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Der Mertalische Städtebund: Zwischen Gletschern Und Lagunen

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Der Mertalische Städtebund

„Mertalisches Zahlenwerk: Neun Metropolen, Herrschaftsgebiete und Sitze im


Rat, Dutzende Kleinstädte, Glaubensgemeinschaften und Rechtssysteme,
Unzählige Dörfer, Intrigen und Probleme
– aus: Aphoristische Notizen des wandernden Poeten Gerdan Planluc

Mertalia
Landschaft: Halbinsel entlang des Gebirgsrückens der
Ventellen, Aylische Ebene, verkarstete Hügelländer
Klima: mediterran; warme Sommer und stürmische, milde
Winter
Flora und Fauna: nur wenige Wildtiere und -pflanzen in
unangetasteten Wäldern
Handel und Verkehr: eine der wichtigsten Handelsmächte der
Drei Meere mit grossen Handels- und Kriegsflotten;
Metallwaren aus Eisenbrann, gnomische Mechaniken aus
Talaberis, Weizen aus der Aylanthischen Ebene
Bevölkerung: Anteile der verschiedenen Rassen, jedoch
überall Menschen als stärkste Gruppe Fehlerhaftes Wappen
Mertalias, gefertigt in Selenia
Städte und Dörfer: Talaberis (gross), Aylantha (sehr gross),
Gondalis (gross), Nuum (normal), Drevilna (gigantisch), Fulnia (normal),
Aurigion (klein), Taupio (klein), Eisenbrann (gross), dazu viele kleine Dörfer im
Umland der Metropolen.
Herrschaft: autonome Stadtstaaten, die sich im Rat der Stadtherren absprechen
Wappen: neun zackiger goldener Stern auf Blau
Religion: bunt gemischt; allgemein anerkannt ist Ulmon der Bundesherr als
Schutzgott des Städtebunds
Allgemeine Stimmung: lebenslustig und geschäftig, aber starkes soziales Gefälle

Zwischen Gletschern und Lagunen


Das Gebiet Mertalias erstreckt sich über die gleichnamige Halbinsel, die von
Norden ins Binnenmeer ragt und Kristall- und Albensee trennt. Die Nordgrenze
liegt in den Tälern der Vogelberge, deren granitene Viertausender und
ausgedehnte Gletscherfelder eine natürliche Barriere bilden, die nur auf wenigen
Pässen wie dem Seufzerjoch und dem San Perogio überquert werden kann. Das
Rückgrat der Halbinsel bilden die Ventellen, zwei schroffe Höhenzüge, zwischen
denen sich im Süden die fruchtbare Hochebene von Taupio mit dem
Himmelswasser erstreckt. Höchster Berg der (östlichen) Ventellen ist der
Falconido. Zwischen Vogelbergen und Ventellen liegt eine Hügellandschaft, die
im Westen steil zur Ziegenbucht abfällt, nach Osten sanft in die Aylische Ebene
ausläuft. Ein weiterer Rücken, ein bewaldeter Karst mit vielen Höhlen und
malerischen Steilküsten, bildet die Landzunge, an deren Südspitze Drevilna liegt.
Die wichtigsten Flüsse Mertalias sind das Eisenwasser, das in den Vogelbergen
entspringt und an Eisenbrann vorbei zur Mündung bei Talaberis eilt, und der aus
den Ventellen kommende Ayl, der bei Aylantha mündet. Die Crava ist der
Quellfluss des Himmelswassers, während der Ful und die Sette den See
entwässern. Auch der Carpio entspringt in den Ventellen und stürzt nach kurzem,
wildem Lauf bei Gondalis in spektakulären Wasserfällen ins Meer.
Ebenfalls Teil des Bundes ist die Felseninsel Odentis mit der Stadt Aurigion, die
etwa eine Tagesfahrt östlich des Festlands in der Kristallsee liegt. Die kleineren
und nur dünn besiedelten Caprinen liegen in der riffübersäten Ziegenbucht.

Hafen von Aylantha

Klima
Das angenehme Seeklima sorgt nicht nur für regelmässige Ernten, sondern auch
dafür, dass man von nördlich der Vogelberge neidisch auf die „elysischen“
Verhältnisse blickt: Die Winter sind mild und regenreich, bisweilen aber
stürmisch, die Sommer warm, aber nur im Hochsommer in der Aylischen Ebene
drückend, und ein regelmässiger Südwestwind sorgt selbst dann für Abkühlung.
Schnee gibt es im Winter nur in den Gebirgen - am Südhang der Vogelberge und
am Westhang der Ventellen dafür aber reichlich. Im Frühjahr verwandeln sich
dann viele Bäche in reissende Gewässer, sodass einige Gebirgsorte für Wochen
von der Aussenwelt abgeschnitten sind.
Flora und Fauna
Typische Bäume Mertalias sind Zedern, Zypressen, Eichen und Olivenbäume,
aber viele ursprüngliche Bäume sind dem Holzhunger der Flotten zum Opfer
gefallen. Echte Urwälder gibt es fast nur noch in schwer zugänglichen
Gebirgstälern, dann meist Jagdreservate der städtischen Magnaten. Wo die alten
Wälder gefallen sind, haben sie Heiden, Hochmooren und strauchreichen
Karstflächen mit gelegentlichen Birken- und Kieferwäldern Platz gemacht.
In der Umgebung der Metropolen ist das Land kultiviert, mit Hecken oder
Zypressen gesäumte Felder und Weiden bedecken das Land. Weiter in den Bergen
finden sich Acker nur in direkter Nähe der Bergdörfer, aber die in oder andere
Lichtung hat Hochalmen Platz gemacht, auf denen Ziegen und Gebirgsrinder
grasen. Wo noch alte Eichenwälder stehen, werden die Schweine des Dorfs
geweidet. Wichtigste Getreide Mertalias sind Weizen und Reis, daneben werden
Hülsenfrüchte und Kürbisse, Obst und Wein angebaut.
Neben den genannten Nutztieren werden um Aylantha herum Schafe, Milchvieh
und edle Reitpferde gezüchtet (andernorts sind her Esel und Maultiere im
Gebrauch), Eisenbrann ist bekannt für seine Kampf- und Jagdhunde, Talaberis für
seine „Gnomenrinder“ - eine grosse, schmackhafte Hauskaninchenart. Die
Gewässer um Mertalia sind fischreich, Sardinen, Thunfisch und Meeresfrüchte
haben einen grossen Anteil an der Nahrungsversorgung.
Grössere wilde Tiere sind selten, bisweilen kann man in den alten Wäldern
Wildschweinen oder Bären begegnen, aber schon die meisten Hirsche und Rehe
sind bereits ausgewilderte Exemplare. Greifvögel und Kleinräuber können sich
jedoch stellenweise zu einer echten Plage entwickeln.
Ausser einigen Schlangenarten (wie der kleinen Gürtelnatter), der gefürchteten
Roten Hornisse und der Hundsspinne gibt es keine giftigen Tiere. Mythische und
magische Bestien sind ebenso selten, was damit zusammenhängen mag, dass die
wenigen Übergänge in die Feenwelten meist am oder im Wasser liegen.

Magnaten und Bettler – die mertalische Gesellschaft


Die meisten Bewohner leben in den Metropolen und den kleineren,
tributpflichtigen Städten. Auch wenn natürlich viele Bauern in den Dörfern für
Fleisch und Korn sorgen, ist die urbane Lebensweise bestimmend für die
mertalische Gesellschaft. An ihrer Spitze
stehen die Magnaten, wohlhabende
Handelsherren, mächtige Grossgrundbesitzer
oder Gildenvorsteher. Es gibt keine formellen
Bedingungen, um zu dieser Klasse zu gehören,
vielmehr muss man von den anderen
Magnaten als ihresgleichen anerkannt werden
- was zugegebenermassen nur selten geschieht.
An zweiter Stelle steht die breite Schicht der
Bürger: Wer die jährliche Summe um Erwerb
eines Bürgerbriefes aufbringen kann, erhält
damit Rechte, die ihn vor der völligen Willkür

Mertalischer Magnat
der Machthaber schützen sollen. In der Praxis sind die meisten Bürger einem
Magnaten als Klienten verpflichtet und von seinem Wohlwollen abhängig.
Ein Grossteil der Einwohner Mertalias kann sich den Bürgerbrief jedoch nicht
leisten und gilt damit als Nichtbürger: Beinahe rechtlos schuften sie als Arbeiter
in den Betrieben der Magnaten, erledigen niedere Dienste für die Bürgerschaft
oder sind auf das Betteln angewiesen.
Doch es geht noch schlimmer: Zwar gibt es im Städtebund keine Leibeigenschaft
oder Sklaverei, doch das Los verurteilter Verbrecher und säumiger Schuldner
unterscheidet sich nicht sehr davon. Als Schuldknechte werden sie in ganz
Mertalia in Steinbrüchen und Werften, als Wald- und Feldarbeiter eingesetzt.
Die Gesellschaftsstruktur der Metropolen und Städte spiegelt sich auf dem Land
und in den Dörfern in kleinerem Massstab wider: So mancher Grossbauer spielt
sich als Magnat auf, Mägde und Knechte werden wie Nichtbürger behandelt, der
Rest ordnet sich irgendwo dazwischen ein.

Mentalität
Bereits zu Zeiten des Königreiches zählten die Taten jedes Einzelnen mehr als
seine Herkunft und sein Geblüt. Der feste Glaube, hier durch eigene Leistung
reich werden zu können, zog in den folgenden Jahrhunderten viele Einwanderer
und Flüchtlinge an, sodass die Einwohnerschaft der Halbinsel heute in
regelrechtes Völkergemisch bildet. Dementsprechend zeichnen sich die Mertalier
durch Weltoffenheit und oftmals eine gute Menschenkenntnis aus. Darüber hinaus
gelten sie als lebensfroh, genussfreudig und neigen zu einer gewissen
Schwatzhaftigkeit.
Entgegen verbreiteter Vorurteile ist nicht jeder ein unehrenhafter Gauner und
Halsabschneider, doch sind die meisten Einwohner des Städtebunds
geschäftstüchtig und auf ihren gesunden Vorteil bedacht.

Glaube und Magie


Es gibt keine Staatsreligion oder auch nur ein festes Pantheon: Es wird der Gott
angebetet, der in der jeweiligen Situation am besten hilft. So stehen in den
mertalischen Metropolen Tempel so ziemlich jedes Gottes der Binnenmeerregion.
Hinzu kommen lokale Gottheiten, die als Schutzherr der jeweiligen Stadt gelten.
Einzige Konstante des hiesigen Glaubens ist Ulmon der Bundesherr, Schutzgott
des Landes und personifizierte Einheit des mertalischen Bundes. Manche sehen in
ihm den vergöttlichten Reichsgründer Darion Garameos, andere halten Ulmon für
ein abstraktes Prinzip oder einen mächtigen Herrschaftsgott.
Magie gilt im Städtebund als angesehenes Handwerk, und talentierte Zauberer
werden als gesuchte Spezialisten gut entlohnt.
Berühmt und berüchtigt sind die finsteren Ordensmagier von Nuum, die sich als
Beherrscher, Alchemisten, Nekromanten und Golembauer hervortun. Darüber
hinaus rühmt man jedoch auch weithin die meisterliche Verständigungs- und
Illusionszauberei Taupios und kennt so manchen legendären Klingentänzer aus
Eisenbrann.

Wirtschaft
Der Städtebund kontrolliert die wichtigen Seehandelsrouten des nördlichen
Binnenmeers von Zwingard bis Jagodien. Händler aus Selenia und Pashtar
verstärken war in letzter Zeit ihre Präsenz in diesem Gebiet, können jedoch das
Quasi-Monopol der mertalischen Handelsflotte nicht ernstlich gefährden. Mit den
Seealben bestehen Absprachen, die den Vindarai die Dominanz im südlichen Teil
des Binnenmeers zugestehen, solange man Mertalia den Nordteil überlässt.
Der Städtebund ist auch Produzent gefragter Handelsgüter: Eisenbranner Waffen
und Rüstzeug, Getreide aus der aylischen Tiefebene, talaberische Mechaniken
und drevilnische Möbel sind in ganz Dragorea gefragt und werden über das
iorische Mondtor selbst auf den Stromlandinseln gehandelt.

Fischeintopf und Poesie - Mertalische Kultur


Mildes Klima und Küstenlage bestimmen die Lebensweise der Mertalier in vieler
Hinsicht. Man bevorzugt leichte Speisen, wobei natürlich vor allem Fisch und
Meeresfrüchte verarbeitet werden. So gilt die Puljanika, in scharf gewürzter
Fischeintopf, als das mertalische Gericht schlechthin, aber auch Schmorbraten
vom Gnomenrind ist typisch für die lokale Küche.
Weite Hemden und enge, oftmals seitlich geschnürte Hosen sind die wichtigsten
Kennzeichen landestypischer Kleidung. Dazu sieht man häufig bestickte Westen
bei den Männern und reich verzierte Schnürmieder bei den Frauen, wobei florale
Muster und arkane Symbole als Zierrat sehr beliebt sind. Eine typische
mertalische Waffe ist die Skavona, in mittellanges Korbschwert.
Die Künste haben einen hohen Stellenwert: Die Oberschicht besucht das Theater,
schmückt ihre Wohnungen mit Statuen und Gemälden, richtet Konzerte aus und
fördert Künstler verschiedenster Profession. Diese Kunstbeflissenheit ist teilweise
auch nur vorgespielt und dient als Mittel zum Zweck, um Zugang zu höheren
Kreisen zu finden. Die einfachere Bevölkerung eifert den Magnaten in diesen
Belangen in jeder Hinsicht nach, so gut es eben geht.
Die angesehenste und auch verbreitetste aller Künste ist die Dichtkunst: Jeder
Mertalier schmiedet Verslein, versucht seine Gedanken in kleine Aphorismen zu
fassen oder arbeitet an seinen Memoiren, um Poeten wie dem bekannten
Dramendichter Gerdan Planluc nachzueifern.

Die Metropolen des Städtebundes


Die neun Metropolen unterscheiden sich teilweise erheblich, jede von ihnen
dominiert jedoch ihr Umland und drückt durch charakteristische Eigenheiten in
Lebensstil und Mentalität dem gesamten Umland ihren Stempel auf. Egal, ob man
einen städtischen Magnaten oder einen Bergbauern eines tributpflichtigen Dorfes
fragt: Man ist eher Aylantheser oder Taupiot als Mertalier.
Aurigion
Die wohlhabende Stadt auf der Insel Odentis ist eines der Gründungsmitglieder
des Städtebundes. Die reichen Goldvorkommen von Odentis haben der Stadt seit
jeher Wohlstand und Einfluss beschert: Seit Jahrhunderten werden die
Goldmünzen ganz Mertalias hier geprägt.

Aylantha
Die wichtigste Handelsmetropole des Städtebundes wird als einzige Stadt der
Halbinsel noch von einem echten Fürsten regiert: Herzog Gaspar IV. ist der letzte
Nachkomme der alten mertalischen Königslinie.

Drevilna
Ursprünglich drei benachbarte kleinere Städte, war Drevilna der letzte Schauplatz
grosser Kämpfe der Thronprätendenten Heute kontrolliert die „Dreistadt“ an der
Südspitze der südöstlichen Landzunge nicht nur die Passage zwischen Alben- und
Kristallsee und ist ein wichtiger Zwischenhafen im Handel mit den Alben und mit
Ioria, sondern spielt wegen ihrer billigen Arbeitskräfte auch eine führende Rolle
in Schiffbau und Fischerei. Die Stadt selbst zieht sich eine steile Klippe hoch und
wird von engen Gassen und mehrstöckigen Häusern dominiert.

Eisenbrann
Die schwer befestigte Stadt kontrolliert den Zugang um Seufzerjoch und damit
die Handelsroute nach Selenia, zu ihrem Umland zählen etliche Täler in den
Vogelbergen, auf deren Almen kräftige Rinder gedeihen.
Die Stahlbarone denen die Minen sowie viele der berühmten Schmieden und
Eisengiessereien gehören, und die Waffenmeister (legendäre Kämpfer, die sich zu
Condottiere hochgearbeitet haben) herrschen mit harter Hand. Diese Söldner
werden nach ganz Dragorea exportiert.
Fulnia
Die alte Hauptstadt ist noch immer das politische Zentrum, denn in Fulnia tagt der
Rat der Stadtherren. Alle wichtigen Entscheidungen für den gesamten Städtebund
werden hier getroffen – jedoch mindestens ebenso oft in informellen Gremien und
Hinterzimmern wie im Ratssaal. So kommt es hier häufig zu einem regelrechten
Schaulaufen der Reichen und Wichtigen des Städtebunds, die vornehmlich hier
ihre Ränke und Intrigen spinnen. Dies mag in Grund sein, warum auch die
Mediatorengilde vor einigen Jahren ihr Hauptquartier nach Fulnia verlegt hat.
Die ehemalige Leibgarde der mertalischen Monarchen ist eine legendäre
Eliteeinheit, deren Mitglieder allesamt als Meister des Fulnischen
Doppelschwerts gelten.
Die Mediatorengilde
Eine der angesehensten und einflussreichsten Organisationen des gesamten
Binnenmeerraums ist die Mediatorengilde.
Heute vermitteln die Mitglieder wichtige Geschäfts abschlüsse, leiten
Friedensverhandlungen oder tun Dienst auf den Schiffen verschiedener
Seemächte, um den ersten Kontakt mit fremden Völkern herzustellen.

Gondalis
Seine malerische Lage an den Steilklippen über der Bucht von Gondos machte
Gondalis schon vor langer Zeit u einem beliebten Zufluchtsort für die Magnaten.
Die Oberschicht kommt hierher, um sich von ihren Geschäften zu erholen, und
Gondalis hat darauf reagiert, indem es seinen Gästen in vielfältiger Weise
Entspannung und Zerstreuung bietet: luxuriöse Thermen, exquisite Gasthäuser,
aber auch verruchte Bordelle und Spielhallen gehören zu den wichtigsten
Betrieben der Stadt.

Nuum
Bereits zu Zeiten der Könige lag die eigentliche Macht über die alte Bergstadt in
den Händen des finsteren Magierordens von Nuum. Die Magier sind aufgrund
ihrer düsteren magischen Praktiken (Nekromantie) berüchtigt und weithin
gefürchtet.

Talaberis
Die „,Stadt der mechanischen Wunder" kontrolliert nicht nur den Zugang zum
Eisenwasser und damit einen wichtigen Handelsweg über Eisenbrann nach
Selenia, sondern ist die wichtigste Macht der Küste zwischen Harremund und
Fulnia. Hier werden nicht nur die Waren Eisenbranns und Rohmaterialien
umgeschlagen, sondern natürlich auch die Erzeugnisse gnomischer Fein-
und Grobmechanik.

Taupio
Die „Gelehrtenstadt“ beherrscht die fruchtbare und landschaftlich reizvolle
Hochebene um das Himmelswasser, muss sich aber ständig gegen
Vereinnahmungsversuche ihres mächtigen Nachbarn Nuum wehren. Daher
befinden sich nicht nur mehrere Kompanien Eisenbranner Söldner, sondern auch
eine Niederlassung der Mediatorengilde in Taupio.
Kultur und Bildung sind die wichtigsten Leistungen Taupios, einer der wenigen
Städte mit einer Universalschule (eigentlich: mit mehreren rivalisierenden
Akademien für verschiedene Wissensgebiete), viele Akademien und lokale
Honoratioren prunken mit architektonischen Glanzleistungen und Schauzauberei,
und selbst der Uferbereich des Himmelswassers ist in die Stadt und
ihre Parks integriert.
Bei der Gründung des Bundes war Taupio noch ein Vasall Nuums, konnte aber
seine Unabhängigkeit erkaufen, woher auch die anhaltenden Spannungen rühren.
Aber selbst in dieser Stadt ist nicht alles Gold was glänzt, denn auch die
Kunstmäzene, Dekane der Akademien und Diplomatenschüler wissen ihren Status
gegen das gemeine Volk zu verteidigen und wissen „was gut für alle ist".

Taupio
(der/die Taupiot/-in/, Taupioten, taupiotisch)
Einwohner: um 38.000 (Alben, Gnome und Zwerge, wenige Varge; viele
auswärtige Gäste)
Herrschaft: Meritokratie unter dem Konklave der Weisen, einem Gelehrtenrat
Wappen: silberner Stern in der linken oberen Ecke eines neunfach geschachten
blau weissen Feldes
Besonderheiten: Astronomen-, Mediziner- und Diplomatenschule, Zentrum der
Hochkultur, Zauberschulen für Erkenntnis, Trugbildnerei, alle Akademien mit
Fachbibliotheken, Tempel des Offenen Buches

Politik im Städtebund
Während die Herrschaftsstrukturen sich in den neun Metropolen des Bundes teils
erheblich unterscheiden, entsenden doch alle gleichberechtigt jeweils einen
Vertreter in den Rat der Stadtherren, die oberste politische Instanz des Bundes. Da
laut den Bundesakten Beschlüsse nur einstimmig gefällt werden dürfen, kommt es
nur äusserst selten zu einer Einigung, vor allem dann, wen sich der Städtebund
mit starken äusseren Bedrohungen konfrontiert sieht. So entscheiden die
Metropolen in den meisten Fragen autark.
Die ländlichen Regionen und kleineren Städte gehören jeweils zum
Einflussbereich einer der Bundesstädte, dem sogenannten Kontado, und sind
diesen tributpflichtig. In den Städten sind meist Statthalter, in den ländlichen
Regionen Prokuratoren eingesetzt. Diese Gesandten treiben mit ihrem Gefolge
den Tribut (zuzüglich ihrer eigenen Unkosten) ein und sollen durch ihre Präsenz
auch abgelegene Gegenden des Kontado unter Kontrolle halten - hier kann es zu
bösen Überraschungen kommen, wenn mittlerweile eine andere Metropole
Ansprüche auf in fast vergessenes Bergdorf geltend macht.

Söldner und Spektaren: Mertalische Ordnungsmacht


Zur Wahrung der militärischen Interessen gibt es ein stehendes Ratsheer, das
jedoch klein und wenig schlagkräftig ist, sodass es im Ernstfall durch Garden der
Magnaten und Söldnerkontingente verstärkt werden muss. Im Gegensatz dazu ist
die Ratsflotte einer Seemacht würdig und weiss die nautische Vormachtstellung
des Bundes in der nördlichen Kristallsee zu verteidigen. Neben Patrouillen und
militärischen Muskelspielen zur Einschüchterung der anderen Anrainer, dienen
die Schiffe der Ratsflotte vor allem dem Geleitschutz der mertalischen
Handelszüge und sind somit eng mit den Interessen der Mertalischen
Kaufherrenvereinigung verbandelt.
Neben schlecht bezahlten und mässig ausgebildeten Bütteln patrouillieren in den
Metropolen die Garden der einzelnen Magnaten, die manchmal geradezu
militärisch organisiert sind, teilweise aber auch her Schlägertrupps ähneln.
Einzige übergeordnete Ordnungsmacht sind die Spektaren (Ez. Spektar,
Spektara), Ermittler mit Sondervollmachten und grossen Freiheiten, die jeweils
persönlich auf drei Jahre vom Rat der Stadtherren ernannt werden. Sie jagen auf
eigene Faust Gewaltverbrecher und versuchen nach bestem Wissen den
mertalischen Städtebund vor inneren und äusseren Gefahren zu bewahren

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