abs. 2 Nr. 1 oder 3 des Soldatenversorgungsgesetzes oder 3. eine gesundheitliche Schdigung durch einen Einsatzunfall im Sinne des 63c Abs. 2 des Soldatenversorgungsgesetzes zugezogen hat, deren Folge Zweifel an seiner Dienstfhigkeit begrndet, kann bei der Feststellung der Dienstfhigkeit sowie bei spteren Ernennungs- und Verwendungsentscheidungen ein geringeres Ma an krperlicher Eignung verlangt werden.

4 Ernennung, Dienstgradbezeichnungen, Uniform


(1) Einer Ernennung bedarf es 1. zur Begrndung des Dienstverhltnisses eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit (Berufung), 2. zur Umwandlung des Dienstverhltnisses eines Soldaten auf Zeit in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten oder umgekehrt (Umwandlung), 3. zur Verleihung eines hheren Dienstgrades (Befrderung). (2) Der Bundesprsident ernennt die Berufssoldaten, die Soldaten auf Zeit und die Offiziere der Reserve. Die brigen Soldaten ernennt der Bundesminister der Verteidigung. Die Ausbung dieser Befugnisse kann auf andere Stellen bertragen werden. (3) Der Bundesprsident setzt, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, die Dienstgradbezeichnungen der Soldaten fest. Er erlsst die Bestimmungen ber die Uniform der Soldaten. Er kann die Ausbung dieser Befugnisse auf andere Stellen bertragen. (4) Legt ein Soldat sein Mandat nieder und bewirbt er sich zu diesem Zeitpunkt erneut um einen Sitz im Deutschen Bundestag oder im Europischen Parlament, so ist die Verleihung eines hheren Dienstgrades nicht zulssig. Satz 1 gilt sinngem fr Soldaten, die in die gesetzgebende Krperschaft eines Landes gewhlt worden sind, -5-

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und zwar auch fr die Zeit zwischen zwei Wahlperioden. Die Verleihung eines hheren Dienstgrades ist auch nicht zulssig, wenn ein Berufssoldat oder Soldat auf Zeit, dessen Rechte und Pflichten auf Grund der 5, 6, 8 und 36 des Abgeordnetengesetzes oder entsprechender Rechtsvorschriften ruhen, einen Dienst nach 51 Abs. 6 oder 54 Abs. 4 leistet.

4a Berechtigung zum Tragen der Uniform auerhalb eines Wehrdienstverhltnisses


Soldaten der Bundeswehr kann nach ihrem Ausscheiden aus dem Wehrdienst genehmigt werden, auerhalb eines Wehrdienstverhltnisses die Uniform der Soldaten mit dem Abzeichen des Dienstgrades, den zu fhren sie berechtigt sind, und mit der fr ausgeschiedene Soldaten vorgesehenen Kennzeichnung zu tragen. Nheres regelt eine Rechtsverordnung.

5 Gnadenrecht
(1) Dem Bundesprsidenten steht hinsichtlich des Verlustes der Soldatenrechte und der Rechte aus einem frheren Soldatenverhltnis das Gnadenrecht zu. Er kann die Ausbung anderen Stellen bertragen. (2) Wird im Gnadenweg der Verlust der Soldatenrechte in vollem Umfang beseitigt, so gilt von diesem Zeitpunkt ab 42 Abs. 1, 2 und 4 des Bundesbeamtengesetzes entsprechend.

2. Pflichten und Rechte der Soldaten


6 Staatsbrgerliche Rechte des Soldaten
Der Soldat hat die gleichen staatsbrgerlichen Rechte wie jeder andere Staatsbrger. Seine Rechte werden im Rahmen der Erfordernisse des militrischen Dienstes durch seine gesetzlich begrndeten Pflichten beschrnkt.

7 Grundpflicht des Soldaten


Der Soldat hat die Pflicht, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

8 Eintreten fr die demokratische Grundordnung


Der Soldat muss die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes anerkennen und durch sein gesamtes Verhalten fr ihre Erhaltung eintreten.

9 Eid und feierliches Gelbnis


(1) Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit haben folgenden Diensteid zu leisten: "Ich schwre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe." Der Eid kann auch ohne die Worte "so wahr mir Gott helfe" geleistet werden. Gestattet ein Bundesgesetz den Mitgliedern einer Religionsgesellschaft, an Stelle der Worte "ich schwre" andere Beteuerungsformeln zu gebrauchen, so kann das Mitglied einer solchen Religionsgesellschaft diese Beteuerungsformel sprechen. (2) Soldaten, die nach Magabe des Wehrpflichtgesetzes Wehrdienst leisten, bekennen sich zu ihren Pflichten durch das folgende feierliche Gelbnis: "Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen."

10 Pflichten des Vorgesetzten


(1) Der Vorgesetzte soll in seiner Haltung und Pflichterfllung ein Beispiel geben. -6-

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(2) Er hat die Pflicht zur Dienstaufsicht und ist fr die Disziplin seiner Untergebenen verantwortlich. (3) Er hat fr seine Untergebenen zu sorgen. (4) Er darf Befehle nur zu dienstlichen Zwecken und nur unter Beachtung der Regeln des Vlkerrechts, der Gesetze und der Dienstvorschriften erteilen. (5) Er trgt fr seine Befehle die Verantwortung. Befehle hat er in der den Umstnden angemessenen Weise durchzusetzen. (6) Offiziere und Unteroffiziere haben innerhalb und auerhalb des Dienstes bei ihren uerungen die Zurckhaltung zu wahren, die erforderlich ist, um das Vertrauen als Vorgesetzte zu erhalten.

11 Gehorsam
(1) Der Soldat muss seinen Vorgesetzten gehorchen. Er hat ihre Befehle nach besten Krften vollstndig, gewissenhaft und unverzglich auszufhren. Ungehorsam liegt nicht vor, wenn ein Befehl nicht befolgt wird, der die Menschenwrde verletzt oder der nicht zu dienstlichen Zwecken erteilt worden ist; die irrige Annahme, es handele sich um einen solchen Befehl, befreit den Soldaten nur dann von der Verantwortung, wenn er den Irrtum nicht vermeiden konnte und ihm nach den ihm bekannten Umstnden nicht zuzumuten war, sich mit Rechtsbehelfen gegen den Befehl zu wehren. (2) Ein Befehl darf nicht befolgt werden, wenn dadurch eine Straftat begangen wrde. Befolgt der Untergebene den Befehl trotzdem, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn er erkennt oder wenn es nach den ihm bekannten Umstnden offensichtlich ist, dass dadurch eine Straftat begangen wird.

12 Kameradschaft
Der Zusammenhalt der Bundeswehr beruht wesentlich auf Kameradschaft. Sie verpflichtet alle Soldaten, die Wrde, die Ehre und die Rechte des Kameraden zu achten und ihm in Not und Gefahr beizustehen. Das schliet gegenseitige Anerkennung, Rcksicht und Achtung fremder Anschauungen ein.

13 Wahrheit
(1) Der Soldat muss in dienstlichen Angelegenheiten die Wahrheit sagen. (2) Eine Meldung darf nur gefordert werden, wenn der Dienst dies rechtfertigt.

14 Verschwiegenheit
(1) Der Soldat hat, auch nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst, ber die ihm bei oder bei Gelegenheit seiner dienstlichen Ttigkeit bekannt gewordenen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt nicht, soweit 1. Mitteilungen im dienstlichen Verkehr geboten sind, 2. Tatsachen mitgeteilt werden, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedrfen, oder 3. gegenber der zustndigen obersten Dienstbehrde, einer Strafverfolgungsbehrde oder einer von der obersten Dienstbehrde bestimmten weiteren Behrde oder auerdienstlichen Stelle ein durch Tatsachen begrndeter Verdacht einer Korruptionsstraftat nach den 331 bis 337 des Strafgesetzbuches angezeigt wird. Im brigen bleiben die gesetzlich begrndeten Pflichten, geplante Straftaten anzuzeigen und fr die Erhaltung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung einzutreten, von Satz 1 unberhrt. (2) Der Soldat darf ohne Genehmigung ber solche Angelegenheiten weder vor Gericht noch auergerichtlich aussagen oder Erklrungen abgeben. Die Genehmigung erteilt der Disziplinarvorgesetzte, nach dem Ausscheiden aus dem Wehrdienst der letzte Disziplinarvorgesetzte. Die 68 und 69 des Bundesbeamtengesetzes gelten entsprechend. -7-

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(3) Der Soldat hat, auch nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst, auf Verlangen seines Disziplinarvorgesetzten oder des letzten Disziplinarvorgesetzten dienstliche Schriftstcke, Zeichnungen, bildliche Darstellungen und, wenn es im Einzelfall aus Grnden der Geheimhaltung erforderlich ist, Aufzeichnungen jeder Art ber dienstliche Vorgnge, auch soweit es sich um Wiedergaben handelt, herauszugeben. Die gleiche Pflicht trifft seine Hinterbliebenen und seine Erben. (4) (weggefallen)

15 Politische Bettigung
(1) Im Dienst darf sich der Soldat nicht zu Gunsten oder zu Ungunsten einer bestimmten politischen Richtung bettigen. Das Recht des Soldaten, im Gesprch mit Kameraden seine eigene Meinung zu uern, bleibt unberhrt. (2) Innerhalb der dienstlichen Unterknfte und Anlagen findet whrend der Freizeit das Recht der freien Meinungsuerung seine Schranken an den Grundregeln der Kameradschaft. Der Soldat hat sich so zu verhalten, dass die Gemeinsamkeit des Dienstes nicht ernstlich gestrt wird. Der Soldat darf insbesondere nicht als Werber fr eine politische Gruppe wirken, indem er Ansprachen hlt, Schriften verteilt oder als Vertreter einer politischen Organisation arbeitet. Die gegenseitige Achtung darf nicht gefhrdet werden. (3) Der Soldat darf bei politischen Veranstaltungen keine Uniform tragen. (4) Ein Soldat darf als Vorgesetzter seine Untergebenen nicht fr oder gegen eine politische Meinung beeinflussen.

16 Verhalten in anderen Staaten


Auerhalb des Geltungsbereichs des Grundgesetzes ist dem Soldaten jede Einmischung in die Angelegenheiten des Aufenthaltsstaates versagt.

17 Verhalten im und auer Dienst


(1) Der Soldat hat Disziplin zu wahren und die dienstliche Stellung des Vorgesetzten in seiner Person auch auerhalb des Dienstes zu achten. (2) Sein Verhalten muss dem Ansehen der Bundeswehr sowie der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die sein Dienst als Soldat erfordert. Auer Dienst hat sich der Soldat auerhalb der dienstlichen Unterknfte und Anlagen so zu verhalten, dass er das Ansehen der Bundeswehr oder die Achtung und das Vertrauen, die seine dienstliche Stellung erfordert, nicht ernsthaft beeintrchtigt. (3) Ein Offizier oder Unteroffizier muss auch nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die fr seine Wiederverwendung in seinem Dienstgrad erforderlich sind. (4) Der Soldat hat alles in seinen Krften Stehende zu tun, um seine Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Er darf seine Gesundheit nicht vorstzlich oder grob fahrlssig beeintrchtigen. Der Soldat muss rztliche Eingriffe in seine krperliche Unversehrtheit gegen seinen Willen nur dann dulden, wenn es sich um Manahmen handelt, die der Verhtung oder Bekmpfung bertragbarer Krankheiten oder der Feststellung seiner Dienst- oder Verwendungsfhigkeit dienen; das Grundrecht nach Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes wird insoweit eingeschrnkt. Die Vorschrift des 26 Abs. 2 Satz 3 des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045) bleibt unberhrt. Lehnt der Soldat eine zumutbare rztliche Behandlung ab und wird dadurch seine Dienst- oder Erwerbsfhigkeit ungnstig beeinflusst, so kann ihm eine sonst zustehende Versorgung insoweit versagt werden. Nicht zumutbar ist eine rztliche Behandlung, die mit einer erheblichen Gefahr fr Leben oder Gesundheit des Soldaten verbunden ist, eine Operation auch dann, wenn sie einen erheblichen Eingriff in die krperliche Unversehrtheit bedeutet. rztliche Untersuchungsmanahmen, die einer rztlichen Behandlung oder einer Operation im Sinne des Satzes 6 gleichkommen, drfen nicht ohne Zustimmung des Soldaten vorgenommen werden. Nicht als rztliche Behandlung -8-

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oder als Operation im Sinne des Satzes 6 und nicht als Eingriffe in die krperliche Unversehrtheit gelten einfache rztliche Manahmen, wie Blutentnahmen aus dem Ohrlppchen, dem Finger oder einer Blutader oder eine rntgenologische Untersuchung.

18 Gemeinschaftsunterkunft und Gemeinschaftsverpflegung


Der Soldat ist auf dienstliche Anordnung verpflichtet, in einer Gemeinschaftsunterkunft zu wohnen und an einer Gemeinschaftsverpflegung teilzunehmen. Die zur Durchfhrung erforderlichen Verwaltungsvorschriften erlsst das Bundesministerium der Verteidigung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des Innern.

19 Verbot der Annahme von Belohnungen oder Geschenken, Herausgabe- und Auskunftspflicht
(1) Der Soldat darf, auch nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst, keine Belohnungen, Geschenke oder sonstigen Vorteile fr sich oder einen Dritten in Bezug auf seine dienstliche Ttigkeit fordern, sich versprechen lassen oder annehmen. Ausnahmen bedrfen der Zustimmung der obersten oder der letzten obersten Dienstbehrde. Die Befugnis zur Zustimmung kann auf andere Stellen bertragen werden. (2) Wer gegen das in Absatz 1 genannte Verbot verstt, hat auf Verlangen das auf Grund des pflichtwidrigen Verhaltens Erlangte dem Dienstherrn herauszugeben, soweit nicht im Strafverfahren der Verfall angeordnet worden oder es auf andere Weise auf den Staat bergegangen ist. Fr den Umfang des Herausgabeanspruchs gelten die Vorschriften des Brgerlichen Gesetzbuchs ber die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung entsprechend. Die Herausgabepflicht nach Satz 1 umfasst auch die Pflicht, dem Dienstherrn Auskunft ber Art, Umfang und Verbleib des Erlangten zu geben.

20 Nebenttigkeit
(1) Der Berufssoldat und der Soldat auf Zeit bedrfen zur Ausbung jeder entgeltlichen Nebenttigkeit, mit Ausnahme der in Absatz 6 abschlieend aufgefhrten, der vorherigen Genehmigung, soweit sie nicht nach Absatz 7 entsprechend 98 des Bundesbeamtengesetzes zu ihrer Ausbung verpflichtet sind. Gleiches gilt fr folgende unentgeltliche Nebenttigkeiten: 1. gewerbliche oder freiberufliche Ttigkeiten oder die Mitarbeit bei einer dieser Ttigkeiten und 2. Eintritt in ein Organ eines Unternehmens mit Ausnahme einer Genossenschaft. Als Nebenttigkeit gilt nicht die Wahrnehmung ffentlicher Ehrenmter; ihre bernahme hat der Soldat vor Aufnahme seinem Disziplinarvorgesetzten schriftlich anzuzeigen. (2) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn zu besorgen ist, dass durch die Nebenttigkeit dienstliche Interessen beeintrchtigt werden. Ein solcher Versagungsgrund liegt insbesondere vor, wenn die Nebenttigkeit 1. nach Art und Umfang den Soldaten in einem Mae in Anspruch nimmt, dass die ordnungsgeme Erfllung der dienstlichen Pflichten behindert werden kann, 2. den Soldaten in einen Widerstreit mit seinen dienstlichen Pflichten bringen, dem Ansehen der Bundeswehr abtrglich sein kann oder in einer Angelegenheit ausgebt wird, in der die Dienststelle oder Einheit, welcher der Soldat angehrt, ttig wird oder ttig werden kann, 3. die Unparteilichkeit oder Unbefangenheit des Soldaten beeinflussen kann, 4. zu einer wesentlichen Einschrnkung der knftigen dienstlichen Verwendbarkeit des Soldaten fhren kann. Ein solcher Versagungsgrund liegt in der Regel auch vor, wenn sich die Nebenttigkeit wegen gewerbsmiger Dienst- oder Arbeitsleistung oder sonst nach Art, Umfang, Dauer oder Hufigkeit als Ausbung eines Zweitberufs darstellt. Die Voraussetzung des Satzes 2 Nr. 1 gilt in der Regel als erfllt, wenn die zeitliche Beanspruchung durch eine oder mehrere Nebenttigkeiten in der Woche acht Stunden berschreitet. Soweit der Gesamtbetrag der Vergtung fr eine oder mehrere Nebenttigkeiten 40 Prozent des jhrlichen Endgrundgehalts des Dienstgrades des Soldaten bersteigt, -9-

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liegt ein Versagungsgrund vor. Der zustndige Disziplinarvorgesetzte kann Ausnahmen zulassen, wenn der Soldat durch Angabe bestimmter Tatsachen nachweist, dass die zeitliche Beanspruchung in der Woche acht Stunden nicht bersteigt oder die Versagung unter Bercksichtigung der Umstnde des Einzelfalls nicht angemessen wre oder wenn dienstliche Interessen die Genehmigung einer Nebenttigkeit rechtfertigen. Bei Anwendung der Stze 4 bis 6 sind genehmigungs- und anzeigepflichtige Nebenttigkeiten zusammen zu bercksichtigen. Die Genehmigung ist auf lngstens fnf Jahre zu befristen; sie kann mit Auflagen und Bedingungen versehen werden. Ergibt sich eine Beeintrchtigung dienstlicher Interessen nach Erteilung der Genehmigung, ist diese zu widerrufen. (3) Der Soldat darf Nebenttigkeiten nur auerhalb des Dienstes ausben, es sei denn, sie werden auf Verlangen seines Disziplinarvorgesetzten ausgebt oder es besteht ein dienstliches Interesse an der Ausbung der Nebenttigkeit. Das dienstliche Interesse ist aktenkundig zu machen. Ausnahmen drfen nur in besonders begrndeten Fllen, insbesondere im ffentlichen Interesse, auf schriftlichen Antrag zugelassen werden, wenn dienstliche Grnde dem nicht entgegenstehen und die versumte Dienstzeit nachgeleistet wird. (4) Der Soldat darf bei der Ausbung von Nebenttigkeiten Einrichtungen, Personal oder Material des Dienstherrn nur bei Vorliegen eines ffentlichen oder wissenschaftlichen Interesses mit dessen Genehmigung und gegen Entrichtung eines angemessenen Entgelts in Anspruch nehmen. Das Entgelt ist nach den dem Dienstherrn entstehenden Kosten zu bemessen und muss den besonderen Vorteil bercksichtigen, der dem Soldaten durch die Inanspruchnahme entsteht. (5) Die Genehmigung erteilt das Bundesministerium der Verteidigung; es kann diese Befugnis auf andere Stellen bertragen. Antrge auf Erteilung einer Genehmigung sowie Entscheidungen ber diese Antrge bedrfen der Schriftform. Der Soldat hat die fr die Entscheidung erforderlichen Nachweise zu fhren, insbesondere ber Art und Umfang der Nebenttigkeit sowie die Entgelte und geldwerten Vorteile hieraus; jede nderung ist unverzglich schriftlich anzuzeigen. (6) Nicht genehmigungspflichtig sind 1. die Verwaltung eigenen oder der Nutznieung des Soldaten unterliegenden Vermgens, 2. schriftstellerische, wissenschaftliche, knstlerische oder Vortragsttigkeiten, 3. mit Lehr- oder Forschungsaufgaben zusammenhngende selbststndige Gutachterttigkeiten von Soldaten als Lehrer an ffentlichen Hochschulen und an Hochschulen der Bundeswehr sowie von Soldaten an wissenschaftlichen Instituten und Anstalten und 4. Ttigkeiten zur Wahrung von Berufsinteressen in Gewerkschaften oder Berufsverbnden oder in Selbsthilfeeinrichtungen der Soldaten. Ttigkeiten nach Satz 1 Nr. 2 und 3 sowie eine Ttigkeit in Selbsthilfeeinrichtungen nach Satz 1 Nr. 4 hat der Soldat der zustndigen Stelle schriftlich vor ihrer Aufnahme anzuzeigen, wenn fr sie ein Entgelt oder ein geldwerter Vorteil geleistet wird. Hierbei hat er insbesondere Art und Umfang der Nebenttigkeit sowie die voraussichtliche Hhe der Entgelte und geldwerten Vorteile anzugeben. Der Soldat hat jede nderung unverzglich schriftlich mitzuteilen. Der zustndige Disziplinarvorgesetzte kann im brigen aus begrndetem Anlass verlangen, dass der Soldat ber eine ausgebte nicht genehmigungspflichtige Nebenttigkeit schriftlich Auskunft erteilt, insbesondere ber deren Art und Umfang. Eine nicht genehmigungspflichtige Nebenttigkeit ist ganz oder teilweise zu untersagen, wenn der Soldat bei ihrer Ausbung dienstliche Pflichten verletzt. (7) 97 Abs. 1 bis 3, 98 und 102 bis 104 des Bundesbeamtengesetzes gelten entsprechend. (8) Einem Soldaten, der nach Magabe des Wehrpflichtgesetzes Wehrdienst leistet, darf die Ausbung einer Nebenttigkeit nur untersagt werden, wenn sie seine Dienstfhigkeit gefhrdet oder den dienstlichen Erfordernissen zuwiderluft. Gleiches gilt bei einem

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Soldaten, der zu einer Dienstleistung nach dem Vierten Abschnitt herangezogen worden ist.

20a Ttigkeit nach dem Ausscheiden aus dem Wehrdienst


(1) Ein Berufssoldat im Ruhestand oder ein frherer Soldat mit Anspruch auf Dienstzeitversorgung hat eine Erwerbsttigkeit oder sonstige Beschftigung auerhalb des ffentlichen Dienstes, die mit seiner dienstlichen Ttigkeit in den letzten fnf Jahren vor seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst im Zusammenhang steht und durch die dienstliche Interessen beeintrchtigt werden knnen, vor ihrer Aufnahme schriftlich anzuzeigen. Die Anzeigepflicht endet fnf Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Wehrdienst. (2) Die Erwerbsttigkeit oder sonstige Beschftigung ist zu untersagen, soweit zu besorgen ist, dass durch sie dienstliche Interessen beeintrchtigt werden. Die Untersagung ist fr den Zeitraum bis zum Ende der Anzeigepflicht auszusprechen, es sei denn, die Voraussetzungen fr eine Untersagung liegen nur fr einen krzeren Zeitraum vor. (3) Die Anzeige nach Absatz 1 ist an das Bundesministerium der Verteidigung zu richten, das auch fr die Untersagung nach Absatz 2 zustndig ist. Es kann seine Zustndigkeit auf andere Stellen bertragen.

21 Vormundschaft und Ehrenmter


Der Soldat bedarf zur bernahme einer Vormundschaft, Betreuung oder Pflegschaft sowie zur bernahme des Amtes eines Testamentsvollstreckers der Genehmigung seines Disziplinarvorgesetzten. Sie ist zu erteilen, wenn nicht zwingende dienstliche Grnde entgegenstehen. Der Soldat darf die bernahme eines solchen Amtes ablehnen. Einer Genehmigung nach Satz 1 bedarf es nicht bei einer unentgeltlichen Vormundschaft, Betreuung oder Pflegschaft eines Angehrigen; die bernahme dieser Ttigkeiten hat der Soldat vor Aufnahme seinem Disziplinarvorgesetzten schriftlich anzuzeigen.

22 Verbot der Ausbung des Dienstes


Der Bundesminister der Verteidigung oder die von ihm bestimmte Stelle kann einem Soldaten aus zwingenden dienstlichen Grnden die Ausbung des Dienstes verbieten. Das Verbot erlischt, sofern nicht bis zum Ablauf von drei Monaten gegen den Soldaten ein gerichtliches Disziplinarverfahren, ein Strafverfahren oder ein Entlassungsverfahren eingeleitet ist.

23 Dienstvergehen
(1) Der Soldat begeht ein Dienstvergehen, wenn er schuldhaft seine Pflichten verletzt. (2) Es gilt als Dienstvergehen, 1. wenn ein Soldat nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst seine Pflicht zur Verschwiegenheit verletzt oder gegen das Verbot verstt, Belohnungen oder Geschenke anzunehmen oder eine Ttigkeit nach 20a nicht anzeigt oder entgegen einem Verbot ausbt, 2. wenn sich ein Offizier oder Unteroffizier nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienst gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bettigt oder durch unwrdiges Verhalten nicht der Achtung und dem Vertrauen gerecht wird, die fr seine Wiederverwendung als Vorgesetzter erforderlich sind, 3. wenn ein Berufssoldat nach Eintritt oder Versetzung in den Ruhestand einer erneuten Berufung in das Dienstverhltnis nicht nachkommt. (3) Das Nhere ber die Verfolgung von Dienstvergehen regelt die Wehrdisziplinarordnung.

24 Haftung
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(1) Verletzt ein Soldat vorstzlich oder grob fahrlssig die ihm obliegenden Pflichten, so hat er dem Dienstherrn, dessen Aufgaben er wahrgenommen hat, den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Haben mehrere Soldaten gemeinsam den Schaden verursacht, so haften sie als Gesamtschuldner. (2) Hat der Dienstherr Dritten Schadensersatz geleistet, gilt als Zeitpunkt, in dem der Dienstherr Kenntnis im Sinne der Verjhrungsvorschriften des Brgerlichen Gesetzbuchs erlangt, der Zeitpunkt, in dem der Ersatzanspruch gegenber Dritten vom Dienstherrn anerkannt oder dem Dienstherrn gegenber rechtskrftig festgestellt wird. (3) Leistet der Soldat dem Dienstherrn Ersatz und hat dieser einen Ersatzanspruch gegen einen Dritten, so geht der Ersatzanspruch auf den Soldaten ber.

25 Wahlrecht; Amtsverhltnisse
(1) Stimmt ein Soldat seiner Aufstellung als Bewerber fr die Wahl zum Deutschen Bundestag, zu der gesetzgebenden Krperschaft eines Landes oder zu einer kommunalen Vertretung zu, so hat er dies unverzglich seinem nchsten Disziplinarvorgesetzten mitzuteilen. (2) Fr die Rechtsstellung der nach dem 1. Juni 1978 in die gesetzgebende Krperschaft eines Landes gewhlten Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit gelten die fr in den Deutschen Bundestag gewhlte Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit magebenden Vorschriften in den 5 bis 7, 8 Abs. 2, 23 Abs. 5 und in 36 Abs. 1 des Abgeordnetengesetzes entsprechend. (3) Fr die Ttigkeit als Mitglied einer kommunalen Vertretung, eines nach Kommunalverfassungsrecht gebildeten Ausschusses oder vergleichbarer Einrichtungen in Gemeindebezirken ist dem Soldaten der erforderliche Urlaub unter Belassung der Geldund Sachbezge zu gewhren. Satz 1 gilt auch fr die von einer kommunalen Vertretung gewhlten ehrenamtlichen Mitglieder von Ausschssen, die auf Grund eines Gesetzes gebildet worden sind. Urlaub nach Satz 1 oder 2 kann nur versagt werden, wenn nach Abwgung den Interessen des Dienstherrn gegenber den Interessen der kommunalen Selbstverwaltung ausnahmsweise der Vorrang einzurumen ist; in diesen Fllen liegt die Entscheidung beim Bundesministerium der Verteidigung. (4) Wird ein Berufssoldat zum Mitglied der Bundesregierung oder zum Parlamentarischen Staatssekretr bei einem Mitglied der Bundesregierung ernannt, gelten 18 Abs. 1 und 2 und 20 des Bundesministergesetzes entsprechend. Das gilt auch fr die Ernennung zum Mitglied der Regierung eines Landes oder fr den Eintritt in ein Amtsverhltnis, das dem eines Parlamentarischen Staatssekretrs im Sinne des Gesetzes ber die Rechtsverhltnisse der Parlamentarischen Staatssekretre entspricht. Die Stze 1 und 2 gelten fr Soldaten auf Zeit entsprechend mit der Magabe, dass bei der Anwendung des 18 Abs. 2 des Bundesministergesetzes an die Stelle des Eintritts in den Ruhestand die Beendigung des Dienstverhltnisses tritt. (5) Tritt ein Berufssoldat in ein kommunales Wahlbeamtenverhltnis auf Zeit ein, ruhen mit dessen Beginn die in dem Dienstverhltnis als Berufssoldat begrndeten Rechte und Pflichten mit Ausnahme der Pflicht zur Verschwiegenheit ( 14) und des Verbots der Annahme von Belohnungen oder Geschenken ( 19). Nach Beendigung des kommunalen Wahlbeamtenverhltnisses ruhen die in dem Dienstverhltnis als Berufssoldat begrndeten Rechte und Pflichten fr lngstens weitere drei Monate. Sie leben auf Antrag des Berufssoldaten, der innerhalb von zwei Monaten nach Beendigung des kommunalen Wahlbeamtenverhltnisses zu stellen ist, wieder auf. Stellt der Berufssoldat den Antrag nicht oder nicht zeitgerecht, ist er nach Ablauf der drei Monate als Berufssoldat entlassen. Die Vorschriften ber die Beendigung des Dienstverhltnisses eines Berufssoldaten bleiben unberhrt. Die Stze 1 bis 5 gelten fr den Soldaten auf Zeit entsprechend.

26 Verlust des Dienstgrades


Der Soldat verliert seinen Dienstgrad nur kraft Gesetzes oder durch Richterspruch. Das Nhere ber den Verlust des Dienstgrades durch Richterspruch regelt die Wehrdisziplinarordnung. - 12 -

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27 Laufbahnvorschriften
(1) Vorschriften ber die Laufbahnen der Soldaten werden nach den Grundstzen der Abstze 2 bis 6 durch Rechtsverordnung erlassen. (2) Bei Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit sind mindestens zu fordern 1. fr die Laufbahnen der Unteroffiziere a) der erfolgreiche Besuch einer Hauptschule oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand, b) eine Dienstzeit von einem Jahr, c) die Ablegung einer Unteroffizierprfung, 2. fr die Laufbahnen der Offiziere a) eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand, b) eine Dienstzeit von drei Jahren, c) die Ablegung einer Offizierprfung, 3. fr die Laufbahn der Offiziere des Sanittsdienstes die Approbation als Arzt, Zahnarzt, Tierarzt oder Apotheker. (3) In der Laufbahngruppe der Unteroffiziere soll fr die Laufbahnen der Feldwebel der Abschluss einer Realschule oder der erfolgreiche Besuch einer Hauptschule und eine frderliche abgeschlossene Berufsausbildung oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand nachgewiesen werden. (4) Fr die Befrderungen von Soldaten sind die allgemeinen Voraussetzungen und die Mindestdienstzeiten festzusetzen. Dienstgrade, die bei regelmiger Gestaltung der Laufbahn zu durchlaufen sind, sollen nicht bersprungen werden. ber Ausnahmen entscheidet der Bundespersonalausschuss. (5) Der Aufstieg aus den Laufbahnen der Unteroffiziere in die Laufbahnen der Offiziere ist auch ohne Erfllung der Eingangsvoraussetzungen mglich. Fr den Aufstieg ist die Ablegung einer Offizierprfung zu verlangen. (6) Die Rechtsverordnung trifft ferner Bestimmungen fr die Flle, in denen fr eine bestimmte militrische Verwendung ein abgeschlossenes Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule oder Fachhochschule oder eine abgeschlossene Fachschulausbildung erforderlich ist, sowie darber, inwieweit an Stelle der allgemeinen Vorbildung eine gleichwertige technische oder sonstige Fachausbildung gefordert werden kann. Sie kann fr einzelne Gruppen von Offizierbewerbern bestimmen, dass der erfolgreiche Besuch einer Realschule oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand gengt und dass die Dienstzeit nach Absatz 2 Nr. 2 Buchstabe b bis auf zwei Jahre gekrzt wird. (7) Die besonderen Vorschriften fr die Unteroffizierprfungen und die Offizierprfungen werden nach den Grundstzen der Abstze 2 bis 6 in einer Rechtsverordnung bestimmt. (8) Auf den Bundespersonalausschuss in der Zusammensetzung fr die Angelegenheiten der Soldaten sind die Vorschriften des Abschnittes 8 des Bundesbeamtengesetzes entsprechend anzuwenden, 120 Abs. 2 und 3 mit folgender Magabe: Stndige ordentliche Mitglieder sind der Prsident des Bundesrechnungshofes als Vorsitzender, der Leiter der Dienstrechtsabteilung des Bundesministeriums des Innern und der Leiter der Personalabteilung des Bundesministeriums der Verteidigung. Nichtstndige ordentliche Mitglieder sind der Leiter der Personalabteilung einer anderen obersten Bundesbehrde und drei Berufssoldaten. Stellvertretende Mitglieder sind je ein Beamter des Bundesrechnungshofes und des Bundesministeriums des Innern, der Leiter der Personalabteilung einer anderen obersten Bundesbehrde, ein Beamter oder Berufssoldat des Bundesministeriums der Verteidigung und drei weitere Berufssoldaten. Der Beamte oder Berufssoldat des Bundesministeriums der Verteidigung und die brigen - 13 -

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Berufssoldaten werden vom Bundesprsidenten auf Vorschlag des Bundesministers der Verteidigung bestellt.

28 Urlaub
(1) Dem Soldaten steht alljhrlich ein Erholungsurlaub unter Belassung der Geld- und Sachbezge zu. (2) Der Urlaub darf versagt werden, soweit und solange zwingende dienstliche Erfordernisse einer Urlaubserteilung entgegenstehen. (3) Dem Soldaten kann aus besonderen Anlssen Urlaub erteilt werden. (4) Die Erteilung und die Dauer des Urlaubs regelt eine Rechtsverordnung. Sie bestimmt, ob und inwieweit die Geld- und Sachbezge whrend eines Urlaubs aus besonderen Anlssen zu belassen sind. (5) Einem Berufssoldaten oder Soldaten auf Zeit kann auf Antrag unter Wegfall der Geldund Sachbezge mit Ausnahme der unentgeltlichen truppenrztlichen Versorgung Urlaub bis zur Dauer von drei Jahren mit der Mglichkeit der Verlngerung auf lngstens 15 Jahre gewhrt werden, wenn er 1. mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder 2. einen nach rztlichem Gutachten pflegebedrftigen sonstigen Angehrigen tatschlich betreut oder pflegt. Bei einem Soldaten auf Zeit ist die Gewhrung nur insoweit zulssig, als er nicht mehr verpflichtet ist, auf Grund der Wehrpflicht Grundwehrdienst zu leisten. Der Antrag auf Verlngerung einer Beurlaubung ist sptestens sechs Monate vor Ablauf der genehmigten Beurlaubung zu stellen. Whrend der Beurlaubung drfen nur solche Nebenttigkeiten genehmigt werden, die dem Zweck der Beurlaubung nicht zuwiderlaufen. Ein bereits bewilligter Urlaub kann aus zwingenden Grnden der Verteidigung widerrufen werden. (6) Stimmt ein Berufssoldat oder Soldat auf Zeit seiner Aufstellung als Bewerber fr die Wahl zum Deutschen Bundestag, zum Europischen Parlament oder zu der gesetzgebenden Krperschaft eines Landes zu, ist ihm auf Antrag innerhalb der letzten zwei Monate vor dem Wahltag der zur Vorbereitung seiner Wahl erforderliche Urlaub unter Wegfall der Geld- und Sachbezge zu gewhren. (7) Soldaten haben Anspruch auf Elternzeit unter Wegfall der Geld- und Sachbezge mit Ausnahme der unentgeltlichen truppenrztlichen Versorgung. Das Nhere wird durch eine Rechtsverordnung geregelt, die die Eigenart des militrischen Dienstes bercksichtigt.

28a Urlaub bis zum Beginn des Ruhestandes


(1) Einem Berufssoldaten kann nach einer Beschftigung im ffentlichen Dienst mindestens 20 Jahren und nach Vollendung des 50. Lebensjahres auf Antrag, der die Zeit bis zum Beginn des Ruhestandes erstrecken muss, Urlaub unter Wegfall und Sachbezge gewhrt werden, wenn dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Urlaubsantrag entscheidet das Bundesministerium der Verteidigung. von sich auf der Geldber den

(2) Dem Antrag nach Absatz 1 darf nur entsprochen werden, wenn der Berufssoldat erklrt, whrend der Dauer des Urlaubs auf die Ausbung genehmigungspflichtiger Nebenttigkeiten zu verzichten und nicht genehmigungspflichtige Nebenttigkeiten nach 20 Abs. 6 nur in dem Umfang auszuben, wie er sie bei Vollzeitbeschftigung ohne Verletzung dienstlicher Pflichten ausben knnte. Wird diese Verpflichtung schuldhaft verletzt, ist der Urlaub zu widerrufen. Trotz der Erklrung des Berufssoldaten nach Satz 1 drfen Nebenttigkeiten genehmigt werden, soweit sie dem Zweck der Gewhrung des Urlaubs nicht zuwiderlaufen. Das Bundesministerium der Verteidigung kann in besonderen Hrtefllen eine Rckkehr aus dem Urlaub zulassen, wenn dem Soldaten die Fortsetzung des Urlaubs nicht zugemutet werden kann. (3) Das Bundesministerium der Verteidigung kann den Urlaub aus zwingenden dienstlichen Grnden widerrufen.

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29 Personalakten
(1) ber jeden Soldaten ist eine Personalakte zu fhren; sie ist vertraulich zu behandeln und durch technische und organisatorische Manahmen vor unbefugter Einsichtnahme zu schtzen. Die Akte kann in Teilen oder vollstndig automatisiert gefhrt werden. Zur Personalakte gehren alle Unterlagen, die den Soldaten betreffen, soweit sie mit seinem Dienstverhltnis in einem unmittelbaren inneren Zusammenhang stehen (Personalaktendaten). Nicht Bestandteil der Personalakte sind Unterlagen, die besonderen, von der Person und dem Dienstverhltnis sachlich zu trennenden Zwecken dienen, insbesondere Prfungs-, Sicherheits- und Kindergeldakten. Personalaktendaten drfen ohne Einwilligung des Soldaten nur fr Zwecke der Personalfhrung und bearbeitung sowie der Personalwirtschaft verwendet werden. Eine Verwendung fr andere als die in Satz 5 genannten Zwecke liegt nicht vor, wenn Personalaktendaten im Rahmen einer Datenschutzkontrolle den mit ihrer Durchfhrung Betrauten bekannt werden. Gleiches gilt, soweit im Rahmen der Datensicherung oder der Sicherung des ordnungsgemen Betriebes einer Datenverarbeitungsanlage eine nach dem Stand der Technik nicht oder nur mit unverhltnismigem Aufwand zu vermeidende Kenntnisnahme von Personalaktendaten erfolgt. (2) Der Dienstherr darf personenbezogene Daten ber Bewerber, Soldaten und frhere Soldaten nur erheben und verwenden, soweit dies zur Begrndung, Durchfhrung, Beendigung oder Abwicklung des Dienstverhltnisses oder zur Durchfhrung organisatorischer, personeller oder sozialer Manahmen, insbesondere zu Zwecken der Personalplanung und des Personaleinsatzes, erforderlich ist oder eine Rechtsvorschrift dies erlaubt. Fragebogen, mit denen solche personenbezogenen Daten erhoben werden, bedrfen der Genehmigung durch das Bundesministerium der Verteidigung. (3) Zugang zur Personalakte drfen nur Personen haben, die fr Personalangelegenheiten zustndig sind, und nur soweit dies zu Zwecken der Personalfhrung oder -bearbeitung erforderlich ist. Zugang zu entscheidungsrelevanten Teilen der Personalakte haben auch Gleichstellungsbeauftragte, soweit dies zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Auf Verlangen ist Beauftragten fr den Datenschutz nach 4f des Bundesdatenschutzgesetzes Zugang zur Personalakte zu gewhren. Zugang haben ferner die mit Angelegenheiten der Innenrevision beauftragten Beschftigten, soweit sie die zur Durchfhrung ihrer Aufgaben erforderlichen Erkenntnisse nur auf diesem Weg und nicht durch Auskunft aus der Personalakte gewinnen knnen. Jede Einsichtnahme nach Satz 4 ist aktenkundig zu machen. Ohne Einwilligung des Soldaten darf die Personalakte an andere Stellen oder an rzte im Geschftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung weitergegeben werden, soweit dies im Rahmen der Zweckbestimmung des Dienstverhltnisses erforderlich ist. Fr Ausknfte aus der Personalakte gilt Entsprechendes. Soweit eine Auskunft ausreicht, ist von der Weitergabe der Personalakte abzusehen. Ausknfte an Stellen auerhalb des Geschftsbereichs des Bundesministeriums der Verteidigung drfen nur mit Einwilligung des Soldaten erteilt werden, es sei denn, dass zwingende Grnde der Verteidigung, die Abwehr einer erheblichen Beeintrchtigung des Gemeinwohls oder der Schutz berechtigter, hherrangiger Interessen Dritter dies erfordern. Inhalt und Empfnger sind dem Soldaten schriftlich mitzuteilen. Ein automatisierter Datenabruf durch andere Behrden ist unzulssig, soweit durch besondere Rechtsvorschrift nichts anderes bestimmt ist. (4) Daten ber medizinische und ber psychologische Untersuchungen und Tests drfen nur im jeweiligen Dienst der Bundeswehr in automatisierten Verfahren verarbeitet werden, soweit sie fr die Beurteilung der Dienst- und der Verwendungsfhigkeit des Soldaten erforderlich sind. Nur die Ergebnisse solcher Untersuchungen und Tests drfen an fr Personalangelegenheiten zustndige Stellen der Bundeswehr weitergegeben und dort verwendet werden, soweit dies fr Zwecke der Personalfhrung und -bearbeitung erforderlich ist. Daten ber psychologische Untersuchungen und Tests drfen, in der Regel in Form von Stichproben, durch den psychologischen Dienst auch automatisiert verarbeitet werden, soweit dies erforderlich ist, um die Aussagefhigkeit des psychologischen Eignungsfeststellungsverfahrens zu verbessern; zu diesem Zwecke drfen ihm auf sein Ersuchen die erforderlichen Daten zur Verarbeitung bermittelt werden, soweit sie sich auf die Ergebnisse der Untersuchungen und Tests beziehen. 40 Abs. 2 des Bundesdatenschutzgesetzes gilt entsprechend. Die die Dienst- und die Verwendungsfhigkeit bestimmenden rztlichen Informationen knnen einer zentralen - 15 -

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Stelle zur Erfllung der rztlichen Dokumentationspflicht und zum Zwecke der Beweissicherung bermittelt und dort aufbewahrt werden. (5) Der Soldat ist zu Beschwerden, Behauptungen und Bewertungen, die fr ihn ungnstig sind oder ihm nachteilig werden knnen, vor deren Aufnahme in die Personalakte zu hren. Seine uerung ist zur Personalakte zu nehmen. Die Vorgnge nach den Stzen 1 und 2 sind mit Zustimmung des Soldaten nach zwei Jahren aus der Personalakte zu entfernen, es sei denn, sie sind in eine dienstliche Beurteilung aufgenommen oder unterliegen nach anderen gesetzlichen Bestimmungen einer lngeren Tilgungsfrist. Die Frist fr die Entfernung wird regelmig durch erneute Sachverhalte im Sinne dieser Vorschrift oder durch Einleitung eines Straf- oder Disziplinarverfahrens unterbrochen. Stellt sich der erneute Vorwurf als unbegrndet oder falsch heraus, gilt die Frist als nicht unterbrochen. (6) Die Personalakte des Soldaten ist nach Beendigung des Wehrdienstverhltnisses aufzubewahren, soweit dies insbesondere zur Erfllung der Wehrpflicht, aus besoldungsoder aus versorgungsrechtlichen Grnden erforderlich ist. Die fr eine Heranziehung zum Wehrdienst erforderlichen Personalunterlagen abgelehnter Bewerber sind dem zustndigen Kreiswehrersatzamt zuzuleiten; gespeicherte Daten sind zu lschen, soweit sie nicht fr eine erneute Bewerbung oder fr eine Heranziehung zum Wehrdienst nach dem Wehrpflichtgesetz von Bedeutung sind. (7) Der Soldat hat, auch nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienstverhltnis, ein Recht auf Einsicht in seine vollstndige Personalakte. Einem Bevollmchtigten ist Einsicht zu gewhren, soweit dienstliche Grnde nicht entgegenstehen. Dies gilt auch fr Hinterbliebene und deren Bevollmchtigte, wenn ein berechtigtes Interesse glaubhaft gemacht wird. Fr Ausknfte aus der Personalakte gelten die Stze 2 und 3 entsprechend. (8) Der Soldat hat ein Recht auf Einsicht auch in andere Akten, die personenbezogene Daten ber ihn enthalten und fr sein Dienstverhltnis verwendet werden, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist; dies gilt nicht fr Sicherheitsakten. Die Einsichtnahme ist unzulssig, wenn die Daten des Betroffenen mit Daten Dritter oder geheimhaltungsbedrftigen nicht personenbezogenen Daten derart verbunden sind, dass ihre Trennung nicht oder nur mit unverhltnismig groem Aufwand mglich ist. In diesem Fall ist dem Soldaten Auskunft zu erteilen. (9) Nheres bestimmt eine Rechtsverordnung ber 1. die Anlage und Fhrung von Personalakten des Soldaten whrend des Wehrdienstverhltnisses und nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienstverhltnis, 2. das Verfahren der Weitergabe, Aufbewahrung und Vernichtung oder den Verbleib der Personalakten einschlielich der bermittlung und Lschung oder des Verbleibs der in automatisierten Verfahren gespeicherten Informationen sowie die hieran beteiligten Stellen, 3. die Einrichtung und den Betrieb automatisierter Verfahren einschlielich der Zugriffsmglichkeiten auf die gespeicherten Informationen, 4. die Einzelheiten der Art und Weise der Einsichtgewhrung und Auskunftserteilung aus der Personalakte und 5. die Befugnis von Personen im Sinne des 203 Abs. 1 Nr. 1 und 2 des Strafgesetzbuches, die im Rahmen der unentgeltlichen truppenrztlichen Versorgung des Soldaten ttig werden, vom Dienstherrn mit der Untersuchung des Soldaten oder mit der Erstellung von Gutachten ber ihn beauftragt worden sind, dem Arztgeheimnis unterliegende personenbezogene Daten zu offenbaren.

30 Geld- und Sachbezge, Versorgung


(1) Der Soldat hat Anspruch auf Geld- und Sachbezge, Versorgung, Reise- und Umzugskostenvergtung nach Magabe besonderer Gesetze. Zu den Sachbezgen gehrt auch die unentgeltliche truppenrztliche Versorgung. Die Weiterfhrung der sozialen Krankenversicherung fr seine Angehrigen, die Arbeitslosenversicherung und Versicherung in den gesetzlichen Rentenversicherungen werden gesetzlich geregelt. - 16 -

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(2) Anwrter fr die Laufbahn der Offiziere des Sanittsdienstes (SanittsoffizierAnwrter), die unter Wegfall der Geld- und Sachbezge zum Studium beurlaubt sind, erhalten unentgeltliche truppenrztliche Versorgung ein Ausbildungsgeld (Grundbetrag, Familienzuschlag) sowie Einmalzahlungen im Rahmen von Besoldungsanpassungen nach dem Bundesbesoldungsgesetz und haben Anspruch, auf Erstattung der auf Grundlage der jeweiligen Landesgesetzgebung erhobenen Studienbeitrge oder Studiengebhren. Die Hhe des Ausbildungsgeldes wird durch Rechtsverordnung unter Bercksichtigung der Dienstbezge derjenigen Dienstgrade festgesetzt, die die Sanittsoffizier-Anwrter whrend ihrer Ausbildung durchlaufen. Die Rechtsverordnung regelt ferner das Nhere ber die Gewhrung des Ausbildungsgeldes sowie ber die Anrechnung von Einknften aus einer mit der Ausbildung zusammenhngenden Ttigkeit. (3) Die 76 und 96 Abs. 2 des Bundesbeamtengesetzes gelten entsprechend. (4) Den Soldaten kann bei Dienstjubilen eine Jubilumszuwendung gewhrt werden. Das Nhere regelt eine Rechtsverordnung. (5) Soldatinnen haben Anspruch auf Mutterschutz in entsprechender Anwendung des Mutterschutzgesetzes. Das Nhere regelt eine Rechtsverordnung, die die Eigenart des militrischen Dienstes bercksichtigt.

30a Teilzeitbeschftigung
(1) Einem Berufssoldaten oder Soldaten auf Zeit kann grundstzlich erst nach vier Jahren seiner Dienstzeit auf Antrag Teilzeitbeschftigung im Umfang von mindestens der Hlfte der Rahmendienstzeit und bis zur jeweils beantragten Dauer, lngstens fr zwlf Jahre bewilligt werden, soweit wichtige dienstliche Grnde nicht entgegenstehen, wenn er mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder einen nach rztlichem Gutachten pflegebedrftigen sonstigen Angehrigen tatschlich betreut oder pflegt. (2) ber den Antrag entscheidet das Bundesministerium der Verteidigung oder die von ihm beauftragte Stelle. Die Ablehnung von Antrgen ist im Einzelnen zu begrnden. Einem Antrag darf nur entsprochen werden, wenn der Soldat sich verpflichtet, whrend des Bewilligungszeitraumes Nebenttigkeiten nur in dem Umfang einzugehen, in dem nach 20 den in Vollzeit beschftigten Soldaten die Ausbung von Nebenttigkeiten gestattet ist. Es drfen nur solche Nebenttigkeiten genehmigt werden, die dem Zweck der Teilzeitbewilligung nicht zuwiderlaufen. Wird die Verpflichtung nach Satz 3 schuldhaft verletzt, soll die Bewilligung widerrufen werden. (3) Die zustndige Stelle kann auch nachtrglich die Dauer der Teilzeitbeschftigung beschrnken, den Umfang der zu leistenden Arbeitszeit erhhen oder deren Bewilligung widerrufen, soweit zwingende dienstliche Grnde dies erfordern. Sie soll den bergang zur Vollzeitbeschftigung zulassen, wenn dem Soldaten die Teilzeitbeschftigung nicht mehr zugemutet werden kann und dienstliche Belange nicht entgegenstehen. (4) Bemessungsgrundlage fr die Arbeitszeit im Sinne von 6 Abs. 1 des Bundesbesoldungsgesetzes ist bei teilzeitbeschftigten Soldaten die Rahmendienstzeit. (5) Das Nhere zur Teilzeitbeschftigung der Soldaten wird in einer Rechtsverordnung geregelt, in der auch bestimmte Verwendungen oder Truppenteile festgelegt werden knnen, fr die Teilzeitbeschftigung nicht in Frage kommt.

30b Zusammentreffen von Urlaub und Teilzeitbeschftigung


Urlaube nach 28 Abs. 5 und 28a sowie Zeiten einer Teilzeitbeschftigung nach 30a drfen zusammen eine Dauer von 15 Jahren nicht berschreiten.

31 Frsorge
(1) Der Bund hat im Rahmen des Dienst- und Treueverhltnisses fr das Wohl des Berufssoldaten und des Soldaten auf Zeit sowie ihrer Familien, auch fr die Zeit nach Beendigung des Dienstverhltnisses, zu sorgen. Er hat auch fr das Wohl des Soldaten zu sorgen, der nach Magabe des Vierten oder Fnften Abschnittes oder des Wehrpflichtgesetzes Wehrdienst leistet; die Frsorge fr die Familie des Soldaten - 17 -

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whrend des Wehrdienstes und seine Eingliederung in das Berufsleben nach dem Ausscheiden aus dem Wehrdienst werden gesetzlich geregelt. (2) 80 des Bundesbeamtengesetzes und die auf der Grundlage von 80 Abs. 4 des Bundesbeamtengesetzes erlassene Rechtsverordnung sind auf 1. Soldaten, die Anspruch auf Dienstbezge oder Ausbildungsgeld haben oder Elternzeit in Anspruch nehmen, und 2. Versorgungsempfnger mit Anspruch auf Versorgungsbezge nach dem Zweiten Teil des Soldatenversorgungsgesetzes entsprechend anzuwenden. Dies gilt auch fr einen Zeitraum, in dem nach 11 Abs. 7 des Soldatenversorgungsgesetzes bergangsgebhrnisse nicht zustehen, weil Versorgungskrankengeld nach 16 des Bundesversorgungsgesetzes oder nach anderen Gesetzen gewhrt wird, die das Bundesversorgungsgesetz fr anwendbar erklren. (3) Auf Soldaten, die sich in Betreuungsurlaub nach 28 Abs. 5 befinden, ist 92 Abs. 5 des Bundesbeamtengesetzes entsprechend anzuwenden. (4) Nicht beihilfefhig sind Aufwendungen von Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit, denen auf Grund von 69 Abs. 2 des Bundesbesoldungsgesetzes unentgeltliche truppenrztliche Versorgung zusteht. (5) Beihilfe wird nicht gewhrt 1. Soldaten, solange sie sich in einer Eignungsbung befinden, es sei denn, dass sie ohne Einberufung zur Eignungsbung im ffentlichen Dienst beihilfeberechtigt wren, und 2. Versorgungsempfngern fr die Dauer einer Beschftigung im ffentlichen Dienst, durch die eine Beihilfeberechtigung auf Grund beamtenrechtlicher Vorschriften begrndet wird. (6) Beim Zusammentreffen mehrerer Beihilfeberechtigungen schliet eine Beihilfeberechtigung auf Grund eines neuen Versorgungsbezuges die Beihilfeberechtigung aufgrund frherer Versorgungsbezge aus. (7) Abweichend von Absatz 5 Nr. 1 sind von Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit, die nach der Eignungsbung in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten oder Soldaten auf Zeit berufen worden sind, auch die whrend der Eignungsbung entstandenen Aufwendungen beihilfefhig.

32 Dienstzeitbescheinigung und Dienstzeugnis


(1) Der Soldat erhlt nach Beendigung seines Wehrdienstes eine Dienstzeitbescheinigung. Auf Antrag ist ihm bei einer Dienstzeit von mindestens vier Wochen von seinem nchsten Disziplinarvorgesetzten ein Dienstzeugnis zu erteilen, das ber die Art und Dauer der wesentlichen von ihm bekleideten Dienststellungen, ber seine Fhrung, seine Ttigkeit und seine Leistung im Dienst Auskunft gibt. Das Bundesministerium der Verteidigung kann die Zustndigkeit nach Satz 2 anders bestimmen. (2) Der Soldat kann eine angemessene Zeit vor dem Ende des Wehrdienstes ein vorlufiges Dienstzeugnis beantragen.

33 Staatsbrgerlicher und vlkerrechtlicher Unterricht


(1) Die Soldaten erhalten staatsbrgerlichen und vlkerrechtlichen Unterricht. Der fr den Unterricht verantwortliche Vorgesetzte darf die Behandlung politischer Fragen nicht auf die Darlegung einer einseitigen Meinung beschrnken. Das Gesamtbild des Unterrichts ist so zu gestalten, dass die Soldaten nicht zu Gunsten oder zu Ungunsten einer bestimmten politischen Richtung beeinflusst werden. (2) Die Soldaten sind ber ihre staatsbrgerlichen und vlkerrechtlichen Pflichten und Rechte im Frieden und im Krieg zu unterrichten.

34 Beschwerde
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Der Soldat hat das Recht, sich zu beschweren. Das Nhere regelt die Wehrbeschwerdeordnung.

35 Beteiligungsrechte der Soldaten


Die Beteiligung der Soldaten regelt das Soldatenbeteiligungsgesetz.

35a Beteiligung an der Gestaltung des Dienstrechts


Fr die Beteiligung bei der Gestaltung des Dienstrechts der Soldaten gilt 118 des Bundesbeamtengesetzes sinngem.

36 Seelsorge
Der Soldat hat einen Anspruch auf Seelsorge und ungestrte Religionsausbung. Die Teilnahme am Gottesdienst ist freiwillig.

Zweiter Abschnitt Rechtsstellung der Berufssoldaten und der Soldaten auf Zeit 1. Begrndung des Dienstverhltnisses
37 Voraussetzung der Berufung
(1) In das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit darf nur berufen werden, wer 1. Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes ist, 2. Gewhr dafr bietet, dass er jederzeit fr die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt, 3. die charakterliche, geistige und krperliche Eignung besitzt, die zur Erfllung seiner Aufgaben als Soldat erforderlich ist. (2) Das Bundesministerium der Verteidigung kann in Einzelfllen Ausnahmen von Absatz 1 Nr. 1 zulassen, wenn dafr ein dienstliches Bedrfnis besteht.

38 Hindernisse der Berufung


(1) In das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit darf nicht berufen werden, wer 1. durch ein deutsches Gericht wegen eines Verbrechens zu Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr oder wegen einer vorstzlichen Tat, die nach den Vorschriften ber Friedensverrat, Hochverrat, Gefhrdung des demokratischen Rechtsstaates oder Landesverrat und Gefhrdung der ueren Sicherheit strafbar ist, zu Freiheitsstrafe verurteilt ist, 2. infolge Richterspruchs die Fhigkeit zur Bekleidung ffentlicher mter nicht besitzt, 3. einer Maregel der Besserung und Sicherung nach den 64 oder 66 des Strafgesetzbuches unterworfen ist, solange die Maregel nicht erledigt ist. (2) Das Bundesministerium der Verteidigung kann in Einzelfllen Ausnahmen von Absatz 1 Nr. 1 zulassen.

39 Begrndung des Dienstverhltnisses eines Berufssoldaten


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In das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten knnen berufen werden 1. Unteroffiziere mit der Befrderung zum Feldwebel, 2. Offizieranwrter nach Abschluss des fr ihre Laufbahn vorgesehenen Ausbildungsganges mit der Befrderung zum Leutnant, Sanittsoffizier-Anwrter jedoch erst mit der Befrderung zum Stabsarzt, Stabsveterinr oder Stabsapotheker sowie Militrmusikoffizier-Anwrter erst mit der Befrderung zum Hauptmann, 3. Offiziere auf Zeit, 4. Offiziere der Reserve.

40 Begrndung des Dienstverhltnisses eines Soldaten auf Zeit


(1) In das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit knnen berufen werden 1. Bewerber fr die Laufbahnen der Mannschaften und der Unteroffiziere bis zu einer Dienstzeit von 20 Jahren, jedoch nicht ber das 40. Lebensjahr hinaus, 2. Bewerber fr die Laufbahnen der Offiziere mindestens bis zum Abschluss des fr sie vorgesehenen Ausbildungsganges oder fr eine fest bestimmte Zeit von mindestens drei Jahren und hchstens bis zu einer Dienstzeit von 20 Jahren, fr die Laufbahn der Offiziere des Sanittsdienstes bis zu einer Dienstzeit von 25 Jahren. (2) Die Zeitdauer der Berufung kann auf Grund freiwilliger Weiterverpflichtung innerhalb der Grenzen des Absatzes 1 verlngert werden. (3) Die Zeitdauer der Berufung eines Soldaten, der Inhaber eines Eingliederungsscheins ( 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Soldatenversorgungsgesetzes) ist, verlngert sich ohne die Beschrnkungen des Absatzes 1 bis zur Ernennung zum Beamten, lngstens jedoch um eineinhalb Jahre. (4) Die Zeitdauer der Berufung eines Soldaten, dessen militrische Ausbildung mit einem Studium oder einer Fachausbildung von mehr als sechs Monaten Dauer verbunden war und der danach Elternzeit nach 28 Abs. 7 in Anspruch genommen hat, verlngert sich ohne die Beschrnkungen des Absatzes 1 um die Dauer der Elternzeit. Gleiches gilt fr einen Soldaten, der eine Teilzeitbeschftigung nach 30a in Anspruch genommen hat; die Zeitdauer der Berufung verlngert sich um die Differenz der Teilzeitbeschftigung zur Vollzeitbeschftigung. (5) Ist ein Soldat auf Zeit whrend einer besonderen Auslandsverwendung zum Zeitpunkt des Ablaufs seiner Dienstzeit wegen Verschleppung, Gefangenschaft oder aus sonstigen mit dem Dienst zusammenhngenden Grnden, die er nicht zu vertreten hat, dem Einflussbereich des Dienstherrn entzogen, verlngert sich die Zeitdauer der Berufung ohne die Beschrnkungen des Absatzes 1 bis zum Ablauf des auf die Beendigung dieses Zustands folgenden Monats. Dies gilt auch bei anderen Verwendungen im Ausland mit vergleichbarer Gefhrdungslage. (6) In die Dienstzeit wird der Wehrdienst eingerechnet, der in der Bundeswehr bis zur Berufung in das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit geleistet worden ist. (7) Die Dienstzeit eines Soldaten auf Zeit kann auf dessen Antrag verkrzt werden, wenn dies im dienstlichen Interesse liegt. Die verkrzte Dienstzeit soll die zur Durchfhrung der Berufsfrderung notwendige Zeit der Freistellung vom militrischen Dienst umfassen.

41 Form der Begrndung und der Umwandlung


(1) Die Begrndung des Dienstverhltnisses und seine Umwandlung erfolgen durch Aushndigung einer Ernennungsurkunde. In der Urkunde mssen enthalten sein 1. bei der Begrndung die Worte "unter Berufung in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten" oder "unter Berufung in das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit", 2. bei der Umwandlung die die Art des Dienstverhltnisses bestimmenden Worte nach Nummer 1. - 20 -

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An Stelle der Worte "unter Berufung" knnen die Worte "ich berufe" verwendet werden. (2) Die Begrndung und die Umwandlung werden mit dem Tag der Aushndigung der Ernennungsurkunde wirksam, wenn nicht in der Urkunde ausdrcklich ein spterer Tag bestimmt ist. (3) Wird bei der Berufung in das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit ein spterer Tag als der Tag der Aushndigung der Urkunde fr das Wirksamwerden der Ernennung bestimmt, so hat der Soldat an diesem Tag seinen Dienst anzutreten. Die Ernennung ist vor ihrem Wirksamwerden zurckzunehmen, wenn sich herausstellt, dass die Berufung in das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit nach 37 Abs. 1 und 38 unzulssig ist. (4) Die Ernennungen mehrerer Soldaten knnen in einer Urkunde verfgt werden. An die Stelle der Aushndigung der Ernennungsurkunde tritt die Aushndigung einer Ausfertigung des Teils der Urkunde, der sich auf den Soldaten bezieht. (5) Entspricht die Urkunde nicht der in Absatz 1 Satz 2 oder 3 vorgeschriebenen Form, gilt die Ernennung als von Anfang an in der beabsichtigten Form wirksam, wenn aus der Urkunde oder aus dem Akteninhalt eindeutig hervorgeht, dass die nach 4 Abs. 2 fr die Ernennung zustndige Stelle ein bestimmtes Soldatenverhltnis begrnden oder ein bestehendes Soldatenverhltnis in ein solches anderer Art umwandeln wollte, fr das die sonstigen Voraussetzungen vorliegen.

2. Befrderung
42 Form der Befrderung
(1) Die Befrderung eines Berufssoldaten und eines Soldaten auf Zeit wird in einer Ernennungsurkunde verfgt, in der die Bezeichnung des hheren Dienstgrades enthalten sein muss. Die Befrderungen mehrerer Soldaten knnen in einer Urkunde verfgt werden. (2) Die Befrderung zu einem Mannschaftsdienstgrad, die Befrderung eines Offizieranwrters zu einem Unteroffizierdienstgrad und die Befrderung eines Feldwebelanwrters zum Unteroffizier und Stabsunteroffizier werden mit der dienstlichen Bekanntgabe an den zu Ernennenden, jedoch nicht vor dem in der Ernennungsurkunde bestimmten Tag wirksam. Dem Soldaten ist der Tag der dienstlichen Bekanntgabe seiner Befrderung zu bescheinigen. (3) Fr die Befrderung durch Aushndigung einer Urkunde gilt 41 Abs. 2 und, wenn die Befrderung mehrerer Soldaten in einer Urkunde verfgt wird, 41 Abs. 4 Satz 2 entsprechend. In Ausnahmefllen, insbesondere bei Aufenthalt des zu Befrdernden auerhalb des Bundesgebietes, kann die ernennende Stelle die dienstliche Bekanntgabe der Befrderung anordnen. Insoweit gilt Absatz 2 entsprechend mit der Magabe, dass dem Soldaten die Urkunde oder die Ausfertigung alsbald auszuhndigen ist.

3. Beendigung des Dienstverhltnisses a) Beendigung des Dienstverhltnisses eines Berufssoldaten


43 Beendigungsgrnde
(1) Das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten endet durch Eintritt oder Versetzung in den Ruhestand nach Magabe der Vorschriften ber die rechtliche Stellung der Berufssoldaten im Ruhestand.

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(2) Das Dienstverhltnis endet ferner durch 1. Umwandlung, 2. Entlassung, 3. Verlust der Rechtsstellung eines Berufssoldaten oder 4. Entfernung aus dem Dienstverhltnis durch Urteil in einem gerichtlichen Disziplinarverfahren.

44 Eintritt oder Versetzung in den Ruhestand


(1) Ein Berufssoldat tritt in den Ruhestand mit Ablauf des Monats, in dem er die nach 45 Abs. 1 festgesetzte allgemeine Altersgrenze erreicht hat. Der Eintritt in den Ruhestand kann aus dienstlichen Grnden bis zum Ablauf des 31. Mrz oder 30. September, der dem Erreichen der allgemeinen Altersgrenze folgt, hinausgeschoben werden. Wenn dringende dienstliche Grnde im Einzelfall die Fortfhrung des Dienstes erfordern, kann das Bundesministerium der Verteidigung den Eintritt in den Ruhestand hinausschieben, jedoch fr nicht mehr als drei Jahre. Der Eintritt in den Ruhestand kann auf Antrag des Berufssoldaten um bis zu einem Jahr hinausgeschoben werden, wenn dies im dienstlichen Interesse liegt. Der Antrag soll sptestens drei Jahre vor dem Erreichen der allgemeinen Altersgrenze gestellt werden. Ist ein Berufssoldat whrend einer besonderen Auslandsverwendung zum Zeitpunkt des vorgesehenen Eintritts in den Ruhestand wegen Verschleppung, Gefangenschaft oder aus sonstigen mit dem Dienst zusammenhngenden Grnden, die er nicht zu vertreten hat, dem Einflussbereich des Dienstherrn entzogen, ist der Eintritt in den Ruhestand bis zum Ablauf des auf die Beendigung dieses Zustands folgenden Monats hinauszuschieben; dies gilt auch bei anderen Verwendungen im Ausland mit vergleichbarer Gefhrdungslage. (2) Ein Berufssoldat kann mit Ablauf eines Monats in den Ruhestand versetzt werden, wenn er die nach 45 Abs. 2 festgesetzte besondere Altersgrenze berschritten hat. Einem Antrag des Berufssoldaten, das Dienstverhltnis bis zu einem Zeitraum von zwei Jahren nach berschreiten der besonderen Altersgrenze fortzusetzen, ist zu entsprechen, wenn dies im dienstlichen Interesse liegt. Fr den Antrag gilt Absatz 1 Satz 5 entsprechend. Die Zurruhesetzung erfolgt auch in diesen Fllen zu dem in Satz 1 angegebenen Zeitpunkt. (3) Ein Berufssoldat ist in den Ruhestand zu versetzen, wenn er wegen seines krperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Grnden zur Erfllung seiner Dienstpflichten dauernd unfhig (dienstunfhig) ist. Als dienstunfhig kann er auch dann angesehen werden, wenn auf Grund der in Satz 1 genannten Umstnde die Wiederherstellung seiner Fhigkeit zur Erfllung seiner Dienstpflichten nicht innerhalb eines Jahres zu erwarten ist. (4) Die Dienstunfhigkeit wird auf Grund des Gutachtens eines Arztes der Bundeswehr von Amts wegen oder auf Antrag festgestellt. Hat der Berufssoldat nicht selbst den Antrag auf Versetzung in den Ruhestand gestellt, so ist ihm unter Angabe der Grnde mitzuteilen, dass seine Versetzung in den Ruhestand beabsichtigt ist; er ist hierber zu hren. Der Berufssoldat ist verpflichtet, sich von rzten der Bundeswehr oder von hierzu bestimmten rzten untersuchen und, falls sie es fr notwendig erklren, beobachten zu lassen. Die ber die Versetzung in den Ruhestand entscheidende Stelle kann auch andere Beweise erheben. Ob die Wiederherstellung der Dienstfhigkeit innerhalb eines Jahres nicht zu erwarten ist, soll, abgesehen von den Fllen, in denen dies offensichtlich ist, erst nach sechsmonatiger Heilbehandlung festgestellt werden. (5) Der Eintritt oder die Versetzung in den Ruhestand setzt voraus, dass der Berufssoldat 1. eine Dienstzeit von mindestens fnf Jahren abgeleistet hat oder 2. infolge einer Wehrdienstbeschdigung, die er sich ohne grobes Verschulden zugezogen hat, dienstunfhig geworden ist oder als dienstunfhig angesehen werden kann. Die Berechnung der Dienstzeit im Sinne der Nummer 1 regelt das Soldatenversorgungsgesetz. - 22 -

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(6) Die Versetzung in den Ruhestand wird von der Stelle verfgt, die nach 4 Abs. 2 fr die Ernennung des Berufssoldaten zustndig wre. Die Verfgung ist dem Berufssoldaten schriftlich zuzustellen. Sie kann bis zum Beginn des Ruhestandes widerrufen werden, wenn die Fortsetzung des Dienstverhltnisses unter Bercksichtigung der persnlichen, insbesondere huslichen, beruflichen oder wirtschaftlichen Verhltnisse zumutbar ist oder wenn der Spannungs- oder Verteidigungsfall festgestellt ist. In den Fllen des Absatzes 2 ist dem Berufssoldaten wenigstens ein Jahr vor dem Tag des Ausscheidens mitzuteilen, dass seine Versetzung in den Ruhestand beabsichtigt ist; die Entscheidung, durch die er in den Ruhestand versetzt wird, muss ihm wenigstens drei Monate vor dem Tag des Ausscheidens zugestellt werden. In den Fllen des Absatzes 3 beginnt der Ruhestand mit dem Ende der drei Monate, die auf den Monat folgen, in dem die Versetzung in den Ruhestand dem Berufssoldaten mitgeteilt worden ist. (7) Mit dem Eintritt oder der Versetzung in den Ruhestand hat der Berufssoldat das Recht, seine Dienstgradbezeichnung mit dem Zusatz "auer Dienst (a. D.)" weiterzufhren.

45 Altersgrenzen
(1) Fr Berufssoldaten werden folgende allgemeine Altersgrenzen festgesetzt: 1. die Vollendung des 65. Lebensjahres fr Generale und Oberste sowie fr Offiziere in den Laufbahnen des Sanittsdienstes, des Militrmusikdienstes und des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr, 2. die Vollendung des 62. Lebensjahres fr alle anderen Berufssoldaten. (2) Als besondere Altersgrenzen der Berufssoldaten werden festgesetzt: 1. die Vollendung des 62. Lebensjahres fr die in Absatz 1 Nr. 1 genannten Offiziere, 2. die Vollendung des 61. Lebensjahres fr Oberstleutnante, 3. die Vollendung des 59. Lebensjahres fr Majore und Stabshauptleute, 4. die Vollendung des 56. Lebensjahres fr Hauptleute, Oberleutnante und Leutnante, 5. die Vollendung des 55. Lebensjahres fr Berufsunteroffiziere, 6. die Vollendung des 41. Lebensjahres fr Offiziere, die in strahlgetriebenen Kampfflugzeugen als Flugzeugfhrer oder Waffensystemoffizier verwendet werden, die Vollendung des 40. Lebensjahres, soweit sie wehrfliegerverwendungsunfhig sind. (3) Die Altersgrenzen nach den Abstzen 1 und 2 gelten auch fr die Berufssoldaten der Marine mit entsprechenden Dienstgraden. (4) Das durchschnittliche Zurruhesetzungsalter aller Berufssoldaten liegt ab 2024 um mindestens zwei Jahre ber dem Zurruhesetzungsalter nach dem Stand vom 1. Januar 2007. Das Bundesministerium der Verteidigung berichtet hierber alle vier Jahre dem Deutschen Bundestag, erstmals im Jahr 2018. (5) 147 Abs. 3 des Bundesbeamtengesetzes gilt entsprechend.

45a Umwandlung
(1) Beantragt ein Berufssoldat die Umwandlung seines Dienstverhltnisses in das eines Soldaten auf Zeit, kann dem Antrag bei Vorliegen eines dienstlichen Interesses stattgegeben werden. Dies gilt auch, wenn die Dienstzeit abweichend von 40 Abs. 1 bei einem Unteroffizier ber dessen 40. Lebensjahr hinaus festgesetzt werden muss. (2) Die Umwandlung ist ausgeschlossen, wenn eine Dienstzeit von 20 Jahren berschritten wird. (3) Die Dienstzeit soll die zur Durchfhrung der Berufsfrderung notwendige Zeit der Freistellung vom militrischen Dienst umfassen. (4) Bei der Umwandlung mssen die Voraussetzungen des 46 Abs. 3 nicht vorliegen.

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46 Entlassung
(1) Ein Berufssoldat ist entlassen, wenn er die Eigenschaft als Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes verliert. Das Bundesministerium der Verteidigung entscheidet darber, ob diese Voraussetzung vorliegt, und stellt den Tag der Beendigung des Dienstverhltnisses fest. (2) Ein Berufssoldat ist zu entlassen, 1. wenn er aus einem der in 38 genannten Grnde nicht htte ernannt werden drfen und das Hindernis noch fortbesteht, 2. wenn er seine Ernennung durch Zwang, arglistige Tuschung oder Bestechung herbeigefhrt hat, 3. wenn sich herausstellt, dass er vor seiner Ernennung eine Straftat begangen hat, die ihn der Berufung in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten unwrdig erscheinen lsst, und er deswegen zu einer Strafe verurteilt war oder wird, 4. wenn er sich weigert, den Eid abzulegen, 5. wenn er zur Zeit der Ernennung Mitglied des Europischen Parlaments, des Bundestages oder eines Landtages war und nicht innerhalb der vom Bundesministerium der Verteidigung gesetzten angemessenen Frist sein Mandat niederlegt, 6. wenn in den Fllen des 44 Abs. 1 bis 3 die Voraussetzungen des 44 Abs. 5 nicht erfllt sind, 7. wenn er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt ist; diese Entlassung gilt als Entlassung auf eigenen Antrag, oder 8. wenn er ohne Genehmigung des Bundesministeriums der Verteidigung seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt auerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes nimmt. In den Fllen der Nummer 2 kann das Bundesministerium der Verteidigung wegen besonderer Hrte eine Ausnahme zulassen. (3) Der Berufssoldat kann jederzeit seine Entlassung verlangen; soweit seine militrische Ausbildung mit einem Studium oder einer Fachausbildung verbunden war, gilt dies jedoch erst nach einer sich daran anschlieenden Dienstzeit, die der dreifachen Dauer des Studiums oder der Fachausbildung entspricht, lngstens nach zehn Jahren. In einer Rechtsverordnung kann fr bestimme Verwendungen wegen der Hhe der mit dem Studium oder der Fachausbildung verbundenen Kosten oder auf Grund sonstiger studienoder ausbildungsbedingter Besonderheiten eine lngere als die dreifache Dauer bestimmt werden; die in Satz 1 genannte Hchstdauer darf nicht berschritten werden. (3a) Ein Berufssoldat ist entlassen, wenn er zum Beamten ernannt wird. Die Entlassung gilt als solche auf eigenen Antrag. Satz 1 gilt nicht, wenn der Berufssoldat 1. in ein Beamtenverhltnis als Ehrenbeamter oder 2. als Professor, Juniorprofessor, wissenschaftlicher oder knstlerischer Mitarbeiter an einer nach Landesrecht staatlich anerkannten oder genehmigten Hochschule, deren Personal im Dienste des Bundes steht, in ein Beamtenverhltnis auf Zeit berufen wird. Satz 1 gilt ebenfalls nicht, solange das Bundesministerium der Verteidigung oder eine von ihm bestimmte Stelle in seinem Geschftsbereich der Entlassung nach Satz 1 nicht zugestimmt hat. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn der Soldat nach Absatz 3 seine Entlassung verlangen knnte. Im brigen kann die Zustimmung unter Bercksichtigung der dienstlichen Interessen der Bundeswehr erteilt werden. (4) Hat der Berufssoldat Elternzeit nach 28 Abs. 7 im Anschluss an ein Studium oder eine Fachausbildung in Anspruch genommen, verlngert sich die Dienstzeit nach Absatz 3 um diese Zeit entsprechend, soweit das Studium oder die Fachausbildung mehr als sechs Monate gedauert hat; die Hchstdauer von zehn Jahren bleibt unberhrt. Gleiches gilt fr einen Berufssoldaten, der eine Teilzeitbeschftigung nach 30a in Anspruch genommen hat; die Dienstzeit nach Absatz 3 verlngert sich um die Differenz der Teilzeitbeschftigung zur Vollzeitbeschftigung.

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(5) Der Berufsoffizier kann auch dann, wenn er weder ein Studium noch eine Fachausbildung erhalten hat, seine Entlassung erst nach Ende des sechsten Dienstjahres als Offizier verlangen. (6) Vor Ablauf der in den Abstzen 3, 4 und 5 genannten Dienstzeiten ist der Berufssoldat auf seinen Antrag zu entlassen, wenn das Verbleiben im Dienst fr ihn wegen persnlicher, insbesondere huslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Grnde eine besondere Hrte bedeuten wrde. (7) Das Verlangen auf Entlassung muss dem Disziplinarvorgesetzten schriftlich erklrt werden. Die Erklrung kann, solange die Entlassungsverfgung dem Soldaten noch nicht zugegangen ist, innerhalb zweier Wochen nach Zugang bei dem Disziplinarvorgesetzten zurckgenommen werden, mit Zustimmung der fr die Entlassung zustndigen Stelle auch nach Ablauf dieser Frist. Die Entlassung ist fr den beantragten Zeitpunkt auszusprechen; sie kann jedoch so lange hinausgeschoben werden, bis der Berufssoldat seine dienstlichen Obliegenheiten ordnungsgem erledigt hat, lngstens drei Monate. (8) Ein Leutnant kann in Ausnahmefllen bis zum Ende des dritten Dienstjahres als Offizier, sptestens vor dem Ende des zehnten Jahres der Gesamtdienstzeit in der Bundeswehr, wegen mangelnder Eignung als Berufsoffizier entlassen werden. Die in diesen Fllen zu gewhrende Dienstzeitversorgung regelt das Soldatenversorgungsgesetz.

47 Zustndigkeit, Anhrungspflicht und Fristen bei der Entlassung


(1) Soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, wird die Entlassung von der Stelle verfgt, die nach 4 Abs. 2 fr die Ernennung des Berufssoldaten zustndig wre. (2) Der Berufssoldat ist vor der Entscheidung ber seine Entlassung zu hren. (3) Die Entlassung muss in den Fllen des 46 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 und 3 innerhalb einer Frist von sechs Monaten verfgt werden, nachdem das Bundesministerium der Verteidigung oder die Stelle, der die Ausbung der Befugnis zur Entlassung bertragen worden ist, von dem Entlassungsgrund Kenntnis erhalten hat. (4) Die Entlassungsverfgung muss dem Soldaten in den Fllen des 46 Abs. 2 Satz 1 Nr. 6 bei Dienstunfhigkeit wenigstens drei Monate vor dem Entlassungstag und in den Fllen des 46 Abs. 8 wenigstens sechs Wochen vor dem Entlassungstag zum Schluss eines Kalendervierteljahres unter schriftlicher Angabe der Grnde zugestellt werden.

48 Verlust der Rechtsstellung eines Berufssoldaten


Der Berufssoldat verliert seine Rechtsstellung, wenn gegen ihn durch Urteil eines deutschen Gerichts im Geltungsbereich des Grundgesetzes erkannt ist 1. auf die in 38 bezeichneten Strafen, Maregeln oder Nebenfolgen, 2. auf Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr wegen vorstzlich begangener Tat oder 3. auf Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten wegen Bestechlichkeit, soweit sich die Tat auf eine Diensthandlung im Wehrdienst bezieht. Entsprechendes gilt, wenn der Berufssoldat auf Grund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gem Artikel 18 des Grundgesetzes ein Grundrecht verwirkt hat.

49 Folgen der Entlassung und des Verlustes der Rechtsstellung eines Berufssoldaten
(1) Die Zugehrigkeit des Berufssoldaten zur Bundeswehr endet mit der Beendigung seines Dienstverhltnisses durch Entlassung nach 46 oder durch Verlust seiner Rechtsstellung als Berufssoldat nach 48. (2) In den Fllen des 46 Abs. 1 und 2 Satz 1 Nr. 1 bis 4, 7 und 8 und des 48 verliert der Soldat seinen Dienstgrad.

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(3) Nach dem Verlust seiner Rechtsstellung als Berufssoldat und nach der Entlassung hat der frhere Berufssoldat keinen Anspruch auf Dienstbezge und Versorgung mit Ausnahme der Beschdigtenversorgung, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. (4) Ein frherer Berufssoldat, der vor Ablauf der nach 46 Abs. 3 sich bestimmenden Mindestdienstzeit 1. auf seinen Antrag entlassen worden ist oder als auf eigenen Antrag entlassen gilt, 2. seine Entlassung nach 46 Abs. 8 vorstzlich oder grob fahrlssig herbeigefhrt hat, 3. seine Rechtsstellung verloren hat oder 4. durch Urteil in einem gerichtlichen Disziplinarverfahren aus dem Dienstverhltnis entfernt worden ist, muss die entstandenen Kosten des Studiums oder der Fachausbildung erstatten. Unter den gleichen Voraussetzungen muss ein frherer Berufssoldat in der Laufbahn der Offiziere des Sanittsdienstes das ihm als Sanittsoffizier-Anwrter gewhrte Ausbildungsgeld erstatten. Auf die Erstattung kann ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn sie fr den frheren Soldaten eine besondere Hrte bedeuten wrde. (5) Einem entlassenen Berufssoldaten kann das Bundesministerium der Verteidigung die Erlaubnis erteilen, seinen Dienstgrad mit dem Zusatz "auer Dienst (a. D.)" zu fhren. Die Erlaubnis ist zurckzunehmen, wenn der frhere Berufssoldat sich ihrer als nicht wrdig erweist.

50 Versetzung in den einstweiligen Ruhestand


(1) Der Bundesprsident kann die Berufsoffiziere vom Brigadegeneral und den entsprechenden Dienstgraden an aufwrts jederzeit in den einstweiligen Ruhestand versetzen. (2) Die fr den einstweiligen Ruhestand der Beamten geltenden Vorschriften der 56, 57 und 58 Abs. 1 des Bundesbeamtengesetzes finden entsprechende Anwendung. Der in den einstweiligen Ruhestand versetzte Berufsoffizier gilt mit Erreichen der Altersgrenze als dauernd in den Ruhestand versetzt.

51 Wiederverwendung
(1) Ein frherer Berufssoldat, der wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand getreten ist oder versetzt worden ist, kann bis zum Ablauf des Monats, in dem er das 65. Lebensjahr vollendet, unter erneuter Berufung in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten zu einer Wiederverwendung von wenigstens einem Jahr und hchstens zwei Jahren herangezogen werden, wenn die Wiederverwendung unter Bercksichtigung der persnlichen, insbesondere huslichen, beruflichen oder wirtschaftlichen Verhltnisse zumutbar ist und seit Eintritt oder Versetzung in den Ruhestand noch keine fnf Jahre vergangen sind. (2) In den Fllen des Absatzes 1 tritt der Berufssoldat mit Ablauf der fr die Wiederverwendung festgesetzten Zeit in den Ruhestand. (3) 44 Abs. 1 Satz 6 gilt entsprechend. (4) Ist ein wegen Dienstunfhigkeit in den Ruhestand versetzter Berufssoldat wieder dienstfhig geworden, kann er erneut in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten berufen werden, wenn seit der Versetzung in den Ruhestand noch keine fnf Jahre vergangen sind und die allgemeine Altersgrenze noch nicht berschritten ist. Beantragt er seine erneute Berufung in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten, ist diesem Antrag unter den Voraussetzungen des Satzes 1 stattzugeben, falls nicht zwingende dienstliche Grnde entgegenstehen. 44 Abs. 4 Satz 3 und 4 gilt entsprechend. (5) In den Fllen der Abstze 1 und 4 endet der Ruhestand mit der erneuten Berufung in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten.

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(6) Ein Berufssoldat, dessen Rechte und Pflichten auf Grund der 5, 6, 8 und 36 des Abgeordnetengesetzes oder entsprechender Rechtsvorschriften ruhen, kann auf seinen Antrag zu Dienstleistungen nach 60 bis zu drei Monaten Dauer herangezogen werden.

51a (weggefallen)
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52 Wiederaufnahme des Verfahrens


Wird ein Urteil mit den Folgen des 48 im Wiederaufnahmeverfahren durch ein Urteil ersetzt, das diese Folgen nicht hat, so gilt 42 Abs. 1, 2 und 4 des Bundesbeamtengesetzes entsprechend.

53 Verurteilung nach Beendigung des Dienstverhltnisses


(1) Ein Berufssoldat im Ruhestand oder ein frherer Berufssoldat, 1. gegen den wegen einer Tat, die er vor der Beendigung seines Dienstverhltnisses begangen hat, eine Entscheidung ergangen ist, die nach 48 zum Verlust seiner Rechtsstellung als Berufssoldat gefhrt htte, oder 2. der wegen einer nach Beendigung seines Dienstverhltnisses begangenen Tat durch ein deutsches Gericht im Geltungsbereich des Grundgesetzes a) wegen einer vorstzlichen Tat zu Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren oder b) wegen einer vorstzlichen Tat, die nach den Vorschriften ber Friedensverrat, Hochverrat, Gefhrdung des demokratischen Rechtsstaates oder Landesverrat und Gefhrdung der ueren Sicherheit strafbar ist, zu Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt worden ist, verliert seinen Dienstgrad und seine Ansprche auf Versorgung mit Ausnahme der Beschdigtenversorgung. Entsprechendes gilt, wenn ein Berufssoldat im Ruhestand oder ein frherer Berufssoldat auf Grund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gem Artikel 18 des Grundgesetzes ein Grundrecht verwirkt hat. 52 gilt entsprechend. (2) 30 Abs. 2 des Wehrpflichtgesetzes findet keine Anwendung.

b) Beendigung des Dienstverhltnisses eines Soldaten auf Zeit


54 Beendigungsgrnde
(1) Das Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit endet mit dem Ablauf der Zeit, fr die er in das Dienstverhltnis berufen ist. Das Dienstverhltnis endet auch mit Ablauf des Monats, in dem das Erlschen des Rechts aus dem Eingliederungsschein ( 9 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 bis 3 des Soldatenversorgungsgesetzes) unanfechtbar festgestellt worden ist. (2) Das Dienstverhltnis endet ferner durch 1. Entlassung, 2. Verlust der Rechtsstellung eines Soldaten auf Zeit entsprechend dem 48, 3. Entfernung aus dem Dienstverhltnis eines Soldaten auf Zeit. (3) Wenn zwingende Grnde der Verteidigung es erfordern, kann die fr das Dienstverhltnis festgesetzte Zeit 1. allgemein durch Rechtsverordnung oder 2. in Einzelfllen durch das Bundesministerium der Verteidigung um einen Zeitraum von bis zu drei Monaten verlngert werden.

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(4) Ein Soldat auf Zeit, dessen Rechte und Pflichten auf Grund der 5, 6, 8 und 36 des Abgeordnetengesetzes oder entsprechender Rechtsvorschriften ruhen, kann auf seinen Antrag zu Dienstleistungen nach 60 bis zu drei Monaten Dauer herangezogen werden.

55 Entlassung
(1) Fr den Soldaten auf Zeit gilt 46 Abs. 1 und 2 Satz 1 Nr. 1 bis 5 sowie 7 und 8 entsprechend. 46 Abs. 3a gilt mit Ausnahme des Satzes 5 mit der Magabe entsprechend, dass ein Soldat auf Zeit auch nicht entlassen ist, wenn er zum Beamten auf Widerruf im Vorbereitungsdienst oder zum Zwecke der Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten oder zum Beamten des Einsatzdienstes der Berufsfeuerwehr ernannt wird. Fr einen Soldaten auf Zeit, der auf Grund eines Eingliederungsscheines zum Beamten ernannt wird, gelten Satz 2 und 46 Abs. 3a Satz 2 nicht. (2) Ein Soldat auf Zeit ist zu entlassen, wenn er dienstunfhig ist. 44 Abs. 3 Satz 2 und Abs. 4 gilt entsprechend. (3) Ein Soldat auf Zeit ist auf seinen Antrag zu entlassen, wenn das Verbleiben im Dienst fr ihn wegen persnlicher, insbesondere huslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Grnde eine besondere Hrte bedeuten wrde. (4) Ein Soldat auf Zeit kann in den ersten vier Jahren seiner Dienstzeit entlassen werden, wenn er die Anforderungen, die an ihn in seiner Laufbahn zu stellen sind, nicht mehr erfllt. Ein Offizieranwrter, der sich nicht zum Offizier, ein SanittsoffizierAnwrter, der sich nicht zum Sanittsoffizier, ein Militrmusikoffizier-Anwrter, der sich nicht zum Militrmusikoffizier, ein Feldwebelanwrter, der sich nicht zum Feldwebel, und ein Unteroffizieranwrter, der sich nicht zum Unteroffizier eignen wird, soll unbeschadet des Satzes 1 entlassen werden. Ist er zuvor in einer anderen Laufbahn verwendet worden, soll er nicht entlassen, sondern in diese zurckgefhrt werden, soweit er noch einen dieser Laufbahn entsprechenden Dienstgrad fhrt. (5) Ein Soldat auf Zeit kann whrend der ersten vier Dienstjahre fristlos entlassen werden, wenn er seine Dienstpflichten schuldhaft verletzt hat und sein Verbleiben in seinem Dienstverhltnis die militrische Ordnung oder das Ansehen der Bundeswehr ernstlich gefhrden wrde. (6) Fr die Zustndigkeit, die Anhrungspflicht und die Fristen bei der Entlassung gilt 47 Abs. 1 bis 3 entsprechend. Die Entlassungsverfgung muss dem Soldaten in den Fllen des Absatzes 2 wenigstens drei Monate und in den Fllen des Absatzes 4 wenigstens einen Monat vor dem Entlassungstag unter schriftlicher Angabe der Grnde zugestellt werden. Fr Soldaten, die einen Eingliederungsschein ( 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Soldatenversorgungsgesetzes) erhalten knnen und die Erteilung beantragt haben, betrgt die Frist in den Fllen des Absatzes 2 ein Jahr. In den Fllen des Absatzes 3 gilt 46 Abs. 7 entsprechend.

56 Folgen der Entlassung und des Verlustes der Rechtsstellung eines Soldaten auf Zeit
(1) Mit der Beendigung seines Dienstverhltnisses durch Zeitablauf nach 54 Abs. 1, durch Entlassung nach 55 oder durch Verlust seiner Rechtsstellung als Soldat auf Zeit nach 54 Abs. 2 Nr. 2 endet die Zugehrigkeit des Soldaten auf Zeit zur Bundeswehr. Der Soldat bleibt jedoch in den Fllen, in denen er entsprechend 46 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 bis 4 zu entlassen ist oder in denen er entsprechend 48 seine Rechtsstellung verliert, sowie in den Fllen des 55 Absatz 4 und 5 zur Ableistung des Grundwehrdienstes in der Bundeswehr, soweit das Wehrdienstverhltnis nicht nach dem Wehrpflichtgesetz endet. (2) Mit der Entlassung entsprechend dem 46 Abs. 1 und 2 Satz 1 Nr. 1 bis 4, 7 und 8 und nach 55 Abs. 5 sowie mit dem Verlust seiner Rechtsstellung als Soldat auf Zeit verliert der Soldat seinen Dienstgrad. (3) Nach dem Verlust seiner Rechtsstellung als Soldat auf Zeit und, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist, nach der Entlassung hat der frhere Soldat auf Zeit keinen Anspruch auf Dienstbezge und Versorgung mit Ausnahme der Beschdigtenversorgung. - 28 -

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(4) Ein frherer Soldat auf Zeit, dessen militrische Ausbildung mit einem Studium oder einer Fachausbildung verbunden war und der 1. auf seinen Antrag entlassen worden ist oder als auf eigenen Antrag entlassen gilt, 2. seine Entlassung nach 55 Abs. 4 vorstzlich oder grob fahrlssig herbeigefhrt hat, 3. nach 55 Abs. 5 entlassen worden ist, 4. seine Rechtsstellung verloren hat oder 5. durch Urteil in einem gerichtlichen Disziplinarverfahren aus dem Dienstverhltnis entfernt worden ist, muss die entstandenen Kosten des Studiums oder der Fachausbildung erstatten. Unter den gleichen Voraussetzungen muss ein frherer Soldat auf Zeit in der Laufbahn der Offiziere des Sanittsdienstes das ihm als Sanittsoffizier-Anwrter gewhrte Ausbildungsgeld erstatten. Auf die Erstattung kann ganz oder teilweise verzichtet werden, wenn sie fr den frheren Soldaten eine besondere Hrte bedeuten wrde.

57 Wiederaufnahme des Verfahrens, Verurteilungen nach Beendigung des Dienstverhltnisses


(1) Fr die Wiederaufnahme des Verfahrens und fr die Folgen von Verurteilungen nach Beendigung des Dienstverhltnisses als Soldat auf Zeit gelten die 52 und 53 entsprechend. (2) Auf einen frheren Soldaten auf Zeit, der einen Mannschaftsdienstgrad fhrt, findet 53 Abs. 2 keine Anwendung. Unterliegt er nicht der Wehrpflicht, so verliert er, abgesehen von den in 53 Abs. 1 genannten Fllen, seinen Dienstgrad, wenn er die in 59 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 bestimmte Altersgrenze nicht berschritten hat und gegen ihn auf eine der in 48 Satz 1 bezeichneten Strafen, Maregeln oder Nebenfolgen erkannt wird.

Dritter Abschnitt Rechtsstellung der Soldaten, die nach Magabe des Wehrpflichtgesetzes Wehrdienst leisten
58 Regelung durch Gesetz; Form der Befrderung
(1) Die Begrndung der Wehrpflicht, die Heranziehung der Wehrpflichtigen zum Wehrdienst und die Beendigung ihres Wehrdienstes regelt das Wehrpflichtgesetz. (2) Die Befrderung eines Soldaten, der nach Magabe des Wehrpflichtgesetzes Wehrdienst leistet, wird mit der dienstlichen Bekanntgabe an den Soldaten, jedoch nicht vor dem in der Ernennungsverfgung bestimmten Tag wirksam. 42 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend. Die Stze 1 und 2 gelten entsprechend fr diejenigen, die zu den in 60 genannten Dienstleistungen herangezogen werden.

58a
(weggefallen)

Vierter Abschnitt Dienstleistungspflicht 1. Umfang und Arten der Dienstleistungen


59 Personenkreis
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(1) Ein frherer Berufssoldat, der wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand getreten ist oder versetzt worden ist, kann bis zum Ablauf des Monats, in dem er das 65. Lebensjahr vollendet hat, zu den in 60 genannten Dienstleistungen herangezogen werden. Zu den in 60 Nr. 2 bis 4 genannten Dienstleistungen kann er nur mit seiner freiwilligen schriftlichen Verpflichtung herangezogen werden. (2) Ein frherer Berufssoldat oder ein frherer Soldat auf Zeit, der mindestens zwei Jahre in einem Dienstverhltnis als Berufssoldat oder Soldat auf Zeit gestanden hat, kann 1. bis zum Ablauf des Monats, in dem er das 60. Lebensjahr vollendet hat, 2. auerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalles bis zum Ablauf des Monats, in dem er das 45. Lebensjahr vollendet hat, wenn er einen Mannschaftsdienstgrad fhrt, und 3. mit seiner freiwilligen schriftlichen Verpflichtung und nach Zustimmung durch das Bundesministerium der Verteidigung auch bis zum Ablauf des Monats, in dem er das 65. Lebensjahr vollendet hat, zu den in 60 genannten Dienstleistungen herangezogen werden. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend. (3) Eine Person, die nicht als Berufssoldat oder als Soldat auf Zeit in einem Wehrdienstverhltnis gestanden hat, kann auf Grund freiwilliger schriftlicher Verpflichtung bis zum Ablauf des Monats, in dem sie das 65. Lebensjahr vollendet hat, zu den in 60 genannten Dienstleistungen herangezogen werden. 9 Abs. 2 gilt entsprechend. Wird ihr ein hherer Dienstgrad nicht nur fr die Dauer der Verwendung verliehen, kann sie auch ohne freiwillige Verpflichtung 1. bis zum Ablauf des Monats, in dem sie das 60. Lebensjahr vollendet hat, zu den in 60 Nr. 1, 5 und 6 genannten Dienstleistungen und 2. auerhalb des Spannungs- und Verteidigungsfalles bis zum Ablauf des Monats, in dem sie das 45. Lebensjahr vollendet hat, wenn sie einen Mannschaftsdienstgrad fhrt, zu den in 60 Nr. 1 und 5 genannten Dienstleistungen herangezogen werden. (4) Vor Bestandskraft des Heranziehungsbescheides kann die gem Absatz 1 Satz 2, Absatz 2 oder Absatz 3 Satz 1 abgegebene freiwillige schriftliche Verpflichtung allgemein oder fr den Einzelfall jederzeit und ohne Angabe von Grnden widerrufen werden. Der Widerruf ist schriftlich gegenber der fr die Heranziehung zustndigen Stelle zu erklren. (5) Nach Bestandskraft des Heranziehungsbescheides ist der Widerruf der Verpflichtungserklrung ausgeschlossen. Die auf Grund einer freiwilligen Verpflichtung Herangezogenen knnen beantragen, von der Teilnahme entpflichtet zu werden, soweit sie ihren Dienst noch nicht angetreten haben; dem Antrag ist stattzugeben, wenn die Heranziehung zur Dienstleistung fr sie wegen persnlicher, insbesondere huslicher, wirtschaftlicher oder beruflicher Grnde eine besondere, im Bereitschafts-, Spannungsund Verteidigungsfall eine unzumutbare Hrte bedeuten wrde.

60 Arten der Dienstleistungen


Dienstleistungen sind 1. befristete bungen ( 61), 2. besondere Auslandsverwendungen ( 62), 3. Hilfeleistungen im Innern ( 63), 4. Hilfeleistungen im Ausland ( 63a), 5. unbefristete bungen, die von der Bundesregierung als Bereitschaftsdienst angeordnet worden sind, und 6. unbefristeter Wehrdienst im Spannungs- und Verteidigungsfall.

61 bungen
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(1) Befristete bungen dauern grundstzlich hchstens drei Monate. ber Ausnahmen entscheidet das Bundesministerium der Verteidigung. (2) Die Gesamtdauer der bungen betrgt bei Mannschaften hchstens sechs, bei Unteroffizieren hchstens neun und bei Offizieren hchstens zwlf Monate. (3) bungen, die von der Bundesregierung als Bereitschaftsdienst angeordnet werden, sind unbefristet. Auf die Gesamtdauer der bungen nach Absatz 2 werden sie nicht angerechnet; das Bundesministerium der Verteidigung kann eine Anrechnung anordnen.

62 Besondere Auslandsverwendungen
(1) Besondere Auslandsverwendungen sind Verwendungen, die auf Grund eines bereinkommens, eines Vertrages oder einer Vereinbarung mit einer ber- oder zwischenstaatlichen Einrichtung oder mit einem auswrtigen Staat auf Beschluss der Bundesregierung im Ausland oder auerhalb des deutschen Hoheitsgebietes auf Schiffen oder in Luftfahrzeugen stattfinden. (2) Eine besondere Auslandsverwendung ist grundstzlich jeweils fr hchstens sieben Monate zulssig. Sie wird auf die Gesamtdauer der bungen nach 61 Abs. 2 nicht angerechnet. Soweit die Dauer drei Monate bersteigt, wirkt das fr die Heranziehung zustndige Kreiswehrersatzamt auf die Zustimmung des Arbeitgebers oder der Dienstbehrde hin. (3) Ist ein Soldat auf seinen Antrag von der Teilnahme an besonderen Auslandsverwendungen allgemein oder fr den Einzelfall entpflichtet worden ( 59 Abs. 5), kann er aus vorbereitenden bungen entlassen werden, wenn dies im dienstlichen Interesse liegt. 75 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 bleibt unberhrt. (4) 75 Abs. 2 Nr. 1 ist mit der Magabe anzuwenden, dass der Soldat zu entlassen ist.

63 Hilfeleistungen im Innern
(1) Hilfeleistungen im Innern sind Verwendungen der Streitkrfte im Rahmen der Amtshilfe oder bei einer Naturkatastrophe oder einem besonders schweren Unglcksfall nach Artikel 35 des Grundgesetzes. (2) Die Hilfeleistung im Innern ist grundstzlich jeweils fr hchstens drei Monate jhrlich zulssig. Das Bundesministerium der Verteidigung kann mit Zustimmung der zur Dienstleistung heranzuziehenden Person und ihres Arbeitgebers oder ihrer Dienstbehrde Ausnahmen zulassen. Hilfeleistungen im Innern werden auf die Gesamtdauer der bungen nach 61 Abs. 2 nicht angerechnet. (3) Als Hilfeleistungen im Innern gelten auch vorbereitende bungen im Rahmen der zivil-militrischen Zusammenarbeit.

63a Hilfeleistungen im Ausland


(1) Hilfeleistungen im Ausland sind Verwendungen der Streitkrfte im Rahmen von humanitren Hilfeleistungen. (2) Die Hilfeleistung im Ausland ist grundstzlich jeweils fr hchstens drei Monate jhrlich zulssig. Das Bundesministerium der Verteidigung kann mit Zustimmung der zur Dienstleistung heranzuziehenden Person und ihres Arbeitgebers oder ihrer Dienstbehrde Ausnahmen zulassen. Hilfeleistungen im Ausland werden auf die Gesamtdauer der bungen nach 61 Abs. 2 nicht angerechnet.

2. Dienstleistungsausnahmen
64 Dienstunfhigkeit
Zu Dienstleistungen wird nicht herangezogen, wer dienstunfhig ist. - 31 -

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65 Ausschluss von Dienstleistungen
Von Dienstleistungen ist derjenige ausgeschlossen, gegen den durch ein deutsches Gericht auf die in 38 Abs. 1 bezeichneten Strafen, Maregeln oder Nebenfolgen erkannt worden ist.

66 Befreiung von Dienstleistungen


Von Dienstleistungen sind befreit 1. ordinierte Geistliche evangelischen Bekenntnisses, 2. Geistliche rmisch-katholischen Bekenntnisses, die die Diakonatsweihe empfangen haben, 3. hauptamtlich ttige Geistliche anderer Bekenntnisse, deren Amt dem eines ordinierten Geistlichen evangelischen oder eines Geistlichen rmisch-katholischen Bekenntnisses, der die Diakonatsweihe empfangen hat, entspricht, 4. schwerbehinderte Menschen und 5. Dienstleistungspflichtige, die auf Grund eines vlkerrechtlichen Vertrages fr die Dauer einer Ttigkeit in einer internationalen Behrde eine entsprechende Befreiung genieen.

67 Zurckstellung von Dienstleistungen


(1) Von Dienstleistungen wird zurckgestellt, 1. wer vorbergehend nicht dienstfhig ist oder 2. wer, abgesehen von den Fllen des 65, Freiheitsstrafe, Strafarrest, Jugendstrafe oder Jugendarrest verbt, sich in Untersuchungshaft befindet oder nach 63 des Strafgesetzbuches in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht ist. (1a) Von Dienstleistungen wird ferner zurckgestellt, wer auf Grund eines vlkerrechtlichen Vertrages fr die Dauer einer Ttigkeit in einer internationalen Behrde nicht zum Wehrdienst herangezogen werden kann. (2) Von Dienstleistungen werden Dienstleistungspflichtige, die sich auf das geistliche Amt ( 66) vorbereiten, auf Antrag zurckgestellt. Hierzu sind beizubringen: 1. der Nachweis eines ordentlichen theologischen Studiums oder einer ordentlichen theologischen Ausbildung und 2. eine Erklrung des zustndigen Landeskirchenamtes, der bischflichen Behrde, des Ordensoberen oder der entsprechenden Oberbehrde einer anderen Religionsgemeinschaft, dass sich der Dienstleistungspflichtige auf das geistliche Amt vorbereitet. (3) Hat ein Dienstleistungspflichtiger seiner Aufstellung fr die Wahl zum Deutschen Bundestag, zu einem Landtag oder zum Europischen Parlament zugestimmt, ist er bis zur Wahl zurckzustellen. Hat er die Wahl angenommen, kann er fr die Dauer des Mandats nur auf seinen Antrag herangezogen werden. (4) Auf Antrag soll ein Dienstleistungspflichtiger von einer Dienstleistung zeitlich befristet zurckgestellt werden, wenn und solange die Heranziehung zur Dienstleistung fr ihn wegen persnlicher, insbesondere huslicher, wirtschaftlicher oder beruflicher Grnde eine besondere, im Bereitschafts-, Spannungs- und Verteidigungsfall eine unzumutbare Hrte bedeuten wrde. Eine besondere Hrte liegt in der Regel vor, wenn 1. im Fall der Heranziehung des Dienstleistungspflichtigen a) die Versorgung seiner Familie, hilfsbedrftiger Angehriger oder anderer hilfsbedrftiger Personen, fr deren Lebensunterhalt er aus rechtlicher oder sittlicher Verpflichtung aufzukommen hat, gefhrdet wrde oder b) fr Verwandte ersten Grades besondere Notstnde zu erwarten sind,

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2. der Dienstleistungspflichtige fr die Erhaltung und Fortfhrung eines eigenen Betriebes unentbehrlich ist, 3. die Heranziehung des Dienstleistungspflichtigen a) eine zu einem schulischen Abschluss fhrende Ausbildung, b) ein Hochschulstudium, bei dem zum vorgesehenen Diensteintritt das dritte Semester erreicht ist, c) einen zum vorgesehenen Diensteintritt begonnenen dualen Bildungsgang (Studium mit studienbegleitender betrieblicher Ausbildung), dessen Regelstudienzeit acht Semester nicht berschreitet und bei dem das Studium sptestens drei Monate nach Beginn der betrieblichen Ausbildung aufgenommen wird, d) einen zum vorgesehenen Diensteintritt zu einem Drittel absolvierten sonstigen Ausbildungsabschnitt oder e) eine bereits begonnene Berufsausbildung unterbrechen oder die Aufnahme einer rechtsverbindlich zugesagten oder vertraglich gesicherten Berufsausbildung verhindern wrde. (5) Von Dienstleistungen kann ein Dienstleistungspflichtiger ferner zurckgestellt werden, wenn gegen ihn ein Strafverfahren anhngig ist, in dem Freiheitsstrafe, Strafarrest, Jugendstrafe oder eine freiheitsentziehende Maregel der Besserung und Sicherung zu erwarten ist, oder wenn seine Heranziehung die militrische Ordnung oder das Ansehen der Bundeswehr ernstlich gefhrden wrde. (6) Von einer Dienstleistung soll ein Dienstleistungspflichtiger auf Antrag auch zurckgestellt werden, wenn er fr die Erhaltung und Fortfhrung des elterlichen Betriebes oder des Betriebes seines Arbeitgebers oder fr die ordnungsgeme Aufgabenerfllung seiner Dienstbehrde unentbehrlich ist. In diesem Fall sind die Eltern, der Arbeitgeber oder die Dienstbehrde des Dienstleistungspflichtigen antragsberechtigt und verpflichtet, den Wegfall der Voraussetzungen fr die Unentbehrlichkeit der zustndigen Wehrersatzbehrde anzuzeigen. Die Zurckstellung bedarf der Zustimmung des Dienstleistungspflichtigen. Die Heranziehung des Dienstleistungspflichtigen ist bis zur Entscheidung ber den Antrag auszusetzen.

68 Unabkmmlichstellung
(1) Zum Ausgleich des personellen Krftebedarfs fr die Aufgaben der Bundeswehr und andere Aufgaben kann ein Dienstleistungspflichtiger im Spannungs- und Verteidigungsfall im ffentlichen Interesse fr Dienstleistungen unabkmmlich gestellt werden, wenn und solange er fr die von ihm ausgebte Ttigkeit nicht entbehrt werden kann. (2) ber die Unabkmmlichstellung entscheidet die Wehrersatzbehrde auf Vorschlag der zustndigen Verwaltungsbehrde. Das Vorschlagsrecht steht auch den Kirchen und Religionsgemeinschaften, soweit sie Krperschaften des ffentlichen Rechts sind, fr ihre Bediensteten zu. Die Zustndigkeit und das Verfahren regelt eine Rechtsverordnung. In der Rechtsverordnung kann die Befugnis zur Bestimmung der zustndigen Behrden auf oberste Bundesbehrden oder auf die Landesregierungen mit der Befugnis zur Weiterbertragung auf oberste Landesbehrden bertragen werden; die nach dieser Verordnung vorschlagsberechtigte oberste Bundesbehrde oder die Landesregierung kann, soweit Landesrecht dies zulsst, das Vorschlagsrecht auch durch allgemeine Verwaltungsvorschrift regeln. Die Rechtsverordnung regelt auch, wie Meinungsverschiedenheiten zwischen der Wehrersatzbehrde und der vorschlagenden Verwaltungsbehrde unter Abwgung der verschiedenen Belange auszugleichen sind. Die Rechtsverordnung regelt ferner, fr welche Fristen die Unabkmmlichstellung ausgesprochen werden kann und welche sachverstndigen Stellen der ffentlichen Verwaltung und Wirtschaft zu hren sind. (3) Die Dienstbehrde oder der Arbeitgeber des Dienstleistungspflichtigen ist verpflichtet, den Wegfall der Voraussetzungen fr die Unabkmmlichstellung der zustndigen Wehrersatzbehrde anzuzeigen. Dienstleistungspflichtige, die in keinem Arbeits- oder Dienstverhltnis stehen, haben den Wegfall der Voraussetzungen selbst anzuzeigen. - 33 -

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3. Heranziehungsverfahren
69 Zustndigkeit
Zustndig fr die Heranziehung von Dienstleistungspflichtigen zu Dienstleistungen und das damit in Zusammenhang stehende Verfahren nach diesem Abschnitt sind die Wehrersatzbehrden.

70 Verfahren
(1) Das Verfahren nach diesem Abschnitt ist kostenfrei. Notwendige Auslagen sind zu erstatten. Zu den notwendigen Auslagen gehren auch die Kosten fr die Beschaffung von Unterlagen, deren Beibringung dem Dienstleistungspflichtigen aufgegeben wird. Einem Arbeitnehmer, der nicht unter das Arbeitsplatzschutzgesetz fllt, wird auch der durch eine angeordnete rztliche Untersuchung oder eine angeordnete sonstige Vorstellung bei der Wehrersatzbehrde entstehende Verdienstausfall erstattet. Einem Dienstleistungspflichtigen, der nicht Arbeitnehmer ist, werden notwendige Aufwendungen, die ihm durch die Bestellung eines Vertreters entstehen, erstattet. Das Nhere ber die Erstattung von notwendigen Auslagen, Verdienstausfall und Vertretungskosten regelt eine Rechtsverordnung. (2) Antrge nach diesem Abschnitt sind schriftlich oder elektronisch zu stellen und durch die Wehrersatzbehrde schriftlich zu bescheiden. (3) Ein Bescheid, der in Ausfhrung dieses Abschnittes ergeht, ist zuzustellen. Dies gilt nicht fr begnstigende Verwaltungsakte. Ein Heranziehungsbescheid zu Hilfeleistungen im Innern ( 63), zu Hilfeleistungen im Ausland ( 63a), zu einer bung, die von der Bundesregierung als Bereitschaftsdienst angeordnet ist ( 61 Abs. 3) oder die als Alarmbung nicht lnger als drei Tage dauert, kann auch mit gewhnlichem Standardbrief mit dem Vermerk "Vorrangpost" oder in entsprechender Anwendung des 5 des Verwaltungszustellungsgesetzes unmittelbar durch die Truppe zugestellt werden.

71 rztliche Untersuchung, Anhrung


Ungediente Personen, die sich gem 59 Abs. 3 Satz 1 freiwillig zu Dienstleistungen verpflichten wollen, sind vor der Annahme ihrer Verpflichtung hinsichtlich ihrer Dienstfhigkeit zu untersuchen. Ungediente Dienstleistungspflichtige, die nicht innerhalb von zwei Jahren nach dieser oder nach einer erneuten rztlichen Untersuchung zu einer Dienstleistung herangezogen worden sind, sind vor ihrer Heranziehung zu hren und auf Antrag oder, wenn Anhaltspunkte fr eine Vernderung des Gesundheitszustandes vorliegen oder dies fr eine vorgesehene Verwendung im Wehrdienst erforderlich ist, erneut rztlich zu untersuchen. Sie haben sich hierzu nach Aufforderung durch die Kreiswehrersatzmter vorzustellen und rztlich untersuchen zu lassen. Auf die Untersuchung findet 17 Abs. 4 Satz 3 und 6 bis 8 entsprechende Anwendung. Das Ergebnis der Untersuchung und die sich daraus ergebenden Rechtsfolgen sind durch einen schriftlichen Untersuchungsbescheid mitzuteilen. Das gilt auch dann, wenn eine beantragte berprfung der Dienstfhigkeit ohne rztliche Untersuchung durchgefhrt wird.

72 Heranziehung von ungedienten Dienstleistungspflichtigen


(1) Ungediente Dienstleistungspflichtige ( 59 Abs. 3 Satz 1), die nach 71 verfgbar sind, werden durch die Kreiswehrersatzmter zu Dienstleistungen herangezogen. Die Art der Dienstleistung sowie Ort und Zeit des Diensteintritts werden durch Heranziehungsbescheid bekannt gegeben. Im Heranziehungsbescheid ist die Dauer der zu leistenden Dienstleistung anzugeben; dies gilt nicht fr die Heranziehung zum Wehrdienst im Spannungs- oder Verteidigungsfall nach 60 Nr. 6 und zu bungen als Bereitschaftsdienst nach 61 Abs. 3. (2) Die Dienstleistungspflichtigen haben sich entsprechend dem Heranziehungsbescheid zu Dienstleistungen in der Bundeswehr zu stellen. - 34 -

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(3) Der Heranziehungsbescheid soll vier Wochen vor dem Beginn der Dienstleistung zugestellt sein. Dienstleistungspflichtige knnen ohne Einhaltung einer Frist einberufen werden, wenn 1. bungen als Bereitschaftsdienst angeordnet sind, 2. die Heranziehung zu einer nach den Umstnden gebotenen Erhhung der Einsatzbereitschaft der Streitkrfte notwendig ist, 3. der Spannungs- oder Verteidigungsfall eingetreten ist, 4. das Bundesministerium der Verteidigung oder die von ihm bestimmte Stelle bungen von kurzer Dauer als Alarmbungen angeordnet hat oder 5. Hilfeleistungen im Innern zu erbringen sind.

73 Heranziehung von gedienten Dienstleistungspflichtigen


Dienstleistungspflichtige, die bereits in der Bundeswehr gedient haben, werden nach Feststellung ihrer Verfgbarkeit durch die Wehrersatzbehrden zu Dienstleistungen herangezogen. Sie sind zu hren, wenn seit dem Ausscheiden aus dem Wehrdienst mehr als zwei Jahre verstrichen sind, und auf Antrag oder, wenn Anhaltspunkte fr eine Vernderung des Gesundheitszustandes vorliegen oder dies fr eine vorgesehene Verwendung im Wehrdienst erforderlich ist, erneut rztlich zu untersuchen. Auf die Untersuchung finden 17 Abs. 4 Satz 3 und 6 bis 8 sowie 71 Satz 5 und 6 entsprechende Anwendung. Die Dienstleistungspflichtigen haben sich nach Aufforderung durch die Kreiswehrersatzmter vorzustellen und rztlich untersuchen zu lassen. Sie haben sich entsprechend dem Heranziehungsbescheid zu Dienstleistungen in der Bundeswehr zu stellen. 72 Abs. 1 und 3 gilt entsprechend.

4. Beendigung der Dienstleistungen und Verlust des Dienstgrades


74 Beendigung der Dienstleistungen
Die Dienstleistungen enden 1. durch Entlassung ( 75), 2. durch Ablauf der fr den Wehrdienst festgesetzten Zeit, wenn der Endzeitpunkt kalendermig bestimmt ist oder 3. durch Ausschluss ( 76).

75 Entlassung aus den Dienstleistungen


(1) Der Soldat ist entlassen mit Ablauf des Monats, in dem er das fr ihn nach 59 Abs. 1, 2 oder 3 festgesetzte Hchstalter fr eine Heranziehung erreicht hat. Im brigen ist er zu entlassen, wenn 1. die fr die Dienstleistung festgesetzte Zeit abgelaufen ist, es sei denn, Bereitschaftsdienst nach 61 Abs. 3 wird angeordnet oder der Spannungs- oder Verteidigungsfall ist eingetreten, die Anordnung des Bereitschaftsdienstes nach 61 Abs. 3 aufgehoben wird, es sei denn, dass der Spannungs- oder Verteidigungsfall eingetreten ist, seine Verwendung whrend des Spannungs- oder Verteidigungsfalles endet, der Heranziehungsbescheid aufgehoben wird, eine zwingende Dienstleistungsausnahme vorliegt - in den Fllen des 66 erst nach Befreiung durch das Kreiswehrersatzamt - oder wenn innerhalb des ersten Monats der Dienstleistung im Rahmen der Einstellungsuntersuchung festgestellt wird, dass der Soldat wegen einer Gesundheitsstrung dauernd oder voraussichtlich fr einen Zeitraum von mehr

2. 3. 4.

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als einem Monat, bei krzerer Verwendung fr den Zeitraum dieser Verwendung, vorbergehend zur Erfllung seiner Dienstpflichten unfhig ist, 5. 6. 7. 8. 9. nach dem bisherigen Verhalten durch sein Verbleiben in der Bundeswehr die militrische Ordnung oder die Sicherheit der Truppe ernstlich gefhrdet wrde, er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt ist, er seiner Aufstellung fr die Wahl zum Deutschen Bundestag, zu einem Landtag oder zum Europischen Parlament zugestimmt hat, er unabkmmlich gestellt ist, der mit der Dienstleistung verfolgte Zweck entfallen ist und im Fall einer befristeten bung eine andere Verwendung im Hinblick auf die Ausbildung fr die bestehende oder eine knftige Verwendung nicht erfolgen kann, er dienstunfhig ist oder die Wiederherstellung seiner Dienstfhigkeit innerhalb der Wehrdienstzeit nicht zu erwarten ist. 44 Abs. 4 Satz 1 und 3 gilt entsprechend, oder er nach 67 Abs. 6 zurckgestellt ist.

10.

11.

(2) Der Soldat kann entlassen werden, wenn 1. das Verbleiben in der Bundeswehr fr ihn wegen persnlicher, insbesondere huslicher, beruflicher oder wirtschaftlicher Grnde eine besondere, im Bereitschafts-, Spannungs- und Verteidigungsfall eine unzumutbare Hrte bedeuten wrde und er seine Entlassung beantragt hat, 2. gegen ihn auf Freiheitsstrafe oder Strafarrest von drei Monaten oder mehr oder auf eine nicht zur Bewhrung ausgesetzte Jugendstrafe erkannt ist oder 3. die Aussetzung einer Jugendstrafe zur Bewhrung widerrufen wird. (3) Die Entlassung wird von der Stelle verfgt, die nach 4 Abs. 2 fr die Ernennung des Soldaten zustndig wre. (4) Ein Soldat, der sich schuldhaft von seiner Truppe oder Dienststelle fern hlt, gilt mit dem Tag als entlassen, an dem er htte entlassen werden mssen, wenn er Dienst geleistet htte. (5) Ist ein Soldat whrend einer besonderen Auslandsverwendung wegen Verschleppung, Gefangenschaft oder aus sonstigen mit dem Dienst zusammenhngenden Grnden, die er nicht zu vertreten hat, dem Einflussbereich des Dienstherrn entzogen, ist die Entlassung bis zum Ablauf des auf die Beendigung dieses Zustandes folgenden Monats hinauszuschieben. Dies gilt auch bei anderen Verwendungen im Ausland mit vergleichbarer Gefhrdungslage. (6) Befindet sich ein Soldat, der eine Dienstleistung erbringt, im Entlassungszeitpunkt in stationrer truppenrztlicher Behandlung, endet der Wehrdienst, zu dem er herangezogen wurde, wenn 1. die stationre truppenrztliche Behandlung beendet ist, sptestens jedoch drei Monate nach dem Entlassungszeitpunkt, oder 2. er innerhalb der drei Monate schriftlich erklrt, dass er mit der Fortsetzung des Wehrdienstverhltnisses nicht einverstanden ist, mit dem Tag der Abgabe der Erklrung.

76 Ausschluss von Dienstleistungen und Verlust des Dienstgrades


(1) Ein Soldat ist von Dienstleistungen ausgeschlossen, wenn gegen ihn durch ein deutsches Gericht auf die in 38 Abs. 1 bezeichneten Strafen, Maregeln oder Nebenfolgen erkannt wird. Er verliert seinen Dienstgrad; dies gilt auch, wenn er wegen schuldhafter Verletzung seiner Dienstpflichten nach 75 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 entlassen wird.

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(2) Wird ein Urteil mit der Folge des Dienstgradverlustes nach Absatz 1 Satz 2 im Wiederaufnahmeverfahren durch ein Urteil ersetzt, das diese Folgen nicht hat, gilt der Verlust des Dienstgrades als nicht eingetreten. (3) Ein Soldat verliert seinen Dienstgrad ferner, wenn er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wird.

5. berwachung und Durchsetzung der Dienstleistungspflicht


77 Dienstleistungsberwachung; Haftung
(1) Der Dienstleistungsberwachung unterliegen die in 59 Abs. 1 bis 3 genannten Personen. Die Dienstleistungsberwachung beginnt im Anschluss an das Dienstverhltnis als Berufssoldat oder Soldat auf Zeit, im Fall des 59 Abs. 3 Satz 1 mit der Annahme der Verpflichtung, und endet zu dem in 59 Abs. 1 bis 3 genannten, jeweils einschlgigen Zeitpunkt. (2) Von der Dienstleistungsberwachung sind diejenigen Dienstleistungspflichtigen ausgenommen, die 1. dauerhaft nicht dienstfhig sind ( 64), 2. von Dienstleistungen dauernd ausgeschlossen sind ( 65), 3. von Dienstleistungen befreit sind ( 66) oder 4. als Kriegsdienstverweigerer anerkannt sind. (3) (weggefallen) (4) Whrend der Dienstleistungsberwachung haben die Dienstleistungspflichtigen 1. jede nderung ihrer Wohnung binnen einer Woche, im Spannungs- und Verteidigungsfall binnen 48 Stunden, der zustndigen Wehrersatzbehrde zu melden, 2. Vorsorge zu treffen, dass Mitteilungen der Wehrersatzbehrde sie unverzglich erreichen, 3. sich auf Aufforderung der zustndigen Wehrersatzbehrde persnlich zu melden, 4. ausgehndigte Bekleidungs- und Ausrstungsstcke ohne Entschdigung jederzeit erreichbar sorgfltig aufzubewahren und zu pflegen, sie nicht auerhalb des Wehrdienstes zu verwenden, ihre missbruchliche Benutzung durch Dritte auszuschlieen, den Weisungen zur Behandlung der Gegenstnde nachzukommen, sie der zustndigen Dienststelle auf Aufforderung vorzulegen oder zurckzugeben und ihr Schden sowie Verluste unverzglich zu melden, 5. die Dienstleistungsbescheide fr Hilfeleistungen im Innern nach 63 Abs. 1, fr den Wehrdienst im Spannungsfall und fr den Wehrdienst im Verteidigungsfall sorgfltig aufzubewahren, nicht missbruchlich zu verwenden, auf Aufforderung der zustndigen Dienststelle vorzulegen sowie der Wehrersatzbehrde einen Verlust unverzglich zu melden, 6. sich zur Verhtung bertragbarer Krankheiten impfen zu lassen und insoweit rztliche Eingriffe in ihre krperliche Unversehrtheit zu dulden; das Grundrecht nach Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes wird insoweit eingeschrnkt, 7. sich auf Verlangen der zustndigen Wehrersatzbehrde im Hinblick auf eine fr sie vorgesehene sicherheitsempfindliche Ttigkeit in der Bundeswehr einer erstmaligen Sicherheitsberprfung und weiteren Sicherheitsberprfungen zu unterziehen, deren Durchfhrung sich nach dem Sicherheitsberprfungsgesetz bestimmt und fr die es einer Zustimmung des Dienstleistungspflichtigen nicht bedarf. (5) Die Dienstleistungspflichtigen haben fr vorstzlich oder grob fahrlssig verursachte Schden und Verluste an ausgehndigten Bekleidungs- und Ausrstungsstcken Geldersatz zu leisten. Die Schadensersatzansprche verjhren in drei Jahren von dem - 37 -

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Zeitpunkt an, in dem die zustndigen Behrden von dem Schaden Kenntnis erlangen, ohne Rcksicht auf diese Kenntnis in zehn Jahren von der Begehung der Handlung an. (6) Whrend der Dienstleistungsberwachung haben die Dienstleistungspflichtigen ferner der zustndigen Wehrersatzbehrde unverzglich schriftlich, elektronisch oder mndlich zu melden: 1. den Eintritt von Tatsachen, die eine Dienstleistungsausnahme nach den 64 bis 66 begrnden, 2. den Eintritt von Tatsachen, die eine vorbergehende Unfhigkeit zur Erfllung der Dienstpflichten von voraussichtlich mindestens neun Monaten begrnden, 3. Erkrankungen und Verletzungen sowie Verschlimmerungen von Erkrankungen und Verletzungen seit der Untersuchung gem 71 Satz 1, der letzten berprfungsuntersuchung gem 71 Satz 2 und 73 Satz 2, der Prfung der Verfgbarkeit oder der Entlassungsuntersuchung, von denen der Dienstleistungspflichtige oder sein Arzt annimmt, dass sie fr die Beurteilung seiner Dienstfhigkeit von Belang sind, soweit sie hierzu von der zustndigen Wehrersatzbehrde aufgefordert werden, 4. den vorzeitigen Wegfall der Voraussetzungen fr eine Zurckstellung, 5. den Abschluss und einen Wechsel ihrer beruflichen Ausbildung, einen Wechsel ihres Berufes sowie eine weitergehende berufliche Qualifikation; hierber in ihrem Besitz befindliche Nachweise haben die Dienstleistungspflichtigen auf Aufforderung unverzglich vorzulegen. (7) (weggefallen)

78 Aufenthaltsfeststellungsverfahren
(1) Kann die fr die Dienstleistungsberwachung zustndige Wehrersatzbehrde (ausschreibende Behrde) den stndigen Aufenthaltsort eines Dienstleistungspflichtigen nicht feststellen, bermittelt sie dem Bundesverwaltungsamt zum Zweck der Feststellung des Aufenthaltsortes folgende Daten zur Person des Dienstleistungspflichtigen: 1. Familiennamen, frhere Namen, Vornamen, 2. Geburtsdatum und Geburtsort, 3. letzte, der ausschreibenden Behrde bekannte Anschrift und 4. das Geschftszeichen. Das Bundesverwaltungsamt hat diese Daten jeweils unter Angabe der ausschreibenden Behrde zu speichern. (2) Das Bundesverwaltungsamt hat die Daten zu dem in Absatz 1 genannten Zweck in regelmigen Abstnden in einer Datei zusammengefasst folgenden Stellen zu bermitteln: 1. den Wehrersatzbehrden, 2. dem Bundesamt fr den Zivildienst, 3. dem Auswrtigen Amt, das sie zu dem in Absatz 1 genannten Zweck an die Auslandsvertretungen weiterbermittelt, 4. den Behrden, die fr die polizeiliche Kontrolle des grenzberschreitenden Verkehrs zustndig sind. Diese Stellen drfen die Daten zu dem Zweck, zu dem sie ihnen bermittelt worden sind, speichern und nutzen. Wird diesen Stellen der Aufenthaltsort eines Dienstleistungspflichtigen bekannt, haben sie ihn der ausschreibenden Behrde mitzuteilen, soweit keine besonderen Verwendungsregelungen entgegenstehen. Sodann lschen sie unverzglich die ihnen vom Bundesverwaltungsamt bermittelten Daten des Betroffenen. Die ausschreibende Behrde unterrichtet das Bundesverwaltungsamt sowie die brigen Stellen nach Satz 1 davon, dass der Aufenthaltsort festgestellt worden und eine weitere Speicherung nicht mehr erforderlich ist. Diese Stellen haben die Daten des Betroffenen nach der Unterrichtung zu lschen.

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(3) Die ausschreibende Behrde unterrichtet das Bundesverwaltungsamt rechtzeitig, wenn fr einen Betroffenen die Dienstleistungspflicht nach 59 Abs. 1 bis 3 endet. Das Bundesverwaltungsamt hat die Daten des Betroffenen sptestens mit Ende der Dienstleistungspflicht zu lschen; Gleiches gilt fr die brigen Stellen nach Absatz 2 Satz 1, die durch das Bundesverwaltungsamt ber das Ende der Dienstleistungspflicht unverzglich zu unterrichten sind. (4) Sobald das Bundesverwaltungsamt eine Datei nach Absatz 2 Satz 1 bermittelt, haben die in Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 bis 4 genannten Stellen die ihnen zuvor bermittelte Datei zu lschen.

79 Vorfhrung und Zufhrung


(1) Bei Dienstleistungspflichtigen, die einer angeordneten rztlichen Untersuchung ( 71 Satz 3 oder 73 Satz 4) fernbleiben oder einer Aufforderung der Wehrersatzbehrde, sich persnlich zu melden ( 77 Abs. 4 Nr. 3), unentschuldigt nicht nachkommen, kann die Vorfhrung angeordnet werden. Die Polizei ist um Durchfhrung zu ersuchen. (2) Die Polizei kann ersucht werden, Dienstleistungspflichtige, die ihrer Heranziehung unentschuldigt nicht Folge leisten, dem nchsten Feldjgerdienstkommando zuzufhren. (3) Die Polizei ist befugt, zum Zweck der Vorfhrung oder Zufhrung die Wohnung und andere Rume des Dienstleistungspflichtigen zu betreten und nach ihm zu suchen. Das Gleiche gilt, auer zur Nachtzeit, fr andere Wohnungen und Rume, wenn sich der Dienstleistungspflichtige einem unmittelbar bevorstehenden Zugriff der Polizei durch Betreten solcher Wohnungen und Rume entzieht. Manahmen nach den Stzen 1 und 2 bedrfen einer durch die Wehrersatzbehrde einzuholenden richterlichen Anordnung. Dabei kann das Gericht von einer vorherigen Anhrung des Dienstleistungspflichtigen oder Wohnungsinhabers absehen, wenn es dies fr erforderlich hlt, um den Zweck der Manahme nicht zu gefhrden. Personen, die Mitgewahrsam an der Wohnung des Dienstleistungspflichtigen haben, haben das Betreten und Durchsuchen der Wohnung und anderer Rume zu dulden. Unbillige Hrten gegenber Mitgewahrsamsinhabern sind zu vermeiden. Die Anordnung ist bei der Durchsuchung vorzuzeigen. Fr die richterliche Anordnung einer Durchsuchung ist das Verwaltungsgericht zustndig, in dessen Bezirk die Durchsuchung vorgenommen werden soll. Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird insoweit eingeschrnkt.

6. Verhltnis zur Wehrpflicht


80 Konkurrenzregelung
Unterliegen die in 59 genannten Personen der Wehrpflicht ( 1 und 3 des Wehrpflichtgesetzes), sind die dafr geltenden Bestimmungen vorrangig anzuwenden.

Fnfter Abschnitt Dienstliche Veranstaltungen


81 Zuziehung zu dienstlichen Veranstaltungen
(1) Dienstliche Veranstaltungen sind dienstliche Vorhaben der Streitkrfte insbesondere zur militrischen Aus-, Fort- und Weiterbildung, zu denen Personen mit ihrem Einverstndnis zugezogen werden knnen. (2) Zu dienstlichen Veranstaltungen knnen Personen, die dienstfhig sind und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, durch das Bundesministerium der Verteidigung oder die von ihm bestimmte Stelle zugezogen werden. Whrend der Wehrdienstleistung stehen sie in einem Wehrdienstverhltnis.

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Sechster Abschnitt Rechtsschutz 1. Rechtsweg


82 Zustndigkeiten
(1) Fr Klagen der Soldaten, der Soldaten im Ruhestand, der frheren Soldaten, der Dienstleistungspflichtigen gem 59 Abs. 3 Satz 1 und der Hinterbliebenen aus dem Wehrdienstverhltnis ist der Verwaltungsrechtsweg gegeben, soweit nicht ein anderer Rechtsweg gesetzlich vorgeschrieben ist. (2) Fr Klagen des Bundes gilt das Gleiche. (3) Der Bund wird durch das Bundesministerium der Verteidigung vertreten. Dieses kann die Vertretung durch allgemeine Anordnung anderen Stellen bertragen; die Anordnung ist im Bundesgesetzblatt zu verffentlichen.

2. Rechtsbehelfe und Rechtsmittel gegen Verwaltungsakte nach dem Vierten Abschnitt


83 Besondere Vorschriften fr das Vorverfahren
(1) Der Widerspruch gegen Verwaltungsakte, die auf Grund des Vierten Abschnitts dieses Gesetzes durch die Wehrersatzbehrden ergehen, ist binnen zwei Wochen nach Zustellung des Bescheides schriftlich oder zur Niederschrift bei der Behrde zu erheben, die den Verwaltungsakt erlassen hat. Die Frist wird auch durch Einlegung bei der Behrde, die den Widerspruchsbescheid zu erlassen hat, gewahrt. (2) ber den Widerspruch gegen den Heranziehungsbescheid ( 72 Abs. 1 Satz 1 und 73 Satz 1), den Widerspruch gegen die Aufhebung eines Heranziehungsbescheides und den Widerspruch gegen den Untersuchungsbescheid ( 71 Satz 5 und 73 Satz 3) entscheidet die Wehrbereichsverwaltung. Der Widerspruch gegen den Heranziehungsbescheid, der Widerspruch gegen die Aufhebung eines Heranziehungsbescheides und der Widerspruch gegen den Untersuchungsbescheid haben keine aufschiebende Wirkung.

84 Rechtsmittel gegen Entscheidungen des Verwaltungsgerichts


Die Berufung gegen ein Urteil und die Beschwerde gegen eine andere Entscheidung des Verwaltungsgerichts sind ausgeschlossen. Das gilt nicht fr die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision nach 135 in Verbindung mit 133 der Verwaltungsgerichtsordnung und die Beschwerde gegen Beschlsse ber den Rechtsweg nach 17a Abs. 2 und 3 des Gerichtsverfassungsgesetzes. Auf die Beschwerde gegen Beschlsse ber den Rechtsweg findet 17a Abs. 4 Satz 4 bis 6 des Gerichtsverfassungsgesetzes entsprechende Anwendung.

85 Besondere Vorschriften fr die Anfechtungsklage


Die Anfechtungsklage gegen den Untersuchungsbescheid ( 71 Satz 5 und 73 Satz 3), die Anfechtungsklage gegen den Heranziehungsbescheid ( 72 Abs. 1 Satz 1 und 73 Satz 1) und die Anfechtungsklage gegen die Aufhebung des Heranziehungsbescheides haben keine aufschiebende Wirkung. Das Gericht kann auf Antrag die aufschiebende Wirkung anordnen. Vor der Anordnung ist die Wehrbereichsverwaltung zu hren.

Siebter Abschnitt
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Bugeldvorschriften; bergangs- und Schlussvorschriften


86 Bugeldvorschriften
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorstzlich oder fahrlssig 1. entgegen 71 Satz 3, 73 Satz 4 oder 77 Abs. 4 Nr. 7 sich einer dort genannten Untersuchung oder berprfung nicht oder nicht rechtzeitig unterzieht, 2. entgegen 77 Abs. 4 Nr. 1 oder Abs. 6 Nr. 1, 2 oder 3 eine Meldung nicht oder nicht rechtzeitig macht, 3. entgegen 77 Abs. 4 Nr. 2 keine Vorsorge trifft, 4. entgegen 77 Abs. 4 Nr. 3 sich nicht oder nicht rechtzeitig meldet oder 5. entgegen 77 Abs. 4 Nr. 5 einen dort genannten Bescheid nicht sorgfltig oder nicht fr die vorgeschriebene Dauer aufbewahrt, ihn missbruchlich verwendet oder nicht oder nicht rechtzeitig vorlegt oder eine Meldung nicht oder nicht rechtzeitig macht. (2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbue geahndet werden. (3) Verwaltungsbehrde im Sinne des 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes ber Ordnungswidrigkeiten ist das Kreiswehrersatzamt.

87 Einstellung von anderen Bewerbern


(1) Ein Bewerber, der die fr einen hheren Dienstgrad erforderliche militrische Eignung durch Lebens- und Berufserfahrung auerhalb der Bundeswehr erworben hat, kann auf Grund freiwilliger Verpflichtung zu einer Eignungsbung von vier Monaten einberufen werden; er kann die Eignungsbung freiwillig fortsetzen. Whrend der bung kann er mit dem 15. oder Letzten eines jeden Monats entlassen werden. Die Entlassungsverfgung ist ihm wenigstens zwei Wochen vor dem Entlassungstag bekannt zu geben. Auf seinen Antrag muss er jederzeit entlassen werden. Im brigen hat er fr die Dauer der Eignungsbung die Rechtsstellung eines Soldaten auf Zeit mit dem Dienstgrad, fr den er nach erfolgreicher Ableistung der Eignungsbung vorgesehen ist. (2) Nach der Eignungsbung kann der Bewerber zum Berufssoldaten oder zum Soldaten auf Zeit ernannt werden. (3) Fr die Ernennung zum Soldaten auf Zeit findet die Beschrnkung auf ein Lebensalter von 40 Jahren keine Anwendung.

88 Entlassung von anderen Bewerbern


Ein Bewerber nach 87 Abs. 1, der in das Dienstverhltnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit berufen ist, kann auf Grund eines Verhaltens vor der Ernennung, das ihn der Berufung in sein Dienstverhltnis unwrdig erscheinen lsst, entlassen werden, nachdem ein Disziplinargericht den Sachverhalt festgestellt hat. Die Entlassung hat dieselben Folgen wie eine Entlassung nach 46 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3.

89 Mitteilungen in Strafsachen
(1) In Strafsachen gegen Soldaten gilt 115 des Bundesbeamtengesetzes entsprechend. (2) In Strafsachen gegen Berufssoldaten im Ruhestand, frhere Berufssoldaten und frhere Soldaten auf Zeit sollen personenbezogene Daten auer in den Fllen des 14 Abs. 1 Nr. 6 des Einfhrungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetz bermittelt werden, wenn deren Kenntnis fr Disziplinarmanahmen mit anderen als versorgungsrechtlichen Folgen erforderlich ist, soweit nicht fr die bermittelnde Stelle erkennbar ist, dass schutzwrdige Interessen des Betroffenen an dem Ausschluss der bermittlung berwiegen. 14 Abs. 2 des Einfhrungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetz ist anzuwenden. (3) Die Mitteilungen sind zu richten - 41 -

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1. bei Erlass und Vollzug eines Haftbefehls oder Unterbringungsbefehls an den nchsten Disziplinarvorgesetzten des Soldaten oder dessen Vertreter im Amt, 2. in den brigen Fllen zum Zweck der Weiterleitung an die zustndige Stelle an den Befehlshaber des Wehrbereichs, in dem die mitteilungspflichtige Stelle liegt. Die Mitteilungen sind als "Vertrauliche Personalsache" zu kennzeichnen. Im Fall des Satzes 1 Nr. 2 drfen nur die Personendaten des Beschuldigten, die fr die Ermittlung der zustndigen Stelle erforderlich sind, dem Befehlshaber im Wehrbereich zugnglich gemacht werden; die brigen Daten sind ihm zur Weiterleitung in einem verschlossenen Umschlag zu bermitteln.

90 Organisationsgesetz
Die Organisation der Verteidigung, insbesondere die Spitzengliederung der Bundeswehr und die endgltige Organisation des Bundesministeriums der Verteidigung, bleiben besonderer gesetzlicher Regelung vorbehalten.

91 Personalvertretung der Beamten, Angestellten und Arbeiter


(1) Fr die bei militrischen Dienststellen und Einrichtungen der Bundeswehr beschftigten Beamten, Angestellten und Arbeiter gilt das Bundespersonalvertretungsgesetz. (2) 53 Abs. 2 des Soldatenbeteiligungsgesetzes gilt entsprechend. (3) 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 des Bundespersonalvertretungsgesetzes gilt entsprechend bei der Bestellung von Soldaten zu Vertrauens- oder Betriebsrzten. Hierbei ist nach 38 Abs. 1 des Bundespersonalvertretungsgesetzes zu verfahren. (4) 78 Abs. 1 Nr. 2 des Bundespersonalvertretungsgesetzes findet bei der Auflsung, Einschrnkung, Verlegung oder Zusammenlegung von militrischen Dienststellen und Einrichtungen oder wesentlichen Teilen von ihnen keine Anwendung, soweit militrische Grnde entgegenstehen.

92 bergangsvorschrift fr die Laufbahnen


In der Rechtsverordnung nach 27 Abs. 1 kann fr die Dauer des Spannungs- oder Verteidigungsfalles bestimmt werden, dass fr die bei Eintritt des Spannungs- oder Verteidigungsfalles vorhandenen Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit die Dienstzeit nach 27 Abs. 2 Nr. 1 Buchstabe b bis auf sechs Monate und die Dienstzeit nach Nr. 2 Buchstabe b bis auf ein Jahr verkrzt wird.

93 Zustndigkeit fr den Erlass der Rechtsverordnungen


(1) Die Bundesregierung erlsst die Rechtsverordnungen ber 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. die Nebenttigkeit der Soldaten nach 20 Abs. 7, die Laufbahnen der Soldaten nach 27, den Urlaub der Soldaten nach 28 Abs. 4, die Regelungen zur Elternzeit der Soldaten nach 28 Abs. 7 Satz 2, die Jubilumszuwendungen nach 30 Abs. 4, die Regelungen zum Mutterschutz fr Soldatinnen nach 30 Abs. 5 Satz 2, die Verlngerung der Dienstzeit von Soldaten auf Zeit nach 54 Abs. 3 Nr. 1, die Erstattung von Auslagen, Verdienstausfall und Vertretungskosten nach 70 Abs. 1 Satz 6, die Zustndigkeit und das Verfahren bei der Unabkmmlichstellung nach 68 Abs. 2 Satz 3. (weggefallen)

(2) Das Bundesministerium der Verteidigung erlsst die Rechtsverordnungen ber - 42 -

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1. die Regelung des Vorgesetztenverhltnisses nach 1 Abs. 3, 2. die Berechtigung zum Tragen der Uniform auerhalb eines Wehrdienstverhltnisses nach 4a, 3. die Unteroffizierprfungen und die Offizierprfungen nach 27 Abs. 7, 4. die Ausgestaltung des Personalaktenwesens nach 29, 5. die Ausgestaltung der Teilzeitbeschftigung nach 30a, 6. die verwendungsbezogenen Mindestdienstzeiten nach 46 Abs. 3. (3) Das Bundesministerium der Verteidigung erlsst im Einvernehmen mit den Bundesministerien des Innern und der Finanzen die Rechtsverordnung ber das Ausbildungsgeld nach 30 Abs. 2. (4) Die Rechtsverordnung nach Absatz 1 Nr. 9 bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

94 bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 24. Februar 1983 (BGBl. I S. 179)
Auf Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit, die vor dem 2. Mrz 1983 ein Studium oder eine Fachausbildung im Rahmen ihrer militrischen Ausbildung abgeschlossen haben, sind die bisherigen Vorschriften anzuwenden.

95 bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 6. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2588)
Die Vorschriften der 40 Abs. 4, 46 Abs. 4 finden nur auf Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten Anwendung, die Elternzeit nach Inkrafttreten des Vierzehnten Gesetzes zur nderung des Soldatengesetzes vom 6. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2588) beantragt haben.

96 bergangsvorschrift aus Anlass des Dienstrechtsneuordnungsgesetzes


(1) Abweichend von 45 Abs. 1 Nr. 1 wird die allgemeine Altersgrenze in den Jahren 2008 bis 2012 auf das vollendete 62. Lebensjahr festgesetzt und ab dem Jahr 2013 wie folgt angehoben: im Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Anhebung um Monate 3 6 9 12 15 18 21 24 27 30 33 Anspruch ab Alter Jahr Monat 62 3 62 6 62 9 63 0 63 3 63 6 63 9 64 0 64 3 64 6 64 9

(2) Abweichend von 45 Abs. 2 werden die besonderen Altersgrenzen wie folgt festgesetzt: 1. fr Generale sowie fr Offiziere in den Laufbahnen des Sanittsdienstes, des Militrmusikdienstes und des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr wird bis zum 31. Dezember 2012 keine besondere Altersgrenze festgesetzt, 2. fr nicht von Nummer 1 erfasste Oberste a) in den Jahren 2008 bis 2012 die Vollendung des 61. Lebensjahres, hiervon abweichend des 60. Lebensjahres fr vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Oberste in der Besoldungsgruppe A 16, b) ab dem Jahr 2013 die Vollendung des 61. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen: - 43 -

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im Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Erreichen mit Alter Jahr Monat 61 1 61 2 61 3 61 4 61 5 61 6 61 7 61 8 61 9 61 10 61 11

Dies gilt mit der Magabe, dass vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Oberste in der Besoldungsgruppe A 16 die besondere Altersgrenze aa) bb) in den Jahren 2013 und 2014 mit Vollendung des 60. Lebensjahres, in den Jahren 2015 bis 2023 mit Vollendung des 61. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen erreichen:

im Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 0 1 2 3 4 5 6 8 10

Erreichen mit Alter Jahr Monat 61 0 61 1 61 2 61 3 61 4 61 5 61 6 61 8 61 10

3. fr nicht von Nummer 1 erfasste Oberstleutnante a) in den Jahren 2008 bis 2012 die Vollendung des 59. Lebensjahres, hiervon abweichend des 58. Lebensjahres fr vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Oberstleutnante in der Besoldungsgruppe A 14, b) ab dem Jahr 2013 die Vollendung des 59. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen:

im Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22

Erreichen mit Alter Jahr Monat 59 2 59 4 59 6 59 8 59 10 60 0 60 2 60 4 60 6 60 8 60 10

Dies gilt mit der Magabe, dass vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Oberstleutnante in der Besoldungsgruppe A 14 die besondere Altersgrenze - 44 -

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aa) bb) in den Jahren 2013 und 2014 mit Vollendung des 58. Lebensjahres, in den Jahren 2015 bis 2023 mit Vollendung des 59. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen erreichen:

im Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 0 2 4 6 8 10 12 16 20

Erreichen mit Alter Jahr Monat 59 0 59 2 59 4 59 6 59 8 59 10 60 0 60 4 60 8

4. fr nicht von Nummer 1 erfasste Majore und Stabshauptleute a) in den Jahren 2008 bis 2012 die Vollendung des 57. Lebensjahres, hiervon abweichend des 56. Lebensjahres fr vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Majore, b) ab dem Jahr 2013 die Vollendung des 57. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen:

im Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22

Erreichen mit Alter Jahr Monat 57 2 57 4 57 6 57 8 57 10 58 0 58 2 58 4 58 6 58 8 58 10

Dies gilt mit der Magabe, dass vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Majore die besondere Altersgrenze aa) bb) in den Jahren 2013 und 2014 mit Vollendung des 56. Lebensjahres, in den Jahren 2015 bis 2023 mit Vollendung des 57. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen erreichen:

im Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 0 2 4 6 8 10 12 16 20

Erreichen mit Alter Jahr Monat 57 0 57 2 57 4 57 6 57 8 57 10 58 0 58 4 58 8

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5. fr nicht von Nummer 1 erfasste Hauptleute, Oberleutnante und Leutnante a) in den Jahren 2008 bis 2012 die Vollendung des 55. Lebensjahres, hiervon abweichend in den Jahren 2008 bis 2010 des 54. Lebensjahres fr vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten Ernannte, b) ab dem Jahr 2013 die Vollendung des 55. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen: im Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 6. fr Berufsunteroffiziere a) in den Jahren 2008 bis 2012 die Vollendung des 54. Lebensjahres, hiervon abweichend des 53. Lebensjahres fr vor dem 1. Januar 1999 zum Berufssoldaten ernannte Berufsunteroffiziere, b) ab dem Jahr 2013 die Vollendung des 54. Lebensjahres mit folgenden Anhebungen: Anhebung um Monate 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Erreichen mit Alter Jahr Monat 55 1 55 2 55 3 55 4 55 5 55 6 55 7 55 8 55 9 55 10 55 11

im Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023

Anhebung um Monate 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Erreichen mit Alter Jahr Monat 54 1 54 2 54 3 54 4 54 5 54 6 54 7 54 8 54 9 54 10 54 11

(3) Die Altersgrenzen nach Absatz 2 gelten auch fr die Berufssoldaten der Marine mit entsprechenden Dienstgraden.

97 bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 19. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1815)
(1) Auf Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit, die vor Inkrafttreten des Gesetzes zur nderung des Soldatengesetzes und anderer Vorschriften vom 19. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1815) ein Studium oder eine Fachausbildung begonnen haben, sind 49 Abs. 4 und 56 Abs. 4 in der bisherigen Fassung anzuwenden. (2) Auf die bei Inkrafttreten des Gesetzes zur nderung des Soldatengesetzes und anderer Vorschriften vom 19. Dezember 2000 (BGBl. I S. 1815) vorhandenen Soldaten auf Zeit ist 55 Abs. 4 in der bisherigen Fassung anzuwenden.

98 bergangsvorschrift aus Anlass des nderungsgesetzes vom 22. April 2005 (BGBl. I S. 1106)

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Die Vorschriften des Vierten Abschnittes sind nur auf Personen anzuwenden, die nach Inkrafttreten des Vierzehnten Gesetzes zur nderung des Soldatengesetzes vom 6. Dezember 1990 (BGBl. I S. 2588) in das Dienstverhltnis eines Soldaten berufen worden sind.

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